India
Mumbai

Discover travel destinations of travelers writing a travel journal on FindPenguins.
Add to bucket listRemove from bucket list
Travelers at this place
    • Day3

      Mumbai South erkunden

      November 8 in India ⋅ 🌙 28 °C

      12 Stunden geschlafen. Von 21 bis 9 Uhr indischer Zeit, womit ich wie geplant den Jetlag umgangen habe. Dann 30 Minuten mit dem Taxi zur Zughaltestelle — für 3€! Ich kriege fast ein schlechtes Gewissen den Taxifahrern gegenüber, weil es so günstig ist. Im Bahnhof bin ich dann mehrfach von einem „Ticket Office“ zum nächsten geschickt worden, alles sehr undurchsichtig und nichts ist ordentlich ausgeschildert. Irgendwann hab ich es ins „Reservation Office“ geschafft, wo ich ewig anstand, damit man mir dann sagte, dass ich erst für ab dem 29. November wieder einen Zug nach Goa buchen könnte. Obwohl man auf der Website noch für alle möglichen Züge in den nächsten Tagen Tickets buchen kann (wenn man denn eine indische Kreditkarte hat). Für Touris gelten wohl andere Regeln. Aber auch diesmal haben mich wieder mehrere Leute angesprochen und wollten mir helfen bei der Ticketbuchung. Die Menschen sind wirklich freundlich hier.

      Ich habe jetzt online über eine andere Seite ein Langstrecken-Busticket gebucht. War teurer, dauert 15 Stunden (anstatt 7-8) und fährt über Nacht, wodurch ich die schöne Natur, durch die man fahren soll, nicht bewundern kann. Etwas nervig, aber über sowas ärgere ich mich nicht. Hauptsache ich komme irgendwie nach Goa. Ich merke mir: Zukünftig über 12go.asia so früh wie möglich Zugtickets buchen. Da geht es auch mit ausländischen Kreditkarten.

      Als nächstes ging es dann in Richtung Süden von Mumbai. Ich habe mich vom Ola-Fahrer an so einem kleinen Stadtstrand rausgelassen, wollte erstmal ein bisschen entspannen. Leider war es total erdrückend heiß und stickig dort und die Luft war schlecht. Es kam kein „beach feeling“ auf. Und schwimmen gehen kann man hier sowieso nicht, dafür müsste man sich ja auch ausziehen. No way.

      Ich bin dann ein bisschen rumgelaufen und dann hat mich ein Inder angesprochen, ob ich ein Foto mit ihm machen würde. Hab ich natürlich gemacht — daraufhin kam kurz danach eine Großfamilie angelaufen und musste ein ganzes Shooting mit mir zusammen machen. Der Inder wollte mich dann auch nicht mehr alleine lassen und ich bin mit ihm zusammen ca. eine halbe Stunde lang zum nächsten Café gelaufen und habe mit ihm einen Iced Cappuccino getrunken (für warmen Kaffee war mir viel zu heiß). Er lernt Deutsch am Goethe-Institut. Und war auch schon in Berlin. Und in Russland. Aktuell reist er einfach ohne Plan durch Indien und weiß auch noch nicht, was er den Rest des Tages machen und wo er schlafen soll. Er wollte mich dann weiter begleiten, aber das wurde mir zu viel, besonders als er meinte, er hätte kein Cash mehr und ob ich ihm was geben kann (nachdem ich ihn schon unfreiwillig zum Kaffee eingeladen habe, weil er „vergessen“ hatte, dass er kein Bargeld hat). Ich habe mich dann freundlich aber eindeutig verabschiedet.

      Der nächste Inder, der mein Reisebegleiter werden wollte, ließ aber nicht lange auf sich warten. Am Gateway of India, einem der Highlights hier (eigentlich sogar DAS Highlight), das zu Ehren von King George V und Queen Mary in Zeiten des kolonialisierten Indiens errichtet wurde, kam der nächste, der mir erst alle möglichen interessanten Stories zu den Gebäuden in der Umgebung erzählt hat, dann aber unbedingt mit mir einen Tee trinken gehen wollte und erst nach mehrfacher Ablehnung etwas beleidigt abgezogen ist.

      Insgesamt finde ich es trotzdem angenehm hier. Man fühlt sich ein bisschen wie ein Promi, weil einen auf der Straße alle angucken. Und am Gateway of India habe ich bestimmt mit 40-50 Leuten Fotos gemacht, weil wenn man zu einer Person, die nach einem Selfie fragt, ja sagt, kommen plötzlich immer mehr Leute… und dann muss natürlich noch jeder in einer Gruppe ein Einzelfoto mit mir haben… Einige dieser Menschen haben noch nie eine:n Ausländer:in gesehen. Und auch ich habe heute nur zweimal ein offensichtlich westliches, reisendes Pärchen gesehen, also insgesamt 4 Personen. Aber grundsätzlich sind die Menschen hier überhaupt nicht aufdringlich. Ich laufe durch die Straßen (was zugegebenermaßen nicht besonders viel Spaß macht, vor allem aufgrund des Verkehrs), weil ich nicht für jede noch so kurze Strecke ein Taxi nehmen will, und werde in Ruhe gelassen. In der Türkei habe ich da ganz andere Erfahrungen gemacht, in Istanbul wurde ich im Prinzip durchgehend belästigt. Hier wird nur geguckt oder es kommt mal ein “Taxi, ma’am?”, wenn man komisch am Straßenrand rumsteht, oder eben auch mal ein “where are you from?” und “can I take a picture with you?”.

      Ich tue den Menschen sehr gerne den Gefallen. Manche sind auch richtig sichtbar aufgeregt dabei. Aber nach den Dutzenden Fotos vorhin war es irgendwann dann auch mal gut, deswegen bin ich vom Gateway of India schnell auch wieder geflüchtet und essen gegangen in einem kleinen „Coffee House“. Zwei typisch indische Gerichte plus Reis und Brot, fresh lemon juice, ne große Flasche Wasser und ein superleckerer Chai Tee für weniger als 4€. Dafür liebe ich Asien 😃 Und meinem Magen geht es bisher sehr gut.

      Übrigens wurde ich schon die ganze letzte Woche über immer wieder gefragt, ob ich schon aufgeregt bin. Ich meinte immer, das bekommt bestimmt bei der Anreise. Aber ich muss sagen, bisher ist die Aufregung nicht gekommen. Alles entspannt. 😌
      Read more

      Traveler

      😲 wow

      Traveler

      Wird den Max Troll interessieren 😉

      Traveler

      Sehr spannend. Am liebsten würde ich dich begleiten.

