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Ausfahrt Amerika

~ 150.000km
Halifax (Kanada) bis Ushuaia (Argentinien) und wieder zurück
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    🇨🇱 Dalcahue, Chile

    Wellness für den Dicken

    26.–30. Jan. in Chile ⋅ ☀️ 23 °C

    Wir erreichen Puerto Montt am Montag und starten sofort mit den Wohltaten für den Wagen: Kreuz und quer durch die Stadt verläuft die Suche nach neuen Puschen und schließlich werden wir fündig. Jörgs Lieblingsreifen (BFG LT265/75R16 123/120S) sind vorrätig und werden sofort montiert. Kurz vor Werkstattschließung wollen wir bezahlen, doch trotz mehrfachen Versuchen wird keine unserer 3 Kreditkarten akzeptiert. Chilenisches Bargeld führen wir in diesen Mengen nicht mit uns. Allerdings haben wir für Notfälle US-Dollar in Grobi versteckt. Vor den Augen der Belegschaft schrauben wir die Verstecke auf, entnehmen alles Geld, Jörg hetzt mit einem Mitarbeiter zur Wechselstube - sie schließtin 15 Minuten -, denn unser Dicker muss in der Werkstatt bleiben, bis wir bezahlt haben.
    Es gelingt rechtzeitig! Und wir fahren vom Hof ... ohne Notfallgroschen, dafür aber mit 5 neuen Reifen, leerem Kühlschrank und 3 nutzlosen Kreditkarten. Und dem unguten Gefühl, dass jeden beschleicht, wenn Kreditkarten mehrfach durch ein Kartenlesegerät gezogen werden.
    Ruhe bewahren! Ruhe bewahren!!
    Wir gehen ein paar Kleinigkeiten einkaufen und probieren eine Keditkarte aus - funktioniert.
    Wir versuchen mit einer anderen Kreditkarte, Geld abzuheben - erfolgreich. Erleichterung macht sich breit! Freude kommt auf, als wir sehen, dass unser Konto vom Reifenhändler nicht belastet wurde.
    Es folgen in den nächsten Tagen: die Reparatur der Kabelverbindung zum Abblendlicht - liebenswerte Nerds gibt es auch in Chile; der Motorölwechsel - ein Venezuelaner macht Überstunden; das Auffüllen der kleinen Gasflaschen - in Chile illegal; das Auffüllen des Frischwassertanks - in einem Park und zum Schluss ein Besuch in einer 4×4 Werkstatt. Hier bleiben wir 2 Tage, damit Octavio, der immer fröhliche Besitzer, die Differenzialöle, die Getriebeöle und den Luftfilter in Ruhe austauschen kann. Radlager? Sind in Ordnung! Frontscheibe? Kann auch Octavio nicht herbeizaubern ... dafür aber einen ehemaligen Bankkaufmann, der auf Scheibenreparatur umgesattelt hat.
    Jörg und ich unterziehen Grobi noch einer gründlichen Wagenwäsche, dann sind wir wieder startklar.
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  • Vulkan Osorno

    25. Januar in Chile ⋅ ☀️ 14 °C

    Es ist Sonntag, am Dienstag haben wir einen Termin für Grobi beim Elektriker. Wir haben also immer noch etwas Zeit, bevor wir in Puerto Montt sein wollen.
    So nehmen wir uns Großes vor:
    Wir besteigen den Vulkan Osorno!
    Na ja, nicht ganz! Vor dem Gletscher kapitulieren wir. Und ja, unser Dicker hat uns bis zur Hälfte hochgefahren. Okay, ... den Rest bis zum Gletscher haben die Seilbahnen übernommen.
    Abends gönnen wir uns nach der Anstrengung ein Glas Wein am Lago Llanquihue.
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  • Fährfahrt

    22.–23. Jan. in Chile ⋅ ☀️ 17 °C

    Um in Chile auf der Carretera Austral weiter Richtung Norden fahren zu können, müssen 2 Fähren genommen werden. Die Tickets dafür haben wir schon in Chaitén erstanden, an den Fähren selbst ist das nicht möglich. Wir genießen die Schifffahrt durch die Fjorde: Das Wasser leuchtet türkis, der Wald ist saftig grün, überall rauschen Wasserfälle die Berge hinab.
    Auf den letzten 50 Kilometern bis Puerto Montt folgen wir einer Bucht, die uns wie aus einem Bilderbuch von vor 100 Jahren erscheint: Bunte Holzboote liegen bei Ebbe im Schlick, hin und wieder durchfahren wir kleine Fischerdörfchen, eine kleine Werft für Holzboote reiht sich an der nächsten. Am Strand werden Muscheln gesammelt. Die Uhren ticken langsamer.
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  • Chaitén

