• Werner Götz
Attuale
  • Werner Götz

Südschweden

Sechs Wochen durch den Süden Schwedens mit dem Wohnmobil, die meiste Zeit außerhalb der Saison. Ein Paradies für Wohnmobilisten. Unsere Fahrt führt uns von Malmö bis nach Stockholm und Upsala und an der Westküste über Göteborg zurück. Leggi altro
  • Die Filmbyn Småland und Katthult

    3 settembre, Svezia ⋅ ☁️ 17 °C

    Rund 20 Kilometer weiter machten wir dann einen Stopp beim der Filmbyn Småland. Hier finden sich Original-Kulissen der Astrid-Lindgren-Verfilmungen, etwa von Michel aus Lönneberga, Ronja Räubertochter, Ferien auf Saltkråkan, Nils Karlsson Däumling, Die Kinder aus Bullerbü und Pippi Langstrumpf. Man läuft durch die originalen Schauplätze, kann sich Originalkostüme und Requisiten anschauen und erfährt, wie die Filme entstanden sind. Zu sehen sind etwa Pippis Küche und Emils Werkzeugkammer. Anders als in Astrid Lindgrens Näs geht es in Filmbyn nicht um ihr Leben, sondern um die Verfilmung ihrer Werke.
    Weitere acht Kilometer entfernt findet sich Katthult, der Bauernhof, auf dem in den 1970er-Jahren die Michel-aus-Lönneberga-Filme gedreht wurden. Eigentlich heißt der Hof Gibberyds Gård; erst seit 2000 trägt er offiziell den Namen Katthult. Ein echter smaländischer Bauernhof aus dem 19. Jahrhundert, seit 1898 von derselben Familie bewohnt, äußerlich seit den Dreharbeiten kaum verändert.
    Gedreht wurde vor Ort in Gesindehaus, Scheune und Michels Werkstatt (Tischlerschuppen, eigens für die Filme errichtet); Innenaufnahmen des Haupthauses entstanden dagegen in einem Studio in Mariannelund. Das Haupthaus ist bis heute bewohnt und nicht zugänglich, der Rest des Hofs frei begehbar – inklusive Michels Holzschuppen mit seinen geschnitzten Figuren, Fahnenmast (an dem Ida gehisst wurde) und den Tieren.
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  • Astrid Lindgren Näs, ihr Geburtshaus

    3 settembre, Svezia ⋅ ☁️ 15 °C

    Der heutige Tag steht fast komplett im Zeichen von Astrid Lindgren, der wohl bekanntesten Autorin von Kinderbüchern weltweit. Es seien nur Pippi Langstrumpf mit der Villa Kunterbunt genannt, die Kinder aus Bullerbü, Michel aus Lönneberga sowie Ronja Räubertochter, um nur einige zu nennen. Als erstes besuchten wir das Näs bei Vimmerby, ihr Geburtshaus. Dazu gehören einige Nebengebäude des Hofs, das Pfarrhaus, Garten und das Besucherzentrum mit der absolut sehens- und lesenswerten Geschichte Astrids Lindgrens. Das Geburtshaus konnten wir innen nicht besichtigen, das ist nur im Rahmen von Führungen möglich mit einer sehr begrenzten Zahl von Besuchern, und die um 11 Uhr war trotz Nebensaison ausgebucht.
    Astrid Anna Emilia Ericsson wurde 1907 auf dem Bauernhof Näs geboren. Näs war ein Pfarrhaus, von dem ihre Eltern Land pachteten und bewirtschafteten – kein großer Hof, aber groß genug, dass viele Arbeitskräfte gebraucht wurden, und die Bauernkinder arbeiteten Seite an Seite mit Mägden und Knechten. Sie wuchs mit drei Geschwistern in einer als frei und unbeschwert beschriebenen Umgebung auf – Klettern, Spielen im Heu, viel Zeit draußen. Diese Kindheit auf Näs bildet später den atmosphärischen Kern vieler ihrer Bücher (Bullerbü, Michel aus Lönneberga).
    Mit 17 Jahren wurde Astrid ungewollt schwanger, von einem 30 Jahre älteren verheirateten Mann. Unehelich und in einer Zeit, in der das ein erhebliches gesellschaftliches Stigma bedeutete. Um der Situation in der kleinen Stadt Vimmerby zu entgehen, ging sie nach Stockholm. Ihren Sohn Lars brachte sie 1926 zur Welt und musste ihn zunächst zu einer Pflegefamilie in Dänemark geben, da sie ihn finanziell nicht versorgen konnte. Erst einige Jahre später konnte sie ihn zu sich holen. Diese Erfahrung – Trennung vom eigenen Kind – prägte sie tief.
    1931 heiratete sie Sture Lindgren. Ihre schriftstellerische Tätigkeit begann 1944. Im selben Jahr verstauchte sie sich den Fuß, war bettlägerig und schrieb, um sich die Zeit zu vertreiben die Pippi-Langstrumpf-Geschichten auf, die sie zuvor ihrer Tochter Karin erzählt hatte. 1945 erschien das erste Pippi-Buch. Parallel arbeitete sie 24 Jahre lang als Lektorin beim Verlag Rabén & Sjögren und engagierte sich zeitlebens politisch – u. a. gegen Gewalt an Kindern und für Tierschutz. Auf ihr politisches Engagement wird direkt zurückgeführt, dass Schweden 1979 als erstes Land der Welt körperliche Züchtigung von Kindern in der Erziehung per Gesetz verbot. Und ihre öffentliche Kritik trug maßgeblich zu einem schwedischen Gesetz gegen Massentierhaltung bei.
    Ihre Steuersatire sorgte 1976 auch für die Abwahl der Sozialdemokraten. In diesem Jahr sollte Lindgren 102 % Grenzsteuer zahlen. Ihre Reaktion: das Satire-Märchen „Pomperipossa in Monismanien". Es löste eine landesweite Steuerdebatte aus und gilt als einer der entscheidenden Faktoren für die Wahlniederlage der Sozialdemokraten im Herbst 1976 – erstmals seit 40 Jahren. Lindgren blieb dennoch zeitlebens Sozialdemokratin. Gestorben ist die am 28. Januar 2002 im Alter von 94 Jahren in Stockholm. Bis heute wurden etwa 200 Millionen Bücher von ihr weltweit verkauft. Sie erhielt u. a. den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels; seit 2002 verleiht die schwedische Regierung ihr zu Ehren jährlich den Astrid-Lindgren-Gedächtnis-Preis, mit rund 560.000 € der höchstdotierte Kinder- und Jugendliteraturpreis weltweit.
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  • Die Perle der Ostseeküste, Västervik

