• Micha K
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Pothole Rodeo 2026

Petualangan 161-sehari oleh Micha Baca selengkapnya
  • Awal trip
    16 Februari 2026

    Volvo 850 -erster Fehlschlag

    16 Februari, Jerman ⋅ ☁️ 1 °C

    Aller Anfang ist schwer.

    Aktuell fehlt uns noch einiges, allen voran der dritte Mann. Aber das erste Thema, das wir angehen wollen, ist das Essenzielle:

    Wir brauchen ein Auto.

    Arm werden wollen wir nicht, aber unterwegs abfackeln, weil die Karre nicht bis zum Ende durchhält, ist auch nicht das Ziel.

    Also erst einmal Erfahrungen sammeln.

    Zusammen ging es nach Garbsen zu einem Volvo 850. Auf der Fahrt wurde beiderseits remote gearbeitet, Telkos gemacht 🤣🤣 … StVZO ist was für andere.

    Vor Ort angekommen, war schnell klar: Fähnchenhändler vom Feinsten.

    Batterie? Tot. Informationen? Kaum vorhanden. Und natürlich hatte das Auto deutlich mehr Probleme als angekündigt.

    Aber ein bisschen verliebt waren wir halt irgendwie, und das war gefährlich ☣️.

    Als bei der Probefahrt dann maximal vier von fünf Pötten liefen, war allerdings relativ schnell klar:

    Das darf er nicht werden.

    Auch preislich hat man gemerkt, dass der Verkäufer keinen Bock hatte und uns kaum entgegenkommen wollte. Irgendwann mussten wir deshalb einfach einen Cut setzen.

    Klar, Benzin verbraten und Zeit investiert, aber was willst du machen?

    Lieber ein Ende mit Schrecken bei diesem Auto als ein Schrecken ohne Ende, wenn wir es auf Gedeih und Verderb damit versucht hätten.
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  • 3. Runde Auto

    11 Maret, Jerman ⋅ ☀️ 9 °C

    Nachdem der Mercedes in Dresden nicht einmal ein Foto wert war, hatten wir ein gutes Gefühl bei einem Honda Accord aus dem Jahr 2004.

    Optisch war er völlig in Ordnung, hatte ein paar kleinere Mängel, aber insgesamt machte er keinen schlechten Eindruck.

    Als wir den Motor anwarfen, folgte allerdings direkt die Ernüchterung.

    Im Bereich des Abgaskrümmers rasselte und knatterte etwas verdächtig im Motor, und schon wieder hatten wir kein gutes Gefühl.

    Abgesehen davon, dass dem Accord schlicht die Länge fehlte und Tilmann nicht ausgestreckt darin schlafen konnte, war das Geräusch ohnehin ein absolutes No-Go.

    Ganz abgeschrieben hatten wir den Accord damit noch nicht, aber dieser hier würde es wohl nicht werden. ;(
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  • Rallyecar steht

    23 Maret, Jerman ⋅ 🌙 1 °C

    Es ist soweit.

    Nach langer Suche haben wir uns entschieden.

    Die Lust, weiterzusuchen, sank bereits spürbar und es ist wirklich gruselig, was man teilweise auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu sehen bekommt. 🤣

    Heute ist er da:

    Der Benz.

    Eine E-Klasse mit 150 blanken PS. SRS-Fehler, Rost, Wurzelholz und schwarzer Rauch 💨 aus dem Auspuff, dass Greta vermutlich schon die Messer wetzt.

    Tilmann hat bereits zur Abholung mehr Werkzeug mitgenommen, als ich auf der gesamten Rallye brauchen möchte. 🙈

    Das erhöht mein Vertrauen in dieses Auto nicht gerade erheblich, aber egal.

    Beim Abholen geht es direkt los. Wir stellen fest, dass unsere Verkäufer Serben sind und dass der Wagen bereits zwölf Vorbesitzer hatte. Dass wir damit Nummer 13 sind, macht die Sache auch nicht unbedingt besser. 🤣

    Kann eigentlich nur gut werden.

    Aber egal. Er sieht geil aus und hat es tatsächlich bis zu Tilmanns Werkstatt geschafft.

    Jetzt schauen wir mal, was wir daraus machen.
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  • Erste Schraubereien

    13 April, Jerman ⋅ ☁️ 7 °C

    Der Hobel ist da. Jetzt müssen wir damit umgehen.

    Also machen wir uns ran.

    Danny und Tilmann lernen sich jetzt auch endlich mal kennen und damit ist das Gespann komplett.

    Schrecklicher Musikgeschmack (zumindest für mich ^^), Körpergröße und Schnarchverhalten eint die beiden scheinbar. Kann ja nur gut werden.

    Wir reißen den Mercedes erstmal auseinander, kümmern uns um die bereits identifizierten Baustellen und finden natürlich direkt neue.

    Der Abgastrakt wird geschweißt, weil er an mehreren Stellen gerissen ist und wackelt wie verrückt. Schellen werden nachgezogen und danach herrscht erst einmal Ruhe.

    Bremsen, Reifen und Fahrwerk sehen zum Glück noch ganz gut aus. Bis auf den Federbalg hinten rechts macht alles einen ordentlichen Eindruck. Also raus damit. Ein neuer muss her, denn wer will schon schief auf halb acht hängen und schlafen?

    Der Liegetest verläuft erfolgreich und vielleicht lohnt sich ein Kofferraumausbau für zusätzliche Staufläche doch.

    Das Radio bauen wir ebenfalls aus. Ernüchternderweise hängt es allerdings am MOST-Bus und ist damit nahezu nicht sinnvoll zu ersetzen. Einen erstaunlich guten Klang hat es trotzdem. Also spielen wir die Musik erstmal über einen FM-Modulator ein und schauen, wie sich das Ganze bewährt.

    Stück für Stück prüfen wir weitere Kleinigkeiten und arbeiten uns durch Wartungsstau, Verschleißteile und alles, was uns sonst noch begegnet.

    Die Teileliste wächst stetig und wir schauen mal, was am Ende dabei herauskommt.

    Zwischendurch wird gemeinsam gesnackt und das eine oder andere Radler vernichtet.

    Die Stimmung passt. Die Chemie passt.

    Das wird geil.
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  • Operation am offenen Herzen

    16 April, Jerman ⋅ ⛅ 13 °C

    Tilmann kann das Schrauben nicht lassen

    Eigentlich wollten wir ja erstmal nur Bestandsaufnahme machen.

    Eigentlich.

    Aber wer Tilmann kennt, weiß, dass das ungefähr so realistisch ist wie eine Balkan-Rallye ohne Pannen. Kaum steht der Mercedes in der Werkstatt, wird bereits wieder geschraubt.

    Also liegt kurze Zeit später die komplette rechte Fahrzeugseite offen.

    Und wie immer bestätigt sich dabei eine einfache Regel: Wer anfängt zu suchen, findet auch etwas.

    Offenbar hatten sich einige Vorbesitzer bei diversen Reparaturen kreativ ausgetobt. Falsche Schläuche, fragwürdige Lösungen und Teile, die dort eigentlich nichts verloren hatten, tauchen nach und nach auf. Dazu kommen einige Dichtungen, die ihre besten Tage definitiv bereits hinter sich haben.

    Immerhin finden wir einiges, das man sinnvoll beheben kann.

    Was wir allerdings immer noch nicht finden, ist die Ursache für den schwarzen Ruß aus dem Auspuff.

