Colombia
Punta Ancón

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11 travelers at this place:

  • Day181

    Santa Marta / Taganga

    November 27, 2018 in Colombia ⋅ ⛅ 34 °C

    Die Fahrt nach Santa Marta war eine halbe Weltreise. Von El Cocuy bis dahin waren es etwas mehr als 800km. Für diese 800km habe sage und schreibe 31 Stunden gebraucht!
    Und das lief so ab: nach dem Chaos um die gesperrte Straße fuhr der Bus in El Cocuy wider Erwarten am Abend los. Es war etwa 19.30 Uhr. Anders als gedacht, hielt der Bus aber nicht bei der Sperrung an und wie wechselten auch nicht den Bus, sondern er fuhr einfach drüber. Ich konnte nicht genau erkennen was da genau passiert ist. Ein Erdrutsch vielleicht. Könnte aber auch eine Baustelle gewesen sein. Jedenfalls fuhr der Bus erst in ein tiefes Loch, es wackelte heftig und dann fuhren wir wieder aus dem Loch raus. Der Busfahrer schien auf jeden Fall sehr erleichtert zu sein, als wir die Stelle passiert haben.
    Nach einer Stunde etwa hielt der Bus dann in irgendeinem einem Dorf an, der Busfahrer ging in die Kneipe und ich wartete mit ein paar wenigen anderen Passagieren auf dem Dorfplatz auf den nächsten Bus, der mich nach Tunja bringen sollte. Das tat er dann auch. Die Fahrt dauerte etwa 8,5 Stunden und ich konnte sogar ein wenig schlafen, da ich ausnahmsweise mal einen Dopplelsitz für mich allein hatte.

    Um kurz vor 4.00 kamen wir in Tunja an. Für die Uhrzeit war relativ viel los in dem überschaubaren Terminal. Dennoch wollte ich da so schnell wie möglich wieder weg und war froh, dass der Minivan nach Bucaramanga schon um 4.30 fuhr. Wieder hatte ich 8 Stunden Fahrt vor mir. Es war Sonntag und eigentlich habe ich gedacht, dass dadurch weniger los sein wird auf den Straßen, dem war aber nicht so. Schon morgens früh war der Verkehr groß, so dass es auf der einspurigen Straße teilweise nur langsam vorwärts ging. Dazu kam noch das ständige Anhalten, an jeder Ecke, teilweise alle paar Meter. Bushaltestellen wären da effizienter gewesen, aber gut.

    Irgendwann stieg dann auch ein Opi mit Hut ein und setzte sich neben mich, natürlich. Nervte mich schon, weil er sich recht breit gemacht hat und mir dadurch sehr Nahe kam. Das brauchte ich am frühen morgen nun wirklich nicht. Zu dem Zeitpunkt war ich schon etwa 12 Std. unterwegs und wollte nach der kurzen Nacht eigentlich nur meine Ruhe. Das wusste der Opi aber natürlich nicht und fing an mich vollzuquatschen. Er erzählte mir hauptsächlich von dem Canyon, den wir in 3 Std. passieren würden und hat mir vorgeschlagen mich zu dem Aussichtspunkt zu begleiten. Er liegt ja auf der Strecke und man braucht auch nur 1 Std. dahin - klar, kolumbianischer Zeit, eigentlich wären es wahrscheinlich 3 Std. Als wir dann an dem Canyon vorbeifuhren, benahm sich der Opi wie so ein kleines Kind in Disney World. Total aufgeregt zeigte er ständig auf die Schlucht „mira!“ (schau!), kannte jede Kurve und sagte mir auch wann ich am besten ein Foto machen kann.
    Als er ausgestiegen ist, hat er mir noch einen Filmtipp über den Canyon gegeben und seine Telefonnummer aufgeschrieben, für den Fall, dass ich mehr über den Canyon oder Kolumbien wissen möchte. Nett.

