7-Wunder-Weit! Der Countdown beginnt.
28 octobre 2025, Allemagne ⋅ ☁️ 9 °C
Prolog in LE mit M-B-M
9–19 nov. 2025, Allemagne ⋅ ☁️ 10 °C
Morgen geht’s los!
7 Weltwunder der Neuzeit
31 Tage – 18 Flüge – 4 Kontinente – 11 Länder – 24 Zeitzonen – 10 Hotelbetten
„Puhhh, das wird stressig“… …doch wie meinte jemand zu mir: „Selbst gewähltes Leid!“
So isch’s! Selbst gewähltes Leid zählt nicht. …im besten Fall ist’s Leiden auf hohem Niveau!
Das werden sehr spannende vier Wochen. Nicht nur die 7 Weltwundern, nein, sondern viel mehr der Zeit-/Flugplan. Die Flüge und Termine sind so eng getaktet, dass es wirklich spannend wird sollte ein Flug ausfallen und/oder verschoben werden.
Wie komm‘ d’rauf so eine Reise zu machen?
Na ja, geplant war das nicht! Interesse wurde geweckt, als mein Freund Fritz mir von dem Reisebüro Geoplan erzählte, welches sich auf Individualreisen spezialisierte. Er war mit Geoplan in Asien und war super zufrieden. Irgendwann war ich dann auf der Hompage von Geoplan. Dort werden verschiedene Reisen vorgeschlagen. Unter anderem „7 Weltwunder der Neuzeit“. Das ist ja ne tolle Reise, dachte ich. All die Orte, die man aus Filmen, Fotos und Berichten kennt.
Petra, die Felsenstadt in Jordanien. Da wollte ich hin, seit Indiana Jones mit dem Wasser des Lebens aus dem Kelch Jesu‘, das Leben seines Vaters gerettet hat. Wadi Rum, die fantastische Wüstenlandschaft aus dem Film „Dune“. Selbstverständlich die Pyramiden, die ja irgendwie immer irgendwo in Filmen und Büchern auftauchen.
Ach ja, natürlich Rom und der Vatikan! Was hab ich Bücher über den Vatikan und Rom verschlungen. Von Dan Brown über Cäsar bis hin zu Hannibal (Gisbart Haefs) und Filme wie „Gladiator“. …und das sind nur die ersten Stationen… …derer sind es insgesamt 7 😊.
Den Ausschlag für die letztendliche Entscheidung gab eine Beerdigung. Ein Freund von mir, mit dem ich jahrzehntelang Musik (Posaune) gemacht hatte, wurde im Juli dieses Jahres beerdigt. Im Oktober 2024 in Rente gegangen und im Juli 2025 das Ende seiner Lebenszeit erreicht. Es zeigte sich wie schnell alles gehen kann. Heute gesund, morgen tot.
Heute bin ich noch gesund… …und morgen hoffentlich nicht gleich tot… …aber mein Spruch von den „20 Sommer“ ist nicht nur ein Spruch, sondern harte Realität.
Deshalb: „Hätte, hätte, Fahrradkette“ gilt im Sinne von „Machen nicht wollen“.
Und so mache ich nun diese Reise. Allein! Keine Reisegruppe.
Ob ich Angst habe? Nee! Respekt, ja!
Alleine?! Ja und Nein! Reisen werde ich allein. Doch es ist so geplant, dass ich überall an den Flughäfen abgeholt werde und ich überall mit lokalen Tourguides und Veranstaltern durch Städte ziehe und die Sehenswürdigkeiten anschaue.
Allein ist man (ich) nur, wenn man (ich) es will.
Und das bringt mich zum spannendsten Teil er Reise: Die Vielzahl der Menschen, die ich kennenlernen werde. Es sind ja die Menschen, die das Leben und Erlebnisse spannend machen und in Erinnerung bleiben. Innerhalb von vier Wochen werde ich Menschen rund um den Globus kennenlernen. Das ist super cool!
Ob ich am Ende der Reise immer noch sage „super cool“? Keine Ahnung! Wichtig ist, dass ich’s heil und gesund überlebe.
Und wer mag, darf mir auf meiner Reise um die Welt folgen.
Leider, leider, kommt auf diejenigen, die mir folgen, viel Lesestoff zu. Sitze viele Stunden an Flughäfen und in Hotelzimmern. Habe deshalb viel Zeit. Viel Zeit zum Schreiben. Schreiben fällt mir leicht und ist ein netter Zeitvertreib.
In diesem Sinne: „Addio a Roma“En savoir plus

VoyageurWünsche dir die besten Erlebnisse auf deiner Reise und dass du gesund und mit vielen tollen Eindrücken zurück kommst.

VoyageurWir wünschen Dir viel Spass, tolle neue Bekanntschaften und Eindrücke sowie wenig "Leerlauf" auf Flughäfen .... sind gespannt auf Deine Erlebnisse!!! LG, Erika & Heiko

VoyageurAber sieh es doch so, schreiben befreit und bewegt deine Gedanken und wie lautet der alte Skatler Spruch: wer schreibt, der bleibt! Viel Spaß, wir werden es lesen, versprochen. Grüße Si
Roma! Qualmende Socken! Tag 1
10 novembre 2025, Italie ⋅ ☀️ 18 °C
20.35 h, liege auf dem Bett , die Füße qualmen, der Bauch ist voll und die Finger jonglieren über die Tastatur.
Tag 1 ist geschafft. So wie ich. Geschafft im positiven Sinne. Es hat alles wunderbar geklappt. Abflug, Flug, Ankunft, Abolung, Hotel, alles bestens.
Und Rom?
Für mich ist Rom Neuland. Ich war noch nie hier. Hab immer nur davon gehört. Gehört davon, dass Rom im Sommer unerträglich ist. Sei es wegen der Temperaturen und/oder wegen der Touristenmassen. Jetzt ist November, die Temperaturen angenehm und die Touristenmassen sind wie sie sind. Könnte jedoch schlimmer sein. Es hat wirklich viele Touristen. Geballt an den Magneten wie Trevi Brunnen. Aber man kann ihnen ausweichen.
Heute morgen in Frankfurt bei trübem kalten Novemberwetter gestartet und bei spätsommerlichen Temperaturen (21 Grad) und blauem Himmel gelandet. Eine 100%ige Verbesserung des Wohlbefindens.
Die Abholung durch Marco hat hervorragend geklappt. Wir landeten, ich schaltete mein Handy ein und schon machte es „ding“ und eine Nachricht von Marco erschien „Stehe Ankunft Halle 1“. Da stand er dann auch, ausgestattet mit einem formschönen, individuell aufwendig gestalteten DinA4 Bogen auf dem formvollendet mein Name stand.
Vom Flughafen rein in die Stadt, zum Hotel, dauerte ca. eine Stunde. Leon‘s liegt ziemlich zentral, d.h. viele Sehenswürdigkeiten liegen fußläufig entfernt. Das Hotel selbst würde man in Deutschland als Boutique-Hotel bezeichnen. Es ist ziemlich stylisch. Ein Mischung aus Kunst, Kitsch, Kultur. Wichtig für mich, die Betten (mein Bett) ist sehr gut.
Was ich von Rom nicht erwartet habe ist die Sauberkeit. Man hat ja einen gewissen Vorbehalt, dass es in südlichen Städten etwas schmuddeliger und eher vermüllt sei. Ein Vorurteil, welches Rom absolut widerlegt. Es ist wirklich sauber hier! Trotz der Menschen- und Verkehrsmassen. Da liegt nichts rum, alles tip-top. So hab‘ ich‘ heute wahrgenommen.
Ziel des heutigen Tages war es den Tiber zu sehen. So war ich denn den ganzen Nachmittag auf den Beinen und hab Meter um Meter abgespult und Sehenswürdigkeit um Sehenswürdigkeit angeschaut. Fotos von den Kirchen hab ich keine gemacht. Bei Kirchen und Rom?! Wo fängt man an, wo hört man auf? Die Stadt strotzt ja nur so von Geschichte. Jeder Mauerstein, jeder Pflasterstein kann hunderte Jahre an Geschichte erzählen.
