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Weltreise die Zweite

Unsere 2. Weltreise :) Read more
  • Übernachtung am Salzsee

    March 6, 2024 in Australia ⋅ ☀️ 34 °C

    Nach dem Nambung Nationalpark machen wir einen kurzen Abstecher in den Küstenort Jurien Bay und können vom Steg die Fischschwärme im kristallblauen Wasser beobachten 👀.
    Für einen Sprung ins Meer ist es uns tatsächlich heute zu heiß 🥵 Vor etwa 2 Wochen wurde hier übrigens eine Frau von einem Tigerhai gebissen…

    Etwas nördlich machen wir halt am Grigsons Lookout und genießen einen tollen Ausblick über die Gegend. Ein paar Meter die Böschung hinunter finden wir noch einen Geocache und hinterlassen unseren Log.

    Für das Nachtlager probieren wir heute mal etwas Neues. Normalerweise halten wir uns an die Einträge in verschiedenen Camping-Apps um nicht Gefahr zu kaufen illegal zu campen. Da an dieser Stelle aber nirgends Schilder stehen, die das Übernachten verbieten und der Platz offenbar auch in der Vergangenheit bereits von anderen Campern genutzt wurde, riskieren wir unser Glück einfach mal und campen auf einem versteckten Platz hinter einer Busch-Abfahrt zu einem Wasserreservoir der örtlichen Feuerwehr.

    Hinter einem größeren Sandhügel stehen wir zudem noch zusätzlich versteckt, falls doch einmal jemand nach dem rechten gucken kommt. Das Areal ist umgeben von Salzseen, der Boden trägt deshalb auch trotz der Trockenheit der vergangenen Wochen immer noch Feuchtigkeit. Wir müssen etwas aufpassen, wo wir hinfahren, damit wir nicht steckenbleiben. Der Boden kann hier schnell sehr schlammig werden, nur der oberste Zentimeter sieht dabei heimtückisch trocken aus.

    Das Zelt ist schnell aufgebaut und schon werden wir von einer weiteren typischen australischen Gegebenheit eingeholt: Fliegen 🪰 Einfach überall sind Fliegen und sie gehen einem penetrant direkt in die Augen, Nasen- und Ohrenlöchern und auf die Lippen - einfach überall wo etwas Feuchtigkeit zu finden ist.
    Wir packen also kurzerhand unsere Kopfnetze aus und arrangieren uns mit den kleinen Quälgeistern, bis sie schließlich mit Sonnenuntergang auch Ruhe geben…
    Mit Sonnenuntergang kommen allerdings allerlei anderes Flug- und Krabbelvieh heraus, die vorallem vom Licht angezogen werden. An das Buschcampen muss man sich hier wirklich ersteinmal wieder gewöhnen.

    In der Nacht wird es sehr windig, so dass wir eine der Öffnungen am Zelt kurzerhand verschließen müssen. Ansonsten werden wir aber nicht gestört auf unserem halb-legalen Camp.
    Wir stehen wieder gegen 6.00 Uhr mit dem Sonnenaufgang auf. Die Hoffnung, dass die Fliegen noch etwas länger schlafen erfüllt sich leider nicht und so ziehen wir ohne Frühstück los. 🚙💨
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  • Dongara & Port Denison

    March 7, 2024 in Australia ⋅ ☀️ 33 °C

    In dem kleinen Städtchen Dongara & Port Denison machen wir halt und kaufen im Örtlichen Supermarkt ein paar Lebensmittel ein.

    Man merkt nun schon, das die Preise hier etwas höher sind als noch in Yanchep. Auch die Spritpreise ziehen an.

    In einem lokalen Second-Hand Geschäft, was hier OP-Shop (für Opportunity/Gelegenheit) heißt, kauft Lara sich noch ein neues Buch. Die Gebrauchtwarenläden werden oft von einheimischen Freiwilligen betrieben und haben immer einen ganz bestimmten Flair, den wir sehr mögen. Außerdem gibt es immer etwas zu entdecken. Von einzelnen Besteckteilen, Büchern und Spielen, bis hin zu unlieb gewordenen Tshirts von einem Junggesellenabschied ist alles dabei.
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  • Ellandale Pool

    March 8, 2024 in Australia ⋅ 🌬 22 °C

    Wir fahren heute noch etwas nordwärts und biegen bei Walkaway ins Landesinnere ab.
    Unser Ziel liegt in etwa 30km Entfernung am Greenough River, wo sich auf natürliche Weise ein kleiner Teich gebildet hat, der Ellandale Pool.
    An seinen Ufern darf man kostenlos campen.
    Während man Zugang zum Baden von der Nordseite hat, ist der Teich an der Südseite von einer steilen Felswand geschützt. Am Abend und am Morgen färben sich die ohnehin roten Felswände dann im Sonnenlicht dunkelrot und bei Windstille spiegelt sich das Gestein malerisch im Wasser.

    Wir bleiben hier direkt für 2 Nächte und genießen, bei den heißen Temperaturen jenseits der 30 Gradmarke, das kühle Wasser und drehen am frühen Morgen die ein oder andere Laufrunde 🏃‍♀️ 🏃‍♂️

    Am Hang der gegenüberliegenden Steilwand erkennen wir am frühen Morgen auch die ersten Känguruhs bei ihrer Nahrungssuche.
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  • Geraldton

    March 10, 2024 in Australia ⋅ 🌬 25 °C

    Von der Abgeschiedenheit (und Handy-Empfanglosigkeit) am Ellendale Pool geht es in letzte größere Stadt „Geraldton“, mit allerdings auch grad einmal 32.000 Einwohnern. Je nördlicher wir kommen, desto kleiner werden nun die Ortschaften, zumindest für eine ganze Weile.

    Auch hier waren wir vor 4 Jahren bereits und nutzten damals, so wie jetzt auch, die Gelegenheit zum günstigen Auftanken und ordentlichen Aufstocken der Lebensmittelvorräte.

    Neben Aldi gibt es noch Coles und Woolworths, dies sind die großen Supermärkte, hier zum letzten Mal für die nächsten 1.500-2.000km, je nachdem welche Route wir nehmen. Dazwischen gibt es auch kleine Supermärkte, die sind dann aber deutlich teurer. Ein Pfund Nudeln kostet dann halt schnell mal anstelle 1$ satte 4$.

    Diesmal kommen aber auch noch ein paar Besorgungen für das Fahrzeug hinzu, denn wir möchten neben einem Pavillon-Anbau unter unserem Dachzelt, auch noch ein festinstalliertes Solarpaneel auf dem Dach. Beides gibt es günstig im örtlichen 4WD-Supacentre. Auch ein weiterer Wasserkanister, eine Lichterkette für das Zelt und so einiges an Kleinkram für die Küche hat in den vergangenen Tagen seinen Weg ins Auto gefunden. Wir steuern außerdem noch ein paar Sport- und Outdoorgeschäfte an, denn wir sind noch auf der Suche nach neuen Wanderschuhen. Lara wird fündig und macht für umgerechnet 58€ ein Schnäppchen mit neuen Keen‘s 🥾

    Geraldton liegt direkt am indischen Ozean und hat viele Strände. Alle paar Meter finden sich Barbecueplätze und Toiletten, oft sogar mit kostenlosen Duschen, was wir natürlich gern ausnutzen 🚿
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  • Fig Tree Crossing

    March 14, 2024 in Australia ⋅ ⛅ 28 °C

    Nach der Einkaufstour in Geraldton pendeln wir noch etwas hin und her.