    Genau deshalb wird die Suche fortgesetzt.

    Nachdem die rechte Seite weitgehend untersucht ist, wandern unsere Blicke auf die linke Fahrzeugseite. Irgendwo muss die Ursache schließlich versteckt sein. Also wird weiter zerlegt, geprüft, geflucht und diskutiert.

    Langsam entsteht das Gefühl, dass wir das Auto irgendwann besser kennen werden als die Ingenieure, die es ursprünglich gebaut haben.

    Zwischendurch gibt es aber auch gute Nachrichten.

    Die ersten Ersatzteile treffen ein und damit wächst die Hoffnung, dass aus unserem Projekt langsam wieder ein fahrbereiter Mercedes wird.

    Das eigentliche Highlight des Tages sorgt jedoch für deutlich mehr Begeisterung als jede Dichtung oder jedes Ersatzteil:

    Tilmanns heilige Ratsche ist wieder da.

    Warum genau man sich über ein Werkzeug derart freuen kann, verstehen vermutlich nur Menschen, die regelmäßig schrauben. Aber die Freude ist riesig.

    Damit sind Team, Werkzeug und Motivation wieder vollständig.

    Der Mercedes sieht das vermutlich etwas anders.

    Denn eines ist sicher:

    Morgen wird weitergeschraubt. 🔧🚗😄
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  • Weiter geht’s… Liste wird nicht kürzer

    27 April, Jerman ⋅ ⛅ 14 °C

    Schrauben bis die Finger taub werden

    Langsam nähert sich der Mercedes dem Zustand, den wir uns eigentlich von Anfang an gewünscht hätten. Also zumindest theoretisch.

    Praktisch bedeutet das natürlich, dass weiter geschraubt wird.

    Die neuen Teile sind da und nach und nach wandern die Nebenaggregate zurück an ihren Platz. Eigentlich klingt das nach einer einfachen Aufgabe. Wer allerdings schon einmal an einem Mercedes gearbeitet hat, weiß, dass manche Ingenieure offenbar die Herausforderung geliebt haben.

    Manche Schrauben sieht man nämlich nicht.

    Man erreicht sie nicht.

    Und an sie heranzukommen funktioniert hauptsächlich nach dem Prinzip:

    Fühlen statt sehen.

    Also hängen wir halb im Motorraum und versuchen Bauteile zu montieren, die irgendwo hinter anderen Bauteilen versteckt wurden. Man arbeitet quasi blind und orientiert sich nur noch an den Fingerspitzen.

    Teile anbauen, indem man mit den Fingern sieht. 😂

    Natürlich fordert das Ganze seinen Tribut.

    Beim AGR-Ventil schafft es mindestens einer von uns, seinen Fingern beizubringen, dass Metallteile durchaus härter sein können als Knochen. Der Begriff "Fingerbruch am AGR" geht zwar vielleicht etwas weit, aber angenehm war die Begegnung definitiv nicht.

    Neben der Schrauberei bekommt der Benz auch endlich frische Flüssigkeiten spendiert. Was rausläuft, sieht teilweise so aus, als hätte es die vergangenen Jahrzehnte im Fahrzeug verbracht. Also kommt alles neu, was neu sein sollte.

    Auch der neue Federbalg hinten rechts findet endlich seinen Platz.

    Damit verabschieden wir uns hoffentlich dauerhaft von der Tieferlegung nach Pothole-Rodeo-Art und der Mercedes steht wieder so, wie Mercedes ihn ursprünglich geplant hatte.

    Zumindest für den Moment.

    Als wir gerade richtig Fahrt aufnehmen wollen, meldet sich das nächste Werkstatt-Highlight.

    Die Hebebühne gibt auf.

    Perfektes Timing.

    Während wir noch überlegen, wie viel Fluchen angemessen ist, beschließt anschließend auch die Batterie, dass sie für heute genug gearbeitet hat.

    Also erstmal laden.

    Man könnte fast meinen, nicht nur der Mercedes wäre mit den Nerven am Ende.

    Zwischendurch wird natürlich auch die Surron getestet. Schließlich braucht man zwischen all dem Schrauben gelegentlich etwas, das einfach funktioniert und Spaß macht. Ein seltsames Gefühl nach stundenlangem Kampf mit dem Benz.

    Am Ende des Tages sind wieder einige Baustellen verschwunden.

    Ein paar neue haben wir vermutlich ebenfalls gefunden.

    Aber langsam entsteht das Gefühl, dass wir Fortschritte machen.

    Und wenn es am Ende doch nicht reicht, wissen wir zumindest eines sicher:

    Unsere Finger finden inzwischen jede Schraube im Motorraum auch ohne Augenkontakt. 🔧😂🚗
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  • Endlose Schrauben; erste Nacht draußen

    3 Mei, Jerman ⋅ ☁️ 14 °C

    Die Liste wird kürzer. Leider nur kurz.

    Eigentlich läuft es ganz gut.

    Zumindest theoretisch.

    Praktisch schaffen wir es, einen Punkt auf der To-do-Liste abzuhaken und dabei gefühlt zehn neue hinzuzufügen. Der Mercedes bleibt sich also treu und sorgt dafür, dass uns die Arbeit nicht ausgeht.

    Immerhin bekommt er einen neuen Turbosteller spendiert und das Niveausystem wird vorerst erfolgreich ausgetrickst. Kleine Siege darf man schließlich feiern.

    Das Problem:

    Fahren tut er trotzdem wie ein Sack Nüsse.

    Irgendwo klackert, rasselt und scheppert es noch immer fröhlich vor sich hin. Wirklich Vertrauen schafft das nicht, aber irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem man einfach wissen will, was die Karre auf der Straße macht.

    Also gilt das Motto:

    Raus. Um. Jeden. Preis.

    Wir werfen unser Zeug ins Auto, klappen die Türen zu und fahren einfach los.

    Man muss schließlich auch mal testen, ob die Baustelle rollen kann.

    Tatsächlich führt uns der kleine Ausflug an den Elbe-Havel-Kanal. Für die erste gemeinsame Übernachtung unter freiem Himmel suchen wir uns einen ruhigen Platz und hängen die Hängematten zwischen die Bäume.

    Und plötzlich ist das Auto für ein paar Stunden völlig egal.

    Kein Werkzeug.

    Keine Fehlersuche.

    Keine Teilelisten.

    Nur Wasser, Ruhe und ein Abend, wie man ihn viel öfter haben sollte.

    Die Nacht wird traumhaft.

    Irgendwo zwischen den Gesprächen über die Rallye, zukünftige Strecken und den üblichen völlig bescheuerten Ideen schlafen wir irgendwann ein.

    Am nächsten Morgen werden wir von einem Sonnenaufgang geweckt, der jede Schrauberstunde der vergangenen Wochen vergessen lässt.

    Das Licht spiegelt sich auf dem Kanal, die Natur erwacht langsam und für einen Moment fühlt sich alles genau richtig an.

    Es ist unsere erste Nacht draußen.

    Die erste Nacht, in der aus einem alten Mercedes-Projekt langsam eine echte Abenteuerkarre wird.

    Der Benz klackert zwar immer noch wie verrückt.

