July - August 2018
  • Day1

    Anreise

    July 29, 2018 in Canada ⋅ ⛅ 22 °C

    Die Anreise - Man war das ein Ritt...

    Gestern morgen um 8 Uhr machten wir uns auf den Weg mit Koffern, Kamerarucksäcken und Handtaschen zum S-Bahnhof. Dort angekommen durften wir feststellen, dass die Bahn aufgrund von Modernisierungsarbeiten den Fahrstuhl komplett deinstalliert hatte. Nicht nur für Reisende mit Gepäck sondern insbesondere für Schwerbehinderte dürfte das eine ziemliche Katastrophe sein. Einen 30 kg schweren Koffer die Treppen hinunter zu hieven mit einem 10 kg schweren Rucksack und einer fast ebenso schweren Handtasche ist schon nicht einfach, einen Rollstuhl möchte ich da nicht runter tragen... Eigentlich stellt man sich so eine Modernisierung einfacher und schneller vor. Aber egal, den Koffer nach unten geschleppt ging es mit der S-Bahn nach Hannover zum Hauptbahnhof.

    Dort durften wir zunächst unser Gleis suchen denn das in den Reiseunterlagen ausgewiesene Gleis 5 existierte im Bahnhof nicht. Nein, es war nicht das Gleis 9 3/4 sondern das Gleis 5 was wir suchen... 😊

    Als wir dann endlich unseren Zug fanden hatte dieser einige Minuten Verspätung. Nachdem wir dann im Zug unserem Sitzplatz gefunden hatten ging es relativ reibungslos bis nach Frankfurt. In Frankfurt am Hauptbahnhof stiegen wir um in einen weiteren ICE zum Flughafen. Auch an diesem Bahnhof und im Flughafengebäude waren sämtliche Aufzüge außer Betrieb. Das geht ja gut los... Bei den Temperaturen mit derart schweren Gepäck ist das kein Zuckerschlecken. Wir gaben zunächst die Koffer am Schalter auf und waren froh, dass diese ohne Beanstandung aufgenommen wurden.

    Anschließend brachten wir die Sicherheits- und Passkontrolle hinter uns und warteten am Gate auf den Abflug unserer Maschine. Auch diese hatte aufgrund verzögerter Reinigungsarbeiten einige Minuten Verspätung. Nach dem Boarding aber ging es dann relativ schnell los.

    Der Start war eigentlich ganz okay und der Flug sehr komfortabel. Wir flogen über Grönland, was uns eine wunderbare Aussicht bescherte. Der Flug wurde uns von der Fluggesellschaft Condor recht angenehm gestaltet. Es gab eine kostenlose Zeitschrift, ein drei Gänge Mittagsmenü, Getränke, Eis und zum Abend einen Imbiss. Nach 9 Stunden Flug mit nur leichten Turbulenzen begann der Landeanflug auf Whitehorse in Kanada.

    Abgesehen von der Neigung, die wir zur Landung benötigten, um die Flugbahn anständig ansteuern zu können, war der Landeanflug einfach nur traumhaft schön. Man konnte die gesamte Umgebung von Whitehorse aus der Luft betrachten und sich so richtig auf den Urlaub freuen. Nachdem wir dann unsere Koffer vom Band geholt hatten wartete vor dem Flughafen bereits der Transfer zum Hotel. Wir bezogen das Hotelzimmer und gingen noch ein wenig in Whitehorse spazieren. Wir sind gegen 16 Uhr Ortszeit hier gelandet, was in Hannover etwa 2 Uhr nachts war. Um uns an die neue Zeitzone zu gewöhnen, wollten wir jedoch nicht so früh schlafen gehen. Nachdem wir dann nunmehr 24 Stunden wach waren, fielen wir todmüde ins Bett. Heute früh haben wir Kontakt zum Vermieter des Wohnmobils aufgemommen. Dieser holt uns heute Nachmittag um 16 Uhr im Hotel ab und übergibt uns das Wohnmobil.

