• Katrin W
  • Gregor Fuchs-Eisner
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Unsere große Reise

Von Nepal nach Mexiko En savoir plus
  • Semuc Champey 🍃💚

    25 décembre 2023, Guatemala ⛅ 26 °C

    Wir verlassen Antigua früh am Morgen und begeben uns auf eine 8stündige kurvige Reise nach Semuc Champey in den Norden Guatemalas.

    Semuc Champey ist ein Naturschutzgebiet und liegt etwas versteckt zwischen grünen Hügeln und saftigem Regenwald in der Nähe des ärmlichen Dorfs Lanquín, wo wir in einer Lodge am Fluss übernachten.

    In Semuc Champey befinden sich natürliche Pools. Die bis zu 3 Meter tiefen türkisgrünen Wasserbecken erstrecken sich über ca. 300 Meter und sind eine natürlich entstandene Kalkstein-Brücke über dem unterirdisch verlaufenden, reißenden Fluss Río Cahabón.

    Wir erkunden das Naturschutzgebiet, wandern auf einen Aussichtspunkt und plantschen in den kristallklaren, natürlichen Pools .....ein Bade-Highlight!
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  • Nachts in Tikal

    28 décembre 2023, Guatemala ⛅ 21 °C

    Nach unserem Badestopp im Dschungel geht es noch einmal 10h mit dem Bus weiter rauf in den Norden. Die kommenden Tage werden wir auf einer Insel verbringen.

    Flores liegt an einem See und das Zentrum der Stadt befindet sich auf der Insel die durch eine Brücke mit dem Festland verbunden ist. Von hier strömen die Massen in die weltbekannte Mayastadt Tikal.

    Unser Wissen über die Geschichte der Maya kann sich mittlerweile sehen lassen. Unsere Ausgrabungsstätte Nummer Acht liegt mitten im Dschungel und ist eine Stunde Busfahrt von uns entfernt.
    Diese wollen wir in Ruhe erkunden und deshalb läutet der Wecker um 3.00 Uhr früh ⏰️ 🎶.

    Mit Stirnlampen bewaffnet und noch nicht ganz munter treffen wir auf unseren Guide, der uns und eine Hand voll anderer Leute zu den Ruinen führt. Mit seiner Vorliebe für Vogelspinnen sorgt er bereits nach der ersten Kurve dafür, dass wir hellwach sind.

    Nicht lange und wir erkennen die Umrisse des ersten Tempels. Vom Mond angestrahlt erhebt sich der riesige schwarze Schatten über die Spitzen der höchsten Bäume. Und dort hin wollen wir auch.
    Nach 30min sind wir beim Tempel Nummer 4 angekommen. Dort bietet sich die Möglichkeit, von einer angebauten Plattform den Geräuschen des Dschungels zu lauschen. Mit den anderen Frühaufsteher*innen sitzen wir auf der "Tempelterrasse" aus Holz und bewundern mucksmäuschenstil die fantastische Atmosphäre eines Sonnenaufgangs über dem unendlichen Blätterdach des Dschungels.
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  • Tikal und Flores

    28 décembre 2023, Guatemala ⛅ 27 °C

    Ein magischer Moment.
    Langsam werden die Spitzen der großen Tempel sichtbar, als sich der pechschwarze Himmel über der Geräuschkulisse des Dschungels erhellt und orange einfärbt.

    Das tropische Klima bringt uns ganz schön zum Schwitzen. Währendessen erfahren wir von welchen Tiere die spannenden Geräusche kommen. Unser Guide kennt sich besonders mit der Flora und Fauna des Dschungels aus und wie gesagt, er liebt es, uns Vogelspinnen auf die Hand zu setzen.

    Nach diesem ereignisreichen Vormittag erholen wir uns in unserem Hostel und erkunden die Straßen von Flores. Das einige dieser Straßen unter Wasser stehen scheint die Inselbewohner*innen nicht weiter zu stören.

    Mit nassen Schlapfen sitzen wir im Büro der Cooperativa Carmelita, um eine Tour zu buchen, die uns noch tiefer in den Regenwald bringt.

    Unser Hang zur Selbstgeiselung hat uns wieder einmal eingeholt und darum werden wir 5 Tage lang durch den Dschungel stapfen. Dabei freuen wir uns weniger auf das tropische Klima und die Moskitos im Zelt, dafür aber auf spannende Eindrücke und eine völlig abgelegene und verborgene Mayastätte mittens im Dschungel.
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  • Seven vs. Wild

    30 décembre 2023, Guatemala

    Auf was haben wir uns da nur eingelassen? Es kommt Panik in uns auf. Bald droht es finster zu werden und der völlig schlammige Hauptweg zum Camp, in dem wir all unsere Hoffnung gelegt haben, führt in ein tiefer gelegenes Gebiet, das komplett unter Wasser steht. In so etwas geht man besser nicht hinein. Zu viele Filmszenen haben wir gesehen, bei denen Personen in genau diesen Schlammpfützen im Dschungel langsam versinken. Was sollen wir tun? Den Hauptweg zu verlassen würde heißen, auf einem Netz aus schmalen, viel verzweigten Nebenwegen zu landen. Sind wir überhaupt noch am richtigen Weg? Werden die anderen uns suchen? Und wenn ja, wie sollen sie uns überhaupt finden?
    .............................

    Es ist 08.00 Uhr morgens, als wir nach 3h Jeepfahrt das Ende der rumpligen Schotterpiste nach Carmelita erreichen. Staubige Straßen verbinden die paar Holzhütten, welche das Dorf bilden, das am nähesten an der im Dschungel verborgenen Mayastadt El Mirador liegt. Ab hier geht es nur noch mit dem Helikopter oder zu Fuß weiter.