    Aber zum ersten Mal haben wir das Gefühl, dass das vielleicht gar nicht so wichtig ist. 🚗🌅🌲🏕️😄
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  • Schrauberhölle

    10 Juli, Jerman ⋅ 🌙 21 °C

    Was für ein Wahnsinn

    Bis zur letzten Minute wird geschraubt.

    Eigentlich wollten wir irgendwann mal fertig werden. Stattdessen klöppeln wir noch immer Teile auseinander und wieder zusammen.

    Dashboard.

    Fahrwerk.

    Bremsen.

    Gefühlt tausende Schrauben und Einzelteile.

    Irgendwo liegt immer noch Werkzeug herum und ständig fällt jemandem noch eine Kleinigkeit ein, die man „mal eben schnell“ erledigen könnte.

    Die Klimaanlage funktioniert übrigens immer noch nicht.

    Aber irgendwann muss man Prioritäten setzen.

    Klar wäre es schön, bei 35 Grad mit kalter Luft durch den Balkan zu fahren. Andererseits wären funktionierende Bremsen und ein laufender Motor durchaus ebenfalls ganz praktisch. Also wird die Klima vorerst in die Kategorie „Luxusproblem“ einsortiert.

    Ansonsten macht der Hobel tatsächlich einen erstaunlich guten Eindruck.

    Zumindest meistens.

    Die Bremsen quietschen zwar wie verrückt und sorgen dafür, dass uns vermutlich jeder Fußgänger schon hört, bevor er uns sieht, aber was will man machen? Wenn sie irgendwann runter sind, kommen eben neue drauf.

    Es gibt schließlich wichtigere Baustellen.

    Die Dachhalterung steht.

    Die Surron sitzt fest.

    Alles hält.

    Die letzten Felgen werden noch tief in der Nacht lackiert, während wir uns langsam fragen, ob Schlaf nicht doch langsam sinnvoll wäre.

    Aber genau für solche Momente macht man das alles.

    Langsam verwandelt sich der alte Mercedes von einer Ansammlung fragwürdiger Ersatzteile in unser Rallyefahrzeug.

    Unser Fahrzeug.

    Für einen Moment stehen wir da und schauen uns das Ergebnis an.

    Klar, perfekt ist etwas anderes.

    Aber darum geht es auch nicht.

    Es geht darum, loszufahren.

    Die Abenteuer beginnen nicht in der Garage.

    Sie beginnen auf der Straße.

    Irgendwann gegen tief in der Nacht fällt dann die Entscheidung:

    Jetzt wird geschlafen.

    In ein paar Stunden geht es los.

    Nach Wochen voller Schrauberei, Teilebestellungen, Fehlersuche, Fluchen, Improvisation und völlig bescheuerter Ideen ist es plötzlich so weit.

    Der Start steht bevor.

    Und während wir todmüde ins Bett fallen, bleibt eigentlich nur ein Gedanke:

    Was für ein Wahnsinn.

    🚗🔧🌍🍻😄
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  • Start- auf los geht's los

    12 Juli, Jerman ⋅ ☁️ 27 °C

    Wenige Stunden schlaf später geht's ab.
    Letztes mal Klimaanlage versucht zu retten, aber keine Chance...

    Aber egal jetzt.
    Surron drauf Tschüss sagen für Tillman und ab dafür.

    Die Strecken werden geteilt.
    Jeder fährt mal, damit man auch mal was zu tun hat.
    Die ersten Kilometer versuchen wir noch die Klima iwie zu überlisten, aber ist nicht... egal. Akzeptieren und weiter geht's.

    Nach ein paar hundert Kilometern der erste Stau und wir voll rein, aber wir nehmens mit Humor. Paar Fotos mit der Drohne bißchen dumm quatschen und weiter geht's...

    Kaum in Bayern treffen wir auf der Autobahn und in Umfeld die ersten Gleichgesinnten. Kurzer Plausch an der Tankstelle ⛽️ und wir wissen schon mal wie unser Funkgerät funktioniert.

    Mit Moèt und Vierbeiner entstehen die ersten Gespräche.

    Aber wir wollen zur Akkreditierung und weiter geht's. Die Km rufen
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  • Erster Abend im Wahnsinn

    13 Juli, Austria ⋅ 🌙 18 °C

    Nach 170 km extra Sightseeing ( Ja ok wir haben uns gnadenlos verfahren) kommen wir endlich an uns tauchen in eine Welt der ganz anderen Art ein.

    Da denkt man, man landet im Hinterland und reißt irgendwo in der Einsamkeit mit ein paar Gleichverrückten durch die Gegend und dann öffnet sich vor dir ein szenischer Club mit hunderten Leuten und absolut verrücktem Setting .
    Bevor wir uns rein stürzen geht es aber erstmal auf den Zeltplatz, aber da ist es nicht mal besser. Überall nicht und Party und die ganzen verrückten.
    Absolute Reizüberflutung von allen Seiten.

    Wir finden unseren Platz, aber ich nicht meine Schuhe, aber egal. Barfuß geht's in die Bar erstmal Pizza 🍕 und Schnaps.

    Gestärkt stürzen wir uns ins Getümmel .
    Der Beat drückt von der Flugzeugtreppe ✈️ und wir tauchen ins Ambiente ein.

    Gespräche entstehen im Grunde ganz von allein. Neben uns brennt die Pannigale erstmal einen halben Reifen weg (der Rest folgt später) . Wir treffen Sina, Jannik, und Alina wieder und einen Zimmermann auf Österreich, der aber im Pott wohnt und jetzt hier ist ^^.

    Die ersten Bekanntschaften entstehen, Namen, Nummern und andres wechseln die Besitzer. Iwann kriechen wir in unsere Kojen während im Camp noch die Onkels ballern .

    Schlafen wird die nächsten Tage wieder wenig 😀
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  • Ab an den Ballaton... Und dann weiter