    Nächster Halt Bucaramanga. Hier hatte ich 3 Stunden Aufenthalt, die ich mit mich frisch machen, essen, Handy aufladen und warten verbracht habe - genau in dieser Reihenfolge. 15.30 Uhr ging es weiter, mich erwarten 10 Stunden Fahrt in einem semi-komfortablen und eiskalten Bus. Wenigstens hatte ich einen Doppelsitz für mich alleine und der Bus war recht leer, so dass die Chance groß war, dass ich mich etwas ausbreiten kann. Dachte ich. Bis sich ein jungen Mann neben mich setzte als ich gerade eingeschlafen bin. Warum nur?!! Der Bus war fast leer! Wenn ich nicht so müde gewesen wäre, wäre ich einfach über ihn drüber gestiegen und hätte ich mich umgesetzt. Und dann fing er auch noch an sich mit mir zu unterhalten. Ich weiß, die Leute sind neugierig und meinen das nur gut und grundsätzlich freue ich mich auch immer, wenn man sich mich Einheimischen austauschen kann, nur nicht wenn man übermüdet im Bus sitzt und einfach nur schlafen möchte.

    Pünktlich um 1.30 Uhr kam der Bus in Santa Marta an. Ich hatte es tatsächlich geschafft und die längste Busfahrt meines Lebens hinter mich gebracht. Als ich vor Jahren mal 18 Std. in einem Bus von Polen saß, hab ich gesagt, nie wieder eine so lange Busfahrt. Tja, nun sind 31 Std. die neue Schmerzgrenze.

    Jetzt wollte ich nur noch ins Bett. Das Hostel lag allerdings nicht direkt in Santa Marta, sondern in dem Nachbarort Taganga. Es war mir irgendwie nicht möglich in Santa Marta ein Hostel zu finden, dass nett und kein Partyhostel war. Ich wurde bereits vorgewarnt, dass es an der Küste viele solcher Hostels gibt, da es eine deutlich touristische Region ist, in der sich feierwütige Backpacker gerne aufhalten. Das hieß aber auch nochmal 20 Minuten Taxi fahren.

    Der nächste Morgen. Meine Zimmermitbewohnerin war schon recht früh wach und hat mich mit ihrem Rumgekramme geweckt. Gut, beschweren konnte ich mich nicht, schließlich bin ich um 2 Uhr nachts angekommen und war ebenfalls nicht gerade leise.
    Einmal wach, kann man auch direkt aufstehen, duschen und frühstücken. Die Dusche hat mich dann auch so richtig wach gemacht, sie war nämlich kalt! Und wer war Schuld? Das Klima! Im positiven Sinne, natürlich. Es war nämlich heiß, so richtig tropisch-karibisch heiß. Da braucht man dann auch keine warmen Duschen, dafür aber Klimaanlagen in den Zimmern, die auf eisige Temperaturen runtergedreht werden. Es war vieles neu für mich an der Küste und ich wusste noch nicht, ob mir das alles so gut gefallen würde…

    Was mir aber von vornherein gefallen hat, waren die Hängematten, die es überall gab. So hab ich mich nach dem Frühstück einfach in eine reingelegt und darin den halben Tag abgehangen. Das hab ich mir nach der langen Fahrt verdient. Und wenn der Hunger sich nicht gemeldet hätte, wäre ich auch den ganzen Tag da drin geblieben. Es blieb mir alsi nichts anderes übrig als raus zu gehen und mir was zu essen zu suchen.

    Da sah ich dann aber auch zum ersten Mal wo ich eigentlich gelandet bin.
    Taganga war ein größeres Dorf mit einer größeren halb-fertig gepflasterten Straße, der Rest waren staubige Schotterstraßen, wild zusammengestellten kleinen und ziemlich ungepflegten Häusern, einer nicht schönen Strandpromenade und ein paar All-In-Geschäften. Dazwischen fanden sich einige Surf-Schulen, Hostels und Bars/Restaurants. Anders als die bisherigen kolumbianischen Dörfer, hatte dieses irgendwie keinen Charm. Man hatte nicht das Gefühl, dass erst das Dorf da war und dann kamen die Touris, sondern dass es viel mehr für den Tourismus entstanden ist.

