Wein im Colchagua-Tal
17. helmikuuta 2019, Chile ⋅ ☀️ 26 °C
Wir haben ja schon ab und an durchklingen lassen, dass wir manchmal ganz gern ein kleines Schlückchen Wein trinken. 😬 Unsere letzten Tage in Chile verbringen wir deswegen im Colchagua-Tal, 3 Stunden südlich von Santiago.
Dazu gleich mal ein Hoteltip: wer hier einmal ein paar Tage entspannen, in den Pool hüpfen, seine Ruhe haben, erstklassigen Service in familiärer Atmosphäre genießen und auf einem kleinen Weingut inmitten von Rebstöcken verbringen möchte, der sollte ins Hotel Parronales gehen (www.parronales.com). Einer der besten Orte auf unserer ganzen Reise! Wunderschönes Anwesen mit unfassbar liebenswürdigen und hilfsbereiten Leuten. ❤️
Wir besuchen an unseren zwei Tagen hier insgesamt vier Weingüter und lernen auf den Touren durch deren Weinberge und Lagerkeller viel über die Rebsorten und den Herstellungsprozess. Natürlich wird überall auch fleißig probiert und wir sind mal wieder begeistert von der Qualität, die man in Chile findet. In unseren sechs Wochen hier haben wir nie einen schlechten Wein getrunken und beim Tasting sind sogar einige ganz außerordentliche Tropfen dabei. 👍 Gott sei Dank sind wir mit dem Radl unterwegs. Da ist man in der Hitze bis zum nächsten Weingut auch wieder nüchtern. 😉
Alle vier Winzer, die wir besuchen, beeindrucken uns und bieten ein tolles Erlebnis. Bei Viu Manent zum Beispiel fährt man mit einer Pferdekutsche durch den Weinberg, das Mittagessen im Restaurant ist ausgezeichnet und die Idylle des ganzen Anwesens wirkt fast schon surreal.
Viña Montes besticht durch ein fachkundiges und detailliertes Weintasting, ohne dabei abgehoben daher zu kommen. Während wir probieren, sitzen wir im obersten Stockwerk, vor uns ein atemberaubender Ausblick über die Weinberge. Außerdem werden im Keller des modernen Feng Shui - Baus die Fässer mit gregorianischen Chorälen beschallt, um die Hefe darin durch die Schwingungen in Bewegung zu halten, was am Ende den Geschmack verbessert. Aha ☝️😉!
Bei Lapostolle stehen wir staunend vor und in deren außergewöhnlichem Gebäude, in dem der Wein je Produktionsschritt immer ein Stockwerk tiefer wandert. So machen wir das auch während der Führung. Jede Halle schöner als die letzte und alles gipfelt im persönlichen Weinkeller des Besitzers tief unten im Fels und natürlich für uns Besucher nur durch Glas von außen zu bewundern. 🙌
Und in der Viña Apaltagua erfahren wir einiges über die kleineren Winzer hier im Tal, wir sehen die Abfüllanlage und der Weinshop ist so stylisch und gemütlich, dass wir am liebsten den ganzen Nachmittag am Tresen sitzen bleiben wollen.
Und jetzt liegen wir noch in der Weinlaube unseres Hotels und genießen die letzten Momente in Chile. In ein paar Stunden geht’s zurück nach Santiago und an den Flughafen. Mitten in der Nacht starten wir dann in Richtung Neuseeland (wie das ist mit der Datumsgrenze und Zeitverschiebung und ob wir dann rückwärts durch die Zeit reisen, hat uns die letzten Tage mehrfach beschäftigt. 😂).
Irgendwie seltsam, Lateinamerika zu verlassen. Wir sind ein bisschen wehmütig, aber auch voller Vorfreude.
Unser nächster Post dann also aus einer anderen Ecke der Welt. ☺️Lue lisää
Auckland
23. helmikuuta 2019, Uusi Seelanti ⋅ ⛅ 20 °C
Neuseeland begrüßt uns mit mildem aber regnerischem Wetter in Auckland. Aber das ist kein Problem, denn der erste Tag steht ganz im Zeichen der Organisation. 💪
Nach unserer Ankunft um 05:30 Uhr genehmigen wir uns erst mal ein Frühstück am Flughafen und holen dann unseren Camper ab. Schachtel Nr. 2 ist deutlich größer als unser Gefährt in Chile und bietet neben Stehhöhe und Küchenzeile auch eine Mikrowelle und einen Kühlschrank. Na dann kann ja aufgekocht werden! 😬 Pit meistert die ersten Kilometer im auckländischen Linksverkehr mit Bravour und wir kaufen erst mal einen halben Supermarkt leer um unsere Vorräte aufzufüllen. Mmhhhmmmm lecker, was es in Neuseeland alles gibt!
Die kommenden beiden Nächte verbringen wir nördlich des Stadtzentrums auf einem Campingplatz am Meer. Und als dort am ersten Tag alles verstaut ist, bleibt sogar noch Zeit, für ein paar Stunden Auckland zu erkunden. Leider bei Regen und stürmischem Wind. Aber das macht nichts: der Jetlag zwingt uns eh früh ins Bett und für die nächsten Tage soll es besser werden.
Für Tag zwei in Auckland hat Pit ein echtes Highlight organisiert: 🙌 „America’s Cup Match Racing“ über den Touranbieter explore! Das heißt, zwei ehemalige original America’s Cup Segelboote treten in einer Regatta gegeneinander an und man ist Teil der Crew.
Es war sooooooo toll, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll mit erzählen. Das Team von explore ist schon mal super. Alle sind nett und sehr lustig, die Stimmung also vom Feinsten. Außerdem bekommen wir ganz viel erklärt: zum Boot, zum America’s Cup, zur Taktik und zum Segeln an sich. Pit könnte jetzt bestimmt mehr ins Detail gehen. Jedenfalls war es mega interessant. Zudem dürfen wir uns auch körperlich austoben... so ein Segel bewegt sich schließlich nicht von alleine. Da hat man dann gleich mehrere Tage was davon. 😉 Die Boote sind sehr schnell und wahnsinnig wendig trotz ihrer Größe - was für ein Spaß! Und wer denkt, das ist alles ein abgekartetes Spiel und kein echtes Wettrennen, der täuscht: die Regatta wird von den beiden Skippern, aber auch den anderen „Profis“ an Bord ernst genommen und es gibt schon mal eine Rüge, wenn ein Manöver nicht so klappt wie geplant.
Auch wenn’s nur um die Ehre ging (und unser Boot verloren hat 🙈), wir haben echte America‘s Cup Luft schnuppern dürfen! 🙌
Auckland, Du hast uns den Start in Neuseeland leicht gemacht: eine schöne wohlhabende Stadt, mit ganz viel Wasser drumherum, Segeln ist hier allgegenwärtig und die Leute sind durchweg zuvorkommend und gut drauf. Wir kommen wieder! Spätestens 2021, wenn Neuseeland hier versucht, den America‘s Cup zu verteidigen. 😉Lue lisää

MatkaajaIch will auch!! Wenn ihr mir noch mehr Gründe liefert, muss ich mich vielleicht doch irgendwann nochmal so lange in den Flieger zwängen...

Pit HoffmannHehe, das war schon mein Highlight. Aber wir sind ja auch erst gestartet. Wann seid ihr eigentlich da?
Hot Water Beach & Cathedral Cove
24. helmikuuta 2019, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 20 °C
Nach dem fulminanten Segel-Auftakt in Auckland geht es nun für uns weiter an den Hot Water Beach in der Nähe von Hahei.
Nach der Ankunft leihen wir uns Schaufeln aus und gehen Richtung Meer. Der Hot Water Beach macht seinem Namen alle Ehre, denn unter dem Strand liegen heiße Quellen und wenn man an der richtigen Stelle gräbt, kann man sich in ein eigenes Becken mit warmem Wasser legen.
Der Anblick ist schon wirklich komisch: hunderte Touristen durchlöchern den Strand wie einen Schweizer Käse, überall wird gebuddelt und in den Pfützen entspannt. 😂
Eigentlich kann man den richtigen Fleck an diesem übrigens auch sonst wunderschönen Küstenabschnitt nicht verfehlen - wir graben das erste Loch dann aber doch zu weit vom heißen Wasser entfernt und mutmaßen hier schon eine Touristenfalle. 😉 Beim zweiten Versuch kommen wir dann aber auch in den Genuss der warmen Quellen und staunen nicht schlecht, dass an manchen Stellen sogar Eier im Strand gekocht werden. 😬 Eine lustige Angelegenheit, dieser Hot Water Beach.
Hahei hat noch eine zweite Sehenswürdigkeit zu bieten, die wir uns am nächsten Tag ansehen: die Cathedral Cove.
Man wandert vom Parkplatz ca. eine Stunde zu diesem Gesteinsbogen am Meer. Der Ausblick auf Neuseelands Küste ist dabei atemberaubend. Gott sei Dank sind wir früh los und somit haben wir den malerischen Weg noch fast für uns alleine. Auch die Sonne lässt uns nicht im Stich, perfekt. An der Cathedral Cove angekommen bestaunen wir dann erst mal diese unglaublich schöne Bucht mit hohen Klippen auf der einen Seite und dem bekannten Felsbogen auf der anderen. Das Licht ist wunderschön, die Wellen brausen an den Strand und wir erwischen gerade die richtige Zeit zwischen Ebbe und Flut. Ein wirklich surreal bezaubernder Ort. Wie schon öfter im Blog geschrieben: die Natur kann’s mal wieder am besten. ☺️Lue lisää
Von den Hobbits nach Tauranga
26. helmikuuta 2019, Uusi Seelanti ⋅ 🌙 14 °C
An alle JRR Tolkien-Fans, Herr der Ringe - Fanatiker und Hobbit-Verehrer: Ihr dürft jetzt neidisch sein! 😬
An unserem vierten Tag in Neuseeland besuchen wir das „Hobbiton Movie Set“ im Herzen der Nordinsel. Es war Originaldrehort für all die Filme oben und jetzt besuchen jeden Tag unzählige Touristen die Kulisse. Auch wir buchen eine Tour und lassen uns durch die „Hobbit-Holes“ führen. Hier kommt man sich gleich doppelt so groß vor - perfekt für mich (Evi)! 😂
Wir erfahren einige skurrile Fakten zu diesem Filmset:
- es gibt die Hobbithäuser in verschieden Größen, je nachdem welchen visuellen Effekt man gerade erzielen will.
- die Zäune aus Holz sehen vermoost und alt aus, sind es aber gar nicht. Das künstliche Moos besteht aus Farbe, Kleister und Haferbrei.
- es gibt einen komplett künstlichen Baum hier, an den einzeln per Hand 200.000 in Taiwan gefertigte Blätter angebracht wurden...
- ... und weil der Regisseur Peter Jackson zehn Tage vor Drehbeginn mit der Farbe dieser 200.000 Blätter unzufrieden war, musste ein Assistent jedes einzelne neu mit einem anderen Grünton besprühen. Der Arme... 😂
Nach dieser in Teilen durch und durch künstlichen Attraktion, steht einen Tag drauf wieder Natur auf dem Programm. Nach den Hobbits sind wir an die Ostküste gefahren, genauer gesagt nach Tauranga. Von unserem Campingplatz direkt am Meer aus steigen wir heute zum Sonnenaufgang auf den Mount Maunganui. Gott sei Dank ist der nur ein paar Hundert Meter hoch und somit kein Problem, sondern eher angenehmer Frühsport. 💪
Tauranga und auch der Berg, auf dem wir stehen, liegen auf einer Landzunge und somit ist der Ausblick doppelt schön: wir sehen links die Sonne über dem offenen Meer aufgehen, während rechts große Fracht- und Kreuzfahrtschiffe im Hafen abgefertigt werden. Was für ein Start in den Tag!
Danach geht’s am selben Tag noch weiter nach Whakatane. Dort wollen wir eine Tour zur Vulkaninsel „White Island“ machen, aber bei der Ankunft wird uns mitgeteilt, dass der Ausflug wegen zu rauher See leider ausfallen muss. 😔
Wir ändern kurzfristig unsere Pläne, machen es uns am Strand bequem und versuchen unser Glück einfach zwei Tage später nochmal. Ob es dann geklappt hat, mit der White Island, erfahrt Ihr natürlich hier. 🙌😉Lue lisää
Heiße Quellen, Wald und Wasserfälle
27. helmikuuta 2019, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 19 °C
Wenn man so durch Neuseeland fährt, sieht man immer mal wieder Dampf aus der Erde aufsteigen und auch der Geruch erinnert mancherorts deutlich daran: das Land ist vulkanischen Ursprungs. 🤢😉
Da wundert es kaum, dass es hier ein sogenanntes „Geothermal Wonderland“ gibt. Na das lassen wir uns nicht entgehen! Vor allem weil Pit auch noch sehr gute Kindheitserinnerungen an einen Familienurlaub damit verbindet. Und somit wandern wir am sechsten Tag in Neuseeland zwischen brodelnden Schlammlöchern, dampfenden Flüssen und buntgefärbten, stinkenden Kratern. Es ist wie der Besuch in einer anderen Welt und sowas sehen wir daheim definitiv nicht. Manche Tümpel sind hier so sauer wie Essig und die Farbe - leuchtendes Neongrün - lädt auch nicht unbedingt zum Plantschen ein, erstaunt uns aber sehr. 😊
Zum Baden suchen wir uns also ein anderes Gewässer und fahren danach nicht weit zum Lake Okareka, einem malerischen kleinen See, etwas südöstlich von Rotorua. Wir bleiben hier auch für die Nacht auf einem Parkplatz direkt am Ufer und sind froh, einmal nicht so viele Leute um uns zu haben. Neuseeland ist doch eine ganz andere Hausnummer als Chile was den Camping-Tourismus angeht. In der Nähe der Attraktionen findet man nicht immer abgeschiedene Plätze, aber dieses Mal haben wir Glück. Und wer braucht schon eine Dusche, wenn er morgens in einen See hüpfen kann... 😬
Ausgeruht (und gebadet 😉) erkunden wir einen Tag später den Redwoods oder Whakarewarewa Forest bei Rotorua. Leider wurde unsere Bootstour zur White Island wieder wegen zu schlechten Bedingungen auf See abgesagt. Wir haben also Zeit, für einen Abstecher in den Wald. Riesige California Redwoods, gepflanzt Anfang des letzten Jahrhunderts, sind hier die vorherrschende Baumart, aber man kann hier auch allerlei andere exotische Bäume bewundern. Oder man macht’s so wie wir und genießt einfach den schönen Spaziergang im Grünen und an der frischen Luft. ☺️
Nach Wald schauen wir am selben Tag auch noch am Wasser vorbei: die Huka Falls liegen auf unserer Route und bei einem kleinen Spaziergang sind wir ganz schön beeindruckt von diesen riesigen Stromschnellen, über die jede Sekunde 200.000 Liter Wasser hinabstürzen. Noch beeindruckender finden wir allerdings den Rummel, der um diesen Ort gemacht wird. Ohne etwas schmälern zu wollen, aber ein „must see“ ist das für uns nicht und muss denn die Aussichtsplattform wirklich größer sein als der ganze Wasserfall? 😂
Marketing haben die Neuseeländer wirklich drauf. Aber die meisten Orte sind ja auch jede Lobeshymne wert. 👍Lue lisää
Das Tongariro-Crossing und Wellington
2. maaliskuuta 2019, Uusi Seelanti ⋅ ⛅ 11 °C
Nach unserem Ausflug zu den Hobbits steht noch ein anderer Herr der Ringe - Originalschauplatz auf dem Plan: wir besuchen den Schicksalsberg in Mordor. 🙌 Auf gut Deutsch: wir machen das Tongariro-Crossing. Einmal 20 km und 1100 Höhenmeter quer durch den gleichnamigen Nationalpark im Herzen der Nordinsel Neuseelands, vorbei an heißen Quellen, rauf auf Vulkankrater und runter bis in den Urwald.