    13 Juli, Hungaria ⋅ 🌙 22 °C

    Die Zeit scheint still zu stehen, aber die Erlebnisse kommen in unglaublicher Geschwindigkeit.... Nach dem Schrauben und der Action im Wald geht es Richtung Ballaton km schaffen wir kaum... Aber Eindrücke... Der Ballaton ist einfach nur schlammig... dreckig und schlammig... Aber egal, wir genießen die Abkühlung.
    Teilweise hast du hier die moderne Zeit wir bei uns und dann wieder stehst du vor einer Bimmelbahn aus den 70 ern die auf Schienen daher rüttelt, wie sie schiefer nicht sein könnten und das Gleisbett vermittelt den Eindruck, dass da seit 100 Jahren nichts mehr fährt.... Aber wir ballern weiter und kommen zu den Hamasq Kasernen am nostöstlichen Ende des Ballatons. Ein Highlight sondergleichen. Der Verfall macht eine Rettung unmöglich aber überall ist er noch .... Der Prunk der alten Zeit. Parkett, was überall noch liegt, Stuck im Konzertsaal der Kaserne, die endlos langen Gänge mit Malereien und allem. Selbst zugewachsen wirkt der Innenhof noch mit Gigantismus und Schönheit... Der alte Turm wird bis zum Ende bestiegen und der Ausblick ist grenzenlos und ebenso schön.... Bis man Tillman wieder an unserer Klimaanlage basteln sieht und weiß... Jetzt stehen wir wieder für Stunden :D 😀 .
    Egal. Wat mut dat mut. Also klimaanlage ... Kindern versuchen ein Fahrrad zu reparieren... Und dann wieder ab in die Nacht... Ruhe gibt es hier keine, weil selbst in der Nacht... findest du plötzlich am Wegesrand Andere Potholer , die gerade über einen Bahnübergang geballert sind, ihre Achse hinten zerrissen haben...5m entfernt zum gucken parken... Und echt direkt dort einen alten Opa finden in dessen Garage sie stundenlang ihre Achse wieder mit Baustahl zusammen brutzeln... Mit Baustahl verdammt nochmal . .. Wie geil.
    Wir helfen wo wir können und dann geht's noch weiter bis Mitternacht bis wir am Ziel ankommen. Der Feuerturm in der Sandgrube.
    Wie intelligent ist es nachts in eine Sandgrube zu fahren.... egal. Fragt man nicht... Macht man einfach.... Also rein da und dann vorlaufen und scouten schaffen wir es fast Bis zum Turm... zum Glück haben wir es nicht noch weiter versucht.
    Aber es ist eh noch viel zu früh, schließlich hat der neue Tag noch nicht ganz begonnen, also Surron abbauen und muss zum Turm. Durch feinsten Quarzsand läuft es sich super .. Und die Surron kämpft auch um jeden Meter. Dann steht man vor dieser riesigen Zinne im Nirgendwo und.... natürlich... krabbelt man hoch...
    Die Leiter ist.... gewöhnungsbedürftig.... Aber hält.... Die Taube im Dachstuhl ist nervig.... Aber juckt nicht... Dann steht man oben... komplette Stille.... kein Licht weit und breit.... Und es für eine Stimmung. 3 Typen, die sich teils kaum kennen... Auf einem Trip durch den Balkan in einem alten Mercedes... Hier realisiert man, was man gerade tut.... Und dann macht man weiter, weil Geile Scheiße will erlebt werden und Ruhe kommt später dran. Also ab zurück zum Auto in die Hängematte und die täglichen 4-5h schlaf abholen. Es heißt gute Nacht.... Denn der morgen wird wild
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  • Jetzt geht's richtig los

    13 Juli, Slovenia ⋅ ⛅ 31 °C

    Der Tag beginnt früh, einfach weil es so ist^^.
    Als das Camp langsam erwacht wackel ich endlich zur Akkreditierung und hole endlich Roadbook und Zubehör ab.

    Auf den Weg zurück mit dem Käsemobil kurz Connected.
    Die beiden haben Sponsoring und Influence top verstanden.
    Neidisch gucke ich auf die Hängematten Halterung auf den Dach.

    Die Jungs sind wach geworden, wir machen uns bereit und Motivation und Einweisung durch den Back Road Club gehen los.
    Ist schon ein geiles Feeling mit den ganzen Verrückten hier.

    Nachdem die Grundregeln... es gibt keine Regeln... geklärt sind geht es zum Start Auslauf.
    Danny und ich springen aufs Dach. Er auf die Surron und ich daneben, Tillman fährt den Hobel und ab geht's fürs Foto durchs Tor.
    100 m dahinter... Schrauben erstmal... Wir basteln wieder .. An der Klima...

    Welle ist wieder ab die ... 10.
    Erster Schrottplatz sei unser.
    Tillman geht fachmännisch rein und tatsächlich kommt er mit frisch gefrästem Teil wieder raus.
    Also mischen wir wieder Epoxy an und probieren es erneut... ist erspare mir mal den Kommentar, dass wir es in einer Frikadellenpackung gemischt haben. 🤣

    Hoffen wir es mal, dass es dieses mal hält.

    Danach geht es endlich in den Wald und wir ballern mit der Surron los.
    Ab und den Wald und Spaß haben.
    Keiner stirbt... ist also als Erfolg zu werten.

    Das der Inverter fast abfackelt bin laden ignorieren wir einmal... Was uns vielleicht nochmal die Karre kostet.

    Aber Kilometer schaffen wir so gar nicht... Aber egal.
    Kurz einkaufen, natürlich nur gesunde Dinge 😉.
    Ein älterer Herr erkennt die Kennzeichen und schon sind wir mittendrin. Jahrzehntelang in Deutschland gewohnt und gearbeitet können wir uns super verständigen und verlieren uns in Gesprächen über Jugoslawien, Kommunismus, Hittler, die Serben und das tägliche Allerlei. Er erzählt uns von seinem Hof den er hier hat und wir von unserer Tour.

    Er ist sichtlich begeistert und so endet es erst wirklich spät und glücklich ziehen wir von dannen und jeder hat was neues gelernt.

    Weiter geht's Richtung Ungarn.
    Kaum hinter der Grenze schon gibt es Kontrolle.
    Tief Luft holen, aber nur kurz mein Ausweis gezückt und ein kurzer Plausch über das Bö- Se Kennzeichen insbes weiter geht's.

    Alle so entspannt hier.
    Kurze Zeit später der Fauxpas... Kühlbox geht nicht. Also wieder... Schrauben.
    Wir wissen nicht warum, aber jetzt geht sie wieder. Also weiter.
    Endlich Ballaton. Endlich Wasser...
    Hier endet es erstmal. Der Rest folgt später.
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  • Der nächste Morgen oder... Schlaf was ist das...

    14 Juli, Hungaria ⋅ ☀️ 31 °C

    Schlaf ist hier wirklich nur eine Notwendigkeit. Die Sonne geht auf. Und wir gehen mit. Die Drohne macht noch einen Rundflug und zeigt uns die Taten von letzter Nacht... Dummheit inkl. Und dann wird los gehetzt. Ungehört 50m ... Warum fährt man nochmal nachts ohne Sicht in eine Sandgrube... fest gefahren...
    Egal Fußmatten drunter Sand weg Graben und zurück...
    Anlauf nehmen und Tillman gibt Feuer... Der Mercedes Ächzt.. Die surronhalterung ist am Limit das Auto fliegt nur so durch den Sand... Aber er kommt oben an. Der Junge weiß es er tut... Der ist irre, aber er weiß, was er tut. Von uns dreien gibt's keinen der besser für solche Aktionen ist. Beweist er uns in 24h ja gleich dann nochmal. Wir fliegen Richtung Checkpoint. Und kommen wirklich nur mit 5 Minuten Verspätung an.

    Jannik und Co Schrauben am Domlager und natürlich lassen wir sie nicht alleine. Tillman lötet an der Klima, Danny bedient unsre Challenges, und ich Fülle unsere Vorräte mit Wasser und Surronakku auf. Dann wieder helfen beim Schrauben und weiter geht's. Es ist verrückt, was hier in der bloßen Natur möglich ist... Dämpfer passt nicht rein.... Hebebühne fehlt... Dann Graben wir ein Loch unter die Achse, dann geht das schon... Und am Ende ballert er erstmal wieder über die kleine Rennstrecke ... Aber richtig repariert ist das nicht. Die drei ziehen also los auf der Suche nach Ersatzteilen... Eine ganz eigene Odyssee... Aber dazu vielleicht später mehr... Wir fliegen, leider alleine, weiter Richtung Rumänien
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  • Ab Richtung Rumänien

    14 Juli, Rumania ⋅ ☀️ 27 °C

    Da wir keine Klima haben und nicht als warme Brüder durchgehen... kühlen wir uns ab, wo es geht.

    Wenn das eben ein Rasensprenger mitten auf einer Verkehrsinsel ist... Dann nehmen wir den...

    Zwischendurch ist immer mal wieder die ein oder andere Challenge fällig. Heute David gegen Goliath.

