Norway
Sand

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Travelers at this place
    • Day 6

      Auch Wikinger sterben

      August 15, 2022 in Norway ⋅ ⛅ 26 °C

      Etwas abseits der großen Touristenströme auf der E6 liegt Fredvang⁩. Man erreicht es nachdem man 2 steile und schmale Bücken überquert hat. Eigentlich sind wir dorthin, weil es hieß, dass es dort traumhafte Sandstrände gibt, was auch stimmt. Aber neben dem Strand befindet sich ein kleiner Friedhof. Wir wissen nicht, ob es Zufall oder Absicht ist, aber diese Kombination Friedhof direkt neben dem Strand haben wir auf den Lofoten dann noch mehrfach gesehen.Read more

    • Day 40

      Kvalvika Bucht

      June 9, 2023 in Norway ⋅ ☁️ 8 °C

      Zunächst hatten wir das Problem, dass die beiden kleinen Parkplätze in der Nähe des Wanderweges belegt waren. So mussten wir unseren Mähmfree ca. 2,0 km entfernt parken und den Weg zurücklaufen. Aber man ist ja flexibel.

      Der eigentliche Wanderweg führte über Stock und Stein sowie ausgelegte Bretter zunächst human nach oben. Es wirkte alles relativ entspannt. Auf dem Kamm angekommen, wurde es dann beim Abstieg üdoch richtig anstrengend. Es ging sehr steil nach unten, es gab keinen klaren Weg mehr und man ging ausschließlich nur noch über Felsen. Vorsicht war geboten! Aber das Panorama der Bucht war schon hier surreal schön.

      Nach ingesamt ca. 1,5 h und 4,5 sehr anstrengenden Kilometern kamen wir dann tatsächlich am Strand an. Man kann einfach nur sagen: „Welcome to Paradis“

      Der Kvalvika-Beach ist magisch und tatsächlich genauso schön, wie man sich das vorgestellt hat. Kaum Menschen, absolute Ruhe, glasklares Wasser und weißer Sand. Ein guter Zeitpunkt unsere letzte Flasche Sekt aus Deutschland zu öffnen…und zu trinken. Ein großer Traum von uns ist damit in Erfüllung gegangen.

      Nach ca. 2,0 h am Strand ging es dann schweren Herzens wieder zurück. Schließlich mussten wir denselben anspruchsvollen Weg wieder zurück zum Auto gehen und dann auch 1,5 h zur nächsten Unterkunft fahren.

      Gegen 21:30 Uhr waren wir dann in Skårungen angekommen und haben schnell unseren Mähmfree eingerichtet. Denn für die nächsten 2 Tage war wieder Camping angesagt. Und vermutlich auch Muskelkater in den Beinen.
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    • Day 16

      Kvalvika Beach

      April 16, 2023 in Norway ⋅ ☁️ 5 °C

      Wir haben überlegt ob wir heute den Reinebringen besteigen, oder zum Kvalvika Beach wandern. Da das Wetter leider neblig und Nieselig war haben wir uns gegen die Bergbesteigung entschieden und sind zum Strand gegangen. Natürlich mussten wir erst einen Berg hoch und wieder runter um anzukommen, aber es war nicht so schlimm ;DRead more

    • Day 18

      Kvalvika Beach und Ryten

      July 19, 2022 in Norway ⋅ ⛅ 12 °C

      Endlich ein Sonnentag auf den Lofoten. Zum Ende hin zeigen die Inseln ihre schönsten Seite.
      Tolle - wenn auch wieder anstrengende - Wanderung zum Kvalvika Beach, den man nur zu Fuß erreichen kann. Viele Leute kommen mit Zelt und übernachten dort. Einige sind auch baden gegangen. Das Wasser ist aber eisig.
      Anschließend ging es hoch auf den Ryten, von dem aus man einen tollen Blick auf den Strand hat. Hier war richtig viel los und ein reges Kommen und Gehen.
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    • Day 11

      Kvalvika Beach

      September 27, 2022 in Norway ⋅ ⛅ 11 °C

      My Bucket List :
      Kvalvika Beach , check ✅️

      Heute unsere vierte Bergwanderung zum "Kvalvika Beach" und der berühmten Surfer Bude !
      (bei Interesse googlen 😉)
      Meine vollen Repekt an Alex und unsere Hunde , die diese recht anspruchsvolle Bergwanderung mit mir durchgezogen haben ! 🥰💪Read more