    Die erste Nacht verbringen wir am Fig Tree Crossing Rastplatz nur etwas außerhalb der Stadt. Hier gibt es kostenlose Toiletten und eine große Ebene, auf der man für 24 Stunden stehen darf.

    Wir nutzen den nächsten Morgen um die neuen Solarpaneele auf dem Dach zu montieren. Die neuen festinstallierten Sonnenkraftwerke versorgen unsere Zusatzbatterie nun bei Sonnenschein dauerhaft mit Strom, währen wir beim Campen zusätzlich noch unsere ausfaltbare Solardecke auslegen können. Damit wir beide Paneele gleichzeitig über unseren Ladecontroller laufen lassen können, installieren wir noch einen Y-Stecker. Dabei ist zu beachten, dass der Ladestrom dann immer vom schwächsten Glied begrenzt wird, also das Paneel mit der geringeren Leistung setzt den maximalen Zulauf an Ladestrom (bei unterschiedlicher Leistung)

    Für die nächsten 2 Nächte fahren wir nochmal zu den Ellendale Pools um die Ruhe und den kühlen Teich dort zu genießen. Hier probieren wir nun auch unseren neuen Pavillon aus, der direkt unter dem Dachzelt mit einem Reißverschluss angebracht wird und uns einen Rückzugsort vor den Fliegen und anderen Insekten bietet. 🪳

    Wir nutzen die Zeit auch dafür um nun endlich mal ein paar Dinge im Auto zu sortieren und dem Chaos ein Ende zu bereiten. Nach einer Woche auf der Straße findet nun langsam allles seinen festen Platz und es sieht etwas weniger nach „Backpacker-Auto“ aus. 😅
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  • Auf dem Weg ins Outback

    March 16, 2024 in Australia ⋅ ☁️ 34 °C

    Durch eine Zufallsbegegnung mit Tegan, einer Australierin am Strand von Geraldton, erfahren wir, dass ihre Eltern Jo und Ken eine historische, alte Station im Landesinneren von Westaustralien betreiben.

    >>>> Was ist eine Station? <<<<

    Stations, das sind normalerweise große Zuchtfarmen, z.B. für Schafe oder Rinder, tief im Outback gelegen. Manche wurden aber auch nur bewohnt oder auch später wieder aufgegeben, da es sich nicht rentiert hat. Davon sind die meisten heute verfallen, und nur sehr wenige erhalten.

    Die Station von ihren Eltern wurde um 1920 von einem Pastor entworfen und gebaut. Sie restaurieren sie nun liebevoll seit einigen Jahren. Sie vermieten manche Räume in dem Gehöft auch an Gäste.

    Momentan brauchen sie für ein paar Tage ein wenig Hilfe bei ganz normalen Arbeiten auf dem Hof und bei der Verpflegung der Tiere. Im Gegenzug können wir dort kostenlos campen und alles an den Einrichtungen nutzen.

    Wir überlegen ein wenig, nehmen zunächst auch direkten Kontakt zu ihren Eltern auf und lassen uns schließlich auf das kleine Abenteuer für die nächsten 2 Wochen ein.

    >>>> Es geht nun also etwa 300km ostwärts in das Outback von Western Australia.<<<<

    Die Station liegt nördlich vom Highway 123 und ist ab dort nur über eine rund 70km lange Gravelroad zu erreichen. Die Straße soll momentan aber in einem guten Zustand sein.

    Wir stocken in Geraldton nochmal alle Lebensmittel auf und packen vor allem den Kühlschrank so voll es geht. Dort draußen wird es nichts geben! Der nächste Supermarkt ist von der Station mindestens 1,5 Stunden entfernt und entsprechend teuer.

    Der Highway 123 ist asphaltiert und die Fahrt ostwärts im Grunde ganz entspannt. Es sind nur wenige Autos unterwegs.

    Uns kommen vor allem aber immer wieder Roadtrains entgegen. Das sind LKW-Gespanne mit bis zu 4 Anhängern und einer Gesamtlänge bis zu 60m. Man kennt ja den Fahrtwind wenn einem auf einer Landstraße ein normaler LKW entgegenkommt - bei einer Roadtrain ist dieser Gegendruck ungleich größer. Das ganze Auto wackelt hektisch und wird nur zu gern vom starken Wind aus der Spur gedrückt. Entsprechend weicht man der Roadtrain so weit es geht an den Fahrbahnrand aus, um möglichst viel Platz zwischen sich und dem Boliden zu bringen. Wenn man Glück hat, macht der Fahrer der Roadtrain dasselbe :)

    Auf einer Staubpiste möchte man einer Roadtrain besser gar nicht begegnen 🥸

    Auf dem Weg halten wir an einem alten Brunnen und den Überresten einer alten Schule an und nehmen bei der Gelegenheit noch einen leicht zu findenden Geocache mit.

    Hinter der Ortschaft Mullewa, am Highway 123 steht außerdem noch ein in Stein gehauener Altar vom Pastor Monsignor John Hawes, genau jenem Pastor, zu dessen Station wir grad unterwegs sind. Der Altar wurde zwischen 1916 und 1938 von ihm in den Stein gearbeitet, um auch den konvertierten lokalen Aborigine-Stämmen eine Möglichkeit zu geben an der heiligen Messe teilzunehmen. Diese fühlten sich im der Ortschaft nicht wohl und haben so einen eigenen Ort bekommen.

    Die erste Nacht verbringen wir nach etwa 200km nur etwas abseits des Highway auf einem großen, sandigen Areal.

    Wir kennen ja schon so einiges von Australien, aber solch eine Heerschar an Fliegen ist auch für uns neu. Überall um und herum summt es und penetrant setzen sich die kleinen Biester auf jede freie Körperstelle, vor allem aber kriechen sie in die Ohren und in die Augen- und Mundwinkel. Kurzerhand sind wieder die Fliegennetze ausgepackt.
    Dazu kommt heute noch die Temperatur von rund 38 Grad in der Spitze. Selbst abends um 20 Uhr, nach Sonnenuntergang sind es immer noch über 30 Grad.

    Die Nacht wird sehr warm in unserem Dachzelt
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  • Yalgoo

    March 17, 2024 in Australia ⋅ ☁️ 37 °C

    Am nächsten Morgen versuchen wir früh aufzustehen um den Fliegen zuvorzukommen. War leider nichts… die Biester sind schon vor uns auf den Beinen und mehr als fleißig uns gehörig auf die Nerven zu gehen. Den ersten Kaffee teilen wir also mit ihnen.