      2 more comments
       
    • Day85

      Rückblick Indien 🇮🇳

      November 3 in India ⋅ ☀️ 32 °C

      Auf der Dachterrasse unseres letzten Hostels in Indien sitzen wir vollgefressen und am Ende unserer Kräfte und blicken auf unglaubliche zwei Wochen zurück.
      Unsere Tage waren so voller Programm, Weiterreisen und Eindrücke, dass wir nicht dazu gekommen sind, jeden einzelnen Tag zusammen zu fassen.
      Wir versuchen es mit einer Kurzversion .. "was haben wir gesehen und wo sind wir gewesen" :
      Nach Varanasi ging es wieder mit dem Nachtzug nach Agra! Am ersten Tag besuchten wir das Agra Fort- eine Palastanlage aus dem 16 Jahrhundert.
      Zum Sonnenaufgang am nächsten Tag fuhren wir mit Rikshas zum Taj Mahal! Unsere Faszination zu diesem einzigartigen Bauwerk schaffen wir nicht in Worte zu fassen.
      Mit der Morgendämmerung tauchte das Taj Mahal in ein Licht ein welches die Geschichte dahinter besonders romantisch untermalt und unseren Ausflug zu etwas ganz Besonderem gemacht hat.
      Wir setzten die Tour fort und fuhren weiter nach Jaipur, hier erkundeten wir die Pink City auf eigene Faust mit ein paar anderen aus der Gruppe. Am nächsten Morgen besuchten wir einen "Affentempel".
      Diese uralte Tempelanlage über der Stadt war gut besucht, denn immernoch wird Diwali gefeiert und dazu gehört eine Reinwaschung vor - und nach dem Fest, in den heiligen Bädern. Auch wir wurden von einem Hindupriester gesegnet und durften in diese wunderschöne Kultur eintauchen. Ich persönlich empfand dieses Erlebnis als sehr spirituell und werde den Moment warm in meinem Herzen verpacken.
      Nach einer weiteren Nacht im Zug stiegen wir am Morgen danach in Jaisalmer aus. Hier erwartete uns unser absolutes Highlight!
      Es hieß "sattelt die Kamele" und ab in die indische Wüste hinein. Alleine das war schon ein Erlebnis, das wir wahrscheinlich nie mehr auf diese Art - und vor allem als kein weiteres "erstes Mal" erleben werden. Ab diesem Moment wurde unser Aufenthalt von Stunde zu Stunde schöner! Dort angekommen genossen wir den Sonnenuntergang und vorallem die Ruhe! Indien ist sooo laut und überall herrscht buntes Treiben. Aber hier gab es nur uns, 15 Kamele und die Guides der Safari. Es wurde unglaublich gutes Abendessen für uns gekocht, ein Lagerfeuer gezündet und Betten unter freiem Himmel aufgestellt.
      Mit Einbruch der Dunkelheit, funkelte es hell am Himmel. Aber tausende Sterne und Sternschnuppen über uns, ein kühles Bier in der Hand, gute Gespräche und mitten im Nirgendwo... auch dieser Abend ist tief im Herzensgedächtnis verankert.
      Man kann es sich vielleicht denken, dass auch der Morgen danach mit atemberaubenden Sonnenaufgang ziemlich perfekt war. Uns wurde Masala Tee ans Bett gebracht und auch wieder Frühstück serviert. Keiner aus unserer Gruppe wollte diesen Ort wieder verlassen.
      Aber die Reise musste weitergehen. Zuerst mit den Kamelen aus der Wüste raus und dann stundenlang mit dem Bus nach Jodhpur.
      Diesmal war es die Blue City die wir auf eigene Faust erkundet haben.
      Das bekannte Fort dieser Stadt lernten wir diesmal auf andere Art kennen. Durch 6 Stationen schwebten wir drüber hinweg . Unser erstes Ziplining..Und das in Indien in einer Tempelanlage, auch gut 😀
      Am Abend hat Nina einen Kochkurs besucht und wird von diesem hoffentlich nachhaltig profitieren. Die indische Küche war schon immer unser Favorit, aber im Land selbst sämtliche traditionelle Speisen zu kosten hat unsere bisherigen Erfahrungen um weites übertroffen und die Kulknarik unschlagbar gemacht.
      Ein Inlandsflug nach Mumbai folgte am Tag darauf und damit auch wieder die nächste Citytour. Zum Abschluss, am heutigen, letzen Tag verabschiedeten wir uns von dieser Reise mit einem "Spaziergang" durch das zweitgrößte Slum Mumbai's. Diesen Ausflug sind wir mit Ehrfurcht angetreten und hatten uns darauf vorbereitet emotional wieder sehr beansprucht zu werden. Entgegen dieser Befürchtung /Erwartung waren wir sehr überrascht was wir dort gesehen haben.
      Ein Local führte uns durch seine Heimat und brachte uns zum einen durch das "Industriegebiet" von welchem Mumbai in vielen Teilen abhängig ist. Hier wird täglich sämtlicher Müll der Stadt recycelt und zu allem möglichen verarbeitet. Viele große Marken kaufen hier handgefertigte Koffer, Kleidung uvm. und verkaufen diese mit ihrem Logo für viel Geld weltweit. Es war ein geschäftiges Gebiet mit einer blühenden Gemeinde und alles andere als das Slum das man erwartet, wenn man weiß dass dort einige Filmszenen von 'Slumdog Millionaire' gedreht wurden.
      Das Wohngebiet glich einem riesigem, aber engem Labyrinth, in dem wir uns sicher ohne Guide verloren hätten. Es war eine sehr interessante Erfahrung und hat dem Begriff "Slum" für uns ein völlig neues Bild geschaffen. Die Menschen dort nennen ihr zu Hause -Dharavi- übrigens "Neighborhood" und empfinden den Begriff "Slum" als negativ.

      Wir sind unglaublich dankbar für diese Erfahrung und würden jederzeit wieder in dieses wunderschöne Land reisen.
      Es war unsere bisher sehenswerteste, interessanteste, leckerste und bunteste Reise ! Jeder Bundesstaat hat seine eigene kleine Kultur, lebt den Hinduismus auf seine eigene Weise, kocht unterschiedliche Speisen und ist mit keinem anderen vergleichbar. Das macht Indien so vielfältig und wir konnten nicht genug davon kriegen.
      Allerdings hat uns die Tour doch auch schon an unsere körperlichen Grenzen gebracht. Durch die Klimaanlagen waren wir permanent erkältet, wir haben sehr wenig und eigentlich immer schlecht geschlafen, die Reisen zwischen den Städten waren lang und unbequem und es gab keine Gelegenheit die vielen Eindrücke mal sacken zu lassen.
      Dennoch würden wir es immer wieder tun und jedem empfehlen.
      Außerdem wird es für uns auch nicht unsere letzte Gruppenreise gewesen sein. Wir haben wirklich viele tolle Bekanntschaften geschlossen und sind auch dafür sehr dankbar :)!

