• Jennifer Wiedemann
  • Jennifer Wiedemann

Strong Sails around the world

Wir möchte euch mitnehmen auf eine Reise um die Welt. Wir starten ab Kiel und segeln westwärts! Meer informatie
  • Wiedersehen

    13 november 2023, Spanje ⋅ ☀️ 19 °C

    Vor vielen Wochen haben wir Leb Wohl gesagt! Haben mit der Thor Heyerdahl und unseren Freunden 40 Jahre Jugendarbeit gefeiert. Und uns von dem Schiff verabschiefet, das uns den Weg über den Atlantik gezeigt und uns die Sicherheit mitgegeben hat, auf unsere Weltumseglung gut vorbereitet zu sein.

    Frühmorgens klingelt mein Handy. Ich mache die Augen langsam auf und werfe einen Blick in Marine Traffic. Die Thor Heyerdahl ist 1628 m entfernt. Höchste Zeit aufzustehen. Ich wecke die anderen und schnell machen wir uns auf den Weg in Richtung Liegeplatz. Und dort können wir die Masten bereits sehen. Die Sonne geht hinter der Hafenmauer auf und taucht das Szenario in angenehme Gelbtöne. Ich sehe Ruth und lächel. Sie lächelt zurück und winkt mir freudig zu! Ich scherze einmal "Erster!!" Wir haben unseren Liegeplatz hier Santa Cruz extra einige Tage verlängert, um dieses Wiedersehen möglich zu machen! Es ist ein schönes Gefühl, sie hier zu sehen! Ein kleines Stück Heimat in der Ferne. Die nächsten Tage werden wir also
    immer wieder die vertrauten Masten sehen. Jonas wird einige Sachen an Bord reparieren und wir werden sicher mit dem ein oder anderen Crewmitglied quatschen und mal hören, wie es so gelaufen ist.
    Wir freuen uns auf die nächsten Tage!
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  • Setting Sails

    18 november 2023, Spanje ⋅ ☀️ 23 °C

    Ein stressiger Tag. Schon morgens treibe ich Jonas aus dem Bett. Unsere To Do Liste ist lang. Sehr lang. Wir erwarten unsere letzten Ersatzteile. Und unsere neue Drohne.
    Ich spleiße in der Morgensonne die letzte Kausch an unseren neuen Backstagen ein. Schon morgens um 8 Uhr ist es sehr warm. Ich versuche mir mit der Hand die Sonne aus dem Gesicht zu halten. Vergeblich. Blinzelnd schiebe ich Leine um Leine ineinander. Ich bin erleichtert als ich die letzten Handgriffe getan und schnell wieder in den Schatten verschwinden kann.
    In der Zwischenzeit hat Jonas die Steuerzüge in Position gebracht. Gemeinsam verbinden wir die Drähte mit der Steuerkette und dem Quadranten. Verschwitzt und dreckig erfreuen wir uns, dass wir endlich abfahrbereit sind. Also ab in die Stadt. Letzte Besorgungen: Ein Käscher zum Angeln. Kanister für unser Motoröl. Eine neue Regenjacke für Jonas. Frisches Obst und Gemüse vom Markt.
    Zurück an Bord, wechseln wir die Kleidung, räumen unsere Baustellen auf und machen uns auf den Weg zum Kreuzfahrerterminal. Ein alter Studienkollege von Jenny ist hier Offizier. Wir bekommen eine Exclusiv-Führung und ein leckeres Mittagessen. Bereits in der vergangenen Woche hatte ich Nils getroffen, doch der Besuch des Schiffes stand noch aus.
    Viel Zeit hatten wir nicht. Wir bekommen Info, dass unsere Pakete eingetroffen sind. Zurück zum Steg. Wir verabschieden uns von LeeLoo, unseren neuen Freunden. Und dann machen wir uns direkt auf den Weg zur Thor Heyerdahl. Stress. Also Langeweile kommt bei unserem Fahrtensegeln übrigens nicht auf!
    Wir verabschieden uns und wünschen einander eine gute Reise. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, dass wir uns bereits wenige Stunden später draußen unter Segeln wieder sehen werden.
    Weiter geht's. Wir füllen Wasser auf, waschen das Deck, machen seeklar. Wir sind bereit. Ich laufe zur Eye of the Wind und hole unsere Pakete und Ronald ab. Ein langjähriger Freund, dem ich noch kurz die Jonny zeigen möchte. Doch nun sind wir endlich bereit. Schnell laufen wir aus unserem Hafen der letzten 2,5 Wochen aus. Die Segel ziehen wir noch im Hafen hoch. Als wir nach einem kurzen Zusammentreffen mit dem Segler Wylde Swan den Hafen endgültig hinter uns lassen, sehen wir die Thor! Was für ein Zufall. Als hätten sie auf uns gewartet. In der Abenddämmerung nähern wir uns unter Segeln. Der Himmel ist rot gefärbt. Strahlend weiß heben sich immer mehr Segel auf der Thor vor der felsigen Landschaft ab, Surreal. Zwei Jahre zuvor waren wir noch an Bord und sind gemeinsam mit 48 Anderen in den Atlantik gestartet. Heute sind es 50 neue Gesichter, die diese Reise antreten dürfen. Wir grüßen einander ein letztes Mal und dann segeln wir in die Nacht. Nur noch schämenhaft sehe ich die Silhouette der Masten. Leb wohl! Fair Winds!
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  • Ankunft Playa de Santiago

    19 november 2023, Spanje

    Nach der Begegnung mit der Thor Heyerdahl gestern Nacht, sind alle müde. Jonas fühlt sich zunehmend unwohl, verschnupfte Nase, Kopfschmerzen, das volle Programm. Gegen 02:30 weckt er mich und bittet mich, zu übernehmen.
    Also raus aus den Federn. Mit schwachen Winden segeln wir dahin. Gegen 3 Uhr verlieren wir vollends die Fahrt. Ich schmeiße den Motor an. Eone Stunde später sind wir aus der Windabdeckung Teneriffas hinaus. Der Wind hat gedreht und auf 4 Beaufort zugenommen. Schnell trimme ich die Segel und lasse den Motor verklingen. Ruhe. Wir schneiden durch die Wellen. Alle schlafen. Ich sitze entspannt gegen die Reling gelehnt im Cockpit. Die Lichter von Teneriffa ziehen an mir vorbei. Ich überlege, dass schon bald keine Lichter mehr da sein werden. Nur noch die Sterne. Und das Meeresleuchten. Als ob man alleine auf der Welt ist.
    Am Morgen wecke ich Jonas und gerade als ich meine Augen schließe, tönt es "Wale in Sicht"! Also geschwind wieder an Deck. Und tatsächlich. Wir sehen Wale. Besondere Wale, Denn sie schlafen. Ihre Rückenflossen scheinen an der Oberfläche still zu treiben. Der Wind hat wieder nachgelassen. Das Meer ist spiegelglatt. Wie kleine Höcker ragen die Finnen aus dem Wasser. Pilotwale. Doch was ist dort? Die Flossen bewegen sich! Oder doch nicht? Schließlich kapieren wir, dass Delfine sich ihren Weg bahnen. Sie halten auf uns zu. Laura's erste Delfine auf dieser Reise. Sie spielen am Bug. Sie springen und begrüßen uns im Morgenlicht. Einige Minuten später verabschieden sie sich. Doch uns bietet sich eine neue Kulisse. Der Teide ist klar zu erkennen. Die Sonne steigt langsam höher und taucht den Gipfel in warmrotes Licht. Eine steile Zacke. Wusstet ihr, dass der Teide mit 7300 über dem
    Meeresboden eigentlich der höchste Berg Europas wäre. Doch man rechnet natürlich nur ab Null. Er ist wie ein Eisberg. Unter der Meeresoberfläche versteckt der Teide seine wahre Größe. Unvorstellbar.
    Die letzten Meilen legen wir erneut unter Motor zurück. Um 09:00 Uhr fällt der Anker und wir haben La Gomera erreicht!
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  • Wandern in den Bergen La Gomeras