    Wir gehen trotz der viel zu warmen Nacht und den Fliegen eine Runde auf dem Platz laufen, aber nur eine kleine, denn das Thermometer steht morgens um 7.00 Uhr bereits wieder auf 29 Grad.

    Danach freuen wir uns über eine Dusche und probieren endlich mal unser kleines Duschzelt, sowie unsere Wasserleitung Marke Eigenbau aus. Funktioniert alles prima!

    Das Frühstück wollen wir nicht mit den Fliegen teilen und so packen wir alles ein und fahren los.

    Bis zur nächsten Stadt ist es nun nicht mehr weit. In Yalgoo müssen wir nach Norden abbiegen um dann noch etwa 70km über eine Dirtroad zur Station zu gelangen.

    Zunächst fahren wir aber durch Yalgoo hindurch und besuchen die kurz dahinter gelegene, stillgelegte Goldmine, den Jokers Tunnel.
    Dieser schnurstracks gerade durch den Hügel gegrabene Tunnel geht knapp 100m durch den Fels und ist voll begehbar. Er wurde um 1870 von Hand und nur mit einfachsten Werkzeugen gegraben. In seinem Inneren gibt es heute leider kein Gold mehr, dafür unzählige Crickets (Heuschrecken), Spinnen, Lizards und auch Fledermäuse. Früher waren die Menschen wohl kleiner, wir müssen jedenfalls gebückt durch den Tunnel gehen und kommen jeglichen Kriech- Krabbel- und Flugviechern sehr nah. 🦇🕷️🕸️🦎

    Auf der anderen Seite erblicken wir wieder das Tageslicht und nehmen noch den dort versteckten Geocache mit.

    Wieder in Yalgoo tanken wir den Patrol nochmal voll. Unser Verbrauch auf der langen Highwaystrecke ist nun auch deutlich gesunken, so dass wir nun etwa 12 Liter Diesel auf 100km verbrennen 🚙💨 Mit unseren Dachaufbauten sollte das ganz okay sein.

    Wir schauen uns noch die örtliche Kirche an, die leider versperrt ist und fahren auf den Ausguck, der eine gute Aussicht auf die Umgebung der kleinen Gemeinde bietet, sowie auf das herannahende Unwetter….

    Wir machen nun erst einmal eine Frühstückspause und freuen uns über die öffentlichen Toiletten, sowie die danebenliegenden, überdachten Esstische.
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  • Durch den Sturm zur Station

    March 17, 2024 in Australia ⋅ ☁️ 36 °C

    Wir genießen noch soeben unser spätes Frühstück unter dem Pavillon in Yalgoo, da ist im nächsten Moment das Unwetter unmittelbar über uns. Seit Wochen setzt der erste Regen für die Region ein und das gleich ziemlich heftig, begleitet von einem Seitenwind, der uns in die hinterste Ecke des Unterschlupfs flüchten lässt.

    Wir warten den 20 minütigen andauernden Weltuntergang ab und checken nun erst einmal unsere Wetter-Apps, von derer wir gleich 3 verschiedene haben. Der Sturm ist größer als gedacht und wir haben nur den ersten Ausläufer mitbekommen. Weitere sind unterwegs zu uns und vor allem der Route nordwärts, der wir nun aus der geschützten Stadt heraus 70km über eine unbefestigte Staubpiste folgen sollen.

    Wir entscheiden uns nun sofort loszufahren, denn weitere Ausläufer sollen in etwa 1 Stunde ankommen und unseren Weg kreuzen. Das Zeitfenster schließt sich danach für längere Zeit und wenn es dann auf der Dirtroad genauso heftig regnet, kann es passieren, dass diese für eine gewisse Zeit kaum befahrbar wird.
    Also jetzt los…

    Die ersten Meter sind einfach, es setzt aber nach wenigen Minuten wieder leichter Regen ein. Der Untergrund ist eigentlich festes Geröll und Sand, dessen obersten paar Zentimeter sich mit dem Regen aber zu feuchtem Matsch entwickeln. Alte eingefahren Fahrspuren werden zur Leitspur und unser Auto möchte diesen nur allzu gerne folgen, egal, was wir am Lenkrad machen. Wir nehmen Geschwindigkeit raus und belassen es bei knapp 30-40 km/h. So lässt es sich noch navigieren und auch bremsen, falls das Auto nicht mehr gehorcht.

    Nach ein paar Metern wird es aber schlimmer…
    Wir halten kurz an und Aron steigt aus um die Lage zu checken. Seine Flipflops versinken direkt im Schlamm. Okay… Also werden die Differenzial-Hubs umgestellt und es geht im Allradantrieb weiter. Nun wird es einfacher und wir bleiben wieder in unserer Spur.
    Sollte es noch heftiger werden, können wir noch einiges an Luft aus den Reifen lassen um die Aufstandsfläche der Reifen von Postkartengröße auf etwa DIN-A4 Blatt zu erweitern. Dann gibt es noch die Low-Range Gänge, und und und…. Das Auto kann einiges, man muss es nur nutzen.

    Der Regen lässt schließlich nach und ab Kilometer 20 wird die Strecke wieder sehr einfach. Hier hat es noch nicht geregnet und unser Plan geht auf, dem Umwetter zuvorzukommen 😜

    Wir machen am Chinaman Rock eine kurze Pause. Der rote Monolith ragt etwa 20m über die ansonsten flache Ebene hinaus und bietet einen schönen Ausblick. Auf seiner Oberfläche haben sich ausserdem kleine natürliche Pools gebildet, die Aron nutzt um seine verschlammtem Flipflops zu reinigen und dann auch mal in echte Schuhe zu wechseln 😅

    Unser Auto hat nun seine erste kleine Feuertaufe hinter sich und ist, typisch australisch, Schlamm-Rot gefärbt!

    Der Rest der Strecke wird nun zum Kinderspiel und wir kommen in Sichtweite der Station. Beim Passieren des Eingangstors ertönt ein lauter, schriller Alarm, wie wir später erfahren werden, soll dies Dingos abhalten auf das Grundstück zu gelangen. Was sie aber noch viel mehr abhalten dürfte, erfahren wir kurz danach, denn wir werden lautstark kläffend von einem Pärchen riesiger Maremmano-Schäferhunden begrüßt und unser Fahrzeug wird nun aufmerksam begleitet…
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  • Melangata Station

    March 20, 2024 in Australia ⋅ 🌬 29 °C

    Mit einem leichten Regen im Schlepptau, sind wir auf der Melangata Station angekommen. Von der Einfahrt bis zum Haupthaus ist es noch über einen Kilometer. Wir fahren langsam an verschiedenen Scheunen, Windrädern, Wassertürmen und kleineren Gebäuden vorbei. Die beiden großen Maremmano-Schäferhunde weichen dabei nicht von unserer Seite.

    Am Homestead, dem Haupthaus, bleiben wir stehen und steigen aus. Inzwischen haben wir 6 große weiße Hunde um uns herum. Alle sind aber bloß neugierig und wir werden aufmerksam beschnuppert. Wir freunden uns schnell mit ihnen an.

