Jetzt ist was los hier…
23. august 2024, Tyskland ⋅ 🌬 19 °C
Ab nach Föhr…
29. september 2024, Tyskland ⋅ ☁️ 13 °C
vor, vor letzte Vorbereitungen
30. september 2024, Tyskland ⋅ 🌬 13 °C
Leute, Videos auf Zeit nachträglich zu vertonen ist echt schwierig. Synchronsprecher werde ich sicherlich nicht mehr werden. Also nehmt es mir nicht übel, wenn das ganze aktuell noch etwas holprig wirkt. Ich denke mal, dass es so in ein bis zwei Monaten besser geworden ist. ;-) Es geht ja auch erst morgen los. Haben wir zumindest angekündigt. Ob es so kommt, erfahrt ist im nächsten Post…Læs mere
Erstens kommt es anders…
1. oktober 2024, Tyskland ⋅ 🌬 12 °C
Wie angekündigt, melden wir uns nun von Bord. Allerdings sitzen wir aktuell noch auf dem „trockenen“. Also nicht, dass das Schiff nicht schwimmt, aber es liegt halt noch am Pier. Warum? Weil kurz vor Abfahrt der 5KW-Wechselrichter seinen Geist aufgegeben hat und nun ersetzt werden muss. Das gestaltet sich allerdings schwieriger als gedacht. Bei Amazon wurde jetzt ein kleineres Gerät gekauft, was die Zeit bis zur Lieferung des Ersatzgerätes überbrücken soll. Aber auch das Ding muss halt erstmal ankommen…
Den Tag über haben wir damit verbracht, den von Michelle (Chefin von dat ganzen) getätigten Einkauf im Schiff zu verstauen. Nur so viel: In den kommenden Tagen werden wir kein Hunger leiden müssen.
Am Abend sind wir dann mit Sack und Pack auf das Schiff gezogen und haben zwei Stunden damit verbracht, unser ganzes Gedöns in der Kabine sinnvoll zu verstauen. Das war kein Problem, wir sind ja VW-Bus erfahren…
Der 02.10.2024 wird also ein Hafentag werden. Wir hoffen, dass dann der entsprechende Wechselrichter heute geliefert wird, denn am 3. Oktober wird er ganz sicher nicht kommen.
Drückt uns die Daumen, dass es klappt. Hier wird es langsam ungemütlich. Seit drei Tagen weht ein strammer Ost-Wind und wärmer wird es auch nicht.Læs mere
Frühstück, Döner, chillen
2. oktober 2024, Tyskland ⋅ 🌬 14 °C
Soweit nix los heute. Auch gut! Morgen ist dann der erste, offizielle „Tag 1“ des 5.000 Seemeilen-Törns. 3,2,1, Aktion…
Mit dem Segelboot zum Oktoberfest
4. oktober 2024, Tyskland ⋅ 🌙 14 °C
Am 3. Oktober 2024, 7:52 Uhr fällt der „offizielle Startschuss“ zu unserer 5.000 Meilen-Tour. Bei strahlendem Sonnenschein und schwachem Wind verlassen wir den Hafen von Wyk auf Föhr zunächst Richtung Pellworm, mit Tagesziel Helgoland. Der Bootskorso zur Verabschiedung startet zusammen mit uns zur Begleitfahrt. Er besteht zwar „nur“ aus einem Boot, aber immerhin. Die Eltern von Frank (Skipper und nach Michelle auch Chef von dat janze) begleiten uns bis zum Leuchtturm von Föhr. Währenddessen gibt Moni auf dem Balkon von Haus Irma alles und verabschiedet uns mit einem Bettlaken, welches Sie wild schwenkt. Die Crew dankt für diesen gebührenden Abschied.
Gegen Mittag erreichen wir, nach einer entspannten Fahrt durch das Wattenmeer, die Insel Pellworm. Anfangs dachte ich kurz „Donner Wetter, die haben gleich einen Bierpilz an die Mole gefahren, um Claudia und Lars, unsere weiteren Crewmitglieder, standesgemäß zu verabschieden. Das war jedoch ein Trugschluss. Ich hätte mir ja auch denken können, dass dieser Bierwagen Bestandteil des Oktoberfestes ist, welches dieses Jahr (auch) auf Pellworm stattfindet. Logisch - oder?
Begleitet von Bayrischer Stimmungsmusik nahmen wir 50 kg Kartoffeln an Bord und natürlich Claudia sowie Lars, samt Gepäck. Vorher ging es aber noch auf das Oktoberfest. Wir gehören übrigens zu den ganz wenigen Menschen, die mit einem Segelschiff zum Oktoberfest fahren. Nach dem Genuss von hopfenhaltigen Erfrischungsgetränken und dem Verzehr von einem, sensationell gutem, Backfischbrötchen (Typisch Oktoberfest halt) ging es dann final an Bord. Das Verabschiedungskomitee versammelte sich an der Mole und so wurden wir an diesem Tage zum zweiten Mal winkend verabschiedet. Großartig.
Die Sonne schien und bei leichtem Rückenwind ging es Richtung Helgoland. Chillen an Bord war angesagt. Es war sogar möglich, auf dem Deck in der Sonne zu liegen.
Helgoland erreichten wir nach Sunset gegen 20:45 Uhr. Hier werden wir jetzt bis Sonntag bleiben, da die Nordsee glatt wie ein Ententeich ist und wir das gute Wetter am Freitag und Samstag auf der Insel genießen wollen. Am Sonntag geht es dann nach Norderney und am Montag nach Norddeich, denn dort wartet dann, voraussichtlich, der ersehnte Victron Wechselrichter. Danach läuft dann mit dem Strom wieder alles so wie es soll und Frank kann nachts von anderen Dingen als der Schiffselektrik träumen.Læs mere
Auf zum Fuselfelsen
4. oktober 2024, Tyskland ⋅ ☀️ 15 °C
Zu Helgoland schreiben wir jetzt nichts. Zumindest nicht direkt über den Fuselfelsen, wie er im Volksmund genannt wird. Wer über diese Insel etwas wissen möchte, der wird schon Informationen finden.
Eine historische Begebenheit, welche wir von einem Inselführer „erlauscht“ haben, der gerade eine Gruppe zur langen Anna geführt hat, muss ich jedoch kurz kund tun: Vor dem allseits bekannten Felsen gab es ein Restaurant mit dem Namen „Hohenzollern“ in welchem eine große Frau mit dem Namen Anna gearbeitet hat. Da auf Helgoland jeder Einwohner bis heute einen Spitznamen bekommt, hatte auch Anna einen. In diesem Falle „die lange Anna“. Und so sagte der Helgoländer, wenn er in das Restaurant gehen wollte: Lass uns mal zur Langen Anna gehen. Daher trägt der Felsen heute diesen Namen. So, jetzt wisst ihr das auch...
Die beiden Tage welche, wir auf Helgoland verbracht haben, waren warm und sonnig. Grandios für Oktober. Wir haben es uns während dieser Zeit gut gehen lassen. Wie man auf dem Video sieht, haben wir es zu Fuß einmal um die Insel geschafft. Was allerdings keine große Leistung ist. Immerhin sind wir auf 14,6 Km gekommen.
Das Schwimmbad haben wir auch besucht. Sehr schön, jedoch wirklich nur zum schwimmen geeignet, denn die Wassertemperatur erinnert uns daran, dass wir eine Energiekrise hatten/haben. Gerade der Whirlpool auf dem Dach mit Blick auf die freie Nordsee bekommt, was die Temperatur betrifft, nur eine 4/10.
Am 6. Oktober geht es dann nach Norddeich. Dort erfolgt der Einbau des Wechselrichters und zack, haben wir wieder Strom für all das, was man so braucht.Læs mere
Ab nach den Gerät
6.–7. okt. 2024, Tyskland ⋅ 🌬 14 °C
Am 6. Oktober machten wir uns auf den Weg nach Norddeich, denn dort soll am 7. „Den Gerät“, wie wir den Victron Wechselrichter genannt haben, angeliefert werden.
Das Wetter war gut und so verließen wir den Helgoländer Hafen bei Sonnenschein und gutem Wind. Kaum hatten wir die Hafeneinfahrt verlassen, befanden wir uns auch schon auf dem Helgoländer-Kopfsteinpflaster, welches uns ordentlich durchrüttelte. Da kann man echt nicht meckern. Ohne sich groß anstrengen zu müssen, schaut man auf seiner Sitzposition am Oberdeck abwechselnd direkt in den Himmel oder das Wasser. Das bekommst du auf dem Land gar nicht so einfach hin.
Mit gesetzten Segeln ging es dann, vorbei an Norderney, direkt nach Norddeich. Der Reiseinteressierte wird sich fragen: Muss man da eigentlich mal hin? Ich sag mal so, der Hafen und die Umgebung ist sehr gepflegt und von dort aus kann man schnell auf die ostfriesischen Inseln gelangen. Das machen dannn auch die meisten. Nur wir nicht, denn wir warten ja auf den Gerät.
Am Abend bereitete Claudia uns dann noch einen leckeren Kartoffelauflauf zu und danach war der Tag dann auch bald zu Ende. Morgen wird dann hoffentlich die ersehnte Lieferung eintreffen. Frank ist schon voller Vorfreude. Wir auch, denn dann können wir den Wasserkocher wieder benutzen...Læs mere
Der blaue Karton und das Karussell
8. oktober 2024, Holland ⋅ 🌬 16 °C
Es war schon ein bisschen spannend, ob den nun "den Gerät" geliefert wird. Mal sollte es da sein, mal nicht. Letztlich war es dann am frühen Nachmittag so weit und es wurde ein blauer, schwerer Karton geliefert. Hurra, jetzt musste nur noch der Einbau klappen. Und, oh Wunder, alles lief wie am Schnürchen und nach ca. 2 Stunden war der Kasten montiert und funktionierte. Hier zeigte die fundierte Elektrikerkompetenz von Frank Wirkung und unsere Energieprobleme waren gelöst. Läuft!
Unmittelbar danach machten wir das Schiff klar um Richtung England zu starten. Der erste Übernacht-Törn stand auf dem Programm. Für uns eine Premiere. Die Einteilung einer Nachwache war für uns Anfänger erst einmal nicht vorgesehen. Dennoch legten wir uns früh in die Koje um dann gegen 1 Uhr Nachts auf der Brücke zu erscheinen, um zu sehen, wie denn eine Nachtfahrt so abläuft.
Wie das so ist, bei Wellengang und laufendem Motor, der sich direkt schräg unten hinter unserer Koje befindet, zu Schlafen? Ich versuche es einmal zu beschreiben: Also: Du nimmst dir eine Matratze und dein Sparschwein, gehst auf den Jahrmarkt zu einem dieser Karusselle, welche im Kreis fahrend Wellenbewegungen beschrieben. Dann gehst du zum Schalter schüttest dein Sparschwein aus und sagst zum Kassierer, dass er nun mal die nächsten 24 Stunden Gas geben soll. Danach legst du dich mit deiner Matratze in die dir zugewiesene Kabine, gibst dem Fahrleiter die Anweisung jetzt mal alles zu geben und legst dich schlafen. Vorher nimmst du dir noch deine Kopfhörer ins Ohr und spielst den Song „Dieselmotor auf 3000 rpm“ auf Dauerschleife. So in etwa läuft das. Nur auf eines muss man auf dem Schiff gegenüber dem Karussell verzichten: Die Querbeschleunigung.
Kann man dabei schlafen? Ja, man kann. In unserem Falle sogar ziemlich gut. Wir waren auch überrascht.
Zur Probenachtwache erschienen wir dann gegen 1:15 Uhr. Wie es war? Dunkel und schaukelig. Auf den Horizont schauen ging natürlich nicht und das Gehirn war mit dieser Art der Reise nicht so ganz einverstanden. Was tun? Pille einschmeißen und weitermachen. Gelernt haben wir dann auch noch einiges. Nach knapp drei Stunden haben wir uns dann wider zum schlafen gelegt.
Nachdem wir einen guten Teil der Nacht unter Segel fahren konnten kam der Wind dann irgendwann direkt von vorne. Damit war die Segelfahrt zu Ende und es war wieder „Motoren“ angesagt. Auf Grund dieser Situation wurde dann beschlossen die Fahrt zu unterbrechen und wir liefen in den Hafen von Texel (Niederlande) ein. Hier verbringen wir den Abend des 8. Oktobers und den Tag des 9. Oktobers. Am Abend des 9. geht es dann wirklich Richtung England. Der Wind soll dann mit 5-7 Windstärken aus Nord-Ost wehen. Ideal, um Richtung England zu segeln. Schauen wir mal, wie es so kommt...Læs mere
Nun aber: Britannien, wir kommen
9. oktober 2024, England ⋅ ☁️ 16 °C
Am 9. Oktober um 18 Uhr haben wir den Hafen auf Texel Richtung England verlassen. Der Wind sollte in der Nacht von Nord Ost mit 5 bis 6 Windstärken wehen, eine Ideale Richtung um zügig nach England zu kommen. Also los, dem Wind entgegen. Wie geplant waren wir gegen 1 Uhr dort, wo es wehen sollte. Im Gegensatz zu uns, war der Wind allerdings nicht gekommen. Shit! Also hieß es weiter unter Motor fahren und warten. Auf dieser Fahrt gab es nun bereits feste Zeiten für die Nachtwache. Meine war um 2:00 Uhr zu Ende und ich legte mich ins Bett, um ein wenig „Karussell“ zu fahren. Irgendwann gegen 4 Uhr war dann auch der Wind da und leistete ganze Arbeit. Mit bis zu über 10 Konten ging es die Niederländische Küste entlang Richtung Clais. Wenn ihr jetzt denkt, 10 Knoten, da ist ja jedes E-Bike schneller, dann stimmt das zwar, aber für eine Lagoon 500 ist das recht schnell. Außerdem wiegt ein E-Bike ja auch keine 30 Tonen und schwimmt nicht.
Die Reisebedingungen waren, nun ja, nicht gerade komfortabel. Die Dünung betrug zwischen 3 und maximal 5 Meter und der „Fußtritt“ den du im Hintern spürtest, wenn du auf der Matratze liegend einen Wellenschlag gegen den Rumpf bekamst, war schon so, dass man das eine oder andere Mal wach geworden ist. Während der ganzen überfahrt wurden die Bedingen nicht viel besser. Sonne war keine zu sehen und es war kalt. Aber man muss sich ja nicht wundern, wenn man zu dieser Jahreszeit auf dem Wasser unterwegs ist.
Den Tag über verbrachte man zum Teil in der Koje und zum anderen Teil draußen oder im Salon. Gegen späten Abend des 10. Oktobers erreichten wir dann den Hafen von Dover. Damit haben wir dann erneut ein Etappenziel erreicht. Die Fahrt dauerte knapp 28 Stunden, was unter diesen Bedingen alle ein wenig forderte. Nach dem Verzehr des restlichen Gulasch mit Nudeln ging es dann für uns gegen 0 Uhr englischer Zeit zu Bett. In Deutschland war es da schon 1 Uhr. Morgen geht es dann weiter, die englische Küste entlang.Læs mere