    20.–22. Jan. in Chile ⋅ ☀️ 22 °C

    Kann sich noch irgendjemand von Euch an den Ausbruch des Vulkans Chaitén im Jahr 2008 erinnern? Das, was für die Bevölkerung hier eine Katastrophe mit existentiellen Folgen bis heute ist, war für uns in Europa nur eine Randnotiz. Wahrscheinlich war für uns die Weltwirtschaftskrise und der Zusammenbruch der Großbank Lehman Brothers wichtiger ... .
    Der Vulkan Chaitén, nur 10 Kilometer vom gleichnamigen Ort entfernt, galt als erloschen, sein letzter Ausbruch lag ca. 9000 Jahre zurück. 2008 erwachte er und stieß eine bis zu 20 km hohe Aschewolke aus, die den Ort Chaitén und das Umland innerhalb eines Tages mit einer 20cm dicken Ascheschicht bedeckte. Die Bevölkerung wurde evakuiert, das Vieh verendete auf den Feldern. Es begann sintflutartig zu regnen, worauf der Rio Blanco über die Ufer trat und große Teile der Stadt mit Schlamm und Geröll überschwemmte. Trinkwasser- und Stromversorgung waren komplett zerstört. Obwohl von Regierungsseiten keinerlei Unterstützung kam, der Wiederaufbau der Infrastruktur an gleicher Stelle mit Hinweis auf den Vulkan sogar verweigert wurde, kehrten viele Bewohner nach einigen Monaten zurück und begannen die Straßen vom Schutt zu befreien und ihre Häuser wieder in Stand zu setzen. Heute zeugt ein Museum vom damaligen Grauen. Der alte Hafen ist stillgelegt, denn die Vulkansedimente verhindern den Zugang zum Meer. Die ehemalige Uferpromenade liegt jetzt einige hundert Meter im Landesinneren. Der Rio Blanco verläuft in seinem neuen Bett quer durch die Stadt.

    Wir suchen uns einen Campingplatz am Meer und untersuchen unseren dicken Blauen: Die Offroadstrecken und das Wellblech der Schotterstraßen haben ihm sichtlich zugesetzt: Das Frontlicht funktioniert nicht mehr, dafür riecht es nach verschmortem Plastik im Innenraum, wenn wir es anschalten. Das Radlager lässt von sich hören. Der Dieselzusatztank hat ein neues Leck. Die Reifen laufen unter der Bezeichnung "Slick". Die Frontscheibe verzeichnet 4 Einschläge, 2 davon mit größeren Sprüngen. Der letzte Motorölwechsel ist 15000km her, ganz zu schweigen vom Getriebeöl. Wir reparieren, was wir können und entscheiden in der nächsten größeren Stadt, Puerto Montt, einen Wellnessstopp für unseren Reisegefährten einzulegen. Bis dahin muss er noch durchhalten. Da Grobi willig ist, gönnen wir uns noch 2 Wanderungen, bevor wir die letzte Etappe nach Puerto Montt angehen:
    Wir besteigen den Kraterrand des oben geschilderten Vulkans, um die immer noch rauchenden Dome in seinem Inneren zu erleben, und wir durchstreifen einen Wald, um die letzten der bis zu 4000 Jahre alten Alercen zu bestaunen.
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  • Nationalpark Pumalín

    19. Januar in Chile ⋅ ☀️ 20 °C

    "Von der Stirne heiß
    Rinnen muss der Schweiß,
    Soll das Werk den Meister loben,
    Doch der Segen kommt von oben."

    Wir wandern in drückender Hitze im Nationalpark Pumalín Douglas Tompkins. Das Sonnenlicht schillert durch mannshohe Farne und Bäume. Unser Schweiß ist die Verbeugung vor der Lebensleistung eines bemerkenswerten Mannes - eines Meisters in Sachen nachhaltiger Umweltschutz:
    Mit dem Aufbau der Marke "The Northface" und Teilhaberschaft an "Esprit" ist Douglas Tompkins zum Multimillionär geworden und hat dann diese Millionen dafür genutzt, Ländereien in Chile aufzukaufen. Das führte zu massivem Widerstand. Ihm wurde vorgeworfen, Festlandchile spalten und eine Enclave schaffen zu wollen, die Siedler zu vertreiben, alle Bäume abholzen und vermarkten zu wollen, ... . Doch Tompkins schuf den ca. 4000km² großen Naturpark Pumalín und gründete eine Stiftung, die eine Schule baute, die Häuser der Siedler verbesserte, Arbeitsplätze im Park schuf und 300000 einheimische Bäume zur Aufforstung pflanzte. Der Park schützt den dortigen gemäßigten Regenwald, Gletscher und nicht zuletzt die letzten Alercebestände. Nach seinem plötzlichen Tod bei einem Kayakunfall (2015) übergab seine Frau 2018 die Naturparks Pumalín und Patagonia an den chilenischen Staat.
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  • Puyuhuapi

    18. Januar in Chile ⋅ ☀️ 19 °C

    Puerto Puyuhuapi (gesprochen: Pwe - oo - wa - pee) wurde von 3 deutschen Auswanderern gegründet. Vor Ort errichteten sie eine Teppichfabrik. Die Arbeiter waren Mapuche - Indigene von der Insel Chiloe -, die auch nach Schließung der Fabrik vor Ort blieben. So entstand eine lustige mapuche-deutsche Mischgemeinde: Die Straßen- und auch ein Brückenname sind auf deutsch, der Ortsname ist Mapuche und bezieht sich auf einen Speisefisch. Die Einwohner sind Mestizen.
    Statt Teppiche herzustellen, brauen die Hopperdietzels jetzt Bier - es scheint sich um umtriebige Autodidakten zu handeln.
    Wir nutzen den Ort nur für eine kleine Wanderung, die uns einen schönen Blick über das Tal bietet.
    Anschließend besuchen wir eine kleine Gindestillerie, deren Produkte internationale Auszeichnungen vorweisen können. Wir erstehen eine Flasche und besuchen noch den Ort, an dem das Foto auf der Flasche aufgenommen wurde.
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  • Die Mauer der Hände