    Da wir die Welt der Maya in ihrem Ursprung erleben möchten, machen wir die 5tägige Dschungelwanderung, die uns bis knapp vor die mexikanische Grenze führt. Abseits vom Massentourismus liegt die einstige Metropole mit der höchsten Pyramide, die die Maya jemals erbauten. La Danta ist in ihrem Volumen viel größer als die Cheops Pyramiden in Ägypten und zählt zu den größten der Welt. Anders als die teilweise perfekt restaurierten Pyramiden in Mexiko, steht die Erforschung von El Mirador erst an ihrem Anfang. Bei der durch Zufall von Waldarbeitern entdeckten einstigen Maya-Hauptstadt werden erst seit 2008 Ausgrabungen durchgeführt. Nach und nach bringen die Archäolog*innen die Geheimnisse des riesigen Machtzentrums ans Tageslicht.

    Gesamt sind wir sieben top motivierte Wanderkammerad*innen, unser Spanisch sprechender Guide, der uns durch den Dschungel führt und ein einheimischer Englisch Übersetzer. Nach einer kleinen Stärkung im Dorf geht es endlich los. An Handyempfang ist hier nicht mehr zu denken und so vertrauen wir voll und ganz auf die Ortskenntnisse von Necta, der uns durch den Dschungel führt.

    Nach unseren Recherchen wussten wir, dass die Wanderung sehr hart wird und da es die ganze Nacht über durch geregnet hatte, wird uns das auch schon nach den ersten Metern bestätigt. Der von den Lastpferden aufgewühlte Hauptweg versinkt im tiefen Schlamm. Im Zickzack gehen wir auf kleinen Nebenwegen, doch auch die stehen teilweise komplett unter Wasser.

    Tapfer und gut gelaunt stapfen wir die ersten Stunden durch den Schlamm, balanzieren auf dünnen Baumstämmen über Pfützen und kämpfen uns durch das dichte Gestrüpp. Nur langsam kommen wir voran. Die Schuhe werden von dem klebrigen Schlamm immer schwerer. Die Tierwelt bekommen wir hautnah zu spüren. Wir werden auf jedem Meter von Moskitos attakiert. Nahe an der Natur zu sein bringt aber auch seine Vorteile. Neben Insekten bekommen wir exotische Vögel, freche Affen und große Spinnen zu sehen. So wunderschön die Vegetation im Dschungel auch ist, scheint sie ihre Stacheln gegen uns zu richten und immer wieder bleibt einer von uns an den Dornen der Pflanzen hängen oder steckt tief im Schlamm fest.
    Das ist das Abenteuer, das wir wollten.

    🍃🐍🕸️👀🐒🐛🦌🐾🍄

    Nach 2,5 Stunden packen wir unseren Proviant aus. Die Hälfte des Weges ist erreicht und wir sind schon ziemlich durgeschwitzt. Im Dschungel von Guatemala herrscht eine Durschnittstemperatur von 35 Grad. Die schwüle Luft, der durchnässte Weg und das hohe Tempo des Guides sorgen immer wieder dafür das Teile unserer Gruppe zurück bleiben. Die drei Australier sind immer wieder weit hinter uns und der Guide achtet nicht darauf, dass alle zusammenbleiben. Mehrmals müssen wir ihn darauf ansprechen, das Tempo zu reduzieren und nach schweren Passagen auf alle zu warten. Bis ins erste Camp ist es noch ein weiter Weg und wir müssen unbedingt alle zusammenbleiben... Abel, der 50jährige Übersetzer, zündet sich seinen zweiten Joint an.
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  • Lost and found

    30 décembre 2023, Guatemala ☁️ 19 °C

    "Espera! Slow down! Where are you? Ayuda! Help!" .... unsere Hilferufe werden nicht erhört.
    Unsere Befürchtungen, dass wir uns durch das völlig rücksichtslose Verhalten des Guides verlieren könnten, sind wahr geworden. Aber warum warten die anderen nicht auf uns? Kann es sein, dass wir bereits am falsch Weg sind?

    Wir sind jetzt nur noch zu sechst. Die drei australischen Burschen, ein völlig bekiffter Übersetzer, der mit der Situation komplett überfordert ist, und wir.

    Wir stehen auf einen der vielen kleinen Wege, die in alle Himmelsrichtungen verlaufen. Wo müssen wir nur lang?

    Nach weiteren Stunden im dichten Gestrüpp kommen wir zumindest auf einen etwas breiteren Weg, wo wir Pferdenspuren erkennen können.
    Völlig erschöpft und durchnässt erreichen wir einen kleinen überdachten Rastplatz. Eine lange Pause können wir uns jedoch nicht erlauben. Wenn wir noch in das Camp wollen, bevor es finster wird, müssen wir weitergehen.

    Aussichtslos und mit Tränen in den Augen folgen wir den breiten schlammigen Pferdeweg. Ob wir in die richtige Richtigung gehen, ist uns schon lange nicht mehr klar. Wenn wir auf der Route der Pferde bleiben, müssen wir doch irgendwann im Camp oder zurück in Carmelitta ankommen... zumindest hoffen wir das.

    Verzweiflung kommt auf, als wir schon von weitem erkennen, dass der Hauptweg komplett unter Wasser steht und wir uns einem Sumpfgebiet nähern. Ringsum ist kein Weg mehr zu sehen - nur Wasser.
    Wir kämpfen uns einige Meter durch den Matsch zurück, versuchen den Sumpf zu umwandern und verirren uns dabei immer tiefer im dichtem Dschungel. Panik kommt auf.