Eigentlich wollten wir das Ganze ja einen Tag früher angehen; die Zentralverriegelung unseres Campers hatte aber andere Pläne und so stehen wir um 06:15 Uhr in Flipflops und mit weniger Kleidung als bei den Temperaturen nötig, ausgesperrt vor unserem Bus. Kurz zuvor war mir (Evi) eine Tür zugefallen und der Camper war sofort verriegelt... Schlüssel innen drin. So ein Mist! 😫
Bis wir unsere Mietagentur erreichen und der Mechaniker kommt um unser Auto aufzumachen, ist es 11 Uhr und wir sind mehr als durchgefroren. Zumindest stellt er fest, dass die Zentralverriegelung wohl nicht richtig funktioniert und evtl. bekommen wir vom Vermieter einen Teil der Kosten zurück. Mal sehen.
Aber hey, unser Frühstück, das wir vor 5 Stunden hergerichtet haben, steht immer noch parat und wir haben endlich wieder unser Dach über dem Kopf. Allerdings brauchen wir heute keine Wanderung mehr zu starten. Wir nutzen die Zwangspause für allerlei Organisatorisches und für Herr der Ringe. 😬
Als wir dann am nächsten Tag den Tongariro-Nationalpark wirklich durchqueren, kommt uns so einiges aus dem Film bekannt vor: der perfekte Vulkan, die Rauchschwaden aus dem Inneren der Erde und die roten Krater um uns herum. Dass uns dabei 60 km/h schneller, kalter Wind fast umpustet, unterstreicht die mystische Stimmung noch ein bisschen. Ein ganz besonderer Ort!
Leider denken das auch viele viele andere Touristen, aber damit muss man bei einer der Hauptattraktionen der Nordinsel Neuseelands wohl rechnen. 😉
Als wir abends von der Wanderung erschöpft im Camper liegen, gibt es noch ein bisschen Action: wir hören plötzlich eine laute Sirene. Sie stoppt zwar nach ein paar Mal Aufheulen wieder, aber überall gibt es hier Infoschilder zu sogenannten Lahars (heißen Staub- und Schlammströmen, die es bei einem Vulkanausbruch geben kann) und stand da nicht drauf, dass es im Falle des Falles genau so einen Alarm gibt? Nachschauen, was los ist, lohnt sich also. Auch anderen Leuten auf dem Campingplatz geht’s genauso und schnell sammelt sich eine ratlose Gruppe vor einer der Infotafeln. Manche Leute gehen sogar schon zu den vorgeschrieben Schutzräumen... na sauber. Aber dann gibt’s doch Entwarnung: es war nur das Signal für die örtliche freiwillige Feuerwehr. 😅
Einen Tag später steuern wir also lebendig 😉Wellington an. Dafür, dass wir uns in der Hauptstadt befinden, ist alles angenehm überschaubar und unprätentiös. Wellington ist sympathisch und bietet neben vielen kulinarischen Spezialitäten und einer riesigen Gastroszene (angeblich mehr Bars pro Einwohner als New York 🙌) ganz viel Wasser und Hafen. Das stört vor allem den Pit überhaupt nicht. 😉 Wir schlafen sogar auf einem kostenlosen Camping-Parkplatz in einer Marina und wachen am letzten Tag auf der Nordinsel mit Blick auf viele Segelboote auf.
Von Wellington nehmen wir jetzt die Fähre und weiter geht’s in den Süden Neuseelands. Der soll ja noch schöner sein als der Norden. Wir sind gespannt! 😊Lue lisää
Abel Tasman Coastal Trek & Glühwürmchen
6. maaliskuuta 2019, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 23 °C
Mit der großen Autofähre geht es heute von Wellington aus auf die Südinsel Neuseelands. Dort angekommen erwarten uns die vielen grünen Buchten und Fjorde rund um Picton bei bestem Sonnenschein - ein grandioser Anblick und eine beeindruckende Einfahrt in den Hafen. 🙌
Wir reisen allerdings noch ein bisschen weiter westlich in die Tasman Bay und finden dort einen kleinen Campingplatz direkt am Meer. Es ist mit der Schönste seit wir in Neuseeland unterwegs sind und wir sind die einzigen Camper. Außerdem kommen wir pünktlich zum Sonnenuntergang an. Perfekt! Wer mal in der Nähe ist: http://www.helmeholiday.co.nz/ 👌
Am nächsten Tag fahren wir noch ein Stückchen weiter die Küste entlang und gelangen in den Abel Tasman Nationalpark. Für alle, die es übrigens genauso wenig wussten wie wir: Abel Tasman war ein niederländischer Seefahrer, der 1642 als erster Europäer nach Neuseeland kam. Aha. 🤓
Seit wir gestern die Fähre verlassen haben, sind wir von der Landschaft hier mehr als angetan: die sanften Berge, die Buchten und Seen... Neuseeland hält, was es verspricht. Auch wenn einem vieles sehr vertraut vorkommt. Es gibt einige Flecken in unseren Alpen, die zumindest ähnlich aussehen und mindestens so schön sind.
Der Abel Tasman Nationalpark sticht allerdings heraus. Klar, er liegt ja auch am Meer, da können die Alpen schon mal nicht mithalten. 😉 Außerdem gibt es hier so viele malerische Küstenabschnitte, dass wir uns entscheiden, eine 26 km - Wanderung zu machen. Immer am Wasser entlang und Gott sei Dank mit wenig Höhenunterschied.
Den Start unseres Wegs erreichen wir am Morgen per Wassertaxi. Was sich gemütlich anhört, stellt sich als rasante Fahrt mit dem Speedboat und dem wahrscheinlich lustigstem Fahrer (typisch Kiwi: immer einen Witz oder Spruch am Start, immer locker, sehr sehr angenehm 😊) heraus. Danach marschieren wir bei herrlichem Wetter zurück bis zum Ausgangspunkt. Alles passt: der Weg liegt im Schatten des Urwalds, wir passieren Brücken und Wasserfälle, erfrischen uns bei einer Pause am Sandstrand und sind ein bisschen neidisch auf die Segler, die in den Buchten ankern. 😉
Jetzt hatten wir in Neuseeland also schon Städte, Vulkane, heiße Quellen, Alpen, Strände und Urwald - da wär‘s mal wieder Zeit für Höhlen! 😬 Da das Wetter einen Tag nach unserer Tour im Abel Tasman nicht ganz so mitspielt, passt es gut, dass wir heut unter die Erde gehen. Im kleinen Kaff Charlston (ja, es ist ein Kaff, ehrlich!) an der Westküste machen wir eine Caving-Tubing-Glowworm-Tour. Übersetzt: von oben bis unten in Neopren gepackt, steigen wir zunächst in einen kleinen Zug, den unser Guide quer durch den Urwald zu einem Wanderweg steuert. Dann geht es mit einem großen Gummireifen „bewaffnet“ hoch bis zum Höhleneingang und erst mal zu Fuß weiter in den Untergrund. Im Schein unserer Stirnlampen bewundern wir Jahrtausende alte Tropfsteine und kraxeln immer tiefer in den Berg. Wir haben Glück, denn unsere Gruppe umfasst nur drei Leute und unser Guide ist noch witziger als der Wassertaxifahrer am Tag zuvor. 😂
Die Tour erreicht ihren Höhepunkt als wir aufgefordert werden, unsere Reifen in einen kleinen Bach in der Höhle zu setzen und uns reinzulegen. Beim Vordermann eingehakt schweben wir durchs Wasser und blicken an die Höhlendecke. Wir werden aufgefordert, unsere Lampen auszumachen und sehen: Millionen von Glühwürmchen!!! 😍 Deren Kolonien sehen aus wie nächtlich beleuchtete Städte aus dem Weltall. Uns verschlägt es tatsächlich die Sprache - es ist wuuuunderschön! Schade, dass wir keine Fotos machen können, zu gerne hätten wir dieses Schauspiel festgehalten. Aber das wäre wohl schwer geworden in der Dunkelheit.
Zum Abschluss geht es dann auf dem Wasserweg in unseren Reifen zurück zum kleinen „Dschungel-Zug“. Das Ganze soll eigentlich Rafting sein, allerdings ist der Wasserstand wegen des fehlenden Regens der letzten Wochen sehr niedrig. Wir setzen also sehr gemächlich alle 5 Meter mit dem Popo auf einem Stein auf, anstatt in den wilden Fluten den Fluss hinab zu rasen. 😂 Aber egal, gegen das Wetter kann man nichts machen.
Dafür bietet uns unser Parkplatz für die Nacht dann noch ein bisschen Action: wir campen am Punakaiki-Beach und lauschen dem Tosen der Wellen: den größten, die wir bisher auf unserer Reise begegnet sind! 🌊Lue lisää
Pancake Rocks und der Copland Trek
7. maaliskuuta 2019, Uusi Seelanti ⋅ 🌧 14 °C
Wir wussten ja, dass es in Neuseeland Pancakes 🥞 gibt, aber dass man sie nicht nur essen, sondern auch besuchen kann - das war uns neu. Da die Pancake Rocks auf unserem Weg zum nächsten Stop liegen, schauen wir mal, was es damit auf sich hat.
Und tatsächlich: die Steilküste nördlich von Greymouth sieht aus wie ein riesiger Haufen Pfannkuchen! Da die Felsen hier aus Schichten verschiedenen Gesteins bestehen, die von der Erosion unterschiedlich stark angegriffen werden, tragen die Klippen und Türme das Muster eines Stapel Pancakes. Beeindruckend, hier über die Steinbrücken und entlang der vielen Brandungslöcher zu laufen, immer begleitet vom Getöse der massiven Wellen, die sich in allen Winkeln brechen. 👍
Unser Ziel heute heißt Fox Glacier, ein Dorf in der Mitte der Westküste, umgeben von einigen Gletschern und interessanten Wanderrouten. Wir treffen dort unsere niederländischen Freunde Nienke und Peter, die wir bereits bei unserer Tour durch die Salzwüste von Uyuni in Bolivien kennengelernt haben. Die beiden reisen für ein Jahr um die Welt und wir freuen uns, dass sich unsere Wege nochmal kreuzen. ☺️ Abends ist es dann so weit: im strömende Regen fallen wir vier uns auf dem Campingplatz in die Arme. Wir wollen die nächsten beiden Tage zusammen den Copland Trek bewandern - hoffentlich lassen die Niederschläge nach.
Beim Aufwachen am Morgen darauf ist der Himmel klar und es ist trocken. Na dann steht einer Wanderung ja nichts mehr im Wege.
Falsch gedacht! Als wir am Parkplatz des Treks ankommen, ist die Strecke wegen des Starkregens des letzten Abends gesperrt. Einige Bäche können nicht passiert werden und erst in ein paar Stunden kann man nachfragen, ob der Zustand anhält. Wir müssen also erst mal wieder zurück zum Campingplatz und auf die News der Ranger warten. Nachdem aber trockenes Wetter angesagt ist, haben wir Hoffnung, doch noch aufbrechen zu können. Und tatsächlich: um elf Uhr gibt es Entwarnung, alle Wege sind frei und wir können los. 😬
Vor uns liegen 20 Kilometer, immer am Copland River entlang. Es geht schon abenteuerlich los, da wir einen Fluss und kleinere Bäche überqueren müssen. Da heißt‘s Schuhe ausziehen oder nasse Füße riskieren. Danach steigen wir über große vom Wasser abgeschliffene Steine, durch grüne enge Schluchten, vorbei an Farnwäldern und im dichten Nebelwald immer unserer Hütte entgegen. Es ist mittlerweile sonnig und da wir unsere komplette Verpflegung plus Schlafsäcke auf dem Rücken tragen, sind wir froh, dass die Wanderung meistens im Schatten verläuft. Nachdem wir gegen Ende der Tour einige luftige Hängebrücken und den Großteil der zu überwindenden Höhenmeter geschafft haben, wartet an der Hütte ein tolles Extra auf uns: natürliche heiße Quellen! 😍
Nienke und Peter zaubern noch schnell ein hervorragendes Abendessen aus Tortillas, Gemüse und Rotwein und pünktlich mit den ersten Sternen am Nachthimmel machen wir es uns in den Hot Pools gemütlich. Aaahhhh herrlich! Dass es hier im Wasser kleine Amöben gibt, die beim Einatmen im Gehirn landen und dort tödliche Meningitis auslösen können, ignorieren wir einfach. Wie hat der Ranger in der Hütte gesagt? Einfach halt das Wasser nicht einatmen! 😂
Nach einer Nacht im Bettenlager, umzingelt von schnarchenden älteren Herren, geht es am nächsten Vormittag dann den Weg wieder zurück und noch immer hält das Wetter. Wir kommen schnell voran und genießen die Tour durch die schöne Natur. Nur am Ende am Parkplatz verfluchen wir sie dann doch ein bisschen: unzählige Sandfliegen fressen uns schier auf!!! Die fiesen Viecher sind uns hier in der Gegend schon öfter begegnet, aber in den drei Minuten zwischen Wanderschuhe ausziehen und ins Auto steigen werden wir zig mal gestochen und sofort juckt es wie verrückt! 😫
Gut, dass wir uns abends im Camper bei Essen und Wein mit Kartenspielen ablenken können. 😉
Nienke und Peter: es war uns ein Fest! Lasst uns das ganz bald wieder machen! 😘Lue lisää
Canyoning, Jetboat und ein Hai aus Stahl
13. maaliskuuta 2019, Uusi Seelanti ⋅ ⛅ 12 °C
In Neuseeland kann man die Natur genießen, nette Leute kennenlernen, gut Essen und Trinken uuuund: allerlei verrückte Sachen machen. Schließlich wurde hier das Bungee Jumping erfunden und das ist nur der Gipfel des Adrenalin-Eisbergs. 😂
Zugegeben: dieser ganze Abenteuer-Tourismus bzw. „verrückte Dinge tun, die man sonst nirgends machen kann“ - Tourismus hier ist eine riesige Geldmaschine und es gibt auch viel Schmarrn. So sehen wir z.B. eine Werbung für den „Smashing Room“. Das ist ein Ort, an dem man Sachen zerschmeißen kann, also Glas, Porzellan etc. Aaaaha! Scheinbar versucht man hier schon fast zwanghaft, immer neue Ideen an die zahlungskräftige Kundschaft zu vermarkten. Aber gut: viele Leute geben für den nächsten perfekten Instagram-Schnappschuss ja gerne gutes Geld aus. 😉
Wir starten unsere Neuseeland-Abenteuer-Episode mit einem fast schon altmodischen Erlebnis: Canyoning!