    2 settembre, Svezia ⋅ ☁️ 20 °C

    Västervik, oft als „Perle der Ostküste“ bezeichnet, liegt in Småland an der schwedischen Ostküste inmitten des Schärengartens von Tjust. Wahrzeichen der Stadt ist die Burgruine Stegeholm auf einer kleinen Insel direkt am Zentrum, in der Einfahrt zur Bucht Gamlebyviken. Die Burg wurde um 1370 im Auftrag von Albrecht II. von Mecklenburg errichtet, um die Wasserwege zur Stadt zu sichern, wechselte im Laufe der Jahrhunderte mehrfach den Besitzer und wurde wiederholt zerstört und wieder aufgebaut. 1677 brannte sie im Zuge eines dänischen Angriffs endgültig nieder und wurde danach nicht mehr instand gesetzt.

    Die Innenstadt von Västervik ist geprägt von alten Holzhäusern, kleinen Gassen und einem lebendigen Zentrum mit Cafés, Restaurants und Geschäften. Markantes Wahrzeichen ist die St.-Petri-Kirche mit ihrer roten Backsteinfassade, die zwischen 1903 und 1905 im neugotischen Stil erbaut wurde und die ältere St.-Gertrud-Kirche als Hauptkirche der Stadt ablöste. Geweiht von Bischof Carl Wilhelm Charleville, besitzt sie ein hölzernes Gewölbe im Mittelschiff sowie eindrucksvolle Fenster. Bemerkenswert sind gleich drei Orgeln im Innenraum – eine aus Stockholm, zwei weitere aus Dänemark –, die bei Konzerten gemeinsam zum Einsatz kommen. Ein besonderes Detail ist ein Heiligenbild aus recycelten Militärplanen des Künstlers Mats Hermansson.
    Auf der Weiterfahrt zum Astrid Lindgrens Näs in Vimmerby gab es die Gelegenheit nach einem Regenschauer kurz die Drohne steigen zu lassen, um eben den Regenbogen mal aus einer anderen Perspektive zu sehen.
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  • Stensjö By - das Dorf von Bullerbü

    2 settembre, Svezia ⋅ ☁️ 18 °C

    Stensjö By ist ein gut erhaltenes Kleinbauerndorf aus dem 19. Jahrhundert in Småland und wird heute als Freilichtmuseum betrieben, jedoch ein bewohntes, in dem noch heute Menschen leben und arbeiten. Die einzelnen Gehöfte und Gärten sind original erhalten und vermitteln einen authentischen Eindruck vom bäuerlichen Leben jener Zeit. Bekanntheit erlangte der Ort vor allem als Drehort für Astrid-Lindgren-Verfilmungen: Hier wurden zahlreiche Szenen für die Verfilmung von "Die Kinder von Bullerbü" gedreht, ebenso Szenen für "Michel aus Lönneberga". Wer die Filme kennt, erkennt einzelne Gebäude, Zäune und Wegeführungen im Dorf wieder, was dem Rundgang einen zusätzlichen Reiz verleiht.
    Jetzt in der Nachsaison wirkte Stensjö By fast wie ausgestorben. Wir waren anfangs die einzigen Besucher in dem Dorf, erst nach einer Weile kamen noch ein paar weitere Leute dazu. Das Café war zu dieser Jahreszeit wie üblich geschlossen, mithin fiel Kaffee und Kuchen mal wieder aus. Holen wir beim nächsten Stopp nach. Zum Abschluss sind wir noch kurz den schönen Rundweg durch den angrenzenden Wald gegangen, der als Viehweide dient – ein ruhiger, stiller Ausklang des Besuchs ohne größere Attraktionen, aber mit angenehmer Herbststimmung zwischen den alten Bäumen.
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  • Eine Klosterruine, ein Steinbruch und Gunnarsö

    1 settembre, Svezia ⋅ ⛅ 19 °C

    Unterwegs zum Ziel noch ein Stopp an der Klosterruine Kronobäck von der aber nur noch wenige Mauerrest zu sehen sind. Es entstand um 1292 zunächst als Hospital für Leprakranke, 1479/1480 wandelte der Johanniterorden die Anlage in ein Mönchskloster um; die Klosterkirche galt als die größte Hospitalkirche Schwedens. Unter Gustav Wasa wurde das Kloster im 16. Jahrhundert aufgelöst, das Gebäude verfiel danach. Ab den 1940er-Jahren freigelegt, dient die Ruine heute als beliebtes Ausflugsziel und Schauplatz eines jährlichen Mittelalterfests im Juli.
    Am frühen Nachmittag erreichten wir dann das Freilicht-Steinmetzmuseum Våneviks Stenhuggarmuseum. Auch alles ausgestorben und die wenigen kleinen Gebäude natürlich zu. Da es sich aber um ein Freilichtmuseum in einem stillgelegten Steinbruch handelt, ist das Gelände ganzjährig rund um die Uhr zugänglich. Wir machten einen kurzen Spaziergang vorbei an einer alten Schmiede, Gleisen und Steinmetzhütten, wo früher der berühmte rote Vånevik-Granit abgebaut wurde.
    Für die Übernachtung haben wir uns für einen schön gelegenen Campingplatz, dem First Camp Gunnarsö-Oskarshamn entschieden. Der Platz liegt auf einer Schärenhalbinsel direkt am Meer und bietet großzügige, ebene Stellflächen für Ihr Wohnmobil.
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  • Pataholm, wunderschön und totenstill

