• RUEDI - hakuna matata.
  • Margrith von May
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Marokko

4x4 light mit SeaBridge Read more
  • Trip start
    October 21, 2023

    wieder unterwegs…

    October 24, 2023 in Switzerland ⋅ 🌧 13 °C

    Bei obergruusigem Wetter starten wir in Richtung Ascona. - Wir mussten umbuchen: Die Fährgesellschaft hat den von uns vorgesehenen Starthafen Barcelona aus dem Fahrplan gekippt und drum fahren wir Genua-Tanger-Genua. Ist uns alles grad recht: hakuna matata: Die 3 „gewonnenen“ Tage konnten wir gut gebrauchen: Rekonvaleszenz Ruedi (…war stark erkältet und hat hoffentlich Margrith nicht angesteckt / Jano in Ruhe zu Doris&Peter nach Ostermundigen bringen / DiesundDas.)

    Unser Ziel: Rund Marokko ab Tanger im Uhrzeigersinn. Erstmals „organisiert“ mit SeaBridge! (…nein: die 12 Fahrzeuge fahren nicht hintereinander her. Wir erhalten täglich ein Roadbook mit Routenvorschlag und Hinweis auf Sehenswürdigkeiten und treffen uns gegen Abend auf dem reservierten Standplatz.) - Wir sind gespannt.

    SeaBridge hat uns denn schon einmal einen wichtigen Entscheid abgenommen: Frühzeitig wurde hinsichtlich dem Erdbeben zusammen mit örtlichen Stellen die Machbarkeit abgeklärt und das „go“ empfohlen. Tourismus ist eine der grössten Einnahmequellen Marokkos; wir meiden stark betroffene Regionen und verhalten uns so, dass wir bestimmt niemandem „im Wege stehen“.

    Wir fahren über den Gotthardpass: Nebel und strömender Regen. Die Tremola ist leider geschlossen infolge Bergsturzgefahr. In Ascona, unserem langsam „obligatorischen“ ersten Ferienhalt, wird das Wetter auch schon besser rsp zumindest trockener: Unser Lieblingshotel „Ascovilla“ hat schon Winter-Unterbruch. So lernen wir „Casa Berno“ kennen und das ist durchaus auch empfehlenswert. Die überwältigende Sicht auf den Lago Maggiore werden wir hoffentlich morgen bei vollem Sonnenschein nochmals geniessen!?
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  • 20.3 knots / WSW…

    October 26, 2023, Western Mediterranean ⋅ 🌧 21 °C

    Tatsächlich: wir sehen den Lago Maggiore noch bei moderatem Sonnenschein!
    Wir fahren erstmals dem Südost-Ufer des Sees entlang. Zwar Schattenseite, aber echt eine Alternative. Bei Borgomanero, am Ende des Sees, bekommt unser Ländy dann seine Chance: Auf der Autobahn kann er seine fast 150 PS voll einsetzen und mit bis zu 110 kmh in Richtung Genua brausen.
    Nach kurzer, aber ausgeprägter Suchfahrt finden wir ca 10 km westlich des Fährhafens in Genua einen sehr angenehmen und sicheren Standplatz: Schon Stadt, total ruhig und in 10 Min zu Fuss an der ganz schönen Promenade zum Apero und zum Essen. Das Handy weckt uns „mitten in der dunklen Nacht“ um 0700: Ein paar Handgriffe und wir sind schon unterwegs zum Fährhafen. Viel zu früh stehen wir zwischen total überladenen italienischen und marokkanischen Fahrzeugen. Kurz Ausklarieren aus Europa und …warten bis in völlig chaotischer Art die Fahrzeuge auf „MS Majestic“ verladen werden. Es wird fast 1300 Uhr bis wir sehr nett von einem Mitarbeiter in unsere „3 Bett Suite“ geführt werden. Hier sind wir nun für 2 Tage zu Hause und es scheint ganz passabel angenehm…
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  • in Marokko angekommen

    October 29, 2023 in Morocco ⋅ ☁️ 14 °C

    In Marokko angekommen! Zwar mit ca 5 Stunden Verspätung, aber insgesamt passabel angenehm.

    Auf dem Schiff schon konnten wir einklarieren: Zuerst das Auto am Zoll registrieren und danach persönliche Migration. - Alles ist in knapp 1 1/2 Stunden erledigt und damit offenbar viel schneller als an Land…

    Marokko ist seit der Unabhängigkeit (…von Spanien und dann Frankreich) 1956 eine „konstitutionelle Monarchie“ (der König macht im Rahmen der Verfassung was er will…).

    Heute leben ca 40 Mio Einwohner auf 444‘850 km2, was ein Dichte von ca 90 Einwohner/km2 ergibt (CH ca 220 Einw/km2).

    Seit 1976 ist auch die südlich angrenzende Westsahara (ca 266’000) km2 unabhängig und wurde kurzerhand von Marokko annektiert. Damit sind aber vor allem die „Polisario“ nicht einverstanden und wehren sich so gut sie können …und auch mit Gewalt.

    Marokkos BIP beträgt ca CHF 3’500/Kopf (Schweiz ca CHF 88’000/Kopf) und setzt sich in etwa folgendermassen zusammen: 52% Dienstleistungen inkl Tourismus / 27% Industrie / 11% Landwirtschaft / 10% Verschiedenes.

    Währung: Marokkanischer Dirham (MAD) 1 MAD=0.088 CHF

    Wir treffen Renate, unsere Reiseleiterin „grad nach dem Zoll links“; können noch Geld beschaffen und fahren dann knapp 2 Stunden, mittlerweile ist es dunkel, zu unserem ersten Standplatz in Cabo Negro, wo wir erstmals die 19 Personen unserer „4x4 light - Gruppe“ beim Abendessen treffen. - Der erste Eindruck ist schon einmal sehr gut!