Dafür fahren wir nach Wanaka, einer kleinen Stadt am gleichnamigen See. Wenn Ihr mal mit dem Auto durch die Südinsel Neuseelands fahrt, dann gehört die Route von der Westküste über den Haast Pass, zwischen dem Lake Wanaka und dem Lake Hawea hindurch bestimmt zu den schönsten Abschnitten. Frühherbstliches, sonniges Bergpanorama und davor unverbaute, tiefblaue Seen. Was will man mehr! 😍
Als wir dann am nächsten Tag mit unserem ungarischen Guide und einem Urlauber aus Hamburg zum Canyoning aufbrechen, ist es allerdings nass und am Himmel hängen dicke Wolken. Gut, dass wir zwei Stunden in einer Schlucht im Gebirgsbach unterwegs sind. Für mich (Evi) war es das erste Mal und ich muss zugeben, es hat 20 Minuten gebraucht, bis mir das Ganze geheuer war, aber dann: ein super Erlebnis! Pit hat eine mittelschwere Tour gebucht, aber selbst er als alter Adrenalinjunkie 😉 hat vor einigen Stellen durchaus Respekt. Der Bach durch die Schlucht ist trotz unserer Neoprenanzüge bitter kalt und bei den ersten Sprüngen bleibt mir manchmal die Luft weg bis sich der Körper an die Temperaturen gewohnt hat. Aber weil wir immer wieder in die Gumpen springen, uns abseilen und durch die Stromschnellen kraxeln müssen, kommt erst ganz zum Schluss ein bisschen Kälte auf. Eine perfekte Mischung aus Natur, Abenteuer und ein bisschen Selbstüberwindung. 💪
Einen Tag später fahren wir weiter durch die neuseeländischen Alpen nach Queenstown. In der Stadt dreht sich alles um Outdoor- und Extremsport.
Lustig wird’s dort gleich am ersten Abend, als auf dem Campingplatz plötzlich das Auto von Nienke und Peter neben uns parkt. Auf dieses überraschende Wiedersehen müssen wir natürlich sofort anstoßen. Und war da nicht noch eine Revanche beim Kartenspielen offen? 😂
Gott sei Dank kommen wir am nächsten Tag trotzdem früh aus dem Bett. Es geht nämlich ein bisschen außerhalb der Stadt zum morgendlichen Speedboatfahren mit dem „Shotover Jet“. Mit bis zu 90 Sachen düsen wir über die Wasseroberfläche durch eine Schlucht. Der Pilot macht mehrere 360 Grad - Drehungen und schneidet die Kurven eng an den vorbeirauschenden Felswänden. Was für ein Spaß! Da fängt der Tag schon mal gut an. 😬
Am Nachmittag steht dann noch ein Highlight für Pit auf dem Programm. Es klingt skurril und zugegeben, es sieht auch irgendwie skurril aus: das „Sharkboat“! Man kann damit in Queenstown durch das Hafenbecken brettern. 😂 Es handelt sich dabei um ein kleines U-Boot in Form eines Hais, grade groß genug für den Piloten und einen Gast. Sobald sich die Einsteigsluke aus Glas schließt und der Motor läuft, düst der „Hai“ durch das Wasser: mal oberhalb, mal unterhalb der Oberfläche. Und das Sharkboat kann sogar nach dem Abtauchen wie ein echter Fisch aus dem Wasser springen.
Man denkt sich ein bisschen: wie verrückt ist das denn?!? Aber sowas kann man definitiv nur hier bei den Kiwis machen. Und so wie Pit nach dem Ritt mit dem Hai aus Stahl grinst, hat’s anscheinend auch mega Spaß gemacht. 👍Lue lisää
Der Kepler Trek
16. maaliskuuta 2019, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 16 °C
Wir waren mal wieder wandern!
Ok, wer jetzt gelangweilt weiter klicken will, weil er denkt, jetzt kommen wieder Geschichten von morgendlichem Tee ans Zelt und von vom eigenen Koch aufgetischten 3-Gänge Menüs, der irrt! ☝️
Wir haben vier Tage unsere gesamte Verpflegung, unsere Schlafsäcke und alles was wir halt so brauchen von Hütte zu Hütte getragen. Wir haben selbst gekocht, nicht geduscht und im Bettenlager geschlafen. Also richtiges Mehrtageswandern. 😬
Unterwegs sind wir auf einem von Neuseelands „Great Walks“, also den Sahnestückchen unter den Wanderungen hier: dem Kepler Trek. Mittlerweile sind wir fast ganz im Süden des Landes angekommen und starten von Te Anau im Fiordland Nationalpark aus mit unserer Tour. Was schon mal sehr schön ist: hier sind viel weniger Touristen, viel weniger Deutsche und wir haben endlich mal wieder unsere Ruhe. Ja, so ein Sabbatical macht einen manchmal ein bisschen zurückgezogen und assoszial. 😂
Tag 1 beginnt zum Warmwerden mit einigen Kilometern durch dichten Wald an einem See entlang. Schön hier, wenn auch nicht so exotisch wie man vielleicht denkt und gar nicht so weit von unseren heimischen Alpen entfernt. Das letzte Drittel unserer ersten Etappe verläuft dann oberhalb der Baumgrenze und mit toller Fernsicht bis zu unserer ersten Hütte. Aaahhh tut das gut, den Rucksack mal abzunehmen.
Wir sichern uns einen Platz im Lager und kochen im Aufenthaltsraum unser Instantessen (liegt bei den Wanderern hier hoch im Kurs, schmeckt auch gar nicht schlecht und ist leicht 😉). So richtige Hüttenstimmung will aber nicht aufkommen. Man muss sich die Unterkünfte hier anders vorstellen als bei uns daheim. Alles ist etwas weniger gemütlich, bisschen steriler eingerichtet (die Tische sind z.B. mit Edelstahl abgedeckt, der Sauberkeit wegen) und für die Bewirtung ist man eben selbst zuständig. Dazu kommt, dass wir nach der langen Wanderung einfach nicht so viel Lust auf „Reisenden-Smalltalk“ haben und die abendliche Ruhe somit zum Lesen und Ausspannen nutzen. Nur eins lassen wir uns nicht entgehen: in der Nähe der Hütte gibt es eine kleine Höhle. Mit Stirnlampe bewaffnet, erkunden wir diese noch. 👍
Tag 2 startet mit einem Highlight. Und ich meine jetzt nicht den Sonnenaufgang über der unter uns liegenden Wolkendecke. Nein, es geht um den zutraulichen Kea, der sich morgens auf der Terrasse blicken lässt. Diese Papageien sind schlau und sehr neugierig und benehmen sich wie kleine Kinder: immer nur Blödeleien im Kopf. Dazu aber später mehr. Sehr sympathische Tiere. 😬
Wir wandern heute lange Zeit über Grate von Gipfel zu Gipfel, unter uns mehrere große Seen und grüne Täler. Da auch das Wetter mitspielt, ist es ein super Ausblick und wieder fühlen wir uns an so manche Tour in Bayern oder Österreich erinnert. Wie haben wir es daheim nur gut, dass wir so etwas jeden Sonntag erleben können, wenn wir wollen. Das sollten wir mal wieder mehr schätzen.
Als wir gegen Nachmittag wieder in den Wald abtauchen, verstehen wir aber auch, warum Neuseelands Natur so viele Menschen verzaubert. Die dichte Vegetation um uns ist unberührt. Totholz darf liegen bleiben und unter Moos zu neuem Waldboden verrotten, Bäche schlängeln sich ungehindert den Berg hinab und Farne und Flechten machen den Urwald noch grüner. Wir wandern durch das Gegenteil einer deutschen Fichtenmonokultur. 😂
Die zweite Hütte wartet dann mit einem flachen Fluss auf, der zum Baden einlädt. Naja oder zum Füße reinstecken - er ist echt kalt. Vom Ranger erfahren wir, dass wir auch hier wieder Besuch von Keas bekommen werden. Kleidung, Schuhe, Ausrüstung... alles muss vor den Vögeln in Sicherheit gebracht werden. Am nächsten Morgen wissen wir dann, was er damit gemeint hat: zur allgemeinen Belustigung machen sich sieben Papageien rund um die Hütte über alles her, was nicht niet- und nagelfest ist. Sie knabbern an Schuhen und Rucksäcken, spielen mit Eimern und Schüsseln und sogar die Wäsche des Rangers ist nicht vor ihnen sicher. Wir sind verliebt in diese Quatschköpfe! ☺️
Tag 3 hält dann mit einem tollen Wasserfall, lästigen Sandflies (an die Viecher kann man sich einfach nicht gewöhnen!) und so vielen Fliegenpilzen, wie wir noch nie gesehen haben, wieder Natur pur für uns bereit. Wir machen heute zwar nicht viele Höhenmeter, aber ordentlich Strecke und das merkt man nach drei Tagen Wandern dann schon in den Beinen. Gott sei Dank können wir an der Hütte noch in den See springen. Die Abkühlung (gibt es auch das Wort „Abfrierung“? 😂) ist jetzt genau das Richtige!
Als wir dann am vierten Tag wieder zu unserem Ausgangspunkt zurück wandern, sind wir erschöpft, glücklich und um ein paar Erkenntnisse reicher:
- hier im Süden und bei so einer Wanderung geht es deutlich weniger touristisch zu als bei anderen Attraktionen Neuseelands.
- wir bekommen daheim in den Alpen mit den bewirteten Hütten und vielfältigen Wegen so viel geboten! Das kann leicht mit Neuseeland mithalten und wir können uns glücklich schätzen.
- Pit und Evi brauchen bald ein Resozialisierungsprogramm! Wir genießen so sehr unsere Ruhe und das Reisen, dass wir nicht wirklich scharf auf Smalltalk und Menschenmassen sind. Ist das normal??? 😂😂😂Lue lisää
Um die Südspitze Neuseelands
18. maaliskuuta 2019, Uusi Seelanti ⋅ ⛅ 14 °C
Jetzt haben wir nur noch eine Woche in Neuseeland, dann geben wir in Christchurch unseren Camper wieder ab und fliegen nach Sydney. Wahnsinn, wie die Zeit vergeht!
Da wir an der Westküste der Südinsel nach unten gefahren sind, nehmen wir uns jetzt die Ostküste vor um wieder Richtung Norden zu kommen. Nach den Abenteuern in Wanaka und Queenstown und der großen Wanderung über den Kepler Trek haben wir für die letzten Tage in Neuseeland kein festes Programm. Wir suchen uns einfach relativ spontan ein paar schöne Plätze und genießen die verbleibende Zeit hier. ☺️
Zunächst peilen wir als kurzen Zwischenstopp die Clifden Caves im Südwesten an. Dieses ca. 300 Meter lange Höhlensystem kann man ohne Guide ganz auf eigene Faust erkunden. Verwöhnt von unseren vergangenen Touren im Untergrund und im Bewusstsein, dass Vorsicht eigentlich auch in Neuseeland die Mutter der Porzellankiste ist, erwarten wir gar nicht zu viel Abenteuer. Wenn man einfach so ungesichert in die Höhlen kann, dann muss es ja harmlos sein. Aber, Spoileralarm: weit gefehlt!!! Für Pit gehören die 70 Minuten in den Clifden Caves mit zu den abenteuerlichsten unserer Reise und ich gehe nach 50 Metern gar nicht erst weiter. Schon dort wird’s richtig eng und das Licht der Stirnlampe reicht grad mal so aus um einen kleinen Punkt vor einem zu beleuchten. Nein, das ist heut irgendwie nichts für meine Nerven! 😉
Als Pit voller Adrenalin, mit schlammiger Hose und grinsend nach seiner Untergrund-Wanderung wieder am Camper ankommt, überschlagen sich seine Erzählungen: es geht teilweise echt eng durch die Clifden Caves, manchmal muss man auf die Knie, den Rucksack abnehmen oder sich akrobatisch verdrehen um durch die Felslöcher zu passen. Dazu kommen einige mehr oder weniger kleine Tümpel, die einen vor das Rätsel stellen: wie komme ich da jetzt rüber? Und natürlich hat man keine Ahnung ob das Wasser hier 10 cm oder 100 Meter tief ist. Einige Kammern der Höhle sind auch nur durch Leitern verbunden: im Schein der eigenen, einzigen Lampe steigt man aber quasi ins dunkle Nichts ab. Dass der Weg lediglich durch kleine Reflektoren, die alle paar Meter an der Wand befestigt sind, gekennzeichnet ist, macht das Ganze nicht einfacher. Fazit: wenn Ihr auf Abenteuer steht, dann kommt zu den Clifden Caves und spart Euch das Geld für teure Bungee Jumps! 😬
Nächster Stopp danach ist die Curio Bay im Südwesten. Den Tip geben uns unsere Freunde aus den Niederlanden, Nienke und Peter. Und der Ort hält, was die beiden versprechen. Wir kommen bei Sonnenschein am Campingplatz direkt an der Steilküste an und erkunden gleich mal die Umgebung. Auf der einen Seite liegt eine weite, halbrunde Bucht mit Sandstrand, das Meer kommt in regelmäßigen, perfekten Surferwellen an. Auf der anderen Seite bricht das Land senkrecht ins Wasser ab, riesige Wellen brechen sich am Kliff und man kann Delphine, Seelöwen und Pinguine beobachten. Wir haben auch alles gesehen - außer die Pinguine. Die sind nämlich grad in der Mauser und sind (das klingt jetzt lustig) deswegen im Moment nicht wasserdicht. 😬
Bei unserem kleinen Spaziergang an diesem tollen Abschnitt von Neuseelands Küste entdecken wir auch noch eine besonders seltene Attraktion: bei Ebbe kann man am Strand versteinerte Baumstämme bewundern. Erstaunlich, wie sich selbst die kleinsten Strukturen wie z.B. Jahresringe oder die Rinde im Stein erhalten haben.