Wieso war es eigentlich Rom? Wieso hat Rom es geschafft über Jahrhunderte prägend für unsere Zivilisation (westliche Welt) zu sein? Wieso nicht Paris, London oder s‘Glottertal. Alles drei bedeutende Städte (o.k. Glottertal wird als Dorf gezählt), dennoch war es Rom, welches in einer frühen Zeit die bekannte Welt über Jahrhunderte dominierte. Warum? Was hatten die Römer, dass sie andere Völker, Regionen, Kontinente über Jahrhunderte beherrschten? Waren sie intelligenter? Brutaler? Oder einfach besser organisiert und einig? Ich mein Rom liegt ja irgendwie zwischen oder auf und an sieben Hügeln. Das ist ja nicht so bequem. Da haben‘s doch Flachland-Städte einfacher! Also wieso Rom?
Morgen steht das 1. der sieben Weltwunder auf dem Programm. Das Colosseum! Treffpunkt mit Paola um 11 Uhr an einer ganz bestimmten Säule am Colosseum. Fast wie in einem Dan Brown Thriller „…sei um 11 Uhr an der Säule neben dem Triumphbogen des Konstantin. Gehe nicht über Los und ziehe keine 2.000 Euro ein…“ Spannend!
Morgen: „Qualmende Socken 2ter Tag“.
Ä guets Nächtle 💫En savoir plus

Voyageur…und als Aperitivo einen Nusslikör mit Prosecco auf der Terrasse der Residenzs Paolo VI mit Blick auf den Vatikan genießen! Molto divertimento, carino!

Ding-Dong-DaDanke für den Tipp! Morgen ist Vatikan dran. Mal schauen ob‘s mit den Nusslikör klappt.
Tag2-Teil2: Roma-Roma-Roma
10 novembre 2025, Italie ⋅ ☀️ 18 °C
…s‘ gibt tausend Dinge zu berichten, aber für Teil 2 lasse ich die Impressionen sprechen.
Wünsche einen allseits schönen Tag!
Tag2-Teil1: Socken qualmen-Kopf raucht
11 novembre 2025, Italie ⋅ ☀️ 14 °C
21.30 h, fast die gleiche Uhrzeit wie gestern. Allerdings liegen rd. 18 Kilometer römischen Fußweges und viele, viele Informationen zwischen gestern und heute.
Klar war, heute steht das erste Weltwunder auf dem Programm. Nummer 1 von 7. Das Kolosseum. Die Auserkorene, welche mich mit Wissen über Kolosseum und Forum Romanum überschütten sollte, war Paola.
Wie vereinbart trafen wir uns um 11 Uhr an der Säule, neben dem Papierkorb, neben dem Triumphbogen des Konstantin. Klare Ansage, klare Sache. Dank google Maps!
Wie Marco hielt Paola ein formschönes mit viel Herzblut gestaltetes Namensschild vor ihrer Brust, um unzweideutig darauf hinzuweisen, dass ein gewisser Herr Steger sie gefälligst an zu sprechen habe. Ich, vom Naturell her eher zurückhaltend und schüchtern, umkreiste Paola erst einige Male, um dann mit einem strahlenden „Bisch Du d‘Paola?“ unzweideutig eindeutig mich zu offenbaren.
Nach kurzem Austausch von Freundlichkeiten (s‘ übliche: Wetter, Müll, Gesundheit, Verdauung…) ging‘s los mit der geballten Ladung an Informationen über Rom, das Kolosseum und das Forum Romanum.
Hier einige Fakten:
Das Kolosseum wurde in nur 8 Jahren (!!!!) zwischen 72-80 n.C. gebaut.
Im Jahr 71 vernichteten die Römer die letzten Reste des jüdischen Widerstandes und zerstörten anschließend Jerusalem. Rund 12.000 Sklaven wurden aus Jerusalem nach Rom gebraucht. Man geht davon aus, dass all diese Sklaven zum Bau des Kolosseum eingesetzt wurden. Ebenfalls für den Bau verwendet wurden das Vermögen und die Schätze des jüdischen Volkes.
Dieses Verhalten war nichts aussergewöhnliches, da immer alle Sieger die Besiegten versklavten und ausplünderten.
So wurde jedenfalls das Kolosseum in nur 8 Jahren gebaut. Die Bauweise, die Konstruktion suchen seinesgleichen (d‘rum ist‘s ja auch ein Weltwunder). So war z.B. der gesamte Sitzbereich überdacht. Mit Seilzügen konnten riesige Stoffbahnen über das Oval gezogen werden, um die Römer vor der heissen Sonne zu schützen.
Insgesamt fanden 50.000 Menschen Platz im Kolosseum. Zum Vergleich, im Circus Maximus (siehe Film „Ben Hur“, Sportarena, heute nichts mehr vorhanden) fanden 250.000 Menschen Platz.
Anfang des 4. Jahrhundert hatte Rom rd. 1 Million Einwohner. Rund 100 Jahre später, Anfang des 5. Jahrhundert waren es nur noch 100.000. Im 14. Jahrhundert war Rom in der totalen Bedeutungslosigkeit versunken mit 17.000 Einwohner.
Der Niedergang Roms fing mit der Verlagerung des Kaisersitzes von Rom nach Konstantinopel an (Anfang 5. Jahrhundert). Kaiser Konstantin wollte aus verschiedenen Gründen (es wird gemunkelt, dass er einen guten Döner mit Kräutersauce der römischen Pasta mit Tomatensauce vorzog) nicht mehr in Rom leben und so zogen alle wesentlichen Verwaltungen, Familien etc. von Rom nach Konstantinopel (Istanbul).
So ähnlich geht‘s ja unserem bundesdeutschen Bonn. Als Berlin zur Bundeshauptstadt erkoren wurde und sich alles dorthin verlagerte, sank Bonn in das Dasein einer Stadt unter vielen herab.
Wie immer, wenn Menschen Orte verlassen, verfallen diese mit der Zeit. So ging es auch dem Kolosseum. Über Jahrhunderte war das Kolosseum nichts weiter als ein großer Haufen Steine, der als Lagerhalle und als landwirtschaftliche Stallungen genutzt wurde. Einzig als Lieferant von Steinen und verbauten Metallen wurde das Bauwerk herangezogen, wenn an anderer Stelle in Rom Baumaterial gebraucht wurde.
Das änderte sich erst wieder, als der Papst dachte „Ey, das wär doch cool, so eine riesige Arena zu haben.“ Da der Papst die Macht des göttlichen hatte, war es nur eine Handbewegung das heidnische Kolosseum als Ort von Blut, Schweiß und Tränen in einen Ort der Anbetung um zu widmen. Gesagt, getan. Alle Menschen, Tiere und Waren wurden aus dem Kolosseum verbannt. Im Inneren des Kolosseum, der Arena, wurden Kreuzstationen des Kreuzweges Jesu aufgebaut. Es war sogar der Plan in die Arena eine Kirche zu bauen. Die Kirche wurde nicht gebaut, aber im Kolosseum findet bis zum heutigen Tag jedes Jahr am Karfreitag die Prozession des Kreuzweges Jesu statt. Alle Stationen werden im Inneren zelebriert, der Abschluss mit dem Papst findet jedoch ausser halb des Kolosseum statt. Die kirchliche Prozession verlässt das Kolosseum durch das Tor „Porta Libitinaria“. Ursprünglich war dies das Tor durch welches die Überlebenden der Gladiatorenkämpfe aus der Arena schritten. Nun sind es die Katholiken anstatt der Gladiatoren, die durch das Freiheits Tor schreiten. Damals die Gladiatoren in Blut getränkt, heute die Katholiken mit Glaubenssalbe gesalbt.
Als Zeichen, dass das Kolosseum der Kirche und dem Christentum gehört ist in die Gewölbedecke der Porta Libitinaria eine Karte Jerusalems gemalt, inklusive dem Berg Golgata und Kreuz Jesu.
Spannend ist das Forum Romanum. Eine schier unüberschaubare Anhäufung von historischen römischen Gebäuden. Angefangen vom Senatsgebäude (ähnlich unserem heutigen Parlament), den Grundmauern des heutigen Rathauses von Rom (die Grundmauern sind von 78 n.C. und halten immer noch), verschieden Reste von Tempelanlagen bis hin zur Grabstätte bzw. Verbrennungsstätte von Julius Cäsar.
