E1’-Italien-6

February - March 2024
Die sechste E1‘-Tour durch Italien. Auf der <Via Francigena nel Sud> von Rom nach Latino-Scalo.
E1' Tag 209- 212 | 78km
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  • Hinter Rom geht es weiter

    February 24 in Germany ⋅ ☁️ 8 °C

    Mein Trip zu Fuß längs durch Europa geht weiter. Nun wird es
    < LA VIA FRANCIGENA NEL SUD (VFs) >
    sein, die mich ein Stück weiter Richtung Sizilien geleitet. Für den morgigen Flug über München nach Rom bin ich bereits eingecheckt und Streiks halten mich vermutlich nun auch nicht mehr auf.
    Zur ROUTE:
    Die VFs folgt dem Lauf der „Via APPIA“, die als alter Handelsweg seit mehr als 2.000 Jahren Rom mit der Hacke Italiens verbindet, wo Händler und Heere sich einschifften, um über das Mittelmeer zu schippern. Auch Pilger nutzten diesen Weg, um ins <Gelobte Land> zu gelangen.
    Doch mein Ziel liegt näher; es soll nach hundertdreißig Kilometern in Fossanova sein. Dazwischen liegen -hoffentlich kommode- sechs Wandertage, die mich entlang der <Via Appia Antica>, an tiefen Seen vulkanischen Ursprungs vorbei und durch die einst malariaverseuchte Pontinische Ebene führen.
    Rom als Ausgangspunkt der Wanderung soll dieses Mal mein Basecamp sein, denn die Zugverbindungen dort sind exzellent. Das darf man von der Vatikanstadt, die schließlich ein Nabel der christlichen Welt ist, auch erwarten.

    Mehr Infos zur Tour:
    🔹 https://michael-wandert.jimdo.com/via-francigen…
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  • Day 1

    Anreise HAM▶️MUC▶️FCO▶️ROMA TERMINI

    February 25 in Italy ⋅ 🌙 10 °C

    Das war eine entspannte Anreise. Kein Stress beim Body Check, ein zwar ausgebuchter, aber ruhiger Flug nach München, dort ein etwas längerer Zwischenstopp als vorgesehen, dafür mit halbvoller, weil großer Ersatzmaschine nach Rom, vom am Meer liegenden <Aeroporto di Roma - Fiumicino Leonardo da Vinci> mit dem Leonardo Express in die City of Rom, kurz ins <Domus Helena> - meinem Basecamp für die nächsten Tage - zum Einchecken und gleich weiter, um Hunger und Durst zu stillen.
    Nun ist alles bereit, morgen geht’s los auf die <Via Francigena nel Sud>. Ich freu‘ mich drauf.
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  • Day 2

    Start

    February 26 in Italy ⋅ ☁️ 6 °C

    Die Nacht ist um 6:03 zu Ende, als unten jemand mit Mülltonnen ramentert. Diesen Lärm kann man nicht ignorieren. Nun denn, Zeit zum Aufstehen;
    Michael_will_wandern.
    Das Frühstück meiner Herberge hatte ich vom letzten Mal besser in Erinnerung. Nun ja, vermutlich war ich nach zwei Wanderwochen ausgehungert… Heute kommt es mir typisch italienisch spartanisch vor. Aber der Kaffee ist lecker.
    Gleich werde ich los gehen.
    Zunächst vorbei am Colosseum und dem Zirkus Maximus, wo der Film Ben Hur beim berühmten Wagenrennen seinen blutigen Höhepunkt fand. Ich stand dort nach meiner letzten Wanderung schon völlig begeistert. Dann geht es auf die Via Appia Antica, der ältesten Römischen Straße, die am <Umbilicus urbis> beginnt wie alle römischen Fernstraßen. Der kleine Tempel befindet sich auf dem Forum Romanum und galt als Nabel der Stadt und Mittelpunkt des Imperium Romanum. Von hier aus wurden die Meilen der römischen Heerstraßen gezählt. Die Via Appia Antica führt für viele Kilometer schnurgeradeaus. Ich werde auf ihr heute bis zu ihrem Ende in Frattocchie entlangbummeln. Ab da ist sie durch die Via Appia Nueva überdeckt und für den heutigen rasanten Verkehr ertüchtigt.
    Zum Wetter: gerade ist blauer Himmel und Sonnenschein. Das soll leider nicht so bleiben. Schau’n wir mal. Regensachen und Schirm sind vorsichtshalber dabei.
    Lasst die Spiele beginnen❗️
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  • Day 2