Am Tag darauf geht’s dann noch ins Wasser für uns. Ausgestattet mit Neoprenanzügen und Bodyboards stürzen wir uns in die Fluten und befolgen nochmal einen Tipp: Pit klopft im Meer zwei Steine aneinander. Das lockt die neugierigen Delphine der Bucht an und für ein paar Minuten schwimmen sie bis auf wenige Meter an ihn heran. 😬👍
Tief beeindruckt von der Curio Bay geht unsere Reise tags drauf an der Ostküste weiter. Wir stoppen noch einmal am sogenannten „Nugget Point“, einem malerisch gelegenen Leuchtturm und genießen die Aussicht über die Felsen aufs weite Meer. Danach fahren wir - links von uns grüne Hügel und in der Ferne Gebirge, rechts von uns immer das Meer - bis zu einer kleinen Landzunge nördlich von Dunedin. Heute steht endlich mal wieder wild campen auf dem Plan. Das passt sehr gut zum beschaulichen Südosten von Neuseeland. ☺️Lue lisää
Von Steinen, Steampunks und Seglern
22. maaliskuuta 2019, Uusi Seelanti ⋅ ⛅ 18 °C
Weiter geht’s für uns immer die Ostküste der Südinsel Neuseelands hoch.
Auf dem Weg von Dunedin nach Norden stoppen wir am Moeraki Beach um uns dort die bekannten Boulders, also die kugelrunden, über den Strand verteilten Felsblöcke anzusehen. Dieses Phänomen gibt es des öfteren an Neuseelands Küste. Das Schöne an Moeraki ist aber, dass hier nicht ganz so viele Touristen vorbei schauen. Da die Sonne scheint und passenderweise auch gerade Ebbe herrscht, lassen natürlich auch wir uns zu ein paar typischen Fotos hinreißen. 😬
Eine Stunde später kommen wir dann in Oamaru an, unserem nächsten Halt für die Nacht. Nachdem wir uns auf einem Campingplatz direkt im Hafen einquartiert haben, schauen wir uns gleich mal das kleine Städtchen an... und sind positiv überrascht! Oamaru hat sich neben riesigen Kormoran- und Pinguin-Kolonien eine kleine viktorianische Altstadt bewahrt. Hinter den Originalfassaden aus der Zeit finden sich viele liebevoll eingerichtete Läden und Restaurants. Antiquitäten, Möbel, Maschinen, Bücher und Kostüme aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stehen hoch im Kurs. Diese etwas aus der Zeit gefallene Ausstrahlung der Stadt passt perfekt zur überall gegenwärtigen Steampunk-Bewegung. Wer sich jetzt fragt, was das ist: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Steampunk 😉. Es gibt sogar ein Museum für diesen Lebensstil, das wir uns nicht entgehen lassen. Wir können nach dem Besuch sagen: die retro-futuristischen Maschinen (ja das Wort hab ich aus dem Wikipedia-Artikel geklaut), das morbide Ambiente und die typische Art sich zu kleiden sind interessant, aber wir bleiben dann doch lieber langweilig normal. 😂
Die letzten beiden Tage in Neuseeland verbringen wir jetzt noch in Akaroa. Der Ort liegt wie hingemalt in einer wunderschönen Bucht in der gleichnamigen Halbinsel östlich von Christchurch. Wir sind vor allem wegen der Wettervorhersage und der Nähe zum Abgabeort unseres Campers hierher gekommen. Jetzt merken wir aber: es ist der perfekte Ausklang unseres Neuseeland-Aufenthalts.
Das Wetter ist warm und sonnig, die Landschaft um uns rum besteht aus sanften grünen Hügeln, mit Wald bewachsenen Bergen und Steilküste, die immer wieder von ruhigen Buchten unterbrochen wird. Es hat vielleicht ein bisschen was vom Gardasee, wenn auch schwer zu vergleichen.
Akaroa selbst ist ein beschaulicher Urlaubsort und wir haben einen Campingplatz hoch oben in den Hügeln mit Blick über die ganze Bucht. 😍
Bei so viel Wasser um uns herum, muss es nochmal aufs Segelboot gehen! Pit findet einen tollen Anbieter, der uns für ein paar Stunden mit aufs Wasser nimmt. Wir erleben nicht nur eine tolle Zeit beim Segeln, sondern sehen einige der hier seltenen Pinguine und 8 (!) Delphine, die immer wieder um unser Boot schwimmen und zum Atmen auftauchen. Was für ein toller Abschied aus Neuseeland!
So und nun heißt’s mal wieder packen. Morgen geht es weiter zu einem kleinen Abstecher nach Australien. Die nächsten 4 Tage schauen wir uns Sydney an. 👍😬Lue lisää
Sydney
28. maaliskuuta 2019, Australia ⋅ ⛅ 23 °C
Immer mal wieder führt uns unsere Reise in eine Hauptstadt, Großstadt oder sogar Weltstadt! 🙌 Wir lieben diese Abwechslung, auch wenn Stadt automatisch Lärm, Hektik und Strapazen für die Reisekasse bedeuten. Aber bisher hat uns eigentlich noch keine City enttäuscht.
Und Sydney war nicht nur keine Enttäuschung - es war der Hammer! ❤️ Pit, für den es schon der dritte Besuch ist, hat definitiv nicht zu viel versprochen. Leider haben wir nur 3 ganze Tage hier, denn zu tun gibt es mehr als reichlich.
Zur ersten Orientierung für mich und damit wir beide noch ein bisschen was über die Geschichte und Fakten Sydneys erfahren, starten wir gleich mal mit einer Walking Tour. Es ist wahnsinnig interessant, wie aus einer ehemaligen Strafkolonie diese wunderbare Multikulti-Weltstadt gewachsen ist. Hier mischen sich nicht nur viktorianische Häuser mit Wolkenkratzern, sondern man trifft auch Menschen aus aller Welt. Diese bunte Kultur verleiht Sydney eine weltoffene und liberale Ausstrahlung. 👍
Die ganzen Business-Menschen hier erinnern uns zwar auch an die Arbeit daheim, aber der gute Eindruck überwiegt dann doch. 😉
Was diese Stadt natürlich zusätzlich zu einem absolut positiven Ort macht, ist das gute Wetter und die Lage am Wasser. ☀️ Beides genießen wir in vollen Zügen. Ok, als es einmal zwei Stunden regnet, „müssen“ wir kurz ins Kino ausweichen...
Aber wir besuchen den Strand von Manly und spazieren immer am Meer entlang auf dem Coastal Walk vom berühmten Bondi Beach nach Coogee. Wunderschön!
Außerdem bucht Pit eine Segeltour im Hafen und wir genießen die beste Aussicht auf die weltberühmte Harbour Bridge und das wahrscheinlich noch berühmtere Opernhaus. Und damit die Kultur nicht zu kurz kommt, schauen wir uns noch das Maritime Museum an. Neben Schiffe der Marine, und der Geschichte rund um die Seefahrt Australiens kann man hier sogar ein echtes U-Boot besteigen!
Ach ja und apropos Kultur... Wie kann man in kurzer Zeit die Kultur eines Ortes ein bisschen besser verstehen? Mit Essen! 😂 Was das angeht hat es Sydney einfach drauf. Wir genießen drei Tage bestes Frühstück, wahnsinnig guten Kaffee, leckere asiatische Küche und Snacks zum niederknien. Und Pit kann sogar sein allerliebstes Lieblingssandwich, von dem er schon geschwärmt hat, als wir noch in Deutschland waren, wieder essen! Für alle, die es mal probieren wollen: im Reuben Hills nach dem gleichnamigen Gericht fragen! 😬
Gott sei Dank sind wir super viel zu Fuß durch Sydney gelaufen (sogar über die Harbour Bridge), damit die Strandfigur nicht ganz versaut ist. Die brauchen wir nämlich jetzt: es geht nach Hawaii! 🙌😍Lue lisää
Hawaii - Big Island
3. huhtikuuta 2019, Yhdysvallat ⋅ ⛅ 29 °C
Hawaii 🙌 Drei Wochen und drei Inseln - so lautet unser Plan für diesen wunderbaren Ort!
Los geht’s auf Big Island, dem jüngsten und größten Eiland des Archipels. Hier gibt es wahnsinnig viel zu tun:
- den Vulcanos Nationalpark mit dem riesigen Kilauea Krater und den Lavahöhlen erkunden
- über die „frische“ Lava spazieren und flüßige Lava aus der Nähe sehen
- durch die Mondlandschaft des seit den 50er Jahren abgekühlten, kreisrunden Kilauea Iki Krater wandern
- auf dem Mauna Kea den Sonnenuntergang zwischen den Observatorien bestaunen und sich von Astronomen an einem professionellen Teleskop Sterne zeigen lassen
- über den grünen Norden der Insel cruisen
- schwarze, weiße, rote und grüne Strände besuchen
- mit riesigen Mantarochen und nachtaktiven, leuchtenden Kreaturen aus der Tiefsee tauchen
- etc. etc. etc. 😅
Also, wir haben einiges von der Liste oben gemacht. Und einiges nicht 😆. Aber fangen wir mal von vorne an...
Da wir uns jetzt in den USA befinden, geht ohne Mietwagen natürlich nichts. Für uns gibt’s auf Big Island einen Jeep Wrangler, mit dem es sich standesgemäß herumdüsen lässt. Ist schon was anderes, als einen Camper über Chiles Schotterstraßen zu steuern. 👍
Als wir damit am ersten Tag von Hilo zu unserer Unterkunft in Kailua Kona einmal quer über die Insel fahren, merken wir gleich: alles dreht sich auf Big Island um die Lava und die ganze Insel ist vereinfacht gesagt ein riesiger Vulkan. Schnell ist man bei einer Tour auf der Verbindungsstraße von Ost nach West auf 2000 Meter und denkt, man fährt über eine düstere Mondlandschaft. Wetter und Vegetation ändern sich genauso rasch wie die Höhenmeter und wenn man in Küstennähe dann wieder bei Sonnenschein in tropischen Urwald eintaucht, kann man fast nicht glauben, dass man sich immer noch auf der selben Insel befindet. Fährt man dann in den Norden mit grünen Weiden und fast europäisch anmutenden Wäldern, sieht alles wieder ganz anders aus. Die Natur Big Islands mit Lavafeldern, Stränden und den sich ständig ändernden Mikroklimata ist einzigartig und beeindruckend.
Einzigartig ist vielleicht auch unser Airbnb in Kailua Kona. Eine geräumige Wohnung mit Garten, beides so wie man sich Hawaii vorstellt: bunt, voller Blumen, Früchte, Palmen und Sonnenuntergang und mit der wahrscheinlich liebenswertesten Gastgeberin der Insel. Wir fühlen uns hier sofort wohl und genießen die Stunden im Zuhause auf Zeit. Es gibt Papaya frisch vom Baum, viel Schlaf und den ein oder anderen Film auf Netflix. 😬
Aber Entspannung finden wir natürlich auch am Strand. Auf Big Island ist dieser allerdings selten groß, da die Insel noch jung ist. Dafür sind die Strände aber wunderschön und meistens mit ordentlichen Wellen gesegnet, was vor allem Surfer und Pits glücklich macht. 😉
Wobei das Highlight für Pit bestimmt seine Tauchgänge hier waren. Es geht nämlich einmal ins Wasser zusammen mit riesigen Mantas. Die ausgewachsenen Rochen haben eine Spannweite von über 5 Metern und gleiten elegant durchs Meer und um die Taucher herum. Aus allernächster Nähe lassen sie sich beobachten und man ist nachhaltig beeindruckt von diesen mächtigen und edlen Tieren.
Mindestens genauso besonders ist der zweite Tauchgang, jetzt bei Nacht. Da die Küsten Hawaiis steil abfallen, kommen schon kurz nach Sonnenuntergang allerlei Geschöpfe aus der Tiefsee nach oben um zu fressen und man hat die ansonsten seltene Gelegenheit diese in Tauchtiefe zu bestaunen. Quallenartige Tiere, Fische, kleine Krebse... viele davon leuchten im Dunklen. Ein einmaliger Anblick!
Wer jetzt fleißig die Liste oben abhakt, der merkt, dass bis auf Tauchen und Strand noch nicht so viel erledigt wurde. Und ja, unser Aufenthalt auf Big Island steht auch eher im Zeichen des Relaxen und ein bisschen Me-Time für jeden von uns. ☺️
Das hat aber vor allem einen Grund: nach den heftigen Ausbrüchen in 2018 ist die Lava auf Hawaii zur Ruhe gekommen. Komplett zur Ruhe. Es gibt momentan keine flüßige Lava zu sehen. Die Bilder, wie rotes Gestein dampfend ins Wasser fällt, gehören momentan der Vergangenheit an. Und 2018 hat auch sonst große Veränderungen auf Big Island hinterlassen: der Kilauea-Krater ist nun „lavaleer“ und um mehrere Hundert Meter abgesackt. Viele Orte im Volcanos Nationalpark sind wegen der neuen und nach wie vor instabilen Situation gesperrt. Wir können leider nur kurz über erstarrte Lava aus dem letzten Jahrzehnt laufen und einen Blick auf den Kilauea-Krater werfen. Alles andere: nicht möglich. 😢
Fast wäre uns auch noch der Ausflug auf den Gipfel des Mauna Kea durch die Lappen gegangen, denn die Straße nach oben ist mehrere Tage wegen zu starkem Wind gesperrt. Aber wir haben Glück: es klappt am Ende doch noch und wir erklimmen innerhalb von gut zwei Stunden 4205 Höhenmeter mit unserem Jeep. Dick eingepackt (oben hat es minus 2 Grad) und mit leichten Kopfschmerzen stehen wir mitten in einer Marslandschaft. Um uns nur Vulkankegel aus rotem Kies und die Observatorien der Forschungsinstitute. Ein unwirklicher und deswegen so schöner Ort. Als gegen halb 7 dann die Sonne ins Meer eintaucht und die Sternwarten im roten Licht leuchten, erleben wir einen der außergewöhnlichsten Sonnenuntergänge, die man sich vorstellen kann. Dass das Sternekucken mit den Astronomen momentan ausgesetzt ist, steht ganz im Zeichen unseres Glücks auf Big Island, tut dem Erlebnis Mauna Kea aber keinen Abbruch. 😊
Big Island hat viel zu bieten, auch wenn grad nicht alles für Touristen zugänglich ist. Es ist eine ganz besondere Insel und einzigartig auf der Welt. Schön dass wir hier waren! 👍
Jetzt geht es dann weiter auf die älteste Insel Hawaiis: Kauai. Und dort erwartet uns das grüne Gegenteil von der Lavalandschaft hier. Wir sind gespannt und werden natürlich wieder berichten! 👋Lue lisää
Hawaii - Kauai
12. huhtikuuta 2019, Yhdysvallat ⋅ ⛅ 27 °C
Kauai, die älteste der großen Hawaii-Inseln, wird auch Garden Island genannt. Und das trifft den Nagel auf den Kopf! Vielleicht wäre nur noch „Garden Eden Island“ eine passendere Beschreibung. 😉 Kauai ist paradiesisch grün, hat die perfekten Bergmassive mit steil eingeschnittenen Tälern und traumhaften Wasserfällen, einen Canyon, der manche mehr beeindruckt als der Grand Canyon und natürlich Strände wie aus dem Bilderbuch.