RejsendeSchön Euch hier zu folgen. Euch allen weiterhin Gute Fahrt. Wir sind in Gedanken bei Euch. LG Elke und Lothar
Die Küste: So viel Kreide u. keine Tafel
11. oktober 2024, England ⋅ ☀️ 13 °C
Nach unserer Überfahrt nach Dover war erst einmal ausschlafen für alle angesagt. Wobei diese Definition von allen anders interpretiert wird. Wir waren jedenfalls ausgeschlafen und uns begrüßte der Tag mit strahlendem Sonnenschein und glattem Wasser. Nach dem Frühstück hatten wir dann noch eine Stunde zeit die Umgebung des Hafens zu erkunden. Diese nutzten wir, um die Hafenpromenade von Dover und einige Nebenstraßen zu erkunden. Neben dem Schloss, welches auf einem Felsen über der Statt errichtet wurde und der Uferpromenade ist Dover, für unser dafürhalten, eine ganz normale Hafenstatt mit einigen charmanten Ecken, aber nichts für einen längeren Aufenthalt. Egal, denn den hatten wir ja eh nicht. Es sollte ja bereits gegen 12 Uhr weiter Richtung Eastbourne gehen. Ja, der Zeitplan ist halt eng getastet, wenn man nur drei Monate Zeit hat.
Die Fahrt nach Eastbourne war, verglichen mit den anderen Etappen, eine Kaffeefahrt vom feinsten. Sonne an Deck, glatte See und eine wunderschöne Landschaft zog langsam an uns vorbei. An segeln war nicht zu denken, aber so richtig gestört hat das an diesem Tage niemanden. Die Klippen der Kreidefelsen boten uns, zusammen mit dem türkisen Wasser, ein tolles Panorama. So verging die Zeit dann auch recht schnell. Ganz nebenbei machten wir noch einen kleinen Lehrgang über die Feuerbekämpfung an Bord eines Schiffes, sowie die besonderen Gefahren in einer solchen Situation.
Gegen 19 Uhr erreichten wir schließlich die Schleuse zum Hafen von Eastbourne, welcher jedoch nicht direkt in der Stadt liegt. Nach einem kurzen Ein- und Ausschleusen wurde uns ein Liegeplatz in einem der Binnenhäfen zugewiesen. Während der Überfahrt fühlte sich Michelle dazu berufen, ihre erlernten, asiatischen Kochkünste unter Beweis zu stellen, und so gab es an diesem Abend eine Asiatische Hähnchenpfanne, welche unsere „Kaffeefahrt“ mehr als gebührend abrundete. Danach hatten wir genug Energie, um noch einen kurzen Zug durch die Gemeinde zu machen. Fazit: Sehr Idyllisch. Zumindest im dunkeln. Wie es im hellen ist? Keine Ahnung, ich „sag" nur: Drei Monate! ;-) Aber wir wollen ja in die Wärme und bis jetzt ist es immer nur kälter geworden. Daher war bereits am nächsten Tag im 7 Uhr aufstehen angesagt, um unsere Fahrt zu der Isle of Wight zu beginnen. Hier werden wir dann ein bis zwei Tage verweilen.Læs mere
Nicht jeden Tag ist Kaffeefahrt
12. oktober 2024, England ⋅ ⛅ 15 °C
Am 12 Oktober, kurz vor 12 Uhr, verließen wir den Hafen von Eastbourne Richtung „The Isle of Wight“, bei bedecktem Himmel und Wind aus süd/südost mit 3 bis 5 Beaufort. Leider wurde es immer etwas kälter und Schauer zogen auf. Dennoch gaben die, in südwestlicher Richtung verlaufenden, hohen und steilen Kreidefelsen, ein beeindruckendes Bild ab. Zunächst noch dicht an der Küste, führte uns unser Kurs dann später etwas weiter auf das offene Meer. Viel Zeit an Deck konnte man nicht verbringen, da es entweder zu kalt, zu naß oder beides wurde. Jeder machte an Bord eine zeitlang das, was er für richtig hielt. Alle? Nein, natürlich nicht. Es war immer ausreichend Personal der Crew damit beschäftigt, die sichere Fahrt zu gewährleisten. Wat mutt, dat mutt.
Gegen frühen Abend und etliche Schauer später, war dann das Ziel in Sichtweite. Der Wind war zwischenzeitlich nicht mehr optimal, so das wir eine zeitlang „Motoren“ mussten. Auf der Einfahrt Richtung unseres Zielhafens war die Silhouette von Portsmouth zu erkennen, welche interessante Architektur bietet. Zum Sonnenuntergang erreichten wir das Spitbak Fort. Wer hier näheres, durchaus interessantes, erfahren möchte, der schaut kurz bei Wikipedia rein. Kaufen kann man das Ding aktuell nicht mehr. Es wurde im Juni 2024 für 1.010.000,- GPB verkauft. Und zwar renoviert mit 33.000 Quadratfuß Fläche, 9 Suiten und einem Restaurant. Die Bauart ist Solide. Die Mauern sind bis zu 15 Meter dick. Für den Preis also sehr Attraktiv. Auch einen Heliport gibt es. Geht ja eigentlich, dachte ich mir. Aber was soll's, ist ja verkauft.
Gegen 19:30 Uhr erreichten wir unseren Liegeplatz in Cowes, welcher, wie erfahren sollten, eine illegale Übernachtung war. So viel vorweg: Wir wurden nicht verhaftet.
Am Abend kehrten wir mit der festen Absicht, Fish and Chips zu essen, in ein Restaurant ein, in welchem Frank ein Tisch reserviert hatte. Schnell stellten wir fest, dass es die von uns anvisierte Spezialität dort leider gar nicht gab. Kein Problem, dann essen wir jene halt morgen.Læs mere
Fish and Chips die 2. und der Offizielle
14. oktober 2024, England ⋅ ☁️ 16 °C
Wie bekannt, liegt unser Schiff aktuell in Cowes, einem kleinen, charmanten Ort auf der Isle of Wight. Die erste Nacht dort haben wir königlich verbracht. Nämlich in der Marina des Royal Yacht Club Cowes. Streng privat und natürlich nicht für einfache, bürgerliche Menschen, wie wir es sind. Aber woher sollen wir das auch wissen. Es war ja dunkel und eine goldene Kette hing auch nicht vor der Hafeneinfahrt.
Am frühen Morgen des 13. Oktobers stand dann ein offiziell gekleidetes Mitglied des besagten Clubs vor unserem Schiff und machte uns unmissverständlich, jedoch freundlich, klar, dass wir ja hier nun rein gar nichts zu suchen haben. Da hätte es vermutlich auch nichts genützt, wenn wir ihm gesagt hätten, dass jeder von uns ein Bild von King Charles auf dem Nachtschrank stehen hat. Was natürlich schändlich gelogen gewesen wäre.
Leider fand an diesem Wochenende eine Regatta statt und somit waren viele Boote in den Häfen. Glücklicher weise, müssen jene ja aber irgendwann da raus, denn sie sollen ja eine Regatta segeln. Somit war dann am Nachmittag schnell ein Platz gefunden. Danach ging es, für jeden von uns auf seine Weise, auf Erkundungstour.
Cowes ist ein wirklich schöner, kleiner Ort, der, sollte man mal in der Gegend sein, wirklich ein Besuch wert ist. Leider war das Wetter nicht so königlich wie der Yachtclub und am ersten Tag auch noch recht kalt. Abends ging es dann in ein uriges Restaurant abseits des Mainstreams und dort gab es dann für uns alle die ersehnten Fisch & Chips mit und ohne gestampfte Erbsen, aber auf jeden Fall köstlich.
Der 14. Oktober war auch ein „freier“ Tag, den Corinna und ich zur einen Hälfte zum Teetrinken, frühstücken und rumsitzen nutzten und die andere Hälfte für einen ausgedehnten Spaziergang. Claudia und Lars besuchten ein Schloss und kamen sogar auf 16.000 Schritte an diesem Tage, was ja an Segeltagen eher schwierig zu erreichen ist. Michelle und Frank kümmerten sich, wie meistens, um das Boot. Zu tun gibt es hier nämlich immer was.
Wie schon am Vortag von Frank angedeutet, wurde heute der En schluss gefasst, dass wir am 15. Oktober gegen 7:00 Uhr britischer Zeit den non stop Törn über die Biskaya starten. Zwar noch ein Stück an der britischen Küste entlang, aber dann auf das offene Meer. Die Eroberung Britanniens ist damit erst einmal auf Eis gelegt und Teefax haben wir auch nicht getroffen.
Auf der Überfahrt werden wir das erste Mal „offline“ sein. Danach geht es dann weiter auf diesem Kanal mit Berichten zur Biskaya- Überfahrt. Hoffentlich ohne Auseinandersetzungen mit Orcas. Denn diese sind, wie vielleicht bekannt, seit einiger Zeit,unter anderem Seglern gegenüber, etwas auf Krawall gebürstet.Læs mere