    16.–17. Jan. in Chile ⋅ 🌬 12 °C

    Weil wir die Ruta 41 gefahren sind, mussten wir die berühmte "Höhle der Hände" in Argentinien auslassen, denn der Umweg wäre zu groß gewesen. Ich habe das sehr bedauert und bin deswegen hochbeglückt, als ich durch Zufall - unser Reiseführer schreibt darüber nichts - eine archäologische Stätte auf unserer Route finde, die ebenfalls Zeugniss der alten indigenen Kulturen ablegt: die "Mauer der Hände". Bis etwa 1000 Jahre vor Chr. haben hier die Vorfahren der Tehuelche ihre Hände verewigt. Doch was hält tatsächlich ewig, wenn Touristen sich Souvenirs mitnehmen wollen. Von den über 250 Bildern sind nur noch etwas über 100 vorhanden - die Jagdscenen sind verschwunden. Ein Ranger bewacht jetzt die Stätte.Weiterlesen

  • Wasser, Wasser, Wasser

    14.–15. Jan. in Chile ⋅ 🌧 10 °C

    Es plätschert. Es rauscht. Es schäumt. Links stürzen die Massen in ungezählten Wasserfällen den Hang hinunter, rechts lässt ein Bergrutsch den See über die Ufer steigen, über uns hat der Himmel seine Schleusen geöffnet. Das sehr ursprüngliche Exploradorestal, das von Puerto Tranquilo nach Westen führt, empfängt uns so nass, dass wir nur bis zu einer sehr schmalen Brücke fahren und dann umkehren. Die Wanderung wird auf den nächsten Tag verschoben. Den traumhaft am Fluss - aber einen Meter höher als das Ufer - liegenden Übernachtungsplatz können wir nicht draußen genießen - zu nass.
    Als wir Tags drauf zu einer der Gletscherzungen des nordpatagonischen Eisfeldes aufbrechen, ist es trocken. Durch kalten Regenwald, begleitet vom Gesang des Rotkehltapaculos und des Weißkronenolivtyranns arbeiten wir uns zu Mittel- und Endmoräne vor. Ein gewaltiges Gletschertaugebiet breitet sich vor uns aus. Es beginnt zu regnen.
    Vor wenigen Tagen sind wir auf der Ruta 41 auf der Ostseite der Anden durch wüstenähnliche Berge gekurvt, die Pazifikseite des Massivs präsentiert durch ihren Regenreichtum die Landschaft in allen Schattierungen von Grün. Beeindruckend!
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  • Villa O'Higgins

    12.–14. Jan. in Chile ⋅ ☁️ 10 °C

    Vom Paso Roballo kurven wir durch den Patagonia Nationalpark gen Süden. Ja, Ihr habt richtig gelesen, gen Süden. Und ja! Hier waren wir schon einmal, Mitte November letzten Jahres. Damals war es kalt und regnerisch, in Gedanken waren wir immer mit der Fähre nach Puerto Natales beschäftigt und immer blieb das Gefühl, etwas verpasst zu haben, weil wir nicht bis an das Ende der Carretera Austral nach Villa O'Higgins gefahren sind. Das wollen wir jetzt nachholen. Noch ist das Wetter gut, es blühen auf den Weiden die Magariten, es wirkt viel freundlicher als vor 2 Monaten. Von Puerto Yungay aus nehmen wir die kostenfreie, stündlich verkehrende Fähre Richtung Rio Bravo und folgen der Schotterstrecke bis in den letzten Winkel. Villa O'Higgins ist kein herrschaftliches Gebäude sondern ein unscheinbares Dorf. Es regnet ... wir hatten nichts verpasst.Weiterlesen

  • Paso Roballo

    11. Januar in Argentinien ⋅ ☁️ 15 °C

    Vorab: Wir befinden uns im 21. Jahrhundert!
    Diese Grenzstation von Argentinien Richtung Chile ist klein. Eine Schotterstraße führt den Pass zu ihr hinauf. Wir sitzen in einer holzgetäfelten, 7m² kleinen Amtsstube auf wackeligen Metallstühlen vor dem Schreibtisch des Beamten. Hinter ihm hängt ein Bild des Präsidenten, neben ihm steht ein Holzschrank mit vielen kleinen Schubläden, vor ihm liegen 4 schwarze DIN A4 Bücher mit in weiß gedruckter Aufschrift "Acta", darunter in Handschrift "Entrada de personas", "Salida de Personas", "Entrada de Vehiculos" und "Salida de Vehiculos". Der Beamte nimmt sich die beiden "Salida" -Bücher. In sauberer Handschrift werden von Jörg und mir in für jeden von uns einer Zeile Name, Herkunft, Passnummer, Geschlecht, Geburtsland und -datum notiert. Grobi wird genauso behandelt, seine Daten landen im Buch für "Salida de Vehiculos". Das TIP wird gestempelt, signiert und einbehalten. Wir machen ein Foto vom gestempelten Papier, damit wir bei der nächsten Einreise nach Argentinien beweisen können, dass wir den Wagen vorher ausgeführt haben, denn wir können bei diesem Grenzübergang nicht davon ausgehen, dass die Daten irgendwann einmal in das Onlinesystem eingepflegt werden. Eine Zollinspektion findet nicht statt. Der Schlagbaum wird von Hand für uns geöffnet.
    15 Kilometer später erreichen wir die chilenische Seite des Grenzübergangs. Hier gibt es Computer, trotzdem füllen wir von Hand den Einreisezettel für uns aus.
    Ich trage unter "Direccion en el pais de destino" den nächsten Campingplatz ein, Jörg unsere Heimatadresse, es soll jedoch unsere E-Mail-Adresse an dieser Stelle stehen. Als ich meine Eintragung durchstreiche, erklärt der Beamte mit wichtiger Mine: "Dafür können Sie ins Gefängnis kommen! Hier wird nichts durchgestrichen! Sie erhalten neue Papiere zum Ausfüllen." Danach werden unsere Daten in einen Computer eingegeben. Dann warten wir. Es dauert 1½ Stunden, bis das Internet übermittelt hat, dass wir keine Verbrecher sind.
    Wir dürfen einreisen.
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  • Ruta 41