    Danach werden wir einkaufen fahren und Whitehorse verlassen uns ein Stellplatz suchen und erst einmal einrichten. Es ist soweit! Wir sind in Kanada und der Urlaub kann beginnen!
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  • Day2

    On the road again

    July 30, 2018 in Canada ⋅ ☀️ 23 °C

    Den Tag vom Frühstück bis zur Abholung zu überbrücken war nicht sonderlich leicht. Zum einen hatten wir Whitehorse am Vorabend bereits erkundet, zum anderen wollten wir den Camper schnellstmöglich übernehmen, einkaufen und auf den Highway fahren. Wir checkten um 12 Uhr im Hotel aus und setzten uns auf eine schattige Bank am Yukon River. In der Mittagszeit war dort jede Menge los und wir konnten die Leute bei ihren Einkäufen, ihrer Mittagspause im Freien, dem Hundedpaziergang und beim Sport beobachten. Es war unwahrscheinlich warm, das Thermometer kam im Schatten auf 28 Grad, leider ohne jeglichen Wind.

    Nach einer Weile gingen wir am Yukon entlang zur Touristeninformation, wo wir reichlich Infomaterial über den Yukon und Alaska erhielten und das freie WLAN nutzen konnten.

    Anschließend gingen wir noch etwas weiter am Yukon entlang und überquerten diesen schließlich in der Hoffnung, auf der anderen Seite des Flusses ausreichend Abstand zum Flughafen zu haben und Luftaufnahmen von Whitehorse mit der Drohne machen zu können. Auch dort waren wir allerdings noch zu nah am Flughafen und der Flug mit der Drohne musste ausfallen. Aufgrund der Hitze gingen wir alsbald zurück in Richtung Hotel, wo wir unsere Koffer eingeschlossen hatten. Der Weg dorthin führte uns an einer alten kleinen Kirche vorbei, in deren Eingangsbereich alte Fotos von längst vergangenen Zeiten ausgestellt waren.

    Zurück im Hotel warteten wir auf den Transfer zum Vermieter unseres Campers. Dieser kam aber noch einmal eine halbe Stunde später als verabredet. Dass Menschen in anderen Ländern ein anderes Verständnis von Pünktlichkeit haben, ist uns aus anderen Urlauben ja schon bekannt. Blöd ist es trotzdem, wenn man endlich einkaufen und los möchte. Beim Vermieter angekommen begrüßte uns eine sehr nette Frau, die mit uns die Fahrzeugübergabe machte und das auf Deutsch. 👍🏻

    Als wir dann mit unserem neuen zu Hause für die kommenden 4 Wochen vom Hof rollten, war es bereits fast 20 Uhr. Wir fuhren zum nahegelegenen Walmart, von dem wir in so manchem Reisebericht und Forum gelesen hatten, dass dort alles Benötigte zu bekommen wäre. Im Walmart angekommen wurden wir abermals überrascht. Es gab 3 Gänge mit Medikamenten, die man bei uns nur in der Apotheke bekäme, 3 mit Tiernahrung, jede Menge Elektronik und Wäsche nur keine frischen Lebensmittel und sogar das Mineralwasser war auf Nachfrage "out of stock". Glücklicherweise war gegenüber noch ein Supermarkt, der uns gleich mit Mineralwasser im Sonderangebot und einer Obst- und Gemüseabteilung empfing. Hier kaufen wir den Rest, den es bei Walmart nicht gab und verstauten den Einkauf im Wert von insgesamt 320 Kanadischen Dollar im Camper. Praktischerweise hat der Camper einen großen Kühlschrank mit Gefrierfach 😊

    Von der Vermietung war uns ein Wohnmobilstellplatz in der Nähe von Whitehorse empfohlen worden, zu dem wir nun fuhren. Erstmals auf einem Kanadischen Highway fahrend, waren wir in der Abendsonne von der Landschaft bereits begeistert. Auf der Zufahrt zum Stellplatz begrüßte uns ein Fuchs, der uns so überrascht hat, dass wir für ihn so schnell keine Kamera zur Hand hatten. Um 22.30 Uhr befand sich unsere Pizza im Backofen, der dann auch noch den Feueralarm auslöste und somit sicherstellte, dass auch niemand auf dem Platz bereits schlafen konnte... was für ein Tag...