RejsendeWir wünschen euch eine ganz ruhige Überfahrt. Dafür ist die Biskaya auf jeden Fall bekannt. Sonst eine Pille mehr einwerfen... Liebe Grüße, die Pottler

RejsendeDankeschön. Ruhig war die Überfahrt (wie jede übrigens) nicht, aber wenigstens haben wir die Pillen nicht mehr gebraucht. Liebe aus Spanien.

RejsendeSuper Euch hier zu folgen, als wäre man ein mini mini Stückchen selbst dabei 😊nur ohne schaukeln 🥹Genießt Euer Leben und Gute Fahrt. Wir sind in Gedanken bei Euch. Grüße vom Bahnhof 🚂
Die Biskaya - Für jeden was dabei
18.–21. okt. 2024, Spanien ⋅ ☁️ 19 °C
Der Start zu unserer Biskayaüberquerung war zunächst entspannt. Nach dem Verlassen des Hafens von Cowes ging es noch zu den Needles, eine Felsformation, die, je nach Blickwinkel, spitz wie Nadeln wirkt. Von Land aus ist diese Sehenswürdigkeit sicherlich nicht besonders gut zu sehen, aber von der Wasserseite ist es schon eine Attraktion. Danach ging es auf das offene Meer und rein ist die Biskaya. Wobei sich das jetzt so liest, als wäre es um die Ecke gewesen. Das war natürlich mit nichten so.
Wie erwähnt, verlief der Anfang der Überquerung recht ruhig. An Segeln war nicht zu denken und man konnte sich fragen: Ist das jetzt hier die Biskaya, oder der Wittensee? Nach einer langen Motorfahrt von über 9 Stunden setzte dann der ersehnte und vor allem richtige Wind ein und die Segelfahrt konnte beginnen. Auf unserer Tor war dann für jeden was dabei.
Tiere: Noch im englischen Kanal begleitete uns eine Delphin-Schule mit bis zu 15 Tieren, welche sich einen Spaß daraus machte, immer wiederkehrend neben und in der Mitte des Bootes zu schwimmen. Das war schon ein beeindruckendes Erlebnis.
Aktion: Als Corinna bei einer Nachtwache bemerkte, dass sich das Vorsegel an der unteren Halterung gelöst hatte, ein Schekel hatte sich verabschiedet und musste, bei anständiger Dünung und Dunkelheit wieder montiert werden, war Aktion angesagt. Die Reparatur hat Frank dann jedoch schnell und souverän erledigt. Allerdings war der Ersatz-Schekel in einem Staufach im Bug untergebracht und so mussten wir alle drei (Corinna, Frank und ich) erstmal raus und das Fach ausräumen. Irgendwie ist es ja immer so, das was du brauchst, liegt immer an unterster Position. Während der Adrenalinspiegel von Frank wahrscheinlich auf normalem Level lag, war er bei uns schon etwas höher. Wellengang, Wind, Dunkelheit und Gischt haben da auf Anfänger schon eine gewisse Wirkung. Bei dieser Aktion hatten wir unsere „Mann über Bord“ Armbänder natürlich dabei, welche, wenn du über Bord gehst, sofort die Position im Schiffssystem speichert. So weiß man dann jedenfalls, wo du gerade badest. Sogar Frank hatte eines dabei, was den Ernst der Lage dann doch unterstich…
Dünung: Der Wind wehte ordentlich, die Sonne schien und die Dünung erreichte in der Spitze höhen zwischen ca. 6 bis 7 Meter. Muss man mal gesehen haben. Corinna und ich saßen eine lange Zeit oben in der Sonne und haben das Schauspiel genossen.
Thrill: Du weißt ja, dass du auf dem Meer nicht allein bist. Vor allem gibt es natürlich unter der Wasseroberfläche vieles, was du nicht siehst, von dem du aber weist, dass es da ist. Eines Nachts, ich hatte Nachtwache, zeigte das Echolot über zwei Stunden, in immer wiederkehrendem Rhythmus, eine Tiefe zwischen fünf und sieben Metern. So gesehen nichts ungewöhnliches, wenn du nicht gerade in einem Gebiet unterwegs bist, wo die Wassertiefe gerade bis zu 4.000 Meter beträgt. Wenn dann das Echolot für vier bis fünf Sekunden diese Tiefe anzeigt, dann kann man erahnen, dass das, was da gerade unter dir ist, kein einzelner Hering sein kann. Letztlich hat sich dann aber weder ein Orca, noch ein Delphin gezeigt. Ein wenig beunruhigend ist es dann aber schon, wenn du nach draußen gehst und in schwarzem Wasser, welches leicht von Mondlicht beschienen wird, nach einem schwarzen Orca Ausschau hältst. Was, wenn er gerade in dem Moment neben dir aus dem Wasser schießt. Dann hast du die Hose aber gestrichen voll…
Relaxen: Ja, nö, dazu kann ich jetzt nichts schreiben. Relaxen war nicht so das Thema bei dieser Überfahrt. Wobei: Schlafen ging eigentlich immer. Unser Wachsystem war zwischenzeitlich geändert worden. Statt mit zwei Personen, war man nun für zwei, statt drei Stunden, allein auf der Brücke. Das ist in sofern besser, als dass man dann mehr Schlaf bekommt. Da Claudia leider anhaltend und schon seit unserer Abfahrt von Texel unter Seekrankheit leidet, waren wir in der Nacht nur zu fünft. Der Schiffsverkehr war überschaubar. Segler sind in dieser Jahreszeit eher weniger unterwegs (wundert mich jetzt nicht so) und so trifft man nur vereinzelt auf Frachtschiffe und Fischerboote. Hin und wieder kommt auch mal ein Kreuzfahrtschiff vorbei.
Am 18. Oktober erreichten wir dann gegen frühen Abend das Festland an der nördlichsten Spitze Spaniens auf Höhe von O Faro da Estaca de Bares und ankerten in einer Bucht, in welcher wir uns später mit dem Schlauchboot auf Nahrungssuche im nahegelegenen Hafen begaben. Was leider nicht erfolgreich war, da Loui, unserem Bordhund, leider der Eintritt in das einzige, geöffnete Restaurant verwehr wurde. Stattdessen haben wir dann alle auf einer Bank am Hafen gesessen und das „Einlaufbierchen“ genossen. Gekocht wurde dann später am Abend an Bord.
Fazit: Die Wetterbedingungen auf unserer Überfahrt waren jetzt nicht außergewöhnlich aber standesgemäß. Die zum Teil ruppige See und der nicht immer optimale Wind forderten zum einen das Schiff und zum anderen auch die Crew. Aber es hat ja auch niemand erwartet, dass eine Biskayaüberquerung Mitte Oktober eine Blümchensegeltour wird. Auf dem IKI (Internationaler Kotztüten Index) kam diese Überfahrt übrigens auf eine 3 von 5. Was uns aber nichts ausgemacht hat, da wir inzwischen Seefest sind. Bis auf Claudia, die arme Socke hat es echt hart getroffen.Læs mere
Puuure Romantik
19. oktober 2024, Bay of Biscay ⋅ ☁️ 16 °C
Wer die Vorstellung hat, dass man abends vor dem schlafen gehen noch ein wenig in seiner Kabine sitzt, die Beine hochlegt, ein gutes Buch liest und dann, ganz langsam, von dem plätschern der Wellen in den Schlaf gesungen, in das Kissen gleitet, während einem die Augen zufallen und man anschließend in einen ruhigen und seeligen Schlaf fällt, dem empfehle ich die beiden nachfolgenden Videos, welche Corinna gemacht hat. Dann könnt ihr ein wenig von dieser Romantik erleben. Wichtig: Ton schön laut machen.Læs mere
Spaniens Norwegisch, Schottische Higland
20. oktober 2024, Spanien ⋅ 🌬 22 °C
Am 20. Oktober machten wir uns gegen 9 Uhr von unserem Ankerplatz aus auf nach A Coruña, um dort erneut ein Ankerplatz zu suchen. Die Wahl des Ortes war kein Wunschziel, sondern eine Notwendigkeit, da Claudia, schweren Herzens, den Entschluss gefasst hatte, das Boot zu verlassen. Auch wenn diese Entscheidung für Sie schmerzlich war, ist es für Ihre Gesundheit wohl das beste. Der nächste, längere Törn nach Madeira wird ca. 5 bis 6 Tage dauern und würde ihren Kreislauf vermutlich überfordern.
Der Weg führte uns entlang der spanischen Steilküste, welche einen teilweise an Norwegen und die Schottischen Highland erinnerte.
Gegen späten Nachmittag erreichten wir A Coruña, eine mittelgroße Stadt im Norden Spaniens, welche zur Region Galizien gehört. Sie hat knapp 245.000 Einwohner und ist durchaus sehenswert. Diesen Eindruck hat man zunächst nicht, wenn man den Hafen anläuft und von dort aus die Silhouette sieht. Am Abend Unternemen wir einen ersten Streifzug durch die Gemeinde, welchen wir am Folgetag fortsetzen. Dann allerdings bei Sonne und 23 Grand und nicht, wie am Vorabend, bei Nieselregen. Am 19. Oktober war übrigens halb A Coruña auf den Beinen, um irgendein Fest zu feiern. Welches, dass haben wir nicht herausbekommen. Es ist auf jedenfalls eines, wo man sich mit Schaumkanonen beschießt und mit Maismehl bewirft und dabei Fröhlich und in Scharen an der Hafenkante entlang zieht. Ein „Holy Beach Festival“ war es jedenfalls nicht. Ist ja ach egal, Hauptsache die Spanier hatten ihren Spaß. Am 21. geht es dann ein Stückchen weiter nach Süden. Genau genommen nur 50 Seemeilen. Leider weht aktuell kein bzw. Wind aus der falschen Richtung, so dass es eine Motorfahrt werden wird. In Kürze werden wir dann den Absprung Richtung Madeira wagen. Das wird allerdings wohl nicht vor Donnerstag der Fall sein, da die Windbedingungen erst dann geeignet sind.Læs mere