    20 november 2023, Spanje ⋅ ⛅ 25 °C

    Am Tag unserer Ankunft sind wir alle müde. Mittags gesellen sich Tim und Verena zu uns. Wir bauen das Dinghi auf und holen die beiden für ein Kaffeekränzchen ab. Einige Stunden tauschen wir uns über die Erlebnisse der letzten Tage aus. Und natürlich über die Probleme. Was ist kaputt. Was ist bereits repariert. Auf einem reisenden Boot ist immer etwas zu tun.
    Vielleicht wünschen wir uns sogar bereits mal ein wenig Langeweile. Doch bisher - keine Chance!
    Sanft rollt die Jonny in den Wellen. Es ist mehr Schwell als angesagt. Nachdem wir uns verabschiedet haben, hängt jeder seinen Gedanken nach. An Landgang will irgendwie keiner so richtig denken. Zu viel Welle. Zu viel Müdigkeit. Wir gehen früh schlafen.
    Doch dann heißt es für Laura und mich am
    nächsten Morgen: Früh aufstehen. (Für
    Jonas irgendwie auch, denn er muss uns an Land fahren). Die Buspläne hier auf der Insel sind ein Rätsel. Aber um 8 Uhr soll uns ein Bus in die Berge bringen. Wenig später stehen wir am
    Gipfel der Bergkette. Dann geht es hinab und hinauf in die Natur der Insel. Grüne Hänge erwarten uns. Wechselnde Natur. Nadelwälder, Kakteen, Algaven, Steine & Felsen.
    Unsere Frühstückspause - Pfannkuchen mit Zimt und Zucker 😇 - verbringen wir mit Blick auf die vulkanischen Felsen Los Roques. Bisher waren wir alleine unterwegs. Doch langsam treffen wir andere Wanderer. Es ist die perfekte Insel für Wanderer. Wehmütig denke ich daran, dass wir zu spät hier auf den Kanaren angekommen sind. Eigentlich wollten wir uns mindestens 10 Tage Zeit nehmen, um La Gomera zu entdecken. Aber man muss sich ja noch Träume für die Zukunft lassen!
    Für Laura und mich geht es weiter. Wanderung 1 ist beendet. Wir stehen an der kurvigen Straße und sehen uns um. Etwas weiter rechts stehen einige Autos. Ein Wegweiser zeigt auf Playa de Santiago. Dort liegt die Jonny. 12.4 km. Unser Tagesziel. Steil führt der Hang hinab. Wir sind alleine. Wir können uns nicht satt sehen. Gigantisch ragen die Felsewände
    links und rechts empor. Wir wandern in der Schlucht entlang kleiner Pfade. Langsam
    steigen die Temperaturen. Später erfahren wir, dass es über 31 Grad im Schatten hat. Und wir wandern in der prallen Sonne. Über Stunden. Unser Wasser geht zur Neige. Erschöpft erreichen wir eine Ortschaft und sind glücklich, als uns eine Deutsche Urlauberin mit Wasser versorgt. Wir sitzen auf ihrer Veranda und staunen gemeinsam über die Kulisse des Dorfes vor den Felsen. Ich erzähle unsere Geschichte. Sie bekommt Gänsehaut. Schon immer wollte auch sie die Welt entdecken. Sie lebt hier einige Zeit, zum wandern und ausspannen.
    Ja, hier kann man auf andere Gedanken kommen. Laura's und meine Gedanken drehen sich die letzten Kilometer, die entlang einer Straße führen, eigentlich jedoch hauptsächlich um Vorfreude auf eine kalte Cola am Strand. Und die haben wir uns nach 18 km auch redlich verdient.
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  • Wale vor La Palma

    23 november 2023, Spanje ⋅ ☀️ 22 °C

    Im Morgengrauen heben wir den Anker. Es geht weiter. Etwas verschlafen und etwas später als geplant, bereiten wir das Boot für die Überfahrt vor. Als wir unterwegs sind, ziehe ich das Groß hoch und schicke Jonas ins Bett.
    Laura und ich lauschen den Motorgeräuschen und schauen aufs Meer. La Palma ist nicht zu sehen, dafür die Steilküste La Gomera's. Dunkel ragen die Felsen aus dem Meer. Langsam entfernen sie sich. Langsam spüre ich einen Hauch von Wind. Erst aus Süd. Dann aus West. Und schließlich aus Nordost. Segelwind. Ich rolle die Fock aus und kann den Motor stoppen. Wor segeln in den Tag. 40 Meilen liegen insgesamt vor uns. Schwache Winde treiben uns voran und lassen uns einen Geschmack davon kriegen, wie ist es ist, langsam zu sein. Zwischen 3,5 und 5 Knoten. Mehr wird es heute nicht werden. Wir starten den Motor erneut gegen frühen Nachmittag. Man muss ja nicht gerade am Abend erst einlaufen. Als Jonas sich gerade hinlegen will, schallt es: "Wale!!" Pilotwale ziehen um unseren Bug, Sanft heben sich die Rückenflossen immer wieder aus dem Meer. Elegant und Ruhe ausstrahlend. Ich stoppe den Autopiloten und reduziere unsere Drehzahl. So störe ich die Tiere am wenigsten und kann vorsichtig mit ihnen mitfahren. Jonas beschließt einen Sprung zu wagen. An eine Leine gebunden und mit GoPromin der Hand. Gleitet er ins kühle Nass. Ich bin ein
    wenig neidisch. Doch selbst sehen tut er die Tiere gar nicht, doch die Kamera dafür umso mehr! Die Aufnahmen zeigt eine Gruppe an Walen. Mit ihren markanten Schnauzen und Rückenflossen. Als Gruppe schweben sie durch das unendliche Blau. Sie scheinen sich nicht an uns zu stören. Minutenlang beobachten wir sie bevor sie sich langsam entfernen und wir zurückfallen, um sie ihrer Wege gehen zu lassen.
    Nur wenige Meilen später erreichen wir den Hafen. Die Manöver klappen immer besser
    und nach einiger Wartezeit an der Rezeptionspier dürfen wir an unserem Liegeplatz der nächsten Tage festmachen und viele Freunde wieder treffen. Der Abend wird abgerundet durch eine spontane Stegparty. Wir sind richtig angekommen im Fahrtensegeln!
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  • Salinas de Fuen Caliente