Eine Kuriosität gibt’s hier auch: überall sieht man Hühner und Gockel in den Straßen und selbst an entlegenen Orten hört man es krähen. 😂 Diese ehemaligen Bewohner einer bei einem Hurrikan zerstörten Hühnerfarm (oder die ehemaligen Kampfhähne der Plantagenarbeiter - so ganz ist man sich noch nicht einig, woher sie kommen) laufen einem hier ständig über den Weg. Und wenn sie auch für die Einheimischen eine Plage darstellen, so sind sie für uns lustig anzusehen und Teil der Zeit auf Kauai.
Leider ist die Straße in den Norden der Insel wegen massiven Erdrutschen nach den stärksten je gemessenen Regenfällen in 2018 gesperrt. Uns bleiben somit ein paar Highlights vorenthalten, aber der Rest Kauais entschädigt uns mehr als gerecht. Auch das Wetter ist teilweise ein bisschen durchwachsen, aber wir sind ja auch in den Tropen und so ein paar Regenschauer gehören dazu. Die stören nicht viel bei unseren Aktivitäten bzw. de Entspannen am Strand. 😬
Als wir am ersten Tag in unserem Apartment ankommen, bleibt uns erst einmal der Mund offen stehen: wir sind ca. 20 Meter vom Meer entfernt, vom Balkon aus sehen wir direkt auf Wasser, Wellen, Sand und Palmen und in den sechs Monaten Reise bisher gewinnt Kauai den Preis für die beste Aussicht einer Unterkunft. 😉 Bei jedem Aufwachen und jeder Minute, in der wir draußen sitzen, genießen wir den wunderschönen Ausblick.
Da kann nur noch der Blick auf Kauai von hoch oben aus dem Heli mithalten. Gleich zu Beginn unseres Aufenthalts fliegen wir mit Blue Hawaiian Helicopters einmal rund um die Insel. Es ist schwer zu beschreiben, wie schön dieses Erlebnis war! Wir haben Glück und werden in die erste Reihe des mit bodentiefen Fenstern ausgestatteten Hubschraubers gesetzt. Unser Pilot zeigt uns eine knappe Stunde lang alle Highlights, erklärt vieles und untermalt das Ganze auch noch mit passender Musik. Wir steuern dabei in die Schluchten des Waimea Canyons, fliegen tief in die Täler der Na Pali Coast und stoppen immer wieder vor Wasserfällen, die Hunderte Meter tief in den Urwald stürzen, auf. Zum Schluss fliegen wir dann noch in den ehemaligen Krater eines erloschenen Vulkans. Um uns herum steigen senkrechte Felswände in die Höhe und die Sonne verschwindet im Dschungel, der oben am Kraterrand wächst. Pit und auch die Kamera am Helikopter filmen die ganze Tour und versuchen, diese einzigartigen Panoramen zu erfassen und die unglaublichen Bilder einzufangen, aber die schönsten Eindrücke werden wir wohl in unserem Gedächtnis behalten. ❤️
Nach diesem absoluten Highlight könnte man sich jetzt eigentlich den Rest der Woche faul an den Strand legen. Ein bisschen tun wir das auch.
Aber wir erkunden natürlich die Insel nochmal genauer. 😉
Bei einer Wanderung durch den Waimea Canyon kommen wir den Wasserfällen, die wir tags zuvor von der Luft aus gesehen haben, ganz nahe. Die Schluchten um uns herum leuchten rot, braun und grün vom Gestein und der kargen Vegetation. Immer wieder ergibt sich ein weiter Blick in den Canyon und bis tief auf den Talboden. Wow!
Nicht ganz so wow sind allerdings die Wanderwege. 😂 Pfade hören einfach auf, Abzweigungen sind nicht in den Karten verzeichnet und Wege, die eigentlich da sein sollten, sind verschwunden. Gut dass die Highlights gleich am Anfang der Tour liegen. Der Durchschnitts-Hawaii-Urlauber wandert auch nicht viel weiter, was das schlechte Wegenetz erklärt. Am Ende sind wir dann aber doch fast vier Stunden unterwegs, wenn auch mit ein bisschen Hin und Her. Nicht zu letzt auch wegen einer verlorenen Lieblingssonnenbrille von mir (Evi), die bei einer kleinen Klettereinlage in einem Tümpel landet... was ich leider aber erst auf dem Rückweg merke. Wir kehren deswegen um und Pit taucht heldenhaft durchs Wasser - leider ohne Ergebnis. Trotzdem: bester Freund ever. 😘🦸🏻♂️
Einen Tag drauf leihen wir uns ein Kajak aus und paddeln den Wailua Fluss hoch. Danach geht es zu Fuß eine gute halbe Stunde durch den Urwald zu einem mehr oder weniger geheimen Wasserfall. Ok, er ist gar nicht geheim, denn kurz nach unserer Ankunft dort treffen auch allerlei geführte Touren ein. Gut, dass wir früh dran waren.
Der Pfad dorthin ist schon ein großer Spaß, denn die Nacht davor hat es geregnet und anstatt zu wandern stapfen wir barfuß durch Matsch. Ist ja egal, denn der kleine See, in den der Wasserfall stürzt, lädt zum Baden (und Saubermachen) ein. Und während wir im Wasser plantschen, genießen wir die Aussicht nach oben: senkrechter Fels, oben wachsen Bäume und Farne, deren Wurzeln über das Gestein hängen und mittten über die Kante stürzt dieser fast schon perfekte ca. 2 Meter breite und mehr als 30 Meter hohe Wasserfall. „Paradiesisch“ trifft es mal wieder am besten. 🙌
DAS Highlight der Insel ist die Na Pali Coast im Norden Kauais. Wie schon erwähnt, ist es gerade unmöglich, an dieser Küste entlang zu wandern, da die Zufahrt versperrt ist. Allerdings gibt es ein paar Wege hoch oben auf die Grate der Na Pali - Bergrücken und somit finden wir uns am vierten Tag nach einem kleine Abstieg durch den Wald auf einem atemberaubenden Aussichtspunkt am Ende des Awa‘awapuhi Trails wieder. Wir kommen über einen schmalen Steig bis zu diesem Punkt, an drei Seiten um uns herum stürzt der Berg mehrere Hundert Meter in die Tiefe, vor uns das Meer, links und rechts von uns nur grüne, tiefe Schlucht bevor sich genauso steil auf jeder Seite der nächste Berg erhebt. Jetzt nur nicht ausrutschen, sonst landet man da unten. 😉 Der Blick ist unbeschreiblich!!! Wir sehen bis zum Talboden, durch den ein kleiner Fluss fließt, auf der anderen Seite ein Wasserfall, der so tief fällt, dass sich das Wasser im Laufe des Weges in feine Gischt auflöst. Hier waren wir auch mit dem Heli ein paar Tage zuvor, aber auch von Land aus ist die Aussicht unfassbar schön und die kleine Überwindung bis aufs Aussichtsplateau definitiv wert. Vor allem als kurz bevor wir zurück gehen ein kompletter Regenbogen unter uns erscheint! 😱😍
Ach Kauai, Du bist wunderschön!
Und ab morgen schauen wir dann, ob Maui mithalten kann 😬Lue lisää
Hawaii - Maui
19. huhtikuuta 2019, Yhdysvallat ⋅ ⛅ 26 °C
Liebe Grüße vom Flughafen Honolulu! 👋
Gerade sind wir hier angekommen und in drei Stunden geht es weiter nach Tokio. Was kann man da besseres tun, als die letzte Woche auf Maui Revue passieren zu lassen? 😉
Maui ist das Traumziel - vor allem für viele US-Amerikaner selbst. Wir haben uns während unserer Zeit auf Hawaii des Öfteren gedacht, dass viele Restaurants, Cafés oder Bars etwas angestaubt sind. Man könnte vieles individueller und moderner gestalten und auch die Qualität des Essens lässt oft ein bisschen zu Wünschen übrig. Bei den Hotels ähnlich: oft große Resorts oder Bettenburgen mit ein paar Jährchen auf dem Buckel.
Hippe oder „bessere“ Orte gibt es zwar, aber erstens nicht viele und zweitens sind die eh schon hohen Preise dort nochmal teurer. Und man muss sagen, der durchschnittliche Hawaii-Urlauber will das vielleicht auch gar nicht. Einkaufszentren, All Inclusive und Burger mit Pommes sind auch im Urlaub auf Maui für viele die Erfüllung (das ist natürlich eine rein subjektive Mutmaßung und nicht ganz ernst zu nehmen 😊).
Lange Rede kurzer Sinn: ab und zu denken wir uns schon, ob es das Hawaii-Paket mit Sonne, Palmenstrand und Meer nicht auch z.B. in Asien für ein Drittel des Geldes und in stylisch gibt.
ABER dann fährt man morgens auf Maui die Küste entlang, die Sonne geht hinter den Bergen auf, der rötliche Himmel ist mit Wolken getupft und alles spiegelt sich in den sanften Welles des Meeres wieder. Oder man liegt am Strand, der Wind bläst durch die Palmen und hinter einem steht plötzlich der (ungelogen und nicht übertrieben) farbintensivste Regenbogen der Welt am Himmel. Und alles hat dieses Besondere, das so schwer zu beschreiben ist und das es nur hier gibt. Auf Hawaii sind die Farben einfach intensiver, die Sonne scheint größer, das Grün grüner, das Türkis türkiser.
Ja, es gibt auch andere wunderschöne Orte auf dieser Welt, aber Hawaii ist Hawaii und einfach mit nichts sonst zu vergleichen! ❤️
Das merken wir in unserer Woche auf Maui einmal mehr ganz deutlich. Es ist noch mal viel Strand angesagt und was hier nicht fehlen darf: Schnorcheln! Unter Wasser ist einiges geboten: eine Menge bunter Fische zwischen Korallen und Riesenschildkröten! 😍 Wir kommen diesen sogar so nahe, dass Pit sie fast mit der Nase anstubsen kann. Die Strände Mauis sind vielfältig und jeder für sich ist wunderschön. Man kann von felsigen schwarzen Buchten bis zum weißen Sandstrand-Traum (auch direkt vor unserem Hotel) alles haben.
Aber auch abseits des Wassers schauen wir uns einiges an: auf der Road to Hana fahren wir fast einmal um die gesamte Insel. Bei unzähligen engen Haarnadelkurven und kleinen Brücken macht schon allein das Rumkurven auf einer der angeblich schönsten Straßen der Welt Spaß! Man kann an vielen Wasserfällen halten, Strände und Aussichtspunkte besuchen und Gärten und Lavahöhlen erkunden. Wahnsinn, wie vielfältig Maui ist: wir starten in der Stadt, fahren durch dichten grünen Regenwald und kommen am Ende bei weiter Steppe raus. Immer mit der Extraprise Meerblick. ☺️
Am Ende unseres Roadtrips stoppen wir noch bei Maui Wines und probieren den wahrscheinlich einzigen Ananas-Sekt der Welt. Sagen wir mal so: ein bisschen wie Ananasschorle. Da waren die anderen „normalen“ Weine von Maui Wines doch deutlich besser. 😬
Einmal heißt es auf Maui auch richtig früh aufstehen für uns. Um halb vier morgens machen wir uns auf den Weg hoch auf den Gipfel des Haleakala. Natürlich nicht zu Fuß, sondern mit dem Auto (wir sind schließlich in den USA 😉). Den Sonnenaufgang dort muss man gesehen haben! Nur den starken Wind, der einem bei Temperaturen um den Gefrierpunkt noch zusätzlich das Gesicht einfriert, hätt es nicht gebraucht.
Drei Wochen Hawaii gehen zu Ende und wir haben uns nochmal richtig klassischen Urlaub gegönnt. Schön und entspannt wars. Dann sind wir ja jetzt bestens ausgeruht für das verrückte Tokio. 👍😊Lue lisää

Matkaaja
I would like to see turtles in the sea😊 it’s always exciting to read about your trip and to see all these wonderful photos. Enjoy your stay in Japan.

Pit Hoffmann
Thank you. This turtle was amazing. It came to me when I snorkelled. It was so close that it almost touched me:) and then it stayed for a couple of minutes before swimming away. very special moment..
Der ganz normale Wahnsinn in Tokio - 1
22. huhtikuuta 2019, Japani ⋅ ☀️ 21 °C
Eine Woche in Tokio in einen Post zusammen zu fassen ist wie aus Herr der Ringe eine Kurzgeschichte zu machen. Wo anfangen??? 🙈
Man kennt viele Vorurteile und Geschichten über Japan im Allgemeinen und Tokio im Besonderen. Wir nehmen uns in dieser verrückten Stadt 7 Tage Zeit, um uns selbst ein Bild zu machen. Und nach dem beschaulichen Maui ist das tatsächlich ein ganz schönes Abenteuer. 😬
Unser Hotel liegt im Stadtteil Shinjuku, genauer gesagt in Tokios Rotlicht- und Ausgehviertel Kabukicho (es ist eines von vielen Ausgehvierteln dort). Und als wir ankommen, ist es abends, die Neonreklamen und Riesenbildschirme an den Hochhäusern machen die Nacht zum Tage und tausende Menschen sind auf den Beinen. Der Bahnhof von Shinjuku gilt als der verkehrsreichste Bahnhof der Welt. Angeblich steigen hier mehr als 3,6 MILLIONEN Menschen JEDEN Tag in oder aus einem Zug oder einer U-Bahn, es gibt 36 Gleise und mehr als 200 Ausgänge. Wenn man sich verläuft, heißt das schnell mal 30 Minuten Umweg. Dass wir dort nicht immer noch rumirren ist eigentlich ein Wunder, aber Dank Google Maps klappt es mit der Orientierung ganz zu unserem Stolz die Woche über sogar sehr gut. 😬
Reizüberflutet fallen wir am ersten Abend nur noch müde in unser Bett in unserem geräumigen *räusper* 11 Quadratmeter - Zimmer (da ist das Bad schon mit eingerechnet) - Tokioter Standardmaße für Hotelzimmer. 🙌
Bevor wir weiter erzählen, was wir so erleben, vielleicht ein paar allgemeine Dinge, die uns im Gedächtnis bleiben werden:
- die Japaner sind unglaublich zuvorkommend, höflich und freundlich. Man hat das Gefühl, ein ganzes Land hat einen Benimmkurs gemacht. Wir erleben so hilfsbereites Personal, egal ob im Hotel, in Restaurants oder bei Sehenswürdigkeiten, wie sonst fast nirgends auf der Welt. Man geht grundsätzlich respektvoll miteinander um und bemüht sich stets, niemanden um einen rum zu stören. Uns ist klar, dass wir als Touristen natürlich oft nur das Schöne an einem Ort sehen, aber trotzdem: von der ersten Minute an fühlen wir uns hier wohl, umsorgt und willkommen. Wir sind begeistert von den Japanern, die wir kennenlernen dürfen und von dieser positiven, aufmerksamen Grundstimmung. Wir würden uns wünschen, etwas davon nach Deutschland importieren zu können und nehmen uns vor, am besten bei unserem eigenen Benehmen anzufangen. Vielleicht steckt es andere ja genauso an, wie es uns gepackt hat.
