Peru
Nevado Salcantay

Discover travel destinations of travelers writing a travel journal on FindPenguins.

22 travelers at this place

  • Day61

    Teil 1: Mit Coca-Blättern auf 5'300 MüM

    March 2 in Peru ⋅ ☁️ 9 °C

    Die Fahrt mit dem Nachtbus ist ein einziges Gerüttel. Obwohl wir das erste Mal einen 160-Grad-Sitz buchen konnten, also theoretisch waagrecht liegen können, ist es schwierig, zu schlafen, wenn der Bus derart hin- und herschaukelt und dazu noch ständig Schlaglöcher trifft. Wenn wir zusätzlich noch daran denken, wie der Buschauffeur über die schmalen Strassen rast, wird uns fast Angst und bang. Dementsprechend gerädert erreichen wir am Morgen Cusco. Die Stadt macht einen schönen ersten Eindruck. Sie ist umgeben von grünen Hügeln und besteht aus vielen weissen Kolonialgebäuden mit farbigen Balkonen aus Holz. Im kleinen, etwas kalten Hotel Casa Arcopunku mit dafür sehr zuvorkommenden und freundlichen Hotelangestellten trinken wir einen Coca-Tee und erholen uns vor der Nacht.

    Cusco ist eine sehr touristische Stadt, aber wir haben es uns viel ungemütlicher vorgestellt. Die Einwohner sind, obwohl sie von uns Touristen überrannt werden, sehr hilfsbereit und offen. Und wir finden ausgezeichnete Restaurants vor. Die peruanischen Speisen sind frisch zubereitet, innovativ und auch für die Vegetarier unter uns ist etwas Leckeres dabei. Ein Highlight ist etwa der Green Point. Die Tische befinden sich in einem herzigen Garten und die Auswahl an veganen Gerichten ist gewaltig.

    Auf einer Free Walking-Tour erfahren wir viel über die Inkas. Cusco, die Hauptstadt des Inkareichs, wurde um 1200 gegründet. Auf Quechua bedeutet «Qusqu» etwa so viel wie «Nabel der Welt» oder «Mitte der Erde». Von dort aus herrschten die Inka fast 350 Jahre über ein Gebiet, das sich von Kolumbien bis nach Chile erstreckt. Ihre Hegemonie im westlichen Südamerika wurde mit der Ankunft der Spanier im Jahre 1532 rapide beendet. Leider haben die Spanier kurz nach ihrer Ankunft die ursprüngliche Inka-Stadt beinahe völlig zerstört. Ein Grossteil dieses Inka-Erbes ist für immer verloren. Immerhin ist auch das von den Spaniern erbaute «Cusco 2.0» eine sehr schöne Stadt.

    Am zweiten Abend in Cusco traben wir beim Tourenanbieter zum Briefing für unsere fünftägige Wanderung Richtung Machu Picchu an, nicht ohne eine gewisse Spannung: Eine Woche zuvor hat sich beim Berg Salkantay ein riesiges Stück des Gletschers gelöst, der in den See fiel und eine Überschwemmung auslöste. Dabei wurden 15 Dörfer zum Teil völlig zerstört, mehrere Menschen ertranken. Auch ein Camp auf unserer geplanten Wanderung wurde verwüstet. Die Agentur schlägt uns daher eine Alternativroute vor, die ebenfalls vielversprechend klingt. Nun sehen wir auch erstmals unsere Gruppe: Vier weitere Pärchen, welche einen sympathischen Eindruck machen. Und zu unserer Überraschung sitzen auch Kayla und Tom, welche wir auf der Isla del Sol getroffen haben, im Raum, wo wir die Informationen und Instruktionen erhalten. Nach dem Briefing decken wir uns mit Wanderstöcken, Regenponcho und Proviant ein, gehen Essen und dann früh ins Bett.