    Wir kommen einfach nicht weiter, da uns das tiefe Wasser den Weg versperrt. Der Dschungel fühlt sich an wie ein Gefängniss ohne Ausweg. Abel, der Übersetzer, versucht es durch den Sumpf. Wir sind uns nicht einig, ob das so schlau ist. In unserer Verzweiflung entscheiden wir, ihm zu folgen. Wir würden alles dafür tun, um nicht mehr in dieser grünen Hölle zu sein. Also kämpfen wir uns bis zu den Oberschenkeln im Wasser durch den matschigen Sumpf.

    Erleichtert und pritschnass atmen wir auf. Wir haben es durch das Wasser geschafft, aber was nun? Es dämmert bereits, die Tiergeräusche um uns herum werden immer lauter, wir stecken tief im Schlamm und finden keinen Ausweg.

    Immer größer wird das Gefühl, dass wir im Kreis gelaufen sind, obwohl hier einfach alles gleich aussieht.

    Plötzlich sind wir uns alle sicher. Diese wunderschöne rote Blume haben wir schon einmal gesehen. Sie ist die einzige Blume dieser Art, die uns bis jetzt aufgefallen ist und ihre Umgebung ist uns bekannt. Was sollen wir nun tun? Zurück gehen, den Weg weiter folgen, oder im nirgendwo hoffnungslos auf Hilfe warten.

    Die rote Blume war nicht allzu weit vom Rastplatz entfernt. Wir können ungefähr einschätzen, wo wir sind. In Ruhe entscheiden wir uns, Richtung Rastplatz zu laufen. Sollten wir wirklich dort ankommen, könnten wir ein Nachtlager errichten.

    Tatsächlich, wir haben es geschafft. Wir sind durchnässt und völlig erschöpft am Rastplatz angekommen. Obwohl wir ein bisschen erleichtert sind, einen Unterstand zu haben, herrscht Ungewissheit, ob wir heute, morgen oder überhaupt gefunden werden.

    Mehrere Versuche einen Notruf abzugeben sind mangels Handyempfang fehlgeschlagen. Immer wieder benutzen wir die Notfallpfeifen an unseren Rucksäcken, um vielleicht doch von jemandem gehört zu werden.

    Es scheint, als müssten wir tatsächlich die Nacht hier verbringen. Wir teilen uns in Gruppen auf. Ein Lagerfeuer ist jetzt die oberste Priorität, um Schutz vor wilden Tieren zu gewähren. Ein Teil von uns sammelt trockenes Holz, während die anderen ein Feuer entfachen. Die Vorliebe des Übersetzers bei Wandertouren durch den Dschungel stoned zu sein, ergibt sich nun zu einem Vorteil für uns. Schließlich braucht man ein Feuerzeug, um Gras zu rauchen.

    Wir platzieren unsere Socken und Schuhe zum Trocknen am Feuer. Die warmen Flammen strahlen etwas Sicherheit aus.
    Die Situation hat sich entspannt. Wir sitzen um das Feuer und können sogar gemeinsam Lachen.

    Plötzlich steht unser Guide Necta (ohne Machete, Wasser und Erste-Hilfe-Set) vor uns. Als ob das ganze eine Prüfung gewesen wäre, kommt die Rettung erst, als wir uns selber in eine bessere Lage verholfen hatten. Am Sammelplatz ein Lager aufzuschlagen und nicht weiter zugehen war letztendlich die richtige Entscheidung.

    Nach 5 Stunden alleine im Dschungel kam von unserem Guide keine Entschuldigung, kein "wie geht es euch?", sondern nur ein "Let's go, there is a Puma close-by".

    Weiter 1,5 Stunden Fußmarsch in der Dunkelheit standen uns bevor, bis wir das Camp um ca. 7.30 Uhr abends kraftlos erreichten.

    Nachdem wir heute 10 Stunden und weit über 30 km durch Wald, Schlamm und Sümpfe marschierten, von denen wir 5 Stunden lang große Angst erlitten, fallen wir komplett k.o. ins Zelt.

    Als wir vom Rest der Gruppe getrennt waren, hat niemand Fotos gemacht. Diesen Tag werden wir wohl auch so niemals vergessen.
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  • Ein harter Weg ins neue Jahr

    31 décembre 2023, Guatemala ☀️ 26 °C

    Nach all der Aufregung haben wir tief und fest geschlafen. Trotzdem weckt uns um 05.00 Uhr der Wecker zum Frühstück. Es ist noch dunkel, als wir aus dem Zelt kriechen. Der Ofen ist noch warm und er hat unsere Schuhe über Nacht halbwegs getrocknet. Die Pferde, die etwas früher als wir aufbrechen, sind bereits mit Nachschub an Proviant bepackt und machen sich auf den Weg zum zweiten Camp. 9 Stunden und rund 28km liegen zwischen uns und dem Schlaflager bei El Mirador.

    Alfonso wird die kommenden Tage unser neuer Guide sein. Wir erfahren von ihm, dass er am Vortag eine Gruppe zurück nach Carmelita geführt hat. Noch in der selben Nacht ist er wieder zurück ins erste Lager marschiert, von dem aus er uns ins nächste Camp begleitet. Wir fragen uns, wie ein Mensch das schaffen soll. Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten.

