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Balkan 2026

Sarajevo, Zlatar und Montenegro Read more
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    🇲🇪 Ulcinj - Ulqin, Montenegro

    Held ohne Cape

    Yesterday in Montenegro ⋅ ☀️ 33 °C

    Der große Strand - Velika plaža - ist groß. Und lang. Bis Albanien (also ca. 13 Kilometer). Sonst nichts. Der Sand hat so ungefähr die Farbe von dem, was man in den Achtzigern aus Dortmunder Sandkästen unter den Schuhen hatte, und die paar Gebäude, die wahrscheinlich das Äquivalent zu einer Strandbar sind, landen optisch in der gleichen Kategorie. Weil noch nicht mal Kitesurfer oder irgendwas anderes, halbwegs Interessantes zu sehen waren (Leute, die von Bananaboats fliegen zum Beispiel) und eine Liege mit Schirm zum Tagesschnäppchen von 25 Euro zu haben war (dafür krieg ich hier ein Hotelzimmer, wenn es unbedingt sein muss), hab ich kurz lächelnd genickt und bin wieder umgedreht. Fünf Kilometer zurück bis zu meiner Lieblingsbucht von gestern, die hiermit offiziell meine Lieblingsbucht von morgen ist.
    Die Konoba oben drüber hatte einen großartigen Loup de Mer und damit das erste richtige Essen seit zwei (drei?) Tagen. Weil dem Kellner gestern das Glas aus der Brille durch eine Bodenritze gefallen ist, und er deshalb seitdem Kopfschmerzen hat, haben die Jungs vom Service mal eben die Terrasse zerlegt (romantisch Essen kann ich scheinbar einfach nicht). Der Gast vom Tisch neben mir ist dann kurz unter die Dielen geklettert („There could be snakes“), deshalb nicht im Bild, und nach ein paar Minuten ohne Schlange aber mit Brillenglas wieder aufgetaucht. Was ihm einen Espresso und mir einen Chardonnay aufs Haus eingebracht hat.
    Es konnte gar nicht besser werden, bis ein cooler Typ mit Hut (nicht Udo Lindenberg) mich gefragt hat, ob ich Model oder Schauspielerin wäre. Ich käme ihm bekannt vor. Sehr netter Versuch, haha, lange nicht mehr gehört. Der hatte vielleicht auch nen Chardonnay zuviel aufs Haus, aber ich nehm das jetzt einfach mal so mit. Schreibt mich in die Credits. Cheers!
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  • Beachhopping

    July 28 in Montenegro ⋅ ☀️ 31 °C

    Nur, um mal zu gucken, was so in der Nähe ist, bin ich heute 15 Kilometer durch die Gegend gelaufen. Jetzt ein Pony…
    Ergebnis: Eine ganz nette Bucht, ein paar Strände, die entweder Ibiza-Beats (Bass schon in 500 Metern als leichtes Erdbeben zu spüren) oder Generatoren laufen hatten, ein ziemlich schrecklicher und total überfüllter Stadtstrand und eine Altstadt mit Fischrestaurants, einem Museum und allen Ernstes keinem Souvenirshop.
    Ich hab‘s dann mal mit sowas wie Urlaub versucht und der netten Bucht eine Chance gegeben. 🌊🐟☀️
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  • Autobuska Stannixda

    July 27 in Montenegro ⋅ ⛅ 25 °C

    Ich fange an, Transfertage doof zu finden… Was ich in Thailand überhaupt nicht hinterfragt habe, fühlt sich hier wie absolute Zeitverschwendung an. Könnte aber auch daran liegen, dass der Bus erst anderthalb Stunden später aufgetaucht ist und vorher ein heilloses Chaos am Busbahnhof herrschte (Übers.: Autobuska Stanica. Man beachte bitte den erlesenen Wortwitz der Headline.). Die Fahrt nach Ulcinj selbst dauerte dann aufgrund des abartigen Verkehrs auf der scheinbar einzigen Küstenstraße auch nochmal ne Stunde länger, so dass ich statt um zwei erst gegen fünf angekommen bin.
    Bashim, der Besitzer der Apartments, hat mich netterweise abgeholt und mir damit drei Kilometer zu Fuß bei 30 Grad erspart. Damit nicht genug: Full tour zum Supermarkt, bestem Restaurant (weil ich irgendwie doch keine Küche habe, obwohl das so bei Booking steht), Weg zum Strand und frische Feigen von seinem Baum am Pool. Die besten, die ich je gegessen habe. SO gut!
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  • Kotor: Ugh, People! Aber schön!