    1 settembre, Svezia ⋅ ⛅ 19 °C

    Nur wenige Kilometer weiter erreichten wir das historische Fischerdorf Pataholm, Schwedens kleinste historische Marktstadt. Bereits im 16./17. Jahrhundert entwickelte sich der Flecken zu einem bedeutenden Handelsplatz an der Küste Smålands und erhielt trotz nur eingeschränkter Rechte den Status einer Minderstadt (köping). Grundlage des Wohlstands waren Holzexport, eine Werft und rege Handelsbeziehungen; im 19. Jahrhundert erlebte der Schiffbau hier noch einmal eine Blütezeit.
    Von dieser Vergangenheit zeugen bis heute die gut erhaltenen, liebevoll gepflegten Holzhäuser rund um den alten Marktplatz. Mittlerweile leben nur noch eine Handvoll Menschen fest in Pataholm. Zwei der historischen Höfe – Hullgrensgården und Harbergska gården – wurden zu Heimatmuseen, in einem davon befindet sich auch ein kleines Fotomuseum sowie ein Laden für Kunsthandwerk; im Café Förlig Wind (benannt nach einem der letzten in Pataholm gebauten Frachtsegler) werden in den Sommermonaten Kaffee und Gebäck serviert.
    Genau dieser beschauliche Charakter zeigte sich bei unserem Besuch in der Nachsaison in Reinform: Von dem Trubel, den man aus den Reisebeschreibungen für die Sommermonate kennt, war nichts zu spüren. Café und Läden waren geschlossen, der Marktplatz menschenleer, und außer uns war weit und breit kein Besucher unterwegs. Selbst die wenigen festen Bewohner schienen an diesem Tag nicht zu Hause zu sein – Pataholm wirkte wie ausgestorben. Ein Ort, der offenbar ganz auf die kurze schwedische Sommersaison ausgerichtet ist und außerhalb dieser Zeit in einen echten Dornröschenschlaf fällt. Somit fiel auch die eigentlich vorgesehener Kaffeepause aus.
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  • Die Kronan - Geschichte hautnah erlebt

    1 settembre, Svezia ⋅ ⛅ 19 °C

    Am Vormittag sind wir vom Stellplatz zum Kalmaer Länts Museum gelaufen. Hier finden sich die Überreste eines der mächtigsten schwedischen Kriegsschiffe aus dem 17. Jahrhundert, die der Kronan. Sie war, neben der Vasa, eines der größten Segelschiffe seiner Zeit, gebaut für den Einsatz im Schonischen Krieg. Am 1. Juni 1676 kenterte das Schiff vor der Südspitze Ölands bei starkem Südwestwind – vermutlich weil die Segel angesichts des Feindes nicht rechtzeitig gerefft wurden, explodierte und sank. Von rund 800 bis 850 Mann Besatzung überlebten nur etwa 40. Der Untergang gilt als eine der größten Katastrophen der schwedischen Seefahrtsgeschichte.
    Noch im selben Jahrhundert wurden mit einer primitiven Taucherglocke einige der wertvollen Bronzekanonen geborgen (1782 über 60 Stück), danach geriet das Wrack für rund 300 Jahre in Vergessenheit. Erst 1980 wurde es von Anders Franzén – der zuvor bereits das Wrack der Vasa entdeckt hatte – in etwa 26 bis 27 Metern Tiefe wiedergefunden. Seither laufen marinarchäologische Ausgrabungen; rund 95 % des Rumpfbereichs sind inzwischen untersucht.
    Zu den bedeutendsten Funden zählen zwei Goldmünzschätze, darunter der größte je in Schweden gefundene, zudem zwei der größten in Schweden geborgenen maritimen Silbermünzschätze, mehr als 40 bronzene Kanonen, ein Kabinettschrank eines Offiziers mit 54 Einzelobjekten wie Navigationsinstrumente, Münzen und Werkzeuge oder die 1999 gefundenen Überreste eines Besatzungsmitglieds, dessen Gesicht mittlerweile mithilfe moderner Forensik rekonstruiert werden konnte. Insgesamt wurden bislang rund 35.000 Objekte geborgen.
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  • Kalmar, das Schloss und der Dom

    31 agosto, Svezia ⋅ ☁️ 19 °C

    Wir sind am Schloss Kalmar,. Um 1180 ließ König Knut Eriksson auf einer Halbinsel am Kalmarsund einen Verteidigungsturm errichten, der die Stadt vor Piraten und Angreifern von See her schützen sollte. Mithin die Gründung der heutigen Burganlage. Ende des 13. Jahrhunderts erweiterte König Magnus Ladulås die Anlage dann zu einer Burg mit Ringmauer. Weil die dänische Grenze damals unmittelbar südlich von Kalmar verlief - Schonen, Blekinge und Halland gehörten bis 1658 zu Dänemark - baute man die Burg zu einer der wichtigsten Festungen Schwedens aus - als "Schlüssel zum Reich" bezeichnet. Das bedeutendste Ereignis dieser Zeit: 1397 wurde hier unter Königin Margarethe die Kalmarer Union geschlossen, der Zusammenschluss von Schweden, Dänemark und Norwegen unter einer Krone, der fast 150 Jahre Bestand hatte.
    Unter den Wasa-Königen Gustav I., Erik XIV. und Johan III. wurde die mittelalterliche Burg in einen Renaissancepalast nach kontinentalem Vorbild verwandelt. Europäische Künstler und Handwerker gestalteten Innenräume wie den Goldenen Saal mit den vergoldeten Kassettendecke von 1576 und Erik XIV.s Schlafgemach mit Intarsien und Fresken. Die Schlosskirche stammt aus dem Jahr 1592; die dort erhaltenen Königsstühle wurden 1620 für die geplante Hochzeit Gustav II. Adolfs mit Maria Eleonora angefertigt – die wegen einer Pestepidemie in Kalmar dann kurzfristig nach Stockholm verlegt werden musste.
    Seit 1592 blieb die bauliche Substanz im Kern unverändert. Das Schloss gilt heute als das am besten erhaltene Renaissanceschloss Nordeuropas, ist seit 1935 als Byggnadsminne (Baudenkmal) geschützt und beherbergt seit 1870 das Kalmar Museum mit Dauerausstellungen zur Kalmarer Union, zum Kalmarkrieg und zur Wasa-Zeit.
    Man erfährt auch viel zum Leben an Hof zur Zeit der Wasa-Dynastie: So etwa zum Verbrauch von Lebensmitteln und Luxuswaren. Die Auflistung des privaten Monatsbedarfs von Johann III. vermittelt einen Eindruck von den Mengen: 63 Ochsen, 28 Kälber, 298 Schafe und Lämmer, 26 Hasen, 63 Gänse, 980 Hühner und Hähnchen, 950 Wildvögel, 7 Fässer eingelegtes (gesalzenes) Geflügel, 858 Lachse und Hechte, 6 Fässer gesalzener Fisch, Ochsenzungen, Schinken, Schweinerücken u.a.m. Auch Bier wird in riesigen Mengen importiert. Im Jahr 1551 führt man neben der einheimischen Produktion 3654 Fässer Bier nach Kalmar ein. Wein wird grundsätzlich importiert, und nach dem Ende eines Reichstages am 2. Juli 1573 fließen 203 Liter Malvasir. Laut einer Randnotiz
    war königliche Majestät lustig und es sollte an nichts gespart werden.
    Die Stadt Kalmar hat rund 40.000 Einwohner, ist die drittgrößte Stadt Smålands und blickt auf eine über tausendjährige Geschichte als nordisches Macht- und Handelszentrum zurück. Im Mittelalter unterhielt hier die Hanse eine Niederlassung; exportiert wurden Kalkstein von Öland, Teer, Holz, Eisen und Butter. Kalmar wurde 1986 mit dem Europa-Nostra-Preis für die Erhaltung seines historischen Stadtbilds ausgezeichnet. Zentral auf dem Stortorget, dem Marktplatz findet sich der Dom, von 1660 bis 1703 errichtet. Der Bauherr ließ sich von römischen Renaissancekirchen inspirieren; das Ergebnis ist ein streng klassizistischer Bau mit vier Türmen ohne Kuppel. Von 1602 bis 1915 war der Dom Bischofssitz. Zur Ausstattung zählen ein Barockaltar von 1704 sowie die Kanzel aus der Mitte des 17. Jahrhunderts.
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  • Das Gräberfeld von Gettlinge