Interessant ist hier auch eine Kirche mit grüner Tür. Eigentlich dürfte es im Forum keine Kirche geben, da die Kirche nichts mit dem alten Rom gemein hatte. Das alte Rom glaubte an Götter, die Kirche ausschließlich an den Einen. Aber diese Kirche steht da und davor eine Reihe von Steinsäulen. Und diese Kirche hat eben jene grüne Tür, die in der Luft zu hängen scheint, da keine Treppe hinauf führt bzw. je hinauf führte. Was ist des Rätsels Lösung?
Des Rätsels Lösung ist, dass das Bodenniveau zum Zeitpunkt des Baues der Kirche auf der Höhe eben jener grünen Tür war. Zum damaligen Zeitpunkt lag das heutige Forum Romanum tief unter vielen Metern Erde begraben und vergessen. Das Leben spielte sich auf der Höhe ab, auf der sich die Tür befindet.
Gut zu sehen ist das auch an den Säulen vorne dran. Diese Säulen sind Monolithen. Sie sind alle -jede für sich- aus einem einzigen Stein gehauen. Nicht aus Teilen zusammengesetzt, ein einziger massiver Stein.
Als die Kirche mit der grünen Tür gebaut wurde, wollte man diese Säulen wegmachen. Alle Versuche die Säulen ab zu tragen schlugen fehl. Der Grund, den die damaligen Menschen nicht verstanden und nicht sehen konnten, lag darin, dass gut 1/3 der Säulen im Erdboden steckten. Die waren so fest und so tief mit der Erde verbunden, dass es unmöglich war diese weg zu nehmen.
Erst als im Jahr 1930 zaghaft begonnen wurde, die Fläche des jetzigen Forum Romanus frei zu legen, zeigte sich wie viele Kubikmeter Schutt, Dreck und Erde dort lagen und was diese viele Kubikmeter Erde an Schätzen verbargen. Meter um Meter um Meter wurde die Erde abgetragen bis das Forum Romanum und eben jene Säulen wieder voll zu sehen war. Nun hängt halt diese grüne Tür in der Luft.
Eine schöne Geschichte.
Mit dieser „grünen Tür“ Geschichte will ich den heutigen Tag beenden.
Das Tagwerk isch vollbracht, das erste Weltwunder der Neuzeit ist physisch erobert und geistig in Grundzügen einverleibt.
Es gibt noch einen zweiten Footprint vom heutigen Tag. Aber den schaff ich nicht mehr.
Müde bin ich geh zur Ruhe, schließe meine Äuglein zu.En savoir plus
Tag 3.1: Vormittags bei Papa Leo
12 novembre 2025, Cité du Vatican ⋅ ☀️ 12 °C
Heute stand ein Besuch im Vatikan an. Schließlich bin ich seit 63 Jahren und 5 Monaten kraft über mein Haupt gegossenes Wasser Mitglieder dieser großen Familie.
Also hieß es heute den Papa der großen Familien zu besuchen, um mal nach dem Rechten zu schauen. Man will ja schließlich wissen wie liebe (Glaubens)Verwandschaft so lebt.
Vom Hotel bis zum Vatikan sollte der Fußweg ca. 1 Std. betragen. Ich weiß, dass es Gläubige (SünderInnen) gibt, die den Weg zum Zentrum der kirchlichen Macht auf Knien rutschen, in der Hoffnung, dass durch diese Tat nicht nur der Knieorthopäde reich wird, sondern auch alle Sünden und Verfehlungen vergeben werden.
Da ich mich weder als -großen- Sünder sehe, noch Orthopäden reich machen will, entschied ich mich dafür, einen römischen Taxifahrer zu bereichern.
Mit einem freundlichen "Ciao" verabschiedete mich Luigi (Taxifahrer) nach ca. 20 Minuten fahrt am Petersplatz.
Uff, was war denn da los? Überall Polizei! Kein Zugang zum Petersplatz ohne Sicherheitskontrolle. O.k. dachte ich, Vorsicht ist besser als Nachsicht und reihte mich in die Schlage ein. Ich durfte feststellen, dass ich nicht der einzige war, der das Haus unseres lieben Pontifex mal aus der Nähe betrachten wollte. Der Platz war voll! Menschenmassen! Hatte ja irgendwie damit gerechnet. Es hieß, dass der Petersplatz und Petersdom immer gut besucht seien. Aber so viele Menschen?!
Auf dem Petersplatz angekommen sah auf Großleinwänden wie der liebe Papa mit einem Auto durch Menschenmengen fuhr. Ich dachte, dass das eine Übertragung aus fernen Welten sei, die unser aller Leo gerade besucht. Ein bisschen irritiert war ich, als immer wieder mal irgendwo auf dem Platz Menschen laut klatschten und in Euphorie verfielen. Irritiert nahm ich wahr, dass die Szenen auf den Großleinwänden verdächtig ähnlich der Szenerie aussahen, die ich selbst live erlebt. Irgendwann wurde mir klar, dass das keine Übertragung aus fernen Welten oder eine Aufzeichnung war, sondern dass Leo persönlich hier durch mit mir stehende Menschenmenge kutschiert wurde. Welch ein Glück! Leo und ich! Beide auf ein und demselben Platz. Welch göttliche Fügung! Als ich dann noch gewahr wurde, dass Leo in einer Mercedes G-Klasse durch die wartenden Menschenreihen fuhr, hob ich als "Mit-G-Bruder" anerkennend den Daumen. It's cool man! S' ist schon wichtig, dass Leo mit einem solchen Geländewagen ausgestattet ist. Schließlich sind seine Schäflein bis ans Ende der Welt verteilt und die Wege des Glaubens und der Evangelisierung sind pures Offroad fahren. Tiefe Abgründe, verschlingender Sand und viel Schlamm.
Ich empfang das alles schon etwas skuril wie er da in der G-Klasse durch die klatschende euphorisierte Menschenmenge fuhr. Er ist halt ein Star der Leo.
Vor dem Petersdom war eine große Podestfläche aufgebaut. Leo nahm in einem großen Relax-Sessel Platz und begann die Gläubigen zu begrüßen. Italienisch übernahm er, alle anderen Sprachen wurden durch RednerInnen übersetzt und den Gläubigen vorgelesen.
Ich dachte die ganze Zeit, was für ein Glück ich denn hätte, dass Leo ausgerechnet heute hier vor Ort sei, bis ich -google macht's möglich- feststellt, dass die öffentlichen Audienz jeden Mittwoch stattfindet. Ergo, nicht das Spektakel wegen mir, sondern Leo macht das jede Woche. Klaro, die G-Klasse muss ja auch bewegt werden.
An Säulen waren Banner angebraucht, die uns mitteilten, dass dieses Jahr "Das Jahr der Armen" sei. Hmmmh, das ist denn doch schon etwas irritierend. Alle dieser Pomp, all dieses Gloria, all dieses Gold und Prunk und Protz und dann noch wissend, dass der Vatikan mal schnell geschätzte 500.000.000,00 (500 Millionen Euro) über Immobilienspekulationen und Veruntreuungen aus dem Fenster geschmissen hat!! Da wirkt die Ausrufung "Das Jahr der Armen" irgendwie nicht ganz richtig. "Des hat ä Gschmäckle" würde man auf gut badisch sagen.
Aber, der wahre Gläubige vergibt und spendet eifrig weiter.
Für mich überwiegt "s'Gschmäckle". Auch dieser Personenkult ist nicht meine Linie. Auch diese Vermischung von Glauben, Politik und der feste Wille zur Machterhaltung ist für mich eher schwer verdaulich. Wenn da nicht die Liebe wäre! Dieser Grundsatz der katholischen Lehre. Die Soziallehre und die Nächstenliebe, dass sind Eckpfeiler des Lebens. Aber brauch ich dafür die römisch katholische Kirche in all ihrer Pracht und Verschwendung und ihrem Sumpf?
Weg mit den Gedanken, nun wieder zugewendet zum hier-und-jetzt auf dem Petersplatz. Diese Menschenmassen ließen meine Hoffnung schwingen gemütlich in den Petersdom schlendern zu können. Dieser Wunsch wurde mir auch deshalb zunichte gemacht, in dem der Petersplatz aufgrund der Audienz bis zum frühen Nachmittag gesperrt blieb.