    Ja es gab Pizza, nachdem es am Morgen bereits ein sehr stark kalorienreiches und zuckerhaltiges amerikanisches Frühstück gegeben hatte. Für die nächsten Tage sieht der Speiseplan aber wieder gesünder aus 😊 Die Bedienung fragte uns übrigens, woher wir kommen und fragte dann gleich noch einmal mit strahlenden Augen "Ist das nicht das Land wo alle so schnell Auto fahren? So 300 km/h oderso?". Interessant, was anderen so zu unserem Land einfällt 😊

    Nachdem wir dann unsere Koffer ausgepackt und alle Klamotten in den Schränken verstaut hatten, war es bereits 0.30 Uhr und wir gingen nach einem erneut sehr langen Tag auf dem Campingplatz von Takhini Hot Springs ins Bett.
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  • Day3

    Willkommen in der Wildnis

    July 31, 2018 in Canada ⋅ ☀️ 27 °C

    Auf dem Stellplatz von Takhini haben wir ausgeschlafen, sind um 8.30 Uhr aufgestanden und haben gefrühstückt. Nachdem wir uns fertig gemacht haben war es auch schon wieder Zeit, dem Stellplatz zu räumen. Als wir dem Platz verließen, querte der Fuchs erneut unseren Weg.

    Wir fuhren weiter in Richtung Norden auf dem Klondike Highway, den wir am Vorabend zwischen Whitehorse und dem Stellplatz bereits gefahren sind. Wir kamen vorbei an zahlreichen wunderschönen Seen, Bergen und Wäldern. Bei einem Zwischenstopp, auf dem uns die ersten Insekten fast gefressen haben, sahen wir einen Weißkopfseeadler auf einem Strommasten landen. Leider gelang uns keine anständige und verwacklungsfreie Aufnahme und mit der Drohne mochte ich mich ihm nun auch nicht nähern. Weiter ging es zu den Five Finger Rapids, einer Stelle im Yukon, an der 4 Felsen im Wasser für Schiffe fünf gefährliche Stromschnellen erzeugen, an denen viele Unglücke passierten bis mam sich mit einem gespannten Stahlseil behalf. Hier genossen wir die Aussicht vom Parkplatz aus und gingen anschließend zu einer ca. 800 m entfernten Aussichtsplattform, die weiter unten am Hang lag. Der Weg war recht uneben und verlief durch ein kleines Waldgebiet. Auf diesem Weg begegneten uns mehrere Eichhörnchen und ein Streifenhörnchen. Wie zuvor mehrfach gelesen, gingen wir laut redend durch den Wald, falls sich dort außer uns noch Bären aufhalten würden. Wir gelangen ohne Bärenkontakt zur Aussichtsstelle, machten Fotos und quälten uns durch die Hitze zurück und den Berg wieder hinauf. Hier sind die Nadelbäume sehr schlank und hoch und stehen wie Zahnstocher nebeneinander. Schatten spenden sie daher eher selten.

    Wieder am Auto angelangt machten wir eine kleine Pause und fuhren weiter nach Pelly Crossing, wo wir den örtlichen Campground aufsuchten, den man derzeit sogar kostenlos benutzen darf. Ein Stellplatz am Fluss, mit eigener Feuerschale, kostenlosem Feuerholz, eigener Sitzbank und Plumpsklos.