- Tokio ist eng, bunt, laut und verrückt. Aber nicht überall. Wir erleben viele Ecken, in denen man problemlos gemütlich mit dem Radl oder als Fußgänger unterwegs sein kann und auch grün ist es Dank der vielen Parks immer mal wieder. Manchmal ist man einfach in einer ganz normalen Stadt.
- alles ist tatsächlich wahnsinnig zweckmäßig und organisiert. Das fängt bei den Armaturen im Bad an (und ja: alles was ihr über japanische Toiletten gehört habt, stimmt 🤣) und hört bei den vorgegebenen Fußwegen in der U-Bahn auf. Wir denken uns des Öfteren, warum so manche Idee noch nicht zu uns übernommen wurde. Detaillierte Beispiele können wir leider nicht nennen, denn die Sachen importieren wir jetzt nach Europa und werden reich und reisen nur noch. 😉
Los geht es für uns in Tokio dann erst mal mit einer Reise in die Höhe: wir fahren auf den Sky Tree und schauen von 450 Metern auf die Stadt herunter, die so groß ist, dass man bis zum Horizont nur Häuser sieht. Wir bekommen ein gutes Gefühl, wie weit sich Tokio erstreckt.
Im Nachbarviertel Asakusa bummeln wir danach durch die Gassen, bestellen mit Händen und Füßen unser erstes richtiges japanisches Essen (wir bekommen tatsächlich das, was wir möchten 😉) und besuchen den buddhistischen Senso-Ji-Tempel.
Leider fallen ja unsere Souvenirs der Reise sehr spärlich aus. Es passt einfach nicht alles, was man in sieben Monaten gerne kaufen würde, in unsere Rucksäcke. Aber wir erfüllen uns in Tokio einen Wunsch und kaufen uns ebenfalls in Asakusa in einem kleinen engen Laden gute japanische Messer. Jetzt kann Zuhause wie beim Profi geschnippelt werden! Wir könnten hier im Viertel auch noch passend dazu täuschend echt aussehende Plastik-Repliken von Essen kaufen, können uns aber dann gerade so zurückhalten. 😬
Nach der ganzen Rumlauferei schlägt dann der Jetlag zu und wir müssen zu unserer Schande gestehen: für mehr als noch ein bisschen Spazieren durch den Ueno-Park hat’s am ersten Tag dann nicht mehr gereicht. Müde fallen wir früh ins Bett.
Fit für neue Abenteuer wagen wir am nächsten Tag eine Fahrt in der U-Bahn zur Rush Hour. Und es ist so, wie man sich das vorstellt: alle stellen sich zwar brav an wenn der Zug einfährt und jeder lässt auch erst alle Leute aussteigen. Aber dann gibt’s kein Halten mehr. Alle wollen rein, alle drücken und quetschen und mit Hilfe des Bahnpersonals von außen kommen dann auch alle rein. 🙈 In der U-Bahn muss man keine Angst haben, umzufallen - man ist sicher eingeklemmt zwischen den Leuten. Was total furchtbar klingt, ist allerdings besser zu ertragen als so manche U-Bahnfahrt in München, denn die Leute sind diszipliniert und es wird nicht gesprochen, nicht gegessen und die Anweisung, das Handy lautlos zu stellen, von allen befolgt. Man könnte eine Stecknadel fallen hören.
Lauter geht’s danach im Manga-/Technik-Viertel Akihabra zu. Leider sind wir unter Tags hier und erleben nicht die ganzen 180% bunt, aber das macht nichts: 3 Stunden in einem der größten Technikkaufhäuser der Welt, extrem gehaltvolle Ramen und viele Manga-Mädchen lassen uns erahnen, wie es hier nach Sonnenuntergang zugeht. Außerdem wagen wir uns immer mal wieder in die riesigen Gaming Arcades, also Tempel für Automatenspieler jeder Art. Egal ob Teddybären angeln, Egoshooter, Trommeln oder Autorennen - hier gibt’s alles und Hauptsache, es ist bunt und unfassbar laut. Manchmal stehen auch einfach hunderte „Kaugummiautomaten“ nebeneinander. Wer kauft denn dieses ganze Zeug??? 😂
Und der Tag hält noch ein Highlight für uns bereit: das 🙌 Robot Restaurant!!! Wir erwarten die totale Reizüberflutung und bekommen mehr als das! Das Ganze ist eine absolute Touristen-Sache, aber es ist wahrscheinlich das Verrückteste, was wir je erlebt haben. Schon die Pre-Show ist fast zu viel für die Sinne. In einem Raum voller bunter Blinkelichter macht eine Roboter-Band (verkleidete Menschen) ohrenbetäubende Partymusik, dazu tanzen hübsche Japanerinnen in knappen Pailletten-Kostümen, die von Geisha bis Samurai alles an japanischer Kultur durch den Kakao ziehen, was man sich vorstellen kann. Die Stimmung ist schon jetzt prächtig und das Hirn kommt mit Verarbeiten gar nicht mehr hinterher. 😂 Bei der echten Show danach lassen wir uns von überdimensionalen Robotern, Tänzern, Lasern, Musik und Knalleffekten nur noch mitreißen und kommen aus dem hysterischen Lachen gar nicht mehr heraus. Wir haben uns selten so sinnlos und gut unterhalten gefühlt, wie an diesem Abend. Das Ganze ist so schwer zu beschreiben, dass wir nur empfehlen können sich mal ein zwei Videos auf YouTube zum Robot Restaurant anzusehen. Oder Ihr geht auf Facebook, Pit hat dort auch ein Hammer Video gepostet. 👍
Nach all dem künstlichen Neon-Tokio wird es am nächsten Tag Zeit, sich mal die echte Stadt anzusehen. Bei einer Walking Tour rund um den Meiji-Schrein erfahren wir viel über die religiösen Traditionen der Japaner, wie sich das Land im 19. Jahrhundert dem Westen öffnete und wie man im Shinto-Schrein einen Wunsch korrekt an die Götter äußert. Bei vielen geschichtlichen und Glaubensthemen zeigt sich wieder der Pragmatismus der Japaner: man pickt sich hier z.B. aus einigen Religionen einfach das Beste heraus. Heiraten in einer Kirche, Trauern im buddhistischen Tempel, Wünsche äußern im Shinto-Schrein und wenn sie nicht in Erfüllung gehen, dann einfach den Schrein wechseln 😬. Und an Weihnachten gibt es eigentlich nur eine Tradition: man geht zu KFC - denn das kommt dem Truthahn noch am nächsten.
Nach so viel Geschichte erleben wir im Szeneviertel Harajuku wieder das zeitgenössische Tokio. Hier also kaufen diese ganzen Manga-Mädels ihre Schulmädchen-Röcke und kleiden sich die Hippster der Stadt mit teuren Sneakers und der aktuellsten Mode ein. In den kleinen Gassen bummeln wir zwischen Designershops und essen super Gyoza. 😍
Aber dann müssen wir auch schon wieder zurück nach Shinjuku. Heute steht nämlich noch eine Ausgehtour auf dem Programm.
Oh verdammt... wir haben ja schon einen riesigen Text geschrieben! Weiter geht’s mit Tokio im nächsten Post. 😅Lue lisää
Der ganz normale Wahnsinn in Tokio - 2
26. huhtikuuta 2019, Japani ⋅ 🌧 10 °C
Wir machen uns also auf ins Tokyoter Nachtleben! Und weil wir das richtig erleben wollen, buchen wir über Airbnb eine ganze Ausgehtour mit der fabelhaften Kyoko, einer jungen sympathischen Japanerin und - wie sich rausstellen wird - einem Glücksgriff als Guide. In einer kleinen internationalen Gruppe (der
lustigerweise auch Evis Kollege Philipp mit seiner Freundin angehört. Danke nochmal für den spaßigen Abend!) starten wir in einem traditionellen japanischen Pub, einem Izakaya. Dort probieren wir uns durch mehrere kleine Gerichte und Kyoko erklärt uns viel zum Essen und zur japanischen Trinkkultur, die wir - klar - auch gleich kennenlernen. 😬
Danach geht’s zu Fuß weiter und wir erkunden mit Kyoko das Kellergeschoss eines Tokioter Kaufhauses. Hier gibt’s Nahrungsmittel in hervorragender Qualität und sie erklärt uns alles von der 80 Euro - Melone (kaufen hauptsächlich Chinesen) bis zum Kugelfisch-Sashimi.
So riiichtig interessant wird’s dann in Kabukicho, dem Rotlichtbezirk Tokios. Da wir ja hier unser Hotel haben (das hört sich jetzt viel schmuddeliger an als es in Wirklichkeit ist 😉) kennen wir die Straßen schon, aber mit Guide erfahren wir so viel mehr. Zum Beispiel, dass es für die Mädels hier offizielle Rankings gibt, die überlebensgroß auf riesen Displays von den Häuserwänden leuchten. Damen buchen sich hier übrigens ganz selbstverständlich männliche Hosts und diese wiederum stehen nach Dienstschluss auch den japanischen Prostituierten zur Verfügung. Auch dieses Angebot an Männern lacht uns verführerisch von riesigen Werbetafeln entgegen. Wir dachten bis dahin noch, es handelt sich dabei vielleicht um Boy Bands. 🙈😂 Eine verrückte Gegend!
Danach führt uns Kyoko durch eine besondere Gasse, die Omoide Yokocho, auch „Piss Alley“ genannt. In dieser engen Straße reiht sich eine kleine Kneipe neben der nächsten. Alles ist zur Straße hin offen und meistens gibt es nur um die 10 Plätze an einem Tresen, hinter dem kleine Spieße mit Fleisch, Innereien oder Gemüse über offener Glut gebraten werden. Der Rauch von Hunderten kleinen Grills wabert durch die Luft und zwischen Einheimischen im Anzug, die hier ihr Feierabendbier trinken, mischen sich neugierige Touristen. Wir kommen an einem anderen Tag noch einmal hierher und genießen ein ganz ursprüngliches Abendessen mit Bier, Highballs (ähnlich Whisky Soda) und leckeren Spießchen. Vor uns steht ein großes Glas mit in Schnaps eingelegten Wespen. Ja, wir sind in einer völlig anderen Welt. Es macht mega Spaß! 😬
Aber zurück zum Abend mit Kyoko. Als letzte Station besuchen wir mit ihr den Golden Gai - Distrikt. Das sind vier kleine Gassen mit Bars im Miniformat auf zwei Ebenen. Ein Paradies zum Ausgehen. Wir landen in einem Raum von ca. 12 Quadratmetern (man muss durch ein Loch im Tresen steigen um z.B. aufs winzige Klo zu kommen 😂), über und über von kleinen Grußbotschaften anderer Gäste übersät und mit dem wahrscheinlich einzigen buddhistischen Mönch als Barkeeper.
Als wir danach denken, verrückter geht’s nicht, haben wir das Glück, dass Kyoko noch privat mit uns weiter zieht. Nach einem kleinen Ausflug zum Shinto-Schrein hier im Rotlichtbezirk (am großen Holzpenis über dem Schrein erkennt man auch gleich, was sich die Leute hier wünschen 🙈), gehen wir nochmal in eine dieser mega lauten Automaten-Spielhöllen, machen lustige Fotos und laden Kyoko auf einen Snack ein. Was hatten wir für ein Glück, sie als Guide erwischt zu haben!!!
Einen Tag später steht dann wieder Kultur auf dem Programm. Wir besuchen das Digital Arts Museum. Was für ein toller Ort! Große abgedunkelte Hallen werden mit teilweise interaktiven Lichtinstallationen bzw. Animation zu riesigen Kunstwerken. Untermalt mit passender Musik und Soundeffekten ergibt sich ein unvergleichliches dreidimensionales Erlebnis. Dabei kann man einige der Werke sogar selbst mitgestalten und wird sozusagen selbst zum Künstler. So wandern wir z.B. durch einen Wald aus LED-Kristallstäben, die wir über eine App selbst in verschiedenen Mustern leuchten lassen. Oder wir füllen ein digitales raumhohes Aquarium mit eigenen Fischen, die wir malen und die dann eingescant und projiziert durch den Raum schweben. Einziger Wermutstropfen: es sind zu viele Leute im Museum, die vor allem alle auf der Jagd nach dem besten Instagrambild sind anstatt einfach die Eindrücke zu genießen. Aber wir sind trotzdem nachhaltig beeindruckt. ☺️
Da das Digital Arts Museum in einem modernen Viertel Tokios liegt, bleiben wir noch ein bisschen, fahren sogar Riesenrad und besuchen die Konkurrenz in der Toyota-Welt. 😬
Am nächsten Morgen machen wir uns dann zur nächsten Tour mit Guide auf. Es geht über den
Tsukiji Fish Market. Bis Oktober letzten Jahres wurde hier ab den frühen Morgenstunden die Ware an Händler versteigert, es war der Ort an dem sowohl die Profis als auch die Touristen ganz auf ihre Kosten gekommen sind was Fisch und Meeresfrüchte angeht. Allerdings ist der Profi-Fischmarkt seit einem halben Jahr in ein neues, steriles Gebäude, ein paar Kilometer vom alten Standort entfernt, ausgelagert worden. Wir sehen also nur noch den Teil für den Endverbraucher, aber das macht gar nichts. Verteilt auf mehrere kleine Straßen finden wir Hunderte hervorragende Lebensmittelgeschäft und Essensstände nebeneinander. Es gibt natürlich Fisch und Meeresfrüchte, aber auch Fleisch, Obst, Tee und Süßes. Wir probieren Seetang, getrocknete Snacks, grünen Tee, Suppe, Bohnen und das wahrscheinlich beste Thunfisch-Sashimi der Welt. 😍 Auch nach der Tour bleiben wir noch ein paar Stunden hier und snacken uns durch die Stände.