    Wir sind nun wieder auf der Schlammpiste. Wir schwören uns, besser darauf zu achten, dass wir als Gruppe zusammenbleiben, vor allem da wir jetzt wissen, warum die Guides hier so gestresst sind und durch den Dschungel rasen. Schlafmangel mit Kokainkonsum auszugleichen ist nicht schlau, wenn man dafür verantwortlich ist, eine Wandergruppe 120km durch den Dschungel zu führen.

    Auch wenn heute wieder ein Kraftakt vor uns liegt, haben wir in dieser Etappe einen großen Vorteil. Durch Lasertechnologie haben Forscher*innen von Flugzeugen aus Straßen entdeckt, die die zahlreichen Ansiedelungen der Maya mit ihrer Hauptstadt verbinden.
    Und wir befinden uns auf dem Teil, der uns direkt in die untergegangene Dschungelmetropole führt.

    Wissenschaftler*innen bezeichnen das 270km lange Straßennetz als den ersten Freeway der Menscheitsgeschichte. Manche Teile der Straßen waren bis zu 60m breit. Diese Lebensadern des Handels waren einer der Hauptgründe, warum sich hier in diesem völlig abgeschiedenen Bereich der Welt überhaupt Siedlungstrukturen bilden konnten.

    Bestehend aus mehreren Schichten verliefen die Straßen über höher gelegene Dschungelgebiete. Somit war es den Siedlern auch in der Regenzeit möglich in Verbindung zu bleiben.
    Blieb der Regen für längere Zeit aus, wurden die tieferen Ebenen links und rechts entlang der Straßen als Wasserspeicher verwendet. Asphalt verdichtet heutzutage unsere schwarzen Autobahnen. Die Straßen der Mayas erstrahlten in einem hellen Weiß. Riesige Mengen an Holz wurden verbrannt, um aus Kalkstein den Straßenbelag zu gewinnen. In der Regenzeit wurde das Wasser von der Dammstraße in die ebenfalls mit Kalkstuck abgedichteten Becken geleitet. Dies war meist genug um die 6 Monate lange Trockenzeit zu überstehen. Riesige Korn- und Bohnenfelder wurden entlang der Straßen angelegt. So konnten man die bis zu 200.000 Menschen versorgen.

    Als die Maya im heutigen Mexiko ihre Blütezeit erlebten, war El Mirador in Guatemala bereits verlassen. Nur an wenigen Stellen erkennt man heute noch die ursprüngliche Maya-Straßen.

    Wegen den Speicherbecken, die immer wieder seitlich von uns zum Vorschein kommen, erkennen wir, dass wir auf der Mutter aller Straßen wandern. Wir gehen wieder durch dichtes Dschungelgebiet, aber dank der Baukunst der Maya mit weniger Schlamm an unseren Schuhen.

    Diesmal ohne ungewolltes Überlebenstraining kommen wir um 15.30 Uhr bei unserem Zeltplatz, wo wir die kommenden zwei Nächte schlafen werden, an.
    Jetzt heißt es erst einmal raus aus den Wanderstiefeln und ab in die Hängematten.

    Wir haben es geschafft und als Belohnung gibt es einen letzten wunderschönen Sonnenuntergang im Jahr 2023. Wir stehen auf der Spitze von der Pyramide El Tigre, welche sich im archäologischen Gebiet von El Mirador befindet. Von hier oben sehen wir das endlose Grün des Dschungels, das wir seit zwei Tagen durchwandern. Ein Gefühl, als würde man in einem Boot auf einem Ozean aus Bäumen treiben.

    Nach einer kalten, braunen Eimerdusche und einem typischen guatemalesischen Abendessen (Tortillas, Reis und Hähnchen) verkriechen wir uns erschöpft ins Zelt. Als bei uns das neue Jahr beginnt, sind wir längst im Tiefschlaf.
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  • Die vergessene Stadt El Mirador

    1 janvier 2024, Guatemala ⛅ 28 °C

    Heute haben wir von früh bis spät Zeit, die archäologische Stätte El Mirador zu besichtigen. Die Stimmung hier lässt an ein Weltuntergangsszenario erinnern. Eine einst riesige Stadt, die über tausende Jahre vom Dschungel zurück erobert wurde. Der größte Teil der einst glanzvollen Großtadt liegt versteckt unter der Erde und Wurzelwerk bahnt sich ihren Weg durch die riesigen Bauwerke.

    Eine Stadt erbaut auf riesigen Fundamenten. Plattform für Plattform wächst die Stadt über die höchsten Bäume des Dschungels hinaus.
    Was für ein unglaublicher Anblick muss sich den Maya-Führern von der Spitze ihrer mächtigen Pyramiden und Paläste geboten haben? Alle wichtigen Gebäude waren mit bis zu 6m hohen Straßen miteinander verbunden. Auch in der Stadt waren die Plätze und Straßen mit Kalkschichten verdichtet. Die gesamte Fläche erstrahlte in einem hellen Weiß im Kontrast zu den imposanten, dunkelrot verputzen Bauwerken, die das Stadtbild prägten.

    Wir erkennen immer wieder tiefe Becken, die durch das Ausheben des Baumaterials für die Gebäude entstanden. Diese wurden wiederum verdichtet und bildeten die Wasserquelle im Stadtzentrum.