    9.–11. Jan. in Argentinien ⋅ ☁️ 24 °C

    Die Ruta 41, eine Abkürzung zu unserem nächsten Highlight, ist gesperrt. Das wissen wir, also ziehen wir nicht in Erwägung, sie zu fahren. Doch dann stehen wir - um Internet zu haben - vor der Rangerstation, als ein Motorradfahrer aus den USA zu uns kommt. Er bewundert Grobi und fragt, ob wir auch - so wie er gerade - die Ruta 41 gefahren wären. Wir verneinen mit dem Hinweis auf die Sperrung, doch er lacht. Er würde mit so einem Auto immer diese Strecke nehmen, es wäre unproblematisch, wenn der Wagen 4×4-Antrieb, Untersetzung, Differentialsperren und eine gute Bodenfreiheit hätte. Unser Wagen hätte das, wir müssten diesen Offroadtreck fahren. Ich frage ihn nach Wasserdurchfahrten, steilen Anstiegen bzw. Abfahrten und nach Rinnen längs und quer zur Fahrbahn: Alles kein Problem! Ein holländisches Pärchen kommt aus der Rangerstation und berichtet, dass die Straße gesperrt ist und ihnen verboten wurde, die Strecke zu nehmen. Und jetzt? Ich gehe in die Rangerstation, die inzwischen bis auf die beiden Ranger leer ist und frage nach: Wir haben einen Toyota Landcruiser HZJ78. Können wir mit ihm die Ruta 41 befahren? Die Antwort: Natürlich könnt ihr. Die Strecke ist zwar gesperrt, aber viel Spaß!
    Damit ist die Entscheidung gefallen! Einen Tag später starten wir in den Treck für den wir uns 2 Tage Zeit lassen. Es ist eine landschaftlich atemberaubend schöne Strecke durch die Einsamkeit, die für uns auch so manche Tücke hatte.
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  • Perito Moreno

    7.–9. Jan. in Argentinien ⋅ ⛅ 8 °C

    Der Name "Perito Moreno" taucht im argentinischen Teil Patagoniens verwirrend häufig auf: Es gibt einen See bei Bariloche, eine Ortschaft in der Steppe und den bekannten Gletscher mit dieser Bezeichnung. Francisco Moreno, der damit geehrt wird, beschrieb als erster die großen Seen der südlichen Anden und erfasste den Wert dieser Gebiete für die Zukunft. Er war der Initiator für die Errichtung von Nationalparks. "Perito" ist ein Ehrentitel, kein Vorname.
    Die Bilder in diesem Beitrag entstanden im Nationalpark Perito Moreno, einem nur über Schotterpisten zu erreichenden, entlegenen Kleinod mit wenig Touristen. Wir werden von den eifrigen Rangern genauestens instruiert, was wir im Umgang mit der Natur zu beachten haben und welche Wege zu empfehlen sind. Anschließend werden unsere Wasserflaschen, Wanderschuhe und Wanderstöcke desinfiziert. Jetzt dürfen wir in den Park!
    Wir übernachten auf der Estancia Oriental, die uns wie ein lebendiges Museum vorkommt. Ich koche das erste Mal in meinem Leben auf einem Herd, wie ich ihn aus dem Freilichtmuseum in Molfsee kenne: Holzfeuer an, mittleren Ring entfernen, dann geht es schneller ... es dauert aber viel länger als mit unserem Gaskocher in Grobi.
    Die nächsten Tage verbringen wir im Park eher gemächlich, ohne allzu weite Wanderungen. Im Rückblick sind die Tage dort wie ein Luftholen vor dem nächsten kleinen Abenteuer.
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  • Fitz

    2.–7. Jan. in Argentinien ⋅ ⛅ 13 °C

    Die Gedanken sind ein Fitz wie meine Haare,
    Ich komme tatsächlich in die Jahre,
    In denen ich nicht mehr so hoch, so weit
    Laufen sollte. Das ist nicht gescheit.

    Eine Gra-fitz-eichnung der Silhouette
    Wäre doch sicher auch eine nette
    Alternative. Dann würde mein Kniegelenk
    Wegen Chaltén - so genannt von Aonikenk -

    Nicht schmerzen!

