San Pedros Norden
24 de junio de 2023, Chile ⋅ ☀️ 16 °C
Im Norden von San Pedro sind die Geysers del Tatio. Man sollte sehr früh dort sein um das Naturschauspiel zu erleben. Doch die Strasse hat Baustellen und ist zeitweise mit üblen Wellpistenschotter gespickt. Nichts für mich hier im dunklen zu fahren. Und mittlerweile ist schon später Vormittag als ich an diesem Morgen losfahre. Erster Halt ist der Cañon de Guatin. Am Eingang zur Schlucht stehen grosse Kakteen. Deshalb nennt man diesen Ort auch Valle de los Cactus. Eine Wanderung anfangs durch den Canon und dann ein Blick von oben in den Canon. Weiter geht es zu mehreren Miradoren bis zur Laguna Flamingos. Doch die sind bereits im Wochenendfieber und fast alle sind abgereist. Aber Vicunas und andere Wasservögel sind hier geblieben und zeigen bereitwillig ihr Antlitz. Vorbei am Miniort Machuca geht es bis Vado Rio Putano. Genug für heute, ich drehe um. Noch ein Stopp am Termas Bajas in Guatin. In dieser dicht bewachsenen Schlucht fließt das Wasser der Puritama Thermalquelle ab. Es ist Samstag und Zeit für ein Bad. Freie Stelle finden und rein in das lauwarme Wasser. Anschließend geht es zurück nach San Pedro. Bei einem Bierchen im Ort lasse ich den Tag ausklingen.Leer más
Ab in die Wüste
25 de junio de 2023, Chile ⋅ ☀️ 19 °C
Blue und ich sind hier in San Pedro de Atacama. Ein kleiner Ort in ca. 2500 m Höhe und in der trockensten Wüste der Welt wenn man einmal von den Polarkappen absieht. Die Strassen sind unbefestigt und es sind Lehmhäuser die hier die kleinen Gassen bilden. Gefühlt ist ein Drittel des Ortes Tourveranstalter. Egal ob zum Valle de la Luna oder nach Uyuni Bolivien. Zu den Geysiren oder um in den Himmel zu schauen. Es wird alles angeboten. Hier in der Atacama Wüste hat man den klarsten Himmel. Deshalb gibt es hier auch die meisten Observatarien. Und fast alles kostet Geld. Da kann der Touri tief in die Tasche greifen und Omis Sparstrumpf gleich mit plündern wenn er alles erleben möchte. Und wenn er nicht aufpasst schaut er Sternenhimmel mit dem Veranstalter durch ein Fernglas in der Wüste und nicht im Observatarium. Dabei muss er sich warm anziehen, denn die Nächte sind kalt. Hier herrschen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht die bis zu 20 Grad reichen. Wie dem auch sei, mein Zimmer im Hostel hat auch keine Heizung und Nachts ist es kalt in der Bude. Doch bevor es ab in die Wüste geht wird erst noch eine Runde geschraubt. Der andere Zusatzscheinwerfer funktioniert nicht mehr und das Glas ist gebrochen. Die Halterungen der Seitenbox müssen gerichtet werden. Und einige Standardpflegearbeiten stehen heute morgen an. Noch ein letzter Gang in den Ort. Den Nachmittag nutze ich für die grobe Planung meiner Reise. Bevor es nach Bolivien oder Peru geht wird es Zeit die Reifen zu wechseln. In Chile zwar richtig teuer aber die Chance Markenreifen zu bekommen ist hier größer. So vergeht die Zeit im Flug und es wird Zeit zu gehen. Nochmal Richtung Mondtal aber diesmal zum "Magic Bus". Die Entfernung ist kurz aber mal wieder ziemlich holprig. So geht es langsamer als erwartet und es wird bereits schummrig. Ich bin nicht allein. Auch andere sind an diesem Ort zum Fotoshooting. So baue ich mein Zelt auf und Blue wird nebenbei auch als Statist zum Shooting gebucht. Unverhoffte Überraschung. Ich bekomme zwei Flaschen Bier überreicht als Nachtproviant. Und dann bin ich allein und dem Sternenhimmel mit Millionen von Sternen. Absolute Stille. Man hört kein Wind und keine Tiere oder sonstiges Zirpen. Der Ort wird vom zunehmenden Mond erhellt. Eine imposantes Gefühl das mich hier erfüllt. Nur den Himmel mit einer Handykamera zu fotografieren ist unmöglich und trübt meine Stimmung. Zum Glück geht es mit der GoPro. Nicht perfekt aber ich habe ja Zeit die beste Einstellung zu finden. In der Nacht hat der Mond seinen Dienst getan und nur die Sterne leuchten noch. Luftmatratze und Schlafsack bestätigen mir eine gute Wahl getroffen zu haben. Mit dem Gefühl im Einklang mit der Welt und dem grenzenlose Universum zu sein verbringe ich diese Nacht in der Atacamawüste.Leer más
Barbara und Sebastian
26 de junio de 2023, Chile ⋅ ☀️ 22 °C
Ohne Hahnenschrei in dieser Stille und bevor die Sonne aufgeht bin ich schon aufgestanden. Rechtzeitig, denn kurz danach erscheint die Sonne am Horizont. Ich habe das Szenario exklusiv für mich allein. Fotos bei aufgehender Sonne. Und als die ersten Frühaufsteher hier aufschlagen bin ich fertig. Ich verlasse San Pedro de Atacama und fahre vorbei an Windrädern und Photovoltaikfarmen nach Calama.
Es war Mitte Januar in Manifuales an einer Tankstelle. Auf der Carretera Austral traf ich Barbara und Sebastian aus Calama. Es war eine kurze Begegnung aber man bot mir Hilfe an wenn ich in den Norden kommen würde. Und tatsächlich kann ich Unterstützung bei der Beschaffung neuer Reifen gebrauchen. Ich hatte Sebastian bereits vor einiger Zeit kontaktiert. Noch schnell tanken und einkaufen und dann treffe ich die beiden wieder. Sie holen mich ab und laden mich zum Essen in ihre Wohnung ein. Es ist Sebastian der ausgezeichnet kochen kann und Hausmannskost serviert. Nicht nur das, man richtet für mich das Gästezimmer her. Ich bin eingeladen zu bleiben. Wow, ich bin völlig überrascht. Barbara spricht fließend Englisch. Sebastian etwas. So ist es Barbara die dolmetscht. Ein kleiner Spaziergang in die Umgebung und abends geht es nach Chiu Chiu zum Tee. Ein Treffpunkt der Stadtbewohner und Motorradfahrer. Dabei lerne ich Carlos und seine Frau Claudia kennen. Motorradfahrer. Er fährt eine Aprillia dabei ist sein Erscheinungsbild eines Harleyfahrer würdig. Hier gibt es regionale Köstlichkeiten. Unter anderem eine Art Kakao die mich an Weihnachten erinnern lässt. Wir sprechen über Motorradfahren und Reifen. Es geht zurück zur Wohnung. Aus dem 6. Stock hat man einen Blick über die Stadt. Für morgen sind wir verabredet um bei den Motorradhändlern in der Stadt nach Reifen zu schauen.Leer más

ViajeroHallo Dieter da hast du wieder Glück die Leute wiederzusehen wo man sich mit unterhalten kann und auch Hilfe in Anspruch nehmen könnte die Bilder sehen aus wie in der Wüste und es ist wohl etwas wärmer bei dir geworden ? Weiter viel Spaß und Glück das gilt auch für dein Moped bis bald
Once - Elf
27 de junio de 2023, Chile ⋅ ☀️ 25 °C
Nach dem Frühstück geht es erstmal los, um in den Motorradshops hier passende Reifen zu finden. Wir sind auch mit Carlos verabredet. Um 11 Uhr. Die Bedeutung und eine Verabredung Once bzw. 11 ist genauso verlässlich als ob man keine Uhrzeit abmacht. Südamerikanischen Humor. Im ersten Shop gibt es Reifen sogar die von mir bevorzugten sind als Vorderreifen vorhanden. OK, Bj. 2015. Carlos kommt dazu. Der Reifen ist gut gelagert worden. Aber man hat kein Hinterreifen. Ab zum nächsten. Auch hier sind wir nicht wirklich erfolgreich. Man will sich melden ob Reifen geordert werden können. Da Sebastian heute Nachmittag Patienten hat verbringen Carlos und ich den Nachmittag in seiner Garage. Mal wieder haben sich Schrauben der Verkleidung gelöst und sich verabschiedet. Risse in der Verkleidung. Alles klappert. Genug Arbeit. Die Risse im Kunststoff werden verschweißt. Es wird geklebt und improvisiert. Zum Abschluß hat er noch Zusatzscheinwerfer für mich die er nicht mehr braucht. Passend zum anderen Zusatzscheinwerfer. Ein Ersatzscheinwerfer wandert in mein Ersatzteillager. Wir sind gerade fertig als Sebastian mich abholt. Da er auch in der Feuerwehr ist werden wir die Jungs mal besuchen. Während wir bei Kaffee und Stulle plaudern holt er Barbara ab. Anschließend geht es zum Kulturzentrum. Sebastian ist Schwarzgurtträger und gibt hier Unterricht in Karate. Die Jüngste ist 6 Jahre alt. Der Älteste 14 Jahre. Alle sind mit Eifer dabei. Später in der Wohnung sehen wir die Jungs der Feuerwehr bei einer Einsatzfahrt.Leer más
Dentist
28 de junio de 2023, Chile ⋅ ☀️ 26 °C