    27 november 2023, Spanje ⋅ ☁️ 21 °C

    Zu viert geht es heute und morgen um die Insel. Schon früh am Morgen war ich am nahegelegenen Flughafen, um unseren Mietwagen entgegen zu nehmen. Ich bin froh als ich angekommen bin und pünktlich sie Schlüssel entgegen nehmen kann, nachdem ich morgens mal wieder 30 min auf den Bus warten musste. Die Buspläne hier auf der Insel sind einfach nicht nachzuvollziehen. Bus kommen entweder zu spät oder zu vollkommen anderen Zeiten. Viele Haltstellen fehlen auf den Plänen einfach komplett.
    Deshalb: Mietwagen.
    Nach einer Stunde Fahrt und der ausführlichen Umfahrung einer Baustelle (20 km Umweg) - biege ich in die Bergstraße ab. Unser Blick schweift über die Plantagen. Bananenstauden wohin man sieht. Hektarweise werden sie hier angebaut. Jonas ist wenig begeistert. Er mag keine Bananen. Unsere Rückbank erfreut sich um so mehr. Eine Bananenstaude wird es aber wohl nicht auf unser Schiff schaffen. Kilometerweise fahren wir entlang der grünen, palmenartigen Bäume. In einer Produktionshalle sehen wir die Weiterverarbeitung der geernteten Stauden.
    Unser Weg endet am Meer. Die letzten Meter führen durch eine vulkanlandschaft. Wie auf dem Mond fühlt es sich an. Felsige, kahle Berge türmen sich auf. Wenig Pflanzen wohnen hier. Am Ende der Straße taucht ein Leuchtturm auf. Unser Ziel. Zu seinen Füßen liegen die Salinas de Fuencaliente. Salzbecken zur Gewinnung von Meersalz. Sie sind stufenförmig angelegt. Entlang des Berghangs finden sich viele kleine und große Becken. Die kleinsten sind 3 mal 3 Meter und neben ihnen liegt bereits abgeschöpftes Salz zum Trocknen. Eigentlich wird hier nur in den Sommermonaten Salz produziert. Scheinbar ist es dieses Jahr so warm, dass auch jetzt noch Salz getrocknet werden kann. Die Mini-Berge strahlen im Sonnenlicht schneeweiß. Auch die Straßen, über die das Salz abtransportiert wird, wirken schneebedeckt. Links und rechts findet man immer wieder Haufen von Salz gemischt mit Vulkanstaub. Ähnlich der Schneeberge in den bayerisch verschneiten Straßen.
    Anhand der Infoschilder lernen wir wie die Salzgewinnung von statten geht. Und zusätzlich - jetzt kommt der Funfact - dass sich in den salzreichen Bädern eine rosane Alge bildet, welche von Krebsen gegessen werden, die wiederum von Flamingos gegessen. So färbt sich das Gefieder der Flamingos (unserem Maskottchen) schlussendlich rosa.
    Frisch beleert geht es für uns weiter in den Norden...
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  • Vulcano Tajogaite

    27 november 2023, Spanje ⋅ ☁️ 17 °C

    Von den Salinen führt unser Weg in den Norden. Jonas und ich haben immer noch den Ausbruch des Vulkans Tajogaite in unseren Gedanken. Er hatte die Klassenzimmer unter Segeln Reise mächtig in Aufruhr gebracht. Wir lagen zu der Zeit im Hafen von La Palma. Auf einem Roadtrip konnten wir uns damals das spuckende Lava aus der Nähe anschauen. Eine riesige Aschewolke lag über der Insel. Die Yachten in Santa Cruz warem teilweise mit bis zu 10 cm Vulkanasche bedeckt. Die Luft war heiß. Man merkte die Anspannung der Menschen. Viele Häuser waren zerstört worden. Das Lava floss in drei Bahnen den Berg hinab bis ins Meer. 3 Bahnen der Verwüstung. Heute ist das volle Ausmaß zu sehen. Die Hauptstraße ist gesperrt. Kein Durchkommen. Das erkaltete Lava liegt hier Meterhoch am Hang. Zunächst wenden wir uns gen Norden, um von unten einen Blick auf den neu entstandenen Berg zu werfen. Die Ausläufer erreichen die kleine Straße. Schilder warnen davor, das Gebiet zu betreten. Wie ein Sandstrand liegt die Asche da. Surreal. Man sieht Rauchschwaden empor steigen. Der Ranger schickt uns 45 km um den Berg herum, wo man den besten Blick hätte. Also ab ins Auto. Doch erstmal müssen wir zur Küste. Ins Lavafeld. Zwei Straße wurden mittlerweile neu gebaut. Wenn man über diese fährt, sieht man die Verwüstung. Man sieht vereinzelte Bananenplantagen aus dem Gestein hervorragen. Man sieht Häuserdächer in Lava getränkt. Man sieht den Wiederaufbau. Überall wird emsig dran gearbeitet, in ein normales Leben zurück zu kehren. Die Straße führt weiter aus der Ortschaft hinaus und in die bewaldeten Berge. Eine geschlängelte Straße windet sich langsam hinauf zu unserem Ziel. Ein Mirador. Von hier kann man den Vulkan und die schwarz eingefärbte Landschaft sehen. Die Drohne zeigt uns, was wir sonst nur erahnen könnten.. Ein Vulkankrater bedeckt mit Schwefel und anderen Mineralien. Rauchschwaden wabbern hier und dort noch aus dem Gestein. In der Tiefe wird es sicher noch einige Zeit dauern, bis er abgekühlt ist. Nur hier oben fängt langsam wieder alles an zu blühen. Wie die ganze Insel, alles ist grün und wir stellen fest, La Palma ist unsere Lieblingsinsel der Kanaren!Meer informatie