      Next Stop :Bangkok!
      Read more

      Traveler

      Wow😍

      Traveler

      Echt der Wahnsinn😳

      Traveler

      Ich liebe diese fafbenfrohe indische Kleidung😍

      7 more comments
       
    • Day36

      Mumbai, Indien

      November 1 in India ⋅ ☀️ 31 °C

      Über Abu Dhabi ging es nach Mumbai. Derya wollte eigentlich nach Neu Delhi aber der hashtag Mumbaistreetfood hat sie am Ende doch umgestimmt.

      First impression: Laut, hektisch, voll und übelriechend. Ein permanent beißender Geruch aus einer Kombination von Urin, Fäulnis, Kadaver stieg uns tagtäglich in die Nase. Daran gewöhnt haben wir uns bis zum letzten Tag nicht.

      Die Taxifahrt vom Airport zum Hotel war die wildeste Fahrt die wir je erlebt haben. Es waren so viele Autos, Roller, Schubkarren, Menschen und ab und zu auch mal Kühe auf der Straße. Jeder versuchte irgendwie voranzukommen. Jede noch so winzige freie Lücke wurde dafür genutzt. Der Verkehr erfolgte nach dem Tetris Prinzip, so haben wir es bezeichnet. Es wurde permanent gehupt. Der Verkehr in der Türkei ist eine Kinderfahrt dagegen. Zum Ende hin hatten wir auch noch fast einen Unfall mit einem von Links kommenden Roller gehabt.
      Wir sind bei Nacht im Hotel angekommen, es war ein gruseliger Ort und eine Welt fernab von unserer Vorstellung. Der Dreck, die Gerüche, die Armut.

      Der Eingang zu unserem Hotel war vermutlich auch mal der Drehhort für einen Horror-Film. Wir mussten durch eine enge Gasse voller Spinnweben gehen, um dann in einen klapprigen Fahrstuhl in den 5. Stock zu fahren. Auf der Fahrt nach oben konnten wir in jedes Stockwerk einen kurzen Blick erhaschen und uns das Leben dort ausmalen. Das ganze Gebäude war heruntergekommen, das Zimmer war auch dementsprechend. Allerdings ist es vermutlich für die dortigen Verhältnisse eine gute Unterkunft, wenn man bedenkt, dass viele Einwohner in noch viel schlimmeren Verhältnissen wohnen. Verrückt ist auch, dass es bislang eines der teuersten Hotels war, in dem wir nächtigten.

      Nachdem wir eingecheckt hatten, war es bereits nach Mitternacht. Wir gingen noch einmal raus, um einen Geldautomaten und etwas zu essen zu finden. Wir wurden mit der schonungslosen Realität konfrontiert. Während nachts die Ratten aus ihren Löchern krochen, schliefen die Menschen überall auf der Straße verteilt. Teilweise ganze Familien, die draußen schliefen und nicht mehr besaßen, als das was sie anhatten. Tagsüber verkauften sie auf ihrem Stand Obst, Streetfood, etc. Abends wurde der Stand zu ihrem Bett.

      Am nächsten Morgen begaben wir uns mutig raus ins Getümmel. Es war eine andere Welt, so voll, so laut, so staubig. Jeder lief mit dreckigen Klamotten rum, jeder hatte etwas zu tun. Ware gestapelt auf dem Kopf, auf dem Rücken oder meterhoch auf einer Schubkarre, wirrten die Menschen durch die engen Straßen. Vergleichbar mit Millionen von Ameisen, deren einzige Aufgabe darin besteht, Dinge zu transportieren, die größer sind als sie selber. Wir waren mit unserem Aussehen eine Attraktion und wurden häufig gegrüßt und angestarrt.
      Am ersten Sightseeing-Spot, dem Gate of India angekommen, wurden wir angesprochen und fotografiert als wären wir Stars. Und als solche fühlten wir uns auch nachdem wir mit Jugendlichen und Familien ein Selfie nach dem anderen machten.
      Die Menschen standen Schlange. Bei der ersten Gelegenheit sind wir aus dem Trubel geflüchtet und weiter durch Süd-Mumbai geschlendert. Überall auf den Straßen wurden wir vom Streetfood angelockt und probierten uns durch von Chai-Tea über exotischem Obst bis hin zu den vielfältigen Angeboten südindischer Küche.
      Das kulturelle Zusammenspiel in Mumbai war ebenfalls sehr erstaunlich. Moslems, Christen, Hindi leben friedlich zusammen und unterschiedliche Kasten (über die wir leider wenig erfahren haben) existieren nebeneinander in dieser 20 Millionen Stadt.

      Unser heimliches Hobby in Mumbai war das Bahnfahren. Es war einfach nur wild und kaum vorstellbar für den Europäer. Die Züge fuhren ohne Türen und ohne viel Zeit zum ein- oder aussteigen. Kaum erreicht der Zug den Bahnsteig, sprangen die Menschen aus dem fahrenden Zug, andere hangelten sich hoch in den Zug. Es war immer wieder erneut ein Highlight mitanzusehen und selber mitzumachen.

      Wir sind an einem Hindu-Tempel vorbeigekommen, welches Marvin sich auch von innen angesehen hat. Es war genauso voll wie alles andere in Mumbai. Marvin bewegte sich im Strom der Massen in den Tempel, ohne zu wissen, was genau passierte. Es war faszinierend zu sehen, wie die Menschen glauben und welche religiöse Rituale damit verbunden sind.

      Wir fanden im Internet eine Liste „50 things to eat in Mumbai before you die“ - challenge excepted. Schlendern, Kultur erleben, Must see‘s und Must eat‘s. So verbrachten wir unsere Woche in Mumbai. Wir blieben in unserem Viertel, es war immer noch gruselig, aber wir hatten uns arrangiert. Die Bahnstation war in der Nähe, sodass wir einen guten Ausgangspunkt hatten, um die Stadt zu erkunden. Warme Erdnüsse vom Straßenstand waren unser ständiger Begleiter. Und irgendwann gingen wir wie die Inder auf den Straßen, statt auf dem Bürgersteig, ganz ohne zu sterben (Wer hat den Linksverkehr erfunden?) .