    31 agosto, Svezia ⋅ ☁️ 17 °C

    Wir starteten heute mit dem Besuch des Gräberfeldes von Gettlinge. Es liegt an der Westküste Südölands, direkt am Rand des Weltnaturerbes Stora Alvaret, und erstreckt sich über fast zwei Kilometer – damit zählt es zu den größten Gräberfeldern der Insel. Genutzt wurde es rund 2000 Jahre lang, von etwa 1000 v. Chr. bis 1050 n. Chr.; ursprünglich umfasste es rund 250 Gräber, von denen heute noch über 200 erhalten sind, darunter Hügel, runde und rechteckige Steinsetzungen, Richterringe und mehrere Schiffssetzungen. Zentraler Blickfang ist eine rund 30 Meter lange Schiffssetzung aus 23 aufrecht stehenden Granitblöcken mit etwa zwanzig Schälchensteinen (Schalengruben), einem für die Bronzezeit typischen Motiv. Bei Ausgrabungen um 1900 wurden 15 Gräber untersucht – ausschließlich Männergräber, die meisten geplündert; die am besten erhaltene Bestattung enthielt neben dem Toten einen Hund, zwei Speere, einen Schild und Sporen. Bereits 1634 beschrieb der Historiker Johannes Haquini Rhezelius die Anlage und zeichnete die Schiffssetzung, 1741 untersuchte Carl von Linné eine der Gräber vor Ort.Leggi altro

  • Die Südspitze: der Långe Jan

    30 agosto, Svezia ⋅ 🌧 18 °C

    An der äußersten Südspitze Ölands, im Naturschutzgebiet Ottenby, steht Långe Jan – mit 41,6 Metern der höchste Leuchtturm Schwedens. Errichtet wurde er 1784/85, vermutlich mit Hilfe russischer Kriegsgefangener, aus Steinen der abgerissenen Sankt-Johannes-Kapelle, deren Kurzform "Jan" dem Turm seinen Namen gab. Ursprünglich brannte auf der Plattform ein offenes Feuer, 1845 erhielt der Turm seinen bis heute charakteristischen weißen Anstrich mit schwarzem Ring, 1907 ein rotierendes Linsensystem und 1948 schließlich elektrisches Licht. Heute ist er ferngesteuert und wird von BirdLife Sverige verwaltet; die Eintrittsgelder kommen der benachbarten Vogelstation Ottenby zugute. Im Sommer können Besucher über 197 Stufen bis zur Aussichtsplattform steigen und von dort über das südliche Öland und die Ostsee blicken. Wir verzichteten darauf, da es kräftig zu regnen begann.Leggi altro

  • Eketorps - die Burg der Wikinger

    30 agosto, Svezia ⋅ 🌧 18 °C

    Eketorps borg im Süden Ölands gilt als Schwedens einzige vollständig ausgegrabene und originalgetreu wiederaufgebaute Fornborg – eine Ringwallanlage mit Häusern sowohl aus der Eisenzeit als auch aus dem Mittelalter. Sie liegt mitten im Weltnaturerbe der Stora Alvaret. Die archäologischen Ausgrabungen zwischen 1964 und 1973 förderten rund 26.000 Fundstücke zutage und zeigten, dass die Burg in drei aufeinanderfolgenden Siedlungsphasen genutzt wurde: Eketorp I entstand etwa 300–400 n. Chr. als befestigte Siedlung der jüngeren römischen Kaiserzeit, Eketorp II folgte um 400–650 n. Chr. während der Völkerwanderungszeit mit deutlich verstärkter Befestigung. Innen fanden sich 15 Gehöfte und insgesamt 53 Häuser, verteilt auf drei Häuserblöcke entlang der Innenseite der Mauer. Hier lebten dauerhaft etwa 150–200 Menschen zusammen mit ihrem Vieh. Eketorp III schließlich, 1170–1240 n. Chr., diente im Mittelalter als Wehr- und Viehbur mit berittener Truppe; mehr als 100 Häuser befanden sich innerhalb der Ringmauer. Der Ringwall ist fünf Meter hoch und sechs Meter breit; im Innenhof versorgt bis heute ein Brunnen aus der ältesten Bauphase die Anlage mit Wasser – schon 1741 wurde er vom Naturforscher Carl von Linné erwähnt. Für Ölands Geschichte ist Eketorp von zentraler Bedeutung, da die Burg beispielhaft zeigt, wie sich Siedlungsform, Verteidigungsbedarf und Lebensweise auf der Insel über mehr als 900 Jahre hinweg wandelten. Wie die Ausstellung vor Ort erläutert, dürfen archäologische Stätten nach heutigem schwedischen Recht nicht mehr verändert werden – eine Rekonstruktion wie in Eketorp, bei der Gebäude direkt auf den Grundmauern der Fundstätte neu errichtet wurden, wäre unter den geltenden gesetzlichen Bestimmungen heute kaum mehr möglich.Leggi altro