    Also nehmen wir uns einen riesigen Mähdrescher und hauen unser kleines Auto daneben... schon winzig^^.

    Weiter geht's zu einem schönen Aussichtspunkt... Aber relevant ist nur die Anfahrt^^ . Steile Winkel, mega mäßig Schräglage gegen Hang und Abgrund... Und die Piste ist überhaupt nicht einsehbar... Aber egal. Geil wars gewesen. Natürlich krabbeln wir auch auf das Denkmal am Aussichtspunkt, weil wenn schon Aussicht, dann von ganz oben. Und so sitzen wir in den Buchstaben, die wir überhaupt nicht verstehen ... Aber egal.

    Runter geht's in Kombination.
    Surron und Mercedes. Durch den Wald mit der Surron natürlich erheblich geiler ^^ . Und so tauschen wir durch und geben alles. Wenn wir wüssten, was für die Surron noch alles zum spielen kommt^^ .

    Damit wir auch irgendwo ankommen fahren wir zum Herkulesbad, einer Thermalquelle und finden dort einen irren Haufen Potholer.

    Die bauen sich noch unterbodenschutz aus Blechen für die 66a... Die wir auch fahren wollen ... Aber zum Glück werden wir sie dort nur begrenzt brauchen. Geschadet hätten sie am Ende aber nicht.
    Hängematte wird zwischen Auto und Leitplanke angesetzt.... auch mal was Neues... Und so geht's ab in den Schlaf... Der Wahnsinn startet am nächsten Morgen
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  • 66a

    15 Juli, Rumania ⋅ ☁️ 22 °C

    Der Wahnsinn beginnt.
    Im frühen Morgen löst sich das Camp auf und wir ziehen los. Einige Potholer sind schon an uns vorbei und Richtung 66a unterwegs. Kurz vor der Einfahrt wird nochmal alles gecheckt.
    Reifendruck runter, Surron vom Dach und dann geht's los. Es staubt und dreckt dir ganze Zeit.
    Auf der Surron ist man mittendrin. Die Jungs genießen es uns einzuschmocken, aber egal wir ballern zwischen den Autos und haben unseren Spaß.
    Der Mercedes schiebt sich gemütlich überall drüber und macht seinen Job tadellos.

    Mitten im nirgendwo drehen die anderen komplett frei. Mit jedem Fahrzeug wird ein Hang hoch geballert ohne Rücksicht auf Verluste. Geile Bilder, aber Materialschlacht ohne Ende.

    Ein kleiner Maulwurf zählt leider zu dem Opfern der Route.
    Vor uns wurde er schon oft von der Straße runter gesetzt, aber bei uns wurde er übersehen und auch Wiederbelebungsmaßnahmen blieben ohne Erfolg.

    Ab der Schlüsselstelle der Route beginnt der Kampf. Fahrzeug um Fahrzeug kämpfen sich hoch teilweise mehrere Versuche sind nötig um die Fahrzeuge hoch zu drücken.
    Alle helfen mit. Es wird geschoben und gezogen und ab und an auch in Deckung gegangen, wenn der Grip wieder kickt und die Steine fliegen.

    Hier werden Fahrer und Fahrzeug maximal gefordert. Emotionen, Spaß und Spannung an Limit. Es wird beratschlagt und unterstützt....
    Das ist Pothole

    Als endlich alle oben sind, wird repariert. Defekte Bremsen, geplatzte Reifen zerstörtes Differential... Das Stück hat Material gefressen.

    Egal die Gruppe hält zusammen und ein Foto beweist.... Wir waren hier... Wir haben es geschafft.
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  • 66a, aber feucht ^^

    15 Juli, Rumania ⋅ ☁️ 21 °C

    Die schwerste Stelle war geschafft und die Reparaturen an den Fahrzeugen fast abgeschlossen als pünktlich zum Platzregen auffiel.... oh mein Reifen ist platt.... Also nochmal raus und Reifen wechseln... duschen geht eigentlich anders...

    Dann kommt die echte Herausforderung. Der Wald ist immer noch eng. Der Weg ist immer noch steil.
    Dank der Wassermassen siehst du nicht mehr, was für Lunken du da hast ... 2cm oder 20cm. .... scouten wird zum Ratespiel.

    Aber der Benz hobbelt überall drüber.
    Einmal setzen wir relativ brutal auf. Das kostet uns maximal Fleisch, aber was willst machen.... Wir kommen unten an und die anderen drehen auf der Wiese nochmal hart durch. Im wörtlichen, wie im übertragenen Sinne... Wir haben es geschafft. Verrückt
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  • Transalpin Nord und schlafen

    15 Juli, Rumania ⋅ ☁️ 24 °C

    Als wenn der Tag nicht schon lang genug war und wir fertig sind... ziehen wir weiter.
    Es geht kurz einkaufen für Sinas Geburtstag 🎂 und dann rauf auf die Transalpin Nord.
    Das Fahrwerk muss schieben, die Reifen müssen quitschen und die Insassen müssen fliegen. Niemals würde man sein privates Auto so an die Grenzen bringen.... Und das dauerhaft, aber hier ist das eben so. Einfach geil

    Irgendwann wird die Stimmung von einem miesen Geräusch gestört. Ein Scharren und Schleifen.
    Erster Verdacht.... Radlager.
    Alles andere als schön. Hier im nirgendwo schwer zu lösen, aber was willst machen.... Werkstatt gesucht, Johannes aktiviert( Kumpel den wir in Rumänien beim Shopping kennen gelernt hatten und los geht's.

    Fast schon wäre es an dieser Stelle für heute vorbei gewesen. Dann aber sehen wir einen großen Stein am Straßenrand und ein beherztes... "komm lass drauf fahren und drunter gucken" später die Lösung.... nix Radlager. Ein Hitzeschutzblech hatte sich gelöst und schabte an der Kardanwelle. Schnell entfernt und um den Auspuff gewickelt, der eh schon Lose war ( Schlagloch 66a lädt grüßen) und nach der Probefahrt 2 Daumen nach oben und weiter geht's. Reifen und Fahrwerk wieder im Anschlag... es geht nach Transsilvanien in die Ebene von Vlad dem Pfähler. Ein Ausblick im Abebdlicht der und den Atem raubt...

    Hier nächtigen wir. Es war wieder zuviel für einen Tag. Die anderen fliegen über die Autobahn an uns vorbei... Sie wollen den Checkpoint schaffen. 2h schlaf und dann nachts über die Transfargasam. Wir lassen ihn lieber aus. Die Transfargasam nicht zu genießen, wäre ein Frevel gewesen. Doch jetzt erstmal schlafen
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  • Transfsrgasam und der lange Weg nach Bulgarien

    15 Juli, Rumania ⋅ ☁️ 16 °C

    Die Nacht in Transsilvanien haben wir easy überlebt und auch am Hals sind keine neuen Wunden zu sehen. Vlad der Pfähler hat uns also nicht heimgesucht. Allerdings haben die Verrückten (Sina,Yannik,Nina und Ahri) uns Nachts nicht nur überholt, sondern sind auch schon vor uns wieder los und auf dem Weg Richtung Checkpoint. Wir haben uns aber entschieden diesen Checkpoint sausen zu lassen und lieber die Transfargasan zu genießen. So frühstücken wir und machen uns dann nach kurzem schrauben auf den Weg. Endlich können wir die Surron im Auto laden. Tilmann baut unsere Starterkabel mithilfe einer lieben Oma und ihrer Werkzeuge zu Anschlusskabeln um und los gehts.