    Am nächsten Morgen ist um halb 3 Uhr Tagwache. Naja, wir sind es uns auf der Reise allmählich gewohnt, frühmorgens aus den Federn zu kommen. Mit einem Minibus werden wir durch das erstaunlich belebte Cusco chauffiert, wo noch zig Nachtschwärmer herumtorkeln. Wir werden über unzählige Kurven ins kleine Dörfchen Mollepata gebracht, wo wir frühstücken können. Danach geht es los mit unserer Wanderung. Wir befinden uns bereits auf über 3’000 Metern über Meer und müssen entsprechend schwer atmen, obwohl es nicht allzu steil bergaufwärts geht. Unser Guide Julio klärt uns über viele Pflanzenarten und deren Verwendung in der Heilkunde auf. Nach kurzer Wegstrecke ist leider schon «Poncho-Time» und wir schlüpfen in unsere Regenjacken. Der Pfad wird allmählich flacher und wir erreichen um die Mittagszeit bereits Soraypampa. Hier verbringen wir unsere erste Nacht in sogenannten Sky Domes. Das sind kleine Behausungen mit Glaskuppeln, durch die man den Sternenhimmel sehen kann. Oder könnte. Denn während unseres Aufenthalts ist der Himmel wolkenverhangen.

    Im «Base Camp» sind noch zwei andere Gruppen à zehn Teilnehmern und der Lärmpegel im Aufenthaltsraum überschreitet bald die ertragbare Dezibelgrenze, die noch Gespräche in vernünftiger Lautstärke erlauben würde. Es kommt so etwas wie Lagerstimmung auf, während wir von unseren Köchen ein erstes Mal verwöhnt werden. Jede Gruppe hat einen Koch, einen Assistenzkoch und einen Pferdeführer dabei. Glücklicherweise schleppen die Pferde unser Gepäck, während wir nur den Tagesrucksack selbst tragen müssen. Das ist Luxus, denn während wir in den ersten Tagen vor allem warme Kleider brauchen, wird es an Tag 4 und 5 richtig heiss. So sind wir froh über etwas mehr Auswahl.

    Nach dem Zmittag steigen wir zum Humantay Lake auf über 4‘000 Metern über Meer auf. Was wir noch nicht wissen: Die rund einstündige Wanderung dahin bietet uns lediglich einen Vorgeschmack auf den kommenden Tag. Die Höhe macht allen zu schaffen. Zwar kennen wir die Kurzatmigkeit schon von Bolivien, aber diese Anstrengung entpuppt sich doch als etwas Neues für uns. Immer wieder legen wir kurze Zwischenstopps ein. Die Landschaft finden wir sehr reizvoll. Zu Beginn wandern wir an vielen Pferden vorbei, gehen weiter über einen kleinen Bach, bis wir auf schmalen Pfaden schliesslich den schönen Gletschersee erreichen. Wir wähnen uns hier mal wieder fast etwas in den Schweizer Alpen. Leider verdecken die Wolken den Blick auf die Berge und die Gipfel erkennen wir nur schemenhaft. Der Abstieg gestaltet sich nachher viel weniger Kräfte zehrend. Um 5 Uhr gibt’s zurück im Camp bereits die Tea-Time. Etwas, an das wir uns gewöhnen könnten: Es werden Popcorn, Guetzli (für alle Leser aus Muotathal: Das sind Chräpfäli) und Tee kredenzt. Wir tauschen uns mit den anderen Reisenden aus und die Zeit vergeht im Nu. Bald ist Essenszeit und die Küche überrascht uns erneut mit einem wunderbaren und reichhaltigen Mahl. Zum Dessert flambiert unser Koch sogar Bananen am Tisch.