    July 26 in Montenegro ⋅ ☀️ 25 °C

    Halb elf reichte scheinbar: Bevor Erna und Günther aus ihrem Kreuzfahrtschiff in das Weltkulturerbe purzeln konnten, stand ich in der Altstadt. Auf die geführte Tour hab ich dieses Mal verzichtet, weil mir noch nicht danach war, mir um diese Uhrzeit Geschichte ins Gesicht schreien zu lassen. (Die sind immer so laut und ich hatte erst zwei Kaffee.)
    Aber ich hab über Infotafeln genug gelernt: Die Straßen in der Altstadt haben keine Namen, und es gibt keine zwei, die gleich lang oder gleich breit sind. Vor zehn Jahren gab es nur zwei Souvenirläden, heute über hundert (glaube, das ist untertrieben). Alle historischen Herleitungen zur offensichtlichen Katzenpräsenz, die irgendwelche tiefere Verbindungen zur (Stadt)geschichte bemühen, sind Quatsch (sagt der Leiter des Katzenmuseums). Reicht doch, oder? Ich hätte bestimmt noch mehr erfahren, wenn ich die 1.350 Stufen entlang der alten Festungsmauer auf mich genommen hätte, aber so schön der Blick vom Berg bestimmt auch ist: So ungefähr drei Mal den Kölner Dom bei 28 Grad ohne Frühstück? Ähm… nein.
    Stattdessen noch ein Spaßprogramm mit Speedboat: Our Lady on the Rocks (eine Wallfahrtskirche auf einer künstlichen Insel, die von Seeleuten mit Steinen, Wrackteilen etc. erschaffen wurde) und Perast. Sehr charmant und ähnlich wie Kotor ein absolut perfekter Spot für romantische Dinner im Sonnenuntergang, wenn Erna und Günther wieder weg sind.
    Mein Sonnenuntergang fiel zeitgleich mit einem Gewitter zusammen, weshalb mein semi-romantisches Abendessen aus einer Handvoll Nic-Nacs und ein bisschen Brot bestand, das ich noch aus Sarajevo dabei hatte. Ich freu mich jetzt schon auf das Frühstück! (Wahrscheinlich Bananen auf dem Weg zum Bus.)
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  • Vielleicht bleib ich einfach hier

    July 25 in Serbia ⋅ ☀️ 13 °C

    War gar nicht so einfach, zu fahren.. Ivas Hündin ist mir auf Schritt und Tritt gefolgt und hat mir die letzte Stunde nicht unbedingt leichter gemacht. Immerhin kam der Flughafen-Transfer-Taxi-Guy tatsächlich (wir waren uns nicht sicher), ich war vier Stunden vor Abflug, also viel zu früh, in Belgrad (vier andere Leute mit im Auto; die flogen eher) und der Flug ne Stunde zu spät, aber immerhin flog was mit mir.
    Und: Mein Rucksack ist auch angekommen (yay! Luggage-Lady beim Aufgeben: „What‘s that?“ „A flight bag“ „What‘s inside?“ „My backpack“ „Oh, I don’t know, maybe this doesn’t work.“).
    Der Taxifahrer - weil hier offensichtlich alle mit dem Kreuzfahrtschiff kommen, fährt kein Bus - wollte dann 80 Euro für eine Fahrt von ca. 10 Kilometern. Achtzig. Ich hab drei mal nachgefragt. Dass ich drauf und dran war, zu laufen, hat er wohl gemerkt, und mich dann doch für 30 gefahren, weil er ein schwedisches Pärchen gefunden hat, dass er mit mir zusammen abzocken konnte. Nach 11 Stunden Transitzustand, nur um an diesen Punkt zu kommen, war mir aber langsam auch alles egal.
    So. Bin da. Bin durch. Fastfoodpommes, Dosenbier, Hafenblick. Bis morgen. : )
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  • Perfekter Abschied