Es macht Spaß, mitzulesen und auf diese Weise - ganz ohne seekrank zu werden -, an Eurem abenteuerlichen Törn Teil zu haben! 🙏 Ich habe recherchiert, auf welche Festivitäten Ihr in La Coruña gestoßen sein könntet, war es eventuell dieses inklusive Enki-Rennen? https://www.enkiproyecto.com/carrera-enki/ Weiterhin eine wundervolle Zeit und Liebe Grüße von Föhr! Gesa [Gesa]
Abschied ist ein schweres Schaf…
21. oktober 2024, Spanien ⋅ ☀️ 18 °C
Nachdem wir Claudia am 21. Oktober morgens um 8:30 Uhr verabschieden mussten, warteten wir noch auf Lars, welcher sie zum Flugplatz begleitete. Danach brachen wir auf zu einem Törn unter Motor. Unser Ziel lag ca. 50 Seemeilen weiter südlich von unser aktuellen Position. Leider war an diesem Tag nicht viel mit Segeln, da der Wind, einmal wieder, aus der falschen Richtung kam.
Es ging entlang der spanischen Küste, welche beeindruckende Felsformationen, Landschaften und Wellenschauspiele bot. Die Sonne schien, jedoch lag die Temperatur weiterhin unter unseren Erwartungen. Die Dünung war mit geschätzten 6 Metern nicht gerade gering, aber sehr langgezogen und damit durchaus angenehm.
Gegen frühen Abend erreichten wir die Bucht von Camarinas und suchten uns dort einen Ankerplatz. Danach ging es mit dem Schlauchboot in den kleinen Hafen. Zweck dieser Exkursion war die Nahrungssuche. Auch diese gestaltete sich, wieder einmal, schwierig, da viele Restaurants entweder nicht geöffnet waren oder einem Hund keinen Zutritt zu gewährten. Nach einem unfreiwilligen Stadtrundgang haben wir dann ein kleines Restaurant in der Nähe des Hafens gefunden. Im Nachhinein betrachtet, wäre es besser gewesen, jenes wäre nicht geöffnet gewesen, denn das Speiseerlebnis war, um es einmal lobend zu formulieren, nicht optimal.
Am 22. und 23. Oktober standen einige Arbeiten am Segelboot an. Auch musste Proviant eingekauft werden. Nachdem der 22. Oktober noch recht kühl war, wurden wir am 23. dann mit viel Sonne, wenig Wind und einer angenehmen Temperatur verwöhnt. Gegen Nachmittag brachen wir zu einer kleinen Angeltour auf, welche, nun ja, nicht sonderlich erfolgreich war. Wären wir auf unserer Tour darauf angewiesen, vom Fischfang zu leben, dann gäbe es jetzt bestimmt nicht nur einen Ausfall in der Crew.
Der kleine, circa 5.000 Einwohner zählende Fischerort Camarinas (Quelle: Wikipedia) Ist jetzt nicht unbedingt das Highlight dieser Reise. Zumal man den Eindruck hat, dass die Einwohnerzahl dreist gelogen ist. Andererseits wäre es natürlich auch möglich, dass gerade 4.500 Einwohner Urlaub machen. Von der Wasserseite aus ist der Ort jedenfalls deutlich attraktiver als von der Landseite.
Morgen, am 24. Oktober 2024 werden wir nach Sonnenaufgang, welcher hier erst kurz nach 8:30 Uhr stattfindet, in Richtung Porto Santo/Madeira aufbrechen. Dieser Törn wird geplante fünf Tage dauern und hat eine Länge von ca. 700 Seemeilen. Neues auf diesem Kanal wird es also erst in 5-6 Tagen geben.
Wir freuen uns übrigens, dass wir eine so treue Leserschaft haben. Solltet ihr einmal etwas erfahren wollen, was wir hier nicht schreiben, dann schreibt es gerne in die Kommentare. Wie lesen uns später. Bis dahin…
P.S. Wer sich fragt, warum man so kurze Videos auch noch in zwei Teile schneiden muss? Hier die Antwort: Es sind pro Eintrag nur zwei Videos a 2 Minuten erlaubt.
P.P.S. Zur Überschrift siehe:
https://www.youtube.com/watch?v=A1eo98QcWv4Læs mere

RejsendeHey, es tut uns sehr leid für Claudia. Grüße an euch und die ganze Crew. Passt weiter gut auf euch auf

RejsendeJa, es ist echt schade für Claudia. Vor allem, weil Sie sich zwei Jahre auf diese Reise gefreut hat und es ihre „Reise des Lebens“ werden sollte.Richtung Porto Santo werden wir viel Wind bekommen. Wir passen also weiterhin gut auf uns auf. Liebe Grüße - Tom & Co

