• Karsten Reith
  • Karsten Reith

Nordgriechenland und Balkan

Heute geht’s los Richtung Ancona mit Zwischenstopp in Como. Wir haben keinen Plan und schauen mal wo es uns verschlägt. Grundidee ist es über Nordgriechenland, Mazedonien und Montenegro zurück in die Heimat. Bin selber gespannt was die Reise so hinfü Meer informatie
  • Het begin van de reis
    22 augustus 2025

    Ancona, auf Wiedersehen Italien

    23 augustus 2025, Italië ⋅ ☀️ 27 °C

    Pünktlich kamen wir in Ancona an und nutzten die Zeit für einen kleinen Ausflug in die Stadt. Verwundert stellten wir fest, dass die Fähre bereits im Hafen lag , bis uns auffiel, dass der Check-in eigentlich schon vor einer halben Stunde hätte stattfinden sollen. Also im Stechschritt zurück zum Auto und schnell zum Fährschalter. Zum Glück ging am Ende alles gut, und die Fähre legte pünktlich ab.
    Unsere Kabine war eine Kinderkabine mit lustigen Figuren auf der Tür – gemütlich wie immer, und natürlich auch wieder eiskalt.
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  • Ioannina

    24 augustus 2025, Griekenland ⋅ ☀️ 25 °C

    Morgens um acht legte die Fähre in Igoumenitsa an, und wir fuhren direkt weiter nach Ioannina zum Zeltplatz.
    Check, Check – auf den ersten Blick schien alles in Ordnung. Die freundliche Dame an der Rezeption versuchte uns allerdings einen Stellplatz ohne Auto anzudrehen. Erst nach mehrmaligem und nachdrücklichem Protest bekamen wir schließlich doch einen Platz, auf dem wir Zelt und Auto unterbringen konnten.
    Anschließend ging es auf Erkundungstour in die Stadt – unser erster richtiger Kontakt mit griechischem Flair.
    Typisch griechisches Essen gab’s natürlich auch, inklusive einem noch typischeren Buffet, bei dem man die verschiedenen Speisen erst mal ausgiebig bestaunen konnte.
    Am Nachmittag, gegen vier, packte uns dann nochmal die Abenteuerlust: Wir entschieden spontan, einen kleinen Roadtrip in die Zagoridörfer zu unternehmen und fuhren eine größere Runde durch die östlich gelegenen Dörfer der Region.
    Vor allem faszinierten uns die vielen verschiedenen Steinbrücken Griechenlands, insbesondere in der Region Zagori, sind architektonische und historische Wunder. Diese jahrhundertealten Bauwerke zeugen vom außergewöhnlichen Können und der Handwerkskunst lokaler Baumeister, die sie aus Naturstein und ganz ohne Mörtel errichteten.
    Ursprünglich wurden die Brücken gebaut, um die abgelegenen Zagori-Dörfer miteinander zu verbinden und den Handel sowie die Kommunikation zu erleichtern. Heute gelten sie als eindrucksvolle Beispiele traditioneller Architektur und sind ein bedeutender Teil des kulturellen Erbes der Region.
    Jede Brücke besitzt ein einzigartiges Design und einen besonderen Charme, der sich harmonisch in die umliegende Naturlandschaft einfügt.
    Die Steinbrücken von Zagori bieten einen faszinierenden Einblick in die Vergangenheit.
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  • Wanderung Vikos Schlucht Teil 1

    25 augustus 2025, Griekenland ⋅ ☀️ 26 °C

    Los geht’s! Von der Kokkoros-Brücke wandern wir durch die Vikos-Schlucht – meist entlang des Flussbetts, manchmal auch direkt darin. Der Weg führt durch lichte Wälder, vorbei an steilen Felsvorsprüngen und durch grüne Farnwälder, bis wir schließlich die Misos-Brücke erreichen. Dort treffen wir auf eine französische Familie, albern ein wenig herum und nennen uns spaßeshalber die „Swiss Bears“. Ob das eine Vorahnung war oder reiner Zufall, sei dahingestellt.
    Etwa zwei Kilometer weiter sind wir jedenfalls keine „Swiss Bears“ mehr, sondern stehen plötzlich einem griechischen Bären gegenüber.
    Eine Begegnung, auf die man gut verzichten kann. Der Bär kam mit unglaublicher Geschwindigkeit durchs Unterholz direkt auf uns zu und fauchte laut. Er wirkte extrem aggressiv: die Vorderbeine gespreizt, die Ohren angelegt, das Maul geöffnet – Zähne fletschend. Nur etwa fünf Meter trennten uns. Wir blieben so ruhig wie möglich und sahen ihm fest in die Augen. Dann drehte er ab. Doch nur kurz: Nach einem Meter Rückzug startete er einen zweiten Angriff , nicht weniger bedrohlich.
    Marga, direkt hinter mir, hielt sich am Rucksack fest und schrie den Bären laut an. Das schien zu wirken, unser Gegner verschwand schlussendlich im Dickicht.
    Nach einer kurzen Pause zur Beruhigung setzen wir unseren Weg nach Monodendri fort – eines der 46 Zagori-Dörfer.
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  • Meteora Klöster