    Kurz darauf kommt aus der Ferne ein kleiner Elektro-Buggy angefahren, im Schlepptau 2 weitere Hunde diesmal ein australischer Kelpie und ein Kelpie-Mischling. Am Steuer des Gefährts sitzt Jo. Sie begrüßt uns herzlich.

    Von der anderen Seite nähert sich ein Motorrad. Es ist Ken, Jo‘s Mann,

    Mittlerweile sind es 10 Hunde um uns herum - 8 Maremmano und die 2 Australian Kelpies, das wären dann auch alle, wird uns gesagt.

    In der nächsten Stunde wird uns von Jo das nähere Umfeld gezeigt. Alles werden wir wohl nie zu Gesicht bekommen, denn die Station hat eine unglaubliche Fläche von etwa 46.000 Hektar, bzw. 460 Quadratkilometern (Zum Vergleich; die Stadt Köln hat eine Grundfläche von etwa 400 Quadratkilometern)

    Wir folgen Jo mit unserem Patrol und fahren zunächst zum Campground, der etwa 300m vom Homestead entfernt liegt. Es ist im Grunde kein eingefriedeter Campingplatz, sondern offenes Buschland, wo sich jeder einfach seinen Platz aussuchen kann. Nach hinten hinaus könnte man theoretisch noch 20km weiterfahren und wäre noch immer nicht am nächsten Zaun angelangt. Das sollte also an Platz für uns reichen. Vorne am
    Eingang finden sich warme Duschen, Toiletten und ein Gemeinschaftsplatz für ein Lagerfeuer.
    Außerdem die Scheune zum scheeren und schlachten der Schafe. Hier lassen wir unser Auto erst einmal stehen.

    Auf der gegenüberliegenden Seite befinden sich mehrere kleine Gebäude, ehemalige Unterkünfte für die Scheerer und ein Küchenhaus, was wir gerne mit benutzen können. Wir sind die einzigen Gäste und dürfen uns nach Herzenslust ausbreiten, wo wir wollen :)

    Das eigentliche Homestead, das Herz der Station wurde 1915 vom Pastor Monsignor John Hawes architektonisch geplant und schließlich in den Folgejahren erbaut. Die Familie selbst wohnte dort lediglich 7 Jahre und musste die Station leider aufgeben, zu schwierig waren die Umstände hier im trockenen Outback Viehzucht zu betreiben, geschweige denn etwas anzubauen. Im Laufe der Jahre fanden sich immer wieder neue Betreiber, alle scheiterten jedoch früher oder später. Schließlich übernahmen Jo und Ken um 2015 die Station und versuchen seit dem die brachliegenden Gebäude instandzusetzen, sowie die Schafzucht anzutreiben. Momentan finden sich auf dem riesigen Grundstück etwa 300-400
    Schafe - so genau kann man es nicht sagen.
    Haupteinnahmequelle ist für die beiden der Campingplatz, sowie die Vermietung von Zimmern im historischen Homestead, nebst kleineren Führungen und Ausflügen mit den Gästen. Gelegentlich werden aber auch Schafe verkauft, geschlachtet oder geschoren. Die Einnahme von Gästen auf der Station beschränkt sich dabei auf die Saison, die von April bis etwa Oktober herrscht. Den Rest des Jahres müssen sie haushalten und ihr Erspartes zusammenhalten.

    Eine kleine weitere Einnahmequelle hat Jo mit Kochkursen. Sie ist spezialisiert auf das Kochen mit Gusseisen-Töpfen auf offener Flamme bzw. glühenden Kohlen. Sie fährt hierfür auch auf Messen um unter anderem ihr eigenes Kochbuch zu bewerben.
    Genau solch eine Messe steht nun im entfernten Perth an - und da kommen wir ins Spiel 👋

    Wir werden Ken, der sonst allein auf der Station wäre, in den nächsten 2 Wochen unterstützen, damit er sich um die Instandhaltung der Gebäude kümmern kann. So wird alles zum Saisonanfang soweit fertig. Unsere Aufgaben sind aber von einfacher Art, um ihm einfach mehr Zeit für die wichtigen Dinge frei zu halten.

    Wir werden uns um den Garten, die Rasenfläche und die Bäume kümmern, die Hühner füttern und beim Füttern der Lämmer und Hunde helfen. Wir werden dafür nicht bezahlt, werden außer der Anreise aber auch keine Unkosten haben. Außerdem wird Ken uns nur allzu gerne das tägliche Leben auf der Station zeigen und uns auf den ein oder anderen Ausflug ins Hinterland mitnehmen. Alles kann, nichts muss.

    Für uns steht hierbei das Abenteuer im Vordergrund und wir freuen und auf die Zeit hier auf der Station.

    Am frühen Abend beginnen wir damit die Schafe und Lämmer gemeinsam mit Jo zu füttern. Fast alle Hunde sind dabei und mischen sich unauffällig zwischen die Wollpelze. „Jarra“, eine der Kelpies, hält die Schafsherde zusammen und treibt sie in das benachbarte Paddock zusammen, wo wir zuvor eine lange Spur frisches Heu ausgebreitet haben. Wir setzen uns auf umgedrehten Getränkekisten daneben, beobachten die friedlich fressenden Schafe und kommen ins Gespräch über alles Mögliche.

    Der Regen hat mittlerweile nachgelassen und die Wärme kommt wieder durch.
    Wir freuen uns nach dem anstrengenden Tag nun auf unser Bett auf dem Autodach.
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  • Garten und Federvieh

    March 23, 2024 in Australia ⋅ 🌬 28 °C

    Gleich von Beginn an sind wir voll integriert und es wird uns alles auf der Station gezeigt.

    Die festen Aufgaben, die wir übernehmen, sind schnell erlernt und von einfacher Natur, aber hier draußen im Outback sehr wichtig. Jo liegt besonders der Gemüsegarten hinter dem Homestead am Herzen, denn sie hat ihn aus dem Nichts und auf staubiger, trockener roter Erde erschaffen. Es wachsen hier Granatäpfel, Zuchini, verschiedene Kohlsorten und auch Zitrusfrüchte. Eine lange Geduldsarbeit, bis in dieser Einöde mit gerade mal ein paar Millimetern Regen im Jahr etwas wächst. Der Garten benötigt tägliche Arbeit und Unmengen an Wasser. Das Wasser beziehen sie hauptsächlich aus tiefen Brunnen, die über Pumpen und Windmühlen angezapft werden. Aber auch jeder Tropfen Regenwasser wird aufgefangen und in Tanks gelagert.

    Jo muss in kürze zu einer Messe abreisen, und so bekommen wir in den ersten beiden Tagen alles Wichtige gezeigt.

    Neben dem Garten gibt es noch einige Bäume und Büsche, die aufgezogen werden und ebenfalls täglich gegossen werden wollen. Auch die Rasenflächen an den übrigen Seiten des Homesteads werden jeden Morgen mit Wassersprengern bewässert. Hin- und wieder muss dafür Wasser zwischen den Tanks umgepumpt werden, oder die Leitungen von Ameisen, Dreck und anderen Störenfrieden befreit werden.