    Die Transfargasam ist einfach ein Traum enge Kurven ziehen sich den Berg hoch, endlose Aussichten ergeben sich nach jeder Kurve. Mein angepeilter Schlafplatz stellt sich als endlose Ebene mit Wasserfall und Schafen heraus.... Bilder, die man nie wieder vergessen wird.

    Oben machen wir halt an einem riesigen Bergsee. Ein kleines Stück Permafrost mäandert an seinem Rand und wir klettern ein wenig rum, genießen die Zeit, lassen ein paar Steine flippen... Die Natur nimmt uns einfach komplett ein und Zeit wird unwichtig.

    Runter vom Berg wird wieder geballert was die Straße zulässt. Der Mercedes bekommt wirklich keine Gnade. Nichtmal Die Grizzlyteddybären bremsen uns langfristiger. Wir wollen Gummi riechen . Eine Abkühlung am Wasser muss sein, aber sonst ziehen wir durch. Südrumänien kommt leider auf der Reise sehr kurz. Wir fahren einfach nur durch. Wir liegen weit hinten im Zeitplan und müssen augholen also fahren wir den ganzen Tag durch und kommen erst tief in der Nacht an unserem Ziel an... Buzludzha... Hier kommen wir zur Ruhe und ich tue das, was ich schon die ganze Zeit vorhabe... schlafen... Wo genau.. Dazu kommen wir dann.
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  • Buzludhza Denkmal.... Schlafen auf dem LP

    17–18 Jul, Bulgaria ⋅ 🌙 16 °C

    Ich wache morgens auf und hänge in meiner Hängematte im großen Saal des Buzludzha... Ein gigantisches Monument des Kommunismus. Das Ufo, wie es viele nennen schläft selber noch. Nachts sind wir hier angekommen und eingestiegen. Leider sehr spät und der Zank, den ich deswegen angestoßen habe, war nicht fein, aber das war mir wirklich wichtig. Nach einer kleinen Erforschung habe ich mein Lager aufgeschlagen hier und genieße jetzt das Gebäude ganz für mich zu haben. Nachts hat man jedes knacken und jeden Windzug misstrauisch gewertet... Jetzt schlendere ich durch die riesigen Hallen. Es ist Phänomenal. Der Verfall ist der Wahnsinn bei einem Gebäude, dass nicht mal 100 Jahre alt ist. Überall sieht man die Schönheit der alten Zeit. Kommunistische Mosaike, die mehrfach zu retten versucht wurden. Diese Megaarchitektur und in der Dunkelheit überall diese kleinen schönen Szenen, die sich ergeben. Im Eingangsbereich höre ich auf einmal Stimmen und werde schon nervös. Bei einem Blick aus dem Fenster sehe ich aber, dass es Verrückte von uns sind. Fritz und Martin haben es sich mit dem Auto vor dem Eingang gemütlich gemacht. Ich hole sie rein und wir erforschen gemeinsam das Gebäude. <
    "Da wirst ja däppert" wird für sie die nächsten Minuten zum Standard. Für sie ist es vermutlich noch beeindruckender, weil sie nicht regelmäßig durch die Dunkelheit und alte Gemäuer kriechen. Wir kämpfen uns vor bis in den Turm und den roten Stern, der beeindruckend vor uns liegt. Immer wieder bete ich, dass Fritz keinen Mist macht ^^. Der Mann ist eindeutig verrückt... aber wer von uns ist das nicht... So super sympathische Menschen trifft man nur hier.

    Am Ende treibt es uns raus und wir trinken gemütlich ein Bier draußen , klettern auf den Buchstaben des Denkmals herum und die beiden reißen ihre Show ab... Die sind wirklich verrückt ^^
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  • Bekloppte treffen Bekloppte...

    17 Juli, Bulgaria ⋅ ☀️ 23 °C

    Nachdem wir uns das Denkmal angeguckt haben wird die Surron abgeschnallt, die Jungs frühstücken und ich verliere mein Handy mitten am Hang. Fast wäre es weg gewesen, aber dank Ortung und der Tatsache, dass Dannys Handy meinen Account inne hat, finde ich es wieder.. mehr Glück als Verstand. Nach einer Fotosession ballern wir mit der Kahlgrund Crew weiter in Richtung Südbulgarien zum Checkpoint. Da weiß immer gelb schlägt geht es schnell ins Gelände und was kann man Besseres da machen, als ein Strohballenwettrenen ^^. Gesagt getan und zwei Strohballen sind vor die Autos gespannt und los gehts. Sieger ist egal klar ist... der Spaß war richtig geil.
    Wir ziehen durch bis in die Abendsonne und bekommen den wohl heftigsten Sonnenuntergang geschenkt der Tour . Mit Ach und Krach und Notlauf zwischendurch kommen wir im Steilcamp an und nach etlichen Versuchen bekommen wir auch einen Platz hin. Geschillt wird nachts gefeiert. Sina bekommt dank Danny ein riesieges Gegburtstagsständchen und es gibt Torte und Sekt. Ich hoffe das entschuldigt für sie, dass sie ihren Ehrentag nur mit Verrückten begehen muss ^^. Am nächsten Morgen steht unsere Love Islang Challenge an, die wir mit dem Teambus zusammen machen, der just dann auch noch ausfällt und erst nach abschleppen und zurücksetzen wieder wagt anzuspringen ... Gott bewahre, dass wir den nicht zerlegt haben.
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  • Oblast Blagoewgrad

    18 Juli, Bulgaria ⋅ ☁️ 25 °C

    Das schiefe Camp lassen wir schnell hinter uns...
    Was schnell halt für uns bedeutet...

    Nachdem wir durch Yanniks Team Blut geleckt zieht es uns schnell auf abgeschiedene Pfade.

    Wir suchen uns den schlimmsten Weg, den wir finden "als Abkürzung" schnallen die Surron vom Dach und los geht's.
    Jeder Meter ein Risiko, der Gashahn der Surron hängt immer im Anschlag. Dreck und Staub fliegen nur so und immer die Frage... geht es noch abwegiger...

    Nachdem die Abkürzung geschafft ist geht es in den Rancha Saddle . Eine abgelegene Berggegend, die sich zig mal auftrennt, verzweigt und verwirrt. Anfangs gelingt es uns noch sinnvoll den Pfaden der anderen zu folgen... Irgendwann aber geht es immer tiefer ins Gebirge. Von großen Straßen entfernen wir uns immer mehr und es wird uriger und uriger... Aber es ist geil. Ich fliege mit der Surron durchs Gelände und Tillman und Danny ziehen mit dem Mercedes durch.

    Försterwenden und Sprünge für das Bike; Vorsprünge, Furchen und Engstellen für den Benz. Wir kommen voll auf unsre Kosten. Irgendwann fahre ich ein bißchen vor, ziehe Bahnen durch kleine Flüsse und treffe einen Goldschürfer... Und dann merke ich... Die Jungs sind weg.

    Ich mache mich auf die Suche. Es gab keine sichtbaren Abzweigungen und auch sonst nichts dramatisches... hinter einer Kurve stehen sie. Das Heck hinten rechts komplett am Boden... Die Blicke sehr unglücklich... kurzer Austausch... Dann ist klar... Der Federbalg ist geplatzt... Der Neue... kurzer Moment der Verzweiflung... mitten im nirgendwo...