Ergo, auf zum nächsten Termin: Besichtigung der Vatikanischen Museen.En savoir plus
Tag 3.4: Menschen in Papa Leos Reich
12 novembre 2025, Italie ⋅ ☀️ 15 °C
Mein letzter Bericht aus der ewigen Stadt soll den Menschen gewidmet sein, die hier leben und all dies hier ermöglichen und am Leben erhalten.
Es sind nicht die "großen" Menschen von denen ich spreche, es sind die Heldinnen und Helden des Alltages, ohne die das Getriebe des Lebens nicht funktioniert.
Dies gilt vor allem hier in Rom und dem Vatikan mit diesen riesigen Menschenmenge, denjenigen die Gäste aus aller Welt versorgen. Versorgen mit Essen und mit Wissen. Die diese (Menschen)Schlange steuern und dadurch ermöglichen, dass große Chaos ausbleibt.
Was die täglichen Menschenmengen an Essen verschlingen? Wieviel Hektoliter Kaffee hier jeden Tag getrunken werden?
Irgendwo müssen jeden Tag tausende von Broten gebacken werden. Müssen Cornettis belegt werden, Pizzateig geknetet und belegt werden. Unmengen an Lebensmitteln werden hier irgendwo jedoch Tag vorbereitet und dem immer hungrigen Touristenstrom bereit gestellt.
Hut ab vor dieser Leistung!
Wie lautet meine abschließende Bewertung von Rom?
Hotel war/ist top! Schöne Zimmer, freundliches Personal, sehr gutes Frühstück.
Rom als Stadt ist sauber, angenehm und freundlich.
Die Sehenswürdigkeiten sind unendlich und sehr gut zugänglich.
In diesem Sinne verabschiede ich mich: "Viva Roma"En savoir plus
Tag 3.2: Papa Leos Sammlerstücke
12 novembre 2025, Italie ⋅ ☀️ 20 °C
Der Besuch der Vatikanischen Museen war in meinem Reisepaket enthalten. Ich freute mich darauf all diese riesigen Gemälde und Fresken zu bestaunen. Und ich wurde nicht enttäuscht!
Unglaublich was Menschen alles schaffen können. Schaffen im Namen des Glaubens.
Bestaunen durfte ich die Menschenmassen, die mit mir die Vatikanischen Museen besichtigen wollten.
Ich hatte anfangs meiner Reise geschrieben, dass ich mich freue Menschen kennen zu lernen. Aber gleich so viele! In diesen Massen!
S' isch wie' isch, ich kann's nicht ändern. Ich find's ja auch super spannend Menschen zu beobachten. Dafür hatte ich dem Tag im Vatikan sehr viel Gelegenheit. Menschen aus allen Himmelsrichtungen, allen Alters, aller Kleidungs- und Verhaltensstile waren unterwegs wie Ameisen auf Beutezug.
Viele, viele US-Amerikaner und viele Südamerikaner. Einige Osteuropäer, auffallend wenig Deutsche. Ein buntes Gemisch der römisch katholischen Gemeinde. Auffallend wenig Schwarzafrikaner und VertreterInnen des asiatisch pazifischen Raumes (wobei in diesen Gegenden das "Jahr der Armen" tatsächlich Sinn ergibt).
Bist zur Sixtinischen Kapell (nach 2/3 der Strecke) hielt meine Konzentration. Danach wollten wir -bei vielen anderen machte ich die gleiche Beobachtung- nur noch raus. Die Räume mit Messgewändern, prunkvollen Roben, Devotionalien und vor allem der Teil mit den modernen Gemälden wurden zügig durchschritten.
Ich war ja nur einen Tag auf dem Petersplatz und den Museen. Mir hat's vollkommen gereicht. So viele Menschen. Dieser Geräuschpegel. Das müssen die Angestellten jeden Tag mitmachen.
Ich hab mich immer wieder gefragt, wie das denn bei Corona war? Da wo sich duftende, tratschende Menschenschlagen durchwinden, da war Leere. Ein große Leere! Unvorstellbar, wenn man diese "Normalität" sieht.
Nach rd. 3 Stunden waren die Vatikanischen Museen für mich Geschichte. Beeindruckt ob der Kunstwerke, dem Geschick der Künstler. Verstärkt in meinem mulmigen Gefühl gegenüber der Machtstruktur Kirche, angesichts der vielen Gemälde deren Hauptakt nichts mit Kirche sondern mit politischer Macht zu tun hatten.
Oder die Dogmen! Da gibt es einen Raum voller Gemälde, deren opulenter Inhalt sich mit der Ausrufung des Dogmas der jungfräulichen Empfängnis Marias beschäftigt. Ein Dogma ist ein unumstößlicher Grundsatz der katholischen Glaubenslehre. Diese Dogma besagt heute noch, dass Maria Jesu jungfräulich empfangen hat. ...ich sag mal so... ...damals für Marketingzwecke eine gutes Alleinstellungsmerkmal.. ...aber heute?
Am Spätnachmittag stand eine "Gottesentscheidung" an. Wenn der lieben Gott gnädig mit mir ist, dann lässt er die Menschenschlange vor dem Petersdom auf ein erträgliches Maß schrumpfen. Wenn nicht, dann will er, dass ich mich im Stadtzentrum von Rom vergnüge. ...es wurde der PetersdomEn savoir plus
Tag 3.3: Abends bei Papa Leo
12 novembre 2025, Cité du Vatican ⋅ 🌙 18 °C
Nach den eindeutig ausgefallen Gottesurteil "Pro Petersdom" verbrachte ich Dämmerung und erste Abendstunden in dieser schönsten und prächtigsten aller schönen und prächtigen Kirchen.
Sich eingehend mit den Wundern und Wunderwerken des Petersdomes zu beschäftigen ist eine eigene Bildungsreise.
Schlichtweg grandios ist dieser Dom zu nennen.
Geschichtliche Details und Wissen über die einzelnen Gemälde, die Architektur und die Altare habe ich keine. Mein geistige Festplatte ist quasi jungfraulich wenn es um den Petersdom geht.
Ich bin da rein und fand/finde es genial!
Und wieder mal ein Beispiel was Menschen imstande sind zu schaffen, wenn sie wollen.
Ich will -und kann- nichts weiteres über den Petersdom schreiben.
Mit dem abendlichen Besuch im Petersdom ist mein touristischer Etappenpunkt Rom abgeschlossen. Das erste der sieben Weltwunder ist besucht, so dass das zweite Weltwunder lockt.
Heute Abend geht's via Istanbul nach Jordanien. Dort verbringe ich einen Tag am Toten Meer. Übermorgen geht's zum zweiten Weltwunder, der Felstenstadt Petra.
Ab jetzt wird's heisser und staubiger. Auch wird' ab jetzt kulinarischer herausfordernder. Bin gespannt wann Imodium erstmalig zum Einsatz kommt. Natürlich hoffe ich auf NIE, aber die Erfahrung zeigt, dass die Versuchungen am Wegesrand liegen und manchmal auch nicht als solche wahrgenommen werden. Dem Erliegen solcher Versuchungen können durchaus Störungen der Verdauung folgen.
...s'bleibt spannend!En savoir plus

Voyageur
Grabmal von Alexander VII.: Dies ist eine barocke Skulptur von Bernini. Sie zeigt den betenden Papst und darunter eine Allegorie der Zeit (ein Skelett mit einer Sanduhr). Symbolik: Die Sanduhr stellt die vergängliche Zeit dar und ist ein Symbol für die Sterblichkeit, die alle Menschen betrifft.
Neuland! Traum-Erfüllungsland!
14 novembre 2025, Turquie ⋅ 🌙 9 °C
Ab heute betrete ich Neuland und gleichzeitig Traum-Erfüllungsland!
Gestern Abend ging’s in Rom los.
So als Deutscher denkt man ja, dass der Flughafen Frankfurt und die Lufthansa schon irgendwo ein Maß der Dinge sei.
Nach gestern darf ich sagen: Ja, sie sind Maß der Dinge aber am anderen -schlechten- Ende. Flughafen Rom: Toller Flughafen, tolle Organisation (Security war super organisiert)
Flughafen Istanbul: Tip-Top! Großzügig, sauber und in Rekordzeit gebaut (Berlin lässt grüssen).