    Via Appia Antica

    February 26 in Italy ⋅ 🌧 12 °C

    E1'-Tag 209, 19km, Rom ▶ S. Maria Delle Mole
    Ist man nach 5km erst einmal dem lärmigen Straßenverkehr der großen Vatikanstadt entronnen, geht es auf der Via Appia Antica sehr beschaulich voran. Die 2.000 Jahre alte Heer- und Handelsstraße war von Anfang an gepflastert, so wie man es streckenweise heute hier immer noch sehen kann. Es ist schon etwas Besonderes, auf so alten Steinen zu marschieren. Leider ist es auch anstrengend, sind die alten Steine nicht nur glatt geschliffen, sondern oft über die Jahrhunderte auch uneben geworden. Gelegentlich fährt sogar noch ein Auto auf ihr und das mag der Grund sein, warum an vielen Stellen das antike Pflaster durch Kleinformatiges ersetzt wurde. Als Fußgänger nutzt man lieber die Pfade links und rechts der schmalen Straße, die gesäumt ist von allerlei Mausoleen und Grabmälern. Überall liegen bearbeitete Steinquader herum, geradezu übersät sind die Seitenstreifen. So gibt es viel zu gucken und staunen.
    Das Wetter hält sich, nur gelegentlich nieselt es, doch der Wind briest auf und kommt direkt von vorn. Das kühlt aus. Am Horizont wird es immer dunkler, der für abends angekündigte Regen scheint näher zu kommen. So mache ich kurz vor Frattocchie für heute Schluß. Die Via Appia Antica ist hier auch zu Ende. Das passt also thematisch.
    Der Zug fährt stündlich und bringt mich binnen 20 Minuten zurück nach Rom.
    🔹Link zur Route in Komoot:
    https://www.komoot.de/tour/1451332153?ref=itd&a…
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  • Day 3

    Parco Dei Castelli Romani

    February 27 in Italy ⋅ ☁️ 13 °C

    E1'- Tag 210 | Tour Tag 2 | Die, 27.2.24
    S.Maria Delle Mole ▶️ Velletri, 30km

    Das war ein Wandertag, der mich komplett aus der Spur brachte. Ja, der Aufstieg nach Gandolfo war anstrengend, und ja, die Begegnung mit der Rotte Wildschweine war aufregend (ich musste ausweichen, am Abgrund entlangkriechen und den Berg senkrecht durch‘s Unterholz erklimmen). Und ja, es ging den ganzen Tag nicht nur gefühlt bergauf (s. Komoot-Route https://www.komoot.de/tour/1452392762?ref=itd&a…)
    Nach 20km war der letzte Berg geschafft und mir unwohl. Nach 25km musste ich mich hinsetzen, es ging nicht mehr. Der Energieriegel, den ich vor einiger Zeit reingeschobene hatte, begann quer zu liegen und das Stück Traubenzucker war dann wohl zu viel. Ich sah ihn wieder und fühlte mich dann erleichtert und elend zugleich. Ich sehnte mich nach dem Hotelbett, aber das war noch eine Zugfahrt entfernt. Zu allem Übel musste ich auch noch umsteigen. Den Anschlusszug nach Roma Termini schaffte ich nicht, mein Magen wollte auf dem Bahnsteig auch noch das Frühstück loswerden. Danach war’s besser - eine Zeitlang, so dass ich mein Hotel erreichen konnte. Dann wurde mir wieder elend und dieser Zustand hielt die ganze Nacht an.
    Nun geht es allmählich wieder, ich versuch es gleich mit Frühstück.
    An Wandern aber ist heute nicht zu denken.
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  • Day 4