      Das größte Slum Indiens und die größte Wäscherei Mumbais haben wir während unseres Aufenthalts ebenfalls noch sehen wollen. Durch den Slum Dharavi ist Derya fast gesprintet, alle Sinnesorgane wurden hier überreizt. Auch an der größten Wäscherei wollten wir nicht lange bleiben. Wir wurden von charmanten, englisch sprechenden Straßenkindern belagert, die man schweren Herzens abwimmeln musste. Die Eindrücke sind schwer zu beschreiben. Mumbai ist ein riesengroßes Moloch. Die Menschen sind hingegen freundlich und hilfsbereit, oft auch ungefragt wurde uns ihre Hilfe angeboten. Was uns jedoch zunächst irritierte und zum Ende hin amüsierte, ist die Körpersprache der Mumbis, wie wir sie liebevoll genannt haben. Der Kopf-Wobble ist vor allem im Süden Indiens eine Gestik, wie wir sie sonst nirgendwo auf der Welt sehen. Wofür das schütteln des Kopfes genau steht, bleibt uns wohl für immer ein Rätsel und wir können nur spekulieren. Es deckt auf jeden Fall alle Stimmungen ab: Ja, Nein, Vielleicht, Gern geschehen, Ich weiß, Ich weiß nicht. Man weiß nicht woran man ist, das war zumindest immer unser Gefühl 😅

      Zum krönenden Abschluss waren wir natürlich noch im Fitnessstudio. Die indische Masche war immer die gleiche. Erst kamen sie zu Marvin und fragten nach einem Foto, um sich dann dem eigentlichem Ziel zu nähern, ein Foto mit
      Derya. Aber dieses Mal sollte es nicht bei einem Foto bleiben. Es wurde zu einer Video Session für eine große Fitnesskette in Indien mit Studios in Australien. Sie filmten uns beim Sport und posteten es auf Instagram 😅

      Die Zeit bis zum Abflug wurde wieder etwas knapp, weil wir zum Abschied und zur Stärkung noch unser Lieblingsgericht Kaju Masala essen wollten (nein, nicht Butter Chicken, das ist typisch Neu Delhi, aber da wollte Monsieur ja nicht hin 😜)
      Am Flughafen angekommen, sagte man uns am Schalter, dass unser Gate für den Flug nach Hanoi bereits geschlossen sei. Unser Flug wurde vorverlegt und war bereits vor 3 Stunden gestartet - der Flugveranstalter hatte uns nicht Bescheid gegeben.
      Um 1 Uhr nachts am Airport von Mumbai mussten wir uns jetzt schnell eine Alternativplan überlegen. Der nächste Flug nach Hanoi ging erst in 2 Tagen, mit Mumbai hatten wir aber schon abgeschlossen, länger hier bleiben war also keine Option. Nach Recherchen und Telefonaten mit dem Veranstalter, beschlossen wir unsere Reise nach Thailand vorzuverlegen und buchten den nächsten Flug Last Minute nach Phuket (5 min vor Gate closing).
      Read more

      Traveler

      Waaaahnsinn!! Und für die ist das total normal 😎😎

      Traveler

      Für Derya ist es mittlerweile auch normal 😂 du kannst dich schon auf die nächste Bahnfahrt freuen.

      Traveler

      Mit so eine Bahnfahrt, braucht Derya nicht mehr ins Fitness Studio. Die Bahnfahrt ist schon sporty genug 😄

      8 more comments
       
    • Day4

      Bandra West

      November 9 in India ⋅ 🌙 28 °C

      Ich habe gestern Abend im Hostel noch eine Amerikanerin (aus dem Silicon Valley) kennengelernt, die auch am Freitag nach Goa fährt. Mit dem Zug! Das hat sie aber schon vor Wochen gebucht und steht trotzdem immer noch auf der Warteliste, und das ging auch nur, weil sie eine American Express Karte hat. Nach langem Ausprobieren hat sie herausgefunden, dass das die einzige internationale Kreditkarte ist, die auf der Seite funktioniert. Gut zu wissen, hilft mir aber auch nicht 😃 Aber immerhin bin ich nicht alleine mit dem Problem.

      Heute bin ich als erstes zu dem Bandra Fort spaziert, Überreste einer Festung aus dem 17. Jahrhundert. Von da aus hat man einen schönen Blick auf die Worli Sea Link Bridge und die Skyline von Mumbai. Diese Brücke ist recht modern und verbindet den nördlichen mit dem südlichen Teil der Stadt. Ich bin da gestern Abend mit dem Taxi schon drüber gefahren, aber da war es schon dunkel und ich konnte nichts sehen. Mit der Brücke kann man sich einiges an stressigem Verkehr sparen, aber das kostet natürlich Maut-Gebühren. Warum sollte man eine Brücke auch umsonst nutzen dürfen?

      Der Weg zu dem Fort war ausnahmsweise mal recht angenehm, er führte nämlich zum großen Teil über eine nette Promenade. Es ist lustig, was man auf der Promenade alles nicht darf: Es sind keine Fahrräder und keine Tiere erlaubt, man darf nicht rauchen, nicht essen, nicht spucken und keine Spiele spielen. Und man darf nur 30 Minuten auf einer Bank sitzen, danach muss man weitergehen.

      Nach Besuch des Forts bin ich weiter zu dem nächstgelegenen Beach spaziert. Leider unterschätzt man die Distanzen hier auch nach Tagen immer noch andauernd… Und es ist auch nicht so gut bei dem Verkehr hier, wenn man noch an Rechtsverkehr gewöhnt ist und immer erstmal in die falsche Richtung guckt 🫣

      Na ja, ich bin so vor mich hin gelaufen und dann quatschte mich mal wieder jemand nett von der Seite an. Mayuresh studiert „Business“ in Mumbai und will später irgendwo im Ausland arbeiten. Er ist Fan von Justin Bieber und von Apple. Er war schon in München für ein Fußballspiel vom FC Bayern. Von denen war er früher Fan, aber jetzt nicht mehr. Er hat mich dann mit seinem Moped zum Strand gefahren und wir haben ein paar spannende Gespräche geführt, unter anderen auch über Politik und Religion. Er findet es nicht gut, wie es in Indien um Religion steht, weil ja alle Menschen gleich sind. Aber die Chinesen mag er nicht, weil die so stinken 😃

      Ich habe mich irgendwann von ihm verabschiedet und bin ein bisschen am Strand entlang spaziert. War mal wieder das komische Alien unter hunderten Indern. Da war vielleicht was los am Strand, abgesehen von ein paar Kindern war niemand im Meer, aber überall waren Menschen und haben Essen oder irgendeinen Blödsinn verkauft. Ich wollte eigentlich noch zum Ende des Strandes zu einem Hindu-Tempel laufen, aber irgendwann bin ich in eine sehr arme Gegend gekommen. Das war mir doch etwas zu heikel, deswegen hab ich mich von einem TukTuk abholen und für 1€ zurück zum Hostel fahren lassen.

      Heute geht’s früh ins Bett, weil ich für morgen um 9 Uhr eine Guided Tour gebucht habe, und dafür muss ich noch ans andere Ende der Stadt fahren.
      Read more

      Traveler

      wow!

      Traveler

      Mayuresh erinnert mich ein wenig an Schwannick.

      Traveler

      😂

      2 more comments
       
    • Day2

      Angekommen in Mumbai

      November 7 in India ⋅ ⛅ 28 °C

      Der erste Tag ist rum. Also genau genommen ist es erst viertel vor 7 hier, aber ich bin ziemlich erledigt, deswegen gehe ich zeitnah schon ins Bett.

      Ich bin heute um 6 Uhr morgens am Flughafen in Mumbai angekommen und hatte in den Stunden davor nicht so wirklich viel geschlafen. Die Einreise hat dann auch etwa 1,5 Stunden gedauert. Man will sich ja bloß nicht stressen lassen in so einem Job.