    • Day 61

      Mitternachtssonne hinter Wolken😒

      July 4, 2023 in Norway ⋅ ☀️ 12 °C

      🌍Bodø - Fredvang Beach
      📈41km, 580Hm
      🗒️Den Vormittag verbringen wir in Bodø mit der Suche nach einem Ortlieb Ersatzhaken (noch erfolglos, aber dem Ziel einen Schritt näher gekommen) & Grosseinkauf tätigen, so dass wir ein paar Tage autonom sind. Dann geht's zur Fähre. Geschätzt über 100 Autos & Wohnmobile warten bereits in der Schlange, wir Velofahrer dürfen aber zusammen mit den Fussgängern die Fähre als Erste betreten. Für Markus' Verständnis bisschen viel Touristen auf einem Haufen; mal sehen, wie sich das dann auf den Lofoten anfühlt... Nach einer gut 4-stündigen Überfahrt kommen wir kurz vor 1800 in Moskenes an. Nur kurze Velofahrt der Küste entlang, dann machen wir eine Wanderung auf den Reinebringen: Der gesamte Aufstieg ist mit Stufen aus Natursteinen angelegt. Angeblich 1978 Stufen überwinden einen Höhenunterschied von gut 400m. Oben bietet sich ein phänomenaler Ausblick auf das imposante umliegende Lofoten-Gebirge sowie auf die gewundene Strasse, welche die kleinen & zerklüfteten Stücke Festland miteinander verbindet.
      War es bis jetzt den ganzen Tag recht sonnig & gegen 20°C warm, ändert sich das mit unserer Weiterfahrt: Der Himmel bedeckt sich, vom Meer her drückt Nebel über die Bergkette, leichter Niesel & starker Wind kommen auf & die Temperatur sinkt bis auf knapp 10°C. Wir überlegen, ob wir auf den Camping sollen oder wild zelten & entscheiden uns für Letzteres. Radeln bis zum Ende einer Sackgassstrasse beim Fredvang Beach & finden dort nach weiteren 100m Velos schieben eine flache Wiese mit tollem Ausblick über den Strand. & theoretisch auch auf die Mitternachtssonne! An unseren ersten beiden Nächten mit Mitternachtssonne war der Himmel klar, aber die Sonne versteckte sich hinter Bergen; heute ist es umgekehrt, wir hätten gegen Norden freie Sicht auf's Meer, aber leider hängen die Wolken zu tief. So müssen wir auf diesen speziellen Anblick nochmals verzichten, aber in den kommenden Nächten bieten sich weitere Chancen. Gegen 1 Uhr liegen wir tief eingekuschelt in unseren Schlafsäcken & schlafen auch ohne Nachtessen sofort ein.
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    • Day 13

      Ein norwegischer "Strandtag"

      September 5, 2022 in Norway ⋅ ⛅ 11 °C

      Ohje, irgendwie ist soviel passiert...soviel neue Leute kamen an, dass ich garnich zum Tagebuchschreiben kam. Jetzt muss ich wirklich alle Gehirnzellen aktivieren, damit hieraus noch ein ernstzunehmender Bericht wird.

      Beginnen tut der Tag wie immer im Gemeinschaftsraum. Es gibt Kaffee und Müsli. Wie auch am Tag zuvor, sitze ich alleine mit Austin, der ebenfalls einen Kaffee schlürft und interessiert durch die vielen zur Auswahl stehenden Bücher blättert. Für ihn ist es sein letzter Tag im FURU, was ihn etwas traurig macht, denn er fühlt sich hier sehr wohl. Norwegen war einer seiner Träume, den er sich nun nach langer Zeit erfüllt hat. Insgesamt hatte er 2 Wochen zur Verfügung und nahm deshalb aus zeitgründen immer das Flugzeug von A nach B. Retrospektiv bereut er es allerdings, die Aussicht aus dem Zugfenster verpasst zu haben. Nach 2 weiteren Nächten in Oslo, endet seine Norwegenreise und er fliegt zurück nach Orange County, Kalifornien. Von dort zieht er jedoch jetzt nach Oregon, um sein Studium in "Fermantation studies" zu beginnen. Vorher war er bei einer Brauerei angestellt.