    Der Wecker klingelt um 0800. Wir sind auf 0900 zum Rapport bei Renate bestellt und stimmen uns ein auf die landschaftlich sehr schöne Fahrt nach Chefchaouen. Wir haben gut Zeit für die Besichtigung der „blauen Stadt“ und verkriechen uns auch gerne bald in unsere Villen; so viele neue Eindrücke machen müde!
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  • durch Marokkos Kornkammer

    October 30, 2023 in Morocco ⋅ ⛅ 18 °C

    Heute Nacht sind einige Regenfronten durchgezogen. Wir werden getestet, ob wir „Landrover“ noch können. Zum Glück sind aber die Prognosen gut und wir starten schon bald in Richtung Süden: Der erste Halt ist im Restaurant aRif in Querzzane. Hier gibts bis 1200 marokkanisches Frühstück: Omeletten mit Ziegenkäse, Oliven und Konfitüre; eine Art harte Rösti, Orangensaft, Tee und Kaffee. Gibt für uns grad einen guten Ljnch ab - und kostet 2x40 Dirhams rsp ca CHF 8.— + Trinkgeld.

    Weiter durch Orangenplantagen und langsam grüner werdende Gegend. Wir besuchen eine Oliven-Presserei und werden herzlich empfangen. Nach einem Rundgang erhalten wir sogar eine Flasche Öl geschenkt.

    Hier beginnt die Kornkammer Marokkos: Weizen, Gerste, wenig Mais und Früchte werden angepflanzt. Die Dörfer und Strassen erinnern uns stark an Peru und auch ähnlich wird uns bei unserer Vorbeifahrt zugewunken.

    Unfreundlich dafür die Polizeikontrolle: Ich sei 82 anstatt 60 km/h gefahren. Ich bin überzeugt, dass es nicht stimmt, übergebe dem Polizist aber trotzdem die geforderten 300 Dirham. Er bittet mich hinter das Auto, verhält sich verblüffend freundschaftlich und reicht mir 100 Dirham zurück. Alles klar: 200 für den Polizisten persönlich und wir bleiben Freunde…

    Bei der Römersiedlung bei Volubilis werden wir schon von Mohammed erwartet. Er führt uns durch die Ausgrabungen und zeigt uns insbesondere ganz gut erhaltene Mosaikböden. Hier haben einmal 22‘000 Personen gewohnt. Das Römische Reich war hier präsent bis ca 200 n Chr und damit die römische Kultur.

    Über die Panoramastrasse fahren wir anschliessend durch das Städtchen Moulay Idris, das malerisch am Hang liegt. Hier übernachten wir auf perfekten Standplätzen und essen im Restaurant die bis heute beste Tagine.
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  • Meknes

    October 31, 2023 in Morocco ⋅ ☁️ 20 °C

    Etwa 60 km östlich von Fes liegt Meknes (ca 800’000 Einwohner) in einer fruchtbaren Ebene am Fusse des mittleren Atlas.
    Meknes ist eine der 4 Königstädte (+ Fes, Rabat und Marrakesch). Sultan Moulay Ismail (1686 - 1741) hatte grosse Pläne für seine Königstadt. Die malerische orientalische Grossstadt mit ihrer Medina, Souks und Moscheen zählt wegen des architektonischen Erbes ihrer herrschaftlichen Bauten seit 1996 zum Weltkulturerbe.
    Prächtige Pforten so zb die Bab Mansour führen in die Stadt. Es gibt hier eine der wenigen Moscheen, die auch für Touristen zeitweise zugänglich sind und die sehr beeindruckt. An Place el Hedim besuchen wir die authentischen Markthalle mit vielen Köstlichkeiten und Absurditäten wie Schafsfüssen, ganze Tierköpfe und geschlachtete Tiere mit Hoden, weil die Marrokaner Fleisch von männlichen Tieren bevorzugen. Wir erfahren von unserm Führer, dass die sich Marrokaner wie ein Baum fühlen, dessen Wurzeln in Afrika und dessen Krone in Europa ist. Betreffend Gepflogenheiten ist alles erlaubt, jeder entscheidet für sich, was uns erstaunt, zumal diesbezüglich in andern afrikanischen Ländern doch viele Vorschriften bestehen.
    Am Nachmittag fahren wir weiter nach Fes. Eine wunderbare Fahrt führt uns über die Berge zur N13 und schlussendlich in die quirlige Stadt Fes, der nächsten Königsstadt.
    Auf einem idyllischen Platz am Rande der Stadt finden wir unsere SeaBridge-Kollegen versammelt wieder.
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  • Fes

    November 1, 2023 in Morocco ⋅ 🌙 21 °C

    Die Königsstadt ist das religiöse Zentrum des Landes und zudem die Stadt der Gelehrten und Handwerker.
    In der 1300 Jahren alten Medina scheint die Zeit bereits vor Jahrhunderten stehengeblieben zu sein. Jede Dynastie des Königreichs hat seit der Gründung der Stadt 789 durch Idris I und dessen Sohn Idris II und danach Hassan I und II einen bleibenden Abdruck für die Nachwelt hinterlassen.
    Bis 1956 war Fes unter dem Protektorat der Franzosen.