      Und dann nach der Einreise wurde es erst richtig lustig. Ich hab es nämlich einfach nicht geschafft, ein Taxi zu besorgen, um zu meiner Unterkunft zu fahren. Das muss man sich mal vorstellen! Ausgerechnet in Asien, wo einem sonst die Taxifahrer hinterher rennen. Das Problem war, dass es keinen normalen Taxistand am Flughafen Mumbai gibt, sondern man nur über Uber oder Ola (indische Taxi-App) ein Taxi bestellen kann und dann aufgesammelt wird. Aber die Uber App hat aus irgendeinem Grund nicht funktioniert, weil sie mir gesagt hat, ich müsse bar zahlen, mir dann aber eine Buchung mit Bargeld als Zahlungsmittel nicht ermöglicht hat. Und die ganzen Ola Fahrer wollten mich scheinbar einfach nicht fahren. Ich hab’s immer wieder versucht, aber es hat kein Fahrer meine Anfrage angenommen. Kann ich mir auch nicht erklären.

      Ich bin also erstmal hilflos suchend eine Weile lang hin und her gelaufen, konnte aber ja auch nicht zu weit vom Flughafen weg, weil ich dann kein WLAN mehr gehabt hätte (Mimis Tipp, mir direkt am Flughafen eine SIM Karte zu kaufen, habe ich blöderweise ignoriert — war wohl zu müde und verplant). Interessanterweise wurde ich dabei kein einziges Mal komisch angesprochen (kennt man ja auch eher anders aus Asien)… und dann irgendwann doch. Ein Inder etwa in meinem Alter hat mich irgendwann gefragt, ob er mir helfen könnte. Er hatte mich schon vorher gesehen, wie ich planlos durch die Gegend gelaufen bin. Ich war erstmal sehr skeptisch und wollte ihm nicht mein Handy überlassen, auf dem er sich mein Taxi-Dilemma anschauen wollte. Er meinte daraufhin „Don’t worry, I‘m not a snitcher“ und hat mir angeboten, im Gegenzug so lange sein Handy zu nehmen. Das sah sogar noch deutlich neuer aus als meins. Fand ich fair.

      Er hat dann mit mir zusammen weiter versucht, an ein Taxi zu kommen. Weiterhin vergeblich. Irgendwann sind wir aus dem Flughafen-Bereich rausgelaufen (dank ihm war ich ja nicht mehr an das Flughafen-WLAN gebunden) und haben dann irgendwann ein TukTuk (bzw. hier auch „Auto“ genannt) aufgetrieben, das uns mitgenommen hat. Er ist dann tatsächlich noch die 30-40 Minuten Fahrt mit mir zum Hostel gefahren, hat mir indische Kekse geschenkt (originalverpackt, keine Sorge — aber leider ziemlich eklig, da extreeeeem süß) und sogar drauf bestanden, die TukTuk-Fahrt zu bezahlen. Er meinte immer wieder, ich sei ja Gast in seinem Land und deswegen müsse er alles tun, um mir zu helfen. Als ich dann beim Hostel angekommen war, haben wir noch Instagram-Namen ausgetauscht und dann war er weg. Wohnt irgendwo außerhalb von Mumbai.

      Ich muss sagen, das war echt eine angenehme erste Erfahrung. Ich bin grundsätzlich recht skeptisch, wenn mich jemand so anspricht, und gehe eigentlich immer davon aus, dass die Person mir was verkaufen will. Umso schöner ist es, mal vom Gegenteil überzeugt zu werden. Einfach nur reine Hilfsbereitschaft. War auch keine Anmache oder so, sondern einfach nur Freundlichkeit.

      Im Hostel habe ich dann direkt einige weitere lustige Menschen aus Indien, Neuseeland und Irland kennengelernt. Meine Mama würde sie „typische Traveller“ nennen. Ich habe sogar noch was von dem kostenlosen Hostel-Frühstück abbekommen, auch wenn das nur aus ungetoastetem Toast und irgendeinem unidentifizierbaren, gelben Reis-ähnlichen Zeug (das aber lecker war!) bestand.

      Der nächste Programmpunkt heute war das Besorgen einer SIM Karte. Dafür bin ich etwa 15 Minuten zu Fuß zum Vodafone Store gelaufen, obwohl der Hostel-Typ meinte, „TukTuk wäre besser“. Aber ich will den Ort doch auch ein bisschen kennenlernen und mitten am Tag hier im angeblichen „Studiviertel“ ist das ja auch nicht gefährlich. Tatsächlich ist das meines Eindrucks nach hier (wo mein Hostel ist: Bandra West) eine gute Gegend Mumbais. Auf jeden Fall nicht die ärmste, es gibt auch einige teurere Geschäfte und Restaurants. Das ändert aber nichts an dem Verkehr. Da lernt man schnell: Einfach niemals stehen bleiben, immer weiter gehen, und natürlich ordentlich umschauen und aufpassen dabei. Ich habe mich tatsächlich recht schnell daran gewöhnt und an die Einheimischen angepasst.

      Auffallen tue ich trotzdem. Heute auf dem Weg zum Vodafone Store habe ich keine:n einzige:n andere:n Europäer:in gesehen. Und entsprechend wurde ich angeguckt wie ein Alien. Daran gewöhnt man sich glaube ich nie. Vermutlich ist eine weiße Frau alleine unterwegs hier schon nicht ganz so alltäglich. Und dann auch noch zu Fuß.

      Ich habe den Vodafone Store auf jeden Fall gefunden und meine SIM Karte bekommen. Hat ein bisschen gedauert. Wie schon am Flughafen bemerkt: Stress machen die sich hier nicht, auch nicht für zahlende Kunden. Auf dem Weg zurück zum Hostel habe ich noch ein Sandwich gegessen (an mehr habe ich mich am ersten Tag noch nicht rangetraut — ich muss meinen Magen ja vorsichtig ein bisschen eingewöhnen) und Chai Tee getrunken (erster Schluck bäh, danach wurde es immer besser). Als letztes wollte ich dann noch meinen Zug am Freitag nach Goa buchen, bin aber kläglich gescheitert. Ich hab es bestimmt 2 Stunden lang versucht, und zwar über unterschiedliche Websites und mit verschiedenen Zahlungsarten. Keine Chance, immer nur Fehlermeldungen. Habe auf ner anderen Seite gelesen, dass es vermutlich nur mit indischen Kreditkarten geht, auch wenn an mehreren Stellen „international cards“ steht. So ein Blödsinn. Wer mal richtig schlechte UX erleben möchte, kann gerne mal versuchen, auf www.irctc.co.in ein Zugticket zu buchen. Aber naja, dann fahre ich morgen halt als erstes zum Bahnhof und schaue da mal, ob ich weiterkomme.