      Was Sophia, Milena und mir zu Gute kommt; Austins Flug geht ab Leknes, von wo er ebenfalls den Mietwagen hatte. Das eröffnet natürlich die Möglichkeit, uns 3 eine Busfahrt zu ersparen und direkt den Bus 742 ab Leknes zu nehmen. Unser heutiges Ziel lautete nämlich Kvalvika Beach, welcher von der Station "Fredvang kryss" zu erreichen sein sollte. Die Wortwahl ist bewußt so gestaltet, damit bereits hier klar wird, dass wir den Strand nie erreichten. Austin erklärt sich also bereit uns mitzunehmen.

      Als wir alle gemeinsam im Gemeinschaftsraum sitzen, steht plötzlich Els in der Tür und meint: "Ben, I have a very special request. Would you mind if I take a picture of you, for my travel log and to remember? That would be great." Natürlich habe ich rein garnichts dagegen; im Gegenteil, es rührt mich eher, dass sie sich an mich erinnern möchte. Für sie ist es die letzte Nacht hier gewesen, bevor es noch für ein oder 2 Nächte mach Å und dann über Umwege nach Finnland geht. Milena bietet sofort an, ein Foto mit uns beiden zu machen. Als Ort entschied man sich für den Platz vor dem Hostel. Els und ich haben beide etwas gegen gestellte Fotos, also versucht man, die Situation etwas lebendiger zu gestalten. Das ruft eine Hummel auf den Plan, die für das Entstehen des perfekten Fotos sorgt.

      Es ist schon ein komisches Gefühl, Els nicht mehr per Zufall über den Weg zu laufen, denn das war irgendwie zur neuen Normalität geworden. Nun ja, es ist ja nicht für immer.

      Nun geht es ans Fertigmachen. Der Tages-Rucksack ist schnell gepackt, die Anziehsachen schnell gewechselt und Zack...fertig für den Tag! Austin hatte bereits seine Sachen ins Auto geladen, wir sind also abfahrtbereit. In Leknes verteilt Austin noch seine restlichen Früchte, für Sophia gibt es einen Apfel, Milena wird stolze Besitzerin zweier Bananen. Fließend ist der Übergang zum Bus. "742", das ist er! Also schnell verabschieden, bedanken und den Bus bekommen.

      Gerade als wir platzgenommen haben, betritt Els den Bus. "No, that can't be true! We're not supposed to see each other again.", gibt sie lachend mit ihrem niederländischen Humor zum Besten. Auf der Fahrt schließen auch Sophia und Milena Els ins Herz. Als wir 50min später am Straßenrand mit dem imaginären Busstop "Fredvang kryss" entlassen werden, beginnen die beiden zu schwärmen.

      "Google-Maps sagt hier entlang.", meine ich und deute über 2 Brücken hinweg in richtung Fredvang. Bereits jetzt ist klar, unter Annahme der skandinavischen Theorie, dass es kein schlechtes Wetter sondern nur falsche Kleidung gibt, dass meine Kleidung falsch gewählt ist. Es fehlte etwas die Feinjustierung. Am Tag zuvor war ich mit kurzer Hose und leichtem Oberteil gut gefahren; hier taten die Fleecejacke und die Steppjacke darüber definitiv not. Der Trupp beginnt also seine Wanderung bis zum "Trailhead". Vor der ersten Brücke besitzt Milena schon eine Banane weniger. Immer weiter und weiter, dankbar für wenig Steigung, geht es durch norwegisches Grau. Der Gesprächsstoff des steigungsfreien Teils unserer Wanderung widmet sich überwiegend Ökologie und Veganismus. Zwischendurch werden bewundernde Worte für die Landschaft, die Natur und die Lofoten im Allegemeinen ausgesprochen, jedoch ebenfalls angemerkt, dass man sich ein Leben hier nicht vorstellen könne. Sophias Beitrag dazu beschränkt sich auf Aussagen, welche Tiere sie schon gegessen hatte. Als wir Seeigel im Meer begutachten kommentiert sie: "I ate some of those. They were great!" Als wür über Elche sprechen: "I had Moose salami on the train and I liked it.". Auch "Raindearstew" oder "Whale sausage" war ihr nicht fremd. Das ist perse nicht verwerflich, nur sorgt es für reichlich Gelächter, wenn in einer Debatte über Veganismus und die Natur Skandinaviens, solche Aussagen fallen. Hier würde am ehesten die Komiktheorie nach Arthur Schopenhauer greifen, nach der Komik: "die plötzliche Wahrnehmung einer Inkongruenz" ist.