    Die Stadt hat 14 Tore (2 x 7 - heilige Zahl) und eine Stadtmauer von 15 km. Die Medina ist die grösste Fussgängerzone der Welt, und grösstenteils so schmal, dass ein Durchkommen nur zu Fuss oder allenfalls mit dem Esel möglich ist. Unweigerlich zieht Fes mit seinem Gewirr an Gässchen, Passagen und Souks Besucher in seinen Bann. Schon Schubkarren können nicht mehr kreuzen.
    Die Medersa Bou Inania, die Koranschule, ist nur eines der vielen eindrucksvollen Bauwerke der Epoche mit seinen farbig emaillierten Keramikfliesen, den zederhölzernen Ziergittern und meisterhaften Stuckarbeiten.
    Der Königspalast mit seinen 7 Türen ist einfach ein wunderbares Gebäude, am Ende einer riesigen Allee (erinnert an Champs Elysee). Die Türen werden mit Zitronen und Pomeranzen geputzt und strahlen mit ihren Spinnenmustern, ohne Anfang und Ende, in sauberem Glanz. Die Holzteile sind aus Zedernholz, die Säulen Carrera Marmor.
    Einfach wunderbar sind die bunten Mosaiksachen, die aus dem sehr feinen grauen Ton der Umgebung gearbeitet werden.
    Auch die Lederverarbeitung wird auf eindrucksvollste Art gezeigt, heute gemanaget durch eine Genossenschaft, der alle angeschlossen sind. Leder ist dann echt, wenn der Feueranzünder keinen Schaden anrichten kann und das Wasser permanent abperlt. Dazu wird es mit Kalk und Taubenmist gegerbt und mit Olivenöl eingerieben.
    Mitten in der Medina besuchen wir eine Weberei. Wir lernen, dass Seidenfäden von der Agave gewonnen und diese zu feinsten Stoffen in wunderbaren Farben gewoben werden.
    Unser heutiger Marsch durch Fes ist unvergesslich. In unzähligen Geschäften wird unglaublich viel Handwerkliches angeboten - von Textilien über Leder, Messing und Holz, Keramik und Schmuck und natürlich den vielen Süßigkeiten, von denen man aber sehr schnell satt wird.
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  • im mittleren Atlas-Gebirge

    November 2, 2023 in Morocco ⋅ 🌙 12 °C

    Heute erleben wir einen grossen Landschaftswechsel, von Fes geht es in die Berge. Fes liegt auf 450müM, bei Immouzer, nur 35km weiter haben wir schon 1350m erreicht. Unterwegs passieren wir mehrere „Barriere de Neige“, Schneesperren. Sie werden geschlossen, wenn die Strassen wegen Schnee nicht mehr zu befahren sind.
    Wir erklimmen den mittleren Atlas, fahren durch schattige Zedernwälder, wo wir völlig unverhofft auf Affen treffen. Am Strassenrand werden überall Aepfel und Granataepfel angeboten.

    Die Landschaft wird immer karger, die Behausungen immer ärmlicher. Die Schafherden werden zahlreicher und grösser, genügsam wie sie sind.
    Ueber einen kleinen Umweg gelangen wir zum Balkon d‘Ito, einem wunderbaren Aussichtspunkt und geniessen den Ausblick in die weite, hügelige Landschaft.

    Ein Stückchen weiter geht es durch Timadhit, ein typisches Berberstädtchen. Es herrscht lebhafter Betrieb und überall qualmen Holzöfen, auf denen die typischen Tajine schmoren.

    Vor den Col du Zad auf 2200m Höhe, einen kurzen Abstecher zum Kratersee mit tiefblauem Wasser. Kurz vor unserm Ziel Zaida, ein weiterer sehr lebhafter Ort, mit ganz vielen Metzgern, die am Strassenrand halbe Tiere anbieten. Für uns ein ungewohnter Anblick.

    Auf der ganzen Strecke hat uns ein starker Wind begleitet - umso mehr freut uns Camp Ksar Timbay, das versteckt und ruhig im Zedernwald liegt .
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  • die älteste KASBAH

    November 3, 2023 in Morocco ⋅ 🌙 12 °C

    Kasbah heisst Schloss oder Burg in arabischen Städten. Gegen Ende des 19. JH wurde der Begriff Kasbah auch auf die aus Stampflehm errichteten Festungsanlagen der Berber übertragen. Diese Festungsanlagen boten den Nomaden Schutz vor Wegelageren.
    Auf den Weg zum heutigen Ziel, den Minen von Ahouli sind wir durch eine beeindruckende Gegend gefahren und haben gelernt, wie reich an Mineralien die Erde hier ist. Die Minen von Ahouli liegen im Tal entlang dem Fluss Moulouya. Seit 1826 wurde hier von den Franzosen Bleierz gefördert. Verlassen und Verfallen präsentiert sich die ehemalige Arbeitersiedlung der Bleiminen bei Midelt.
    1970 wurde der Abbau eingestellt. Die Besichtigung der Minen war wenig spektakulär, die Umgebung hingegen faszinierend, mit der ältesten Kasbah Marrokos, dem Ausblick von der oben gelegenen Arbeitersiedlung ins Tal der Minen (den steilen Weg sind die Arbeiter jeden Tag gegangen) und die Wegfahrt aus dem Tal über schluchtartige Naturstrassen mit diversen Furten (leider alle trocken) und einer uralten Holzbrücke.
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  • Hoher Atlas

    November 4, 2023 in Morocco ⋅ ☀️ 17 °C

    Der Hohe Atlas ist das größte marokkanische und höchste nordafrikanische Gebirge. Es liegt südlich von Marrakech und reicht vom Atlantik bis über die Grenze zu Algerien. Der höchste Berg ist der Jebel Toubkal mit 4167 müM.
    Der Gebirgszug ist ähnlich und in Wechselwirkung entstanden wie unsere Alpen und eine Folge der Kollision der afrikanischen mit der europäischen Platte.

    Die Nacht war kalt aber mit unserer Standheizung kein Problem.
    Wir starten früh. Auf in den hohen Atlas. Einsame Strassen, teils geteert, teils Schotter, oft sehr löchrig und mit einigen Furten. Die Route folgt den Höhenzügen nach Westen bis Agoudal, vorbei am Tamalout Stausee durch verschiedene Dörfer, aber immer durch unglaublich eindrückliche Landschaften und über diverse Pässe; der höchste war 2640m hoch. Die Menschen leben hier sehr einfach. Die vielen Kinder freuen sich über die willkommene Abwechslung durch unser Vorbeikommen. Ueberall wird auf den Feldern gearbeitet. Der Esel ist hier nicht wegzudenken - er trägt seinen Herrn und versucht mit schnellen Schritten ans Ziel zu kommen, er ist Lastenträger zT beladen mit riesigen Holzbündeln oder er wird vor den Pflug gespannt. Die Menschen sind sehr freudlich, machen einen glücklichen Eindruck, winken und scheinen mit ihrem einfachen Leben im reinen zu sein.