Flughafen Amann: Jordanien ist ja ein verhältnismäßig kleines und relativ armes Land. Ich dachte der Flughafen wäre eine Art Provinzflughafen. Weit gefehlt. Alles super modern (Immigration, Zoll, Gepäck 👍).
Geflogen bin ich mit Turkish Airlines. Aber Hallo! Das nenn ich Service. Von der Beinfreiheit bis über den Service und dem Essen. Da kann sich die Lufthansa ein Scheibchen abschneiden.
Alle das war super. Anstrengend waren die Flugzeiten. 0.20 in Istanbul ankommend, 2 Std. Aufenthalt, um 2 Uhr weiter nach Amann und um 4.30 Uhr in Amann ankommend. Viel Schlaf gab‘s da nicht!
In Amann von Feras direkt an der Immigration per Namensschild empfangen. Händigte ihm meine Pass aus, lächelte in die Kamera und Feras machte mein Visum klar. Alles klar!
Draussen wartete Sahrif, mein Fahrer und Reiseleiter für die nächsten Tage.
Nachts sind auch in Jordanien die Nächte dunkel, so dass ich landschaftlich nichts von Jordanien sah. Ziel war das Holliday Inn am Toten Meer. Jordanien, Totes Meer, Wadi Rum, Petra. Alles Neuland und Traumerfüllung!
Sharif gab mir gleich mal ein Briefing in Sachen Israel! In keinem Gespräch solle ich den Namen Israel erwähnen, sondern immer Palästina sagen. Rund 40% der Jordanier haben palestinänsische Wurzeln und reagieren allergisch auf das Wort Israel.
Jordanien hatte vor rd. 15 Jahren etwas über 4 Mio. Einwohner. Heute sind es rd. 12 Millionen! Eine Verdreifachung!!! Welche eine Herausforderung an Politik, Gesellschaft, Infrastruktur.
Woher diese Explosion? Na ja, wenn Deutschland sich beschwert über Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Palästina, dann sollten wir die Füße still halten, denn der Löwenanteil dieser Flüchtlinge musste das kleine Land Jordanien aufnehmen. Ein Pulverfass in allen Belangen. Anscheinend -so Sharif- werden wir an einigen Flüchtlingslagern vorbeikommen.
Vorbeikommen werden wir auch an vielen biblischen Orten. So z.B. an dem Ort an dem Jesus von Johannes im Jordan getauft wurde.
Oder an dem Berg, auf dem Moses mit seiner ausgesteckten Hand, seinen aus Ägypten geflohenen Israeliten, das gelobte Land zeigte (Palästina und Jerusalem). Bin echt gespannt. Das wär ein schöner -biblischer Bogen-. Von Rom dem Prunk-Protz-Macht zurück zu den Anfängen am Jordan und Berg Nebo.
Morgen geht die Reise ins Landesinnere los.
Heute war Akklimatisierungstag im Holiday Inn am Toten Meer. Totes Meer! Alle haben schon davon gehört. Der tiefste Punkt der Erde mit einem Salzgehalt (rd. 30%) so hoch, dass man nicht untergeht. Und na klar war der Plan, dass ich meinen wunderbaren Körper in den Wellen des Toten Meere schaukeln lassen wollte. Aber der Seegang lud nicht dazu ein.
Zu was lud dann der Tag ein?
Klaro, Massage geht immer! Gerade hier am Toten Meer, wo Salz und Schlamm Jungbrunnen für die Haut sein sollen.
Ich also gleich das „Dead Sea Special“ gebucht. 1 1/2 Stunden zuerst Salzpeeling, dann Schlammpackung, dann Massage. Und was soll ich sagen? Die beste Entscheidung des Tages. Die Dame, die meinen Körper von 63 auf 36 drehte hieß Mary. Mary?! Klar, Deckname. In Wahrheit heisst sie bestimmt anders. Sie bildet mit vielen anderen Philippinas das Rückgrat des Hotels.
Da mich ja Menschen und deren Geschichte interessieren hab ich Rhea (Service Bar) ins Kreuzverhör genommen. Alle (Philippinas) empfinden es als Glücksfall hier arbeiten zu dürfen. Auf den Philippinen gibt es Agenturen,
die solche Stellen ausschreiben. Die Bewerberinnen müssen sowohl Onlinetests wie auch persönliche Auswahlgespräche durchstehen. Das ist ziemlich aufwendig und anstrengend, so Rhea. Die Auserwählten bekommen eine Zeitvertrag. Rheas Vertrag läuft zwei Jahr, von dem sie bereits ein Jahr hier ist. Sie ist sehr glücklich über den Job und mit der Bezahlung sehr zufrieden. Auf den Philippinen wäre alles viel schlechter.
So ist‘s halt in dieser Welt. Es gibt immer noch jemandem der in der Hackordnung weiter unten steht.
Jetzt ist 19.30 Uhr lokaler Zeit. In Deutschland 17.30 Uhr. Hier also bereits beste Abendessenszeit. Dem werde ich nachkommen.
Bis morgen!En savoir plus

Voyageur… im Schlamm zu wälzen bringt richtig Spaß. Bei mir musste dann der Kärcher zur Reinigung mithelfen.
Meini meets Zaynab
15 novembre 2025, Jordan ⋅ ☁️ 14 °C
Meini meets Star Wars - Dune & Co.
15 novembre 2025, Jordan ⋅ ☀️ 18 °C
Meini meets Moses
15 novembre 2025, Jordan ⋅ ⛅ 15 °C
Petra! Ein echtes Weltwunder!
16 novembre 2025, Jordan ⋅ ☀️ 12 °C
...sodele jetzt gibt's mal wieder ein bisschen Text
Also meine lieben Leser und Leserinnen, wer jetzt nix anders zu tun hat, macht es sich bequem, holt sich vorher noch Knabberzeug und Getränke seiner Wahl.
Bereit? Aufgeht's zu Petra, dem zweiten Weltwunder meiner Reise.
Bei mir ist 18.20 Uhr. Sitze im Hotelzimmer und hab freie Zeit. 19.30 kommt Sharif und gibt mir die Tickets für die Abendveranstaltung in Petra. Ich bin gespannt wie das alles im Scheinwerferlicht aussieht. Also bei Tageslicht ist es absolut fantastisch. Petra hat den Status Weltwunder aber so was von verdient!
Ich würde sogar noch eins draufsetzten: Natur- und Weltwunder.
Aber jetzt erst mal eins nach dem anderen.
Bei den letzten drei Footprints habe ich nur unter die einzelnen Bilder Texte geschrieben, da einfach sooo viel passiert ist, dass ich garnicht weiss wie ich das alles unterbringen soll.
Nur soviel: Madaba mit Nebu's Pearl (Mosaik) ist ein absoluter Besuch wert. Selbst wer nicht so auf Mosaik steht, der wird von der Kunstfertigkeit der Künstler und der Vielfalt der Techniken und Motive überwältigt sein.
Mir wurde gesagt, dass Nebu's Pearl eine Stiftung ist. Eine Stiftung, die behinderten Menschen Arbeit bietet. Der Erlös aus dem Verkauf geht zu großen Teilen an die behinderten KünstlerInnen. Die Königin von Jordanien fördert diese Stiftung, indem sie die Frachtkosten übernimmt, egal wohin.
Der Preis, den man bei Nebu's Pearl bezahlt ist immer inklusiv Verpackung und Transport von Haustür zu Haustür. Feine Sache. Da fällt eine Verkaufsentscheidung doch einfacher.
Ich hab mich deshalb auch zum Kauf eines Mosaiktisches entschlossen -überreden lassen- da Zaynab, die Mosaikkünstlerin, selbst anwesend war und sie im Rollstuhl sitzt. Das ist echt so ein Argument, bei dem das Herz viel schneller weich wird bzw. die Kreditkarte viel, viel lockerer sitzt. Nichtsdestotrotz ist das Produkt, das fertige Mosaik, Weltklasse -für mich-, egal ob Zaynab nun im Rollstohl sitzt oder nicht.
Riad, der Berater (Verkäufer) sprach ein besseres Hochdeutsch als ich. Er hat mir die ganze Geschichte von wegen Stiftung, Behinderte etc. erzählt. Ich wünsche mir, dass dies auch stimmt! Denn mittlerweile hab ich erfahren, dass es da einen Chef gibt und der mindestens noch zehn solcher Läden hat. Vielleicht bekommt auch Sharif ein paar Dinare, weil er mich angeschleppt hat.