    Zum Abendessen gab es Schweinesteaks mit gemischtem in Butter geschwenktem Gemüse. Anschließend saßen wir noch ein wenig vor dem Auto und studierten die unterschiedlichen Informationsbroschüren aus der Touristeninformation. Nachdem das Ziel für den Folgetag feststand, gingen wir duschen und ins Bett.
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  • Day4

    Einmal über den Silver Trail und zurück

    August 1, 2018 in Canada ⋅ ⛅ 21 °C

    Heute früh ließen wir uns jede Menge Zeit, frühstückten mit Spiegelei und Bacon sowie Toast und machten uns langsam startklar. Die Vögel zwitscherten auf dem Stellplatz und zwei Eichhörnchen spielten packen, indem sie sich gegenseitig die Bäume rauf und runter jagten. Sowas beobachtet man doch gern beim ersten Kaffee des Tages.

    Nachdem wir startklar waren, fuhren wir durch den Ort Pelly Crossing, der von den First Nations bewohnt und verwaltet wird. Von Pelly Crossing aus fuhren wir weiter zum Silver Trail, der bei Stewart Crossing abgeht. An dessen Anfang befindet sich eine kleine Touristeninformation. Der Mann dieser Station berichtete, was es auf dem Silver Trail zu sehen gibt, wie man sich im Falle eines Kontaktes mit einem Bären verhalten sollte und dass er jeden Tag auf seinem Arbeitsweg Bären sehen würde. Unsere Erwartungen, demnächst einen Bären am Straßenrand zu sehen wuchsen...

    Wir fuhren den Silver Trail hinauf bis nach Mayo, einem Ort, in dem früher mit Pelzen gehandelt wurde. Nachdem wir durch Mayo gefahren waren ging es weiter in Richtung Keno. Kurz hinter Mayo kamen wir am Five Miles Lake an einen schönen Picknickplatz, wo wir Mittagspause machten bevor es weiter ging. Das Navi schickte uns über die Dunkan Creek Road, die eine den Berg hinauf führende und immer enger werdende recht lange Schotterpiste war, recht schlecht gepflegt und ohne befestigten Rand.

    Als wir dann endlich in Keno eintrafen, waren wir froh schnell den Stellplatz gefunden zu haben. Leider war der Stellplatz ohne Ver- und Entsorgung. Auf Nachfrage, wo denn die nächste Entsorgung möglich wäre, schickte man uns zurück nach Mayo. Wir sahen uns noch zwei Straßenzüge in Keno an und fuhren zurück über den Silver Trail nach Mayo, wo wir die angekündigte Station fanden.

    Da es bereits etwas später war, fuhren wir nach der Ver- und Entsorgung zum nahegelegenen öffentlichen Campingplatz "Five Miles Lake", der direkt neben dem schönen Picknickplatz von unserer Mittagspause lag.

    In unserer Feuerschale machten wir mit dort zur Verfügung gestelltem Feuerholz ein kleines Feuer, auf dem wir gegrillte Zucchini und Steaks zubereiteten. Zusammen mit einem frischen Salat war das unser Abendessen zwischen Tannen und Camper am Lagerfeuer.

    Bären haben wir heute wieder nicht gesehen aber jede Menge Vögel, Libellen und sogar Kaninchen.

    Nach dem Essen sind wir noch einmal zum See gegangen, um die Drohne fliegen zu lassen und jetzt geht's dann auch schon wieder ins Bett.
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  • Day5