    Die heutige Fahrt hinterlässt unglaublich viele Eindrücke, seien es schöne Begegnungen oder bizarre Landschaften.

    In Agoudal finden wir in der Kasbah Citoyenne einen sehr speziellen Uebernachtungsplatz und lassen den Abend mit einem traditionellen Essen ausklingen.
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  • Todra-Schlucht

    November 5, 2023 in Morocco ⋅ 🌙 16 °C

    Wir erleben Natur pur, bemerkenwerte Pässe mit hinreissendem Ausblick, dann wieder Oasen in tiefsattem Grün.
    Wir passieren Ait Hani und weiter geht‘s zur Todra Schlucht. Diese imposante Schlucht führt nach Süden Richtung Tinghir. Nach der bergigen Abfahrt wird es immer enger, die Felswände ragen bis zu 300m senkrecht hoch, ein kristallklares Wasser quillt aus Quellen und durchfliesst die Schlucht; im Flussbett ein reges Treiben. Esel löschen ihren Durst, ein Reiter (Berber) auf eine einem wunderbaren Araberhengst stolziert über die Steine, daneben verkaufen Strassenhändler ihre bunten Tücher. Auch wir sind käufig und decken uns mit einem Turban für die kommenden Wüstenfahrten ein.

    Wir lassen uns im nahen Camping Soleil nieder und machen einen Spaziergang durch dir fruchtbare Oase mit ihren Palmenhainen, zwischen den Gärten, die wir bisher nur von weitem fotografiert haben. Die Gärten werden durch ein ausgeklügeltes Grabenkonstrukt bewässert, das bereits die Römer verwendeten. Mit gezieltem Legen von Steinen fliesst das Wasser von einem Garten zum andern.
    Ueberall riesige Datelpalmen, Walnussbäume und Feigenbäume, auf den Feldern Luzerner Klee, für Mensch und Tier, Kohl, Peperoni und Granatäpfel. Das Land gibt für jeden etwas her, darben muss hier keiner.

    Zum Nachtessen gibt es eine weitere marrokanische Spezialität - Pastilla, eine echte Alternative zu Tajine.
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  • Tazzerine - Merzouga

    November 7, 2023 in Morocco ⋅ 🌬 16 °C

    Heute geht es weiter nach Süden über die Berge in die Steinwüste Tazzerine. Dattelpalmen erstrecken sich längs des Todra Flusses bis zur lebhaften Provinzhauptstadt Tinerhir. Zuerst kaufen wir bei Chez Michel Bier und Wein (gibt es nur da), danach schlendern wir zum Markt, wo alles angeboten wird, was man braucht: Gemüse, Früchte, Fleisch, Gewürze, Textilien und wovon Ruedi speziell begeistert war, Werkzeuge aller Art.
    Danach überqueren wir den Djebel Sarrho, den markanten Ost-West-verlaufenden Gebirgszug südlich des hohen Atlas. Ueber den Tiz‘n Tazazert-Pass (2‘283m), auf dem wir einen Espresso mit atemberaubender Aussicht geniessen, erreichen wir Narkop und fahren dann in staubiger Wuesteneinsamkeit zum Camp Serdar. Davor machen wir einen Abstecher über die Piste via Ait Ouazik und sehen uns die Felsgravuren an. Der Süden Marrokos ist erreicht.
    Die Dünen rufen. Wir durchqueren die steinige Wüstenebene mit einzelnen Bergen, fahren vorbei an Sanddünen, Palmenhainen und rotbraunen Lehmdörfern. 11km vor Rissani führt eine Piste zum runden Berg. Wir laufen den Berg hoch, kämpfen mit starken Winden, die uns den Sand gnadenlos ins Gesicht blasen. Oben öffnet sich eine wunderbare Aussicht in einen riesigen Krater. Die restliche Strecke nach Merzouga wird echt anspruchsvoll, weil die Scheibe auf Ruedi‘s Seite nicht mehr hoch geht. Nahe am Städtchen, das malerisch vor den hohen roten Sanddünen liegt, ist unser nächster Uebernachtungsplatz Nomade- Palace.
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  • Dünenfahrt

    November 9, 2023 in Morocco ⋅ ⛅ 28 °C

    Der Erg Chebbi bei Merzouga ist eines der zwei grossen Dünengebiete Marokkos. Malerisch liegt der Erg (Dünengebiet) fast an der Grenze Algeriens.

    Wir erkunden Sand und Dünen mit dem eigenen Fahrzeug und stellen bald fest, dass ein individuelles Fahren nach Koordinaten seine Tücken hat. Es gibt unübersehbar viele Pisten unf wenig Telefonempfang. Im Havariefall gefunden zu werden ist schwierig. Das Fahren im Sand ist anspruchsvoll, angefangen beim Einschätzen der Dünen bis zum richtigen Fahrtempo und der der Situation angepassten Fahrweise. Fast jeder ist einmal im Sand stecken geblieben.

    Schon ganz am Anfang mussten wir unsere Kollegen mit einem Toyota aus den Sand schieben. Wir haben dann ganze Arbeit geleistet und uns richtig „vergraben“. Mit sofortiger Hilfe unserer Toyota-Kollegen, zuerst mit Schaufeln, dann mit Schleppen, waren wir bald wieder flott. (Tip: ein dynamisches Seil verwenden)

    Bei einer Nomadenfamilie gab es Tee. Sie leben in selbstgewobenen Zelten auf einem Hügel. Wir sassen in diesem Zelt und tranken Tee, in einer Ecke die Grossmutter am Weben. Diese Ruhe und der Ausblick auf die Dünen war beeindruckend. Am liebsten wäre man geblieben. Die Nomaden leben sehr einfach sind aber total zufrieden. Auf die Frage was aus dem kleinen Jungen wird, kam ganz klar: Nomade.