      Das war Tag 1. Noch nicht so sonderlich aufregend, aber man muss ja erstmal ankommen und sich um ein paar Sachen kümmern. Morgen geht’s dann richtig rein ins Zentrum zum Sightseeing.
      Read more

      Traveler

      Hui, was ein Tohuwabohu - aber gut, dass am Ende alles doch geklappt hat! Sicherlich muss man da erstmal ankommen und nach einer Weile ist man bereits so drin, dass die weitere Reise umso einfacher wird. Danke, dass du uns hierdurch dran teilhaben lässt. Gerne auch paar mehr Bilder rein hauen, wenn das überhaupt möglich ist. Ansonsten super cool und ich freue mich total für dich 🥹

      Traveler

      Habe heute nicht so viele gemacht. Man muss auch auf der Straße tatsächlich ein bisschen aufpassen mit Handy rausholen und so 😅

      Traveler

      Immer ein "schlechteres" Handy mitnehmen 😅

      Traveler

      Hab ich keins mehr, alle weggeklaut 🥹

      6 more comments
       
    • Day6

      Alles voller Götter

      November 11 in India ⋅ ☀️ 30 °C

      Weiter geht’s.

      Nach Ende der Guided Tour bin ich mit dem Zug zurück ins Zentrum von Mumbai, zum Gateway of India, gefahren, um dort die Fähre zur Elephanta Insel zu nehmen. Dort sind die berühmten „Elephanta Caves“, die dem Gott Shiva gewidmet sind.

      Wikipedia: Shiva (Sanskrit शिव Śiva [ɕɪʋʌ]; „Glückverheißender“) ist einer der Hauptgötter des Hinduismus. Im Shivaismus gilt er den Gläubigen als die wichtigste Manifestation des Höchsten. Als Bestandteil der „hinduistischen Trinität“ (Trimurti) mit den drei Aspekten des Göttlichen, also mit Brahma, der als Schöpfer gilt, und Vishnu, dem Bewahrer, verkörpert Shiva das Prinzip der Zerstörung. Außerhalb dieser Trinität verkörpert er Schöpfung und Neubeginn ebenso wie Erhaltung und Zerstörung.

      Wer mehr zur Geschichte der Caves lesen will: https://mumbai7.com/elephanta-caves/#History_of…

      Die Fahrt war sehr lang, weil die Fähre nur im Schneckentempo gefahren ist. Auf der Insel angekommen wurde ich direkt von Kühen (what else?) und Affen begrüßt, die an die Snacks in meinem Rucksack wollten. Dann ging es mit einem Mini Train weiter. Mir wurde das Ticket für den Mini Train mit dem Argument verkauft, dass es zu Fuß sehr weit sei. Im Endeffekt ist der Zug dann etwa 200 Meter weit und einmal um die Kurve gefahren, dann war das Gleis zu Ende und alle mussten aussteigen und wurden auf dem Weg zu den Caves an Dutzenden Verkaufsständen entlang geleitet. Aber auch hier wieder: keine penetranten Verkäufer, sehr angenehm.

      Die Caves waren tatsächlich einen Besuch wert. Sehr beeindruckend diese riesigen Statuen, die zum Großteil noch gut erhalten sind. Danke Yannick, dass du mir gut zugeredet hast, die zu besuchen (ich war gestern etwas müde und hatte keine Lust auf die weite Anreise für ein paar Steine…). Überall Shivas in allen Formen und Variationen (beim Yoga, beim Tanzen, beim Karten spielen, beim Heiraten, …). Alle gläubigen Inder:innen waren ganz aus dem Häuschen und haben ausschweifende Fotoshootings gemacht. Ich will diesem Hindu-Gott ja keine Konkurrenz machen, aber er war nicht der einzige, mit dem die Menschen dort Fotos machen wollten.. 😃 Heute habe ich tatsächlich auch ein paar Anfragen abgelehnt, weil es mir zu viel wurde, aber insgesamt fällt mir das schwer, wenn die so freundlich fragen und vor allem, wenn kleine Kinder mit dabei sind, die unbedingt mit mir auf einem Foto sein sollen (ich glaube, den Eltern ist das deutlich wichtiger als den Kindern). Was ich spannend finde: Kleine Kinder werden hier häufig um die Augen herum schwarz geschminkt. Dadurch sehen die großen Kinderaugen noch ein bisschen größer aus.

      So beeindruckend die Caves auch sind, so schnell ist man damit auch durch. Die 7,50€ waren trotzdem ein vertretbarer Eintrittspreis, auch wenn ich damit exakt das 15-fache von dem Preis für Einheimische zahlen musste. Ich bin dann zum Abschluss auf der Insel noch etwas essen gegangen und hatte dabei ein paar niedliche Zuschauer 🐒 Das Essen war sehr lecker, auch wenn ich mir unter „Egg Curry“ etwas ein wenig anderes vorgestellt hätte, also eigentlich keine gekochten Eier. Aber es war günstig und lecker und hatte den perfekten Schärfegrad. Trotzdem wurde mir zur Sicherheit noch eine zweite, alternative, nicht scharfe Soße hingestellt 😃
      Die Rückfahrt auf der Fähre zurück war nochmal ein Highlight: im Sonnenuntergang und von Möwen begleitet. Schöner Abschluss des Tages.

      Und dann war da noch die Rückfahrt zum Hostel. Natürlich hätte ich auch für ein paar Euro ein Taxi nehmen können, aber Razeem hat mir den Rückweg so gut erklärt, dass ich das einfach mal ausprobieren wollte. Erst die Busfahrt: Sehr lustig, wenn der Bus schon komplett voll ist, aber sich trotzdem noch ca. 10 weitere Menschen reinquetschen, noch bevor überhaupt irgendjemand aussteigen könnte. Was nicht passt, wird passend gemacht, oder so. Wie eine Expertin habe ich mir Bus- und Zugtickets organisiert und die Ratschläge mehrerer Mitfahrer, ich solle lieber ein Taxi oder Uber nehmen, ignoriert. Sehr angenehm: In jedem Zug gibt es Abteile, in die nur Frauen reindürfen, und da ist es auch nicht so voll wie in den anderen Abteilen. Hat also alles einwandfrei funktioniert. Und Mumbais ÖPNV in der Rush Hour muss man auch einfach mal erlebt haben.

      Fun Fact: Ich war bisher jeden Tag nur einmal morgens und einmal abends auf Klo. Ich vergesse das Trinken zwischenzeitlich und man schwitzt sowieso alles wieder aus. Ich weiß, ist nicht so gesund, aber irgendwie auch praktisch, wenn man nicht zwischendurch auf irgendwelche ekligen Toiletten gehen muss. 🦠
      Read more

      Traveler

      Gab es also doch noch eine Sehenswürdigkeit - eigentlich sogar zwei, wenn man die ÖPNV mit zählt ;) aber könntest du bitte etwas trinken? :D ich versteh ja das Toilettenargument, aber das kann nicht gut sein ..