    Um auf dem großen Gelände hin- und herzukommen, vor allem um die weiter draußen liegenden Bäume zu erreichen, nutzen wir den kleinen Offroad-Buggy.

    Ist das Grünzeug versorgt, kümmern wir uns um die knapp 30 Hühner und 5 Hähne. 🐓 Jeden Morgen werden sie gefüttert und es beginnt die tägliche Eiersuche. Sie sind recht legefaul, aber im Schnitt kommen wir immer auf 3-5 Eier am Tag. Aber die Verstecke variieren und so muss man immer aufmerksam in jede Ecke schauen.

    Zur Mittagszeit werden die Hühner dann freigelassen und können sich über das komplette Gelände nach Herzenslust bewegen. Die Hähne allerdings bleiben im Stall. Am Abend, kurz vor Sonnenaufgang sollen sie dann wieder in das Gehege. Meist sehen sie uns schon aus der Ferne und laufen hektisch zum Eingang, denn als Belohnung gibt es dafür immer eine Handvoll zusätzliches Futter. Lara kümmert sich am liebsten um die Hühner, hat sie doch endlich wieder die Kleinsten um sich herum und darf sie versorgen 😀
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  • Vollmond im Outback

    March 25, 2024 in Australia ⋅ ☀️ 27 °C

    Am Abend zeigt Ken uns einen ganz besonderen Ort auf dem Gelände der Station: Toms Lookout.

    Von einem Steilhang aus hat man einen tollen Ausblick über die weite Umgebung und blickt auf den Dalgaranga Hill.

    Direkt unter dem Steilhang befinden sich wieder einige Felsmalereien der Aborigines.

    Wir machen es uns zum Sonnenuntergang oberhalb am Felsplateau mit Käse, Crackern und einem Bier bequem und schauen in die Ferne.

    Während hinter uns im Westen die Sonne untergeht, geht plötzlich genau hinter dem Dalgaranga Hill der heute perfekte Vollmond auf.

    Für einen kurzen Moment sind Sonne und Mond gleichzeitig am Horizont zu sehen und kreieren ein ganz einmaliges Licht.

    Wir haben versucht, das ganze in einer Zeitrafferaufnahme festzuhalten.
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  • Schafsviechers

    March 27, 2024 in Australia ⋅ ☀️ 31 °C

    Insgesamt gibt es auf der Station etwa 300-400 Schafe. Die Meisten sind auf großen Paddocks auf dem Gelände verteilt und grasen die karge Umgebung ab, meist in der Nähe der Windmühlen, die die Tiere mit frischem Wasser aus der Erde versorgen.

    Direkt am Homestead werden die Lämmer und ein paar Muttertiere gehalten, insgesamt etwa 60 Tiere. Diese werden von uns gefüttert und wollen jeden Nachmittag gegen 5 versorgt werden.

    Als erstes müssen die Tiere auf ein einzelnes Paddock getrieben werden, damit auf einem anderen in Ruhe das Futter verteilt werden kann. Dabei hilft Jarra, ein australischer Kelpie. Mit kurzen Befehlen setzt sie sich geschickt hinter die Schafe und hält die Tiere im Schach um sie dann möglichst ruhig in die gewünschte Richtung zu bewegen.

    Mit dem Buggy holen wir nun mehrere Ladungen frisches Heu und verteilen es auf dem Nachbarpaddock. Für eine extra Ladung Zucker, besprühen wir das Heu nun mit Melasse, dem Geruch nach ist es Rübensirup :)

    Dann dürfen die Kleinen sich endlich drüber hermachen und fressen. Wir sitzen meist noch eine ganze Weile daneben, schauen ihnen einfach zu und genießen die Ruhe.

    Es sind zwar keine Merinos und die Schafe haben kein dickes Fell, aber von Zeit zu Zeit muss das Eine oder Andere dann doch mal geschoren werden. Ken zeigt uns wie es geht und wir dürfen auch selbst mal Hand anlegen.
    Aron holt zunächst die Schafe heran, greift dafür um den Hals herum und mit der anderen Hand am hinteren Rücken, um das Schaf dann mit Kraft auf die Seite und dann auf den Rücken zu legen.

    Sind die Beine erst einmal in der Luft, dann werden die Viecher erstaunlich ruhig und gefügig. Geschoren wird mit einer motorisierten Schermaschine, das Schaf dabei permanent mit Knien, Ellbogen und Füßen in Position gehalten, damit es nicht doch noch auf dumme Gedanken kommt. Keine leichte Aufgabe und Aron ist froh, als Ken die Schermaschine wieder übernimmt.

    Auch beim Schlachten der Schafe sind wir dabei und helfen. Wir ersparen euch die Bilder mal… Kein schöner Anblick, aber so ist nun mal der Kreislauf in der Landwirtschaft und der logische Schritt, wie das Fleisch auf den Teller kommt.
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  • Aboriginal Rock Art (Höhlenmalereien)

    March 28, 2024 in Australia ⋅ ☀️ 33 °C

    In unserer freien Zeit unternehmen wir viele Ausflüge mit Ken, der uns nur allzu gerne sein riesiges Grundstück zeigt. Sein ‘97er Landcruiser bringt uns dabei sicher durch das Gelände, auch wenn es aus allen Ecken quietscht und rüttelt. Ein solides Buschtaxi eben.

    An gleich mehreren Stellen auf dem Gelände
    der Station gibt es Höhlenmalereien von Aborigines. Das Alter lässt sich schwer beziffern, denn keine der Malereien sind offiziell katalogisiert worden und auf keiner Karte erfasst - nur wenige Menschen haben sie überhaupt jemals zu Gesicht bekommen. Wir sind uns spätestens jetzt sicher, dass wir hier ganz fernab der typischen touristischen Wege unterwegs sind.

    Einmalig ist auch, dass wir bei unseren Erkundungen sogar völlig neue Malereien entdeckt haben, die selbst Ken noch nicht kannte. Wir dürfen uns also ab sofort „Entdecker“ nennen 🥳
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  • Dingos

    March 29, 2024 in Australia ⋅ ☀️ 34 °C

    Das riesige Gelände der Station von rund 400 Quadratkilometern muss vor allem vor eindringenden Wildhunden, den Dingos, geschützt werden. Ähnlich wie Wölfe töten sie ansonsten die Schafe und Lämmer und das vor allem weit über den eigentlichen Fressbedarf hinaus. Gelangen sie einmal in das Paddock, dann lassen sie meist nichts am Leben.

    Entsprechend legt die Regierung in weiten Teilen des Landes Giftköder für die streunenden Jäger aus, um die unkontrollierte Fortpflanzung einzudämmen.

    Die Farmer müssen für ihren eigenen Grund und Boden natürlich selbst aktiv werden. Neben Elektrozäunen, die regelmäßig gewartet und nach starken Regenfällen oder (und das passiert oft!) hängengeblieben Känguruhs instandgesetzt werden müssen, werden auch klassische Fallen aufgestellt.