  • Schmugglerbucht

    27 november 2023, Spanje ⋅ ☁️ 19 °C

    Ort mit mystischen Namen und Geschichten lassen einen direkt ein anderes Bild wahrnehmen.
    Eine steile Straße bringt uns hinab zur Küste. Unzählige Serpentinen wurden vor vielen vielen Jahren in den Fels geschlagen, um Zugang zu dieser Bucht zu bekommen. Womöglich war ursprünglich lediglich der kleine Wanderpfad, der steil bergab führt, der einzige vorhandene Zugang zur Bucht. Wir dürfen heute den bequemeren Weg nutzen. Am Parkplatz angekommen, wechseln wir auf Turnschuhe und gehen die letzten Meter entlang des Pfades. Hier findet man bereits ausgebaute Höhlen. Natürlich geschaffene Höhlen, welche durch eingezogene Hausewände zum Wohnort der Menschen wurden. Wann war dies geschehen? Lebten vielleicht vor vielen hundert Jahren bereits die Guanchen in diesen Höhlen?
    Unter uns fällt der Fels weiter steil bergab. Die Brandung ist bereits zu vernehmen. Wellen brechen gegen die vulkanischen Felsen. Der Weg geht um eine weitere Kehre. Und dann stehen wir vor einer Bucht. Eine Bucht die unter einem gigantischen Felsvorsprung versteckt da liegt. Häuser schmiegen sich an die Rundung des Felsens. Dazwischen warnen bereits herabgestürzte Felsen vor der Gefahr. Doch auch diese wurden bereits als Teil von Häusern eingebaut. Ca 20 Stück liegen hier da. Dazwischen die Brandung. Hinter uns nähert sich die Sonne dem Horizont. Die beste Zeit des Tages, um Licht in diesen mystischen Ort zu strahlen. Wir gehen weiter und treffen auf wildlebende Katzen. Menschen scheinen hier zumindest im Winter nicht zu leben. Fenster und Türen sind geschlossen. Feuerstellen scheinen verlassen. Viel früher werden hier Menschen gelebt haben. Man sagt, Schmuggler nutzten die Bucht, um heimlich das Ergaunerte an Land zu schaffen. In der Tat gibt es Mooring Tonnen, so dass sich kleinere Boote in mitten der hereinrollenden Brandung festmachen und dann Sachen von Bord geben konnten. Doch ihre wahre Geschichte wird wohl für immer verloren sein..
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  • In den Atlantik

    3 december 2023, Spanje ⋅ ⛅ 20 °C

    Wir haben abgelegt! Gemeinsam mit den Booten "LeeLoo" und "Moana" starten wir in den Atlantik!
    2700 Seemeilen liegen vor uns! Der unendlich weite Ozean. Und wir alleine mitten drin!
    Jenny, Jonas, Laura und Jakob - das ist unsere Besatzung für diese Etappe.
    Wir erwarten ca 20 Tage auf See zu sein bevor wir in Martinique anlanden werden.
    Die Wassertanks sind gefüllt. Der Proviant ist eingepackt. Wir fühlen uns sicher unterwegs.

    Finja wird euch hier über Whatsapp auf den Laufenden halten! Und diesmal hoffentlich sogar Fotos schicken können!

    Ihr könnt uns unter folgenden Link jederzeit tracken:

    https://share.garmin.com/luckyjonny

    Macht es gut! Habt eine schöne Weihnachtszeit! Bis bald, Jonas und Jenny
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  • Bis die Butter schmilzt

    10 december 2023, Nordatlantik ⋅ ⛅ 25 °C

    Detlef Soitzek, Gründer und Erbauer des Segelschiff Thor Heyerdahl, beschrieb die Route über den Atlantik stets folgendermaßen:
    "Man fahre gen Süden bis die Butter schmilzt und biege dann rechts ab. Dem Sonnenuntergang entgegen!"

    Daran halten wir uns. Unsere Route führt leicht südöstlich von den Kanaren fort in Richtung afrikanischen Festland. Rund 150 Seemeilen südlich, geht es in einem weiten Bogen in Richtung Kapverden. Man merkt wie es jeden Tag wärmer wird. Immer seltener tragen wir noch Pullis und lange Hosen. Immer häufiger können wir einfach in Badesachen in der Sonne sitzen.

    Und dann schaut mich Laura morgens an und verkündet: Heute scheint der Tag gekommrn zu sein, an dem die Butter schmilzt. Es hat das erste Mal 28 Grad. Wir merken, dass unter Deck die Luft stickiger wird. Und tatsächlich: Es ist auch der Tag, an dem wir endlich Kurs West gen. Der Karibik entgegen.

    Es sind noch 2000 Meilen. Der Ozean scheint noch vor uns zu liegen. Wir nähern uns den Kapverden und werden diese ca 90
    Meilen nördlich passieren. Der Point of no Return. Der Punkt, an dem es kein Zurück gibt, rückt näher.
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  • Atlantiktaufe

    15 december 2023, Nordatlantik ⋅ ☀️ 27 °C

    So mögen alle Landratten, die den großen Ozean überqueren von Neptun einen neuen Namen erhalten, der seiner würdig ist.
    Am Tag, an dem wir die Hälfte der Meilen geschafft haben, ist es soweit.
    Laura und Jakob werden in ihre Kabine geschickt. Denn es bedarf einiger Zeit an Vorbereitung, an der Landrattem nicht teilnehmen dürfen.
    Neptun und seine Gemahlin Tetis färben sich die Haare, behängen sich mit Netzen und bereiten die Taufe vor.
    Dann werden die beiden Täuflinge einer nach dem anderen bei theatralischer Filmmusik ins Cockpit gebracht. Von den Schandtaten des Landes sauber geschrubbt. Mit einer stärkenden Mahlzeit (Scharfer Reis mit Rosinen) und einem kräftigenden Schluck (Ekliger Agavenschnapps) gestärkt. Eine Locke Haar dem Neptun geopfert und schlussendlich den Fisch-Fuß des Neptun küssend erhält der nun werdende Seemann seinen Namen.
    Laura erhält ihren Blauen Flecken zu Liebe den Namen Atlantischer Fleckendelfin. Und Jakob, als Ruderer, den Namen Bermuda Ruderfisch!
    Auch Jonas und Jenny erhalten neue Namen:
    Blaufleck-Buntbarsch und Blaukopf-Kaiserfisch

    Und so segeln wir ab nun an mit neuen Namen über die Weltmeere!
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  • Flautenschieber und co

    15 december 2023, Nordatlantik ⋅ ☀️ 27 °C

    Der Weg über den Atlantik ist lang. 3000 Seemeilen. Endlose Weiten des Alleineseins. Wir haben vor den Kapverden unser letztes Schiff gesehen. Ansonsten scheinen wir alleine zu sein.
    Auf uns gestellt.
    Wir kommen schlechter voran, als wir uns das erhofft hatten. Zu unbeständig ist der Passatwind. Als Jonas und ich das letzte Mal den Atlantik überquert haben, wehte der Wind fast durchgängig mit 6 Windstärken. Diesmal sind es eher 2-4. Es kann zu einer echten Geduldsprobe werden, diese 3000 Seemeilen zu segeln.
    Doch das schöne ist, wir sind zu 4. Wir haben uns einen abwechslungsreichen Tagesplan zurecht gelegt und bisher war uns nie langweilig.

    Unsere Wachen gehen wir folgendermaßen:
    20-23 Uhr Laura
    23-02 Uhr Jakob
    02-05 Uhr Jonas
    05-open end Jenny
    Tagsüber haben wir keine festen Wachen. Meist sind zwei oder mehr von uns im Cockpit. Wir fahren gemeinsam. Jonas und ich bestimmen die Kurse und die Segelstellungen. Doch am Ende bleibt es unsere gemeinsame Reise.

    Was machen wir den ganzen Tag?
    Wir spielen viele Spiele - am begehrtesten sind momentan: Carcasonne, Scrabble und ein Würfelspiel. Wir hören Hörbücher und Podcasts. Wir lesen. Wir zocken durchaus auch mal Handyspiele. Wir backen und kochen. Wir schauen auf die Wellen. Unterhalten uns. Machen Schiffsarbeiten und planen die Karibik.