    Nach diesem Ausflug gab es viel zu erzählen: Wie hoch darf der Reifendruck sein (wir: 1.8 atü oder weniger), wie fährt man die Düne an und was macht man, wenn man stecken bleibt.

    Für alle eine tolle Erfahrung!
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  • „4x4 light“ nach Mharesch Klamm

    November 10, 2023 in Morocco ⋅ 🌙 25 °C

    Gestern Abend sind wir mit Dromedaren in die Dünen geritten, um von der höchsten Düne den Sonnenuntergang zu schauen. Diese Stunden haben uns die Wüste noch einmal ein Stück näher gebracht. Es war einfach fantastisch, auf dem Rücken der Kamele in den Abend und immer höher auf die Dünen zu reiten.

    Danach sassen wir am Lagerfeuer mit einem Glas Wein und bewunderten den Sternenhimmel. Die Gnaur Musiker (Karabas, Metall Kastagnetten, Trommeln und der Guembri, eine dreiseitige „Gitarre“) haben für uns gespielt.

    Heute geht es von Merzouga nach Westen zum Mharesch-Klamm. Die nächsten 2 Etappen führen richtig durch die Wüste - keine Teerstrasse weit und breit und zum Teil auch keine rivhtige Naturstrasse. - Nur Sand und Felsen. Die typische Saharalandschaft mit Dünen, Bergen und Wadis (Trockenflusstäler) und mit dornigen Akazien. Das heutige Etappenziel liegt am nördlichen Zugang zur Mharesch-Klamm, ein einsamer Uebernachtungsplatz - meilenweit vom nächsten Dorf entfernt. Die Fahrt fordert nicht nur die Fahrer, auch die Beifahrer werden in den Bann gezogen.

    Wir fahren die südliche Anfahrt - Hassi Ramlia mit einem schwierigen weichsandigen Flussbett - das Qued Rheris muss überquert werden. Am Mittag werden wir vom einheimischen Führer zu einem schattigen Platz geführt, wo er ein Feuer macht und uns mit feinen Spiesschen überrascht. Danach der obligate Tee. Es folgen weitere sandige Passagen, die einen Slalom zwischen Tamarisken-Hügeln erfordern.

    Nach einer abenteuerlichen Fahrt finden wir unsere Auberge Oasis El Mharesch. Müde aber glücklich.
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  • Oasentour

    November 11, 2023 in Morocco ⋅ ☀️ 30 °C

    Von Mharesch nach Oumjrane; von Oase zu Oase - viel Sand und nur wenig Grün.

    Ein kompletter Fahrtag auf Piste - wieder im bewährten Klein-Konvoi (3 Autos), weil die Streckenführung äusserst volatil und zerfahren ist. Wir reduzieren den Druck unserer Reifen wieder auf 2 atü, was sich gestern sehr bewährt hat. Es geht weiter nach Westen auf staubigen sandigen Pisten, z. T. „Wellblech“, das entweder sehr langsam oder ausreichend schnell befahren wird.

    Wir queren die Schwemmebene der Mündung Mharesch-Wadis. Dann gibt es steinige, feste Piste in den parallel zur Ebene verlaufenden Bergen bis Sidi Ali. Die Häuser sind mehrheitlich aus den getrockneten Lehm/Strohblöcken gebaut. Diese werden vorfabriziert und dann aufeinander geschichtet. Sie sind sehr temperaturausgleichend in Gegensatz zu den neueren Häusern aus Beton. Ein einfaches Leben mit Natur und Tieren.

    Auf der folgenden sandigen Ebene lässt es sich flott fahren Richtung Oumjrane. Ein paar Sandzungen noch, dann lassen wir die Dünen endgültig hinter uns. Nach einer Teepause in der Auberge „Kem-Kem“ direkt zum einfachen, vor dem Ort Oumjrane liegenden Stellplatz, Auberge Tiyidda Oumjrane. In der Gegend bewirtschaftete Felder - Oasenwirtschaft.
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  • Die 5 Gebote des Islam

    November 12, 2023 in Morocco ⋅ 🌙 25 °C

    Die fünf „Knockers“ an der Kasbah-Türe versinnbildlichen die fünf Säulen des Islam. Es sind die wichtigsten Regeln für gläubige Moslems:

    1. DAS GLAUBENSBEKENNTNIS
    Es lautet "Aschhadu an la ilaha illa-lah wa aschhadu anna muhammadan rasulu-lah". Das heißt soviel wie "Ich bezeuge, es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Gesandter".

    2. DAS GEBET
    Fünfmal ruft der Muezzin zum Gebet in Richtung Mekka: in der Morgendämmerung vor Sonnenaufgang / nach dem Höchststand der Sonne / zwischen Mittag und Abend / zwischen Sonnenuntergang und Dämmerung /
    in der Dunkelheit vor der Morgendämmerung.

    3. DAS FASTEN
    Etwa 30 Tage soll einMuslim während
    des Monats Ramadan fasten. Von Tagesanbruch bis Sonnenuntergang ist es zum Beispiel verboten zu essen, zu trinken, zu rauchen oder Geschlechtsverkehr zu haben.

    4. SOZIALE PFLICHTABGABE
    Eine der fünf Säulen des Islam ist die Unterstützung der Bedürftigen, auch "Zakat" genannt. Vermögende sollen in der Regel 2,5 Prozent des „ruhenden Netto-Kapitalvermögens" gespendet werden.