  • Das Öland-Museum Himmelsberga

    30 agosto, Svezia ⋅ ⛅ 19 °C

    Unser erstes Ziel am heutigen Tag auf Öland ist das Öland-Museum Himmelsberga, ein Freilichtmuseum. Zu sehen gibt es das am besten erhaltene zweizeilige Straßendorf Ölands. Schön dabei, es wurde eigentlich nichts groß restauriert, bald alles ist in dem Zustand als es ausgemustert oder verlassen wurde. Beiderseits der schmalen Dorfstraße reihen sich mehrere Vierseitenhöfe aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die noch an ihrem ursprünglichen Standort stehen. In den vollständig eingerichteten Wohnhäusern sind Originalmöbel und Alltagsgegenstände aus jener Zeit erhalten, während in den Ställen und Scheunen landwirtschaftliche Geräte zu finden sind. Auf den Weiden grasen alte Haustierrassen wie Ölandpferde, und in den Gärten wachsen historische Kulturpflanzen. Ergänzt wird das Freilichtmuseum durch eine Kunsthalle mit Werken öländischer Künstler, einen Dorfladen mit regionalem Kunsthandwerk sowie ein Café mit einfachen Mahlzeiten und Gebäck. Den Grundstein legte 1959 die Eröffnung des Hofs Norrgården als erstes Museumsgebäude; seither ist die Anlage stetig gewachsen.Leggi altro

  • Die Nordspitze: der Leuchturm Långe Erik.

    29 agosto, Svezia ⋅ ☀️ 20 °C

    Ganz im Norden Ölands findet sich der Leuchtturm Långe Erik. Er steht auf Stora Grundet, einer kleinen Insel an der Nordspitze Ölands, seit 1965 per Brücke mit der Insel verbunden. Erbaut 1845 aus Kalkstein, ist er mit 32 Metern rund 10 Meter niedriger und knapp 60 Jahre jünger als sein Gegenstück im Süden, der Långe Jan. Als erste Lichtquelle diente 50 Jahre lang eine Rüböllampe, 1895 ersetzt durch eine Petroleumlampe, 1906 durch ein Lampenhaus mit rotierendem Linsenapparat. Das Uhrwerk zur Rotation musste stündlich von Hand aufgezogen werden, weshalb rund um die Uhr Wärter vor Ort waren – ursprünglich drei, die mit ihren Familien am Fuß des Turms lebten. 1935 wurde der Turm zum staatlichen Baudenkmal erklärt, 1947 das Uhrwerk elektrifiziert, 1976 der Betrieb vollautomatisiert. Seit 1991 leuchtet statt der großen Laterne ein kleineres Feuer an der Balkonbrüstung, mit einer Reichweite von 13,8 Seemeilen (26 km). Der Turm ist nur im Sommer (Juli/August) geöffnet. Über 138 Stufen erreicht man den Umlauf in 28 Metern Höhe mit Blick über Ölands Nordspitze. In der Nähe: Gastronomie, Souvenirshop und das neue Naturzentrum am Naturschutzgebiet Trollskogen.
    Unseren Stellplatz für die Nacht haben wir in Nabbelund Hamn gefunden, südlich des Leuchtturms Långe Erik. Der Ort war früher ein wichtiger Verladehafen für Holz. Der ursprüngliche Fährhafen ist heute nicht mehr in Betrieb: Der Wartebereich der ehemaligen, unbenutzten Fähranlage wurde zum Ställplats umfunktioniert, das alte Fährterminal dient jetzt als Sanitärgebäude. Der Ort funktioniert heute als kleiner Gasthafen (30 Bootsliegeplätze) und Stellplatz für rund 30 Wohnmobile. Es gibt Wasser, Duschen und Toiletten – bezahlt wird beim Hafenmeister in der Saison oder sonst online, der Code fürs Sanitärhaus wird bei der Anmeldung ausgegeben. So ist es vielerorts um diese Zeit üblich.
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  • Byrums Raukar, so bizarr wie der Name

    29 agosto, Svezia ⋅ ⛅ 20 °C

    Weitere rund 20 Kilometer nördlich findet sich Byrums Raukar. Das seit 1935 geschützte, rund 3 Hektar große Naturreservat erstreckt sich über 600 Meter Küste und zeigt Ölands berühmteste Raukenformation: etwa 120 bizarre Kalksteinsäulen, im Süden bis zu vier Meter hoch, nach Norden hin kleiner. Der Kalkstein entstand vor rund 490 Millionen Jahren aus einem Korallenriff, als das heutige Baltikum noch am Äquator lag. Über Jahrmillionen verdichtete sich der Kalkschlamm unter Druck zu Gestein. Als sich das Meer später zurückzog, trug die Brandung die weicheren Kalksteinpartien ab und ließ die härteren Kerne als freistehende Säulen zurück. Besonders im Süden finden sich zahlreiche Fossilien wie Orthoceren und Trilobiten. Solche Rauken kommen weltweit nur an den schwedischen Ostseeinseln vor – am bekanntesten auf Gotland. Auf Öland existieren sie ausschließlich hier bei Byrum.Leggi altro

  • Die Insel der Mühlen

    29 agosto, Svezia ⋅ ⛅ 20 °C

    Es folgt eine Stippvisite bei Sandviks Kvarn. Die achtstöckige Holländerwindmühle ist mit 26 Metern Höhe und 24 Metern Flügelspannweite die größte Windmühle Nordeuropas. Errichtet wurde sie ursprünglich 1856 in Vimmerby auf dem Festland. Nach einem Sturmschaden an den Flügeln wurde sie 1885 verkauft, komplett demontiert, in nummerierten Teilen nach Sandvik transportiert und dort auf einem eigens errichteten, zweistöckigen Sockel aus öländischem Kalkstein wieder aufgebaut. Im Erdgeschoss des Sockels ermöglichte eine Durchfahrt Pferdefuhrwerken, direkt zum Abladen des Getreides in die Mühle zu fahren.
    Anders als die auf Öland sonst verbreiteten kleineren Bockwindmühlen die man zahlreich an den Straßen findet, teils verwunschen verkommen, teil voll funktionsfähig restauriert, und die für den reinen Hausbedarf errichtet wurden, war Sandviks Kvarn eine Lohnmühle mit entsprechend hoher Kapazität. Sie war bis in die 1950er-Jahre in Betrieb, bevor sie 1955 vom Heimatverein Ölands übernommen wurde. Seit 1980 steht sie als Byggnadsminne unter Denkmalschutz.