    Was kochen wir?
    Eigentlich wie zuhause. Jonas und Jenny genießen es noch, europäisches Fleisch essen zu können. Jakob und Laura bleiben lieber bei Gemüse. Wir haben so ziemlich alles dabei, was man sich so vorstellen kann. Von Käse bis Falaffel, Puddingpulver, Popcorn, Obst und Gemüse, Käsefondue, Almdudler. Wir zerren noch viel von deutschen Produkten, wobei diese langsam rarer werden. Doch bisher sind wir rundum glücklich. Trotz anfänglicher Bedenken, dass die zweite Hälfte der Überfahrt eintönig werden könnte, ist dies nicht der Fall. Nach knapp zwei Wochen auf See haben wir immer noch Aubergine, Zuccini, Avocado, Tomaten, Orangen, Äpfel, Kaki, Mandarinen, Paprika und Gurke dabei. Und natürlich Zwiebeln und Kartoffeln. Spannend oder? Tatsächlich bewahren wir das meiste davon auch ungekühlt auf. In Netzen oder in dunklen Kisten. Je nachdem, wo sich das Gemüse am wohlsten fühlt.
    Bisher mussten wir nur eine Wassermelone beerdigen - der Platz in der prallen Sonne war wohl nicht der sinnvollste :) Aber Smoothie ging trotzdem noch!

    Zu den Fotos: Selbst gefangener Fisch. Plätzchen. Wassermelone (Jonas hat gekocht), Weißwurst-Frühstück. Tiramisu und Nürnberger Bratwürstchen!
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  • Tief über dem Atlantik

    20 december 2023, Nordatlantik ⋅ 🌬 26 °C

    Ein Tiefdruckgebiet ist über den gesamten Atlantik ausgedehnt. Man sieht, wie sehr das Wetter unsere Welt im Griff hat. Von USA bis Europa. Von Grönland bis zu uns hier auf 14 Grad Nord. Dem Äquator nahe.
    Das Tief holt scheinbar tief Luft, denn es zieht Luftmassen aus diesen Breiten in den Norden. Der Nordostpassat ist gestört. Wir haben nun vorwiegend Südöstliche Winde. Auch die Windstärke hat deutlich zugenommen. Es bläst mit 20 Knoten und endlich machen wir Fahrt. Seit gestern Abend fahren wir 6 Knoten im Schnitt. Wie sich das anfühlt?
    Schwierig zu beschreiben. Es ist laut im Schiff. Wenn ich im Bett liege, nehme ich das Rauschen des Windes im Rigg wahr, gemischt wird dies mit Wellen. Man hört sie ans Heck heranrauschen und erst kurz vor knapp unter uns durchtauchen. Das Boot knarzt. Man hört wie die Jonny in der See arbeitet. Holz reibt an Holz und knarrzt. In jeder Welle. Die Jonny rollt schwer in der See. Über 30 Grad zu beiden Seiten. Innerhalb von Sekunden. Unsere Krängungsanzeige hängt immer wieder am Anschlag. Alles was nicht fest gemacht ist, fällt runter, fliegt durch die Gegend, rollt herum. Rutschdecken bringen nur bei flach liegenden Sachen noch etwas. Man hört die Töpfe im Schrank gegen die Türen rutschen. Während man selbst im Bett herumrutscht.
    Schlafe ich quer oder längs? Oder doch lieber schräg? Stabile Seitenlage? Seestern? Einschlafen dauert länger als zuhause an Land. Gegen 2 Uhr schlafe ich endlich erschöpft ein. Ich stecke ein Kissen keilförmig unter mich. Endlich bleibe ich ruhig liegen. Schaukel nur noch mit dem Schiff zusammen vor mich hin. Lausche weiterhin den Geräuschen. Doch wir kommen voran. Noch 900 Seemeilen bis in die Karibik!
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  • Weihnachtszeit auf See

    25 december 2023, Nordatlantik ⋅ ☀️ 28 °C

    Es weihnachtet auch hier auf dem Atlantik! Ich muss zurück denken an das vergangene Jahr. So viel ist passiert. So weit haben wir es geschafft... Hätte man uns vor ein paar Jahren gesagt, dass wwir dieses Jahr Weihnachten auf der eigenen Yacht mitten im Atlantischen Ozean feiern, so hätte ich es wahrscheinlich nicht geglaubt. Wir haben nicht aufgegeben und an unserem Traum festgehalten!
    Und so sitzen wir nun hier. Hier im Cockpit unserer Lucky Jonny. Und feiern Weihnachten im kleinen Kreise. Zu viert. Jonas, Jenny, Laura und Jakob. Team Atlantik.
    Zugegebenermaßen, bei 30 Grad ist es doch schwierig Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen. Trotz Plätzchen backen und Weihnachtsmusik. Trotz Glühwein und Lebkuchen. Wir sind es einfach gewöhnt, dass es Weihnachten nass-kalt ist. Man sich einmummeln möchte. Doch wir sitzen hier in Badesachen und schauen aufs weite Meer.
    Es ist anders. Aber es ist auch schön. Wir beginnen den Tag mit Pfannkuchen. Wobei der Pfannkuchenteig in einer großen Welle umfällt und noch Tage später für Arbeit sorgt. Ein Großreinschiff später, brutzelt Teig Nummer 2 fröhlich in der Pfanne, während in Jonas ein Glas Nutella aus unseren Vorräten heraus suche.
    Satt gegessen, starten wir in einen Spielenachmittag. Carcasonne. Scrabble. Warum es auch anders machen als die 20 Tage davor.
    Das späte Abendessen (und wir haben einfach eine Stunde Zeit gestellt, damit wir mehr Zeit zum spielen haben) wird super lecker. Selbstgemachte Kässpatzen mit Tomatensalat!
    Schöner könnte es nicht sein!
    Mit einem Glühwein starten wir in den Abend und die Bescherung! Jeder beschenkt jeden. Einzeln übergeben wir unsere kleinen Geschenke. Ca 5€ sollten diese kosten. Ein bisschen wie Wichteln. Nur jeder zieht jeden und jeder macht sich besonders viel Gedanken, was der andere auf seiner weiteren Reise gebrauchen könnte.
    Wir hören Weihnachtsmusik. Schauen in die leichten Wellen. Erfreuen uns unserer Lichterketten und genießen den Abend. Ein Weihnachten, wie es nicht schöner hätte sein können!
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  • Atlantiküberquerung

    27 december 2023, Martinique ⋅ ⛅ 27 °C

    Unsere Atlantiküberquerung in Zahlen:

    Gesamtdistanz: 2999 sm
    Dauer: 24 Tage und 2 Stunden (Zeitumstellung berücksichtigt -> 24 d 6 h)

    Davon unter Segeln: 2468 sm / 20 Tage 4 Stunden 12 Minuten
    Davon unter Motor: 531 sm / 3 Tage 21 Stunden 48 Minuten (Spritverbrauch: 180 L)