      Die Straße führt uns mitten durch die Landschaft, die hier sehr von Landwirtschaft geprägt ist; Felder, Bauernhöfe und vereinzelt Traktoren die uns überholen. Hätte man es nicht besser gewusst, hätte man auch denken können man sei in Schleswig-Holstein; Meer und Feld. Nur die Berge zu unserer Linken hätten den Schwindel aufgedeckt.

      4,1 km waren es, bis wir den Parkplatz am Fuße des Berges erreichten. Am anderen Ende des Parkplatzes, ein aus Brettern gezimmerter Pfad, der sich mit 0,5m Breite, zwischen 2 abgezäunten Feldern hindurch zwängte. Erst ging es gerade auf den Berg zu, dann, nach einem links Knick, mit etwas Steigung auf einen anderen Berg zu. Hier glichen die Bretter mehr einem Steg, denn rechts und links der 30cm Holz befindet sich Sumpf. Am Ende dieses Steges, begann dann der Weg "richtige" Weg. Für Sophia, die bereits hier anmerkt, dass sie solch Steigung und Terrain aus Florida nicht gewöhnt ist, sollte der Strandbesuch noch zum Verhängnis werden.

      Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch der Meinung, es wäre nur ein etwas höherer Deich und gleich dahinter, würde es mittels Treppe nach unten an den Strand gehen. Dem entsprechend hoch war auch noch unsere Motivation. Milena und ich bilden die Spitze, Sophia die Schlussgruppe. Bereits nach den ersten 500m sah Sophia aus, als hätte sie einmal zufuß die Welt umrundet; Ihre Hose war erdig und ihre Schuhe in Schlamm gebadet. Während des ganzen Trips entdeckten wir ihre spezielle Vorliebe für Pfützen, Schlamm und unwegsame Pfade. Wo immer es eine Schlammpfütze gab, an der ein halbwegs befestigter Pfad vorbei führte, konnte man sich mit der Gewissheit umdrehen, daß Sophia mitten im Schlamm stand.

      Pausenreich geht es also der vermeintlichen Spitze entgegen. Sophia nimmt sich ihre Zeit und verliert dabei die ganze Zeit kein Fünkchen ihrer Gutenlaune. Sie strahlt, macht Witze und kommentiert wie unterschiedlich der Weg zu den Verhältnissen in Florida ist. Fast an der Spitze angelangt, verteilt Milena Knäckebrot, welches einfach himmlisch schmeckt. Keiner von uns kann genug davon bekommen. Trotzdem müssen wir irgendwie weiter. Es folgt ein sehr unwegsames Stück, das wir alle irgendwie überwinden; die einen mit mehr, die anderen mit weniger Blauenflecken.

      Stellt sich raus, die Spitze war keine Spitze und ein Strand ist noch nicht einmal zusehen. Stattdessen ein See. Erneut Pause. Dann wieder anstrengender Kletter Part. Pause. Und und und.....Immer weiter nach oben. Mal durch Schlamm, mal über Holzstege. Mal unwegsames Geröll, mal einfach ein Trampelpfad. Sophia hat sich indess ihre "Hiking Playlist" angemacht und lauscht den Klängen eines italienischen Songs, der aus den Lautsprechern ihres nur für Interrail erworbenen Smartphones dröhnt. Sonnst besitzt sie nur ein Klapphandy, dass ihr in Frankreich jedoch jemand geklaut hat.

      So nähern wir uns wortwörtlich Schritt für Schritt (Milena und ich haben jetzt schon den 17 Uhr Bus abgeschrieben) der Spitze. Auch diese Spitze wird sich später als nicht finale Spitze herausstellen. Sophia hat ihr eigenes Tempo, welches sie mit einer erstaunlichen Vehemenz hält. Alle 50-100m eine Pause. Diese gestalten sich so, dass Sophia sich mit dem Rücken zum Berg, die Augen ins Tal gerichtet, an den Hang stellt und die Umgebung bewundert als gucke sie sich das erste mal um. Der Anblick ist entzückend. Nach mehreren Stunden erreichen wir die tatsächliche Spitze. Von ca. 600m Höhe hat man nun die Aussicht auf den Strand. Entweder haben wir irgendwie den Abzweig verpasst oder Strandbesuch in Norwegen heißt auf einen 600m hohen Felsen zu klettern und von dort aus auf den Strand zu schauen.