An diesem Morgen gibt es einen Notfall in der Praxis. Sebastian ist Zahnarzt und so fahre ich gleich mal mit und lasse mir zum Freundschaftspreis die Zähne checken. Tatsächlich gibt es eine Kleinigkeit zu tun. Mal sehen ob man mir das später im Bonusheft honoriert. Aber Reifen habe ich immer noch nicht. OK, dann werden diese Online bestellt. MercadoLibre oder Amazon auf chilenisch. Wir werden fündig. Man wird die Reifen von Santiago nach Antofagasta schicken. Dort gibt es eine Werkstatt der die Reifen auch auswuchtet. Da es mit dem bezahlen online nicht funktioniert übernimmt Sebastian die Bezahlumg und ich überweise per WISE auf sein Konto. Eine kostengünstige Bezahlmethode. Und so vergeht der Nachmittag mit Männergespräche. Am Abend noch eine Tour durch die Stadt. Später kommen Carlos und Familie zum Pizzaessen. Carlos ist Fan der Vmax. Ein Tattoo auf dem Arm unterstreicht das. Und der jüngste Sprößling von 6 Monaten heißt Viktor Max. Auch beim Pizza backen im eigenen Pizzaofen zeigt Sebastian Talent sie schmecken wirklich Top. Der Versand der Reifen dauert 3 Tage, so habe ich noch Zeit um den Norden von Chile zu erkunden. Morgen geht es weiter.Leer más

ViajeroHallo Dieter da hast du wieder Glück mit deinen Bekannten sogar mit einen Zahnarzt für die Inspektion für deine knabberleiste dann viel Vergnügen bist der Reifen da ist hier heute Sturm und Regen inclusive Unwetter Warnung bei 15 grad dafür zum Wochenende 30 grad aber an diese extremen Schwankungen haben wir uns ja schon gewöhnt alles gute für die nächsten Tage

ViajeroHallo Dieter erstmal wieder danke für die letzten tollen Bilder in der Würste. Was ist die Welt schön man muss sie nur erkunden. Und ich glaube du hast mit dem Glück einen Vertrag gemacht. Mach weiter so. Ich drücke dir die Daumen. Liebe Grüsse aus Holte bei starken Sturm🫶
Die Glocke
29 de junio de 2023, Chile ⋅ ☀️ 25 °C
Es ist soweit. Nach dem Frühstück verabschieden wir uns in der Tiefgarage. Zum Abschied bekomme ich eine Glocke geschenkt. Im Reich der Mythen und Legenden gibt es eine längere Geschichte über den Ursprung dieser Tradition. Ein Biker mit einer Klingel an seinem Motorrad ist mit dem Wichtigsten im Leben gesegnet : „Die Freundschaft eines anderen Bikers auf der Straße.“
Wenn man sich eine Glocke kauft, funktioniert die Magie zwar, allerdings nur mit einem Bruchteil ihrer Kapazität. Es ist wichtig, dass ein Freund es einem schenkt. Dies gibt zusätzliche Sicherheit auf allen Reisen und hält böses fern.
So verlasse ich Calama mit einem sehr guten Gefühl der Freundschaft. Es ist eine Fahrt durch die Wüste die wenig Abwechslung bietet. Geoglyphen sind zu sehen. Photovoltaikanlagen, Windräder und sehr viele LKW. Und ein Kontrollststion um das Fahrzeug zu registrieren. Ich entscheide mich diesmal für das Campen. Ein offizieller Campingpatz ist geschlossen. Etwas weiter finde ich einen ehemaligen Campingplatz im Pampa del Tamarugal Park. Tamarugo Bäume wachsen hier. Man sagt sie brauchen 1000 Jahre bis sie zum ersten Mal Früchte tragen. Das Tor ist auf. In der ehemaligen Küche schlagen Blue und ich unser Quartier auf. Wir sind ungestört und allein und genießen den Nachthimmel.Leer más

ViajeroHallo Dieter dann wollen wir hoffen das die Glocke dir auch Glück bringt hauptsächlich bei heiklen setuationen wenn die kommen sollten besser wenn es davon keine gibt bis bald
Mythos Glocke
29 de junio de 2023, Chile ⋅ ☀️ 27 °C
Nun, da ich jetzt erfahren haben, dass es diesen Brauch auch unter den Harley Fahrern gibt, werde ich die Geschichte dazu auch hier niederschreiben. Vielen Dank an Sigi und Andy.
Ich bekam die Legende auf spanisch und werde sie von Google übersetzen lassen.
LEGENDE DER GLOCKE
Diese Welt ist voller Mythen und Legenden, deshalb werde ich Ihnen dieses Mal diese Legende hinterlassen. Dies erzählt die Geschichte der Bedeutung der Glocken, die wir oft auf einigen Motorrädern (wie dem von Penny) finden können. Die Geschichte läuft mehr oder weniger so ab, obwohl es im Laufe der Geschichte unterschiedliche Ursprünge und Verzerrungen gibt, ist das Schicksal dieser Glocke im Grunde genommen wechselhaft Betreuung seines Besitzers unterwegs.
Vor vielen Jahren, in einer kalten Dezembernacht, kehrte ein alter Motorradfahrer von einer langen Fahrt zurück, mit Satteltaschen voller Spielzeug und anderen Kleinigkeiten, die er für die Kinder einer Gruppe in seinem Haus in der Nähe seines Arbeitsplatzes gekauft hatte.
Während er an diesem Abend fuhr, dachte er darüber nach, wie glücklich er sich an diesem Punkt seines Lebens schätzen konnte, einen treuen „Begleiter“ wie sein Fahrrad zu haben, der sein Bedürfnis verstand, auf der Straße unterwegs zu sein, und seinen alten Topf, der nicht ein einziges Mal in die Straße gefallen war Vergangenheit. Viele Jahre hatten sie die Straße mit ihm geteilt.
Etwa 70 Kilometer nördlich der mexikanischen Grenze lauerte eine kleine Gruppe „Duendes“, bekannt als „DUENDES DEL CAMINO“.
Sie wissen es doch schon, nicht wahr? Sie haben gesehen, dass es auf der Straße Hindernisse gibt, wie Schlaglöcher, Stöcke und Teile alter Reifen oder Nägel, von Motorradfahrern gefürchtete Gegenstände und viele andere Gegenstände, die das Rollen eines Motorrads beeinflussen, wie z sowie die „GOBBIES“ DEL CAMINO“ nutzen sie aus, um sich über ihre bösen Taten zu freuen.
Nun, dieser einsame alte Biker kam im Mondlicht um eine Kurve und die Kobolde überfielen ihn, wodurch er auf den Asphalt krachte und in der Schleuder – bevor er zum Stehen kam – eine seiner Satteltaschen kaputt ging.
Er lag da und konnte sich nicht bewegen, als die Straßenkobolde sich ihm näherten. Der Biker wollte nicht aufgeben und begann, die Gegenstände, die er in seinen Satteltaschen mitgebracht hatte, auf sie zu werfen, während die Kobolde immer näher kamen. Schließlich hatte er nichts mehr zum Werfen, aber er hatte eine Glocke und begann damit zu läuten, in der Hoffnung, die bösen kleinen Kobolde zu verscheuchen.
Ungefähr 50 Meter entfernt, beim Zelten in der Wüste, saßen zwei Biker am Lagerfeuer und unterhielten sich über ihren Radtag und die Freiheit, die sie empfanden, als ihnen der Wind ins Gesicht wehte, als sie durch das weitläufige Land fuhren.
In der Stille der Nachtluft hörten sie ein Geräusch, das dem von Kirchenglocken ähnelte, und waren bereit, der Sache nachzugehen, und gingen dorthin, wo das Geräusch herkam. Sie fanden den alten Motorradfahrer am Straßenrand, während die „Kobolde“ ihr Ding erledigten, und fuhren fort, die „Kobolde“ davon abzubringen, bis der letzte in der Nacht verschwand.
Aus Dankbarkeit gegenüber den Bikern bot der alte „Straßenwolf“ an, sie für ihre Hilfe zu bezahlen, doch wie alle echten Biker lehnten sie jede Art von Bezahlung ab. Da er kein Fan davon war, eine edle Tat unbemerkt zu lassen, schnitt der alte Biker zwei Lederstücke aus seinen Satteltaschen und befestigte an jedem eine Glocke. Anschließend platzierte er sie auf jedem der Motorräder, so nah wie möglich am Boden.
Der müde alte Straßenkrieger sagte zu den beiden Reisenden: „Mit diesen Glocken an Ihren Fahrrädern sind Sie vor den ‚Straßenkobolden‘ geschützt, und wann immer Sie es eilig haben, klingeln Sie, und ein Mitradfahrer fährt auf Ihrem Rücken mit. Hilfe.“ ".
Wenn Sie also einen Biker mit einer Klingel an seinem Motorrad sehen, wissen Sie, dass er mit dem Wichtigsten im Leben gesegnet ist: „Die Freundschaft eines anderen Bikers auf der Straße.“
Man sagt, wenn man sich eine Glocke kauft, funktioniert die Magie zwar, allerdings nur mit einem Bruchteil ihrer Kapazität. Es ist wichtig, dass ein Freund es Ihnen schenkt. Wenn Ihnen also ein erfahrener Reisender die Klingel schenkt, verdoppelt sich die Kraft seiner Glocke. Ein Teil davon kommt von der Kraft der Glocke, die mit der Erfahrung des Reisenden einhergeht, und er gibt sie Ihnen, diese Erfahrung gibt Ihnen zusätzliche Sicherheit auf Ihren Reisen .