    Um halb 5 Uhr heisst es anderntags Tagwach. Aus Versehen haben wir den Wecker gar eine Stunde zu früh gestellt. Wir bemerken den Fauxpas erst nach einer guten halben Stunde. Die überpünktlichen Schweizer versuchen daher bis fünf Uhr noch etwas zu dösen. Unser Guide stellt allen einen Coca-Tee vor die Behausung. Wir frühstücken und beobachten, wie draussen die Pferde gesattelt werden. Danach starten wir in den strengsten Tag der Tour. Dieses Mal erwartet uns ein steiler Weg. Guide Julio händigt uns immer wieder getrocknete Coca-Blätter aus, welche wir zu Beginn mit einer gewissen Skepsis kauen. Bisher haben wir die Coca-Blätter nur in Teeform konsumiert. Die Blätter sollen dabei helfen, dass das Blut den Sauerstoff besser aufnehmen kann. Wir haben mit der Zeit auch tatsächlich den Eindruck, dass es uns hilft. Nicht alle in der Gruppe haben gleich viel Mühe mit der Höhe. Während dem Muotathaler unter uns die Höhe weniger zusetzt, hat die Luzernerin mehr zu kämpfen und muss alle paar Meter kurz anhalten, um richtig atmen zu können. Die eindrückliche Landschaft kompensiert für die Strapazen. Wir wandern über kleine Bäche, schöne Ebenen und steile Pfade. Im Hintergrund sehen wir immer den schneebedeckten Salkantay, übersetzt der wilde Berg. Er ist mit 6’271 Metern der höchste Berg der peruanischen Anden. Er beherbergt einen grossen Gletscher, der jedoch jedes Jahr beträchtlich schrumpft. Während unserer Wanderung hören und sehen wir immer wieder, wie Teile des Salkantay-Gletschers abbrechen. Wir merken, wie die Gletscher-Abbrüche Julio jedes Mal schmerzen. «Der Berg weint», meint er. Julio, dessen Muttersprache Quechua ist, pflegt auch heute noch die Riten aus der Inkazeit und ehrt aus diesem Grund Apu, den «Herr Berg» und Pachamama, die «Mutter Erde», sowie den Sonnengott Inti, aus dem Quechua übersetzt «Vater Sonne».

    Doch zurück zur Wanderung: Das Mittagessen nehmen wir bei der Pampa Japonesa zu uns. Die Ebene wurde zu Ehren von japanischen Bergsteigern so genannt. Diese wurden beim Versuch, den Salkantay zu bezwingen, von einer Lawine erfasst und kamen so zu Tode. Obwohl das Essen unserer Koch-Crew wieder lecker und abwechslungsreich ist, halten wir uns zurück. Denn wir wissen: Der höchste Punkt der Wanderung kommt erst noch. Nach dem Essen geniessen wir einen Muña-Tee, der ebenfalls gegen die Höhenkrankheit helfen soll. Und überraschenderweise geht es nach der Mittagspause wirklich besser. In knapp 30 Minuten sind wir auf rund 5’370 Metern über Meer, dem höchsten Punkt unseres Mehrtägers. Ein unbeschreiblich erhabenes Gefühl, von hier oben über die eindrückliche Landschaft mit ihren verschiedenen Seen zu blicken. Wir beobachten von hier auch, wie der Tross an Pferden an uns vorbeizieht. Den Tieren scheint die Höhe deutlich weniger zuzusetzen als uns. Nach ein paar Fotos beginnt der Abstieg. Runter geht es für uns halb rennend, um unsere Gelenke zu schonen. Der Rest des Tages fühlt sich dann eher wie ein gemütliches Auslaufen an, bis wir am späteren Nachmittag unser Nachtlager erreichen. Diese Nacht verbringen wir im Zelt, sanitäre Anlagen gibt es nicht. Dafür einen eiskalten Bach, wo wir uns etwas erfrischen können. Nach einem feinen Abendessen fallen wir bereits kurz nach acht Uhr erschöpft in einen tiefen Schlaf.
    Read more

  • Day19

    Salkantay-Trek Tag 1

    September 5, 2018 in Peru ⋅ ☀️ 12 °C

    Heute beginnt mein 6-tägiger Salkantay-Trek (S/613 = 158€)! 4:45 Uhr holt mich Jesus am Hostel ab und wir laufen zum Plaza San Francisco, wo der Bus schon wartet. 5:15 Uhr sind endlich alle eingesammelt und wir fahren los. Ich mache die Augen zu und wache erst wieder bei der Ankunft 7:30 Uhr in Mollepata auf, hier gibt es leckeres Frühstück, das Gepäck wird gewogen (man darf 5kg pro Person an die Pferde abgeben - darunter war mein Schlafsack, Handtuch, Waschzeig und meine Merinounterwäsche für die Nacht), die Gruppen werden eingeteilt und den Guides zugewiesen - mein Team setzte sich aus 15 Leuten zusammen (3 Schweizer, 3 Deutsche, 1 Belgierin, 3 Engländer, 2 Canadierinnen, 1 Argentinier, 1 aus Urugay, 1 Californier) und unsere Guides waren Jesus und Jaime.
    10:00 Uhr starten wir unseren Trek in Challacancha auf 3400m. 13 Uhr erreichen wir unser Camp für heute - Soraypampa auf 3900m und es gibt Mittag (Quinoasuppe, Rind mit Kartoffeln und Gemüse). 14 Uhr starten wir von hier aus den Aufstieg zum Lake Humantay (4220m). Es geht steil bergauf und wir kommen gut ins Schwitzen. Der See ist wunderschön - türkisblau vor dem schneebedeckten Humantay! Als wir wieder im Camp eintrudelten um 17 Uhr riecht es schon nach Popcorn und heißer Schokolade! Unser Kochteam ist echt der Hammer! Dann wird gequatscht, das Zelt für die Nacht vorbereitet, Karten gespielt und sich untereinander ausgetauscht. 19 Uhr Dinner (wieder eine Suppe, Hühnchen). Danach kuschel ich mich müde in meinen Schlafsack, es ist arschkalt! MINUS 7°C!!!! Es wird eine furchtbare Nacht und ich mache fast kein Auge zu, weil mir soooo kalt ist.