    July 24 in Serbia ⋅ ☁️ 15 °C

    Wir starteten wegen des schlechten Wetters mit einer Tour zu einem 600 Jahre alten Kloster an der Lim, dessen Name mir nach drei Tagen entfallen ist. Google weiß das auch nicht und die Eintrittskarte ist tief im Rucksack - falls das jemanden brennend interessiert: Ich trag‘s nach. (Sitz gerade an der Busstation in Kotor und schließ Wetten mit mir selber ab, ob der Bus noch kommt. Fühl mich wie zuhause, ist wie mit der Bahn..)
    Das Restaurant nebenan lieferte nochmal die beste Küche der Gegend: Gegrillten Karpfen frisch aus dem Fluss, Salat und Baklava. Dazu Quitten-Rakija (nicht so meins) und Weißwein (schon eher).
    Ein paar Stunden später folgte der allerletzte, wunderschöne Ritt mit Blick auf den See und einem Galopprennen über die Wiese (das erste Mal für Bisma). Der letzte Rakija, ein paar ausgesprochen erhellende Erkenntnisse aus Susannas Tarotkarten und ein letztes Mal die Hunde streicheln: Das war‘s..
    Ich nehm auf jeden Fall eine Menge mit: Um die 16 Stunden auf dem Pferd in wirklich jede Ecke, die vom Hof aus zu erreichen war. Ein paar echte Stunts. Ganz, ganz viele Einblicke in das Leben der Menschen, die serbische Küche und Kultur, jeden Tag ein toller Ausflug und die Erkenntnis, dass mir die Zeit mit den Pferden und die Verbindung zur Natur im Alltag schon extrem fehlen, ich aber so abgelegen nun doch nicht leben möchte. Auch wenn die Stille auf dem Berg der beste Instant-Reset war, den seit langem erlebt habe.
    Iva zu mir: „I’d love to see you again! I really mean it!“ Ich muss wohl wirklich nochmal wiederkommen... 🥰
    Es war einfach nur großartig 💚
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  • Gänsegeier, drunken Guy und Icecage

    July 23 in Serbia ⋅ ☀️ 13 °C

    Das Stück Maiskuchen zum Frühstück und die übliche Tasse selbstgemachter Joghurt musste reichen: Danach ging es wieder drei Stunden durch den Wald. Das Foto sieht nur deshalb so harmlos aus, weil ich abseits der Wege seltsamerweise keine Hand frei habe, oder damit im nächsten Ast hängen würde. Das Wort „Selfie-Stick“ kriegt damit nochmal eine ganz andere Bedeutung..
    Bisma war gestern nicht fit genug für einen Halbtagesritt, durfte aber heute wieder mit. Sie wurde vor einem halben Jahr aus extrem schlechter Haltung gerettet und ist, was den Trainingszustand angeht, noch ziemlich hinterher. Aber sie kämpft, auch wenn sowas wie Galopp immer noch ungewohnt und anstrengend ist. Wenn ich das richtig verstanden habe, wurde sie jahrelang an der Kette gehalten. Viele Pferde - nicht nur die teuren fürs Turnier - dürfen überhaupt nicht raus, weil sich laut Iva die Meinung hält, dass sie auf der Wiese krank werden. Den Hunden hier geht es ähnlich, mit dem Unterschied, dass sie entweder in einen kleinen Zwinger gesperrt oder den ganzen Tag über angebunden werden. Von den ausgesetzten Straßenhunden ganz zu schweigen..
    Zurück zu Bisma: Wir wären gefühlt fast zusammen im Matsch gelandet, weil mal wieder ein Baum im Weg war. Sumpfiger Waldboden, steil bergauf, Hinterhand weggesackt, anderer, kleiner Baumstamm, über den wir gleichzeitig drüber mussten und dann auf der anderen Seite wieder einen Abhang runter zum Weg, der so steil war, dass ich fast senkrecht nach hinten in den Steigbügeln stand. Da wurde mir echt ein bisschen anders. Vor allem, weil ich das Gefühl hatte, dass sie das kräftemäßig nicht packt. Die nächsten zwei umgekippten Bäume lang hatte ich entsprechend Schiss, aber dann ging es auch wieder. Gegen ein paar freigeräumte Wege hätte ich morgen aber auch nichts. Die One-Woman-Show Iva meinte mal im Gespräch: „If you know a guy, send one. I need an intellectual Lumberjack.“ Ich kapier so langsam, wieso.
    Aber: Auch schon wieder überlebt. Die gemütliche Bootsfahrt im Uvac-Nationalpark bescherte uns dann vierzehn Gänsegeier, eine unglaublich tolle, riesige Höhle, die sich sechs Kilometer in den Berg zieht, und einen klitzekleinen Anstieg über ca. 260 Höhenmeter zu einem Aussichtspunkt, der es wirklich wert war. Auf den sturzbetrunkenen Typen, der die Tour mit uns gemacht hat, hätte ich allerdings ganz gerne verzichtet. Der kam torkelnd vom Boot, saß während des gesamten Anstiegs (steil, unbefestigt, nur stellenweise ein Handlauf) drei Mal unterm Baum, joggte zwischendurch dafür an uns vorbei und schwankte (haha) zwischen drüber und durch. Todsicherer Darwin-Award-Moment: Fotoposing an der Klippe, obwohl drei Leute, ich eingeschlossen, ihn dringend gebeten haben, das nicht zu tun. Er hat es tatsächlich auf dem langsamen Weg wieder runter geschafft. Auch in Serbien gibt es das Sprichwort, dass Gott mit den Besoffenen ist. Oder so ähnlich…
    Fazit bis jetzt: Langweilig wird es hier jedenfalls nicht.
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  • Hardcore Buschreiter