Wenn Sie also einen Freund haben, der keine Klingel an seinem Motorrad hat, geben Sie ihm eine und schützen Sie seine Straße. Zu wissen, dass er jemanden hat, der sich um ihn kümmert, ist ein Gefühl, das keinen Namen hat.Leer más
Humberstone die Geisterstadt
30 de junio de 2023, Chile ⋅ ☀️ 27 °C
Humberstone und Santa Laura befinden sich in der Atacama Wüste im Norden Chiles, 47 km vom Hafen von Iquique entfernt. In dieser trockenen Umgebung wurde das größte Salpetervorkommen der Welt industriell verarbeitet um den Dünger Natriumnitrat herzustellen, der die Landwirtschaft verändern sollte. Ab 1872 lebten und arbeiteten 3700 Menschen über 60 Jahre lang in dieser lebensfeindlichen Umgebung. Sie waren hierher in die Pampa gezogen, weil sich hier Geld verdienen ließ, als Pampino, als Arbeiter der Salpetermine Santigao Humberstone. Sie lebten, von der Außenwelt weitgehend isoliert fast wie in einem Ghetto, das eine normale Stadt nachahmte. Als Anfang der 1930er Jahre der Salpetermarkt zusammenbricht, werden viele Arbeiter entlassen. 1961 wird Humberstone geschlossen, da der Absatz von Salpeter immer schwieriger wird. Auch die Santa-Laura Salpeterwerke müssen ihre Tore schließen.
Heute sind diese ehemaligen Salpeterwerke ein chilenisches Nationaldenkmal und seit 2005 Teil des Weltkulturerbes.
Ausserdem diente die Stadt als Drehort für die Folge Willkommen in Humberstone der Fernsehserie "Auf Achse".
Ich bin früh dort und nehme mir die Zeit beide Orte, die ca. 1.5 km entfernt sind zu besichtigen. Man ist so freundlich und lässt Blue innerhalb des Geländes parken.
Alles wirkt besenrein und aufgeräumt. Ob Schule, Kirche, Theater, Häuser, Werkstätten und Produktionsanlagen. Ein ganzer Ort als Museum. Man verliert sich in Gedanken wie das Leben damals war. In Gedenken an Kinder, Eltern, Lehrer und Priester läutete ich 3x die Schulglocke. Beeindruckt von diesen Orten verabschiede ich mich nach Iquique.Leer más
Iquique - 2 Faces
1 de julio de 2023, Chile ⋅ ☀️ 19 °C
Es war gestern Abend schon dunkel geworden als ich endlich eine passende Unterkunft für Blue und mich gefunden habe. Hostel Flight Park Altazor, mal was anderes. Schlafen in umgebaute Container die zu einer mehrstöckigen Wohnanlage aufgestellt wurde. Container und Fliegen, diese beiden Elemente stehen für die 2 Gesichter dieser Stadt.
Die Küstenstadt Iquique am westlichen Rand der Atacama-Wüste ist eines der größten zollfreien Häfen Südamerikas. Im Jahr 2022 kamen hier 44 Millionen Tonnen Kleidung aus Europa, Asien, Nord-, Mittel- und Südamerika an. Inzwischen ist Chile zum weltweit größten Importeur gebrauchter Kleidung geworden und das ist auch in Iquique spürbar.
Nach ihrer Ankunft in Iquique werden die Textilien in vier Qualitätskategorien sortiert: von hochwertig bis schlecht. Die besten Teile werden meist wieder exportiert.
Bekleidung, die nicht mehr tragbar ist, wird mit dem Lastwagen an den Stadtrand von Alto Hospicio gebracht. Hier durchsuchen Händler die Textilhaufen nach Kleidung, die sich in kleinen Geschäften und auf der Straße zu Geld machen lässt. Auf dem La Quebradilla, Chiles größtem Markt unter freiem Himmel, ist die Reihe von über 7.000 Ständen, die Klamotten von der Müllkippe anbieten, fast einen Kilometer lang. Was auf dem Markt nicht verkauft wird, landet in der Wüste, für lange Zeit. Denn viele der Kleidungsstücke bestehen aus synthetischen Materialien, die nicht biologisch abbaubar sind. Oder wird verbrannt.
Nein, ich werde mich nicht auf die Suche nach den Bergen von Abfall machen. War lange genug im Bereich Recycling tätig und hab genug Müll gesehen. Danke Sviatlana, wir waren ein tolles Team im Kampf gegen den Müll.
Ich werde mir heute die Stadt anschauen und vielleicht finde ich noch etwas im ZOFRI. Ein Riesencenter mit hunderten Geschäften.
Danach geht es entlang der Strandpromenade, die sauber und nett wirkt. Und natürlich zum Uhrenturm in der Stadt. Aus dieser Perspektive wirkt Iquique harmlos und in gewisser Weise einladend. Zurück im Hostel lerne ich Guido kennen. Er reist seit 8 Jahren durch die Welt. Gebürtig aus Sindelfingen. Seine Leidenschaft das Gleitschirmfliegen. Und hier ist ein Hotspot und diese Wohnanlage ein Treffpunkt. Und dies ist das zweite Gesicht, welches ich mir morgen anschauen werde.
Ich nutze die Gemeinschaftsküche und bereite Blue auf unsere Weiterreise morgen vor.Leer más

ViajeroHallo Dieter dann viel Glück beim Springen oder dahingleiten um die acht Jahre zu schaffen hast du noch was vor dir das käme dann ja hin bis zum Renteneintrittsalters danach etwas ruhiger und nur in Europa Touren bleib gesund und munter
Versteckspiel
2 de julio de 2023, Chile ⋅ ☀️ 20 °C
Während ich mich abreisefertig mache kommt Guido nochmals vorbei um sich zu verabschieden. Er will in das 550m höher gelegene Alto Hospicio. Hier starten die Gleitschirmflieger. Es ist noch früh und so fahren Blue und ich auch nochmal hoch. Iquique von oben und die Gleitschirmflieger nochmals zusehen. Und hier wird das Dilemma mit dem Müll nochmals mehr als deutlich. Plastik uns Folien wohin man auch schaut. Das ist der Unterschied zwischen dem Norden und dem naturverbundenen Süden Patagoniens. Auch in Argentinien sieht man die Probleme mit dem Plastikmüll.
Ich fahre wieder runter und es geht an diesem Tag über die Ruta 1 Richtung Antofagasta. Ohne große Eile immer der Küste entlang. Auf der einen Seite die Hügelkette auf der anderen das Meer. Einfach nur entspannt durch die Landschaft cruisen. Ich werde Antofagasta heute nicht mehr erreichen. Kein Problem dann wird mal wieder Wildcamping gemacht. Direkt am Meer. Als ich mich endlich entscheide einen Platz zu finden kommt noch eine Baustelle. OK, dann gleich danach. Was man nicht sieht, die Baustelle ist gefühlte 30 oder 40 KM lang. Es wird dunkel und ich fahre immer noch durch die Baustelle hinter Busse und LKW. Endlich ein Ende. Im Dunkeln fahre ich halbblind einen Weg zum Meer. Glück gehabt, perfekte Lage. Es ist kurz vor Vollmond. Im Licht des Mondes und mit Stirnlampe wird das Zelt aufgebaut. Bin gespannt wie es Morgen früh hier aussieht. Geschützt hinter Felsen steht das Nachtquartier. Noch ein Spaziergang im Mondlicht zum Wasser. Auch hier sieht man den Plastikmüll der sich auch entlang der Küste ausbreitet. OK, ab in den Schlafsack. Doch Blue und Zelt haben sich versteckt. Zumindest sind sie nicht mehr da wo sie vorhin standen. Oder ist es ein Experiment a la Schrödingers Katze aus der Quantenphysik? Wie dem auch sei allmählich steigt die Körpertemperatur und die Zweifel werden größer. Rufen bringt jetzt auch nichts. Und wirklich lustig ist es jetzt auch nicht mehr. Blue hat ein einsehen und steht samt Zelt vor mir. Puhhh. Gute Nacht.Leer más
Pit Stop in Antofagasta
3 de julio de 2023, Chile ⋅ ⛅ 17 °C
Es sind noch ca. 70 KM bis Antofagasta. Ich bin gespannt ob meine Reifen schon angekommen sind. Erst mal einen Kaffee an der Tanke. Und dann zum Transportunternehmen Starken. Und ich bin überrascht, denn meine Reifen sind tatsächlich schon da. Vorschriftsmäßig nach südamerikanischen Art und Weise verschnüre ich die Reifen zum Transport. Zur Werkstatt sind es ca. 2 KM. Es ist Mittagspause. OK, geh ich auch auf ein Imbiss. Luis ist mein Mann für die Reifen. Er war schon in Europa gewesen und hat eine Rundtour gemacht. Seine Mutter lebt in der Schweiz. Es gesellen sich noch drei Polizisten dazu. Begrüßung per Handschlag. Es werden Bilder gezeigt. Die Jungs fahren auch BMW als Dienstmaschine. Heute dauert es etwas länger hier, unverrichteter Dinge verabschieden sich die drei. Zum Abschied bekomme ich noch ein Abzeichen geschenkt.