    Durchschnittsgeschwindigkeit: 5,2 Knoten
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  • Ankunft in der Karibik

    27 december 2023, Martinique ⋅ ⛅ 27 °C

    Schon früh am Morgen sehe ich Land. Düster liegt Martinique zwischen den Wolken da. Der Vollmond erstrahlt die ersten vorgelagerten Felsen und bald darauf dämmert es hinter uns. Es dauert noch einige Stunden bis wir die Südspitze umrundet haben. Wir nutzen die Zeit, um das Boot aufzuklaren, zu putzen, die ersten Nachrichten an Freunde und Familie zu versenden und die Segel zu verpacken. Wir sind da! Es ist geschafft!
    Gegen 13 Uhr passieren wir die letzte Bucht und nähern uns langsam Saint Anne. Wir sind überwältigt von den vielen Masten. In dieser Bucht liegen bestimmt 200 Segler vor Anker. Das Wasser ist flach und wir können bei der Fahrt bereits den Grund sehen. Langsam schlängeln wir uns durch die vor Anker liegenden Booten. Winken Fremden Menschen zu und genießen die Atmosphäre. Wir sehen die ersten Palmen am Ufer und Wälder an den Hängen der Berge. Wir riechen sie intensiv. Nach 3,5 Wochen auf See ist es als würde man über ein frisch gemähtes Feld laufen. Ich atme tief ein und muss Grinzen. Wir haben es geschafft! Der Mast steht noch, wir sind alle gesund und der Jonny gehts augenscheinlich auch gut!
    Dann fällt der Anker. 20 m Kette raus. Motor aus. Und der Sprung ins Wasser! Das Wasser schlägt über mir zusammen und als ich wieder auftauche sehe ich die Jonny vor mir und bin stolz es geschafft zu haben. Ausgelassen tollen wir ums Boot und feiern es angekommen zu sein. Darauf wird auch angestoßen! Bier und Sekt stehen seit zwei Tagen kühl und werden jetzt feierlich geöffnet!

    Zwei Tage später haben wir bereits die ersten Landgänge hinter uns. Direkt am ersten Abend treffen wir eine Freundin von der Thor und genießen die ersten Meter laufen an Land. Nach einer so langen Zeit mit nur minimaler Bewegung ist es richtig anstrengend 2 km zu laufen. Doch das Ziel war lohnenswert: Pizza vom Feinsten! Die neue Tradition! Bei Ankunft erstmal ne Pizza 😇

    Martinique zeigt sich uns als aufgeschlossenes Land mit guter Infrastruktur. Jonas und ich nutzen den ersten vollen Tag um an Land nach Ersatzteilen, einen neuen Außenborder und Solarpanels zu suchen. Auch wenn wir nicht erfolgreich waren, haben wir viele hilfsbereite Menschen getroffen! Und wir sind gespannt wie wir die nächste Zeit noch erleben werden!

    Für uns geht es weiter in die Bucht Les Anses D'Arlet, wo wir uns erst mit der Katamarin Nica und im Anschluss mit Moana und LeeLoo treffen!
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  • Les Anses d'Arlet

    29 december 2023, Martinique

    Maren und Gorm haben sich gemeldet! Sie sind nur eine Bucht von uns entfernt! Mein Herz machz einen kleinen Hopser, denn ich habe die beiden fest ins Herz geschlossen und nicht damit gerechnet, sie nochmal vor Neuseeland wieder zu sehen. Kurzerhand beschließen wir die Bucht zu wechseln und neben der Nica vor Anker zu gehen.
    Und endlich sind wir also in einer karibischen Bucht, wir wir sie uns vorgestellt haben. Eine kleine Zahl Yachten liegt idyllisch vor einem Sandstrand und einem kleinen Dorf vor Anker. Wenn man genauer hinschaut, tauchen immer wieder Schildkröten auf, um Luft zu holen bevor sie erneut in die Tiefe sinken, um sich am Seegras-Buffet zu verköstigen.
    Nach einem Sundowner auf der Nica geht es gemeinsam an Land. In einem lokalen Restaurant, genießen wir karibische Küche und frischen Fisch.
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  • Le Marin

    2 januari 2024, Martinique ⋅ ⛅ 27 °C

    Abschied von Martinique. Die Zeit vergeht rasend! Im einen Moment sind wir noch im Wasser am Schnorcheln und Tauchen mit Schildkröten und unzähligen Fischen, Krebsen, Seesternen und Korallen. Und im nächsten Augenblick sind wir im Hafen. Schiffsarbeiten. Wandern. Einkaufen.
    Wir haben das Gefühl, noch nicht genug Zeit für Martinique gehabt zu haben, doch gleichzeitig zieht es uns weiter. Durch unsere Pause in den kommenden Wochen, ist die Zeit begrenzt. Wir müssen priorisieren und für mich war es ein lang ersehnter Traum, noch einmal mit dem eigenen Boot zu den Tobago Cays zurück zu kehren! Also ab in den Süden.
    Vorher verbringen wir drei Nächte im Hafen. Der erste Hafenaufenthalt nach dem Atlantik. Das erste Mal wieder Land, wann immer man es möchte. Häfen sind Luxus. Jeder kann tun was er will. Jeder kann an Land wann er will. Abends ist es ein Katzensprung zu den Bars im Hafenkomplex, wo es während der Happy Hour den berühmten Planter's Punch für 4€ gibt!
    Doch vor dem Vergnügen gibt es Arbeit. Unser Schlauchboot verlangt nach einem Kleid. Die Sonne hier ist stark. Und unser Dinghi soll uns ein paar Jahre erhalten bleiben. Deshalb versuchen wir so viel davon mit Persenning zu bedecken, wie möglich. Die anderen sind nicht überzeugt, dass ich es in so kurzer Zeit schaffen kann. Doch mein Tatendrang ist groß. Im Laufe des Tages schneide ich Löcher, vernähe die Seiten, stanze Ösen. Nach und nach, kommen umrahmte Schlaufen unter der Pesnning zum Vorschein. Ein Cover lässt sich erkennen. Und am Ende des zweiten Tages ist es fast fertig! Lediglich einige Ösen und vier kleine Abdeckungen fehlen noch! Das schaffe ich jetzt auch am Anker. Es ist also verbracht. In nur zwei Tagen ist ein Schlauchbootcover entstanden, während ich gleichzeitig mit Jonas noch andere Baustellen ebenfalls vollendet habe. Die Genua ist repariert und wieder voll einsatzbereit und auch einige weitere kleine Baustellen konnten wir schließen, so dass nun Zeit für Urlaub ist.
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  • Friday Night