    Drohnencrash und Dawson City

    August 2, 2018 in Canada ⋅ ☁️ 20 °C

    Gestern waren wir recht früh mit dem Frühstück fertig und wir hatten den Plan, die Abfahrt mit dem Camper zu filmen. Was das Filmen angeht, sind das unsere ersten Versuche und wir hoffen darauf, die einzelnen Videos irgendwie sinnvoll zusammenfügen zu können. Wir stellten auf der Straße eine GoPro auf und ich ließ die Drohne aufsteigen. Die Drohne hat eine Funktion, mit dem sie Personen oder Objekte verfolgen kann. Ich markierte also den Camper und ließ die Drohne ihn verfolgen. Leider verlor die Drohne aus irgendeinem Grund den Camper, sodass ich manuell steuern musste, darauf nicht wirklich vorbereitet war und dabei mit Blick auf das Display nicht sah, dass ich in einen über die Straße ragenden Ast flog... In etwa 4,5 oder 5 m Höhe... Die Drohne kam ins Wanken, kippte schließlich und fiel einfach so zu Boden. Dort kam sie mit einem der hinteren Arme auf und es brachen die Rotorblätter sowie ein Stück der Befestigung. Als ich dort hin lief, um die Drohne samt Einzelteile einzusammeln sah ich den Camper bereits rückwärts auf mich zukommen. Ich stoppte ihn gerade noch rechtzeitig und sammelte alles ein. An der nächsten Haltebucht hielten wir dann an. Glücklicherweise hatte ich Ersatzrotoren dabei und die Befestigung war zwar angebrochen aber mit zwei kleinen Schrauben wieder zu fixieren. Ein kurzer Test zeigte, meine Drohne fliegt und filmt wieder! Glück gehabt. Und ich mache ab sofort nur noch Urlaub mit Taschenmesser im Gepäck 😊

    Nachdem nun die Welt wieder in Ordnung war, fuhren wir weiter auf dem Silver Trail zurück in Richtung Stewart Crossing, um dort wieder auf den Klondike Highway zurückzukehren. Kurz vor dieser Kreuzung befindet sich "The Devil's Ellbow". An dieser Stelle ist der Fluss, der neben der Straße verläuft, etwas breiter und den Schildern zufolge soll man dort im Tal eine Menge Tiere beobachten können. Aufgezählt waren diverse Vogelarten, Kleintiere und Elche, die bevorzugt in diesem Gebiet ihren Nachwuchs zur Welt bringen. Für diese Beobachtungen war extra ein kleiner Wanderweg ausgeschildert, der den Berghang über der Straße weiter hinauf führte bis zu einer extra angelegten Aussichtsplattform. Kurz vor Ende dieses Weges passierten wir ein Schild, auf dem ein Grizzly Bär abgebildet war und wo wir den Hinweis bekamen, dass die Grizzly's sich gerne an mit Beeren bewachsenen Südhängen aufhalten, wie dies einer war, auf dem wir nun standen. Humor haben sie ja, die Kanadier 😄

    Auf der Aussichtsplattform war leider nichts als schöne Umgebung zu sehen und so fuhren wir weiter bei Stewart Crossing auf den Klondike Highway durch die weiterhin hübsche Landschaft. Ab und an passierten wir eine Lodge, die allesamt interessant aussahen. In dem Vorgärten fand sich - ebenfalls wie in allen anderen Städten zuvor - jede Menge Schrott, hier wurde dieser jedoch als Deko eingesetzt und sah tatsächlich mal hübsch aus. So waren bei Moose Creek beispielsweise zwei alte und rostende Autos neben einer alten Tanksäule postiert, so als wären die beiden Fahrer vor etwa hundert Jahren beim Tanken einfach verschwunden.

    Weiter ging es durch einige Baustellen auf dem Highway, durch die man teilweise mit einem Pilote Car geleitet wurde, und an einigen Aussichtspunkt vorbei. An einer Stelle, an der das Anhalten nicht möglich war, saß wieder ein Weißkopfseeadler neben der Straße. Die nächste Haltebucht war allerdings einen Kilometer entfernt und just in diesem Moment begann es zu regnen... So fuhren wir also weiter in Richtung Dawson City. Kurz vor der Stadt Dawson kamen wir an die Dome Road, eine Straße, die den Berg hinauf führte und uns zu einer traumhaften Aussicht über Dawson, den Yukon River und die gesamte Region führte. Im Anschluss fuhren wir durch Dawson und organisierten uns für die kommende Nacht einen Stellplatz auf einem der privaten Campingplätze mitten in Dawson City.