    Bei genauerer Betrachtung erkennt man die dicke, weiße Mörtelschicht aus Kalk. Brandkalk wurde für alle Bauwerke, Straßen und Verzierungen der Stadt verwendet. Der verschwenderische Umgang mit dem wichtigem Baumaterial wurde den Maya aus El Mirador jedoch zum Verhängniss. Neben Kriegen mit dem benachbarten Völkern wie zum Beispiel Tikal, gilt die Abrodung des Waldes zur Herstellung von Brandkalk als einer der Hauptgründe für den Untergang der Stadt. Mangels Schatten verdampft das für die Trockenzeit gesammelte Wasser viel zu schnell. Kein Wasser heißt auch keine Mais- und keine Bohnenfelder. Das Ökosystem wurde durch stetig höher werdende Bauwerke und Überbevölkerung komplett überlastet. Die einst so mächtige und bedeutende Stadt El Mirador geht unter und wird für lange Zeit vergessen.

    Wir erfahren viele weitere spannende Geschichten über die bisherigen Erkenntnisse der Archäolog*innen. Das Finale der interessanten Begehung bildet das Erklimmen der 72m hohen Pyramide La Danta. Sie gilt als die höchste Pyramide der Welt.

    Schon auf halben Weg zu ihrer Spitze erkennen wir noch immer nicht, dass es sich hier um eine Pyramide handelt. Die Entdecker*innen der Stadt hielten die untypisch große Erhöhung im Dschungel zuerst für einen Vulkan. Es ist kaum zu glauben, welche Erdbewegungen ihre Erbauer ohne Maschinen und moderne Hilfsmittel vollbracht haben. Weiter oben öffnet sich der Blick auf einen riesengroßen Steinhaufen (wie wir die Pyramide nannten), der von den Archäologen freigelegt wurde.

    Von La Dantas Spitze geniesen wir ein letztes Mal die Aussicht über die endlosen Weiten des Dschungels. Die Vorfreude auf den 2tägigen Rückweg hält sich dabei in Grenzen ;)
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  • Zurück in die Zivilisation

    3 janvier 2024, Guatemala ⛅ 30 °C

    Vor uns liegt wieder eine zweitägige Wanderung. Diesmal gehen wir aber nicht noch tiefer in den Dschungel, sondern kämpfen uns zurück ins Dorf Carmelita. Es ist das selbe Spiel - wir überqueren Sümpfe, stapfen durch Schlamm und schlängeln uns durchs Gebüsch. Jedoch ist der Zustand des Weges aufgrund der sonnigen Tage bei weitem besser, als die Tage zu vor.

    Bevor es los geht, werden erstmal die kleinen Wehwehchen versorgt. Die vielen zusätzlichen Kilometer und die abenteuerliche Sumpfdurchquerung vom ersten Tag haben bei allen Spuren hinterlassen. Von Blasen bis zu Schwellungen ist alles dabei.

    👣👣👣👣

    Die letzten Kilometer ziehen sich, die Schmerzen werden immer größer und wir sehnen uns danach, raus aus dem Dschungel zu kommen. 5 Tage im Wald sind definitiv genug.

    Als wir in Carmelita angekommen sind, ist die Freude groß. Wir sind sehr stolz auf unsere Leistung und über glücklich, dieses Abenteuer gemeistert zu haben.
    Auch wenn es kein Spaziergang war, haben wir eine einzigartige und lehrreiche Erfahrung gemacht, die uns so schnell keiner nehmen kann.

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    Die schlechte Führung der Guides, ihr ständiger Drogenkonsum und vor allem die Tatsache, dass wir Mitten im Dschungel verloren gegangen sind, ließen wir nicht auf uns sitzen. Bei der Agentur beschwerten wir uns und forderten einen Teil des Geldes zurück. Doch sie wimmelten uns einfach ab. Das haben wir uns natürlich nicht gefallen lassen und so gingen wir zur höheren Instanz - die zuständige Tourismusbehörde. Wie gut, dass sie gleich ein paar Häuser weiter ihr Office haben ;)
    Das Problem ist ihnen schon bekannt und wie es aussieht, sind wir nicht die Ersten, die im Dschungel verloren gingen. Um den Ärger mit dieser Trekkingtour zu beenden, wurden wir um ein offizielles Statement, welches dem Tourismusministerium von Guatemala übermittelt wird, gebeten. Vor allem scheint das Drogenprolem eine bedeutende Rolle zu spielen.
    Mhhhh, krimineller Drogenmissbrauch im Dschungel an der Grenze zu Mexiko? 🤔🫣

    Der Mitarbeiter der Agentur, der zuvor nichts von unserer Beschwerde hören wollte, wurde in die Tourismusbehörde zitiert, um uns die Hälfte der Tourkosten zurückzugeben.
    Nachdem wir die Beschwerde abgegeben hatten, ist es nun an der Zeit, das Land zu verlassen. Hoffentlich wird sich für zukünftige Abenteuer*innen etwas bessern.

    Nicaragua wir kommen 🇳🇮
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  • León 🦁

    6 janvier 2024, Nicaragua ☀️ 33 °C

    Unsere Reise durch Nicaragua beginnt in León. Zwischen León und Granada gab es lange Zeit einen Wettstreit um die Ernennung zur Hauptstadt. Um diesem Hin und Her ein Ende zu setzen, wurde schließlich Managua der begehrte Titel zugesprochen. Renommierte Schulen und Universitäten machen Leon jedoch zur intellektuellen Metropole von Nicaragua.

    Hier ist es sehr heiß, denn wir befinden uns in der Hitzezone des Landes.
    Gut, dass die nahe gelegene Pazifikküste zur Abkühlung einlädt.