    Heute ist die Mühle als Museum zugänglich: Über schmale Treppen erreicht man mehrere Stockwerke, vom Erdgeschoss mit Sieb- und Abfülleinrichtungen bis zur fünften Etage mit den alten Mahlsteinen und den oberen Etagen mit dem hölzernen Getriebe. Charakteristisch für Holländermühlen: Nur die oberste Haube dreht sich zur Windanpassung, nicht die ganze Mühle wie bei den öländischen Bockwindmühlen. Im Sockelgebäude betreibt der Heimatverein heute Restaurant, Café und Kiosk.
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  • Die Sommerresidenz der Könige

    29 agosto, Svezia ⋅ ☁️ 20 °C

    Nahe gelegen liegt Schloss Solliden, seit über hundert Jahren die Sommerresidenz der schwedischen Königsfamilie. Das Schloss selbst ist nicht zu besichtigen, dafür aber der weitläufige umgebende Park mit Gärten. Bei Anwesenheit der Königsfamilie können einzelne Parkbereiche gesperrt werden. Vor dem Park gibt es einige kleine Läden mit Souvenirs und regionalen Produkten und ein wunderschönes Cafe. 1938 ließ König Gustav V. auf dem Gelände südlich von Borgholms Schloss zudem eine Büste zum Gedenken an seine Frau, Königin Victoria, errichten.Leggi altro

  • Burgruine Bornholm, ein Bollwerk der Vergangenheit

    29 agosto, Svezia ⋅ 🌧 19 °C

    Weiter gen Norden folgt der Besuch der Ruinen von Schloss Bornholm und der Sommerresidenz der schwedischen Königsfamilie. Die Burgruine Borgholm, die auf der offenen Ebene über der Stadt Bornholm thront wird gern als schönste Schlossruine Skandinaviens bezeichnet. Ihre Ursprünge reichen ins 12./13. Jahrhundert zurück, bis zum Frieden von Roskilde 1658 diente sie als strategisch wichtige Verteidigungsanlage, bevor sie später als Barockschloss ausgebaut wurde und schließlich ausbrannte.Leggi altro

  • Ein Abstecher nach Öland

    29 agosto, Svezia ⋅ 🌧 19 °C

    Wir sind auf Öland, mit rund 137 km Länge und maximal 16 km Breite Schwedens zweitgrößte Insel (nach Gotland). Sie liegt vor der Ostküste bei Kalmar und ist seit 1972 über die rund 6 km lange Ölandbrücke mit dem Festland verbunden. Die Insel ist überwiegend flach und karg geprägt, bekannt für die weite Kalksteppe Stora Alvaret (teils Unesco-Welterbe), rund 350 historische Windmühlen sowie zahlreiche Naturschutzgebiete und Sandstrände. In Borgholm liegen die Burgruine Borgholm und Schloss Solliden, der seit 1906 bestehende Sommersitz der schwedischen Königsfamilie.Leggi altro

  • Ein Café der besonderen Art

    28 agosto, Svezia ⋅ ☁️ 21 °C

    Unsere dritte Station in Sachen Glasblasen: Das Orranäs Glasbruk. Es handelt sich um einen modernen Glashüttenbetrieb mit historischen Wurzeln, der Glashandwerk und Glaskunst mit Nachhaltigkeitsanspruch verbindet und mit verschiedenen unabhängigen Designern und Künstlern zusammenarbeitet. Zum Areal gehören eine Glashütte mit laufender Produktion, ein Museum mit Glaskunstsammlung, ein Ladengeschäft, Park sowie das angrenzende Eisenmuseum Hammarsmedjan. Besucher können der Glasbläserin bei der Arbeit zusehen, und dabei gemütlich Kaffee trinken und einen Kuchen oder Crepes essen. Genial. Das Café heißt The Glassblower Café & Crêperie und liegt direkt bei der Glashütte. Hyttmästare ist Amy Krüger, ausgebildet am Kosta Glascenter und der Königlich Dänischen Kunstakademie (KADK) auf Bornholm, mit über zwanzig Jahren Erfahrung im Glasblasen.Leggi altro

  • Mit Elchen auf Du und Du

    28 agosto, Svezia ⋅ ☁️ 19 °C

    Übernachtet haben wir auf einem Parkplatz beim Grönåsen Älg-Park. Es ist einer der größten Elchparks Schwedens, wird von einer Familie betrieben und ist ein lohnender Kontrastpunkt zu den Glashütten. Der Park umfasst ein rund 10 Hektar großes, eingezäuntes Waldstück mit einem etwa 1.300 Meter langen Rundweg, den man in gut einer halben Stunde bequem zu Fuß erkunden kann. Entlang des Weges sorgen Sitzbänke und große Beobachtungsplattformen an den von den Elchen bevorzugten Stellen dafür, dass man die Tiere aus der Nähe zu Gesicht bekommt, mit etwas Glück sogar beim Baden im parkeigenen Teich. Sicher zu sehen bekommt man sie, wenn man zu den Fütterungszeiten hier ist. Bietet man den Elchen Futter an, kommen sie nahe an einen heran. Neben den Elchen lebt im Park auch Dammwild.
    Elche sind Wiederkäuer und verbringen einen guten Teil des Tages ruhig liegend mit der Verdauung ihres Futters, weshalb sich ein Besuch mit etwas Geduld auszahlt – mehrmals am Tag stehen sie auf, um zu fressen, zu trinken und gelegentlich auch zu baden. Interessant ist, dass die Elche im Park keine gesichtslose Herde sind, sondern eigene Persönlichkeiten mit Namen und individuellem Charakter besitzen: Manche sind völlig angstfrei und gehen offen auf Besucher zu, andere zeigen sich verschmust, können aber auch einmal flegelhaft auftreten, während wieder andere eher zurückhaltend und scheu bleiben. Diese Vielfalt an Charakteren macht jede Begegnung am Zaun ein Stück unvorhersehbar. Im Museum des Parks wird zudem eine Ausstellung zu den drei größten Gefahren gezeigt, denen Elche in freier Wildbahn begegnen können – Bär, Wolf und der Straßenverkehr und der Mensch als Jäger.
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  • Weltbekannte Glaskunst aus Materas