      Sophia beendet ihren Aufstieg 60/70m unterhalb des Gipfels. Dorthin kehren Melina und ich nach dem finalen Aufstieg auch wieder zurück. Es gibt Fladen mit Marmelade und Wasser für alle. Der Weg zurück gestaltet sich annähernd gleich; Laufen, gucken, Kommentar über Wandern in Florida, laufen. Diesmal sind wir allerdings etwas schneller unterwegs. Als wir auf einer Anhöhe einen ähnlichen hölzernen Steg erreichen, der ebenfalls vor dem Einsinken in den ihn umgebenden Schlamm schützt, hatte sich bereits eine Gruppe Wanderer hinter Sophia eingefunden. Sie mussten sich nun notgedrungen ihrem Schicksal ergeben und liefen brav in Sophias Tempo hinter ihr her. Der Schlamm ließ ein Überholen nicht zu. Von weitem war der Anblick zu lustig. Irgendwann ergab sich dann doch eine Möglichkeit, sodas wir wieder alleine waren. Mit einigen weiteren Motivationskeksen, Bodenkontakten seitens Sophia und strategischen Schlammdurchquerungen, gelangten wir wieder ins Tal. Sophia machte noch ein letztes Mal, diesmal vorwärts, Kontakt mit einem der Holzstege, dann war es geachafft.

      Da wir wirklich den Bus verpasst hatten, musste eine neue Idee her. Trampen stand zwar schon länger im Raum, aber mir missfiel der Gedanke bisher. Da die Situation allerdings ansonsten recht aussichtslos ist und die Optionen limitiert, gebe ich mich meinem Schicksal hin. Bereits das erste Auto hält. Eine junge norwegische Familie in einem VW Bus, mit 2 skeptisch guckenden Kindern. Sie bieten an, uns mit nach Ramberg zu nehmen und dort an einer Bushaltestelle nahe des Ortsausgangs hinaus zulassen. Das ist natürlich super und wir willigen ein. Während der Fahrt erzählen die beiden, dass die Nordlichter wie wir sie jetzt sehen, nicht mehr lange so zu sehen sein werden. Aufgrund von Verschiebungen der Gestirne, wird in 5/6 Jahren erst einmal Schluss sein. Nach ca. 10 Jahren wir es dann voraussichtlich wieder so sein wie zur Zeit. Milena erkundigte sich, wie die Einheimischen den Touristen gegenüber stehen. In diesem Punkt sind sie zwiegespalten. Zum einen hängt eine große Anzahl von Jobs und Einkünften am Tourismus, zum anderen ist es nach den ruhigen Corona Jahren sehr viel voller geworden und eine Art Plage, denn häufig gibt es keine Rücksicht oder einfach zu viele Menschen.

      Ab der vorausgesagten Bushaltestelle, versuchen wir unser Glück erneut. Wieder ist es ein VW Bus, diesmal allerdings ein Schweizer, der uns mitnimmt. Sophia und ich nehmen hinten auf der Schlafgelegenheit platz (Anschnallgurte = Fehlanzeige), Milena vorne. Die beiden unterhalten sich in schönstem Schweizerdeutsch. Zusätzlich sorgen die, aufgrund des Zigarrengeruchs, aufkommenden Kopfschmerzen dafür, dass ich nichts verstehe. Nur eine Sache kann ich Sophia übersetzen: "He had quite a lot of beers and when he saw the northern lights, he wasn't sure if it's northern lights, or just him being drunk.". Sophia lacht herzlich. Sie hat ein sehr ansteckendes Lachen, weshalb ich auch Grinsen muss. Der Schweizer bringt uns bis nach Leknes, obwohl er damit an seinem eigentlichen Ziel vorbei fährt. Von hier denken wir, kann es ja nicht so schwer sein wegzukommen. Immerhin fahren alle Autos potentiell in die richtige Richtung. Das ist evtl. etwas das man hier kurz erwähnen muss. Die Lofoten haben eine durchgehende Straße; die E10. Das bedeutet, daß im Prinzip alle Autos in die richtige Richtung fahren, vorausgesetzt man steht auf der richtigen Seite.