    1. Tag: 12km, 1300 Höhenmeter
    Read more

  • Day5

    Salkantay Trek: día uno

    July 14, 2017 in Peru ⋅ ☀️ 24 °C

    Heute bin ich mit meinem ersten Abenteuer gestartet! 🙈
    Dem Salkantay Trek!
    Dieser dauert 5 Tage, über 4600m über dem Meer und endet in Machupicchu.😀

    Ich bin gespannt wie gut ich die Höhe wegstecke.
    Jetzt gerade nach dem ersten Tag hab ich nur mit Kopfweh zu kämpfen.

    Ich hoffe ihr feiert schön in Probstried und trinkt einen auf mich 😋

    Grüße aus dem ersten Camp.
    Read more

  • Day30

    "Caserío Wayramachay"

    March 1, 2015 in Peru ⋅ ⛅ 6 °C

    Fra toppen av "Abra salkantay" til første camping plass, var det å gå tre timer nedover, her brukte vi 2 og en halv time. Selve turen nedover var luksus for min del, jeg likte dette mye bedre en å gå oppover ?. Her ble det ingen pause stopp men vi kunne gå i den tempoet vi vile. Da vi var fremme på plassen vi skule campe "Caserío Wayramachay" følte jeg meg ikke så bra så da var det bare å ta seg en høyde tablett og ibux. Vi la oss for å slappe av i en times tid. Da vi våknet så var det middag, og kokken vi har er super flink til å lage mat. Etter maten så var Kl blitt 8 og var da meg og Maria gikk å la oss ? vi var døds sliten og trøtt og trengte søvnen siden vi måte opp Kl 5.Read more

  • Day53

    Salkantay-Trek

    October 27, 2016 in Peru ⋅ ⛅ 20 °C

    Auf zu Machu Picchu! Atemberaubend schöne Landschaft - türkisblauer, glasklarer Gletschersee, eisiger Wind auf 4600 m, ab der dritten Nacht wärmer und dschungelartig. Highlight des Tages: Popcorn und heiße Schokolade am Nachmittag. Viele tiefgründige Gespräche, interessante Lebensgeschichten, wunderbares Gemeinschaftsgefühl.Read more

  • Day13

    Salkantay-Trek Tag 2

    October 7, 2018 in Peru ⋅ ☁️ 11 °C

    Der längste und schwierigste Tag. Hoch bis auf 4650m und dann Abstieg zum nächsten Camping-Platz auf 2900m. Für mich war es leichter als gedacht (lag bestimmt am morgendlichen Coca-Tee against altitude sickness), ich hab die Höhe nur daran gemerkt, dass ich ein bisschen schwerer geatmet hab, als sonst. Oben war es leider bewölkt und es hat angefangen zu Schneeregnen, deshalb konnten wir leider den Salkantay nur erahnen. War trotzdem ein tolles Gefühl! Die Guides sind super, wissen viel über Flora, Fauna und Geschichtliches zu erzählen. Wir sind eine gemischte Truppe mit sämtlichen Nationen und jeder schaut nach jedem.Read more

You might also know this place by the following names:

Nevado Salcantay

Join us:

FindPenguins for iOSFindPenguins for Android

Sign up now