    27 agosto, Svezia ⋅ ☁️ 20 °C

    Rund 30 Kilometer entfernt liegt die Glashütte Målerås, die zusammen mit Kosta und Boda zum historischen Glasreich Smålands gehört. Sie wurde 1890 gegründet und ist heute Schwedens größte Glashütte in Privatbesitz. Anders als in Kosta, wo lange vor allem Gebrauchsglas entstand, war Målerås von Beginn an stärker auf Fensterglas spezialisiert, bevor sich die Hütte unter der Leitung des Glaskünstlers Mats Jonasson dem kunstvoll geschliffenen, gemalten und gravierten Dekorationsglas zuwandte. Weltbekannt sind vor allem die fein gearbeiteten Tierreliefs aus Målerås, die international gesammelt werden.
    Ein Stück Firmengeschichte ist besonders bemerkenswert: Am 29. Januar 1981 unterzeichneten 15 Handwerker – darunter Mats Jonasson – gemeinsam mit Anwohnern einen historischen Vertrag, mit dem sie die Glashütte von Kosta aufkauften; von den 250 Einwohnern des Ortes investierten damals 80 in das Unternehmen. Aus diesem bescheidenen Neustart heraus entwickelte sich Målerås zur größten privaten Glashütte Schwedens. Auch hier kann man den Glasbläsern beim Schmelzen, Blasen, Gravieren und Bemalen direkt zusehen. Es ist zudem deutlich weniger los als bei Kosta Boda, gibt ja klein Outlet nebenan.
    Wer sich von der Werkshalle in die angeschlossene Galerie und den Shop begibt, betritt eine andere Welt: Hier zeigt sich, welches künstlerische Niveau schwedische Glaskunst erreichen kann. Die fein ziselierten Tierfiguren, die vielschichtigen Farbverläufe und die präzise geschliffenen Oberflächen mancher Stücke lassen erahnen, wie viele Stunden Handarbeit und jahrzehntelange Erfahrung in einem einzelnen Objekt stecken. Wer das nötige Kleingeld mitbringt, kann hier fündig werden – die Preisspanne reicht von kleineren, limitierten Editionen ab etwa 2.000 Euro bis hin zu großformatigen Unikaten und Skulpturen, für die auch schon einmal 85.000 Euro aufgerufen werden. Gerade diese Bandbreite macht den Rundgang so reizvoll: Man kann sich an erschwinglichen Designstücken erfreuen und gleichzeitig vor Werken stehen, die museale Qualität besitzen.
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  • Unterwegs im Glasriket bei Kosta Boda

    27 agosto, Svezia ⋅ ⛅ 18 °C

    Wir sind in der Region des Glasriket, des Königreich des Glases oder dem Kristallreich, gelegen in Småland zwischen Kalmar und Växjö, mit Orten wie Kosta, Orrefors, Boda und Målerås, wo traditionsreiche Glashütten besichtigt werden können. Die nehmen wir uns die nächsten beiden Tage vor. Unser erstes Ziel, Boda, gehört zu den bekanntesten Glashütten Schwedens. Was einen Besuch hier so besonders macht, ist die Offenheit der Werkshalle: Man geht durch den Besuchereingang direkt hinein und kann den Glasbläsern bei der Arbeit zusehen. Es gibt keine strikte Tour mit Absperrungen, sondern man bewegt sich frei zwischen den Öfen und den Arbeitsplätzen der Glasbläser und schaut ihnen bei der Arbeit zu. Es ist einfach faszinierend, den Handwerkern beim Formen der Glasobjekte über die Schulter zu schauen. Besucher können sich sogar selbst als Glasbläser versuchen und sich die Fertigkeiten von erfahrenen Experten erklären lassen – meist mit dem Ergebnis, dass die eigenen Versuche eher schief geraten, was aber Teil des Reizes ist.
    1742 gründeten Andreas Koskull und Georg B. Staël von Holstein die Firma, 1864 wurde sie um die Glashütte Boda erweitert, woraus später der heutige Name Kosta Boda entstand. In den ersten anderthalb Jahrhunderten stellte man vor allem Gebrauchsglas her – Fensterscheiben, Flaschen, Trinkgläser – für Adel und wohlhabende Bürger, bevor ab 1898 mit Gunnar Wennerberg erstmals ein eigener Designer engagiert wurde und die Hütte sich zunehmend der Kunstglasproduktion zuwandte. Heute prägen Namen wie Bertil Vallien, Ulrika Hydman-Vallien oder Kjell Engman das künstlerische Profil der Marke; ihre Ateliers befinden sich direkt vor Ort in der Werkshütte. Der Fabrikverkauf selbst ist sehr gut sortiert und bietet faszinierende Stücke aus der Hand der Glasbläser - sofern man ausreichend Kleingeld hat. So ein Glasobjekt kostet schon mal mehrere tausend Euro und Vasen um 500 bis 1000 Euro stehen stapelweise herum.
    Gleich gegenüber liegt Südschwedens größtes Bekleidungs-Outlet, sodass sich der Ausflug auch für alle lohnt, die nach dem Glas noch shoppen möchten. Wir jedenfalls ließen es bleiben, wollten weiter in die nächste Glashütte.
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  • Das Marinemuseum in Karlskrona

    26 agosto, Svezia ⋅ ⛅ 20 °C

    Unser heutiges Ziel ist das Marinemuseum in Karlskrona, es liegt auf der Insel Stumholmen, direkt am östlichen Rand der Altstadt, und gehört zum Unesco-Welterbe „Örlogsstaden Karlskrona“. Das heutige Museumsgebäude wurde 1997 errichtet, das Museum selbst zählt aber zu den ältesten Schwedens und dokumentiert rund 500 Jahre schwedische Marinegeschichte anhand eines Fundus von über 50.000 Objekten – Galionsfiguren, Schiffsmodelle, Waffen, Navigationsinstrumente. Zu den bekannten Ausstellungsbereichen gehören die Modellkammer, die Galionshalle sowie ein Wracktunnel mit Fenstern zu Schiffswracks aus dem 18. Jahrhundert.
    Am Kai vor dem Museum liegen drei Museumsschiffe: die Jarramas, Schwedens letztes Vollschiff und heute als Schulschiff genutzt; der Minensucher Bremön; und das Robotboot Västervik. Ein Robotboot ist ein Raketenschnellboot – ein kleines, wendiges Kriegsschiff, das mit Seezielflugkörpern bestückt ist (Robot ist im Schwedischen die Bezeichnung für Lenkflugkörper). Solche Boote waren vor allem im Kalten Krieg für schnelle, verdeckte Angriffe auf größere gegnerische Schiffe in der Ostsee gedacht; ihre geringe Größe und hohe Geschwindigkeit sollten Entdeckung und Abwehr erschweren.
    2014 kam die U-Boot-Halle hinzu, deren Fundament auf 270 Pfählen und einer halben Meter dicken Bodenplatte ruht, um das Gewicht der ausgestellten U-Boote zu tragen. Gezeigt werden zwei U-Boote: die HMS Neptun, ein 1980 gebautes U-Boot der Näcken-Klasse, knapp 50 Meter lang, 6 Meter breit, rund 800 Tonnen schwer, mit einer Besatzung von 19 Mann – nach der Vasa im Stockholmer Vasamuseet das zweitgrößte Museumsexponat Schwedens. Die Neptun war 1981 an der Blockade des sowjetischen U-Boots U 137 beteiligt, das vor Karlskrona auf Grund gelaufen war. Man kann das U-Boot auch innen besichtigen. Daneben ist die Hajen von 1904 zu sehen, das erste U-Boot der schwedischen Marine, sodass die Ausstellung insgesamt gut 110 Jahre U-Boot-Geschichte abdeckt.
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  • In Ronneby, der Brunnspark