Es wird schon dunkel als die Reifen aufgezogen. ausgewuchtet und montiert sind. Nein, ich bleibe nicht in Antofagasta. Noch ca. 70 KM weiter zum Mano del Desierto. Es ist schon dunkel aber die Straße ist gut. In einer Senke zum Monument stelle ich mein Zelt auf. Mondlicht. Noch eine Nacht in freier Natur. Und wieder ein Sternenhimmel zum genießen.Leer más

Viajero
Aber hallo der Stern zum Greifen nah 😇 was für ein tolles Bild. Faszination pur . Super Aufnahmen und tolle Berichte 😉es gibt noch immer Luft nach oben. Liebe Grüße aus der Heimat und weiterhin alles gute für dich und deiner Blue 🍀🍀👋
Mano del Desierto
4 de julio de 2023, Chile ⋅ ☀️ 26 °C
Wieder eine Nacht unter freiem Mondlichthimmel. Und ein Sternenhimmel der seines gleichen sucht. Zwischendurch waren auch noch andere dagewesen und hatten den Abend hier verbracht. Und auch jetzt war ich nicht allein. LKW-Fahrer mit ihren Trucks wollen genau wie ich den Sonnenaufgang hier am Mano del Desierto erleben. Wieder ein Erlebnis der besonderen Art. Ein Fahrer ist so nett und versorgt mich mit frischem Kaffee und Nüsse. Von hier geht es wieder Richtung Antofagasta und dann zurück nach Calama. Ein paar Schwergewichte kommen mir entgegen. Bis nach Calama ist die Strecke wenig spannend und die Schwertransporte die letzte interessante Abwechslung. Na klar, in Calama bin ich mit Sebastian und Gabriel, einem seiner Feuerwehrkumpel zum Kaffee verabredet. Die beiden haben diese Woche Bereitschaftsdienst. Es ist allmählich später geworden. Kurzerhand organisiert Gabriel eine Unterkunft für mich. Er holt die Erlaubnis vom Feuerwehrchef und ich schlafe heute mit den Jungs im Feuerwehrhaus. Endlich wieder eine heisse Dusche. Dienstbesprechung, gemeinsames Abendessen und Unterhaltung. Mein Eintrag im Gästebuch berührt die Jungs. Nur zum Einsatz in der Nacht muss ich nicht mit. Es gab einen Verkehrsunfall. Meine vorletzte Nacht in Chile. Es wird Zeit neue Länder zu erobern.Leer más

ViajeroHallo Dieter wieder super Bilder und die Hand gottes von Maradona in Vergrößerung und das in Chile ! Auch wieder Glück mit Unterkunft und netten Menschen dann auf zum nächsten Land bis bald
Ollagüe
5 de julio de 2023, Chile ⋅ ☀️ 10 °C
Dienstschluß bei der Feuerwehr. Es ist ein freiwilliger Dienst. Nach und nach verabschiede ich mich von den Leuten. Alle gehen einen Beruf nach. Sebastian und ich frühstücken noch hier. Noch ca. 200 KM bis zum Grenzübergang Ollagüe, da es dort offiziell keine Tankstelle gibt und es bis nach Uyuni nochmals 200 KM sind, werde ich zusätzlich Benzin mitnehmen. Denn die Versorgung mit Benzin in Bolivien hat seine eigenen Gesetze. Wir fahren nochmals gemeinsam zur Motorradwerkstatt. Inspektion für seine Tenere und Reserveöl für Blue. Jetzt heißt es Abschied nehmen. Den Grenzübertritt werde ich heute nicht mehr schaffen. Chile zeigt sich Landschaftlich nochmal von seiner schönsten Seite. Vorbei an Salzpfannen, Vulkane und schneebedeckte Berge. Windkrafträder im Aufbau. Und alles bei schönen Wetter. Kurz vor Ollagüe eine kleiner Ruinenort. Im Schutz eines Hauses stelle ich mein Zelt auf. "Tanken" und Pflegearbeiten. Und diesmal ist der Sternenhimmel noch gewaltiger und eindrucksvoller als bisher. Die ist die letzte Nacht in Chile.Leer más
Bolivien
6 de julio de 2023, Bolivia ⋅ ☀️ 11 °C
Ohne Zwischenfälle verbringe ich die letzte Nacht an diesem ruhigen Ort. Noch fünf Minuten bis zur Grenze. Der Grenzübergang zwischen Chile und Argentinien ist mittlerweile Routine geworden aber diesmal ist es ein anderer Grenzübergang und der Gedanke ob wirklich alle Papiere vollständig sind bleibt. Denn es geht nach Bolivien.
Fast 29.000 KM durch Chile und Argentinien haben Blue und ich hinter uns. Also höchste Zeit neue Länder zu erobern.
Hier herrscht großer Betrieb. Ein ganzer Bus noch vor mir, das bedeutet warten. Dennoch ist der Austritt aus Chile einigermaßen zügig. Im Niemandsland zwischen Chile und Bolivien ein liegen gebliebener PKW. Versuche ihm beim Anschieben zu helfen, scheitern. Tut mir Leid mehr kann ich nicht für ihn machen. Die Grenzstation in Bolivien ist proppenvoll. Natürlich ist der Bus immer noch vor mir und es heißt warten in der Sonne. Die Eingangstür endlich in Sichtweite beschließt der Bolivianische Staatsdiener erstmal Pause zu machen und die Tür zu schließen, da kennt er nix. Trotz aller Proteste der anderen Businsassen die vor der Tür warten. Nach fünf Minuten hat man ein einsehen und lässt die restlichen Busreisenden eintreten. Moment, ich warte hier genau so lange und meine Überzeugungsarbeit wirkt. Ich bin der letzte der eintreten darf, Danke. Der Raum hat sich fast geleert und jetzt geht es zügig. Die Fahrgestellnummer von Blue wird kontrolliert und ohne das Gepäck abladen und kontrollieren lassen zu müssen geht es weiter. Auf höfliche Nachfrage bekomme ich sogar sofort 90 Tage Aufenthaltsrecht. Die ersten Kilometer in einem neuen Land sind ein besonderes Gefühl. Man hört wieder genauer hin, ist das Motorengeräusch in Ordnung? Klingt alles normal? Wie sieht die Landschaft aus? Ist es ähnlich wie bisher?
Die Strecke hat Abschnitte mit tiefen Sandpassagen. Hier zeigen die neue Reifen bereits positive Wirkung. Besonders der Vorderreifen läuft wesentlich spurtreuer. Und hier in Bolivien sehe ich auf den ersten Kilometern mehr Lamas als in den Wochen zuvor.
In San Cristobal mein Versuch dass erste Mal zu tanken.
Ja, Tanken in Bolivien ist ein eigenes Kapitel, ich hatte mich vorher bereits informiert. Einheimische registrierte Fahrzeuge bekommen einen vom Staat subventionierten Preis, der überall in Bolivien gleich ist. Ca. 4 BOB. Dabei entspricht ein Euro ca. 7.5 BOB. Ausländer bezahlen dass zwei bis dreifache. Für die Tankstellenbesitzer ein bürokratischer Mehraufwand. Sie müssen die Nummernschilder kontrollieren und den Preis und Daten in das System eingeben. Manche Besitzer scheuen sich davor und haben dann auch kein Benzin obwohl gesetzlich verpflichtet auch Ausländer zu bedienen. Die Tankstellen sind Kameraüberwacht.
Diese Tankstelle hat Benzin für mich und läßt auch mit sich Handeln. 6 statt 8 BOB aber er will Bargeld. Ich suche einen Bargeldautomaten schließlich brauch ich sowieso bares. Aber man will mich nicht einlassen und sagt ich könne in Uyuni Geld abheben aber nicht hier. Der Start in Bolivien ist holprig und nicht gerade Sympatisch. Letztendlich tausche ich chilenische Pesos in einem Bekleidungsgeschäft. Tanke und fahre weiter. Der letzte Streckenabschnitt ist zum Glück guter Asphalt, denn es ist bereits dunkel geworden als Blue und ich Uyuni erreichen.
Wir finden ein Hostel mit Parkplatz für Blue. Morgen schauen wir uns die Stadt an und werden eine SIM-KARTE organisieren. Ein Geldautomat ist direkt nebenan.Leer más
Friedhof der Stahlkolosse
7 de julio de 2023, Bolivia ⋅ 🌬 14 °C
Bolivien ist ein neuer Abschnitt in meinem Südamerikaabenteuer. Und nach Chile und Argentinien fühlt es sich an wie ein Reset. Fast nochmal alles neu von vorne. Sich neu orientieren und finden. Darum muss ich nach dem Frühstück erstmal eine SIM-Karte finden. Das ist hier problemlos möglich, denn es gibt mehr als genug Anbieter. In einem Internetcafe finde ich einen vertrauenswürdigen Verkäufer der mir alles einrichtet und im Netz anmeldet. Na, klappt schon einmal prima.