    Solch eine Falle reagiert auf Druck und klemmt mit 2 schweren Metallbügeln das Bein des Dingos ein. Durch gut gekonntes Spurenlesen findet man die Wanderwege der Wildhunde und legt dort entsprechend die Fallen aus. Angelockt und zum richtigen Punkt geleitet, werden die Dingos dann mit einem Duftköder aus Hundeurin.

    Wir helfen Ken bei der Überprüfung und Reparatur der Zäune und auch beim
    Aufstellen der Fallen.

    Tatsächlich erwischen wir sogar einen Dingo. Wer es nicht sehen möchte, sollte die letzten Bilder der Galerie bitte auslassen.
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  • Meteoriten Krater

    March 30, 2024 in Australia ⋅ 🌙 18 °C

    Der Dalgaranga Meteoritenkrater ist mit nur 21-25m Durchmesser und einer Tiefe von 5m recht klein und in der Tat der kleinste dokumentierte Krater in Australien. Der Krater wurde 1920 von einem Aborigine entdeckt und das Alter wird auf knapp 3000 Jahre geschätzt.

    Er liegt nur knapp 15km von der Melangata Station entfernt
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  • Walga Rock

    March 30, 2024 in Australia ⋅ ☀️ 18 °C

    Der Walga Rock ist nach dem Uluru bzw Ayers Rock der zweitgrößte Granit Monolith in Australien und eine heilige Stätte der Aborigines. Die Wajarri-Ältesten verwalten diesen Ort heutzutage.

    Der Monolith ragt schon von weitem sichtbar aus der roten Erde und wächst zu einer imposanten Größe, je näher man ihm kommt.

    Er beherbergt zahlreiche Felsmalereien der Aborigines und zudem eine obskure Zeichnung eines Segelschiffes, obwohl der Fels mehrere hunderte Kilometer von der Küste entfernt liegt.
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  • Geisterstadt Big Bell

    March 30, 2024 in Australia ⋅ ☀️ 19 °C

    Big Bell wurde 1936 im Goldrausch gegründet und aus dem Nichts in der Wüste errichtet. 1954 hatte Big Bell eine Einwohnerzahl von 850, bis schließlich 1955 die örtliche Goldmine aufgegeben wurde, was das Ende der Siedlung bedeutete.

    Heute erkennt man noch viele Reste der einstigen Siedlung, vor allem die Ruine des Hotels und des großen Wasserturms an der Schule.
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  • Cue

    March 30, 2024 in Australia ⋅ ☀️ 21 °C

    In Cue treffen wir nach über 100km Schotterpiste endlich wieder auf Asphalt und auf den Great Northern Highway.

    Wir schauen uns das kleine Städtchen mit seinen vielen historischen Gebäuden aus der Nähe an und statten auf Anraten von Ken auch dem örtlichen Friedhof einen Besuch ab, auf dem sich noch viele Gräber aus dem 1800er Jahren finden.

    Eine Typhusepedemie sorgte einst fast dafür, das Cue von der Landkarte verschwunden wäre.
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  • Mount Magnet

    March 30, 2024 in Australia ⋅ ☀️ 23 °C

    Auf dem Great Northern Highway fahren wir knapp 80km südwärts in die „Metropole“ Mount Magnet mit seinen 2000 Einwohnern und der einzigen Einkaufsmöglichkeit im Umkreis von 200km der Melangata Station.

    Seinen Namen erlangte die Goldgräberstadt durch eine Abnormalität eines östlich des Ortes gelegenen Felsens. Sein extrem hoher Erzgehalt brachte seinerzeit sämtliche Kompassnadeln durcheinander und sorgte für einige Spekulationen.

    Wir schauen uns das örtliche Bergbau- und Goldmuseum an, bevor wir noch unser Auto
    volltanken und dem örtlichen (teuren) Supermarkt einen Besuch abstatten.

    Wir machen uns schließlich wieder auf den Rückweg zur Station. Auf uns warten nun wieder 120km Staubpiste 🚙💨
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  • Das Leben auf der Station

    April 2, 2024 in Australia ⋅ ☁️ 32 °C

    Das Leben auf der abgelegenen Melangata Station im Outback Western Australias ist hart.

    Die Station liegt in der riesigen Gibson-Wüste, es regnet nur selten. Alles muss deshalb von Hand bewässert werden und das Wasser zunächst aus tiefen Brunnen an die Oberfläche befördert werden.

    Auch die Lämmer müssen mit Wasser und Futter versorgt werden und vor allem vor Gefahren wie Wildhunden geschützt werden.

    Liegt ein Notfall vor, muss Hilfe per Flugzeug herbeieilen. Der nächste Nachbar ist knapp 50km entfernt und Telefon sowie Internet fällt auch gern mal aus.

    Auch der nächste Supermarkt ist knapp 120km entfernt und alleine zum Highway geht es erst einmal 70km über eine Gravelroad, die bei dem (seltenen) Regen schnell unbefahrbar wird. So lagert man Lebensmittel für lange Zeit und versorgt sich selbst aus dem Gemüsegarten, soweit denn überhaupt etwas wachsen will.

    Auch die 10 Hunde, die die Lämmer beschützen, wollen versorgt sein. Neben Trockenfutter ist ihre liebste Abwechslung frisches Känguru 🦘, welches von Ken selbst erlegt wird. Auch wir werden dabei bedacht und kommen in den Genuss dieser Delikatesse. Richtig zubereitet schmeckt Känguru einfach einzigartig!

    Nachdem das Tier einen Tag abgehangen ist, wird es zerlegt und wir bekommen schließlich einen blutigen Teller mit über 2 Kilo Fleisch.
    Wir dürfen den Fleischwolf der Stationküche benutzen und machen und schließlich unsere eigenen Känguru Burger-Patties. 😍 Traumhaft.

    Wie schmeckt Känguru? Es hat ganz klar einen starken Wildfleischgeschmack, aber dabei eine eigene Note und schmeckt richtig zubereitet sogar etwas nach Rind. Den richtigen Garzeitpunkt zu treffen, erfordert etwas Erfahrung. Ansonsten kann das sehr fettarme Fleisch schnell zu trocken geraten.

    Eine wahre Delikatesse ist, neben Steaks und Hackfleischburgern, tatsächlich der Schwanz. Dieser wird in kleine Medaillons geteilt und dann im Slowcooker langsam gegart. 💛

    Die Haupteinnahmequelle der Station ist neben der Schafszucht, vor allem der Campingplatz und die Beherbergung von Gästen im Homestead. Die Saison ist allerdings begrenzt und zwischen November und April, dem australischen Frühling und Sommer kommen nur wenige Gäste.

    Zur Aufbesserung des Budgets geht Ken von Zeit zu Zeit auf Goldsuche. Mit Detektoren ausgestattet scannt man dabei der Boden geduldig nach Metallgegenständen ab. Wir gehen mit. Man findet eine Menge, jedoch kaum oder wir sogar gar kein Gold. Stattdessen finden wir vor allem alte Patronenhülsen, Hufeisen, Nägel und Blechdosen. Naja - hätte ja klappen können.