    Rome: Piazza Vittorio Emanuele ll

    February 28 in Italy ⋅ ☁️ 18 °C

    Zum Frühstück schmeckte noch nichts, den Vormittag habe ich malad auf dem Zimmer verbracht, aber als am Nachmittag die Sonne mir die Nase kitzelte, wollte ich kurz raus; auch wenn‘s noch schwerfiel. So viel könnte man sich in Rom anschauen - ich entschied mich für den naheliegenden Park, zu dem die Kraft vermutlich gerade reichen würde. Schnell zu erreichen und versehen mit vielen Bänken, auf denen ich ausruhen konnte. Ich kannte den Garten bereits vom hastigen Durchschreiten, wenn ich dem Bahnhof zustrebte.
    Leider waren alle Sitzgelegenheiten belegt von Menschen allerlei ethnischer Herkunft. Doch eine blieb frei - denn die war für mich reserviert. So konnte ich den Flair des Garten in mich aufsaugen. Lustig war‘s, als ich die Augen schloß und lauschte.
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  • Day 5

    Den Colli Albani hinab

    February 29 in Italy ⋅ ☁️ 16 °C

    E1'- Tag 211 | Tour Tag 4 | Do, 29.2.24
    Velletri ▶ Cisterna di Latina,
    14km sanft bergab

    Morgens stand‘s noch im Raum: wird es heute gehen? Aber ein weiterer Tag im Hotelzimmer ist auch keine Option. Und tatsächlich, es klappte ganz gut. Nicht mit voller Kraft, aber immerhin. Die eigentlich für gestern geplante Etappe macht es mir leicht: der Weg vom 300m hoch gelegenen Velletri nach Cisterna di Latina führt sanft hinab und ist nicht allzu lang. Aus Velletri hinaus, die Via Veccia di Napoli entlang, das nervt schon mit dem Verkehr - natürlich wieder ohne Bürgersteig. Aber wer läuft schon in Italien? Und selbst schuld ist, wer die Wanderroute verläßt. Denn die läuft am Hang des Albaner Berges entlang, hat aber auf längere Zeit keine Bahnanbindung. So entschied ich mich bei meiner Planung zu der Route, auf der ich jetzt bin. Und komm, so schlimm ist es auch nicht! Da gibt’s genug zu entdecken am Wegesrand, man muss sich nur drauf einlassen. Und der Verkehr wurde auch stetig weniger.
    Nach 14km bin ich in Cisterna di Latina, überlege bei einer kurzen Rast (Zwieback und Banane, KEIN Kaffee), ob ich die nächste Etappe (17km) gleich noch dranhängen soll. Zeitlich würde es sich ausgehen, aber - ey - bin ich auf der Flucht? Das Wandern soll doch Spaß bringen! Und der endgültigen Genesung würde es allemal widersprechen.
    So besteige ich ohne Federlesen den Regionalzug zurück nach Rom, der auf dieser Strecke alle halbe Stunde fährt und 30 Minuten braucht, wofür ich drei Etappen benötigte. 3€ muss man lediglich berappen, für einen Zug, der pünktlich kommt.

    Route s. Komoot:
    https://www.komoot.de/tour/1453955385?ref=itd&a…
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  • Day 6

    Im Zickzackkurs in die Pontinische Ebene

    March 1 in Italy ⋅ 🌧 13 °C

    E1'-Tag 212 | Tour Tag 5 | Fr. 1.3.24
    Cisterna di Latina ▶ Latina Scalo,
    17km, sanft bergab.

    Auf dieser Etappe setze ich keinen Fuß auf die VFs. Das ist der Bahnverbindung geschuldet, die durch die Pontinische Ebene verläuft und eben nicht über die Höhen, wo die VFs sich entlang schlängelt.
    Cisterna di Latina, wo die Etappe startet, lag einst als kleine Straßenstation direkt an der alten Via Appia. Latino Scalo - am Ende der Etappe - ist eine neuzeitliche Stadt, die sich aus einer Bahnstation entwickelte, die hier vor 100 Jahren angelegt wurde, als die Pontinischen Sümpfe trocken gelegt wurden. „Berühmt“ ist das Bahnhofsgebäude wegen seiner ungewöhnlich runden Formgebung. Eingeweiht wurde es von Mussolino himself, dem es als Ersten gelang, die Sümpfe trocken legen zu lassen. Für ihn ein wichtiges, raumschaffendes Prestigeprojekt. Daran biss sich schon der große römische Kaiser Caesar die wohlfeilen Zähne aus.
    Die Etappe ist asphaltgeprägt und nicht sehr aufregend. Wer hier entlang geht, kann sich überzeugen, dass die Trockenlegung dauerhaft gelang.
    Selbst Schuld, wer den Pilgerweg verlässt.