Weiterhin gute Seemannschaft. Es wird sicherlich anstrengender werden weil der Nachtwachenrhytmus wohl anders werden muss. Aber Madeira wir es euch belohnen. [Reinhardt Czauderna]
Der Satz mit X…
24. oktober 2024, Spanien ⋅ 🌧 18 °C
…Dat war nix. Motiviert haben wir am 25. Oktober gegen 10:30 Uhr unseren Ankerplatz Richtung Porto Santo verlassen. Die Windvorhersage war perfekt. Zum Start waren 5-6 Windstärken aus Süd angesagt, welcher am späten Nachmittag auf West drehen sollte und uns somit direkt und zügig zu unserem Ziel bringen würde. Und genau so ist es auch gekommen. Allerdings wehte der Wind zwischenzeitlich mit bis zu 8 Windstärken und das Ziel haben wir, ihr könnt es euch denken, nicht erreicht!
Die Dünung war sehr anständig und so kam diese Fahrt auf ein I.K.I von 3-4 von 5. Das war aber nicht das Problem. Zumindest nicht für alle. Das Schiff tauchte seinen Bug zeitweise komplett in die Wellen und das Vorschiff wurde immer wieder überspült und harte Schläge gingen durch das Boot. So ging es eine ganze Weile, bis dann eines zum anderen kam. Der Autopilot quittierte seinen Dienst und es gab Alarm von der Bilschpumpe auf der Backbordseite. Was macht diese Pumpe? Sie pumpt Wasser aus dem Rumpf, welches da nicht hingehört. Da Wasser im Rumpf nie gut ist, macht dann die Pumpe irgendwann Alarm und pumpt gleichzeitig das Wasser raus.
Das an sich ist nichts ungewöhnliches, aber zunächst war nicht klar, wo das Wasser herkam, denn es war nicht gerade wenig. Aus diesem Grunde fiel der Entschluss, den Törn abzubrechen und wieder zurück an die Küste zu fahren. Jene erreichten wir dann gegen 20:45 Uhr. Genau 12 Meilen weiter südlich von unserem morgendlichen Startpunkt entfernt. Erledig von der Fahrt und etwas demotiviert von den Ereignissen vertilgten wir noch eine Portion von Lars seinem, am Vortag zubereiteten, Kartoffelsalat und den von Michelle gebratenen Frikadellen. Danach gab es noch ein Schlaftrunk und damit waren dann nicht nur wir, sondern auch der Tag erledigt. Morgen geht es dann an die Fehlersuche und die Reparatur. Eines vor weg: Das mit dem Wassereintritt war dann doch nicht so beunruhigend wie man erst hätte vermuten können. Auch war vorher schon klar, dass das Problem nicht unter, sondern über der Wasseroberfläche liegt. Diese Tatsache ist ja schon einmal beruhigend.
Das Wetter hat sich aktuell etwas beruhigt, allerdings ist es wieder kalt geworden. VIEL ZU KALT! 🥶
Bilder und Videos von der Fahrt gibt es nicht viele und die, die es gibt, zeigen den Anfang von unserem Törn. Weißt bescheid…Læs mere
Das Ende der Erde
25. oktober 2024, Spanien ⋅ ⛅ 14 °C
Unser neuer Ankerplatz lag vor Fisterra, der westlichste Punkt Europas. In Vorzeiten dachten die Menschen des Europäischen Kontinents, dass hier die Welt zu Ende wäre. Der Ort ist recht interessant und schön gelegen. Noch interessanter sind allerdings die Touristen. Zum einen begegneten wir einigen Hippies der Neuzeit (wenn man sie so bezeichnen mag/darf) und zum anderen sehr vielen Wanderern. Der geschichtlich und kulturell gebildete Leser weiß natürlich sofort, warum das so ist. Wir dachten zunächst, dass diese Gegend ja besonders schön zum Wandern sein muss. Bis Corinna einwarf, dass die ganzen wandernden Menschen bestimmt Pilger/innen sind, da die Stadt Santiago de Compostela nur wenige Kilometer entfernt liegt. Genau so war es dann auch. Der Jakobsweg endet übrigens in Fisterra. Dort ist dann der Besuch des westlichsten Kaps Europas, dem Kap Finisterre noch Teil des Pflichtprogramms. Wir selbst waren nicht dort, denn wir haben es noch ein Stückchen weiter Westlich und von der Wasserseite aus besichtigt.
Warum nun genau die „Hippies“ in diesem Ort vertreten sind, dass weiß ich nicht genau. Vielleicht liegt es daran, dass man hier absolut keine Probleme hat an Gras zu kommen.
Nicht alle Wanderer befinden sich übrigens auf einer Seelenwanderung, sind esoterische Aussteiger, im Selbstfindungsprozess oder streng gläubig. Eine Wanderin, mit welcher wir ins Gespräch kamen, sagte, Zitat: Hör bloß auf mit dem Wandern ey, da haben mich hier die drei Wandermäuse (ihre Begleiterinnen) bei einem Wein zu überredet. Da hab ich dann halt „ja“ gesagt. Oh man. Das einzig gute ist, dass man von der ganzen latscherei einen festen Arsch bekommt.
Ja, es kann viele Gründe geben, den Jakobsweg zu laufen…
Das andere Thema was uns beschäftigte, war der Autopilot und der Wassereinbruch. Letzterer war schnell geklärt. Bei der ständigen Überspülung des Vordecks war Wasser in den Generatorraum eingedrungen und lieft dann durch eine Durchführung in den Rumpf der Backbordseite. Die Luke wurde nachgestellt und damit sollte das Problem behoben sein.
Der Autopilot zickt allerdings immer noch rum. Wenn dieser final den Geist aufgegeben hat, dann bedeutet das für uns 100% Handsteuerung. Das kannst du mal auf der Schlei oder Ostsee machen, aber nicht, wenn du noch 3.000 Seemeilen vor dir hast. Hier ist ein Autopilot kein schönes Extra, sondern eine Notwendigkeit. Wer schon mal bei einem Schiff längere Zeit Kurs halten musste, der weiß wovon ich schreibe. Mal sehen, wie es dann mit dieser Baustelle weitergeht. Ein Direkt-Törn nach Porto Santo steht jedenfalls aktuell nicht auf dem Programm. Nun geht es entlang der Spanisch-Portugisischen Küste. Drückt uns die Daumen, dass die Orcas das nicht mitbekommen.
Ansonsten ist an diesen eineinhalb Tagen nicht viel passiert.
Am 26. Oktober brachen wir dann gegen Mittag auf, um unseren Weg an der Küste entlang zu fahren. Hier war dann für alle das erste Mal der Dienst am Ruder festgelegt. Das Team besteht aus zwei Personen. Jeder übernimmt dann jeweils eine Stunde Verantwortung für das Ruder und den Kurs.
Gegen Abend des Tages erreichten wir eine kleine Bucht, in der wir vor Anker gingen. Den Ort haben wir nicht besichtigt. Erst hatten wir keine Lust dazu und dann war uns nicht so danach. Viel verpasst haben wir sicherlich nicht. Soviel konnte man vom Boot aus schon sehen. Morgen geht es dann Richtung Portugal. Hier wird unser Zielhafen Porto sein.Læs mere

Hoffentlich bekommt ihr das Problem mit dem Autopiloten in den Griff. Für euer Vorhaben ist er sicherlich wichtig. Allerdings haben die Wikinger es mit schlichter Seemannschaft geschafft 😜 Also nicht den Mut verlieren. Wir wünschen euch von ganzem Herzen, dass das Problem behoben werden kann und die Fahrt entspannt weitergehen kann. [Czauderna]

RejsendeDanke für die aufmunternden Worte! Leider sind wir ja inzwischen etwas verweichlicht, so dass wir es den Wikingern nicht gleich tun können. Wir arbeiten also weiterhin an der Lösung des Problems. Bis dahin spielen wir dann zumindest ein ganz klein wenig Wikinger. 😉

RejsendeOh man, ich fand das schon auf der Ostsee anstrengend, nach Kompass zu steuern, ich drücke die Daumen, dass ihr eine Lösung dafür findet! Weiter gute Fahrt und keine Orcas!
Meuterei auf der Bossa Nova
27. oktober 2024, Portugal ⋅ ☀️ 18 °C
Nun haben wir schon wieder ein Mitglied der Crew verloren. Dieses Mal aber durch Meuterei. Der Autopilot ließ sich nicht mehr dazu bewegen, seinen Dienst wieder aufzunehmen. Da half auch ein Experte aus Neuseeland nichts und der Hersteller selbst konnte auch nichts mehr ausrichten. Dadurch, dass der fiese Pilot am Freitag seinen Dienst quittiert hat, haben wir nun das komplette Wochenende verloren. Jetzt ist Schluss, jetzt fliegt der Kerl raus!
Damit ist dann zunächst solange Handsteuerung angesagt, bis ein neuer „Kollege“ eingetroffen ist. Und wie das so mit gutem Personal ist, dass wird teuer. Die Volksweisheit, kaufe nie etwas was wiehert, schwimmt oder fliegt, trifft in diesem Falle voll zu.
Nach dem Ankerlichten sind wir dann am 27. Oktober nach Porto aufgebrochen. Der Wind wehte mäßig und dann auch noch von achtern (hinten). Jetzt könnte man denken: Ist doch alles gut, der Wind kommt von hinten. Das ist doch für ein Segelschifff optimal. Nein, ist es nicht! Vor allem dann nicht, wenn man mit zwei Segeln per Hand steuert. Warum das so schwer ist, kann ich schwierig erklären. Wenn der Wind von der Seite weht, dann liegen beide Segel in einer Richtung. Hier ist Steuern verhältnismäßig „einfach“. Das ist bei achterlichem Wind nicht so. Hier liegt das Großsegel auf der einen und das Vorsegel auf der anderen Seite des Schiffes. Die Kunst besteht nun darin, beide Segel unter Wind zu halten. Dabei darf der Kurs des Schiffes nicht mehr als 5-8 Grad nach backbord oder steuerbord abweichen. Schwierig, wenn man weiß, das eine Welle das Schiff bereits über 15 Grad aus dem Kurs bringen kann. Du musst also vorher wissen, was das Boot gleich macht. Wenn dir das nicht gelingt, dann gibt es einen riesen „RUMS“ und der Baum schlägt um. Das ist das schlimmste. Das kleinere Übel ist der kleine „Rums“. Hier schlägt dann das Vorsegel um. Beides ist gar nicht gut und kann, bei so einem großen Schiff, schnell eine Menge Schrott produzieren.
Die Steuerei erfordert eine erhebliche Konzentration, was auf kurz oder lang immer zu einem großen oder kleinen „RUms“ führt. Von der Konzentration her ist es in etwa so, als wenn dir jemand eine Augenklappe auf das rechte Auge legt, dich auf einen sehr langen Schwebebalken (kennt man ja noch aus dem Turnunterricht) stellt und sagt: So, jetzt lauf mal zügigen Schrittes eine Stunde gerade aus. Wenn du dich richtig konzentrierst, dann läuft das eine Weile, aber irgendwann machst du einen Fehler und dann „rumst“ es…
So war das dann auch bei uns. Nach drei bis vier „Rums“ entschloss sich Frank dann das Experiment „Anfänger steuert am Vorwind“ zu beenden. Die Angst in seinen Augen, noch mehr Schrott zu produzieren war unübersehbar. Somit segelten wir dann mit nur einem Segel weiter. Damit natürlich auch langsamer. Irgendwann legte der Wind sich ganz und wir mussten mit Motor unseren Zielhafen „Porto“ ansteuern. Diesen erreichten wir gegen 20 Uhr. Der Tag hatte für uns übrigens 26 Stunden. Zum einen wurde die Uhr, auf Grund der Winterzeit, um eine Stunde zurückgestellt und zum anderen passierten wir eine andere Zeitzone und die Uhr wurde noch einmal eine Stunde zurück gestellt. Morgen verholen wir das Schiff dann noch zu einem anderen Ankerplatz, welcher näher an der Altsatt von Porto liegt. Danach geht es dann auf Landexkursion in die Stadt.Læs mere