    July 22 in Serbia ⋅ ☁️ 17 °C

    Zu spät und zu müde, um wirklich was zu schreiben.. 🙃 Muss ja morgen wieder früh raus, also ganz kurz:

    Rakija zum Frühstück: 1 (Man darf nicht nein sagen, sonst schlechter Gast)
    Geritten: 4,5 Stunden
    Kilometer: ca. 20
    Bäume im Weg: 2
    Deswegen zurück: 1
    Adrenalinlevel weil mitten durch den Wald, links übelst Abhang ins Nichts, rechts sehr steil, 30 cm schiefe Fläche fürs Pony zum Laufen, überall Äste und Boden sehr rutschig: 3000
    Superponies: 4
    Baum im Gesicht: 2
    Büsche abgewehrt: 85.000
    Wölfe und Bären: 0
    Picknick mitten im Wald: 1
    Serbisches Volksfestival: 1
    Bierstände auf dem Festival: 5, aber alle leer. Muss man sich mal in Deutschland vorstellen. : ))
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  • Der Wald und die Bäume

    July 21 in Serbia ⋅ ⛅ 17 °C

    „It was an adventure!“, um mir Ivas Worte auszuleihen. Die erste Hälfte lief noch super: Durch einen nur noch halb nebligen und deshalb ganz zauberhaften Kiefernwald bis zum See, ein kurzer Test, ob Bisma sich ohne Sattel ins Wasser legen würde (wollte sie nicht, tut nur immer so), ein Galopp über eine Heuwiese und dann irgendwann: Eine Warnmeldung per SMS an Iva vor extremen Gewittern ab 12 Uhr. Es war 10.30 Uhr und wir hatten noch ein Stückchen vor uns. Ansich kein großes Problem, wenn da nicht plötzlich ein Baum im Weg gewesen wäre, den es wohl gestern beim Gewitter erwischt hat. Wir also mit den Pferden durchs Unterholz, in der Hoffnung, wieder auf den Weg zu kommen. Kein Durchkommen. Also zurück, andere Strecke, wieder ein Baum. Irgendwie durch die Tannenspitze gemogelt, dann den Berg rauf und dabei alles an Büschen mitgenommen, was ging, nur um dann irgendwann vor Baum drei zu stehen. Der war wohl vor zwei Tagen auch noch nicht da. Also Umkehr, den kompletten Weg zurück.
    Weil ich dachte, dass es bestimmt einfacher ist, den ziemlich steilen Berg durchs Unterholz und sehr unebenes Gelände runter zu führen, statt ständig aufzupassen, nicht vom nächsten Ast aufgespießt zu werden, bin ich dann mit Pony am Zügel durch den Dschungel gerutscht. Oben bleiben wäre wahrscheinlich auch nicht viel schlechter gewesen, aber immerhin sind wir nicht wie Susanna mitten in einem Asthaufen stecken geblieben (mit einem ziemlich nervösen Wallach an der Hand). Bisma war einfach nur cool. Die Temperaturen und die Luft waren mittlerweile auch tropisch, und so langsam hab ich mich dann doch gefragt, ob wir rechtzeitig wieder am Hof wären. Vor allem, weil wir locker anderthalb Kilometer führen mussten, weil die Steine auf dem Weg zu scharfkantig zum Reiten waren. Aber: Alle Pferde gerade noch rechtzeitig wieder auf der Wiese (Stall kennen die nicht), Mittagessen und dann das Gewitter verschlafen. War wohl doch ein bißchen anstrengend : )
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  • Sportprogramm und Spukdörfer