    5 januari 2024, Saint Lucia ⋅ ⛅ 27 °C

    Wer in Rodney Bay auf google maps "Friday Night Street Party" sucht, der findet als Ort eingetragen eine lange bestehende Tradition hier in der Stadt im Norden Saint Lucia's.
    Seit 40 Jahren treffen hier Einheimische auf Segler und Urlauber und feiern das Leben. Bei Cocktails, Streetfood und lauter Musik wird bis spät in die Nacht getanzt.
    Nach einigen vergeblichen Versuchen einen Liegeplatz im Hafen zu bekommen, geht es vom Anker aus per Dinghi in die Stadt. Umso besser, sparen wir uns die Gebühren und können stattdessen einen Cocktail trinken. Das Einklarieren ist dank SailClear schnell erledigt und auch das Immigration Questionaire ist irgendwann ausgefüllt. Also kann der Party nichts mehr im Wege stehen außer einem Abendessen. Jonas und ich träumen seit Tagen von Lasagne - schnell ist diese im Ofen verschwunden und kurz darauf machen wir uns mit einer Lasagne auf Hitzeunterlagen, Handtuch und Kissen im Dinghi auf den Weg zu den LeeLoos. Wenn man schon nebeneinander liegt, kann man ja auch zusammen essen. In freudiger Erwartung auf den bevorstehenden Landgang, vergeht das Abendessen wie im Flug. Und kurze Zeit später sind wir bereits auf dem Weg zu dem Standort, den mein Handy mir vorgibt. Schon von weitem können wir den Lärm hören und die Grills riechen. Fröhlich brutzelt Fleisch und Fisch am Straßenrand. Man hört das Gelächter der Menschen. Ausgelassen unterhalten sich jung und alt, schwarz und weiß, Ausländer und Einheimische, Segler und Landratten miteinander. Auch die ein oder andere Cannabis Fahne weht durch das Fest. Wir lehnen dankend ab und genießen lieber die Musik aus der Lautsprecherburg in der Mitte der Feier. Der DJ versteht sich darauf, alle Menschen anzusprechen und schon bald herrscht dichtes Gedränge. Wir tanzen, wir grölen und haben einen tollen Abend, den wir so schnell nicht wir vergessen werden!
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  • Ein neuer Motor für Mini-Jonny

    6 januari 2024, Saint Lucia ⋅ ⛅ 27 °C

    Zum ersten Mal haben wir uns mit einen Hilferuf an euch gewendet! An und für sich, haben wir unsere Reise finanziert. Unser Budget ist klein. Doch wir wollen es schaffen! Wir hatten nicht damit gerechnet, dass unser Außenborder so schnell aufgibt und um so glücklicher waren wir, als zahlreiche Broadcast-Leser uns eine kleine Unterstützung haben zukommen lassen.
    Gestern konnten wir endlich in Saint Lucia unseren neuen Außenborder entgegen nehmen. 9.8 PS Tohatsu - und somit sogar etwas stärker als der alte. Der Testlauf zurück an Bord lief tadellos und nun freuen wir uns darauf; die Tobago Cays per Boot erkunden zu dürfen!
    Wir möchten uns hiermit bei allen bedanken, die unsere Reise begleiten und natürlich ganz im Speziellen für die Unterstützung!
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  • Dunkle Wolken

    7 januari 2024, Caribbean Sea ⋅ 🌬 27 °C

    Saint Lucia liegt bereits einige Stunden in unserem Kielwasser. Zu zweit segeln wir Richtung Süden. Eine neue Erfahrung. Die erste Nachtfahrt zu zweit. Unseren letzten Mitsegler haben wir auf Martinique verabschiedet.
    Und so sitzen wir nun hier. Nach den vielen Erlebnissen und Eindrücken der letzten Tage, ist es geradezu genießerisch die Zweisamkeit des Meeres zu haben. Abends sitzen und liegen wir gemeinsam im Cockpit und schauen uns die Sterne an. Der Wind weht mit konstanten 15 Knoten und wir segeln nur unter Genua. Es verpricht eine ruhige Nacht zu werden. Ich zähle die mir bekannten Sternbilder. Orion ist gerade im Osten aufgegangen. Sirius, der "Partystern" leuchtet hell am Himmel. Ich mümmel mich in meine Decke ein und finde doch keinen Schlaf. Zu ungewohnt ist es, um 19 Uhr schon die Augen zu schließen. Ich wechsel zum wiederholten Male den Schlafplatz (ein Luxus). Döse mal in der Koje, mal auf dem Sofa vor mich hin. Dann werde ich schlagartig wach. Ich höre die Genua lauthals schlagen. Schnell gucke ich nach draußen und spüre bereits die ersten Tropfen durch die offenen Fenster. Kurzerhand wird alles dicht gemacht und unser Wohnzimmer aus dem Cockpit in den Salon verholt (Kissen, Decken, etc.)
    Der Himmel hat sich schwarz gefärbt. Kein Blinken. Kein Stern ist mehr zu sehen. Bedrohlich hört man die Genua klappern. Der Wind hat merklich zugenommen. Wir beschließen, die Genua zu bergen bis die Böe vorrüber ist. Wer weiß was dort drin ist. NE 20, SE 25, SE 28, ESE 5, ENE 5. Wir lassen den Motor ein wenig laufen. Bald darauf sieht man bereits die ersten Sterne wieder funkeln. Und kurz darauf erstirbt der Motor und ich kann wieder das Rauschen der Wellen unter unserem Rumpf wahrnehmen.
    Noch mehrmals wird heute Nacht so eine Depression über uns hinweg ziehen. Erneut werden wir die Genua einreffen. Doch mittlerweile scheint der Mond. Er lässt die See weniger hoch wirken. Beruhigend wirft er sein Licht auf die Wellen und lässt mich auf den Morgen warten. Noch 20 Seemeilen bis Carriacou.
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  • Carriacou

    8 januari 2024, Grenada ⋅ 🌬 28 °C

    Ein weiteres Land reiht sich auf unserer Weltkarte ein. Hier treffen wir Jane. Die Tauchlehrerin von Jonas. Eine Kanadierin, mit mehreren tausend Tauchgängen zeigt uns offenherzig ihre Unterwasserwelt. Gleichzeitig erkunden wir auf Landausflügen die nähere Umgebung.
    Doch zunächst müssen wir dort ankommen. Gemeinsam mit LeeLoo segeln wir von Saint Lucia - nachdem wir dort mit Trick 17 kostengünstig Diesel gebunkert haben (nach dem Ausklarieren gibts den nämlich zollfrei) - nach Carriacou. Keine Sorge, auch nach 4 Tagen vor Ort können wir den Namen noch nicht richtig aussprechen. Carriacou ist eine kleine Insel mit 6000 Einwohnern nördlich von Grenada. Die Nacht ist ruppig. Die Squalls, vor denen wir bei der Atlantiküberquerung verschont geblieben sind, gehen fast halbstündlich über uns hinweg. Regenschauer. Windböen. Starke See. Kein Karibisches Feeling. Aber wir haben es uns nun mal in Kopf gesetzt, gen Süden zu kommen.
    Ich bin erleichtert als ich im Morgengrauen die Insel Carriacou näher kommen sehe. Gegen 7 muss ich leider den viel zu kurzen Schlaf von Jonas beenden. Der Spi-Baum muss weg - der Wind hat gedreht. Wir beginnen unsere Ankunft vorzubereiten und motoren die letzten zwei Meilen gegen den strammen Wind in die Ankerbucht hinein.
    Es scheint eine recht beliebte Bucht zu sein. 30,40 Segler liegen hier vor Anker und ich gebe die Hoffnung auf, nahe des Strandes ankern zu können. Wir suchen uns ein Plätzchen zwischen den anderen Yachten und Jonas fiert die ersten Meter Ankerkette, als ich geschockt auf den Plotter schaue. Ich rufe Jonas zu: Stop! Anker hoch, wir müssen hier weg. Wir sind gefährlich nahe an eine Untiefe geraten. Die Yacht links von uns scheint mittig davon zu ankern! Ich gebe Rückwärts Gas und drehe zügig von der Stelle ab. Alles gut gegangen. Ich bin jetzt wieder wach. Nach zwei weiteren Kreisen entscheiden wir uns für einen Ankerplatz weiter südlich. 30 Meter Kette wandern ins Wasser und wir haben unser Ziel erreicht!