Moin meine Lieben. Sehr nett und witzig beschrieben. Überhaupt toller Reiseblog. Grüße von Pellworm Claudia [Claudia]

RejsendeHi Claudia, danke für dein Lob, schön, dass dir die Berichte gefallen. Liebe Grüße nach Pellworm. 🤗🤗
Porto und der Typ mit dem Hund
28. oktober 2024, Portugal ⋅ ☀️ 18 °C
Wie geplant, verholten wir das Schiff am Morgen des 28. Oktobers, drei Seemeilen weiter südlich. Dort befindet sich die Flussmündung des Rio Douro, an welchem bekanntlich die Stadt Porto liegt. Kurz hinter der Einfahrt in das Hafenbecken des Flusses, gingen wir vor Anker. Danach wurde gefrühstückt und anschließend das Dingi klar gemacht, um in die Stadt zu fahren. Wer schon einmal überlegt hat, ob er Porto besuchen soll, dem kann ich sagen: Machen! Die Stadt ist nicht ohne Grund UNESCO Weltkulturerbe
Wunderschön am Fluss gelegen, lädt die Altstadt mit ihren vielen alten Häusern, welche Restaurants und Geschäfte beinhalten, zum flanieren ein. Hier kann man sich gut und gerne zwei Tage aufhalten. Wir haben jetzt nur einen zur Verfügung, also müssen wir uns ranhalten. Natürlich befinden sich viele der Restaurants und Bars direkt an der Wasserkante. Wer hier Platz nimmt, braucht zuweilen gute Nerven. Nicht, weil die Preise so hoch sind, sondern, weil der ein oder andere Laiensänger seine Künste mit Gitarren- und Verstärkerunterstützung darbietet. Das machen einige gut, andere aber halt auch nicht. Denen, die es nicht können, möchte man am liebsten etwas mehr in den Hut werfen, damit sie dann schnell aufhören. Das kann natürlich auch dazu führen, dass der Gesangskünstler einen Motivationsschub bekommt und dann noch lauter trällert. Die Andere Alternative wäre, ihn an einen Baum zu binden. Hat bei Asterix auch immer geklappt. Aber so gemein sind wir ja nicht und aus diesem Grunde haben wir uns in die Seitengassen geschlagen. Da sitzen dann übrigens auch die Portugiesen selbst.
Schlendernd an der Pomade fotografierte Corinna einen Typen, der ihr bekannt vor kam. Der stolzierte da mit seinem Hund durch die Gegend. Ihr Kommentar: Der steht bestimmt auf Männer. Das glaube ich aber auf keinen Fall! Aber bildet euch ein eigenes Urteil (siehe Foto). *
Gegen späten Nachmittag fuhren wir dann mit dem Dingi zurück zum Boot, um vorher noch Lars einzusammeln, der sich auf der anderen Seite des Flusses auf Erkundungstour begeben hatte. Da der Rio Douro ein Fluss ist, der, zumindest auf Höhe Porto, noch sehr von den Gezeiten geprägt ist, lag unser Schlauchboot beim Eintreffen ein ganzes Stück tiefer. Damit hatten wir zwar gerechnet, aber das es dann so tief unten anzutreffen war, hat uns dann doch verwundert. Natürlich haben wir die Leinen lang genug gelassen. Ansonsten hätte das Boot wohl an der Kaimauer gehangen. Aber wir sind ja Profis. Etwas ratlos standen wir dann aber doch vor dem ca. 2 Meter unter uns liegenden Schlauchboot. Todesmutig legte Frank seine Sonnenbrille und das Portemonnaie ab und Sprang in das Boot. Dank seiner, wie er sagt, Sicherheitsschuhe - es sind Holzbotten - landete überzeugend Standfest. Er ist halt nicht nur Skipper, sondern auch Standman(n) ;-)
Da wir nicht kochen wollten und in der näheren Umgebung kein Restaurant zu finden war, sind wir, nach Einbruch der Dunkelheit, dann noch einmal nach Porto gefahren. Bei Nacht bietet einem diese Stadt dann ein ganz anderes Panorama. Wir suchten dann zusammen ein kleines Restaurant in einer Seitengasse auf, welches Corinna und ich am Nachmittag entdeckten. Sehr gediegen und auch ein kleines Erlebnis. Es war jetzt kein Gourmet-Restaurant, aber wir haben es genossen. Das Essen und die Atmosphäre. Da uns die Temperaturen und die Sonne inzwischen sehr verwöhnen (wir haben es wirklich verdient), kehrt an solch einem Tag dann langsam das Urlaubsfeeling ein, worauf wir uns alle lange gefreut haben. Morgen geht es dann weiter. Wohin genau? Keine Ahnung. Eine Bucht weiter halt. Da Porto Santo und Madeira nun leider nicht mehr auf dem Plan stehen und wir unsere Ersatzteile in Lissabon in Empfang nehmen wollen, haben wir nun Zeit zum bummeln. Hat dann ja auch etwas…
* Nur für Insider verständlich.Læs mere

So eine Zwangspause hat ja auch was Gutes, wie man dem Reisebericht entnehmen kann. Hoffentlich kommt der „Ersatzmann ” bald’ damit die Fahrt alsbald fortgesetzt werden kann. Wie geht es denn nach jetziger Planung weiter? Azoren? Wir drücken die Daumen, dass euch weiteres Ungemach erspart bleibt. Ihr müsst Neptun dafür gnädig stimmen! Ihm gehört vor dem Ablegen der erste Schluck und der zweite Schluck dem Kapitän 😉 Dann wir es auch was! [Nachbarn Cz]

RejsendeDie Azoren sind leider gestrichen. Wir müssen jetzt aus Zeitgründen gleich zu den kanarischen Inseln Segeln. Neptun haben wir bereits mehrfach besänftigt und der Kapitän ist auch schon blau. Wir haben also alles getan, was geht. Jetzt muss es vorangehen. Die Ersatzteile werden wir in Lissabon in Empfang nehmen. Das ist unser nächste Ziel. Vielen Dank fürs Daumen drücken, das wird uns helfen!

Bei Vormwindkurs haben wir damals einen Bullenstander oder auch eine Baumbremse gesetzt um Patenhalsen zu vermeiden Ob das bei einem Katameran geht würde mich mal interessieren. Sicherlich kann der Skipper hierzu was sagen. [Czauderna]

RejsendeEinen Baumstander in Form einer Stange haben wir nicht gesetzt. Es gibt aber eine Baumbremse/Baumstander in Form von Seilen und Rollen. Das verhindert jedoch nicht ganz das umschlagen des 100 m² großen Segels. In Summe haben wir eine Segelfläche von knapp 245 m².
Von Bucht zu Bucht und die Zeitmaschine
30. oktober 2024, Portugal ⋅ ⛅ 20 °C
Am 29. Oktober brachen wir von Porto aus weiter Richtung Süden auf. Segeln war Anfangs noch möglich, jedoch macht sich der Wind zum Teil recht rar. Unser Ziel am diesem Tage war Sao Jacinto, ein kleines Nest irgendwo an Portugals Küste. Dieser Ort war ein kleines bisschen Unwirklich. Architektonisch stammen die meisten Gebäude aus den 60er und 70er Jahren und befinden sich, weitest gehend, im Originalzustand, was jetzt nicht unbedingt nur gut ist. Die „Hafenpromenade“ ist, ganz pragmatisch, einfach betoniert. Damit das ganze dann nicht so trostlos ausschaut, hat man hier und da eine Palme gepflanzt und den Beton rot angemalt. Das sah, als es neu war, bestimmt einmal recht gut aus. Aber Beton bleibt halt Beton, selbst wenn er rot ist. Auch wenn sich die Beschreibung nicht ganz so positiv liest, hat dieser Ort sein eigenen Charme. Vor allem auch die Aussicht. Über das Hafenbecken und ein einen Meeresarm hinweg, schaut man auf ein Industriegebiet mit vielen großen Tanks. So zurückversetzt in die Zeit nahmen wir am späten Nachmittag platz vor einem kleinen Hafenbistro.
Der Vorteil dieser Zeitreise wurde uns dann gleich bewusst. Hier hat die Inflation noch nicht zugeschlagen. Ein Bier gab es für 1,50 EUR und eine perfekt fritierte Portion Pommes mit Majo und Ketchup kann man für 1,80 EUR erwerben. Genau das haben wir dann auch gemacht.
Am nächsten Tag wurde dann nicht an Bord gefrühstückt, sondern wir sind kurz mit den Schlauchboot zum Bäcker an der Hafenkante gefahren, um jenes dort einzunehmen. Das war übrigens sehr lecker und ebenfalls ungewöhnlich preiswert. Musste du sparen, dann fahr nach Sao Jacinto. Da ist es dann Anfang November auch noch über 20 Grad warm.
Anschließend ging es dann weiter nach Figuera da Foz, einem Touristisch geprägten Ort, welcher in den 1960/70er Jahren hochgezogen wurde. Der Begriff ist bewusst gewählt, denn die Küste säumen viele Gebäude aus diesen Jahren, welche zwar gepflegt, aber dennoch etwas „Billig“ aussehen.
Zu dieser Zeit strömten wohl die landeseigenen Urlauber zu Scharen in diesen Ort. Da musste schnell, günstig und hoch gebaut werden. Dennoch git es auch einige Jugendstiel Gebäude. Ob nun original oder nachgebaut, dass weiß ich nicht so genau. Eines der größten Gebäude dieses Ortes ist übrigens die Spielbank.
An diesem Ort kann der Tag wie folgt aussehen: An den Strand zum Baden und sonnen gehen, in die Spielbank schlendern, um dann abschließend seinen Gewinn in einem der vielen Restaurants zu feiern oder seinen Frust über den Verlust in einer der zahlreichen Bars ertränken. Das war’s dann aber auch. Viel zu entdecken gibt es hier sonst nichts.
Der Strand ist übrigens riesig und breit. So breit, dass wir jetzt mal so gar keine Lust hatten lange durch den feinen Sand zu latschen, um das Wasser zu sehen. Denn wenn wir in letzter Zeit eines gesehen haben, dann ist das Wasser!
Zu guter letzt: Der Bootsname auf einem der Fotos ist übrigens rein zufällig fotografiert worden. Nicht das ihr was falsches denkt…Læs mere