    Teufelslagune mit beißenden Fliegen
    Und Laguna Azul zu besiegen,
    Von Norden nach Süden am Roy vorbei
    Mit dazwischen liegender Kraxelei,
    Im Abendlicht den Granit zu bestaunen ...,
    Hebt gewaltig die Launen.
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  • Sylvester in Las Vegas

    30. Dez.–1. Jan. 2026 in Argentinien ⋅ 🌬 20 °C

    Sylvester wollen wir in El Chaltén sein. In Gedanken bin ich schon dabei ein Foto zu schießen, auf dem der Fitz Roy den Hintergrund für das Anstoßen zweier Gläser bildet. Es liegen zwar 1000km Asphalt, die Magellanstraße und die Grenze Richtung Chile sowie eine weitere zurück nach Argentinien auf der Strecke, aber in 2 Fahrtagen sollte es zu schaffen sein. Doch unterschätze nie den Wind auf Feuerland! Wir kommen zwar erst gut voran, aber vor dem Anleger der Schiffe Richtung Festland ist Schluss. Wir stehen im Stau. Die Fähre kann wegen des Sturms nicht fahren. Wie lange nicht? Vielleicht eine Stunde ... oder zwei. Vamos a ver ... . Am Ende warten wir sieben Stunden, haben es aber gemütlich windstill und dank Standheizung auch warm im Wagen.
    Die Grenze hinter der Fähre ist, als wir sie gegen halb vier nachts erreichen, erwartungsgemäß geschlossen. Inzwischen ist uns klar, dass wir Sylvester irgendwo auf der Strecke verbringen werden. Auf der Suche in Mapy - unserem digitalen Kartensystem - nach einem einigermaßen windgeschützten Plätzchen zum Feiern, stoße ich auf "Las Vegas". Da wollte ich schon immer mal hin!
    Hinter einem Brückchen finden wir Schutz, der Wind verfängt sich in den Weiden. Unsere Feier verläuft ruhig ... weder die Schafe noch Fuchs und Hase, die vorbei laufen, wollen mitfeiern.
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  • Immerhin ehrlich

    29. Dezember 2025 in Argentinien ⋅ ☁️ 15 °C

    Etwas Besonderes wartet auf uns! Wir haben eine Königskrabbenfangfahrt mit Fischern und anschließendem Menü gebucht. Königskrabben sind eine kulinarische Spezialität am Beaglekanal. Es heißt, dass es Menschen gibt, die nur wegen der Krabben nach Ushuaia fahren. Wir werden sie so frisch essen wie kaum jemand sonst ... doch erst einmal machen wir uns selbst frisch für dieses Event. Der See ist kalt, doch es nützt nichts: Im Restaurant wollen den Ansprüchen genügen.
    Kaum haben wir das Lokal direkt am Wasser erreicht, geht es auch schon los. Schwimmwesten an und ab ins Boot, das bemerkenswert klein ist. Nach nur 15 Minuten Fahrt an Muschelbänken vorbei, kommen wir im Fanggebiet an. Eine Boie markiert den Punkt. Das Boot hält. Eine Reuse mit genau einer Krabbe wird von Jörg aus dem Wasser gezogen. Kleines Boot? Eine Reuse? Eine Krabbe? Ich frage nach und bekomme folgende Antwort: Nein, dies ist keine normale Krabbenfangfahrt. Das ist nur für Touristen. Die Krabbe haben sie eben erst in die Reuse gesetzt. Das ist Gesetz. Touristen dürfen nicht mit an Bord bei komerziellem Krabbenfang, auch diese Aktion für uns ist gesetzlich geregelt. Ach so! Immerhin ehrlich!
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  • Tierra del fuego Nationalpark

    27.–28. Dez. 2025 in Argentinien ⋅ ☁️ 6 °C

    Obligatorisch am südlichen Ende der Welt ist ein Besuch im Nationalpark Tierra del fuego westlich von Ushuaia. Wir wandern. Uns begeistern die Kleinigkeiten: Flechten und Moose, verschiedene Orchideen, ein Fuchs, Bruchwald und winzige Inseln in der Bucht des Lapataiasees. Obwohl der Park von Touristen überlaufen ist, sind wir nur wenige 100 Meter vom Parkplatz entfernt allein unterwegs.Weiterlesen

  • Martialgletscher

    26. Dezember 2025 in Argentinien ⋅ 🌬 2 °C

    Am 2. Weihnachtstag wandern wir bei bestem Wetter von Ushuaia aus zum Martialgletscher. Es regnet, als wir die Bergstation des Lifts erreichen. Deswegen ist es nicht erstaunlich, dass es am Gletscher weiter oben schneit. "Es ist Sommer, egal ob du schwitzt oder frierst; Sommer ist, was in deinem Kopf passiert!", singen die Wise Guys in mir.Weiterlesen