      Die Idee, 3h (bis 21.45 Uhr) auf den Bus zu warten, missfiel uns sehr. Also hieß es wieder Daumen raus und hoffen. Unsere positiven Erfahrungen, sorgen für ein sehr optimistisches Mindset. Doch es will einfach kein Auto halten. Wir begannen also ein Spiel aus der ganzen Geschichte zu machen und Minuspunkte bzw. Pluspunkte zu verteilen. Deutschland schnitt nicht sehr gut ab. Auch Belgien, Niederlande und Finnland kamen nicht gut weg. Norwegen war von dieser Regel ausgenommen, denn mit Sicherheit hatten sie genug von den Touristen. Auch Autos wurden streng in "Hitchhiky cars" und "not so hitchhiky cars" unterschieden. VW-Busse waren demnach sehr vielversprechend, bei allem mit Xenonscheinwerfern, E-Antrieb sowie Audi, Mercedes und Co., musste man eigentlich garnicht den Daumen ausstrecken.

      Melina lässt nicht locker. Ihrer Überzeugung nach, haben die Autofahrer mehr Nachsehen, wenn man erstmal außerhalb der Stadt ist....wir machen uns also mit Sack und Pack auf dem Weg. So kommt es wenig später zu der bereits beschriebenen Elch Begegnung, nicht aber zu einem Tramping-Erfolg. Sophia sitzt bereits im Straßengraben und knabbert Knäckebrot, während Melina und ich noch unser Glück versuchen.

      ...wir geben auf

      In einem Diner bekommen wir teuren Kaffee und einen freundlichen Kassierer. Er ist sehr sehr nett, aber ich verstehe kein Wort. Er redet und redet, lächelt mich dabei an und erwartet irgendeine Reaktion. Ich lächel zurück, womit er sich bestätigt fühlt und fortfährt. Irgendwas von Frankfurt, Healthsystem und keine Ahnung, aber er lacht dabei so freundlich, dass ich ihn nicht unterbrechen kann. Vom Diner aus gehen wir direkt zum Bus. Erst im Bus bemerkt Sophia, dass sie ihre Mütze wohl im Diner vergessen hat. Die Zeit lässt aber ein Zurücklaufen nicht mehr zu. Eigentlich sollte die Mütze ein Andenken an die Lofoten sein, nun ist es die Geschichte über die Mütze.

      Als letzte erreichen wir gegen 22.20 Uhr das Hostel. Im Zimmer gibt es fast nur neue Gesichter; Ben aus der Schweiz, Bastien aus der französischen Schweiz und Loli aus Amerika. Da ich allerdings erstmal eine heiße Dusche benötige, verabreden wir uns im Gemeinschaftsraum. Nach meiner Dusche warten dort Ben, Melina, Sophia und Bastien. Ben hat einen recht einzigartigen Studiengang abgeschlossen, bei dem es um die Wirkung von Büchern geht; Material, Format, Inhalt, Textanordnung...wie all das die Wirkung eines Buches beeinflusst. Er reist nun etwas umher und ist hier überwiegend per Anhalter unterwegs. Melina kenne ich schon 2 Tage länger. Sie studiert Mediendesign und für sie ist es die letzte Nacht hier. Danach geht es über Stockholm zurück gen Heimat. Bastien hat vor 2 Wochen seinen Abschluss in Computer Science gemacht und ist ziemlich genau danach ohne große Planung aufgebrochen. Da er mich auf meinen Trip nach Reine begleitet, werde ich ihn sicher dort noch näher kennenlernen.

      Wir reden bis nachts um 2. Immer neue lustige Anekdoten werden erzählt, zum Beispiel Gosip über die "Italian Lady". Sie war die jenige, die mit den Möven sprach oder mir erklärte, welche Akkorde wie funktionieren. Auch andere hatten lustige Begegnungen mit ihr gemacht. Dann erzählten wir noch von unserer Business Idee "World Wide Grannys", einer Reiseagentur für Rentner. Denn auf der Wanderung ist uns aufgefallen, wie unterschiedliche "Grannys" je nach Nationalität oder Konstitution Urlaub machen. Auch bei Interrailern sind uns allen die unterschiedlichsten Charaktere begegnet und so bot auch das eine Vorlage für ordentlich Gelächter.