Aber egal, es war und ist meine Entscheidung zu kaufen. Allerdings fühlt sich die Kaufentscheidung besser an, wenn die gesamte Geschichte stimmt.
Soweit zu Nebu's Pearl. Nun zu Wadi Rum.
Kein Weltkulturerbe aber mit Sicherheit ein Naturwunder. Diese Sandsteinformationen und die Weite der Wüste haben schon etwas magisches. Kein Wunder gibt sich hier Hollywood die Klinke in die Hand.
Und bei mir war es wirklich so, dass Szenen aus den Filmen (Dune, Der Aufstieg Skywalkers, Der Marsianer) vor dem geistigen Auge auftauchten. Bei mehreren Stellen dachte ich, das es genau hier gewesen sein muss, als in Dune Paul Atreidis das erste Mal auf die Fremen traf.
Ein großer Bohei wird um den Film "Lawrence von Arabien" gemacht. Denn kenn ich gar nicht. Ist eher ein älterer Schinken. Jedenfalls steht hier sogar ein Zug (Dampflok), die in dem Film eine Rolle gespielt hat.
Auch ohne den Bezug zu Hollywood ist Wadi Rum ein absolutes "Muss man gesehen haben."
Heute morgen ging's nach Petra. Petra bezeichnet die gesamte Region, steht also nicht ausschließlich für die Bauwerke der Nabatäer. Der Zugang zu dem Wunder der Welt befindet sich in Wadi Musa. Wadi Musa war mit Sicherheit vor 50 Jahren nicht mal ein "Fliegenschiss auf der Landkarte", heute steht hier ein Hotel neben dem anderen und die Touristen strömen in Scharen.
Nach einem kleinen Mittagsnickerchen machte ich mich auf, um in die Schlucht und zum Schatzhaus (bekannt aus Indiana Jones) abzusteigen. Touristisch perfekt erschlossen. 4 km runter und 4 km hoch in stetiger Steigung. Bevorzugt zu Fuß, aber auch via Pferd oder Golfwägelchen möglich. Nervig sind halt die Verkäufer, die einem auf Schritt-und-Tritt anquatschen. Alle sind "meine Freunde" und wir sind "alle eine Familie". Heute mittag widerstand ich der Verlockung des Golfwägelchen. Ob ich heute Abend (Nacht) immer noch den Weg zurück laufen will wird sich zeigen. "Inshallah"!
Jetzt gibt's ne Pause. Der Bub muss sich noch frisch machen für des abendliche Event. Bis später!
22.30 Uhr bin zurück und muss das jetzt noch loswerden (online stellen).
Es war sehr schön! Sogar in sportlicher Hinsicht. Sharif hatte mich dazu überredet mit einem Goldcaddy runter und wieder hoch zu fahren, da ich morgen einige anstrengende Kilometer laufen muss. Also gut, abgeneigt war ich nun mal auch nicht.
Aber: Gottesurteil! Alle Caddys waren ausgebucht! Pech gehabt! Inshallah!
Dann lass' die Sohlen glühen. Und ich hab's nicht bereut. Zu Fuß auf dem dunklen, mit Kerzen beleuchteten Pfad zu laufen, hatte etwas mystisches. Klar waren anfangs ziemlich viele Leute unterwegs, aber die hab ich alle überholt. Bin ja nicht aus Zucker.
Die Eindrücke, Fotos und Videos lade ich in einem separaten Footprint hoch. Ohne Text nur Bilder. Entspannend für alle Leser.
Morgen um 7.45 geht‘s weiter. Mit eigenem Führer. Wir rollen Petra von hinten auf, d.h. mit einem Jeep fahren wir aussen herum, um dann am "Hintereingang" ein zu steigen und das ganz Tal nach vorne zu laufen. Das Schatzhaus, was ich heute besichtigt hab und wo die Lichtshow war, liegt ganz am Anfang. Das eigentliche Tal ist viel, viel länger. Anscheinend werden es ca. 4 Stunden zu Fuß durch die Felsenschluchten und Ruinen von Petra.
Wir sind gespannt.
Deshalb für und heute: Ä guets NächtleEn savoir plus
Petra by Night! Ein Fest für die Sinne.
16 novembre 2025, Jordan ⋅ 🌙 12 °C
Petra sehen & sterben! Absolut TOP!
17 novembre 2025, Jordan ⋅ ☀️ 11 °C
Petra ist wirklich absolut faszinierend.
Das ist Wahrheit :-)
Nach dem sehr, sehr stimmungsvollen Abend "Petra by Night" ging's heute relativ zeitig los auf zur großen Petra Wanderung durch die Hintertür.
Sharif engagierte gestern einen deutschsprachigen Führer, der mit mir rund sechs Stunden durch die Berge und Schluchten von Petra wandern sollte.
Pünktlich heute Morgen um 7.30 Uhr traf ich Awad in der Lobby meines Hotels.
Awad, so war als der Name des Mannes, der mir Petra in Detail zeigen und erklären wollte. Awad dürfte so Ende Anfang 40 sein und ist lizensierter Touristenführer in der Sprache Deutsch. Auf meine Rückfrage meinte er, dass er für keine andere Sprache als Deutsch zugelassen/lizensiert sei. Er dürfe beispielsweise keine englischspachige Reisegruppe führen, nur Deutsch. Sein Deutsch ist Universitäts- und Touristendeutsch. Es ist gut und er ist verständlich, man merkt jedoch, dass er noch nie Deutschland war bzw. noch nie Deutsch im Alltagsleben verwendet hat.
Auf meine Frage, weshalb er ausgerechnet Deutsch als Fremdsprache lernte meinte, dass daran sein Vater "schuld" sei. Sein Vater fuhr einen Mercedes Baujahr 1971. Er liebte dieses Auto und alles was Deutsch war (Mercedes) war gut. Deshalb sagte sein Vater zu Awad "Sohn lerne Deutsch. Die bauen Mercedes. Das ist ein gutes Autom. Das sind gute Menschen" Und -so für mich als Kleingedrucktes- Deutsche reisen immer und sind in der Regel freundlich, wissbegierig und geben anständig Trinkgeld.
Der Nachteil an der exklusiven Fixierung auf deutsche Touristen ist, dass z.Zt. nicht allzu viele Deutsche kommen (Stichwort: Gaza Krieg) und er viel zu oft nichts zu tun hat. So wartete er seit drei Tagen (!) in Petra auf mich, ohne dass er zwischendrin noch einen anderen Job hatte. So wird man (Awad) nicht reich und eine Familie kann man so auch nicht versorgen. Awad ist seit einem Jahr verheiratet, seine Frau hat einen gute Stelle bei einem französischen Konzern und Kinder sind noch keine da. Somit ist -derzeit- noch alles gut. Inschallah!
Die Hintertür zu Petra ist ein Zugang über die Hochebene durch Klein Petra. Klein Petra ist deshalb klein Petra, weil es dort auch fantastische in Stein gemeisselte Bauwerke gibt, jedoch nicht so viele und nicht ganz so oppulent.
Wir also zuerst Klein Petra besichtigt. Auch hier verschlägt es einem den Atem über die Bauwerke/Kunstwerke die da stehen. Wirklich, wirklich toll.
Nach Klein Petra ging es dann zur Hintertür von Petra. Auf der Pritsche eines Pick Up wurden wir über die Hochebene zum Einstieg in den Pfad nach Ad-Dier gebraucht. Ad-Dier wird im Deutschen als "Kloster" bezeichnet, was es lt. Awad aber nie war. Es war Totenhaus, Wohnhaus, Verwaltungshaus von Nabatäern gebaut und von Römer und Byzantinern im Laufe der Jahre verändert.
Wie die gesamte Region Petra wurde auch Ad-Dier durch ein schweres Erbeben Mitte des 3. Jahrhundert größtenteils zerstört. Da zerstört, wurde Petra von den Bewohnern verlassen. Über die Jahrhunderte nutzten die Beduinen die Reste von Petra als Behausung, ohne zu Wissen in welch historischen Schätzen sie lebten.