    Sind wir mal nicht am Jagen, Goldsuchen, Garten gießen, Lämmer und Hühner füttern oder am Känguru essen, dann ziehen wir uns in unser kleines Lager am Rande des Homesteads zurück.

    Wir schlafen wie immer in unserem Dachzelt, dürfen aber auch das Küchenhaus des Campingplatzes nutzen. Da momentan keine anderen Camper hier sind, haben wir es für uns ganz alleine.
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  • Abschied und zurück an die Küste

    April 6, 2024 in Australia ⋅ ☁️ 27 °C

    Nach knapp 2,5 Wochen ist auch Jo wieder von ihrer Show zurück auf der Station und wir genießen den letzten Abend noch bei einem gemeinsamen Abendessen. Es gibt Lammkeule, aus der eigenen Zucht unter Sternenhimmel 🌌

    Zum Abschied schenkt Jo uns noch ein Exemplar ihres eigenen Campfire Kochbuches. Wir sind gespannt und werden sicherlich das Eine oder Andere mal ausprobieren! 👩‍🍳👨🏽‍🍳

    Der Abschied fällt uns tatsächlich schwer, denn wir haben uns hier sehr wohl gefühlt. Die vielen abenteuerlichen Ausflüge in die Wildnis mit Ken und auch die Versorgung der Tiere werden uns fehlen.

    Nun geht es erst einmal wieder die knapp 350 km an die Küste zurück, wo wir uns in Geraldton wieder mit Lebensmitteln eindecken werden.

    In Geraldton haben Jo und Ken noch ein Grundstück, etwas außerorts. Wir dürfen dort die nächstens Tage kostenlos campen und es gibt sogar eine Toilette und Dusche 🚿 🏕️
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  • Kalbarri Nationalpark

    April 8, 2024 in Australia ⋅ 🌬 35 °C

    Von Geraldton folgen wir dem Highway 1 bis Northhampton und biegen dort wieder westwärts in Richtung Küste ab.

    Bei Gregory halten wir an der Hutt Lagoon an und werfen einen kurzen Blick auf das Pink schimmernde Wasser der Lagune. Karotin produzierende Algen sorgen für die wunderliche Farbgebung und ziehen so natürlich die Blicke der Touristen auf sich.

    Wir fahren an der Küste weiter nordwärts, genießen an verschiedenen Aussichtspunkten noch die atemberaubende Aussicht von den Steilklippen und gelangen schließlich nach Kalbarri.

    Die kleine Küstenstadt hat ein paar Tankstellen, einen Supermarkt und jede Menge Strände. Vor allem aber ist sie Ausgangspunkt für den naheliegenden, gleichnamigen Nationalpark.
    Auch wir beziehen kurz hinter der Stadtgrenze eine kleine Stellfläche auf dem Big Ranch Campingplatz. Das erste Mal seit über 4 Wochen Roadtrip bezahlen wir etwas für die Übernachtung.

    Im März 2020 war dies unsere letzte Station in Australien, bevor die Regierung die ersten Covid-Beschränkungen beschlossen hat und plötzlich alle Campingplätze schließen mussten. Von hier aus blieb uns nur noch der Abbruch der Reise…

    Nun, 4 Jahre später sind wir also wieder auf dem selben Campingplatz und stehen, wie sollte es anders auch sein, wieder auf genau dem selben Stellplatz, Nr. 13.

    Am Abend freuen wir uns über die offene Küche in der wir unsere letzte Ration Känguruhsteaks von der Melangata-Station auf den Barbecue werfen 🦘.

    Am nächsten Morgen geht es früh los, der Wecker klingelt um 4:30h, damit wir noch im Morgengrauen zum Nationalpark starten können.

    Wir werden heute den 9km langen Loop-Trail wandern, der zunächst über den Bergkamm entlang des Murchison Rivers führt, bis man schließlich etwa 100m tiefer hinunter zum Fluss gelangt und sich mitunter an engen Felsen entlanghangeln muss.

    Für die Wanderung sollte man etwa 5 Stunden einplanen und je Person 4-5 Liter Wasser einplanen. Der Trail wird wegen der Hitze nach 7 Uhr morgens geschlossen, man soll also vorher dort am Startpunkt sein. Es sind für heute 36 Grad vorhergesagt, aber unten in der Schlucht am Flussbett heizen sich die roten Felsen zusätzlich um weitere 10 Grad auf. Diverse Hinweisschilder machen einen darauf aufmerksam, dass auf diesem Trail bereits mehrere Wanderer an Dehydrierung gestorben sind und mahnen zur Vorsicht. ⚠️

    Der Ausblick am Kamm über der Schlucht ist im Sonnenaufgang einfach nur atemberaubend und die roten Felsen schimmern kräftig. Der Fluss ist zu dieser Jahreszeit und aufgrund des fehlenden Regens fast ausgetrocknet.

    Am Flussbett kommen auch die Fliegen wieder zu Besuch, in einer Zahl, die auch wir so noch nicht kannten. Den Rest der Wanderung haben wir unsere Fliegennetze auf dem Kopf.

    Wir werden für die Wanderung heute knapp 3 Stunden brauchen, inklusive 2 Pausen. Es begegnen uns keine Menschen. Wir sind wohl die Einzigen.

    Am Trailhead ist im Felsen eine Öffnung erodiert, das „Natures Window“, blickt man hindurch, zieht sich dahinter malerisch der Fluss durch die Schlucht.

    Da es nun erst knapp 10 Uhr ist, machen wir an anderer Stelle im Nationalpark noch den Four Ways Trail. Mit insgesamt 6km Länge führt dieser einen wiederum etwa 170m hinunter an die Ufer des Murchison-Rivers in der Z-Bend Biegung. Auch hier begegnen und keine anderen Wanderer, aber am Fluss entdecken wir einen schwarzen Schwan. 🦢

    Als wir nach knapp 2 Stunden zur Mittagshitze wieder am Parkplatz ankommen haben auch wir genug vom Wandern. Bevor noch das dritte paar Socken vollgeschwitzt wird, belassen wir es heute bei den nahegelegenen Aussichtspunkten, sowie einem Besuch des Skywalks, der bei unserem letzen Besuch des Parks 2020 grad noch im Bau war.

    Am Nachmittag sind wir froh, wieder auf dem Campingplatz zu sein und unsere Füße hochlegen zu können.
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  • Bushcamp

    April 9, 2024 in Australia ⋅ 🌙 28 °C

    Nach den anstrengenden Wanderungen am Vortag im Kalbarri Nationalpark gingen wir es etwas langsamer an und beließen es bei einer 6km Laufrunde durch die Dünen am Meer 🌊

    Noch am Vormittag brachen wir vom Campingplatz auf, kauften noch etwas Gemüse im Ort und füllten den Dieseltank, bevor wir wieder ins Landesinnere zum Highway 1 fuhren. Von hier aus geht es weiter nördlich.

    Weit gefahren sind wir heute aber nicht, sondern sind von einem Rastplatz, südlich von Nerren Nerren aus etwas weiter in den Bush gefahren, um dort ein ruhiges Camp aufzuschlagen.