      Traveler

      😂😂 ja werde ich ab jetzt mehr drauf achten 😁

      Traveler

      Haha gut, dann ist Mutti beruhigt ;)

      4 more comments
       
    • Day5

      Dharavi, Dhobhighat und Dabbawalla

      November 10 in India ⋅ 🌙 27 °C

      Tage wie heute erinnern mich immer wieder aufs Neue daran, warum ich alle möglichen Unbequemlichkeiten in Kauf nehme, um zu reisen. Ich kann immer noch nicht wirklich glauben, dass 6 Monate voller solcher Erfahrungen und Erlebnisse vor mir liegen!

      Aber von vorne. Morgens gab es erstmal endlich wieder guten Kaffee! Im Hostel gibt es nur Instant Coffee und auch sonst ist heißer, guter Kaffee hier selten. Aber heute habe ich ein nettes kleines Café gefunden in der Nähe des Treffpunktes, an dem meine Guided Tour, die ich gestern spontan über GetYourGuide gebucht habe, losgehen sollte. Pünktlich zur Öffnungszeit um 8 Uhr stand ich auf der Matte und habe sehr gut und günstig gefrühstückt. Americano, schwarz natürlich, und dazu ein indisches Frühstücksgericht (bei uns wäre es eher ein Mittagessen): Millet Upma. Könnt ihr ja mal nachschauen, was das ist, es gibt da so ne Website… 😉 Übrigens: meinem Magen geht es bisher fantastisch 🥳

      Um 9 Uhr ging es dann los mit der Guided Tour “Mumbai erleben: Dharavi, Dhobhighat und Dabbawalla”. Ist eigentlich eine Gruppentour, aber ich war ganz alleine mit dem Guide. Zuerst hat er mich durch den Slum Dharavi geführt, der durch den Film Slumdog Millionär berühmt geworden ist. Es ist der größte Slum in Indien und der zweitgrößte weltweit. Eine Millionen Menschen leben nur in diesem Slum, genauso viele wie in ganz Köln! Es ist sehr beeindruckend, welche Geschäfte sich die Menschen dort selbstständig aufgebaut haben. Sie sammeln zum Beispiel Plastik aller Art auf der Straße ein und recyceln das selbstständig, stellen daraus neue Produkte her und verkaufen die. Das gleiche machen sie mit Pappkartons und mit der Haut von toten Tieren für Lederprodukte. Am Tag verdienen die Menschen durchschnittlich 250 Rupien, das sind etwa 3€. Im „Residential Part“ des Slums darf man keine Fotos machen, aber es sieht ziemlich genau so aus, wie man sich Slums vorstellt. Die kleinen, dreckigen, dünnen Kinder überall, die einen trotz allem anstrahlen und fröhlich mit „hello“ begrüßen, haben mir ein wenig das Herz gebrochen.

      Nach einem kurzen Stopp, bei dem mir Razeem, mein Guide, das Mittagessenverteilsystem Mumbais erklärt hat (Fahrradkuriere bringen frisches Essen zu Familien nach Hause, die kochen das, dann wird es wieder abgeholt und den Männern in der Mittagspause zum Arbeitsplatz gebracht), sind wir weitergefahren zur „biggest laundry in the world“. Dort werden täglich 100.000 Stoffe (Kleidung, Handtücher etc.) gewaschen und getrocknet, vor allem von Hotels und Krankenhäusern. Dafür gab es 2011 sogar einen Guiness World Record.

      Alle Stopps sind wir mit dem Zug abgefahren. Die Züge hier haben zwar Bremsen, aber dafür keine Türen 😉 Man fährt die ganze Zeit mit offenen Zugtüren und die Menschen hängen sich auch aus dem Zug raus, besonders zur Rush Hour, wenn es sehr voll ist. Dabei sterben jeden Tag auch ein paar Menschen von den 5 bis 6 Millionen, die täglich den Hauptbahnhof von Mumbai anfahren. Razeem hat mir dieses Video auf YouTube gezeigt: https://youtu.be/_CSU-_6F-bY Gruselig!

      Außerhalb der Rush Hour ist es zum Glück deutlich entspannter, und wenn man sich einmal dran gewöhnt hat, überall aufzufallen, kann man auch problemlos mit Zug und Bus in Mumbai unterwegs sein. Eine längere Zugfahrt (ca. 30-40 Minuten) hat uns etwa 13 Cent pro Person gekostet.

      Nach etwa 4 Stunden war die Tour vorbei. Aber weil ich nur 10 Fotos pro Post hochladen kann, gibt es für die zweite Hälfte des Tages morgen einen neuen Post 😉
      Read more

      Traveler

      Über die 'Wäscherei" hab' ich mal einen Bericht gesehen. Ein knochenharter Job

      Traveler

      Absolut. Und alle, die dort arbeiten, wohnen auch da mit ihren Familien. Bis zu 10 Personen auf ein paar wenigen Quadratmetern.

      Über das Essenverteilsystem gibt es einen Kinofilm: "Lunchbox". Sehr zu empfehlen. [Heike S.]

      Traveler

      Oh, das wusste ich nicht, wie spannend! Das scheint gut zu funktionieren, mein Guide nutzt das auch und ist sehr zufrieden.

      5 more comments
       
    • Day43

      Night Train and Mumbai City

      February 17, 2020 in India ⋅ ☀️ 30 °C

      We went from a very uncomfortable 4 people on our bench to an unbearable 5...by 1am we had said goodbye to any possibility that we would get any sleep tonight. The guys who got on at the station had taken it upon themselves to start moving everyone’s luggage around from the racks to make space for people up there...however they hadn’t clocked where the luggage would go instead. They tried to move mine and Toms’ bags but I told them absolutely not and that I wanted eyes on them all night. They tried a couple more times before giving up as they realised that we were serious about them not touching our stuff. To our amazement, they all got out bits of cardboard and plastic sheeting and laid it out on the floor...these were their beds!! One of the group asked me to move my feet, bearing in mind they were in the aisle as there were 10 other pairs of legs and feet where mine could have been I asked him ‘where would you like me to put them?’ Confused, he tapped my legs and feet for me to move them. Again I asked the same question and his mate translated...I’d had enough with them completely. He eventually gave up probably realising that even white peoples’ legs weren’t detachable.