    26 agosto, Svezia ⋅ ☀️ 19 °C

    Wir sind für einen Zwischenstopp in Ronneby, schlendern durch den Brunnspark. Er wurde einstmals als schönster Park Schwedens ausgezeichnet. Er umfasst um die 30 Hektar, 1705 wurde eine erste Heilquelle entdeckt. Seine Glanzzeit als Kurort lag im späten 19. Jahrhundert. Die heutige Form verdankt der Park im Wesentlichen dem dänischen Landschaftsarchitekten Henry August Flindt, der ihn Ende des 19. Jahrhunderts neu gestaltete und erweiterte.
    Der angrenzende Wald, der Brunnsskogen, ist ein größtenteils natürlicher, mit Buchen bestandener Wald mit einem kleinen See – landschaftlich abwechslungsreich. In ihm finden sich mehrere angelegte Gartenbereiche: einen japanischen Garten mit Iris, einen Duftgarten mit rund 50 Pflanzenarten, einen Rosengarten mit ausschließlich Sorten aus der Jahrhundertwende, eine Rhododendron-Pflanzung von 1912 sowie Teiche und einen Wasserfall.
    Die im Park verteilten Holzvillen aus dem 18. und 19. Jahrhundert stehen unter Denkmalschutz und wurden saniert. Sie werden heute als Büros, Konferenzräume, Hostels, Cafés, Restaurants und Ausstellungsflächen genutzt. Hier könnte man auch einen ganzen Tag herumwandern, wir begnügen uns aber mit etwa zwei Stunden.
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  • Ahus: eine Perle an der Ostsee

    25 agosto, Svezia ⋅ ☀️ 17 °C

    Åhus ist eines der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städtchen Schwedens, malerisch an der Mündung der Helge å in der Hanöbucht gelegen, mit reicher Geschichte, lebendiger Hafenpromenade und kilometerlangen weißen Sandstränden. Die Besiedlung geht auf die Wikingerzeit zurück, die ältesten Stadtrechte stammen von 1326. Im Mittelalter war Åhus als Handels- und Hafenstadt unter dem Erzbischof von Lund bedeutend; 1617 verlor es die Stadtrechte an das neu gegründete Kristianstad und verfiel. Der historische Kern zählt bis heute zu den besterhaltenen mittelalterlichen Stadtzentren Schwedens, mit Ringmauerresten, engen Pflastergassen und Fachwerkhäusern. Wirtschaftlich prägt die Absolut-Vodka-Destillerie (seit 1879) den Ort, daneben Fischerei, Aalfang-Tradition und Tourismus.
    Von unserem Stellplatz liefen wir den Fluss entlang mit schönen Häusern und folgten dann in der Stadt dem Mittelalterweg. Startpunkt war das Anders Håkansgården, ein Freilichtmuseum der Heimatvereinigung Sankta Annas Gille südlich der Altstadt – leider nur donnerstags geöffnet. Der Hof stammt aus dem späten 17. Jahrhundert. Direkt gegenüber liegt Malmströms Repslageri, eine überdachte, rund 70 Meter lange Seilerbahn, in der bis 1966 Fischereitauwerk hergestellt wurde – ebenfalls nur donnerstags zu besichtigen.
    Von dort führt der Weg in die mittelalterliche Altstadt mit Ringmauerresten, Grabenlinie und schmalen Gassen. Mittendrin liegt der Marktplatz (Torget), heute geprägt von Eisdielen und Cafés. Gleich daneben steht die Kungstugan, ein kleines Fachwerkhaus von 1675, ursprünglich Nebengebäude des Pfarrhofs. Um sie ranken sich zwei Legenden: Offiziell versteckte Pfarrer Rönnow König Karl XI. während der Belagerung von Kristianstad vor dänischen Soldaten. Der Pfarrer soll den König rasch in den Schornstein über der Drosselklappe des offenen Kamins gedrängt haben – ein enger, rußiger Platz. Anschließend öffnete er selbst gelassen die Tür, empfing die dänischen Soldaten und behauptete, der König sei kurz zuvor abgereist. Die Durchsuchung blieb erfolglos, die enttäuschten Soldaten zogen ab, und Karl XI. konnte aus seinem unbequemen Versteck steigen. Eine zweite, pikantere Version besagt, der König sei eigentlich wegen der Pfarrersfrau so oft zu Gast gewesen – und sie sei es gewesen, die ihm beim Verstecken im Schornstein half.
    Wenige Schritte weiter liegt die Ruine des Sankta Annas Hospitals, 1524 von Claus Denne gegründet, 1569 abgebrannt und 1617 nach Kristianstad verlegt. Die Backsteinruine dient heute als Café-Terrasse (Klosterbageriet). Von dort führt die Köpmannagatan, die alte Kaufmannsstraße, weiter zur Burgruine Åhus Borg (Aosehus), vermutlich 12. Jahrhundert, erste Steinfestung Schwedens – erhalten sind nur Mauerreste, im Hintergrund kontrastiert eine wenig ästhetische Fabrik.
    Am Hafen lohnt eine Pause an der Eisdiele (glassbåt, ein umgebauter alter Fischkutter). "Glass" ist schwedisch für Speiseeis – Åhus ist landesweit dafür bekannt. Direkt daneben liegt die Gamla Skeppsbron, die alte Hafenpromenade mit Fischrestaurants und Marina. Zum Abschluss der Blick auf die Spritkyrkan, die "Vodka-Kirche" – das 1906 errichtete Destilleriegebäude von Absolut Vodka, in dem früher private Spirituosen gereinigt wurden.
    Für den Abend fanden wir nahe unseres Stellplatzes (nur 5 Plätze) eine schöne Fiskrökeri, ein passender Abschluss mit gutem Fisch.
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