    Die Fliegen lassen einen mal wieder nicht in Ruhe. Sie krabbeln einfach überall hinein, kleben einem an der Haut und laufen über die Lebensmittel. Erst nach Sonnenuntergang geben sie Ruhe und machen diversen Käfern und Nachtfaltern Platz, die vom Licht angezogen werden. Da wird das Kochen im Freien zur Tortur.
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  • Shark Bay Tag 1 / Whalebone Bay

    April 10, 2024 in Australia ⋅ 🌙 28 °C

    Nach einer ruhigen Nacht im Bush stehen wir wie meistens mit dem Morgengrauen auf. Das ist so kurz nach 6 Uhr. Die Fliegen sind auch schon wach…

    Wir frühstücken im Zelt, es ist einfach nicht möglich draußen zu essen, ohne dass man ständig Fliegen im Gesicht oder auf dem Essen hat. Langsam wird es wirklich zur Nervenprobe.

    Wenig später sind wir wieder auf dem Northwest Coastal Highway und machen nach knapp 50km eine kurze Pause am Billabong Roadhouse. Das Roadhouse gibt es schon seit den 60ern und bietet neben einer Tankstelle auch kostenlose Duschen und Toiletten :)
    Im Außenbereich läuft stilechte 60er Jahre Musik. 🎵 🎶

    Vom Roadhouse sind es noch einige Kilometer bis Overlander, wo wir schließlich nach Westen zur Shark Bay abbiegen.

    Die Shark Bay ist ein geschütztes Maritimgebiet. Der Name suggeriert, dass es hier besonders viele Haie gibt, was aber nicht stimmt. Es lassen sich stattdessen überaus viele Delfine im Wasser blicken und es gibt hier die weltweit größte Ansammlung von Dugongs, einer Art Seekuh.

    Das Wasser der Bucht ist sehr stark salzhaltig, an manchen Stellen hat es die doppelte Konzentration, wie normal üblich, so dass nur bestimmte Pflanzenarten gedeihen können.

    Wir biegen auf die erste der beiden Halbinseln ab und sehen schon von der Straße aus das tiefblau schimmernde Meer. Kein Wunder, dass viele Australier hier ihren Urlaub verbringen, besonders jetzt, wo noch Osterferien sind.

    Kostenlose Camps gibt es nur außerhalb, deshalb haben wir uns für die Nacht einen Platz auf dem Whalebone-Bay Campground reserviert, der uns 15$ kostet.

    Das Camp liegt direkt an Westseite an einer Bucht. Wir haben besonderes Glück und sind die Ersten, können uns so den besten Platz direkt am Wasser aussuchen. Direkt am Wasser bedeutet 3m Entfernung zum Meer 🌊😎

    Das Camp ist schnell errichtet und gern hätten wir die Ruhe und die wirklich unglaubliche Schönheit dieses Ortes genossen, wären da nicht wieder die Fliegen 🪰…
    Man kann es wieder nur mit Fliegennetzen auf dem Kopf aushalten und trotzdem laufen einem die kleinen Biester natürlich über alle anderen zugänglichen Körperstellen. Es kribbelt, summt und krabbelt ununterbrochen…

    Erst mit dem Sonnenuntergang ist Ruhe, der hier mit Blick aufs Meer nach Westen einmalig ist.

    In der Nacht werden wir mit einem sternenklaren Himmel verwöhnt. Die Milchstraße ist mal wieder leicht mit bloßem Auge zu erkennen.
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  • Shark Bay Tag 2 / Francois Peron NP

    April 11, 2024 in Australia ⋅ 🌬 28 °C

    Am nächsten Morgen gehen wir (zusammen mit den Fliegen) eine Runde an der Küste laufen. Geduscht wird anschließend mit unserer Eigenkonstruktion auf dem Autodach 🚿

    Wir fahren in die Ortschaft Denham rein, lassen ein paar herumstreunenden Emus die Straße passieren und steuern direkt die Touristeninfo an, um uns über die Zustände der Offroad-Pisten im nördlich angrenzenden Francois Peron Nationalpark zu informieren. Die Osterferien haben offenbar tiefe Spuren hinterlassen und die Tracks sind ordentlich ausgefahren. Es ist etwas schwieriger als sonst.

    Wir entscheiden uns die Big Lagoon anzufahren. Dafür geht es etwa 20km durch teilweise tiefen, soften Sand über den nördlichen Teil der Insel. Alles was dahinter liegt ist wohl noch schwieriger, also belassen wir es bei der Big Lagoon.

    Direkt zur Einfahrt des Tracks gibt es eine Station um den Reifendruck anzupassen. Wir lassen den Druck bis auf 20 PSI ab (etwa 1,38 Bar) Das vergrößert den Reifenaufdruckpunkt deutlich und sorgt im Tiefsand für mehr Traktion. Wenn nötig, können wir später noch auf bis zu 15 PSI runter gehen (etwa 1 Bar). Der Trick ist aber, niemals das Momentum zu verlieren, also immer etwas Geschwindigkeit zu behalten.

    Wir stellen das Getriebe auf Fourwheel-Drive und fahren los.

    Wir kommen gut voran. Aber schon nach wenigen hundert Metern auf der Piste hat sich der Erste im Sand festgefahren. Andere sind bereits zur Stelle und helfen ihm wieder frei zu kommen. Wir bieten uns ebenfalls an, werden aber dankend durchgewunken.

    Nach der ersten Abzweigung wird der Track noch deutlich tiefer und vor allem nehmen die Corrugations zu, also die wellenförmigen Verformungen des Weges, die durch den vielen Verkehr mit der Zeit entstehen.
    Unser Patrol wird ordentlich durchgeschüttelt und sind wir zu schnell, beginnt er sich aufzubäumen und wie ein Känguruh zu hüpfen. Wir haben ein super Fahrwerk, aber wir sind auch recht schwer beladen. Also nehmen wir etwas Geschwindigkeit raus und das Fahrzeug beruhigt sich wieder. Wir wollen nicht riskieren, dass unsere Antenne kaputt geht, weil das Auto drauf liegt…

    Schließlich kommen wir an der Big Lagoon an. Hier trifft der knallrote Sand auf das stahlblaue Meer. Ein toller Anblick. Wir wandern etwas an den Dünen entlang und erklimmen einen kleinen Hügel für einen noch tolleren Ausblick. Man könnte hier auch gegen Gebühr campen, die Fliegen sind hier aber besonders aggressiv und wir verzichten lieber…

    Die Rückfahrt klappt problemlos und wir passen nach der Sandpiste den Reifendruck wieder für Asphalt an.

    Wieder in Denham springen wir ins Wasser, freuen uns den roten Sand von Haut und Haaren loszuwerden und legen uns etwas auf die faule Haut. 🏝️

    Später schauen wir uns weiter südlich noch den Shell-Beach an. Dieser Strand besteht ausschließlich aus kleinen Muscheln, die sich über 15m hoch aufgetürmt haben.
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