    Nach dem Essen - es gab diesmal Salat mit Hähnchenbrust und Kidneybohnen - gingen wir mit unseren Kameras durch Dawson und nutzen noch unseren WLAN Gutschein über 2 Stunden kostenloses Internet. Dann war es auch schon wieder fast 1 Uhr nachts, als ein ereignisreicher Tag für uns zu Ende ging. 😄
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  • Day6

    Bonanza Creek Road und Dawson City

    August 3, 2018 in Canada ⋅ ☁️ 17 °C

    Gestern verließen wir den Campingplatz und fuhren zur Touristeninformation. Hier hab es wieder unbegrenzt freies WLAN und so gingen wir zunächst ins Internet. Anschließend schauten wir uns dort nach neuem Infomaterial um und wurden auch wieder fündig. Wir entschieden uns über Mittag die Bonanza Creek Road entlang zu fahren. Diese geht kurz vor der Ortseinfahrt von Dawson vom Klondike Highway ab.

    Nach einigen Minuten Fahrt erreichten wir den Claim 33. Ein Grundstück mit erneut liebevoll dekoriertem Schrott, z.B. alten Autos und Maschinen. Vor dem Laden waren zwei lange Wasserbecken und einige Kinder waren mit Pfannen dabei, nach Gold zu suchen.

    Danach erreichten wir nur etwas später die Dredge #4, eine früher einmal schwimmende Goldsuchmaschine. Von der Dredge wurde automatisch der Boden aufgenommen, im Inneren gewaschen und sortiert und am Ende nicht wertvolles Gestein und Geröll wieder ausgespuckt. Das führte dazu, dass die gesamte Gegend um die Bonanza Creek Road herum überall lange Dämme aus Geröll aufweist. Besonders beeindruckend fand ich die Information, dass eine Dregde in der Saison nur 800 m voran kam, das bedeutet, dass sie im Monat lediglich eine Strecke von 100 m zurückgelegt hat, obwohl sie an sieben Tagen pro Woche jeweils 24 Stunden im Einsatz war. Damit dies aber erst möglich war, musste der Boden vorbereitet werden, geebnet, geholzt, geflutet werden. Allein die vorbereitenden Maßnahmen dauerten Jahre.

    Im Anschluss ging es weiter zum Discovery Claim, einem kleinen Pfad, der durch ein kleines Waldstück am Ufer des dort verlaufenden Bachs entlang führte. Auf dem Pfad waren mehrere Informationstafeln zum Goldrausch, wichtigen Persönlichkeiten und der technischen Entwicklung aufgestellt. An einigen Tafeln waren zudem alte Maschinen und Werkzeuge aufgestellt.

    Im Anschluss an den Entdeckerpfad kamen wir zum Claim No. 6. Hier ist es jedem, der sein eigenes Werkzeug mitbringt gestattet, bis zu 3 Tage im Jahr nach Gold zu suchen. Einige waren auch sehr fleißig und ausdauernd dabei. 😊

    Nachdem wir auch am Claim No. 6 nicht fündig und damit reich wurden, führen wir nach Dawson zurück zur Touristeninformation, wo wir erneut ins Internet gingen und eine Broschüre für einen Stadtrundgang holten. Mit dieser Broschüre liefen wir nun also durch Dawson, lasen die Hintergründe zu den von uns fotografierten Gebäuden und kamen etwa 2 Stunden später erneut zur Touristeninformation. Dort trafen wir eine junge Frau wieder, mit der wir uns 2 Tage zuvor am Five Miles Lake unterhalten hatten. Sie hätte dort zwei freie Tage verbracht und musste nun wieder arbeiten, in der Touristeninformation in Dawson.