Eigentlich ein Wunder, dass wir abends noch Hunger haben... Da wartet nämlich eine Reservierung im Kill Bill Restaurant Gonpachi auf uns. Die erste Szene des Films wurde hier gedreht und Essen wie auch Atmosphäre sind wirklich cool. 👍
Für unseren letzten Tag in Tokio haben wir uns das berühmteste Viertel aufgehoben: Shibuya. Die Leuchtreklamen und überfüllten Straßen können uns nicht mehr schocken, daran haben wir uns schon ein bisschen gewöhnt. Aber Shibuya ist wohl DAS Shopping-Paradies und z.B. im Shibuya 109 bekommen Mädels auf 10 Stockwerken alles was das japanische Modeherz begehrt. 😍
Damit der Tag auch noch was für Pit zu bieten hat, gehen wir danach in die Virtual Reality World. 😉 An verschiedenen Stationen tauchen wir in virtuelle Welten ein, fliegen auf Teppichen, kämpfen gegen Monster, machen Bungeesprünge und Achterbahnfahrten und amüsieren uns ganz hervorragend in diesem Spielplatz für Erwachsene. Wahnsinn, was alles mit Virtual Reality möglich ist. Was wohl in 10
Jahren hier geboten sein wird?
Abends beobachten wir die berühmte Shibuya-Kreuzung, die angeblich geschäftigste Kreuzung der Welt. Zu Stoßzeiten überqueren hier 3000 Menschen die Straßen - und das bei jeder Ampelschaltung! 😅
Danach geht es dann noch einmal ins Nachtleben. Wir haben wieder eine Tour gebucht und wollen mal sehen, was man abends so in Shibuya treibt. Wir starten auch hier in einem traditionellen Izakaya, bevor wir dann in einem richtig coolen Indoor-Streetfood-Markt unter anderem super leckeres Wagyubeef-Sushi probieren und weitere Drinks bestellen. Den Ort hätten wir wohl ohne unseren Guide nicht gefunden.
An dieser Tour gibt’s eigentlich nicht viel auszusetzen... wenn da nicht ein paar andere Teilnehmer wären. Jens aus dem Osten Deutschlands brüllt die halbe Bar nieder und repräsentiert auch sonst eher den unangenehmen Deutschen, zwei Jungs aus Niederbayern halten bei Jens‘ Lautstärke ordentlich mit und vergleichen wirklich alles mit daheim („you know at home we call it ‚Roßwurscht‘“). Nicht falsch verstehen: jeder hat so seine liebenswerten Eigenheiten und andere Länder andere Sitten, aber wenn einen schon die zurückhaltenden Japaner schief ansehen, weil in ohrenbetäubender Lautstärke viel dummes Zeug geredet wird, dann ist leider eine große Portion Fremdschämen angesagt. Gut, dass wir viele Drinks probieren - da ist einem das alles gleich ein bisschen mehr egal. 😬
Tokio, Du warst ganz wundervoll und wir wollen Dich und Deine Menschen eigentlich gar nicht verlassen. Aber morgen geht’s auf in die Japanischen Alpen! 😊Lue lisää
Golden Week in Hakuba
1. toukokuuta 2019, Japani ⋅ 🌧 10 °C
Zwischen unseren Stops in Tokio und Kyoto wollen wir auch die Berge Japans anschauen und mal ein bisschen Natur tanken. Es gibt hier viele wunderschöne Orte auf dem Land, die wie Japan aus dem Bilderbuch aussehen. 🙌
Aber es gibt hier auch die Golden Week - eine Reihe nationaler Feiertage Ende April, Anfang Mai, die diese Woche zu einer der beliebtesten Reisezeiten des Landes machen. Das heißt im Klartext: die Preise steigen teilweise immens, beliebte Orte oder Sehenswürdigkeiten sind oft restlos überfüllt oder wegen der Feiertage ganz geschlossen. Wegen der Abdankung bzw. Krönung des Kaisers gibt es dieses Jahr sogar eine „Super Golden Week“: 10 Tage am Stück hat ganz Japan frei. Und alle drehen deswegen ein bisschen durch. 😅
Wir entscheiden uns daher für einen der wenigen eher ruhigen Orte. In Hakuba, in der Nähe von Nagano ist momentan Zwischensaison und man hat gute Chancen, die Natur zu erleben, ohne dabei arm oder zertreten zu werden.
In Hakuba ist um diese Zeit des Jahres eigentlich alles möglich. In den hohen Lagen kann man mit etwas Glück noch Skifahren, es gibt einige Wandergebiete in der Nähe, Sehenswürdigkeiten, heiße Quellen und sogar das Meer - alles von hier aus zu erreichen.
Wir haben schon mal Glück, dass bei unserer Ankunft die Kirschbäume noch blühen. Als eine der letzten Gegenden kann man hier dieses Jahr und um diese Zeit das Spektakel noch erleben. Mal mehr mal weniger stark, aber immer schön.
Ansonsten ist das Wetter leider etwas durchwachsen und an einem Tag gibt es bei sogar nur 5 Grad ordentlich Regen. Bäh!
Gut, dass wir mit dem Bed&Breakfast Santana ein kleines Juwel in den Wäldern rund um Hakuba gefunden haben. In dieser gemütlichen Unterkunft im Chalet-Stil mit knisterndem Feuer, viel Holz und liebenswerten Gastgebern finden wir die Ruhe, die nach Tokio nötig war. Hier lässt sich so ein regnerischer Tag gut aushalten.
Von unserer Unterkunft aus brauchen wir auch nur 10 Minuten zu Fuß zum Skilift. Und ja: wir holen nochmal zwei Tage Winter nach und wagen uns auf die Piste. Der Schnee ist schwer und nicht der beste und einmal beendet ein Sturm unseren Skitag bereits mittags, aber es war ein großer Spaß. 👍 Und wer sich jetzt fragt, wie japanische Skigebiete so sind im Vergleich zu europäischen, dem können wir eine ganz einfache Antwort geben: es ist alles bis auf das Essen mittags genau gleich. 😂
Zum Wandern war das Wetter dieser Tage eher nichts, trotzdem machen wir ein paar Ausflüge. In Togakushi schauen wir uns einen alten Shinto-Schrein in den Bergen an und werden mal wieder gute Wünsche los. Ein wunderschöner Ort... leider etwas viele Leute, so dass wir eine gute Stunde in der „Wunschschlange“ stehen. 😉 Aber die Berge, die riesigen Zedern-Alleen und die mystische Stimmung hier lenken unsere Wahrnehmung weg von den Leuten um uns herum.
Nach diesem eher spirituellen Programmpunkt geht’s ins Ninja-Museum und ins Ninja-Fun House. 😅 Über Geheimtüren, schiefe Räume und versteckte Treppen muss man sich hier seinen Weg nach außen ninjagleich erschleichen. Wir haben bestanden. 😉
In Nagano besuchen wir den Zenko-ji Tempel, den bisher größten und auch schönsten buddhistischen Tempel auf unserer Tour. Die Gebäude und die Gärten entführen uns in eine ganz andere Welt und wir lasen uns einfach treiben. Bei den Händlern rund um das Areal erstehen wir dann noch edle Essstäbchen, damit wir auch in Zukunft zuhause stilecht unser Sushi genießen können.
Auch nach Matsumoto fahren wir einen Tag. Die berühmte Burg dort ist eine der ältesten und größten in ganz Japan. Leider lässt uns das Wetter hier buchstäblich im Regen stehen. Aber was soll’s, dagegen können wir wenig ausrichten. Die Fahrt nach Matsumoto durch Japans Alpen war schön und die Burg auch bei grauem Himmel ein toller Anblick.
Oh, der Ofen in unserer Unterkunft wird gerade angeheizt. Wir sind dann mal auf der Couch und lassen den letzten Abend hier gemütlich ausklingen. 👋😬Lue lisää
Kyoto - ganz viel Tradition
5. toukokuuta 2019, Japani ⋅ ☀️ 24 °C
In Tokio haben wir das verrückte neonbunte Japan kennengelernt, in Hakuba die schöne Natur bewundert und als letztes besuchen wir das kulturelle Zentrum des Landes: Kyoto.
Mit vier verschiedenen Zügen sind wir quer durch die japanischen Alpen unterwegs. Dabei zahlt sich das überall spürbare Streben nach Perfektion aus: alle Züge pünktlich, kaum Wege beim Umsteigen, alles bestens organisiert. Ohne Stress kommen wir in Kyoto an. 👍
Was uns gleich auffällt: alles viel beschaulicher. Zwar sind die Straßen wegen der Golden Week immer noch voll, aber die Stadt an sich ist überschaubar, hat wenige große Hochhäuser und jeder Winkel ist blitzsauber. Schon auf dem Weg vom Bahnhof zum Hotel gehen wir an einigen großen Tempeln und Schreinen, sowie coolen Geschäften und vielen Galerien vorbei. Das macht Lust auf mehr!
Gleich am ersten Abend machen wir eine Foodie-Tour, also eine Stadtführung rund um das lokale Essen. In einer kleinen Gruppe geht es auf den berühmten Nishiki Markt, einer langen überdachten Straße, in der sich ein Delikatessengeschäft neben das nächste reiht. Wir probieren uns durch verschiedene Spezialitäten, bekommen von unserem Guide viele Details erklärt und merken uns gleich mal, zu welchen Ständen wir wieder zurückkehren wollen. Eines vorab: in einem kleinen Imbiss gibt es hier die wahrscheinlich besten Wagyu-Beef-Spießchen der Welt. Das wird auch die nächsten Tage unser Anlaufpunkt. 😬
Nach dem Markt kehren wir in drei Lokale ein und jedesmal gibt es eine tolle Auswahl an Gerichten, lokale Getränke und viele Infos. Außerdem spazieren wir durch den Ausgehdistrikt Kyotos, rund um die berühmte Ponto Cho - Gasse. In Tokio gibt es nur noch wenige kleine enge Gassen, voller Bars und coolen Geschäften. Kyoto dagegen besteht im Zentrum größtenteils aus verwinkelten Straßen, Restaurants, Pubs und stylischen Shops. Es macht großen Spaß, hier zu sein. 😊
Neben dem Essen und dem Nachtleben kann man in Kyoto unfassbar viele Tempel, Schreine, Schlösser und sonstige historische Städten besuchen. Wir nehmen uns am zweiten Tag morgens den buddhistischen Tempel Kinkaku-ji am nordwestlichen Stadtrand vor. Er gilt mit seiner mit 25 Kilo Blattgold verzierten Fassade und den wunderschönen Gartenanlagen als einer der prächtigsten und schönsten Tempel Japans.
Auch wir sind von seinem Anblick begeistert. 😍 Mit uns allerdings auch Hunderte anderer Touristen. Schon der Weg mit dem Bus ist ein einziges Gequetsche wie zur Tokioter Rush Hour. Tja, es ist eben immer noch Golden Week. Aber das macht nichts: der Tempel war es wert.
Nachmittags nehmen wir dann an einer Free Walking Tour teil. Eine junge Dame aus Kyoto führt uns durch die Altstadt, angefangen vom Geisha-Dirstrikt Gion, weiter die kleinen Gassen den Berg hoch zum Hokanji-Tempel mit seinem berühmten Pagodenturm bis zum Gelände des Yasaka-Schreins. Leider ist unsere Gruppe viel zu groß und die Sonne brennt vom Himmel. Aber wir erfahren viel über die Geishas Kyotos (die Stadt ist nämlich der Ursprung dieser Kultur), lernen noch einmal einiges über den Shintoismus und bestaunen die alten Straßen Kyotos mit ihren traditionellen japanischen Holzhäusern.
Am nächsten Tag kommen wir noch einmal hierher: am Vormittag ganz ohne Tour und Touristenmassen. Es ist wunderschön und es ist genauso wie man sich traditionelles Japan vorstellt. Dass sich hier viele Mädels und einige Paare für ein gutes Foto in traditionelle japanische Kleidung werfen, macht das Stadtbild perfekt! ☺️
Am Nachmittag geht es dann mit dem Zug nach Nara. Der kleine Ort zwischen Kyoto und Osaka hat neben noch mehr Tempeln und Schreinen eine ganz besondere Attraktion zu bieten: wild in der Stadt lebende Hirsche. 😂 Mitten in einem Park liegen sie auf der Wiese, lassen sich streicheln und füttern (wobei sie meistens satt sind) und die Unmengen an posierenden Touristen über sich ergehen. Sowas sieht man auch nicht alle Tage!
Ganz in der Frühe brechen wir auch zum Tenryu-ji - Tempel und dem daneben gelegenen Bambuswald auf. Und das war auch gut so, denn schon 30 Minuten nach uns schieben sich schon wieder die Besucherströme durch das Weltkulturerbe. Schön, dass wir noch die Stille des edlen japanischen Gartens und den beeindruckenden Weg durch die hohen Bambusstängel in Ruhe genießen konnten.
Genau aus diesem Grund buchen wir uns für eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Kyotos auch eine etwas andere Tour. Wir besuchen an unserem letzten Tag in der Stadt die Fushimi Inari Schreine, bekannt durch die tausenden roten Tori-Tore, die die Wege säumen. Dank einer Empfehlung finden wir eine geführte Wanderung zu diesem Heiligtum, die uns über unbekannte Pfade quasi durch die Hintertür dorthin bringt. Ohne all die Touristen und Instagram-Mädels wandern wir durch die Wälder rund um Kyoto, besuchen etwas abgelegene Schreine und erreichen die Torigates vor den Massen. Perfekt! 😬 Beeindruckend, wie man hier von Schrein zu Schrein wandern kann, immer durch die langen Galerien aus gespendeten Toren hindurch.
Zum Abschluss unserer Zeit in Japan gönnen wir uns eine Nacht im Ryokan Izuyasu. Ein Highlight der Reise! ❤️ Ein Ryokan ist ein traditionelles japanisches Gasthaus bzw. eine Pension. Als wir das Izuyasu betreten, tauchen wir augenblicklich in eine andere Welt ein. Unser Zimmer besteht aus einem Essplatz und einem Schlafzimmer mit perfekten Matratzen auf Tatami-Matten. Außerdem haben wir eine schöne Sitzgelegenheit mit Blick auf einen kleinen Zen-Garten. Dieser Ort strahlt eine immense Ruhe aus, die sofort auf uns übergeht. Man bewegt sich langsamer, geht leiser und spricht gedämpft. Das tut gut! Auf uns warten schon die traditionellen Yukatas, also kimonoähnliche Mäntel, die man hier trägt. Wir gönnen uns ein traditionelles Bad und werfen uns dann in Schale. Bequem und edel fühlen sich die Yukatas an. Nach ein bisschen Meditation und einem Nickerchen geht es dann zum Abendessen. Es sind nur vier weitere Gäste in unserem Ryokan und wir sitzen an einem Tresen, hinter dem der Inhaber des Hauses und gleichzeitig Koch ein unvergleichliches traditionelles Kaiseki-Dinner zubereitet. Es gibt sieben Gänge saisonaler und regionaler Spezialitäten: Sashimi, Pickles, Reis, Ente, Gemüse, Suppe, Nachspeisen - alles zum Niederknien und präsentiert wie Kunstwerke! Es ist japanische Küche in Perfektion, die sich beim traditionellen Frühstück - diesmal in unserem Zimmer serviert - fortsetzt. Ein krönender Abschluss unserer Zeit in diesem herrlichen Land.