    Aber Tilmann ist was schrauben angeht einfach die Nummer 1 ... "Micha, hol die Säge raus." 12cm im Durchmesser 15cm in der Höhe brauchen wir. Also wir schnell eine kleine Fichte gefällt und zugesägt. Mit dem Messer 🔪 bekommt unser Adapter die kerbe des Balges und dann legen wir unser Fahrwerk wieder hoch... Höhe passt erstmal, aber jetzt haben wir keinerlei Federung mehr. Wider besseren Wissens fahren wir wahnsinnig vorsichtig weiter.
    Das bremst uns brutal aus, aber Danny hält mega durch und lenkt den Mercedes präzise durch die endlose Wildnis. Ich scoute weiter, aber das Gebirge nimmt kein Ende. Wir kommen auf immer schlechtere Straßen, was uns weiter ausbremst. Wir durchqueren Camps der Sinti und Roma, die uns wahnsinnig freundlich versuchen zu helfen trotz kompletter Sprachbarriere. Noch 6km sagen sie. An nächsten Ort werden es 8, dann 4, dann wieder 10... Wir fangen an zu zweifeln und irren stundenlang durch die Hochebene. Irgendwann laden wir die Surron auf und laden den Akku... Wenn nichts mehr hilft komme ich mit der auf jeden Fall aus den Bergen raus.

    Als es wirklich schon gegen Abend und Dämmerung geht, sehen wir es auf der Karte.... Endlich geht es raus aus den Bergen. Selbst der Sprit macht uns schon Sorgen. Da der Tacho nicht geht, wissen wir nicht, wie es darum steht.

    Wir verlassen die Berge... Endlich wieder Zivilisation, Empfang,... Die Nachrichten der anderen Potholer erreichen uns und ihre Sorgen über unseren Verbleib.

    Wir sind durch für heute.

    Wir gehen etwas essen, suchen nach Schrottplätzen und ich breche kurz vorm schlafen 😴 schon fast zusammen und schlafe auf der Motorhaube, während die Jungs das Auto zum schlafen umbauen.

    Das werde ich heute Nacht noch bereuen... Denn ich achte nicht auf das Wetter und tue Blitz und Donner als weit weg ab. Ich schmeiße mich in die Hängematte und werde nachts vom Regen geweckt. Ich denke mir erst das ich einfach durchhalte. Der Regen schafft es normalerweise nicht in den Schlafsack... Leider habe ich ihn nur als Decke genutzt und flugs ist das Innenleben nass und der Thermoeffekt bricht zusammen. Ich muss ins Auto flüchten und quetsche mich auf den Fahrersitz.

    Wenigstens die Jungs sollen vernünftig weiter schlafen. Also bitte ich nicht um eine Decke und zittere mich warm und heize die Klamotten wieder trocken. Endlich mal ein Vorteil des hohen Blutdrucks... Mein Körper kocht.

    Ungemütlichst und schlafarm Kämpfe ich mich durch die Nacht.

    Am nächsten Morgen ist alles nass draußen sowieso, aber auch am Kofferraum war nicht alles dicht und Matratze und Co haben etwas abbekommen....

    Also erstmal in der Sonne alles trocken brutzeln. Zumindest Glück ballert die ohne Gnade.

    Wir treffen noch eine Familie wilder Hunde 🐕 und fahren weiter.... es gilt wieder wahnsinnig viel aufzuholen
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  • Vllaho-Psilloterë

    19 Juli, Albania ⋅ ☀️ 32 °C

    Wir sind im Rush Modus. Die vergangenen Tage haben Kraft, aber auch Zeit gekostet.
    Griechenland fliegen wir nur durch. Ein kurzer Stopp am Strand, ein kleiner Ausflug durch Thessaloniki, dann geht es weiter nach Albanien.

    Kaum hinter der Grenze, springt die Uhrzeit um wird uns klar.. So früh waren wir ja noch nie im Camp... Also ab an den Straßenrand und ab ins Wasser. Wir genießen ein kühles Bier und den Schatten in der Schlucht.

    Im Camp genießen wir die Fahrerbesprechung und die Geschichten, die passiert sind. Dann machen wir uns ran und prüfen unser eigenes Fahrzeug. Fehler werden gefunden und am Ende der Nacht steht der Plan, was wir im Anschluss des nächsten Tages an Teilen besorgen und einbauen. Die Nacht wird sternenklar und wunderschön, wie alle ohne Regen ;)
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  • Himarë

    20 Juli, Albania ⋅ 🌙 27 °C

    Nachdem wir am Vorabend noch bis spät in die Nacht Pläne geschmiedet hatten, wie wir unser Auto wieder fit bekommen könnten, begann der Tag überraschend entspannt. Zum ersten Mal auf dieser Reise wurde ich morgens in der Hängematte mit Frühstück am „Bett“ verwöhnt. In Kombination mit der fantastischen Aussicht auf das Flussdelta hätte der Tag kaum besser starten können.

    Während wir unseren Kaffee genossen, statteten uns noch einige streunende Katzen einen Besuch ab. Tilmann war natürlich sofort begeistert und musste nur mit großer Mühe davon abgehalten werden, spontan eine davon zu adoptieren. Meine Argumentation war dabei denkbar einfach: Wenn ich keinen Hund adoptieren durfte, durfte er auch keine Katze mitnehmen. Fair ist fair.

    Nach einem kurzen Waschbad in einem natürlichen Wasserbecken machten wir uns auf den Weg zum Teilehändler. Dort wartete bereits die erste positive Überraschung auf uns. Die benötigten Teile lagen schon bereit, ein neuer Tacho und ein Stecker für das Mengenregelventil waren schnell organisiert und eingebaut. Zum ersten Mal seit Tagen sah alles nach einer echten Erfolgsgeschichte aus.

    Dann ging es ins Lager. Und was für eins. Es fühlte sich an, als hätte dort jemand sämtliche Mercedes-Ersatzteile der frühen 2000er-Jahre gesammelt. Motoren stapelten sich bis unter das Dach, Regale voller Achsen, Verkleidungen, Kabelbäume und alles, was man sich vorstellen konnte. Für uns war das praktisch das Schlaraffenland für Pannengeplagte. Alles, was direkt vor Ort eingebaut werden konnte, wurde kurzerhand montiert. Den neuen Federbalg nahmen wir erstmal mit, der sollte zu einem späteren Zeitpunkt seinen großen Auftritt bekommen.

    Mit wiedergewonnener Zuversicht ging es anschließend nach Himarë. Zum ersten Mal seit längerer Zeit konnten wir entspannt essen und trinken, ohne dabei über Werkzeuge, Fehlermeldungen oder Ersatzteile nachdenken zu müssen. Besonders auffällig war die große Zahl an „Lennys“, unserem Teddybär-Maskottchen, die uns überall begegneten. Natürlich durfte auch ein Eis bei einem der berühmten Eismänner nicht fehlen. Dieser versuchte erwartungsgemäß auch bei Tilmann seine bekannte Show abzuziehen, was mindestens genauso unterhaltsam war wie das Eis selbst.