    July 20 in Serbia ⋅ ⛅ 22 °C

    Endlich aufs Pferd. Wobei - es war mehr ein Pony, das sich Pferd nennt. Gilt aber trotzdem. Mein Match für diese Woche heißt Bisma und war mir nach meiner letzten Erfahrung in Holland auf einer Stute, die auch super auf ner Rennbahn aufgehoben wäre, fast schon zu entspannt. Ich bin sowas aber auch einfach nicht mehr gewöhnt, glaube ich. Nach zwei Stunden Waldritt sind wir noch eine Runde im See geschwommen, weil seit gestern das Wasser im Dorf ausgefallen ist und sowas ähnliches wie eine Dusche sich langsam wie eine ziemlich gute Idee angehört hat.
    Danach kam das Wasser dann von oben - mit Gewitter. Der Ausflug in ein abgelegenes, verlassenes Dorf aus dem 18. Jahrhundert fiel daher sehr kurz aus. Man müsste mir viel Geld bieten, um da zu übernachten, aber es leben tatsächlich noch zwei Leute da, gucken auf verfallene Häuser und reparieren jedes Mal, wenn Iva mit einer Gruppe da vorbei kommt, den Trecker auf dem Dorfplatz. Kein Trecker in Sicht.
    Die Gänsegeier, deren Reservat auf dem Weg lag, hatten bei dem Wetter scheinbar auch keine Lust, vor die Tür zu gehen, obwohl das Gewitter sich mittlerweile verzogen hatte. Wir haben dann statt Vögelgucken so lange lustige Fotos mit elektrisch nach oben stehenden Haaren gemacht, bis mir eingefallen ist, dass ich mal gelesen habe, dass das in den Bergen auf einen bevorstehenden Blitzeinschlag hinweisen kann („Fangladung“). Hab also quasi drei Leuten das Leben gerettet ; ) (Oder es war einfach noch so viel Elektrizität in der Luft. Aber anders klingt cooler.)
    Danach: Käse von der Dorfkuh, Salat aus dem Garten und Brot und Rakija aus der Küche von Blanca. Let‘s call it a day.
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  • Weiter nach Serbien

    July 19 in Bosnia and Herzegovina ⋅ ☀️ 24 °C

    Eigentlich wollte ich noch mit der Seilbahn auf den Trebević - den Hausberg von Sarajevo - und dann durch die alte olympische Bobbahn, einem lost Place, wieder runter. Weil dafür aber die Zeit zu knapp wurde, war ich stattdessen in der 11/07/95 Gallery, die an Srebrenica erinnert. Im Nachhinein war es ganz gut, dass ich los musste - irgendwann kommt der Punkt, an dem man da einfach wieder raus muss..