      Morgen geht es mit Bastien nach Reine; wird sicher ein Vergnügen.
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    • Day 11

      Ytrestrand - Camping & Sonnenuntergang

      August 8, 2021 in Norway ⋅ ☁️ 16 °C

      Die Lofoten können nicht nur mit ihrer einzigartigen Landschaft bei uns punkten, sondern auch die Sonnenuntergänge sind einfach nur atemberaubend. 🌄Man kann es kaum glauben, aber diese Bilder sind nicht bearbeitet, der Himmel sieht hier wirklich so aus!
      Die Sonne geht hier übrigens erst um 22:30 Uhr unter und schon um 4 Uhr wieder auf. Richtig dunkel ist es aber irgendwie nie, zumindest haben wir seit wir in Norwegen sind noch nicht einmal dunklen Himmel sehen können. 😄🙄
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    • Day 11

      Kvalvika Beach - North of the Sun

      August 8, 2021 in Norway ⋅ ☀️ 17 °C

      Vor etwa zwei Jahren haben wir den Film „North of the sun“ auf einer DVD der European Outdoor Filmtour gesehen. Darin geht es um zwei junge Norweger, die beschlossen haben den dunklen und kalten Winter an einem einsamen norwegischen Strand zu verbringen. Mitgebracht haben sie nicht viel, eigentlich nur ihre Surfbretter. In den ersten Wochen, in denen sie noch relativ viel Sonnenlicht hatten, haben sie sich aus dem angeschwemmten Müll eine Hütte gebaut. In diese haben sie sogar einen Ofen integriert, der ihnen in dem eisigen Winter, in dem kaum noch Sonne zu sehen war, Wärme spendete. Tagsüber machten sie nicht viel außer zu surfen und angeschwemmten Müll zu sammeln. Um sich mit Nahrung zu versorgen haben sie alle paar Wochen die 2 km lange Wanderung vom Strand über einen Berg bis zum Auto auf sich genommen, mit dem sie dann in den nächsten Supermarkt fahren konnten.
      Auch wir haben heute diesen Weg auf uns genommen, um an den Strand zu gelangen an dem diese beiden Männer vor einigen Jahren gelebt haben. Zum Teil überbrückten Holzplanken den matschigen Weg, zum Großteil mussten wir jedoch über eine Steinwiese wandern/klettern. Gelohnt hat sich die Wanderung aber in jedem Fall, denn sie bot viele tolle Ausblicke und führte uns zum Schluss sogar in die Hütte der beiden Surfer. Da wir die Geschichte dahinter wie gesagt schon kannten, war es für uns eine ganz besondere Ehre einzutreten. Die Hütte sah noch immer sehr bewohnt aus und die vielen Kritzeleien, Fotos und Briefe an der Wand verrieten uns, dass auch nach den beiden Surfern noch einige junge Menschen die Hütte als Unterschlupf genutzt haben (ein Paar sogar für ihre Hochzeitsnacht, was wir etwas sonderbar fanden). 😊
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    • Day 16

      Die Bucht von Kvalvika

      August 1, 2020 in Norway ⋅ ⛅ 15 °C

      Heute möchte die Familie zur Bucht von Kvalvika wandern und der Volvo soll einen Ruhetag bekommen, hat er uns doch bisher geduldig durch‘s Ländle gebracht.
      Ich begleite Doro und die Kinder bis zum Einstieg in die Bergwand und kehre dann wieder um und erlaufe mir die Umgebung an der Westseite unseres Campingplatzes. Etwas sinnlos, da immer hin und zurück aber immerhin reichlich 10 km und wieder ein paar schöne Bilder.
      Und wie der Zufall es will, erspähe ich das Münchner „Militär-Mobil“ vom Hafen in Kiel, dem unser Campingplatz wohl doch nicht zusagte.
      Eine Stunde nach mir kommt auch der Rest der Familie zurück. Zur Bucht sind die drei nicht abgestiegen, aber Doro hat die Gelegenheit genutzt, den Ryten (543 m) zu besteigen, von dem sich die Bucht in südlicher Richtung wohl fotogen zeigt. Das letzte Bild ist von Ihr gepumpt 😉.
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    You might also know this place by the following names:

    Sand

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