    Komoot-Route: https://www.komoot.de/tour/1454930639?ref=itd&a…
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  • Day 7

    Mura Aureliane

    March 2 in Italy ⋅ ⛅ 16 °C

    Statt auf dem E1‘ bzw. der VFs straks weiter Richtung Süden zu wandern, entschied ich mich heute morgen spontan, Fünfe gerade sein zu lassen, heute mal länger zu schlafen, ausgiebig zu Frühstücken (es schmeckt endlich wieder) und dann Rom zu erkunden. Aber nicht dahin, wo es die meisten Touristen hintreibt, sondern dorthin, wo ich unbehelligt bliebe. Als einen solchen Ort stellte ich mir die Stadtmauer vor. Das allerdings ist kein Ort, sondern ein ziemlich langes Bauwerk. Erstaunlich viel ist im südlichen Teil der Stadt von der wehrhaften Mauer noch zu entdecken. Ich machte Bilder über Bilder, die Selektion fiel mir im Nachhinein echt schwer. Die meisten habe ich bei Komoot hinterlegt (s. https://www.komoot.de/tour/1456389163?ref=itd&a…), hier bei FP ist nur ein feine Auswahl.
    Am Ende meines Rundgangs kam ich noch einmal am Colosseum vorbei. Als ich mich durch die Menschenmassen drängeln musste, wusste ich, dass ich alles richtig gemacht hatte. Über die Mauer etwas zu berichten, würde hier den Rahmen sprengen, aber Interessierte werden hier fündig:
    🔹 https://www.turismoroma.it/it/luoghi/mura-aurel…
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  • Day 8

    Vieni a casa

    March 3 in Italy ⋅ 🌬 16 °C

    Der Leonardo Express bringt mich velocemente zum Flughafen <Rom- Fiumicino>, der mit bald 40 Mio Fluggästen pro Jahr mehr als doppelt so viele Reisende schläust als der Hamburger Airport. Trotzdem ist die Safety-Control in nicht einmal fünf Minuten erledigt. In Hamburg dauert das mitunter Stunden. Auch Sonntags! Warum ist das so? Wenn‘s drauf ankommt, sind die Italiener offenbar auf Zack. Nachlässiger jedenfalls ist der Check nicht.
    Die Maschine verlässt pünktlich den Finger, kommt aber nicht weit. Irgendwas hat geruckelt. Der Kapitän meint, das müsse nun untersucht werden. Wichtige Leute kommen bald mit gelben oder roten Westen, es werden immer mehr. Ich kann das von meinem Fensterplatz gut verfolgen. Im Flugzeug wird schon mal Wasser ausgegeben. Es kann also dauern. Irgendwann ist man fertig, der Captain gibt durch, ein Bolzen sei gebrochen an dem Schlepper, aber genau dort, wo die Sollbruchstelle sei. Am Fahrwerk sei nichts beschädigt. Man entschuldige die Unannehmlichkeit. Und nun gehe es los. Mit einstündiger Verspätung hebt die Maschine in Rom ab - Richtung München. Während wir fliegen, wird die Lufthansa sich hoffentlich um Anschluß bemühen…
    Das hat sie dann auch. Die Maschine muss deutlich schneller über die Alpen gejettet sein als üblich. und die Maschine nach Hamburg musste warten. Ärgerlich vermutlich für die Passagiere, die bereits an Bord sind, gut für die doch zahlreichen Gäste, die nun hastig an Bord strömen. Jetzt ist nur noch das Bordgepäck zu verstauen. Das ist nicht leicht, denn natürlich quellen die Gepäckfächer bereits über. Keine gute Idee, den Preis für das Aufgeben so zu verteuern! Ein bisschen Rumgekrame und ich stelle fest, dass noch Platz wäre, wenn nicht dicke Jacken lose dort gebunkert wären. Zur Geldgier der Fluglinie gesellt sich der Egoismus Einzelner. Keine gute Mischung.
    Dann sitze ich und atme erst einmal durch. Beim Start muss ich meine junge Sitznachbarin darauf hinweisen, dass ihr Smartphone nun in den Flugmodus muss. Macht sie nur widerwillig, eine WhatsApp muss dringend noch raus.
    Damit hebt der blaue Kranich ab - in den azurblauen Himmel Richtung Hamburg.
    Wir kommen noch vor der geplanten Ankunft an - ein Wunder muss geschehen sein.
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