Das Malheur scheint ja auch eine gute Seite zu haben: ihr lernt Land und Leute kennen. Wo wird denn das neue „Mannschaftsmitglied“ an Bord genommen? In Lissabon? Bis dahin sind es ja auch nur noch ca. 180 sm. Also weiterhin frohen Mutes und noch viele schöne portugiesische Pommesbuden! [Czauderna]
Anbaden und das Kleine-Welt-Phänomen
1. november 2024, Portugal ⋅ ☁️ 18 °C
Am 1. November ging es weiter von Figuera da Foz Richtung Lissabon. Unser letztes Zwischenziel vor der Hauptstadt Portugals war der kleine Ort Sao Martinho da Porto, ein gepflegter Touristenort welcher direkt an einer kleinen Bucht liegt. Hier gibt es, wie das in solchen Orten halt so ist, viele Bars, Geschäfte und Restaurants. Zum Urlaub machen genau das richtige, zumal man einen großen Strand direkt vor der Tür hat.
Corinna hat dann vom Boot aus gleich das erste Bad dieser Reise im Atlantik genommen. Sie war dann auch die Einzige, denn wer geht schon bei 16 Grad baden?
Zu berichten gibt es nicht viel, denn wenn man in diesem Ort nicht grade Urlaub machen möchte, ist er jetzt nichts besonderes.
Ein Stück weiter Nördlich liegt übrigens der Ort Nazarè, welcher für die größten Wellen der Welt bekannt ist, da hier der Grund des Atlantiks von 5.000 Metern Tiefe auf 80-40 Meter ansteigt. Da wir an diesem Tage mangels Wind die ganze Zeit Motoren mussten, war die Erwartungshaltung, was die Wellen anging, eher gering. Und so war es dann auch. Das, was der Atlantik an Wellen zu bieten hatte, hätte ich mit einem halb aufgeblasenen Sub und einem Holzlöffel abreiten können.
Neben dem Besichtigen von Küstenorten beschäftige und auch noch ein weiteres Thema, nämlich die Teile-Beschaffung. Neben dem Autopiloten warten wir nämlich noch auf ein sehr großes Segel, einem sogenannten Gennaker. Dieses 160 Quadratmeter große Leichtwindsegel brauchen wir für die Atlantiküberquerung, sollte der Wind einmal nicht so kräftig wehen. Auch werden bei dieser Überfahrt vorwiegend Vorwindkurse gefahren werden müssen und dafür ist ein solches Segel perfekt. Das macht dann nämlich nicht so viel „Rums“. Ihr erinnert euch…
Das Problem mit dem Segel ist, dass der Verkäufer ein, um es zuvorkommend zu formulieren, „Sackhüpfer“ ist. Verspricht viel, leistet wenig. Eigentlich sollte das Segel schon vor unserer Abfahrt geliefert worden sein. Seit wir unterwegs sind, bekommen wir immer wieder irgendwelche Ausreden, warum das alles nicht geklappt hat. Somit blieb nichts anderes übrig, als das Glück selbst in die Hand zu nehmen. Dazu war allerdings die Hilfe von mehreren Personen in der Heimat nötig. Phillippe machte ein Termin mit dem Sackhüpfer, um das inzwischen bei diesem liegende Segel in Empfang zu nehmen. Armin musste von Eckernförde nach Heiligenhafen fahren, um den Bergeschlauch für das Segel abzuholen, welches der Typ auch nicht auf die Reihe bekommen hat. Diesen hat er dann nach Neumünster gefahren, wo das Gennaker bereits bereit lag. Beides musste dann verpackt und verschickt werden. Marvin und Lars haben sich um die Versandlogistik gekümmert. Ihr müsst wissen, dass dieses Team sehr geübt darin ist, etwas irgendwo in der Welt zu organisieren um es dann zügig an einen Beliebigen Ort auf der Welt zu liefern.
Dieser Beliebige Ort ist in unserem Falle Lissabon. Dumm war nur, dass wir dort absolut niemanden kennen. Hier kommt jetzt das „Kleine-Welt-Phänomen“ ins Spiel, welches besagt, dass jeder Mensch auf der Welt über maximal sechs Ecken erreichbar ist. In unserem Falle waren es sogar nur zwei Ecken. Ich funkte meine Cousine Gesa an und fragte, ob sie eine Kontaktperson in Lissabon kennt. Diese fragte dann eine Freundin, welche aus Portugal kommt. Die Freundin wiederum hat eine Verwandte in Lissabon und die heißt Joana. Und Joana ist so freundlich und erlaubt uns, dass Segel und den Autopiloten an ihre Adresse zu senden, damit wir alles dort abholen können. Klappt also mit dem „Kleine-Welt-Phänomen“.
Das Segel war dann auch bereits nach 24 Stunden in Lissabon. Nur Joana nicht. Dafür kann sie aber nichts, denn wir hatten ihr die Ankunft der Ware für den vierten oder fünften November avisiert. Aber wenn die Jungs was machen, dann geht es halt schnell.
Nun liegt das Segel am Flughafen von Lissabon, wo ich am 4. November um 19 Uhr am Terminal 1 ein Date mit Joana habe. Natürlich ist es kein richtiges Date, denn wir wollen ja nur zusammen das Segel abholen. Schade eigentlich, denn Betty hat mir ein Bild geschickt, damit ich sie erkenne. Ich sage nur: Oh la la, misch kocht Blut…*
Vorher müssen wir aber erstmal Lissabon erreichen. Das sollte kein Problem sein, den von unserem aktuellen Liegenplatz in Sao Martin do Porto sind es nur knapp 70 Seemeilen in die Landeshauptstadt.
* Natürlich „Date“ ich nicht, denn ich habe ja schon die tollste Frau der Welt gefunden.Læs mere