    Am Nachmittag zog es uns an eine der versteckten Buchten zum Klippenspringen. Bereits der Weg hinunter zum Wasser war ein kleines Abenteuer. Ich musste Tilmann mehrfach davon abhalten, spontan irgendeine Felswand hinunterzuspringen, nur um schneller unten anzukommen. Die Mühe lohnte sich jedoch. Die Bucht war traumhaft und das Springen von den Felsen sicherlich eines der Highlights des Tages.

    Zum Sonnenuntergang machten wir uns schließlich auf den Weg zu unserem Nachtlager. Natürlich lag dieses auf einer Anhöhe irgendwo im Nirgendwo, nahe eines Funkturms und erreichbar über den letzten verbliebenen Feldweg Albaniens. Kaum angekommen, begann die nächste Schraubersession. Schließlich hatte der Tag bis dahin viel zu wenig Öl, Werkzeug und Improvisation enthalten.

    Und natürlich ging wieder etwas schief.

    Die Idee, einen ziemlich krumpeligen Wagenheber ohne vernünftigen Seitenhalt für die Reparatur zu verwenden, erwies sich als exakt so gut, wie sie sich anhört. Mit einem lauten Krachen rutschte der Wagen vom Heber und fiel herunter. Für einen kurzen Moment blieb uns fast das Herz stehen. Glücklicherweise wurde dabei nichts weiter beschädigt und niemand verletzt. Trotzdem war das ein deutlicher Hinweis darauf, dass selbst erfolgreiche Schraubertage auf einer Balkan-Rallye nie wirklich langweilig werden.

    Doch am Ende bekamen wir den Federbalg tatsächlich eingebaut. Nach einigen Versuchen, einer guten Portion Improvisation und vielen neuen Erkenntnissen saß schließlich alles dort, wo es hingehörte. Wir haben dabei nicht nur unser Auto repariert, sondern auch gelernt, wie man einen Federbalg richtig einbaut. Hoffentlich hält er dieses Mal deutlich länger als sein Vorgänger.

    Als wir schließlich unsere Werkzeuge zusammenpackten und auf den Tag zurückblickten, konnten wir zufrieden sein. Zwischen Frühstück in der Hängematte, Ersatzteilsuche, Mercedes-Paradies, Eis, Klippenspringen und erfolgreicher Schrauberei war der 20. Juli einer dieser Rallyetage, an denen einfach alles dabei war.
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  • Orosh

    21 Juli, Albania ⋅ ☀️ 32 °C

    Der Morgen begann mit einem Blick auf die Überreste der vergangenen Nacht. Direkt neben dem Lager lag noch der zerstörte Federbalg, der uns so viele Nerven gekostet hatte. Daneben ruhte auch „Meister Holzi“, ein inzwischen legendäres Stück Kiefernholz, das unser Auto fast 1.000 Kilometer lang künstlich höhergelegt hatte, damit wir überhaupt weiterfahren konnten. Eigentlich hatte dieses Stück Holz einen Ehrenplatz in einem Museum verdient. Dafür reichte es nachher nicht, aber er thront in meinem Andenkenregal

    Bevor das nächste Abenteuer starten konnte, musste allerdings erst wieder etwas Straßentauglichkeit hergestellt werden. Die Reifen bekamen ihren normalen Luftdruck zurück und das Fahrwerk wurde wieder auf ein Niveau gebracht, das weniger nach Trophy-Truck und mehr nach Reisefahrzeug aussah.

    Man könnte meinen, dass einen die zahlreichen Schäden und Reparaturen vorsichtiger werden lassen. Dass man nach all den Erfahrungen vielleicht befestigte Straßen bevorzugt.

    Weit gefehlt.

    Natürlich ging es direkt weiter auf die „Journey to Hell“, wie wir die Gjuha e Nacionale getauft hatten. Schon am Beginn der Strecke wurden wir von den ersten gewaltigen Schlaglöchern begrüßt, die uns praktisch entgegenriefen: „Das wird nichts.“

    Aber genau deshalb fuhren wir hinein.

    Nach einem kurzen Besuch eines alten Arbeitslagers der Region führte uns der Weg weiter durch eine ständig wechselnde Landschaft. Straßen verschwanden, neue tauchten auf und hier und da wurden Strecken einfach umgeleitet, weil der Bergbau beschlossen hatte, dass der Berg wichtiger war als die ursprüngliche Trasse.

    Dann erreichten wir den Abschnitt, an dem bereits andere umgedreht hatten.

    Jetzt wurde es ernst.

    Teilweise hatten nur noch zwei Räder Bodenkontakt. Wir sprangen auf der Anhängerkupplung herum, damit die Hinterräder wieder etwas Grip bekamen. Ich hing halb aus dem Fenster, um möglichst viel Gewicht auf die richtige Fahrzeugseite zu bringen. Tilmann gab am Steuer alles, während ich versuchte, meine beiden größten Stärken einzusetzen: Masse und Kraft. Danny dokumentierte das Ganze aus sicherer Entfernung und irgendwie funktionierte der Wahnsinn tatsächlich.

    Meter für Meter kämpften wir uns durch tiefe Auswaschungen, Löcher und Verschränkungen. Gegen jede Vernunft und allen Erwartungen zum Trotz arbeiteten wir uns immer weiter vor.

    Natürlich durfte unsere kleine Surron ebenfalls nicht fehlen. Das Elektro-Offroad-Motorrad war wieder im Scout-Einsatz unterwegs und erkundete die Strecke vor uns. Dass Danny dabei irgendwann ohne mobiles Datenvolumen im albanischen Nirgendwo verloren ging, gehörte nicht unbedingt zum Plan. Aber solche Kleinigkeiten passieren eben. Zum Glück fanden wir immer wieder Wege, uns gegenseitig aufzuspüren, sodass am Ende alle wieder zusammenfanden.

    Nachdem wir die Offroad-Piste hinter uns gelassen hatten, ging es ohne Pause weiter. Das Tagesziel lag noch in weiter Ferne und die Zeit drängte.

    Die folgenden Stunden bestanden aus endlosen Serpentinen.

    Kurve um Kurve schraubten wir uns durch die Berge. Ich genoss jede einzelne davon und bewegte das Auto mit einer Begeisterung, die sich deutlich am Geräuschpegel bemerkbar machte. Das ständige Quietschen der Reifen wurde zu einer Art Hintergrundmusik des Nachmittags.

    Nach einer scheinbar endlosen Anzahl von Kehren folgte schließlich die Adelung.

    Die Bremse war heiß.

    Und zwar richtig heiß.

    Perfektes Timing natürlich, denn genau in diesem Moment erreichten wir den Talboden. Also blieb uns nichts anderes übrig, als die Bremsen erst einmal wieder abkühlen zu lassen und dabei den spektakulären Sonnenuntergang zu genießen. Schlechtere Orte für eine Zwangspause hätte es definitiv gegeben.

    Da für die Nacht Sturm angekündigt war, beschlossen wir anschließend, keine Zeit zu verlieren. Nach einem gemütlichen Abendessen machten wir uns frühzeitig wieder auf den Weg. Irgendwo im Nirgendwo fanden wir schließlich einen Platz für unser Nachtlager, schlugen unser Camp auf und fielen erschöpft in unsere Schlafsäcke.

    Während wir einschliefen, wurde uns langsam klar, dass diese Reise mit jedem einzelnen Tag verrückter wurde.

    Und das Erstaunlichste daran war eigentlich, dass der nächste Tag garantiert wieder einen draufsetzen würde.
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