  • Überraschung zu Weihnachten

    24.–25. Dez. 2025 in Argentinien ⋅ 🌬 6 °C

    Wir nehmen eine winzige Straße, um zur Grenze Richtung Argentinien zu kommen - Feuerland wurde nach Grenzkonflikten mit dem Lineal zwischen Chile und Argentinien aufgeteilt. Um Feuerland zu erreichen, muss man immer über chilenisches Terrain. Wenn wir jetzt also nach Argentinien fahren, werden wir zwangsläufig wieder nach Chile einreisen müssen, um die Insel wieder zu verlassen. Das wäre nicht problematisch, wenn es nicht - neben dem TIP für Grobi - das chilenische Gesetz gäbe, dass kein frisches Obst, Gemüse und tierische Produkte eingeführt werden dürfen. Wir zählen beim Einkaufen die Tage, damit nichts vor der Grenze weggeworfen werden muss. Verrückte Welt!
    Die Nacht am See verheißt ein frisches Bad am Morgen. Zum Glück ist es windstill, da spürt man die 4° Wassertemperatur nicht so sehr. Danach beginnt ein kleines Weihnachtsabenteuer: Wir wählen - eher aus Versehen - die alte Passstraße zum Paso Garibaldi Richtung Ushuaia. Ich darf heute fahren. An einer Wegzusammenführung muss ich warten, weil Pferde auf dem Weg sind, danach kommt uns noch ein hochgeländegängiger PKW mit Werbeaufdruck "4×4 Experience" von oben entgegen, doch wir machen uns keine Gedanken. Der Weg wird immer schlechter. Ich bin froh über meine Rinnenfahrerfahrung aus Rumänien! Es regnet. Der Lehm ist glibschig. Kleine Bachläufe kommen uns entgegen. Ich fordere Jörg auf zu filmen, doch anschließend können wir nur auf einem Film mehr als das Armaturenbrett sehen. Die Aufregung! Obwohl er nicht eingreifen kann, falls ich mich falsch entscheide.
    Als wir oben ankommen, werden wir mit Beifall begrüßt. Von der Aussichtsplattform haben einige Argentinier unsere Fahrt beobachtet.
    Adrenalingeschwängert geht es weiter bis an den Beaglekanal, erst folgen wir der Piste nach Osten und befahren damit die südlichste PKW-Straße der Welt, dann nach Westen bis zu einem Militärstützpunkt. Es ist wenig überraschend, dass hier alle Straßen als Sackgassen enden!
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  • Karukinka

    22.–23. Dez. 2025 in Chile ⋅ 🌬 8 °C

    Der Naturpark Karukinka beherbergt auf 2700 km² die letzten zusammenhängenden Urwälder Feuerlands. Die Rettung dieses einzigartigen Habitats verdeutlicht, dass der Protest von Umweltschützern Wirkung zeigt. Was ist geschehen? In den 1990er Jahren wollte ein Holzmulti aus den USA die Urwälder abholzen und erwarb sie zu diesem Zweck. Heftiger Widerstand und juristische Auseinandersetzungen ließen die Firma schließlich aufgeben. Goldman Sachs - nicht gerade für sein Engagement in Sachen Umwelt bekannt - erwarb das Areal 2003 und (oh Wunder) übergab es an die Wildlife Conservation Society, die daraufhin diesen einzigartigen Park schuf.
    Vorbei an einem denkmalgeschützten Goldschürfbagger aus dem Jahr 1904 und nach einem morgendlichen Bad im kalten Lago Blanko erreichen wir diesen privaten Park. Über einsame Pässe und an malerischen Seen entlang, bieten sich Landschaften wie gemalt. Moore wechseln mit Südbuchenwald, im Hintergrund ragen die Andenkordilleren in den Himmel. In Maria Caleta, einem Ort der nur aus einigen baufälligen Wellblechhütten besteht, haben wir den Eindruck, am Ende der Welt zu sein: Windumtost stehen wir an einer Ausbuchtung der Magellanstraße.
    Der Abstecher an das nächste Straßenende führt bei uns erst zu Gelächter, denn ein altes Schild warnt vor Sprengungen aufgrund von Straßenbauarbeiten. Erst an einer Kaserne, die wir fröhlich winkend passieren wollen, werden wir gestoppt: "Hier wird heute gesprengt. Ihr könnt nicht vorbei!"
    Auf dem Rückweg aus dem Park sehe (und überfahre ich fast) meinen ersten Biber. 40 dieser Tiere aus Kanada sollten eine Pelztierfarm reich machen. Doch sie entkamen und die Population wuchs mangels Feinden auf 200000 Biber an, die seither die Landschaft mit Dämmen und Bauten verändern.
    Die beiden Biberfotos haben eine eigene Geschichte: Rechts der Straße entdeckt Jörg den Biber im Wasser. Ich springe aus dem Wagen und schaffe es gerade eben, ihn zu fotografieren, bevor er flieht und abtaucht. Wo ist er hin? Ich sehe ein Abflussrohr unter Wasser, das auf die ander Straßenseite führt und warte an diesem Ende, denke aber nicht, dass ich ihn wiedersehe. Als der Biber dort auftaucht, erschrecken wir beide ... aber ich habe ein zweites Foto.
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  • Feuerland

    20.–21. Dez. 2025 in Chile ⋅ 🌬 11 °C

    Ich irre mich in vielerlei Hinsicht! Feuerland ist nicht vulkanischen Ursprungs. Der Name stammt von Magellan, der an der Südseite der Insel die Feuer der Einheimischen sah.
    Die Insel besteht nicht nur aus ebener Steppenlandschaft, sondern hat Berge (die letzten Ausläufer der Andenkordillere) bis fast 2500m Höhe. Vor allem im Westen und Süden ist Feuerland von Südbuchenwald mit winzigen Blättern bewachsen.
    Mein größter Irrtum ist jedoch die Annahme, dass es überall auf der Welt Nadelbäume gibt. Auf Feuerland nicht! Die Baumgrenze liegt bei ungefähr 600m Höhe und wird von besagten Südbuchen gebildet. Höher hinauf wächst nichts! Nicht einmal Gras!
    Es ist Sommer und der südliche Breitengrad von Ushuaia (-54,8°) ist mit dem von Altenholz (+54,4°) im Norden zu vergleichen. Aber es ist kalt (Nachts 4°C, Tags 10°C), windig und regnerisch. Innerhalb weniger Minuten wechselt das Wetter. Auch kurze Schneefälle sind keine Seltenheit. Gelobt sei unser Golfstrom!
    Und was ich auch nicht wusste: Es gibt Königspinguine auf Feuerland.
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  • Punta Arenas