RejsendeEs geht doch nichts über eine ausgefeilte Logistik! Was würde Frank nur ohne euch machen 👍 Ich hoffe, ihr habt dann bald alles zusammen für die große Überfahrt.
Geocaching in Lissabon
3. november 2024, Portugal ⋅ ☁️ 22 °C
Nach einer etwas längeren Pause gibt es wieder kurz etwas von uns zu lesen. Wie geplant, erreichten wir Lissabon am frühen Abend des 3. November. Zunächst gingen wir vor einer Marina vor Anker. Am Montag stand dann für uns auf dem Plan, dass Gennaker zusammen mit Joana abzuholen. Das Wetter war gruselig. Es regnete den ganzen Tag, so dass wir uns erst am späten Nachmittag aufmachten, um zum Flugplatz zu fahren. Um 19 Uhr waren wir dort mit Joana verabredet. Eines vorweg: Wer etwas über den Flughafen in Lissabon wissen möchte, der kann uns gerne fragen. Wir kennen davon mehr als wir wissen wollten. Aber der Reihe nach.
Da Joana nicht pünktlich sein konnte, da ihr Bus im Feierabendverkehr stecken geblieben war, schauten wir uns einmal in der Gegend um, um den Paketschalter von UPS zu finden, denn man hatte ihr ja telefonisch gesagt, dass sie das Segel am Flughafen abholen soll. Gefunden haben wir nichts. Aber wir kennen uns ja auch nicht aus. Gegen 19:20 Uhr war dann auch Joana da und wir machten uns gemeinsam auf die Suche. Wieder nix. Dann fragten wir beider Auskunft 1, welche uns zur Auskunft 2 schickte. Auskunft 2 sagte uns, dass man hier am Flughafen kein Paket abholen kann. Daraufhin bekamen wir eine wage Position. Wir machten ein UPS Depot in der „Nähe“ aus. Okay, kein Problem, sagte Google Street-View, da kann man zu Fuß hinlaufen. Dann mal los.
Ich weiß ja nicht, was dieses verfi… Programm sich so denkt, aber wir hatten dann doch keine Lust ein Autobahnkreuz und zwei dreispurige Autobahnen per Pedes zu überqueren und brachen die Aktion ab. Allerdings viel zu spät. Da standen wir schon fast an der Leitplanke. Also wieder zurück zum Flughafen.
Dann nehmen wie halt ein Taxi. Der Gedanke war gut, aber die Umsetzung scheiterte an der Tatsache, dass neben uns noch ca. 150 andere Menschen ein Taxi wollten. Also buchen wir ein Uber-Fahrer. Das war auch nichts, denn die wollten nicht. Wahrscheinlich war die Fahrt zu kurz. Also wurde die Mission gegen 20:15 Uhr erfolglos abgebrochen. Joanna ging ihres Weges, wir unseren. Morgen setzen wir die Suche fort.
Gesagt getan, am 4. November, dass Wetter war inzwischen besser, holten wir Joana am Universitätsklinikum ab, wo sie Medizin studiert. Das Krankenhaus sieht übrigens aus wie ein Gefängnis. Der Architekt, welcher die Prora-Anlage auf Rügen gebaut hat, muss auch diesen Komplex entworfen haben. Da willst du NIEMALS eingeliefert werden. Jonana sagt: von innen ist es auch nicht besser…
Joana ist übrigens wirklich eine tolle Person. Obwohl sie uns ja nun überhaupt nicht kennt, zieht sie gelassen und entspannt mit uns des Weges, um unsere Sendungen zu suchen. Sendungen? Ja, denn der neue Kollege (Autopilot) war auch schon eingetroffen. Dieser sollte eigentlich bei ihr zu Hause angeliefert werden. Obwohl in der WG alle wussten, dass ein wichtiges Paket kommt, öffnete die Mitbewohnerin nicht, da sie sich dachte „Ich bekomme ja nix“. Das war ganz große Klasse, denn Paket zwei wurde nun natürlich nicht bei Paket eins gelagert! Die ganze Aktion war ein wenig wie Geocaching oder Schnitzeljagd. Letztlich haben wir den neuen Kollegen in einem Hady-Shop irgendwo in Lissabon gefunden. Danach riefen wir uns ein Taxi und fuhren zusammen an die Adresse, wo wir das Paket zwei vermuteten. Und siehe da, um 18 Uhr war es dann soweit und wir haben das Segeln endlich in Empfang nehmen können. Hurra!
Zum Abschluss ging es ins Taxi und schwups nach Hause. Dachten wir…
Da wir Joana nicht aus dem Industriegebiet allein nach Hause fahren lassen wollten, brachten wir Sie mit den Taxi dort hin. Leider war gerade mega Feierabendverkehr, leider Spielte an diesem Abend Lissabon gegen Manchester und leider wohnte Joana genau 200 Meter vom Stadion entfernt. Den Rest könnt ihr euch denken.
Frank hatte an diesem Tag übrigens Geburtstag und lud zum Essen ein. Diesen Termin konnten wir nur mit Mühe halten, haben es dann aber irgendwie geschafft. Da die Drei nicht ohne uns essen wollten, haben sie dann halt ohne uns schon mal mit dem trinken angefangen. Letztlich hatten wir dann einen schönen Restabend und sind dann spät zurück aufs Boot.
Jenes stand inzwischen, sehr ruhig, auf dem Land. Warum? Weil es einen neuen Unterwasseranstrich erhalten sollte. Das war eigentlich auf Gran Canaria angedacht, aber da der Autopilot eh noch eingebaut werden musste, bot sich diese Arbeit in Lissabon an. Erst war jedoch gar nicht klar, ob sich das Schiff überhaupt aus dem Wasser holen lässt, denn der Hebewagen konnte nur 30 Tonnen heben und die Lagoon 500 wiegt genau 30 Tonnen. Ob mit oder ohne Betriebsstoffe, dass weiß ich nicht so genau. Vorsorglich wurde dann ca. eine Tonne Krimskrams von Bord getragen. Sicher ist sicher.
Am 6. November waren Michelle, Frank und Lars dann damit beschäftigt, den Autopiloten zu installieren, was sehr aufwändig war, und den Anstrich aufzutragen, nachdem das Boot vorher mit einem Hochruck-Reiniger gesäubert wurde. Corinna und ich machten uns auf dem Weg zu Lidl, um einen Großeinkauf zu tätigen. Am Nachmittag ging es dann endlich in die Stadt. Lissabon selbst ist eine großartige Stadt, die man gesehen haben sollte!
Am Abend waren wir dann wieder mit Joana verabredet, welche wir zum Essen eingeladen hatten. Wir trafen uns in der LX-Factory, einem alten Fabrik-Geläde, wo sehr viele kleine Geschäfte und Restaurants entstanden sind. Ein wirklich cooler Ort um den Abend zu verbringen. Genau das haben wir dann auch gemacht.
Am 7. November starteten wir dann den Stadtbesuch Nummer 2. Dieser war sehr ausgedehnt. Unser Ticket für den Nahverkehr haben wir an diesem Tage ausgiebig genutzt. Unsere Füße übrigens auch! Ich schreibe hier jetzt nicht im Detail, wie schön die Stadt ist und was man alles Endecken kann, denn es ist sehr viel. So viel, dass wir eigentlich noch zwei, drei Tage mehr benötigt hätten. Ein kleines Erlebnis sei hier Exemplarisch erwähnt. Wir stießen auf einen kleinen Laden, welcher so winzig war, dass nur zwei Menschen darin Platz fanden. Entsprechend schmal war auch die Eingangstür. Dieser Laden verkaufte nur ein einziges Produkt, nämlich Handschuhe. Diese aber aus feinstem Leder. Es bediente ein älterer Herr, welcher neben portugiesisch auch noch englisch und französisch fließend sprach. Vermutlich auch noch mehr. In hunderten Schächtelchen bewahrte er die Handschuhe auf und wenn man nach einem bestimmten Modell fragte, griff er Zielsicher zu einer der Schubladen und holte jenen heraus. Dieses Geschäft war irgendwie „Magisch“. Es hätte auch Zauberstäbe verkaufen können. Vielleicht tut er das auch, denn es waren sehr, sehr viele Schachteln vorhanden. So viele Handschuhe kann er gar nicht haben…
Am 8. November geht es jetzt Richtung Gran Canaria. Das Leichtwindsegel ist montierter, der Autopilot funktioniert, auf geht’s. Ab jetzt sind wir vier Tage unterwegs. Das bedeutet dann wieder eine Sendepause. Wir melden uns dann von Gran Canaria. Bis dahin. 👋🏻Læs mere
Der linkshändige Rechtshänder
12. november 2024, Spanien ⋅ ☀️ 22 °C
Der Gran Canaria Törn und der linkshändige Rechtshänder
Wie geplant, brachen wir am 8. November nach Gran Canaria auf. Zuvor galt es jedoch noch das Boot zu Wasser zu lassen. Das ist schon ein imposantes Schauspiel. Es bedarf dazu einen Trecker mit einem hydraulischen Hebewagen, der langsam unter das Boot fährt, es anhebt und dieses dann über eine Rampe sehr langsam ins Wasser lässt.
Diese Aktion lief routiniert ab. Man hat gesehen, dass die das nicht das erste Mal gemacht haben. Anschließend verstauten wir noch das von Bord geholte Material und testeten das Setzen des neu montierten Gennakers, was reibungslos funktionierte. Gegen Mittag ging es dann los. Traditionell natürlich ohne Wind und daher mit Motor. Zwar wurde für Mitternacht ausreichend Wind vorhergesagt, aber wir hatten ja nun erst 11:30 Uhr.
Die Temperaturen waren angenehm und die Dünung, aufgrund des fehlenden Windes, ebenso. So konnte man es sich eine ganze Zeit lang an Deck gemütlich machen und in die Ferne schauen.
Unser Schichtsystem war wieder aktiviert, und so hatte man alle 8 Stunden eine 2 Stunden Schicht an Bord zu absolvieren. Dieses System hat sich als sehr praktikabel herausgestellt und man bekommt obendrein noch genug Schlaf.
Wieder einmal verspätete sich der Wind, so dass wir erst nach circa 20 Stunden Motorfahrt die Segel setzen konnten. Dieses Mal mit einer Premiere, denn das Gennaker wurde gehisst und leistete für die nächsten 24 Stunden hervorragende Arbeit bei nur sehr geringen Wind. So konnten wir eine gleichbleibende Geschwindigkeit von circa 7,5 Knoten halten.
Viel zu berichten, gibt es von dieser Überfahrt nicht. Die Sonne schien der Wind wehte und so verbrachte man die Zeit an Bord mit Essen schlafen, Wache halten, Brot backen und kochen. Dazwischen lag natürlich auch noch viel Freizeit.
Einen Zwischenfall gab es, der zumindest mich, einigermaßen anstrengend beschäftigte. Ich würde nicht behaupten wollen, dass das weiterlesen etwas stärkere Nerven erfordert, aber mir persönlich würden die nachfolgenden Zeilen weh tun. Von daher beginnt vielleicht lieber mit dem darauf folgenden Absatz der mit „HIER weiterlesen“ beginnt ;-)
Also: Wie überall im Leben, lauern auch und ganz besonders auf einem Boot, gefahren. Ich war gerade dabei, Frank eine Leine für das Gennaker zu reichen und drehte mich dabei um. In diesem Moment verlor ich leider, aufgrund der Bewegungen des Schiffes, daß Gleichgewicht und trat mit einem Fuß ins leere, was einen ordentlichen „Rums“ zur Folge hatte. Das für sich genommen tat schon recht ordentlich weh. Was ich als Nächstes sah, war mein geliebter Mittelfinger der rechten Hand, welcher ab dem zweiten Gelenk einen 45° Winkel nach Backbord beschrieb. Die Kurzzeitanalyse dieser Situation führte zu dem Ergebnis: Das ist jetzt Kacke!
Es musste also schnell eine Lösung her. Ich packte meinen abgeknickten Mittelfinger, zog ihn gerade und drückte ihn wieder in das Gelenk zurück. Es gab ein hör- und fühlbares Einrasten und der Defekt war somit erst einmal gefixt. Dieser ganze Prozess dauerte nicht länger als 20 Sekunden. Danach war ich dann aber für die nächsten Stunden erledigt. Einen kleinen Schock werde ich wohl gehabt haben. Jedenfalls hat mich die ganze Aktion noch eine Zeit lang beschäftigt.
Leider war neben dem Mittelfinger auch noch der Ringfinger in Mitgliedschaft gezogen und somit wurde ich also zwangsweise zum temporären Linkshänder.
Um das Ganze nicht in die Länge zu ziehen: Ich war inzwischen (drei Tage später) im Krankenhaus, die Hand wurde geröntgt und es ist zum Glück nichts weiter passiert. Kein Kapselriss und kein Bruch. Linkshänder werde ich wohl aber noch für eine Zeit bleiben müssen.
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Gran Canaria erreichten wir planmäßig am frühen Abend des 12. November. Ab hier wird es nun voll auf dem Schiff, denn wir nahmen, nach dem Anker setzen vor der Marina in Las Palmas, unsere neuen Crew Mitglieder an Bord. Diese sind: Suse, von Pellworm, welche anstelle von Claudia jetzt eingesprungen ist, sowie Vivi und Luca aus der Schweiz, welche sich auf Weltreise befinden und mit uns über den Atlantik segeln werden.
Die kommenden drei Tage werden wir auf Gran Canaria verbringen, das Boot klarmachen, Einkäufe erledigen, um anschließend den Transatlantik-Törn zu beginnen.Læs mere

RejsendeDas mit deinem Finger, lieber Thomas, tut mir total leid. Ich kann das so gut nachfühlen

Das ist ja blöd! Aber es bewahrheitet sich mal wieder der Spruch „Glück im Unglück“. Gute Besserung! Bei so viel Frauenpower wird die Querung des Atlantiks zum Kinderspiel! [Czauderna]

RejsendeMensch Thomas,du machst ja Sachen.Gute Besserung aus dem Norden und noch viele schöne Momente auf euer Reise. Passt auf euch auf. LG

























































































































































RejsendeIch wünsche euch weiterhin viel Glück, Spaß und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel ( Kielen😜) LG von Pellworm, Hannes!