    5. DIE PILGERFAHRT NACH MEKKA
    Einmal im Leben sollten Muslime eine Pilgerfahrt nach Mekka unternehmen, wenn sie dazu körperlich und finanziell in der Lage sind.

    ***

    Vom Camp in Oumjran fahren wir heute die Draa-Talstrecke nach Zagora. Das Draa-Tal zwischen Agdz und Zagora gehört zu den eindruckvollsten Landschaften in Marokko. Teils kurvig, teils gerade führt die Strasse dem Fluss entlang durch enge Schluchten, dann wieder über weite Hochebenen. Trutzige Kasbah- Komplexe bewundern wir auf beiden Seiten des Flusses. Riesige Palmenheine überall, entsprechend werden auch überall am Strassenrand Datteln angeboten. Am schönsten können wir die Palmenkulturen von der Terrasse des Restaurants Ennakhil in Nekop bewundern, wo wir eine Berberomelette geniessen, die uns köstlich geschmeckt hat. Auf der ganzen Strecke immer wieder Dörfer mit den alten Lehmbauten mit Gittern vor allen Fenstern, nicht wie vermuten lässt, wegen der Sicherheit, sondern weil es Schatten gibt, der sich in innern schön abzeichnet und weil die Frauen, die urspruenglich fast immer im Haus waren, nach draussen sehen können, ohne gesehen zu werden. Zagora mit seiner grossen Strasse und vielen Geschäften wirkt für uns schon fast grossstädtisch. Eine ordentliche und sehr lebhaftige Stadt.
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  • Zagora -> Tata

    November 13, 2023 in Morocco ⋅ 🌙 20 °C

    Wir fahren noch einmal in die Stadt um ein paar schöne Gebäude zu fotographieren. Eine stolze Stadt mitten in der Wüste.
    Dann geht es weiter entlang dem Djebel Bani bis Foum Zguid, einer echten Wüstenstadt.
    Wir durchqueren die Hochebene des Anti-Atlas (Atlas hinter dem Atlas). Die unglaubliche Weite der Landschaft mit z. T. hintereinander liegenden Bergen ist beeindruckend. Man ahnt die Unendlichkeit. Beim Städtchen Tissint am Qued Tissint besuchrn wir die sehenswerten Cascades d‘Atiq - mitten in der Wüste. Das Wasser kommt aus einer Quelle, die wie ein Einheimischer erklärt, nie versiegt. Direkt danach eine tiefe Schlucht, im Flussbeet lauter Palmen. Der Strasse entlang immer wieder Dromedars, die Blätter von den Sträuchern fressen. Es sind alles Weibchen mit Jungtieren, viel zierlicher als die Männchen. mit denen wir in die Dünen geritten sind. Auf der ganzen Strecke total malerische Bergstrukturen. Wir erreichen Tata, die Berberstadt, mit ca. 13000 Einwohnern und fahren direkt zu unserm Biwak, das nicht sichtbar von der Strasse, wie eine riesige Arena in den Hügeln liegt und uns das Gefühl der absoluten Freiheit gibt.

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  • im mittleren Atlas

    November 15, 2023 in Morocco

    Tata - Tafraoute

    Der Mittlere Atlas ist eine zum Atlasgebirge gehörende Gebirgskette von fast 500 Kilometern Länge. Der höchste Gipfel (Jbel Bou Naceur) erreicht 3356 m.

    Wir bleiben im mittleren Atlas und fahren heute nach Tafraoute. Hier leben die Ammeln, ein Berbervolk. Diese Bergoasenlandschaft in der Umgebung brachte ausreichend Nahrungsmittel für jahrhundertelang nach den Prinzipien der Selbstversorgung lebende Bevölkerung hervor. Nachdem sei 1980 die Regenfälle nachlassen oder ganz ausbleiben, arbeiten in den Wintermonaten ein Grossteil der arbeitsfähigen Männern in den Städten des Nordens. Bedingt durch die hohe Geburtenrate und die Einnahmen aus dem Tourismus ist wieder ein anhaltendes Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum zu verzeichnen.

    Viele kehren später wieder in die Heimat zurück, oft mit genügend Geld für ein kleines Haus in Tafraoute. So findet man viele dieser typischen neuen Berberhäuser, die aus Tafraoute eine schmucke und sehr saubere Stadt machen. Weizen, Gerste, Oliven, Feigen und Mandeln wachsen in den Oasentälern rund um Tafraoute und bilden die Lebensgrundlage der hier lebenden Bauern - die Täler der Ammeln.

    Durch eines dieser Oasentäler sind wir gefahren. Ait Mansour, eher eine Schlucht wie ein Tal, 34 km lang, sehr eng, kurvig und oft nur einspurig, tschungelartig, ohne Ausweichmöglichkeiten. Ein einzigartiges Erlebnis.

    Markantes Merkmal von Tafraoute und seiner näheren Umgebung sind die vielen grossen von Naturkräften (Wind und Regen) rundgeschliffenen Felsformationen aus Granit, die letztlich auf einen vulkanischen Ursprung dieses Teils den Antiatlas verweisen. Erwähnenswert sind auch die blauen Steine des belgischen Künstlers Jean Verame, der 1984 einige dieser Granitblöcke mit bunten Farben angemalt hat. Gefallen haben uns diese aber nicht.

    Heute besuchen wir den Wochenmarkt. Unter den vielen Einheimischen fühlen wir uns total wohl.

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  • Tafaroute -> Taroudant -> Marrakech

    November 17, 2023 in Morocco ⋅ 🌙 20 °C

    Wie immer, wenn wir in der Nähe von bewohntem Gebiet stehen, weckt uns der Muezzin bei Sonnenaufgang. In Marroko werden alle Aufrufe zum Gebet von richtigen Muezzins gesungen (kein Abspielen von Kasetten, wie es in andern Ländern z.T. vorkommt). 5 Gebete Richtung Mekka schreibt der Koran vor, das Gemeinschaftsgebet der Männer in der Moschee ist nur freitags Pflicht. Jeden Tag ruft er die Gläubigen zum Gebet auf: „Allah ist gross. Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt ausser Allah. Ich bezeuge, dass Mohammed Allah‘s Gesandter ist“.