    Es war auch nicht ganz einfach was Gescheites zu essen zu finden. Zur Mittagszeit waren nur an der Strandpromenade einige Plastikstuhl- und Fastfoodrestaurants geöffnet, die allerdings nicht wirklich einladend aussahen.
    Am Ende habe ich mich für eine Bude entschieden, die mir frischen gedünsteten Fisch serviert hat, der mich die ganze Zeit anguckte. Schmeckte aber ganz ok. Man hätte ihn nur vorher noch etwas besser entschuppen können.

    Später habe ich dann noch einen der Strände ausprobiert, der mir vom Hostelbesitzer empfohlen wurde... Wäre ich doch besser in der Hängematte im Hostel geblieben. Der Strand war klein, dreckig, hässlich und laut (durch die vielen Boote).
    Alles in allem: kein wirklich guter erster Tag an der so viel gelobten Küste.

    An Tag 2 habe ich mich dann nach Santa Marta aufgemacht, allein deshalb schon, weil ich hoffte dort etwas besseres zu Essen zu finden. Und so war es dann auch. Der Stadtkern war super touristisch, aber so fand man zumindest ein paar schickere Cafés und Restaurants mit gutem Essen.
    Santa Marta an sich war aber eher unspannend. Es gab nichts wofür es sich gelohnt hätte in diese Stadt zu fahren, abgesehen von dem Essen und den Kaffee. Abends sollte es dort aber ganz nett sein, da das Leben dann wohl auf der Straße stattfindet. Gleichzeitig sollte man sich gerade dann dort nicht aufhalten, da zu gefährlich. Ja was denn nun?! Verwirrend.

    Also ging es am späten Nachmittag wieder zurück nach Taganga.
    In der Regel ist es in Südamerika immer einfacher einen Bus hin als zurück zu finden, da man nie genau weiß, wo der Bus abfährt. So war das hier auch. In die Stadt habe ich den Bus #24 genommen und wurde am Markt rausgelassen. Zurück musste ich aber im Zentrum in den Bus #11 einsteigen, die #24 fuhr nämlich nicht zurück nach Taganga. Genauso wie die #11 nicht in die Stadt fuhr. Es war nicht ganz logisch, aber was soll man machen?!
    Wo genau ich in die #11 einsteigen musste, wusste ich nicht. Zufällig habe ich aber vorher auf einer der Hauptstraßen den Bus mit einem „Taganga“ Schild gesehen und bin also dahin. Diese Straße war am Nachmittag die totale Reizüberflutung. Eine Einkaufsstraße, eng, voll mit Menschen, lauten Busen, hupenden Autos und Motorrädern, aus jedem 2. Laden dröhne laute Reggaeton Musik, Leute, Kinder, alle schrien rum, jeder wollte dir was verkaufen...ich wollte da nur schnell durch.
    Das einzig Gute waren lediglich die vielen Foodverkäufer. Das beste Essen bekommt man immernoch auf der Straße. So war das hier auch wieder mit der leckeren Arepa, die ich mir noch schnell mitgenommen habe.

    An einer ruhigeren Straßenkreuzung hab ich nach dem vermeintlichen Bus #11 Ausschau gehalten, meine Hand ausgestreckt als er kam und bin eingestiegen. Diese Busfahrten sind auch immer wieder faszinierend, egal wie voll der Bus ist, egal ob da schon einer aus der Tür hängt, ein Fahrgast geht immer noch rein und für einen Musiker oder einen Schokoriegel-Verkäufer ist auch immer noch Platz.

    Im Hostel dann nur noch tranquilo, tranquilo.
    Nächster Halt: Tayrona Nationalpark.
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You might also know this place by the following names:

Punta Ancón, Punta Ancon

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