    Das Kontrastprogramm bestand danach in der ausgesprochen gut gelaunten Iva, die Anna, Susanna und mich - die Gruppe für diese Woche - am Hotel aufgelesen hat und dann dreieinhalb Stunden mit uns nach Nova Varoš gefahren ist. Serbisches Willkommen: Kaffee, selbstgemachter Holundersaft und Rakija (hausgebrannter Schnaps). Geht ja gut los. 😅
    Danach noch eine Runde über den Hof zu den Pferden, zwischendurch jede Menge Reitergeschichten und Aufteilung auf die Häuser. Wir sind bei den Leuten im Ort untergebracht, aber ich hab noch nicht herausgefunden, wo die jetzt wohnen - ich hab jedenfalls ein ganzes Haus für mich alleine. 👀 Bißchen spooky hier. Ich überleg mir bis morgen mal, ob ich das lieber Gryffindor oder Ravenclaw nenne.
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  • So much to see, so little time

    July 18 in Bosnia and Herzegovina ⋅ ☀️ 27 °C

    Nach einem sehr entspannten Start in den Tag ging es los, als es mir auf dem Balkon zu warm wurde. Auch wenn ich nach den letzten Wochen in der Dachgeschosshölle meine Meinung zu Klimaanlagen gründlich überarbeitet habe, hält mich so ein Ding trotzdem nicht den halben Tag drinnen.
    Also nochmal eine Runde durch die Altstadt, aber diesmal professionell. Zweieinhalb Stunden Free Walking Tour mit Meet Bosnia - jeden Cent wert, den man nicht bezahlen muss, aber gerne als Trinkgeld gibt! So viele, teils sehr persönliche, berührende Infos über Kultur, Geschichte, Krieg, Politik und Korruption, Mit- und Gegeneinander, Toleranz der Religionen neben Insidertipps zu Restaurants und Hotspots. Wenn ich versuchen würde, auch nur einen Bruchteil davon wiederzugeben, säße ich in drei Stunden immer noch hier.
    Das frühe Abendessen, weil ziemlich ausgehungert, musste ich erstmal eine Weile suchen. Irgendetwas ohne Fleisch zu finden ist hier schon extrem schwierig. (Tourguide: „Perfect for meat lovers. Vegetarian … difficult, but they offer something. Vegan? God be with you.“) Danach ging es dann noch mit einem Zwischenstop in einer Brandy-Bar für ein Glas Rotwein (Sidenote: keinen Wein in einer Brandy-Bar. Der Brandy war wahrscheinlich besser : )) die letzte Runde durch die Stadt.
    Fazit: Wenn man auch nur ansatzweise kulturinteressiert ist, lohnt sich Sarajevo auf jeden Fall! Ich wär gerne noch mindestens zwei Tage geblieben - ein langes Wochenende wäre also schon fast zu kurz.
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  • Ab nach Sarajevo. Vielleicht.

    July 17 in Bosnia and Herzegovina ⋅ ☀️ 26 °C

    Thank you for travelling with Deutsche Bahn. Again. Wecker auf zwei Uhr gestellt, aufs Handy geguckt und: „85 Minuten Verspätung, die Zugbindung ist aufgehoben.“ Danke für nichts. Der Versuch, dann nochmal zu schlafen, lief auch nur so semi. Immerhin fuhr der Regionalexpress und ich hab auch bloß ne halbe Stunde in Köln am Bahnhof gestanden, weil zwei S-Bahnen zum Flughafen ausgefallen sind. Läuft doch. Man ist ja schon dankbar, wenn man mit anderthalb Stunden DB-Puffer plus eh schon viel zu früh am Flughafen überhaupt noch den Flieger kriegt.
    Immerhin dann anschließend der ultimative Rekord: Gepäck weg in drei Minuten und Sicherheit durch in fünf. Ich hatte mit einem überfüllten Terminal, ausgefallenen Scannern (weil neu) und einem Mob mit Fackeln und Mistgabeln gerechnet.
    Nach einer dermaßen harten Landung, dass ich noch überlege, ob es sich lohnen würde, meine Flugangst zu reinstallieren, zwei Kilometern bei über 30 Grad und viel zu schwerem Rucksack den extrem steilen Berg zur Unterkunft hoch und drei Stunden in der Altstadt bin ich jetzt auch durch. Sarajevo-Content gibt‘s dann morgen, wenn ich ein paar Minuten geschlafen habe und vielleicht auch verstehe, was ich da sehe.
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    Trip start
    July 17, 2026