Johannes Burckhardt, ein schweizer Forscher, (wieder) entdeckte Petra im Jahr 1812. Es gab schon immer Gerüchte über diese verschollene Stadt. Burckhardt verkleidete sich als Beduine wandelte so unerkannt in der Region. Nach einigem Suchen und mit Hilfe seines Beduinenführers entdeckte er Petra. Seitdem ist Petra der Weltöffentlichkeit wieder bekannt.
Aber keiner wusste wie Petra von 1812 denn aussieht. Das änderte sich im Jahr 1839 als der schottische Maler David Roberts durch Petra streifte und malte rund 14 Bilder über die Gebäude von Petra. Diese Bilder zeigen in welchem Zustand die Gebäude damals waren. Drucke dieser Bilder werde an fast jedem Stand hier in Petra verkauft.
Nun aber zurück zu Awad und er Wanderung an Ad-Dier.
Als wir von der Pritsche runter stiegen erwarteten uns schon beduinische Dienstleister, um uns ihre Esel und Maultiere als Transporttiere anboten. Ich wollte unbedingt laufen (muss meine Pobacken trainieren) und ausserdem hatte ich mich die letzten Tage zu wenig bewegt. Also verneinte ich das Ansinnen der Dienstleister. Awad war von meiner Absage nur begrenzt begeistert, denn er wusste was vor uns lag. Vor uns lag eine fantastische Wanderung. Ein der schönsten Wanderungen, die ich je gemacht hab. Auf einer Skala von 0 - 10 hat diese Wanderung ein 10 verdient. Fantastisch die Landschaft. Fantastisch der in Stein gehauene Weg. Fantastische die unterschiedlichen Farben der Felsformationen. Wirklich spektakulär.
Da der Weg nach Petra über den Hintereingang touristisch nicht so überlaufen ist, waren wir fast alleine. Das fand ich toll, die am Wegesrand ihrer Waren anbietenden Beduinen weniger. Awad meinte, dass die sehr wenig verkaufen. Alle jammern und hoffen auf "Inschallah".
Irgendwann nach ca. 3 Stunden zeichneten sich die Umrisse Ad-Dier (dem Kloster) ab. Absolut monumental, extra-ordinär-super-wahnsinns-toll.
Hier bei Ad-Dier trafen wir auf Touristen, die im Haupttal von Petra den Weg in Richtung Ad-Dier genommen hatten. Sie kamen quasi über den Vordereingang. Dieser Vordereingang hat den ungeschminkten Namen "Weg der tausend Stufen". Laut Awad sind es zwar "nur" um die 900 Stufen, trotzdem sind 900 Stufen 900 Stufen und die wollen erst mal begangen werden. Und ich war froh, dass wir die Hintertür gewählt hatten und für uns der "Weg der tausend Stufen" Abstieg und nicht Aufstieg bedeuteten. Die uns entgegenkommenden Touris waren schon schwer am
ächzen. Hier hatten die beduinischen Dienstleister und ihre Esel ein gutes Geschäft. Nicht wenige nahmen das Angebot an und ließen sich auf dem wackligen Rücken von Eseln über die Treppe nach oben bringen.
Awad und ich waren dann so um die Mittagszeit im Talgrund angekommen. Auf dem Weg hatte ich Awad einige deutsche Wörter und Sätze beigebracht. Als wir beispielsweise oben an dem "Weg der tausend Stufen" standen, erzählte ich ihm, dass es ein deutsches Lied gebe, welches "Von nun an ging's bergab" (Hildegard Knef) heißt. Das wäre doch ein wunderbares Motto für unseren Weg nach unten. So übte Awad ausdauernd die Aussage "Von nun an geht's bergab."
Mit Awad war ich dann bis in gegen 14 Uhr noch im Petra Tal unterwegs und bestaunte alle die Weltwunder, die es da zu sehen gab. Angefangen von den Königsgräbern, der Säulenstraße, Amphitheater über verschlungene Wege zu Grabstellen in den Höhen über dem Tal.
Ganz am Schluß dann doch nochmal das Schatzhaus. Jenes Haus, welches ich gestern schon zweimal besuchte. Ob es tatsächlich ein Schatzhaus gewesen sei, wisse man nicht. Es könne auch eine Bibliothek, ein Tempel oder etwas ähnliches gewesen sein.
Nun war dann aber auch gut. Gut mit Laufen und gut mit Informationen. Jetzt hieß es, so bald als möglich Füße hochlegen.
Und so machte ich es wie Indiana Jones. Der ging auch nicht zu Fuß aus Petra raus. Er hatte ein Pferd. Awad und ich nahmen ein Golfcaddy. So ändern sich die Zeiten.
Somit schließe ich Petra. Mein zweites Weltwunder. Es war/ist fantastisch!
Ich würde gerne nochmal zurückkommen. Die beste Jahreszeit -so Adwa- sei April/Mai. Da ist Frühling und die Wüste blüht in allen Farben.
Ich sage: Inhallah!
Fußnote: Ich benutze das Wort so oft, da die alle hier "Inshallah" (So Gott will) inflationär benutzen. Ob das Wetter gut wird, die Kinder groß, die Frau schön, das Essen gut, die Toilette sauber, der Bauchumfang kleiner... ....alles ist "Inshallah"En savoir plus
Petra sehen & sterben! Finale!
17 novembre 2025, Jordan ⋅ ☁️ 19 °C
3J‘s & M (Jordan-Johannes-Jesus)&Meini
18 novembre 2025, Jordan ⋅ ☀️ 28 °C
Letzte Station in Jordanien, war Stelle im Jordan, an der Johannes der Täufer Jesus taufte. Ob das geographisch die exakte Stelle war, darüber streiten sich die Fachleute, aber angeblich durch mehrere Quellen bestätigt, ist es die jordanische Uferseite (Bethanien) wo das vor 2.012 (zweitausendundzwölf) Jahren stattgefunden haben soll.
Natürlich, wenn ich schon mal hier bin, musste ich nach Indiana Jones, auch noch in Fußstapfen von Jesus und Johannes treten. Klare Sache!
Jesu war 13 Jahre alt, als er hier auf den abgerissenen, aber beseelten Johannes traf, der Leute mit Jordanwasser taufte.
Heute ist der Jordan an dieser Stelle ein Rinnsal und macht definitiv keinen einladenen Eindruck.
Bis zum Friedensvertrag zwischen Jordanien und Israel (1994) war dieses Gebiet militärische Sperrzone, total vermint und lebensgefährlich. Mit dem Vertrag änderte sich das. So kam‘s, dass sowohl Christen wie Muslime daran interessiert waren hier die Geschichte/Religion wieder zu beleben.
Und ich war heute hier! An jener Stelle, an der Weltgeschichte und Weltreligion einen einschneidenden Punkt markieren.
Geile Sache!
Nun aber schließ ich das Kapitel Jordanien.
Auf geht‘s nach Kairo!En savoir plus

Voyageur.. und wo ist eigentlich der „ Indiana Jones Hut“ ? Hätte dir meinen gern mit auf die Reise gegeben. LG Udo
1. Kairo, Kopten und mal wieder Jesus
18 novembre 2025, Egypte ⋅ 🌙 19 °C
2. GEM -GrandEgyptianMuseum
19 novembre 2025, Egypte ⋅ ☀️ 27 °C
3. Tutanchamun
19 novembre 2025, Egypte ⋅ ☀️ 28 °C
4. Nil bei Nacht im Hula Hoop
19 novembre 2025, Egypte ⋅ 🌙 22 °C
5. Cheops & Co | Weltwunder der Antike
20 novembre 2025, Egypte ⋅ ☀️ 23 °C
1. Welcome to India | Dehli
21 novembre 2025, Inde ⋅ ☀️ 21 °C
20.30 Indien-Zeit! 17.10 Kairo-Zeit, 16.10 Föhrental-Zeit
Sitze im Hotel in Neu Dehli und bin eigentlich kaputt. Nicht weil mich das Program stresst, sondern der gestrige Flug von Kairo nach Dehli war kein Flug von dem ich sagen mag, dass er mit gutem Schlaf verbunden war. Die Air Egypt Maschine war o. k. -sieh hat uns immerhin heil hierher gebraucht- aber Schlafen/Ausstrecken war in anderen Fliegern schon angenehmer. Ausserdem waren es nur rd. 5.40 h Flug. Das ist nix. Das reicht nicht mal für einen richten Romantiktraum. So mit Vorspann, Haupteil und Happy End. Sozusagen lies die Flugzeit nur einen Kurzfilm zu. Der war wiederum sehr kurz, da das mit dem Schlafen nicht so klappte.