Wir werden die Stunden im Ryokan so schnell nicht vergessen. Selten, oder vielleicht noch nie haben wir so eine beruhigende, luxuriöse und doch zurückhaltende Unterkunft besucht und so ein perfektes, gleichzeitig modernes und traditionelles Abendessen genossen. 🙌
Das war noch einmal Japan in Reinstform. Wir steigen fast beseelt in den Shinkansen, der uns für unsere letzte Sabbatical-Nacht zurück nach Tokio bringt. ☺️Lue lisää
Wieder daheim... Evis Fazit
12. toukokuuta 2019, Saksa ⋅ 🌧 4 °C
Da sind wir also wieder... zurück in München, in der Wohnung. Alle Lieben ganz nah, alle Verpflichtungen ebenfalls. Wobei die noch ein paar Tage warten dürfen. ☺️
Irgendwie ist das Heimkommen seltsam. Man erwartet vorab klar definierte Gefühle: große Wiedersehensfreude oder auch Trauer, dass es vorbei ist oder Angst vor dem Alltag. Es ist zum Sabbatical-Ende definitiv von allem etwas dabei, was bei mir schon zu einem kleinen Gefühlschaos führt. Gleichzeitig ist da eine gewisse Leere, die schwer zu erklären ist. Gerade an den ersten Tagen des Zurückkommens. So als würde sich der Körper noch Abschotten von der Normalität und jede größere Gefühlsregung einfach gar nicht erst zulassen. Das tut zum Einen gut (noch bissl in der Sabbatical-Blase bleiben), zum Anderen ist es auch ein unbekannter und etwas verstörender Zustand.
Die Zeit auf Reisen war zwar voller Erlebnisse, aber gleichzeitig haben wir den Luxus genossen, nur eine ganz kurze Liste an Todos zu haben. Oft drehte sich ein Tag einfach darum: wo geht es hin, wo schlafen wir und was gibt es zu Essen? Das Beste daran: alles war herrlich selbstbestimmt. Keine Arbeit, keine Verpflichtungen, keine anderen Menschen, die einen fremdsteuern. Dass das nicht das normale Leben darstellt, ist klar, aber es war extrem wohltuend, sich aus dem üblichen Hamsterrad zu verabschieden.
Dieser Zustand gibt einem endlich einmal den Raum, sich mit sich und seinen Bedürfnissen zu beschäftigen. Oft geht das ja im Alltag unter.
Mir hat die Sabbatical-Zeit einige Einsichten beschert, von denen ich zuvor zwar schon etwas geahnt habe, die aber erst jetzt klarer wurden. Vieles davon empfinde ich als sehr privat und sehr persönlich - ein kleines Schatzkästchen an Erkenntnissen, die ich als Kompass durch das „normale“ Leben benutzen möchte. Wertvolle Erinnerungen, Ziele für die Zukunft und erneuerte Werte, die ich mir immer wieder bewusst machen will.
Aber es gibt auch weniger private Einsichten, die mich nachhaltig beschäftigen.
Zum Beispiel hat mir die Reise gezeigt, dass es in dieser Welt unfassbar viele liebe Menschen gibt, die am Ende alle das gleiche wollen: Zufriedenheit und ein glückliches Leben. Wir hören aus vielen Ländern immer nur Schlechtes, machen uns aber viel zu wenig bewusst, dass überall Leute leben, mit denen wir die selben Bedürfnisse und Wünsche teilen. Egal wo wir herkommen und welche Sprache wir sprechen.
Es tat gut, so lange Gast in fremden Ländern zu sein. Man ist auf das Wohlwollen Anderer angewiesen und in manchen Situationen dem guten Willen Anderer regelrecht ausgeliefert und dieser Zustand macht durchaus ein bisschen demütig. Wie schön, dass wir diese Gutmütigkeit von so vielen Fremden auf der Reise aber immer wieder erleben durften. Das gibt den Glauben an das Gute in den Menschen zurück und ich verstehe das durchaus als Ansporn, auch selbst wieder mehr auf andere zuzugehen und nicht nur auf den eigenen Vorteil aus zu sein.
Es ist außerdem erstaunlich, wie wenig materielle Dinge man eigentlich braucht. Wir umgeben uns oft mit so vielen unnützen Sachen, die sich beim Kauf vielleicht für kurze Zeit wertvoll anfühlen, die aber langfristig keine Erfüllung darstellen. Rückblickend sind die nachhaltigsten positiven Erinnerungen der Reise mit Natur, Menschen und der zur Verfügung stehenden vielen Zeit verbunden. Diese Einsicht setzt sich bis ins Berufsleben fort: wie unwichtig einem auf einmal Gehaltsstufen, Karrieresprünge und alle sonstigen oberflächlichen Eitelkeiten erscheinen.
Ich glaube, ich weiß jetzt ein bisschen mehr, was mich wirklich glücklich macht und das fühlt sich hervorragend an.
Wem das jetzt alles ein bisschen pathetisch klingt, dem kann ich nur sagen: keine Angst, wir schweben nicht in anderen Sphären. 😉 Ganz im Gegenteil: wir sind wahrscheinlich deutlich geerdeter und gelassener als wir es vor der Reise waren. Das hoffe ich, ganz lang bewahren zu können. 😊
Mit einer Rangliste „Wo war‘s am Schönsten?“ kann ich leider nicht dienen. Wer ein bisschen unseren Blog verfolgt hat, der weiß, wie vielfältig unsere Reise war und dass wir das Privileg hatten, ganz ganz viele tolle Dinge zu erleben. Dabei haben wir auch oft gemerkt, wie schön wir es eigentlich in der Heimat haben. Das fängt bei der besten Familie der Welt und tollen Freunden an und hört bei unserer wunderschönen Natur und dem einzigartigen deutschen Brot auf. Auch so etwas, für das es sich lohnt, gewohnte Bahnen zu verlassen.
Apropos Privileg: dass Pit und ich uns in den sieben Monaten noch einmal in einer ganz anderen Qualität kennenlernen durften und dass das noch dazu hervorragend geklappt hat, ist eine der besten Sachen am Sabbatical. Ich finde, es ist nochmal schöner als davor geworden und so schnell kann uns am anderen nichts mehr überraschen. Danke Pit, dass wir so eine harmonische Reise hatten und Du mich mit allen meinen Eigenheiten so gut aushalten kannst. Ich liebe Dich ❤️
Wie sagt man so schön in Bayern: aus is‘, und gar is‘ und schad is‘ dass‘ wahr is. 😬
Ja, das Sabbatical ist vorbei, aber nehmen kann es uns keiner mehr und aus allen Eindrücken und Erlebnissen sind ein paar wunderbare Ideen entstanden. Ganz kleine für den Alltag und größere, die vielleicht in Zukunft unser Leben noch ein bisschen besser machen werden.
Auch wenn’s vielleicht jetzt „schad“ ist, ich freu mich wahnsinnig drauf, was wir draus machen werden!Lue lisää

MatkaajaNa toll........ eine Flut an Tränen....... da kam sie jetzt doch! Danke dass ich an eurer Reise und den so persönlichen Gedanken hier teilhaben durfte ❤️ Schön dass ihr endlich wieder da seid - ich hab eich sehr vermisst

Ja, dein Fazit gefällt mir sehr gut. Dann wünsche ich alles Gute für die Zukunft. Gilles

Mir auch! Danke für die vielen tollen Berichte und Fotos. Schön, dass ihr wieder da seid und ich habe mich immer schon auf den neuesten Bericht lesen im Bus zur Arbeit gefreut. Nun kommt erst mal an und dann würden sich Marzena, Tomas und ich sehr freuen unser nettes Spanisch Abschiedsessen als Willkommen zurück Essen nochmal zu machen. Ja, wir sind wieder bei Tomas gelandet, ich muss ja noch viel lernen vor meiner Reise. Viele liebe Grüße! Natascha
Pits Fazit nach 7-monatiger Weltreise
13. toukokuuta 2019, Saksa ⋅ ⛅ 9 °C
Was soll ich sagen, wir sind vor 5 Tagen zurück in München angekommen, und es ist ein richtig seltsames Gefühl wieder in der Heimat zu sein.
Gefüllt mit einem Haufen neuer Erinnerungen, Erfahrungen und Eindrücken, und trotzdem ist der Kopf total leer.
Es ist sehr schwer zu beschreiben und trotzdem kennt es jeder welcher für eine längere Zeit gereist ist. Ich bin überrascht, dass sich, bis auf paar verdrückte Tränen beim Anflug auf den Münchener Flughafen, das Gefühlschaos noch einigermaßen in Grenzen hält.
In den ersten Tagen treffen wir Freunde und Familie und es werden Fragen gestellt wie: „Seid ihr gut erholt?“, „Was war das schönste Ziel?“ oder „Wie ist es wieder hier zu sein?“. Alle Fragen sind recht schwer zu beantworten. Zum einen sind wir erholt, auf der anderen Seite war die Reise natürlich auch anstrengend. Es ist einfach ein großer Unterschied einen Urlaub zu verbringen oder Langzeitreisender zu sein.
Auch die Frage nach dem schönsten Ziel ist sehr schwer zu beantworten. Jeder der unseren Blog mitverfolgt hat weiß, wie begeistert wir von der überwältigenden Freundlichkeit der Menschen, der atemberaubende Natur und der tollen regionalen Küche waren. Trotzdem versuche ich mal die Highlights zu erwähnen, auch wenn es absolut nicht vollständig ist.
Das Erste Highlight war gleich am Anfang. Mexiko ist einfach ein tolles Reiseland. Es ist sehr einfach zu bereisen, das Essen schmeckt fantastisch und die Herzlichkeit mit der man als Fremder aufgenommen wird ist einfach toll.
In Guatemala hatten wir zu wenig Zeit eingeplant. Auch hier sind es wieder die Menschen die uns das Gefühl geben, sehr willkommen zu sein. Wir machen eine tolle 3-tägige Wanderung und klettern auf den Fuego, einen aktiven Vulkan. Aber auch sonst hat Guatemala extrem viel zu bieten und gerade Antigua hat es uns mit seiner hippen Art sehr angetan.
In Peru verbringen wir richtig viel Zeit. Das Land ist riesig. Von sehr hohen und beeindruckenden Bergen, sehr interessanter Geschichte bis zur tollen Strandstadt, hat Peru alles was das Herz begehrt. Wir hätten hier auch locker 6 Monate verbringen können. Außerdem ist die peruanische Küche der Wahnsinn.
In Chile haben wir dann gelernt, wie wenig man eigentlich braucht um glücklich zu sein. In unserem kleinen Camper sind wir tausende Kilometer durch die beeindruckendste Natur gefahren und das einzige was wichtig war, waren die Fragen: „Wohin fahren wir heute und was gibt es zu essen?“. Am Abend am Lagerfeuer sitzen und Stockbrot machen war alles was nötig war um mich absolut glückselig werden zu lassen.
Ein weiteres Highlight der Reise war unser letztes Land, Japan. Noch nie habe ich mich fremden Leuten so verbunden gefühlt. Noch nie habe ich soviel Respekt vor anderen Leute, so eine Höflichkeit und gleichzeitig Freundlichkeit wie in diesem Land erleben dürfen. Und das tolle ist, dass ich das Gefühl hatte, dass sich diese positive Art und Weise auf mich überträgt. Wenn sich jeder nur ein wenig zurücknimmt und auf die anderen achtet, geht es allen Leuten besser. Ich hoffe, dass ich mir diese positive Denkweise im Alltag bewahren kann.
Was haben wir sonst noch gelernt/mitgenommen?
Ein großer Punkt war die Erkenntnis, dass es auch bei uns zuhause sehr schön ist und dass man nicht immer weit weg fliegen muss um tolle Dinge zu erleben. Z.B. haben wir gemerkt, dass es kaum ein besseres Wanderwegenetz und Infrastruktur als bei uns in den Alpen gibt, und das ganze für einen sehr fairen Preis (in Neuseeland kosten die Hütten 5-mal mehr als in Deutschland/Österreich).
Sonst habe ich mir vorgenommen, mich mehr auf die wesentlichen Dinge des Lebens zu konzentrieren, mehr gelassen und geduldig zu sein und mich nicht mehr über unwichtige Dinge aufzuregen. Ich hoffe, dass mir die Meditation hilft um genau diese Dinge in den Alltag zu integrieren.
Und was steht jetzt an?
Nachdem wir die ersten Tage dafür genutzt haben um die Wohnung einzuräumen und in Schuss zu bringen, wollen wir uns jetzt auf die Zukunft konzentrieren. Wir wollen also nicht zu sehr bedauern, dass die tolle Zeit jetzt vorbei ist sondern die kommenden Projekte angehen. Nachdem die Sachen aber noch nicht Spruchreif sind, will ich aber noch nicht zu viel verraten (Nein, die Evi ist nicht schwanger und wir sind auch nicht verlobt:)
Ich freue mich aber auf jedenfalls riesig, dass es mit Evi und mit mir so hervorragend geklappt hat und ich freue mich auf eine tolle Zukunft mit ihr. Vielen Dank dir Evi, dass du meine Abenteuerlust so toll unterstützt und dass es mit dir alles so wunderbar einfach und unkompliziert ist. Ich liebe dich.
Ich bedanke mich für das rege Interesse an unseren Abenteuern und freue mich auf die nächste große Reise ;)
PitLue lisää

MatkaajaWow Pit...... ❤️ Auch dir win großes Danke für all die Eindrücke eurer Reise (und die tollen Videos!) Schön dass ihr endlich zurück seid! Ich hab euch sehe vermisst! Bis baaaaaaahaaaaaaald 🍀

MatkaajaOh, ihr zwei Lieben. Bei eurer beider Kommentare musste ich das eine oder andere Tränchen verdrücken. Ich bin von euren Worten, Eindrücken und Entdeckungen (äußeren und inmeren) sehr berührt. Danke für das Teilen❤️

Tja Pit. Dein Kommentar gefällt mir auch recht gut! Danke für eure Berichte, Fotos und Filme; die haben uns erlaubt, die Welt auch ein bisschen weiter zu entdecken. Dann wünsche ich euch beiden eine weitere schöne Zeit in der Heimat. Gilles





















































































































































































