    Im Zentrum der Stadt fällt einem sofort die riesige Kathedrale auf. Rund um das strahlend weiße Gebäude herrscht ein geschäftiges Treiben. Vor allem auf dem schönen, beschatteten Stadtplatz geht es aufregend zu. Verkaufsstände, Marktessen, Kinderkarussells und Livemusik lassen den Marktplatz aufblühen.
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  • Über den Dächern von León

    7 janvier 2024, Nicaragua ☀️ 35 °C

    Ein ganz besonderes Erlebnis bietet die größte Kathedrale Zentralamerikas von ihrem barocken Dach aus. Wir stehen zum Abschluss einer wieder mal sehr interessanten Free Walking Tour auf den weißen Kuppeln über León. Von hier hat man einen grandiosen Ausblick über die Stadt. Wir sehen zu, wie die Sonne hinter den Dächern der Stadt verschwindet und lassen den Abend bei gemütlicher Livemusik und leckerem Essen ausklingen.En savoir plus

  • Las Peñitas

    8 janvier 2024, Nicaragua 🌬 34 °C

    Nur 30min mit dem Taxi von León entfernt wartet die Pazifikküste Nicaraguas auf uns. Wir beziehen eine Unterkunft direkt am Strand und genießen einen Tag am Meer mit allem was dazu gehört.

    Hier ist es noch herrlich ruhig und am Strand sind kaum Leute. Zudem hat der Pazifik wieder einmal bewiesen, dass er die schönsten Sonnenuntergänge hat.En savoir plus

  • Die Kolonialperle Granada

    9 janvier 2024, Nicaragua ☀️ 31 °C

    Unsere nächster Reisestopp bringt uns in die Kolonialstadt Granada.
    Die drittgrößte Stadt des Landes liegt am Fuße des Vulkans Mombacho und entlang des Nicaraguasees, dem größten See Mittelamerikas.

    Wir übernachten zwei Nächte in einem tollen Hostel, das direkt am Stadtplatz von Granada liegt. Die 1524 von den Spaniern gegründete Stadt ist voller wunderschöner Bauten aus der Kolonialzeit. Die vielen farbenfrohen, historischen Häuser prägen das Stadtbild. Der koloniale Charme und die einzigartige Atmosphäre machen Granada zu einer unserer Lieblingsstädte auf unsere Reise.
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  • Granada - Spür die Sun

    10 janvier 2024, Nicaragua ☀️ 32 °C

    Beim Schlendern durch Granada summen wir immer wieder mal Lieder von einer unserer österreichischen Lieblingsbands. So sehr wir die Band Granada mögen, haben wir auch die namensgleiche Stadt in unser Herz geschlossen 🎶💛🧡❤️🎶

    Natürlich darf die Free Walking Tour auch in Granada nicht fehlen. Wir lernen viel über die Geschichte der bezaubernden Stadt und besichtigen prachtvolle Kirchen und schöne Plätze. Auch den einheimischen Markt, auf dem eine große Vielfalt an regionalen Produkten verkauft wird, lassen wir uns nicht entgehen.

    Neben den tollen Stadtrundgängen genießen wir die Ruhe in gemütlichen Cafés und lassen die lauen Abende beim ein oder anderen Getränk in Gastgärten auf der Fußgängerzone ausklingen.

    Ebenso wie in León ist es in Granada sehr heiß und somit zieht es uns auch schon bald wieder ans Wasser.
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  • Vulkan Masaya

    10 janvier 2024, Nicaragua ☀️ 31 °C

    Auch in Nicaragua gibt es hinter jeder Ecke einen Vulkan und einer davon ist etwas ganz besonderes. Der Vukan Masaya erlaubt seinen Besucher*innen einen Blick in sein Inneres. In die Magmakammer eines aktiven Vulkans zu schauen, ist ein einzigartiges und spektakuläres Erlebnis.

    Wir fahren von Granada aus mit einem Shuttle hinauf bis zum Kraterrand. Schon von weiten sehen wir die riesige Rauchwolke, die aus dem tiefen Schlund in den Himmel steigt.

    Bevor es dunkel genug ist, um die glühende Lava zu erkennen, wollen wir noch den Sonnenuntergang genießen. Wir gehen 30min weiter nach oben bis zum Rand des inaktiven Nachbarvulkans. Von dort aus hat man einen 360 Grad Rundumblick. Auch die Laguna de Apoyo, zu der wir am nächsten Tag aufbrechen werden, können wir vom Kraterrand bestaunen.

    Endlich ist es soweit. Als die Sonne hinter dem Vulkan verschwunden ist, leuchtet es aus dem Krater und man erkennt den glühenden Inhalt, der hoffentlich auch drinnen bleibt, solange wir in der Nähe sind.

    Es läuft einem kalt über den Rücken, wenn man daran denkt, dass während der Diktatur von Anastasio Somosa politische Gegenspieler*innen im Krater verschwanden ...

    Der Besuch des Vulkans Masaya und dessen blubbernde, heiße Lava zu sehen gehört definitiv zu unseren Highlights in Nicaragua 🌋
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  • Laguna de Apoyo

    11 janvier 2024, Nicaragua ☀️ 31 °C

    Es ist Zeit für eine Abkühlung 💦
    Wir machen uns auf dem Weg zur Laguna de Apoyo.

    Die Lagune befindet sich in einem Naturschutzgebiet und liegt im Krater eines erloschenen Vulkans.

    Wir genießen die Ruhe, entspannen in Liegestühlen, fahren mit dem Kajak raus und baden bis spät am Abend im herrlich warmen Wasser.