    Jonas wird euch selbst von seinem Tauchkurs berichten!

    Bereits am Abend erkunden wir die Insel und genehmigen uns einen Cocktail an Land. Grenada. Ein weiteres Land. Noch dazu eines, mit dem wir nicht gerechnet hatten. Leider zeigt es sich nicht von seiner besten Seite. Der Wind lässt nicht nach. 3 Tage lange werden wir immer wieder von Windböen und starken Regenschauern überrascht. Die Anker halten und wir nutzen die Zeit dazwischen für Schiffsarbeiten, Erkundung der Umgebung und schlussendlich, um Jonas und Luise auf ihren 5. Tauchgang zu begeleiten!
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  • Open Water Diver

    9 januari 2024, Grenada ⋅ 🌬 26 °C

    "Two Sisters. A pinnacle dive. It's really awesome" Jane ist begeistert und versucht uns zu überreden, Jonas und Luise auf Tauchgang Nummer 5 ihres Tauchscheins zu begleiten.
    Jane, die Kanadierin, die seit zwei Tagen den beiden das Tauchen näher bringt.
    Es regnet und stürmt. Es gibt also definitiv schönere Bedingungen für einen Tauchgang. Doch Jane ist überzeugend genug, Wir kommen mit. Nach und nach haben Dirk, Emilia und ich unsere Sachen an Land und dann hinüber ins Tauchboot geschafft. Auch Jonas und Luise tragen das schwere Equipment den rutschigen Steg entlang, Haben wir genügend Gewichte? Jeder seine Flossen, Maske, Flasche. So viel ist zu bedenken.
    Doch dann starten die altersschwache Außenborder und unser Boatcaptain bekommt Anerisungen, wohin es geht. Die Felsen sind uns bekannt. Wir haben sie bei unserer Ankunft passiert und schon da gesagt, dass das sicher ein guter Tauchspot sein muss. Jane kommt etwas aus der Fassung. Die Boje ist nicht mehr da. Doch Plan B steht. Wir machen uns während der Fahrt klar zum Absprung. Das Boot bockt wild in den Wellen. Hier draußen ist deutlich mehr Wind als in der geschützten Bucht. Schon mache ich mir Gedanken, ob das alles hier so schlau war. Doch Jane zählt laut bis 3 und dann haben wir sowieso keine Wahl mehr. 6 platschende Geräusche ums Boot. 6 Backflips. Dann bin ich im Wasser. Ich blase schnell mein Jacket auf und atme weiter durch den Regulator. Zu viel Welle. Schnell schiebe ich Emilia von den laufenden Motoren weg.
    Jane brüllt dem Boat Captain Anweisungen zu. Er scheint durch die zwei Inseln durchfahren zu wollen. Unmöglich. Gerade noch kann Jane ihn abhalten. Unter laut aufjauelnden Motoren dreht das Boot ab und ist dann verschwunden. Bevor wir den Felsen zu nahe kommen, gehen wir lieber auf Tiefe. Schnell sinken wir hinab. Druckausgleich. Und weiter. Neben mir sehe ich die anderen. Um uns rum wird das Wasser langsam ruhiger. Der Meeresgrund kommt näher. Entlang der steil abfallenden Wand sinken wir tiefer und tiefer. 18 m - die Grenze für unsere Anfänger. Dirk, Emilia und ich lassen uns noch weiter hinab gleiten. Parallel geht es dann auf Erkundung der Unterwasserwelt. Fische. Korallen. Entlang der Felswände hat sich eine wunderschöne Unterwasserwelt angesiedelt. Ich lausche den Geräuschen meiner Atmung und versuche so wenig Luft zu verbrauchen wie möglich. Die Zeit in der Tiefe in die Länge ziehen. Einatmen. Blubbernd ausatmen. Ruhe genießen. Ich beobachte die anderen. Die regelmäßigen Blubberblasem über ihnen. Wir tauchen gemeinsam in einem großen Bogen um die Türme. Nach einer dreiviertel Stunde tauchen wir langsam wieder hinauf. Zurück in die Welt. Zurück in den Trubel. Ein entschleunigendes Erlebnis.
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  • Gegen den Wind

    10 januari 2024, Saint Vincent en de Grenadines ⋅ 🌬 27 °C

    Unerwartet dauert Jonas sein Tauchkurs nur 2 Tage. So, beschließen wir eher spontan schnell wieder auszuklarieren und die Insel der Stürme zu verlassen. Das Boot gut verstaut auf der Badeplattform, geht es morgens Anker auf und unter Segeln aus der Ankerbucht. Jonas und ich lassen das Groß direkt eingepackt und den Motor laufen. Der Wetterbericht lässt uns nichts gutes erwartet. Nach der zweiten Kursänderung kommt es wie eben erwartet. Segel klappern und Wellen an Deck. Seufzend rollen wir die Fock wieder ein und nehmen unter Motor Kurs auf Frigatte Island/ Union Island. Strom, Wind und Welle gegen uns. Dafür ist die kleine Jonny nun mal gar nicht gemacht. Wir laufen 2,5 Knoten und schon nach kurzer Zeit werden wir von der LeeLoo mit dem deutlich leistungsstärkeren Motor überholt. Wir winken ihnen hinter her und ergeben uns unserem Schicksal. Auf und ab. Spritzen. Mehr als nach vorne schauen bleibt uns ja auch nicht übrig. Die Versuche 10 Grad weiter nach Backbord oder Steuerbord zu halten, scheitern kläglich. Zum Glück ist das Ziel in Sichtweite und rund 4 h Fahrt später, legen wir unseren Anker hinter daw Heck der LeeLoo. Das Angebot einer Boje lehnen wir dankend ab. Zu flach scheint uns die Bucht. Aber umso schöner liegt sie da. Windgeschützt durch die hochsmaufragende Frigatte Island. Türkis blaue Lagunen. Ein alter Yachthafen verschwindet halb unter Wasser. Kite Surfer ziehen ihre Bahnen. Und mit dem Dinghi sind wir in Windeseile an Land.
    Neues Land. Neues Einklarieren!
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