Uyuni liegt in einer Höhe von 3665 m ü. NN, am Rande der größten Salzpfanne der Welt und war von 2014 bis 2017 Teilstrecke der Rallye Dakar. Die Geschichte der Stadt ist mit dem Bau der Eisenbahn nach Antofagasta am Pazifischen Ozean verbunden. Sie diente dazu, Rohstoffe wie Natriumnitrat und andere Salze, aber auch Metalle wie Kupfer, Silber und Gold, aus den Minen im Landesinneren zu transportieren. Als in 1940er Jahren die örtliche Industrie zusammenbrach und die meisten der Lokomotiven und Wagen nicht mehr benötigt wurden, entstand hier der größte Eisenbahnfriedhof der Welt mit über 100 Lokomotiven und Wagen. Die ältesten stammen aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Uyuni ist eine staubige Stadt ohne Asphalt. Einige Strassenabschnitte sind gepflastert. Heute morgen wird hier gemeinschaftlich der Staub zur Mitte gefegt und entsorgt. Aber auch hier ist das Problem mit Plastikmüll deutlich sichtbar. Der Friedhof der Stahlkolossse liegt am Stadtrand und ist ein beliebter Hotspot der genügend Gelegenheiten zum fotografieren gibt. In der Nähe noch eine kleine Ausstellung von Metallskulpturen u. a. aus der Transformer Serie. Uyuni kann mich nicht begeistern. Aber mein wirkiches Ziel werde ich morgen besuchen. So gönn ich mir Coca Tee und ein gutes und günstiges Abendessen bevor es morgen weiter geht.Leer más
Salar de Uyuni
8 de julio de 2023, Bolivia ⋅ ⛅ 6 °C
Was wäre eine Südamerikareise ohne die größte Salzwüste der Welt zu besuchen? Bevor es los geht, geht es erstmal zur Tankstelle. Nach einigem verhandeln bekomme ich bei der Dame dann doch den Liter Benzin für 6 BOB. Das Tor in die unendlichen Weiten der Salzwüste führt über Colchani. Hier wird dem Salz noch Jod zugegeben bevor es in den Verkauf geht. Es gibt noch eine Passkontrolle bevor man endgültig die Wüste betritt. Sicherheitshalber frage ich nach welche der Spuren zum Plaza del las Banderas führt. Es ist Trockenzeit und kein Wasser in Sicht. Der wenige Regen und das Wasser aus dem Titicacasee macht diese Landschaft in der Regenzeit zu einem riesigen Spiegel. Und manche Regionen zu einer Matschlandschaft. Doch nun ist Trockenzeit und ein weißes Nichts aus Fünfecken liegt vor Blue und mir. Sonnencreme und Sonnenbrille ein Muss. Nach ca. 12 KM erreichen wir unser erstes Etappenziel. Das Dakar Monument und den Platz der Fahnen. Ausgerüstet mit Spielzeugdinosaurier, Flaschen und anderen Requisiten sieht man die Leute beim trickreichen Fotoshooting. Hier treffe ich zum ersten Mal auf Daniel aus Medellin/Kolumbien. Wir tauschen die Telefonnummern und Kontaktdaten der WhatsApp Motorradgruppen in Südamerika. Dadurch erhalte ich zusätzlich Zugang zu einer Hilfegruppe speziell in Bolivien und international. Es geht weiter durch das weiße Nichts. Die Spuren im Salz und Navi helfen mir den Weg zu finden. Mein Ziel ist die "Insel" Isla Incahuasi. Auf ihr wachsen jahrhundertealte Kakteen jedes Jahr einen Zentimeter weiter. Manche sind bis zu 12m hoch.
Hier stehen einige Gebäude des Tourismusverbandes. Man erhebt eine Eintrittsgebühr für den Zugang zu einem Wanderweg, an deren höchster Stelle ein 360° Panoramablick über die Salzwüste, den kobaltblauen Himmel und die Hunderte von Kakteen möglich macht. Es gibt einen kleinen Kiosk mit Miniküche. Doch die meisten Touristen nutzen die aufgestellten Salztische um Mitgebrachtes zu essen.
Jedoch besteht keine Möglichkeit, auf dieser Insel zu übernachten. Dafür gibt es Salzhotels in der weiteren Umgebung, deren Wände aus Salzblöcke bestehen.
Ich versuche es trotzdem und habe Glück. In einem Hinterzimmer des Museums darf ich mein Zelt aufstellen. Zusammen mit Luis, einem Angestellten der hier sein Bett stehen hat, kann ich hier übernachten. Somit erlebe ich einen Sonnenuntergang der alles in ein goldenes Licht taucht und einen außergewöhnlichen Sternenhimmel. Morgen heißt es früh aufstehen denn der Sonnenaufgang wartet nicht.Leer más
Pulacayo
9 de julio de 2023, Bolivia ⋅ ☀️ 12 °C
Ich bin nicht der Einzige der den Sonnenaufgang am frühen Morgen erleben will. Viele Frühaufsteher sind mit Auto oder Bus gekommen. Und dennoch ist es wieder einer dieser Erlebnisse die man auch nicht missen möchte auf so einer Reise. Also ganz entpannt einen Platz suchen und einfach auf sich wirken lassen. Der Schauplatz hat sich mittlerweile geleert und auch Blue und ich sind abreisebereit. Ich verabschiede mich vom freundlichem Personal und es geht zurück ins ca. 100 KM entfernte Uyuni. Natürlich nicht ohne vorher noch ein paar Fotos und Videos zu machen. Vorbei an der Dakar Salzstatue und dann erstmal in die Wäsche. Auch wenn es trockener Salz ist, lieber alle Reste entfernen lassen. Mittlerweile ist es bereits früher Nachmittag und mein nächstes Ziel über 3 Stunden entfernt. Und irgendwie das Gefühl als ob Blue nicht richtig läuft. Höhenluft? Luftfilter verschmutzt? Ich entscheide mich dafür doch noch eine Nacht in Uyuni zu verbringen. Auch wenn ich nicht wirklich begeistert bin. Erstmal den Luftfilter reinigen. Den angebrochenen Nachmittag nutze ich um das "Centro Minero Pulacayo" zu besichtigen. Pulacayo war einst die größte Bergbaustadt Boliviens. Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert die wichtigste Silbermine Boliviens und die zweitgrößte der Welt. Es wurde von der Unesco zum Industriekulturerbe erklärt. Die Zufahrt zur Stadt wird von einem Militärposten bewacht. Ich darf ohne weiteres durchfahren. Die Stadt ist auch gleichzeitig ein Freilichtmuseum denn am "Stadttor" verlangt man Eintrittsgeld. Ein paar Dutzend Meter vom Eingang entfernt, sieht man Drehscheiben und die ersten Hochschild- Lokomotiven und Waggons, die einst die Anden überquerten , um Silbererz zu einer Schmelzanlage nach Antofagasta zu transportieren. Einen dieser Konvois mit Silber, sollen Butch Cassidy und Sundance Kid ausgeraubt haben . Pulacayo war ein starker Magnet. Heute ist die Stadt eine Kuriosität und hat den Charme einer bewohnten Geisterstadt. Langsam rollen Blue und ich durch die engen Gassen des Ortes. Ab und an sind Menschen zu sehen. Alles wirkt wie von der Zeit eingefroren. Ein auch für mich nicht zu erklärendes, beklemmendes Gefühl überkommt mich. Ich fühle mich nicht wirklich willkommen hier. Ich verzichte darauf den ganzen Ort zu erkunden und verabschiede mich. Morgen früh geht die Reise weiter.Leer más
Catch me if you can
10 de julio de 2023, Bolivia ⋅ ☀️ 12 °C
Meine Entscheidung noch eine Nacht in Uyuni zu verbringen und mit reichlich Zeit nach Potosi zu reisen erweist sich als goldrichtig. Zunächst erweckt das Strassenschild "Aguas Termales Calerias" meine Neugier. Ca. 3 bis 4 KM von der Hauptstraße entfernt finde ich das Thermalbad. Während unten an der Hauptstrasse das Wasser bereits kalt ist, so kommt es natural und mit großer Hitze aus den Bergen und geht direkt ins Badehaus. Eine Abzweigung ermöglicht das Wäsche waschen, innen im Badehaus mit Umkleidekabinen, wird entspannt. Ich komme mit Jorge ins Gespräch, er hatte mich am Grenzübergang gesehen. Nach 2 Stunden wird es dann doch Zeit weiter zu reisen. Und die Landschaft schafft es endgültig mich "einzufangen". Alle paar Kurven ein neues Bild. Ich bin begeistert. Bolivien zeigt sich Landschaftlich von einer wunderbaren Seite und macht neugierig auf mehr.
Ich erreiche die Silberstadt Potosi am Fuße des Cerro Rico, dem "Reichen Berg". Der Cerro Rico ist ein fast perfekter Konus und mit seinen fast 300 Stollen durchlöchert wie ein Schweizer Käse. Fluch und Segen zugleich für diese Stadt. Sie ist mit ca. 4100, nach eigenen Angaben, die höchstgelegene Stadt der Welt und war seinerzeit die reichste Stadt der Welt. Heute nur noch zu erahnen. Potosi gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Hier wird die Luft zum atmen dünn und die Innenstadt atemberaubend. Der Kern der Stadt ist Kolonialstil aus dem 17. und 18. Jahrhundert welches auf beeindruckender Weise restauriert und gut erhalten ist. Absolut sehenswert. Die Geschichte um das Silber im Cerro Rico ist eine eigene, wie ich in den nächsten Tagen erfahren werde. An diesem Abend erkunde ich die Innenstadt im Licht der Scheinwerfer.Leer más
Über den Dächern von Potosi
11 de julio de 2023, Bolivia ⋅ 🌬 13 °C
An diesem Vormittag erkunde ich die Innenstadt zu Fuß. Der zentrale Platz ist die "Plaza de 10 Noviembre". In seiner Mitte thront eine Miniaturnachbildung der Freiheitsstatue von New York. Sie erinnert an den Kampf für die Unabhängigkeit Boliviens von Spanien.