    Von Tafraoute geht es weiter nach Norden, bergig, kurvig bis auf 1600m hoch. Prominent auf einem der Hügel liegt Agadir Tasquent, ein Getreidespeicher, ein weit verzweigtes Bauwerk, mit 350 Räumen - leider geschlossen. Nach der schier endlosen Querung der Hochebene, der Abstieg ins Sous -Tal Richtung Taroudant, mit weitem Ausblick bis zum entfernten Atlas. Im fruchtbaren Tal wachsen Orangen, Mais, Oliven und im
    nahen Taliouine der echte Krokus Sativus, aus dem Safranfäden gewonnen werden (100‘000 Blüten für 1 Kilo Safran).

    Wir sind eindeutig im Gebiet der stacheligen Arganbäume, auf die die Zeigen klettern um zu Fressen. Schon bei der Anfahrt von Taroudant sind wir beeindruckt von der umgebenden roten Stadtmauer aus Stampflehm. Zuerst fahren wir über eine lange Brücke über das gewaltige Qued (Fluss) Sousse, das leider total ausgetrocknet ist. Dann durch das Zentrum mit vielen schönen Gebäuden zu unserm Camp. Taroudant gilt als die grosse Schwester von Marrakesch. Die heute ca. 90‘000 zählende Provinzhauptstadt wurde mehrmals in zahlreichen Konflikten der bewegten Geschichte Marrokos weitgehend dem Erdboden gleich gemacht. An das kürzliche Erdbeben erinnert nur ein Zeltcamp am Stadtrand, wo anscheinend Menschen aus der stärker betroffenen Umgebung untergebracht sind.

    Es ist 32 Grad. Glücklicherweise hat sich Renate wieder etwas einfallen lassen: Wir werden mit kleinen Kutschen abgeholt und durch die ganze Stadt chauffiert. Danach geniessen wir das allabendliche bunte Treiben in der Medina und den Souks. Im typisch marrokanischen Restaurant Inane Soussia lassen wir den Abend ausklingen.

    Wir suchen „Carrefour“ und verirren uns in ein Villenquartier von Marrakech. Das Angebot des Lebensmittel-Ladens bestätigt uns, dass sich unser Standplatz für die nächsten drei Nächte in einem sehr guten Bezirk befindet.

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  • Marrakech, die rote Stadt

    November 20, 2023 in Morocco ⋅ 🌙 17 °C

    Marrakesch, die Stadt der Farben und Gerüche. Al Magreb - wo die Sonne untergeht, Marrakech ist die letzte Stadt vor dem Atlas.
    Yusuf ibn Tschfin(1009-1106) eroberte das heutige Nordmarroko und Andalusien und liess Marrakech zur Hauptstadt seines Reiches ausbauen. Unter seinem Sohn Ali ibn Jusuf wurde die Stadt erheblich erweitert und die bis heute erhaltene Stadtmauer errichtet.

    Hauptattraktion in der Stadt ist der Djemaa el Fna (arabisch Versammlung der Toten), der mittelalterliche Markt- und Henkersplatz, heute ein lebendiger Ort orientalischer Geschichtenerzähler, Schlangenbeschwörer. Affenhalter und Gaukler. Nur 200 m entfernt ist die Koutoubia Moschee. Das Almohaden Minarett ist stilprägend für Marroko.

    Wir besichtigen auch die Saadier Gräber (Maosoleum), Grabstädte der Saadier Herrscher von 1557-1664, prächtig verziert. Nicht zu übertreffen war jedoch das Palais Bahia (strahlend). Erst Ende des 19.Jh. liessen sich zwei Grosswesire der Alwiden-Sultane ein standesgemäss luxuriöses Anwesen errichten, das vor Prunk nur so strotzt: Auf 8000m2 traumhafte Gärten mit Orangenbäumen, Jasminbüschen, Zedern, Oliven und vielen Gewürzen u.a. Pfefferstauden, Ingwer und Thymian, eine Moschee, Riads und ein Hammam, reich verziert mit den besten Materialien des Königreichs. Unglaublich schöne Handwerksarbeiten aus Zedernholz, Gibs, Mosaiken und Marmor.

    Obwohl wir schon mehrere Souks gesehen haben, stürzten wir uns ins Getümmel und schauten den Handwerkern zu, wie sie in ihren sehr kleinen Werkstätten mit einfachsten Mitteln schöne Gewerke herstellen.

    Die Stadt ist aufgeteilt in Medina (alter Teil innerhalb der Stadtmauern) und die Neustadt. Marrakesch wird auch die rote Stadt genannt. Heute noch müssen alle Bauten diese Farbe haben. Wirtschaftlich lebt die Stadt neben Handel und Gewerbe, Teppichherstellung und Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte vor allem vom Tourismus.

    Ein schöner Abschluss unserer Besichtigung von Marakesch bildete der Besuch des Anima-Gartens. Die 3 ha grosse, opulente botanische Inszenierung des Universalkünstlers Andre Heller (Oe) ist ein magischer Ort der Sinnlichkeit, der Freude und der Inspiration. Ueber 250 verschiedene Pflanzenarten von Bambus über Palmen zu Kakteen interagieren mit Werken von Pablo Picasso, Keith Haring, unentdeckten marokkanischen Talenten und vielen mehr.
    Nach dem Besuch gehen wir nochmals zurück in die Medina zum Souk und zum Nachtessen. Das bunte Treiben auf dem Djemaa el Fna ist abends noch eindrücklicher. Die mörderische Fahrt mit dem Taxi zurück zum Camp werden wir wohl nicht so schnell vergessen. Nach 3 Tagen verlassen wir die unglaubliche Stadt und fahren weiter nach Norden.