    8.–12. Dez. 2025 in Chile ⋅ ☁️ 14 °C

    Wir durchstreifen Punta Arenas an der Magellanstraße und erkunden nahezu jeden Winkel. Im Norden der Stadt gibt es ein Museum detailgetreu nachgebauter, historischer Schiffe in Originalgröße. Die Nao Victoria, mit der Magellan im Jahr 1519 zu seiner dreijährigen Weltumseglung startete und in deren Verlauf er den nach ihm benannten Wasserweg durch die Inselwelt nördlich von Kap Horn entdeckte, wirkt wie eine Nussschale mit ihren nur 28 Metern Länge. Da ist die Beagle, auf der Charles Darwin als Wissenschaftler in den 1830er Jahren mitsegelte, schon deutlich größer und komfortabler. Immerhin gab es an Bord 2 Plumpsklos. (Der letzte Satz sagt wahrscheinlich eher etwas über Jörg und mein Gefühl zu "Komfort" aus.)
    Wie jemand überhaupt länger als einen Tag in einer Art segelbarem Ruderboot in den rauhen und eiskalten südlichen Gewässern überleben kann, ist uns beim Anblick des Rettungsbootes von Shakleton ein Rätsel. Nachdem sein Schiff Esperanca 1915 vom Packeis zerquetscht worden war und sich die Mannschaft unter unsäglichen Bedingungen bis Elefant-Island, einer Felsinsel im Südpolarmeer, durchgeschlagen hatte, segelte Shakleton mit diesem 6,85 Meter kurzen Bötchen und weiteren 5 Männern los, um Hilfe zu holen. Die Rettung gelang!
    Eine beeindruckende Leistung!

    Das schlossähnliche Gebäude der Familie Mendoza- (Besitzer der ehemaligen Schaf-Estanzia, die Ihr aus dem vorherigen Blogeintrag kennt) ist leider noch bis 2026 geschlossen, dafür können wir uns den Prunk dort nach dem Besuch des Friedhofs gut vorstellen: 2 Mausoleen der Familie, eins in barocker Ausführung, das andere in elegantem schlicht-schwarzem Marmor, stehen in Kontrast zu den eher ärmlichen Gräbern der "Deutschen Kranken Kasse" (sic).

    Und dann gibt es da noch das Museum Salesiano ... eine Ansammlung: Ausgestopfte Tiere, katholische Devotionalien, Überreste von Dingen der Indigenen, Fotos, Karten, eine entomologische Sammlung, ein Herbarium, ... . Alles ungeordnet mit nur spärlichen spanischsprachigen, selten englischen Erklärungen. Eins hat dieses Konglomerat an Sachen jedoch geschafft: Ich weiß jetzt, dass es insgesamt 5 indigene Gruppen gab, die je 2 Namen haben, den, den sie sich selber und den, den andere indigene Gruppen oder die Eroberer ihnen gaben. Heutzutage leben nur noch wenige Nachkommen der Ureinwohner ... umgekommen durch eingeschleppte Krankheiten oder umgebracht durch die Gier der Neuankömmlinge, die ihnen ihr Land und damit die Lebensgrundlage nahmen. Und: Es gab ein Kopfgeld auf jeden ermordeten Eingeborenen.

    Als letztes unternehmen wir noch eine kleine, unspektakuläre Wanderung im Reserva Nacional Magallanes.
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  • Fin del Camino

    4.–7. Dez. 2025 in Chile ⋅ 🌬 10 °C

    Wir nähern uns der Magellanstraße. Auf dem Weg dahin arbeiten wir uns an Zäunen ab, die uns zwar nicht das Leben kosten, aber den Zugang zu windgeschützten Übernachtungsplätzen verwehren: Unser Dachzelt soll uns bitte nicht bei einer der starken Böen reißen und der Patagonienmodus - Dachzelt bleibt geschlossen - garantiert eine Enge, die dem erholsamen Schlaf nicht förderlich ist. Auf unserer Suche sehen wir, wie gut es uns geht: Wir hängen nicht tot im Zaun, wir sind nicht mit dem Schiff havariert und mussten auch keine Estanzia verlassen, weil der Wollpreis einbrach. So sind wir froh, als wir schließlich einen windgeschützten Platz direkt an der Straße entdecken, der uns ein idyllisches Frühstück auf der angrenzenden Schafweide beschert.

    In Punta Arenas können wir dann glücklicherweise unsere Vorräte aufstocken. Der Ort hat diverse Supermärkte, jede Menge Restaurants und auch einige touristische Attraktionen, denen wir uns später noch widmen wollen. Jetzt folgen wir jedoch erst einmal der Küstenlinie auf malerischer Straße bis zum südlichsten Punkt des südamerikanischen Festlands, der mit dem Auto zu erreichen ist. Von dort geht es zu Fuß noch weiter bis zum Leuchtturm San Isidro.
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  • "Trostloser Ort, wo der Teufel haust",