Als ich das Kloster San Francisco erreiche habe ich Glück, denn es wird soeben eine Tour auf das Dach der Kirche angeboten. Hier hat man einen fantastischen Überblick bei Sonenschein und klarer Sicht und Potosi liegt mir zu Füssen. Das Kloster wurde 1547 von Bruder Gaspar de Valverde als erstes Kloster Boliviens gegründet. Mittlerweile ist es Zeit für einen kleinen Imbiss in einen der vielen kleinen Cafes und Restaurants. Die Preise sind hier natürlich etwas höher aber insgesamt immer noch sehr günstig. Je nach Tageszeit und Ort liegt der Preis zwischen 1,50 € und 9 € in Bolivien. Zwischenzeitlich habe ich meine neue WhatsApp Gruppe in Bolivien bemüht. Geräusche an der rechten Seitentasche. Eine Halterung ist gebrochen. Fast nicht zu entdecken. Ich bekomme eine Adresse und einen Termin am Nachmittag bei einem Schweißer. Die Halterung ist sogar zweimal gebrochen, Glück gehabt. In dieser WhatsApp Gruppe ist auch ein Eric der deutsch spricht. Interessant, vielleicht treffe ich ihn demnächst. So ist eine Weiterreise in den nächsten Tagen mit Erleichterung verbunden und das Gefühl schnell Hilfe in Bolivien zu bekommen beruhigend.Leer más
Die Karmeliterrinnen
12 de julio de 2023, Bolivia ⋅ 🌬 12 °C
Bei meinem Streifzug durch die Stadt Potosi erreiche ich das Karmelitenkloster Santa Teresa, kurz bevor eine Führung beginnt. Na gut, wenn schon mal hier dann kann man ja mal schauen.
Und mal wieder ist es eine Geschichte die mich in ungläubiges Erstaunen versetzt.
Dies Kloster ist der heiligen Teresa von Avila geweiht. Schutzpatronin Spaniens und 1622 Heilig gesprochen. Als große Mystikerin wurde sie 1970 als erste Frau zur Kirchenlehrerin erhoben.
Damals zählte es zu den angesehensten Klöstern Boliviens, und nur die jeweils zweite Tochter durfte gegen Bezahlung eines kleinen Vermögens im Alter von 15 Jahren ins Klosterleben eintreten.
Es gibt einen speziellen "Verabschiedungsraum", wo die Tochter in einer Zeremonie in feinster Kleidung dem Kloster "übergeben" wurde und zum letzten Mal ihre Familie sah und sich verabschiedete.
Was für die Eltern von Reichtum und Prestige zeugte, wurde für die jungen Karmeliter-Nonnen meist eine Qual.
Denn sie lebten danach in völliger Isolation ohne jemals wieder die Außenwelt zu sehen. Der einzige Kontakt stellte ein vergittertes Fenster und eine Drehtür dar, durch die Gegenstände gereicht werden konnten.
Die Nonnen durften mit ihren Angehörigen nur reden, Berührungen und Blickkontakt waren streng verboten. Sogar der Verkauf von Kunsthandwerk oder Lebensmitteln, die von den Nonnen hergestellt wurden, durfte nur über die Drehtür passieren. Erst mit dem zweiten Vatikanischen Konzil von 1962 bis 1965 wurde dieses etwas gelockert.
Die Nonnen verbrachten ihr gesamtes Leben im Kloster und wurden auch hier bestattet. Ihre Gräber verbergen sich bis heute unter hölzernen Falltüren in den Gebetsräumen.
Die über 2 Stunden dauernde Tour zeigt die Wohn- und Gebetsräume und in welcher Abgeschiedenheit die Karmeliter-Nonnen hier einst lebten. Ausserdem ein Klostermuseum, welches eine der bedeutendsten Gemälde-Sammlungen Boliviens beherbergt. Neben Sakralkunst zeigt das Museum auch Holzschnitzereien, Mobiliar, Reliquien und wertvolle Bücher und Schriften aus dem 17. und 18. Jahrhundert.
Aber auch ein kleiner Raum in der die Nonnen sich der Selbstgeißelung unterwarfen. Schmerzkorsetts, verschiedene Peitschen und weitere Utensilien werden ausgestellt.
Noch immer leben einige Frauen im abgeschotteten Teil des Klosters, der von Besuchern nicht betreten werden darf.Leer más
Casa de la Moneda
12 de julio de 2023, Bolivia ⋅ ☁️ 9 °C
"Ich bin das reiche Potosí, Schatzkammer der Welt, König der Berge, den Königen diene ich zum Neide."
Im Stadtwappen von Potosi ließ Kaiser Karl V. diesen Spruch verewigen.
Und während der Blütezeit sollen selbst die Pferdehufeisen aus Silber geschmiedet und zum Corpus-Christi-Fest von 1658 die Pflastersteine entfernt und durch Silberbarren ersetzt worden sein.
Heute ist davon nichts mehr zu sehen und einen Silberbarren lässt sich auch nicht mehr finden. Dafür aber der Weg zur einstigen Münzprägeanstalt "Casa de la Moneda". Mit 15.000 qm bebauten Grundstück, 5 Innenhöfen und 200 Zimmern ist es eines der größten Zivilgebäude, die die Spanier in ganz Amerika und der Karibik errichteten.
Ab dem 31. Juli 1773 wurde mit der Münzprägung begonnen und endete erst 1951.
400 Jahre dauerte der Prägeprozess in der Stadt Potosí, denn die ersten spanischen Silbermünzen wurden bereits 1575 im "Primera Casa de Moneda" geprägt.
Heute ist hier ein Museum, in dem der gesamte Entstehungsprozess einer Münze vom rohen Silbererz aus dem Bergwerk Cerro Rico bis zur abgeschlossenen Prägung nachvollzogen werden kann.
Sowohl die ersten mit Hammer geprägten Münzen oder später mit Dampfmaschinen und zum Schluß mit elektrischen Antrieb betriebenen Prägemaschinen lassen sich hier bewundern. Am meisten Aufmerksamkeit erregen jedoch die hölzernen Prägemaschinen, die damals von afrikanischen Sklaven bedient und vo Maultieren angetrieben wurden, und die aufwändig 13-fach gesicherten Schatzkisten, mit denen die Münzen einst nach Europa verschifft wurden.
Neben Münzen und anderen Gegenständen aus Silber werden hier aber auch religiöse Kunstgegenstände, Mumien, Mineralien und Exponate aus der Geschichte von Potosí ausgestellt.
Die Führung durch dieses Museum konnte mich wirklich begeistern. Und im Innenhof verabschiedet mich die allgegenwärtige Maske in dieser Stadt. El Mascaron, die einen sagen es ist die Darstellung des römischen Gottes Bacchus, andere behaupten es sei ein indigener Südamerikaner, der den das Land verlassenden Spaniern hinterherlacht.Leer más

ViajeroHallo Dieter wie die Bilder von dir Glaube ich das es ein Erlebnis war die letzten ca 400 Jahre zu sehen wünsche dir weitere interessante Tage in Bolivien hier ist das Wetter seit 10 Tagen nicht sommerlich 18 bis 20 Grad mit regen hoffentlich wird es im august etwas wärmer aber immer noch besser als in Griechenland bis 45 grad aber das ideale Wetter gibt es nicht alles gute bis bald Gruß Wolfgang
Cerro Rico - Der Menschenfresser
12 de julio de 2023, Bolivia ⋅ 🌬 12 °C
Die Geschichte um das Silber im Cerro Rico ist eine eigene, wie ich bereits bei Ankunft in Potosi erwähnt habe. Eine Geschichte, die vielen außerhalb Südamerikas weitgehend unbekannt ist. Und am heutigen Tag werde ich mich selber überzeugen und ausführlicher über meine eigenen Erfahrungen berichten. Dieser Berg ist der Ursprungsort von fast 80 % des weltweiten Silbers. Aus der reichsten Stadt der Welt ist mittlerweile einer der ärmsten Städte der Welt geworden, nachdem Bolivien seine Unabhängigkeit von Spanien erreichte und die Silbervorräte fast erschöpft sind. Bereits die Inkas nutzten die Schätze des Berges doch die richtige Ausnutzung kam erst mit den spanischen Eroberern. Die Minen finanzierten die spanische Kolonisierung Amerikas fast im Alleingang.
Obwohl die Mine Cerro Rico in Potosi immer noch eine aktive Mine der Dritten Welt ist so bleiben die schrecklichen Arbeitsbedingungen nahezu unverändert. Während der Kolonialzeit wurden Sklaven, zumeist indigene Völker aus Amerika sowie Zehntausende Menschen, die aus Afrika verschifft wurden, in 6-Monats-Schichten, 7 Tage die Woche und 20 Stunden am Tag zur Arbeit geschickt. Die meisten kamen einfach nie heraus und starben an Erschöpfung, Krankheit, giftigen Gasen, Einstürzen, Steinschlag und Selbstmord.
Bisher verloren 8 Millionen!!! Menschen ihr Leben. Man sagt, dass man mit der in Potosi ausgegrabenen Silbermenge eine Brücke bis nach Spanien bauen könnte. Und mit den Knochen derjenigen, die in den Minen gestorben sind, könnte eine weitere Brücke gebaut werden.