    Inzwischen war es schon wieder Zeit, einem neuen Übernachtungsplatz zu suchen. Da wir am Folgetag weiter nach Alaska wollten, setzten wir mit der kostenlosen Fähre über den Yukon über und suchten und einen schönen Stellplatz auf dem öffentlichen Yukon River Campground. Wir kochten uns Spaghetti Bolognese, saßen noch ein wenig am Lagerfeuer und genossen den Abend, der für uns - wie die letzten Tage auch - ohne weitere Mückenstiche endete. An dem ersten Tagen wurden wir tatsächlich komplett zerstochen. Jetzt haben wir ein Spray, das glücklicherweise nicht klebt oder stinkt aber richtig gut hilft.
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  • Day7

    "Gestrandet" in Dawson City

    August 4, 2018 in Canada ⋅ 🌧 14 °C

    Heute früh regnete es als wir aufwachten. Ein Blick aus dem Fenster verhieß nichts Gutes. Der Plan war es, über den hier beginnenden Top of the World Highway nach Alaska weiter zu fahren. Dieser Highway soll, so haben wir es oftmals gelesen und mehrfach gehört, einer der schönsten sein. Besonders an ihm ist, dass er auf einem Bergkamm entlang führt und den dort Reisenden bei klarer Sicht einen atemberaubenden Ausblick bietet.

    Nach 15 Minuten Fahrt etwa konnten wir aufgrund dichten Nebels gepaart mit starkem Regen gerade einmal etwa 20 m vor unser Auto schauen. Alles weitere war im Nebel verschluckt. Wir entschieden kurzerhand, diesen Highway nicht weiter "blind" zu befahren und fuhren wieder ins Tal, setzten mit der Fähre über und waren wieder in Dawson. Dort setzten wir uns eine Weile in die Touristeninformation und befragten das Internet nach den aktuellen Wetteraussichten, Karten mit eingezeichneten Ver- und Entsorgungsstationen (davon gibt es hier leider sehr wenige und die öffentlichen Campingplätze haben keine) und schauten, was Facebook, Instagram und Co Neues zu präsentieren hatten.

    Dann endlich stoppte der Regen. Von der Wettervorhersage wussten wir, dass der Top of the World Highway heute nicht mehr trocken zu passieren sein würde. Die Vorhersage prognostizierte eine Regenwahrscheinlichkeit von 95 %... Da diese morgen auf 30% sinkt, beschlossen wir in Dawson zu bleiben und morgen unser Glück erneut zu versuchen. Wir gingen in Dawson über dem Farmers Market, der jedem Samstag dort stattfindet und auf dem regionale Erzeuger Gemüse, Honig und Düfte anbieten.

    Anschließend suchten wir noch die örtliche Feuerwehr auf, die neben aktuellen Fahrzeugen auch noch im Museum Fahrzeuge und Maschinen sowie Werkzeuge aus früheren Zeiten zeigt.

    Danach setzten wir erneut über den Yukon über und fuhren wieder zum Yukon River Campground. Hier angekommen machten wir ein Lagerfeuer, was sich aufgrund des vorherigen Regens als nicht ganz so einfach erwies. Wir hatten aber Geduld und viele Ideen, sodass wir das Feuer letztlich zum brennen brachten. Wir grillten auf dem Feuer Black Angus Fleischspieße und dazu gab es grüne Bohnen mit Speck und Zwiebeln.

    Nach dem Essen saßen wir noch gemütlich mit einem Becher Kaffee am Feuer, beobachteten ein Eichhörnchen, das in den Bäumen über uns zu wohnen scheint, und ließen den Abend gemütlich ausklingen. Der Regen meldete dann, dass es an der Zeit wäre zu schlafen und so liegen wir nun im Bett und hoffen auf einen regenarmen und nebelfreien kommenden Tag, damit auch wir vom Top of the World Highway einmal begeistert berichten können. In diesem Sinne: Gute Nacht!
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