    2.–3. Dez. 2025 in Chile ⋅ 🌬 16 °C

    bedeuted "Pali Aike" in der Sprache der Tehuelche - Indigenen. Der Nationalpark ist unser nächstes Ziel, doch vorher müssen wir noch Obst und Gemüse kaufen ... die Grenze zu Chile mit den Einfuhrrestriktionen liegt hinter uns. In Punta Delgada, dem ersten Ort hinter der Grenze, soll es zwei Supermärkte geben, doch "Supermarkt" (Zitat: IOverlander) ist das falsche Wort: Tante-Emma-Laden mit eingeschränktem Angebot wäre der richtige Ausdruck! Der erste Krämer hat auf seinen 9qm zu 90% Hochprozentiges. Es gibt außerdem je eine kleine Kiste Kartoffeln, Zwiebeln und Birnen. Aus letzterer suche ich 2 für das Frühstück heraus, die in Deutschland nicht mehr verkauft würden. Der Rest ist komplett gammlig.
    Der zweite Krämer gleicher Größe verkauft neben Chips und anderen Snacks auch noch eine eingeschränkte Menge Hygieneartikeln. Wir erstehen eine Zahnpastatube ... jetzt sind dort nur noch 2 im Regal.
    Mich gruselt es etwas, wenn ich an unsere Ernährung denke ... es gibt nur noch einen weiteren Ort auf dem chilenischen Festland Richtung Süden - Punto Arenas. Wenn wir dort nicht vernünftig einkaufen können, ... .
    Aber erst einmal "Pali Aike"! Die Rangerin ist überaus freundlich: Wir müssen nur für einen Tag Eintritt bezahlen, dürfen aber 2 Tage hinein und sie erlaubt uns sogar, vor dem Eingang zum Nationalpark zu übernachten. Torres del Paine hat mehr Besucher an einem Tag als dieser NP im ganzen Jahr.
    Dabei sind die erkalteten Lavaströme und die erloschenen Vulkankrater in diesem trockensten Teil der patagonischen Steppe wirklich sehenswert, wenn auch ein trostloser Ort, wo der Teufel haust.
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  • Sammelsurium "to do"

    1.–2. Dez. 2025 in Argentinien ⋅ ⛅ 18 °C

    Es gibt einiges auf einer Langzeitreise wir unserer, mit dem wir uns zu Hause nicht beschäftigen müssen. In Rio Gallegos kommen alle "to dos" ausnahmsweise gleichzeitig zum Tragen.
    Trinkwasser - wir haben ca. 90l im Tank - muss alle 10 bis 14 Tage aufgefüllt werden. Wir verwenden es für Kaffee, Tee, zum Kochen und Spülen, aber auch zum Zähneputzen. Zum Waschen ist es uns zu kostbar. Es gibt zwar öffentlich zugängliche Wasserstellen, aber nicht immer läuft auch Trinkwasser aus dem Hahn. In Río Gallegos fahren wir deshalb ein Agua-Purificado an und kaufen sicher entkeimtes Wasser.
    Propangas ist monatlich leer: Wir haben 2 kleine Gasflaschen mit je 2½l Inhalt. Wenn eine der Flaschen leer ist, suchen wir nach einer Füllmöglichkeit für unser kanadisches System, denn wir haben keinen Adapter. Wir finden einen Gasladen, der eine Flasche zu Flasche Befüllung vornimmt. Dabei entweicht mehr Propan, als wir tanken. Leider hatte der freundliche Gasmann Getriebeöl an seinen Händen. Nach Einbau der Gasflasche stinkt es übelkeiterregend im Innenraum und es dauert eine Weile, bis ich die Ursache finde. ("Nein, Jörg, da ist kein Leck im Getriebebereich! Wirklich nicht!")
    Wäsche waschen ist alle 2 Wochen dran. Dann haben wir ungefähr die Menge an dreckiger Wäsche für 2 Waschmaschinenladungen. In Kanada und den USA konnten wir noch Selfservice-Laundries benutzen, seit Mexiko müssen wir unsere Kleidung abgeben und können sie meistens am nächsten Tag schon wieder abholen. Da wir einen Ersatzbezug für die Matraze und die Kopfkissen haben und beim Fehlen des Bettbezuges Seidenschlafsäcke zum Schutz der Decken verwenden, geht das problemlos. Der Geruch der frischen Wäsche ist mal wie Gummibärchen, mal löst er bei uns die Frage aus, ob überhaupt gewaschen wurde.
    Tanken ist natürlich auch wichtig. Anders als zu Hause gibt es hier jedoch noch einen Tankwart, der sein Geschäft versteht und zu wissen meint, welcher Treibstoff für Grobi geeignet ist: Schon mehrfach hatten wir Diskussionen, weil wir auf "Diesel" bestehen. Auch die Litermenge, die wir wünschen, führt zu Irritationen: Schon so mancher Tankwart hat unter den Wagen geschaut, um ein Leck auszumachen, wenn nach über 100l Füllmenge nicht abgeriegelt wurde.
    Hin- und wieder, wenn wir die Farbe wegen des Staubes nicht mehr erkennen können, gönnen wir unserem blauen Begleiter eine Wäsche. Selfservice ist nicht üblich und eine Waschstraße haben wir seit Mexiko nicht gesehen. Hier wird noch Hand angelegt! ... und manchmal das Wasser auf offener Flamme angewärmt.
    Und dann suchen wir noch nach einem offenen WiFi, denn wir haben keine funktionierende Simkarte für unser Handy ... .
    Einkaufen werden wir heute nicht, da wir morgen die Grenze nach Chile überqueren: Die Einfuhr von Gemüse, Obst, Fleisch und anderen tierischen Produkten (auch Honig!) ist verboten.
    In Río Gallegos gibt es, wie in fast allen Städten Argentiniens ein verwirrendes Netz an Einbahnstraßen und Verboten abzubiegen. Beschaut man sich unsere zurückgelegte Strecke in der Stadt, könnte man meinen, wir wären orientierungslos.
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