Doch noch immer wagen sich rund 15.000 Männer in das Innere des Cerro Rico , darunter auch (illegal) Kinder und Jugendliche, denn alternative Arbeitsplätze bietet die Stadt kaum. Sie arbeiten dort in Kooperativen an der Gewinnung von Silber und weniger ertragreicher Mineralien wie Blei, Zinn und Zink für die Eektroindustrie weltweit. Da sie für sich selbst arbeiten, müssen die Bergleute von Potosi ihre gesamte Ausrüstung selbst kaufen. Dazu gehört alles von Helmen und Stiefeln bis hin zu Schaufeln und Dynamit.
Es gibt sicherlich viele unterschiedliche Ansichten über die Ethik, als Tourist dorthin zu gehen, um den Bergleuten bei der Arbeit zuzusehen, und darüber, was im Wesentlichen Armutstourismus ist. Meine Beweggründe sind weniger die Suche nach einem voyeuristischen Abenteuer und sich darüber zu freuen, in den Minen von Potosi gewesen zu sein, als vielmehr die Zerstörung zu sehen, die die Kolonialherrschaft in diesem Teil Boliviens angerichtet hat. Aber auch als Verbraucher von Silber und anderen Edelmetallen richtig zu verstehen, wie hoch die menschlichen Kosten für den Abbau solcher Luxusgüter sind.
Ich entscheide mich für eine seriös geführte Minentour mit einem professionellen Anbieter. Geführt von ehemaligen "Mineros".
In einer Lagerhalle erhalten wir Gummistiefel, Überziehhose und -jacke und Helm mit Lampe. Mit einem Kleinbus geht es weiter zum Mercado de los Mineros, dem Markt der Minenarbeiter. Hier decken sich die Minenarbeiter mit Material ein. Es ist der einzigste Markt weltweit auf dem legal Dynamit gekauft werden kann. Doch der eine oder andere Touri, der denkt er darf deshalb Dynamit als Souvenir mit nach Hause nehmen, darf sich im Knast darüber Gedanken mache warum dies nicht so ist.
Unser Guide klärt uns über den Gebrauch der Werkzeuge zur Herstellung von Bohrlöchern für die Dynamitstangen auf. Oftmals stundenlang von Hand in die Felswände eingetrieben. Kompressorwerkzeuge und der Betrieb von Kompressoren sind teuer. Und wenn, dann hat mittlerweile billige Chinaware die Qualitätsware ersetzt. Wir nehmen für die Bergarbeiter Geschenke mit. Dynamit, Coca Blätter, Getränke, Bier, Zigaretten oder 96%igen Alkohol zum trinken!!!
Wir fahren mit unserem Kleinbus hoch zum Eingang der Mine Candelaria. Wirkt der Berg von Weiten noch anmutig so zerklüftet, kahl und mit Plastikmüll übersät präsentiert er sich vor Ort.
Rituale und Legenden gehören zu einer Mine und unser Guide demonstriert und erklärt uns die
"Legende von El Tio"
Die Bergleute glauben, dass sie einem finsteren, teuflischen Gott der Unterwelt namens El Tio, dem Onkel, ausgeliefert sind.
Über jedem Minenschacht befindet sich ein Schrein der gehörnten Figur, des Meisters der Potosi-Mine und der dunklen Mächte darin, normalerweise mit einem riesigen Penis, um seine Männlichkeit und Macht zu symbolisieren. Selbst die spanischen Eroberer haben aus Ehrfurcht und Angst nie selber die Minen betreten.
Noch heute bringen die Bergleute ihm Opfergaben wie 96-prozentigen Alkohol, Zigaretten und Kokablätter dar und beten, dass er sie vor Unfällen schützt und ihnen hochwertige Mineralien zum Abbau zur Verfügung stellt.
Der Besuch dieser Mine hat rein gar nichts mit einem Museumsbesuch eines "Schacht Onkel Otto" oder so ähnlich im Kohlenpott zu tun, um anschließend mit Helm und Overall für ein Foto zu posieren.
Nein, bolivianischen Silberminen sind von Natur aus gefährlich. So seriös das Tourunternehmen auch ist, es gibt keine absolute Sicherheit. Wir waren eine kleine Gruppe mit Führer und Hilfsführer und man konnte deutlich sehen, dass sie mit vielen der Bergleute gute Freunde waren. Englischsprachig, sehr wichtig wenn man nicht fließend spanisch spricht. Denn in Teilen des Cerro Rico ist es extrem laut, und wenn eine 3-Tonnen-Lore über eine rostige, kaputte Strecke auf einen zurast, dann bleibt keine Zeit das Wörterbuch aufzuschlagen, dann heißt es an manchen Stellen rennen und sich in Ecken und Nischen verstecken um den schweren Loren auszuweichen.
Wir verbringen lediglich ca. 2 Stunden in dieser Mine und erleben wie körperlich anspruchsvoll diese Tour ist ohne wirklich körperlich zu arbeiten. Ausserdem ist es bei all dem Staub schwierig mit Mundschutz zu atmen, der an manchen Stellen einfach unerlässlich ist. Nicht zu vergessen, wir befinden uns in ca. 4300 m Höhe in einem Berg.
Eine völlig fremde Umgebung. Es ist stockfinster und selbst mit der Stirnlampe ist die Sicht immer noch schlecht.
Die Tunnel sind eng und meistens geht man gebückt. Der bolivianische Ureinwohner und seine Nachfahren hat halt kein Gardemaß. Außerdem mussten wir stellenweise 25m bis 30 m rücklings kriechen oder klettern. Sich an allem festhalten wo es geht, nur nicht an den elektrischen Leitungen die stellenweise unkontrolliert von den Decken hängen.
Ebenso wird es in Sekundenschnelle von glühend heiß zu richtig kühl.
Unsere Führer und die Bergleute hatten kein Problem damit, dass Touristen in der Mine filmten und fotografierten. Und in der Mine wurden die Geschenke verteilt. die wir auf dem Bergmannsmarkt gekauft hatten. U. a. eine Stange Dynamit. So wurden wir Zeuge bei der Vorbereitung des Dynamits und dessen Explosion in ausreichender Entfernung.
Erleichterung als wir den Hauptschacht erreichen und spürbar Luft in den Stollen strömt. Demut und Nachdenklichkeit als wir das Tageslicht wieder sehen. Aber die Menschen die hier täglich arbeiten, was müssen sie ertragen?
Es ist ein harter und unglaublich gefährlicher Job. Normalerweise arbeiten sie 10 bis 12 Stunden und manchmal auch 24 Stunden vollständig unter Tage.
Ohne Lebensmittel, da sie glauben, dass die Kombination aus Staub und Nahrung sie krank macht. Ohne Mundschutz nur die Wangen mit Kokablättern gefüllt, die ihnen die Energie geben, die sie brauchen. Zusätzlich sollen die Kokablätter als "Filter" dienen.
Die jüngeren, kräftigeren Bergleute sind in der Regel diejenigen, die die meisten manuellen Arbeiten erledigen, beispielsweise das Schieben der schweren Loren. Manche sind erst 12 oder 13 Jahre alt, ich habe sie natürlich nicht gesehen.
Die Bergleute von Potosi werden normalerweise nicht älter als 40-50 Jahre. Ihre Lungen sind meist schon zu geschwächt, sie husten Blut und erkranken an Silikose und einem Emphysem. Die wenigsten können nach Argentinien auswandern, denn dort wird ihnen kostenlos geholfen. Oder sie versuchen in niedrigere Regionen umzuziehen.
Jeder Bergmann hat Verwandte, der an schwarzer Lunge oder bei Unfällen im Bergbau gestorben ist.
Ehemänner, Brüder und Söhne riskieren jeden Tag ihr Leben, um für den Lebensunterhalt ihrer Familien zu sorgen. Es ist eine grausame Existenz, den alle entfliehen wollen, denen aber einfach die Mittel fehlen.
Dies ist mein bisher längster und ausführlichster Reisebericht.
Die Geschichte um das Silber im Cerro Rico ist eine eigene, wie ich bereits eingangs erwähnt habe. Eine Geschichte, die vielen außerhalb Südamerikas weitgehend unbekannt ist. Und ich finde, sie ist es Wert ausführlich erzählt zu werden.Leer más

ViajeroEin Moin aus der Heimat 😀 Was dort die Menschen auf sich nehmen ist für uns unvorstellbar .Es ist auch für dich sicherlich eine große Herausforderung gewesen diesen unterirdischen Gang zu betreten und auch da durch zu kriechen. Die Fotos und dein Bericht dazu machen einen nachdenklich 🧐 diese Geschichte war es wirklich wert aufgeschrieben zu werden. Ein großes Lob an dich . Deine Reise ist ein Abenteuer und du nimmst uns jedes Mal aufs Neue mit . Wir wünschen dir weiterhin viel Gesundheit und Glück 🍀 und freuen uns von dir zu hören. Bis bald 👋

ViajeroHallo und Gruß in die Heimat. Es ist manchmal nicht zu glauben, dass es diese Zustände immer noch gibt. Aber diese Erfahrungen gehören zu dieser abenteuerlichen Reise dazu. Wer weiß, welche Geschichten noch auf mich warten.