    PS: Betreffend kürzlichem Erdbeben haben wir bis auf einige Risse in ohnehin nicht sehr standfesten Mauern und Fassaden nicht viel bemerkt.
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  • Europa in Sicht

    November 22, 2023, Balearic Sea ⋅ 🌬 16 °C

    Mohamedia - Asilah - Tanger

    Die letzten Etappen unserer Tour - zum Fähr-Hafen Tanger Med.

    Die NW-Ecke Marokkos ist richtig grün und sehr fruchtbar: viele Olivenhaine, Kartoffeln und Gewächshäuser mit Bananen und Mandarinen. Casablanca, Rabat und weitere Städte sind hier positioniert und die Region ist gut erschlossen mit Autobahn und Zubringerstrassen.

    In Mohammedia unseren ersten Übernachtungsplatz sind wir wieder einmal am Atlantik. Wir geniessen das Spiel der Wellen und den schönen Sonnenuntergang.

    Asilah, bald unser letzter Standplatz, ist eine schöne kleine Stadt, auch direkt am Meer. Wir schlendern dem Ufer entlang in die Medina. Die schönsten Gebäude wo auch immer sind die Moscheen. Am Abend gibt es zum Abschied der Tour ein feines Essen im typischen Fischrestaurant. Renate ruft uns alle unsere Etappen unserer Marokkotour in Erinnerung: Wir haben wirklich viel erlebt!

    Auf dem Weg nach Tanger ein kleiner Abstecher zu einer Lagune: Ein Kommen und Gehen der kleinen Fischerboote, die Ihren Fang an Händler verkaufen bei grossem Geschrei der Möven. Von Kap Spartel sehen wir bereits das nahe Spanien. Das Museum im Leuchtturm hat viel zu erzählen über die Meeresschlachten in der nur 14 km breiten (…aber 900 m tiefen) Enge von Gibraltar.

    Von Tanger sind wir total begeistert. Eine sehr schöne Medina mit schmucken Geschäften und vielen schönen Gebäuden in den Gassen, die hier nicht ganz so schmal sind, wie in den früheren Städten. Ein Prachtsbau ist die grosse Moschee, mit dem Blick auf den Hafen.

    Unser letzter Stellplatz in Marokko liegt sehr idyllisch im Camping Miramonte und wir bekommen mit unserem kleinen Fahrzeug den allerschönsten Standplatz! - Nochmals schlafen wir gut in unserem Ländy… 🥱

    Morgen 1545 Uhr geht es mit der GMV-Fähre wieder zurück nach Genua; mit einem weinenden und auch mit einem lachenden Auge.
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  • …der Blick zurück 🐪🌴☀️

    November 27, 2023 in Switzerland ⋅ 🌧 3 °C

    Wir haben unseren bewährten Ländy ausgeräumt und vom Sand und Staub befreit, unseren lieben Jano in Ostermundigen von Doris und Pe abgeholt und sitzen wieder wohlbehalten in unserer warmen Wohnung in Wollishofen. Noch lange werden wir an diese schöne und total gelungene Reise zurückdenken: an die vielfältigen Eindrücke des nordafrikanischen Landes, auch an die kompetente Reiseleiterin und die sehr angenehmen Mitreisenden der Sea-Bridge-Gruppe, die wir kennenlernen durften.

    Am Donnerstag waren wir noch im sommerlichen Marokko! - Ein langes Warten am Fährhafen Tanger Med und unendliche Kontrollen prüfen nochmals unsere Gelassenheit, die wir in den letzten Wochen gelernt haben. Doch irgendwann finden wir den Teil unserer Kollegen, der auch nach Genua fährt, auf der Fähre wieder. Wie schon auf der Hinfahrt, hat Ruedi eine Luxus Kabine reserviert, so dass wir eine angenehme Ueberfahrt hatten. Da das Schiff trotz (…oder grad wegen Starkwind im Golf du Lion) 3 Stunden früher in Genua war, sind wir bereits am Samstag direkt nach Hause gefahren.

    Was wir nicht besucht haben, ist die Westsahara. Der Konflikt um die Westsahara eskalierte, als der marokkanische König Hassan II die Bevölkerung am 6. November 1975 zum sogenannten „grünen Marsch“ (Al Massira) in die Westsahara aufforderte. An diesem Marsch nahmen 350‘000 Marokkaner teil. Seither schwelt der Konflikt zwischen Marokko und den Saharauis, die für einen unabhängigen Staat auf dem Territorium kämpfen.

    Eine sehr schöne Reise geht zu Ende. Wir haben uns in Marokko immer wohl gefühlt. Die Menschen sind sehr nett und aufmerksam. Das Land hat viel zu bieten von wunderbaren Landschaften (die Sahara ist die grösste Wüste per Definition trocken und unfruchtbar nach der Antartkis und der Arktis) über viele schöne Bauten mit tollen Mosaiken, Zedernholzschnitzereien und Gipsstukkaturen zu Gegensätzen wie lebhaften Souks und weiten sparsam besiedelten Landschaften von grosser Faszination.
    Das Strassenbild vieler Orte sieht chaotisch und unorganisiert aus. Die Behausungen oft sehr ärmlich. Trotzdem sieht man vor allem auf dem Lande sehr viele zufriedene Gesichter. Dies bestätigt uns auch unser Reiseleiter-Gehilfe Jamal, der sein Heimatland ja sehr gut kennt. Anders ist es in den Städten. Dort ist die Hoffnungslosigkeit der Jugend, die sich stark an Europa orientiert, gross. Die Ruhe und die Zufriedenheit im Zelt der Nomaden-Familie, bei der wir Tee getrunken haben, werde ich nie vergessen. Mit wenig auszukommen ist die Kunst der Zufriedenheit.
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    Trip end
    November 27, 2023