    Die Laguna de Apoyo gleicht einer Therme. Das Wasser ist klar, sehr warm und leicht salzig. Da uns das traumhafte Badeparadis umgeben von grüner Landschaft so gut gefällt, werden aus einer Nacht gleich zwei.
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  • Isla de Ometepe

    13 janvier 2024, Nicaragua ☀️ 27 °C

    Unsere Reise führt uns an einem Ort, wo die Zeit stehen geblieben ist und die Menschen in ärmlichen Verhältnissen leben.

    Während unseres Aufenthalts in Nicaragua wurde uns die Armut und politische Unsicherheit immer wieder vor Augen geführt. Die Menschen fahren auf Pferdekutschen durch die großen Städte, Kinder betteln am Straßenrand, alkoholisierte Männer schwanken durch die Gassen, Familien hausen in kleinen Blechhütten und Schweine, Hühner und Kühe kreuzen die Hauptstraßen.

    Die Insel Ometepe liegt mittens im Nicaraguasees und sie ist mit etwa 270 km² weltweit die größte vulkanische Insel in einem Süßwassersee. Die zwei Vulkane - Concepeción und Maderas - haben durch mehrere vergangene Ausbrüche die Insel gebildet, auf der nun rund 30.000 Einwohner*innen leben. Idylle, Natur und kaum Tourismus prägen die Insel.

    ⛴️🛶⛴️🛶⛴️🛶⛴️

    Mit einer kleinen Fähre inkl. musikalischer Untermalung (die Nicaragua lieben dröhnend laute Latinomusik) schippern wir eine Stunde über den größten See Mittelamerikas, in dem sogar Haie leben. Die aggressiven Bullenhaie gelangten aus der Karibik über den Rio San Juan in den Nicaraguasee und siedelten sich hier an.

    Nach Ankunft auf der Vulkaninsel geht es zuerst mit dem Tuk Tuk in unsere einfache Unterkunft, welche im Grünen liegt. Von dort genießen wir einen wunderbaren Blick auf den Vulkan Concepeción. Auf eine Besteigung müssen wir diesmal krankheitsbedingt verzichten. Dennoch werden wir die kommenden Tage noch viel auf Ometepe erleben.
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  • San Juan del Sur

    17 janvier 2024, Nicaragua 🌬 31 °C

    Wegen der kleinen Jesusstatue, die von einem Felsen auf die breite Strandzunge blickt, könnte man meinen, man sei in klein Rio de Janeiro.

    Unser Hotel liegt direkt am schönen langen Sandstrand von San Juan del Sur. Bei Ebbe bildet sich eine riesige Sichel aus Sand, die man besonders gut vom Aussichtspunkt bewundern kann.

    Obwohl San Juan del Sur als Beach-Hotspot in Nicaragua gilt, findet man hier kaum (Auslands)tourismus. Die kleine ruhige Stadt besitzt jedoch einige gute Restaurants am Strand mit günstigen Fischgerichten und herrlichen Knoblauchlangusten 🐟 🦀 ❤️
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  • Noch ein letztes Mal Pazifik 🐟🦀🌊

    18 janvier 2024, Nicaragua 🌬 32 °C

    Es ist wieder an der Zeit für eine Erkundungstour. Um an die nahegelegenen Strände zu kommen, mieten wir uns ein Moped. Wir fahren die Küste entlang und entdecken dabei riesige teils menschenleere Strände. Das es so etwas noch gibt, ist für uns kaum zu glauben.

    Bei der Rückfahrt nach San Juan del Sur steigen wir ungewollt vom Moped ab. Zum Glück kommen wir mit einigen Schrammen und blauen Flecken davon. Noch mal gut gegangen 😇

    "Das Salzwasser der Karibik wird unsere Wunden schon heilen", sagen wir uns beim letzten wunderschönen Sonnenuntergang am Pazifik.
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  • Little Corn Island

    20 janvier 2024, Nicaragua 🌬 28 °C

    Dass wir die letzten Tage unserer Reise auf den Corn Islands im Karibischen Meer verbringen möchten, haben wir bereits vor 3 Monaten in Nepal beschlossen.

    In der Kolonialzeit dienten die Maisinseln vor allem als Zuflucht für Piraten. Später wurden sie Nicaragua zugeortnet und für 100 Jahre an die USA verpachtet. Eine Zeit, in der die Trauminseln der Eigenverwaltung überlassen wurden. Die beiden kleinen Punkte im Meer wurden von der Supermacht nicht groß beachtet und so blieb im Karibikparadies die Zeit stehen.

    Von Managua aus nehmen wir ein kleines Flugzeug auf die Hauptinsel, von der es mit dem Boot zur kleinen Schwester namens Little Corn Island weiter geht. Um Zeit zu sparen, entscheiden wir uns nicht mit den anderen paar Touristen auf den etwas "größeren" Booten, hier Pangas genannt, mitzufahren. Wir haben auch gehört, dass die Sammelboote oft maßlos überfüllt sind und so steigen wir in das kleinere Boot von Captain Peter, der uns direkt zum Strand unserer Unterkunft bringen wird.

    Um ins abgelegene Paradies zu gelangen, müssen wir noch eine Stunde lang die wilde See überqueren. Je weiter wir uns von der Küste entfernen, umso wilder wird die Fahrt. Es fühlt sich an, als würden wir in einer kleinen Nussschale die riesigen Wellen wie auf einer Achterbahn rauf- und runterfahren. Bis auf die Unterhosen nass und völlig durchgeschauckelt stapfen wir das letzte Stück durch das Wasser an Land. Wir sind froh, die actionreiche Bootsfahrt heil überstanden zu haben.
    Die nachfolgenden Tage wird das Überfahren mit Pangas aufgrund des heftigen Windes gesperrt. Auch kleine Fischerboote dürfen wegen der hohen Wellen nicht hinausfahren. Zum Glück haben wir es noch her geschafft, aber wie wird bloß die Rückfahrt ... ?