ViajeroHallo Dieter was für ein Erlebnis für dich das zu sehen aber auch für uns diesen Bericht von früher und heute zu erleben vielen Dank für die interessante Geschichte wie auch die Bilder dabei bleib gesund und freue mich auf deine nächsten Tage die wieder voller Spannung sein werden Gruß aus barssel
Die weiße Stadt
13 de julio de 2023, Bolivia ⋅ ☁️ 9 °C
Nach den Erlebnissen in Potosi wird es Zeit meine Reise fortzusetzen. Mein nächstes Ziel ist Sucre, Boliviens Hauptstadt. Obwohl der Regierungssitz zwischenzeitlich nach La Paz verlegt wurde ist "La Ciudad Blanca" (die weiße Stadt) Sucre immer noch Hauptstadt.
Da es bis dorthin nur ca. 160 KM sind, kann ich es in Ruhe angehen lassen. Mein Hostel hat den Bergbau als Themenwelt nachempfunden. Ausgerüstet mit Helm und Lampe schaue ich mir das an und steige vom 5. zum 7. Stock auf. Hier ist auch der Frühstücksraum mit Dachterrasse. Den erreicht man natürlich auch ganz einfach mit dem Fahrstuhl. Und auch von hier gibt es noch einmal einen tollen Blick über die Stadt.
Nachdem die Sachen gepackt sind fehlt nur noch der Besuch an der Tankstelle. Strategiewechsel. Ich lasse Blue etwas abseits stehen und gehe mit 2 einfachen 5 Liter Kanistern zu Fuß zur Tankstelle. Stelle mich einfach an die Zapfsäule, zeige eine einlaminierte schwarzweiß Kopie meines Führerscheines und 2 echte Geldscheine und siehe da man befüllt meine Kanister zum Preis der Einheimischen. Ich wiederhole das Spielchen noch einmal und dann geht es endlich On Tour.
Auf gut ausgebauter Asphaltstraße durch Boliviens Natur, die einem immer wieder zu kleinen Fotostopps animiert.
Die Stadt empfängt mich mit einem freundlichem Gesicht. Sauber und aufgeräumt.
Im Vorfeld hatte ich mir bereits einige Hostels herausgesucht. das erste ist ausgebucht und das zweite mitten in einer belebten Straße ohne Parkmöglichkeit. Während ich noch versuche eine andere Alternative zu finden spricht mich ein Einheimischer Motorradfahrer an. Ob ich ein Hostel suche? Ich soll ihm einfach folgen. OK. Und tatsächlich bringt er mich zum Hostel "Kultur Berlin". Klingt deutsch ist es auch. Der Besitzer Klaus kommt aus Karlsruhe. Blue kann im Innenhof stehen. Beim einchecken taucht die Frage auf ob ich Spanischunterricht nehmen möchte.
Boliviens Städte Sucre, La Paz und Cochabamba sind Hochburgen um in Südamerika Spanisch zu lernen. Viele kommen nur deshalb nach Sucre. Und Privatstunden sind sehr günstig. Umgerechnet 5 Euro und dennoch qualitativ sehr gut. Na klar will ich auch, wird endlich Zeit meine Sprachkenntnisse zu erweitern. Also vereinbare ich für den nächsten Tag eine Doppelstunde Privatunterricht. Mein 4Bettzimmer ist deutschsprachig und am weitesten vom Zentrum des Hostels entfernt. Die Bedeutung wird mir später erst wirklich klar werden. Das Hostel ist nicht weit entfernt vom Zentrum der Stadt. Doch an diesem Abend genieße ich erstmal Jägerschnitzel mit Spätzle und einem Weißbier im hauseigenen Restaurant. Dazu noch Livemusik.Leer más

ViajeroSehr gut, beim Tanken mit dem Kanister zum Lokalspreis weiterhin viel Erfolg. So hatte ich es von Detlef auch gehört. So hat der Tankwart keine Schreiberei… ⛽️
Spanisch !?
14 de julio de 2023, Bolivia ⋅ ☁️ 17 °C
Das Frühstück im Berlin ist eines der besten, das ich bisher hatte. Ein Frühstücksbuffet. So läßt es sich sehr gut in den Tag starten. Bevor mein Probeunterricht beginnt schlendere ich zum zentralen Hauptplatz der Stadt, der "Plaza 25 de Mayo".
Die gesamte Altstadt von Sucre wurde aufgrund ihrer monumentalen Bauten und der aufwändig restaurierten Kolonialvillen von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Und mein erster Eindruck von dieser Stadt fesselt mich. Sie katapultiert sich schon jetzt in mein Herz und ist eine Perle in Südamerika. 5 von 5 Sterne.
Doch bevor ich die Stadt weiter entdecke geht es erstmal zum Unterricht. Cecilia Castro, Sie betont sie hat nichts mit Fidel Castro zu tun, ist meine Privatlehrerin. Wir gehen ins nahe gelegene Cafe "Cafeccino". Dort ist es ruhiger als in dem doch hektischen Hostel.
Cecilia lädt mich für den Abend ein, es gibt hier im Cafe eine Kaffeeveranstaltung, die über die verschiedenen Arten der Kaffeezubereitung informiert. Und tatsächlich, Kaffee ist weit mehr als nur Instantkaffee und Kaffee aus dem Automaten. Bolivien hat ausser Drogen auch sehr guten Kaffee zu bieten. Die verschiedenen Zubereitungsarten lassen selbst bei mir die Geschmacksknospen sprießen.
Dabei wird Kaffee gar nicht so heiß getrunken wie gekocht und zeigt dann das volle Aroma.
Im Anschluß nochmal die Plaza bei Nacht genießen. Meine Entscheidung ist gefallen, ich werde die nächste Zeit in Sucre verbringen und statt Reisen meine Zeit mit Lernen verbringen. Ist auch ziemlich aufwendig Blue jedesmal durch das ganze Hostel zu schieben.Leer más
Erwischt
21 de julio de 2023, Bolivia ⋅ ☀️ 23 °C
An diesem Wochenende ist eine große Party im Hostel. Das "Berlin" ist nicht nur Hostel, es ist auch eines der größten Partyveranstalter in Bolivien. Blue muss den Innenhof räumen. Unser Zimmer hat sich aufgelöst und ist auch schon wieder vermietet. Ich habe nicht rechtzeitig meinen Aufenthalt fix gemacht und man bietet mir ein anderes Zimmer an, mit den Hinweis es wird diese Nacht laut bis morgens und an Schlaf wird nicht zu denken sein. Nein Danke, kein Bedarf. Ich habe in 400 m Entfernung ein anderes Hostel gefunden. Auch hier treffe ich auf einige Deutsche.
Die Tage sind geprägt von intensivem Spanischunterricht. Täglich 2 Stunden und, ja täglich "Hausaufgaben". Fulltimejob. Reisepause und Erholung für Blue. Ich komme kaum dazu mir die Stadt näher anzusehen. Dennoch genieße ich die Hauptplaza und das Treiben auf diesem Platz. Es ist Winter doch die Temperaturen liegen im Bereich 20 bis 25 Grad bei schönstem Sonnenschein. Nur Nachts zeigt das Thermometer fast 20 Grad weniger.
In der Nähe gibt es den Mercado Central. Ein riesiger Markt mit Innen und Aussenbereich. Ob Obst oder Gemüse, Fleisch, Gewürze, Torten oder Kuchen. Selbst eine kleine Kapelle findet man hier. Es gibt hier anscheinend fast alles. Und viele kommen hierher zum Mittagessen. Ich persönlich mag die frisch zubereiteten Fruchtcocktails und Obstbecher die hier unglaublich günstig sind. Und ist das Glas leer, dann heißt es "casero" und es wird noch einmal kostenlos nachgefüllt. Und dann erwischt es mich. Ich nenne es mal "Montezumas Rache", auch wenn wir nicht in Mexiko sind. Ich bleibe den Tag im Bett. Dann noch Schnupfen, Triefnase, Schüttelfrost und Grippesymptome. Mal sehen was die offiziellen Vertreter des bolivianischen Medizinmannes in ihren Apotheken haben. Praktisch wenn man eine Spanischlehrerin hat die einem behilflich ist. Und tatsächlich, die Pillen wirken. Fast zu gut, ich bekomme schon bedenken ob die Sache sich umkehrt und zur Verstopfung führt. Aber es wirkt und allmählich wird es besser.
Und manchmal weiß ich nicht ob die Kopfschmerzen von der Krankheit kommen oder von den Verben, Nomen, konjugieren, ...Leer más
































































































































































































































































































































































































































