      We got absolutely no sleep and he prospect of the next 7 hours on this train in this position was haunting. However, the time did tick by and we just battled on, already saying that we’d never do this again or make the same mistakes with the tickets. We were about an hour from Mumbai when a lot of the passengers got off, it was at this point we saw their suitcases...they were big 10 litre paint tubs filled with clothes and all sorts of things. At the stop before we got off, some cross dressing men got on and started clapping and hassling people for money...it was really weird. It was almost as if they were blessing people and getting money for it, but it was just a money making thing. We eventually got off the train at Mumbai LTT station and were being hounded by the various taxi or tuktuk drivers, all of whom were trying to guess where we were going...a pointless exercise. I went over to the prepaid Tuktuk counter and said where we wanted to go, it was done via google maps so I went round and put it in the computer. The guy then clicked on the longest route possible - I told him to choose the short one as it was way cheaper (6km rather that 10km)! He reluctantly did so and we got to our hostel in the Bandra part of Mumbai for 122 rupees. We were zonked and felt jet-lagged and just passed out on the sofa at the hostel as we couldn’t check in just yet. When we got ourselves sorted and check in we had a little nap before we got into seeing Mumbai.

      We walked to Bandra station, stopping off to get noodles for 30 rupees at a very local, busy store. Shocked by litter on the journey. Didn’t want to buy ticket due to the queue, so we just hopped on a train heading south and hoped it went to Churchgate Junction. The train was boiling hot and at each stop it was a massive rush to get either on or off by the locals. Eventually we got to downtown Mumbai and began walking, first the post office, then the main train terminal and then the India Gate and Taj Palace Hotel, all of which had been built whilst India was under British rule and they were all the nicest buildings we’d seen so far in India. After the bad night we’d had and the hot weather in Mumbai, we both mutually decided to dive into a McDonald’s and get an ice cream for just 20rupees each. It felt like being back at home somewhere, being able to be sat down without vendors hassling you whilst you ate and enjoyed some food in air-con!

      Soon enough though, we were back on the streets and walking back towards the station to get back to Bandra. After a hectic walk back through the markets, we made it back to the hostel and had a hot shower - our first hot shower since Hatton in Sri Lanka! We cleaned up and went back to the lunch place and grabbed some more street food and just chilled out for the rest of the evening coming up with the plan for tomorrow. We’d been recommended to do the Dharavi Slum tour, so Tom organised this and we got an early night.
      Read more

      Traveler

      Messy xx

      2/25/20Reply
      Traveler

      Well done George!

      2/26/20Reply
      Traveler

      Nooooodles!

      2/26/20Reply
      3 more comments
       
    • Day939

      Mumbai

      February 13, 2020 in India ⋅ ☀️ 29 °C

      oder von seinen Bewohnern noch immer Bombay genannt, gefällt mir. Chaos auf den Straßen, Staub in der Luft und überfüllte Gassen können dies nicht schmälern. Ich bin im Winter hier. Das heißt ich schmelze lediglich bei 30 Grad und werde nicht bei 48 Grad Crispy Cross gebacken. Denn natürlich heißt es trotz der Hitze möglichst Schultern und Knie bedeckt halten.

      Es ist das wilde Treiben, die kleinen Geschäfte und Straßenshops die Fahrradspeichen und Uhren reparieren, Schuhe putzen, selbstgemachte Limonade verkaufen oder das Abtippen von Texten auf alten Schreibmaschinen anbieten. Es ist der faszinierte Blick von Mitreisenden, eine Weiße Frau bei ihnen im Zugabteil zu sehen. Es sind die fröhlichen Gesichter, netten Worte, das Gehupe der Rikshas und Geschrei der Krähen. Die Luft, die überall wie in einem Esoterikladen riecht und natürlich das gute Essen. Das alles macht Indien so besonders exotisch und noch immer wahnsinnig faszinierend für mich. Schön, dass ich wieder hier bin!

      Und das Cafe Leopold! Eine Touristenattraktion. Für mich hauptsächlich wegen seiner Rolle in meinem Lieblingsbuch "Shantaram" aber leider auch Schauplatz des Terrorangriffs auf Mumbai 2008. Taschenkontrolle und Einschusslöcher inklusive. Aber das Paneer Tikka Masala war wirklich super lecker!
      Read more

      Traveler

      Wirklich tolle Farben...

      2/14/20Reply
      Traveler

      Der Mann im Hintergrund sieht aber nicht sehr begeistert aus 😂

      2/14/20Reply
       
    • Day43

      Indien Tag 16

      February 12, 2020 in India ⋅ ☀️ 30 °C

      Start in den Tag:
      7️⃣:3️⃣0️⃣

      Tag in 6 Worten:
      ▪️ Überall hilfsbereite Inder
      ▪️Vintage hotel 😍🏚️ (heritage home)
      ▪️Self made Sightseeingbustour
      ▪️Bollywoodmagie✨
      ▪️Haji Ali Dargah Moschee von weitem betrachtet🕌
      ▪️Mumbai Street Market

      Was hat uns heute ein Lächeln auf die Lippen gezaubert:
      Dilwale Dulhania Le Jayenge (1995)

      Mealplan:
      🕗McDoof Egg Cheese Sandwich mit Heißer schoki
      🕗Schokomuffin mit chai latte
      🕗Idly
      🕐Masala Dosa
      🕐Uttapam
      🕞Orange Juice, lemon juice, 2x watermelon juice
      🕕Feta Frühlingsrollen
      🕕2 Mocktails

      Besondere Begegnungen:
      Irgendwas stimmt mit unseren Schuhen nicht.. Wir wurden den ganzen Tag gemustert und "angelacht". 😁👟

      Informatives:
      Selbst in Großstädten wie Mumbai ist es kein Problem seine Kühe zu halten. 🤗🐄
      Die Öffentlichen Verkehrsmittel in Mumbai zu nutzen macht super viel Spaß und ist echt easy und günstig!
      Read more

      Traveler

      Ist das eine Schule?

      2/12/20Reply
      Traveler

      Jap🤗

      2/12/20Reply
      Traveler

      Die armen Kinder müssen auf dem blanken Boden sitzen😢

      2/12/20Reply
      4 more comments
       

    You might also know this place by the following names:

    Mumbai, Moembaai, Bombai, مومباي, مومباى, মুম্বাই, Mumbay, Горад Мумбаі, Бомбай, मुम्बई, মুম্বই, འབོམ་སྦེ, পুল্লাপ মুম্বাই, Dakbayan sa Bombay, Bombaj, މުންބާއީ, Βομβάη, Mumbajo, Bombay, بمبئی, Mumbai - मुम़बई, મુંબઈ, מומבאי, बम्बई, Մումբայ, BOM, ムンバイ, mymbais, მუმბაი, ಮು೦ಬೈ, 뭄바이, بَمبَے, Mumbaî, Bombaya, Mumbajus, Mumbaja, Мумбаи, Мумбај, മുംബൈ, Мумбай, မွမ်ဘိုင်းမြို့, ग्रेटर मुम्बई, ମୁମ୍ବାଇ, Бомбей, ਮੁੰਬਈ, Mumbaj, ممبئی, ممبای, Мумбаі, ممبئي, Bůmbaj, மும்பை, ముంబై, มุมไบ, Lungsod ng Mumbai, Мумбаї, 孟买, מומביי

    Join us:

    FindPenguins for iOSFindPenguins for Android