Heute morgen 9.40 h Ortszeit Dehli glandet. Wie nichts anders zu erwarten im bevölkerungsreichsten Land der Welt, ein bevölkerungsreicher Flughafen. Trotz diesem Gewusel und Gewimmel ging' recht zügig. Die Inder machen einen ganz schönen Aufriß für ankommenden Fluggäste. Zuerst muss man ja mal ein Visa im Vorfeld beantragt und genehmigt bekommen haben. Bedingung 1. Bedingung 2 ist eine sogenannte e-Pre-Arravial-Registration, die losgelöst vom Visa frühestens 6 Tage vor dem Eintreffen in Indien online erstellt werden muss. Kommt man dann an, heisst es für alle Neulinge (das erste Mal in Indien) an einem Schalter noch vor Immigration die persönlichen Daten biometrisch erfassen zu lassen. Pass wird gescannt etc.. Dann geht's zur Immigration. Da ich als braver Schwarzwälder gut vorbereitet war, hatte ich Visa und Pre-Arravial parat. Das reichte aber nicht. Die wollten noch von allen meinen Fingern einen digitalen Scan! Also, wenn sich bei uns in Deutschland mal wieder jemand über die Datenkrake Staat beschweren sollte, der darf gern mal in andere Länder reisen (wie z.B. Indien). Ausser der Farbe meiner Unterhosen wissen die nun alles. Es ging alles gut und mit Freundlichkeit kommt eh immer schneller weiter, so dass ich in relativ gemäßigter Zeit in Richtung Ausgang schlendern konnte.
Wie gewohnt stand da in der Reihe der sehnsüchtig auf die Ankommenden wartenden Menschen ein Mann, der ein Schild mit der Aufschrift "Meinrad Steger" vor der Brust hielt. "Mein Mann!" sagte ich und hielt schnurstracks auf ihn zu.
Somit war ich in Indien wohlbehalten angekommen und schon den betreuenden Händen des hiesigen Reiseveranstalters gelandet. Also das muss ich jetzt nach bisher 3 Stationen sagen, die Organisation klappt hervorragend. Alles hat bis dato perfekt geklappt.
Das indische Englisch stellt sich als schwierig verständlich dar. Irgendwie machen die Inder den Mund nicht so weit auf, dass für mich verständliches Englisch rauskommt. Oder die reden so durch die Nase, die näseln. Was genau, da bin ich mir noch nicht im klaren, auf jeden Fall muss ich meine Lauscher spitzen, damit ich das mir mit englischen Worten gefüllte Lächeln verstehe.
Ach ja, noch was: Während bei den Arabern alles "Inshallah" war ist es bei den Indern "Namaste". Beide Hände vor der Brust falten, leicht nach vorne beugen und "Namaste" sagen und schon ist das Herz der Inder und Inderinnen gewonnen. Namaste heiß wörtlich übersetzt "ich verbeuge mich vor Dir" und ist die freundliche und höfliche Begrüßungsformel. Die Formel für's "Servus und Hallo" heisst "Rama, Rama". Nein nicht unsere wohlbekannte Margarine meinend, sondern dem Gott Rama zu ehren. Crashkurs "Indien für Einfänger" :-)
Was ich heute so alles erlebt habe ist in den Fotos festgehalten.
Ich bin Dehli jedenfalls toll. Im Gegensatz zu Jordanien und Ägypten sind die Menschen viel freundlicher. Es wird überall gelacht und gelächelt. Alles ist etwas lockerer. Größter Unterschied ist die Kleidung der Frauen. Während in Jordanien / Ägypten, die Damen eher mausgrau oder ganz verschleiert rumliefen, feiern hier die Farben und Fröhlichkeit im Kleidungsstil ein Fest.
Als ich in Ägypten den Abend auf dem Schiff im Nil war, war auch ein Tisch mit ägyptischen Frauen (mit Kindern ohne Männer) da. Alle Frauen trugen Burka, d.h. von oben bis unten schwarz gekleidet mit Sehschlitz. Das Essen wurde unter dem Gesichtstuch in den Mund geschoben. Diese Kleidung und die Art des Ausgehens ist dort normal und ich selbst gewöhnte mich auch daran laufend verschleierte Frauen zu sehen. Zur Hebung der Stimmung trägt so eine Vollverschleierung nicht bei -für mich jedenfalls-. Hier in Dehli tragen die Frauen Kleidung in strahlenden Farben. Die Gesichter sind frei. Das macht einfach -für mich- einen lebensfrohere Stimmung.
Ja, ich weiß, das hat mit Religion zu tun und für die Burka tragenden Frauen, ist die Burka ein Schutz vor den Augen der Männer und die Frauen wollen das auch.
Ich kann nur sagen, dass Frauen in farbigen Gewändern und mit offenem Gesicht ein deutlich freundlicheres Stadtbild vermitteln.
Die Menschen in Dehli wirken auch irgendwie entspannter wie in Kairo.
Der Verkehr! Bei Stadt haben über 20 Mio. Einwohner. Der Verkehr ist eine riesige Lawine, die sich 24 Stunden unentwegt durch die Stadt wälzt. Verkehrsregeln, wie wir sie kennen, gibt es nicht, oder sind nur Richtlinien. Das wichtigste Utensil am Auto ist in Kairo wie auch in Dehli die Hupe. Es wird gehupt auf Teufel-komm-raus. Ohne Hupe ist man verloren! Bei Städte sind in dieser Hinsicht gleich. Trotzdem wirkt Dehli im gleichen Chaos entspannter als Kairo. Vielleicht liegt es auch daran, dass in Kairo alles braun und staubig ist. Kein Grün. Das ist in Dehli anders. Schon auch Staub, aber auch viel Grün links und rechts der Straßen. Als Kind des Schwarzwaldes ist mir Grün hat lieber wie Braun (Grau).
Sodele, soweit ein kleiner Bericht über meine Lebenslage. Sozusagen ein Lagebericht.
Morgen früh um 8 Uhr geht's weiter nach Agra. Dort steht das Taj Mahal. Das eigentlich Ziel. Taj Mahal ist eines der 7 Weltwunder der Neuzeit und steht somit bei mir auf Liste .En savoir plus
































































































































































































































































































































































































































































































































































































VoyageurDas ist mal wieder eine super Idee 💡 👍
VoyageurWieso erinnert mich dieser Song nur an irgendwas in Afrika...?! 🤔 Wünsche dir viele tolle Erlebnisse und freu mich auf dein neues Ding-Dong-da!
Voyageur
…. und ein Lied geht um die Welt …. und ein anderes durch Afrika …
Voyageur
Viel Spaß und tolle Eindrücke lieber Meinrad.