    Da Little Corn Island so abgelegen ist und es schwer ist, hier her zu kommen, besitzt die grüne Palmeninsel mit ihren weißen Sandstränden und türkisem Meer wie aus dem Bilderbuch einen ganz besonderen Charme.
    Keine Kreuzfahrtschiffe, ja nicht einmal Autos und Motorräder bekommt man hier zu sehen. Die Hauptverkehrsroute ist gerade einmal 1,5 Meter breit und die beliebtesten Transportmittel sind Fahrräder und Flip Flops. Für Großtransporte, wie zum Beispiel Lebensmittel und die Rucksäcke der wenigen Touristen kommt die gute alte Scheibtruhe zum Einsatz.
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  • Urlaub vom Urlaub 🌴

    22 janvier 2024, Nicaragua 🌬 28 °C

    Karibik pur..... das sind nicht nur weiße Strände und Sonnenschein. Die Insel ist vom starken Wind gezeichnet. Das typische Karibikfoto mit der Palme, die sich waagrecht über den weißen Sand zum Wasser streckt, bezeugt die starken Winde, denen die Vegetation hier ausgesetzt ist. Besonders in der Hurrikansaison kann das Paradies sehr schnell ungemütlich werden.

    Wir bekommen auch das typische karibische Wetter zu spüren. Regenschauer, die so schnell kommen wie sie gehen, überraschen uns immer wieder. Oft schüttet es 20 Sekunden lang wie aus Kübeln und schon färbt die Sonne das Wasser wieder türkisblau.
    Schnell verstehen wir, dass hier ein anderer Rhythmus herrscht. Jede Küstenseite der Karibikperle hat einen eigenen Charakter. Mal wild, mal friedlich und ruhig mit spiegelglattem Wasser.
    Auf der einen Seite findet man weißen Sand und Palmen und auf der gegenüberliegenden Seite liegt das typisch farbenfrohe Dorf mit seinen wenigen Einwohner*innen und den bunten Fischerboote, die auf ihren nächsten Einsatz warten.

    Unsere Unterkunft wird von einem amerikanischem Pärchen geführt. Vor 16 Jahren waren sie selbst als Touristen auf der Insel und ein Jahr später machten sie sich hier sesshaft. Sie haben uns erzählt, dass sich Little Corn Island seither kaum verändert hat. Auf der Insel findet man heute auch nur wenige Restaurants und Unterkünfte. Nach Luxusresorts sucht man hier vergeblich.
    Die Inselbewohner*innen leben in kleinen, brüchigen Hütten und führen ein sehr einfaches Leben. Außerdem gibt es nur wenige Stunden pro Tag Strom auf der gesamten Insel, was den Alltag ebenfalls erschwert. Fischfang und die leckeren Langusten bilden neben Bananen und Kokosnüssen die Grundnahrungsmittel sowie die Haupteinahmequelle der Inselbewohner*innen.

    Die kleine Maisinsel gilt noch immer als ein Geheimtipp und wir sind von dessen authentischen karibischen Flair begeistert. Wir frühstücken mit Sand unter den Füßen, entspannen in den von Palmen beschatteten Hängematten und machen immer wieder Ausflüge zu den umliegenden Stränden und in das Dorf. Natürlich darf ein Schnorcheltrip in der Karibik nicht fehlen. Neben Meeresschildkröten und wunderschönen Fischen, die sich in bunten Korallen verstecken, schnorcheln wir sogar über große Ammenhaie. Was für ein Erlebnis. 🦈🪼🦞🐡🐠

    Gerade einmal 10 Minuten brauchen wir, um auf einen schmalen Pfad durch den Dschungel aus Palmen ins Dorf auf der anderen Seite der Insel zu gelangen. Noch bevor das Rauschen der Wellen hinter einem verstummt, werden sie bereits von denen auf der anderen Seite übertönt.

    Wir genießen das herrliche Dasein mit Sand zwischen den Zehen und dem ununterbrochenem Geräusch des Meeres. Leider vergehen die sechs Tage in unserem kleinem Bungalow viel zu schnell und schon müssen wir wieder aufbrechen.

    Immer noch dürfen kleine Boote nicht hinaus aufs offene Meer. Zum Glück fährt am Tag unserer Abreise um 06:00 Uhr früh eine kleine Fähre nach Big Corn Island. Die Überfahrt mit dem etwas größeren Boot verlief viel angenehmer, übel wurde uns aber trotzdem.

    Little Corn Island hat uns gelehrt, maximal zu entspannen. Daran möchten wir die kommenden zwei Tage auf Big Corn Island auch nichts ändern 😌
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  • Big Corn Island

    26 janvier 2024, Nicaragua 🌬 28 °C

    Auf Big Corn Island verbringen wir noch einmal zwei wunderschöne Tage am Meer.

    Im Gegensatz zu Little Corn Island ist Big Corn Island viel größer belebter, jedoch auch sehr ärmlich.

    Wir gönnen uns diesmal keine Unterkunft am Strand, sondern nächtigen in einem netten, einfachen Häuschen im Grünen.

    Der fast menschenleere Arenas Beach ist perfekt, um stundenlangen im Wasser zu treiben und am Strand zu chillen. Bald geht es zurück ins kalte Mühlviertel und wir genießen noch die letzten Sonnenstrahlen der Karibik.
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    Fin du voyage
    4 février 2024