    26 augustus 2025, Griekenland ⋅ ☁️ 24 °C

    Heute steht Organisation auf dem Plan – wir sammeln Informationen über die Meteora-Klöster.
    Der Ort scheint perfekt für schöne Ausflüge und bärenfreie Wanderungen zu sein. Es gibt sogar Klettersteige, Mountainbike Trails, und und . Also wird spontan umgeplant:
    Zuerst Zagoridörfer, danach Meteora- Klöster, dann mal sehen.
    Also geht es morgen nach Mododendri, wo wir ein schönes Zimmer gebucht haben. Trotz der etwas unangenehmen Erfahrungen in der Vikos-Schlucht möchte ich diesmal die Strecke von Monodendri nach Vikos durchwandern.
    Anschließend wollen wir zu den Meteora-Klöstern zurückkehren, bevor wir Griechenland verlassen um weiter nach Mazedonien und Montenegro zu reisen.
    Das ist jedenfalls unser provisorische Planung.
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  • Auf dem Weg zu den Frauen von Zagori

    27 augustus 2025, Griekenland ⋅ ☀️ 26 °C

    Fahrt in die Zagoria Region, ein Fahren ohne Hektik – ganz nach dem eigenen Verständnis davon, wie Verkehr funktionieren könnte und sollte.
    Die rote Ampel wird meist respektiert, alles andere scheint eher als Empfehlung verstanden zu werden. Überholt wird grundsätzlich überall – ob doppelte Sicherheitslinie, Sperrfläche oder enge Einspurstrecke mit Gegenverkehr: In Griechenland fährt man eher nach Gefühl als nach Gesetzbuch.
    Trotzdem herrscht eine entspannte Atmosphäre im Straßenverkehr. Es gibt kaum Gehupe und von Aggressivität der Verkehrsteilnehmer ist nichts zu spüren. Oder sagen wir mal kaum zu spüren. Da könnten sich die Menschen jenseits des Ionischen Meers durchaus eine Scheibe abschneiden.

    Zagorochoria (auch Zagoria genannt) bezeichnet eine Gruppe von 45 traditionellen Dörfern in der nordwestgriechischen Region Epirus. Die Landschaft ist geprägt von dichten Wäldern, imposanten Bergen und tiefen Schluchten – ein Gebiet von außergewöhnlicher natürlicher Schönheit.
    Denkmal der Frauen von Zagori
    Dieses Denkmal ehrt die Frauen der Region für ihren mutigen Einsatz während des griechisch-italienischen Krieges im Herbst 1940. Sie unterstützten die griechischen Truppen aktiv – nicht nur durch logistische Hilfe wie Versorgung und Transport, sondern auch direkt im Kampf.
    Die Frauen von Zagorochoria spielten in den 1940er Jahren eine entscheidende Rolle im Widerstand und sind bis heute ein Symbol für Stärke und Zusammenhalt in schwierigen Zeiten.
    https://www.youtube.com/watch?v=bpyJ-prVzN8
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  • Dilofo

    27 augustus 2025, Griekenland ⋅ ☀️ 26 °C

    Da wir noch Zeit haben, wir haben das Zimmer in Monodendri reserviert, fahren wir nach Dilofo – eine traditionelles Dorf ohne moderne Eingriffe und mit komplettem Autoverbot. Wobei man das eigentlich gar nicht erst vorschreiben müsste: Die Gassen sind so schmal, dass hier sowieso kein Auto durchkäme.
    Das Dorf ist sehr klein und wirkt ein wenig ausgestorben. Beim Spaziergang durch die engen Gassen treffen wir auf ein paar Handwerker, die gerade ein Dach decken. Schwuppdiwupp stehe ich selbst auf dem Dach und unterhalte mich mit einem der Dachdecker.
    Als ich frage, wem das Haus gehört, lacht er nur und sagt trocken: „Sadam.“
    Okay, denke ich – Hussein kann er wohl kaum meinen.
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  • Tsepelovo

    27 augustus 2025, Griekenland ⋅ ⛅ 25 °C

    Weiter geht es nach Tsepelovo.
    Tsepelovo ist ein Dorf in der Region Zagori (Region Epirus). Es liegt auf einer Höhe von 1.200 Metern mit einer tollen Sicht auf die Berge. Es soll das größte der 46 Dörfer von Zagori sein. Kam mir eigentlich nicht so vor. Aber nichts desto trotz, sicher ein sehr schönes und traditionelles Dorf.
    Selbst die Hunde habe hier die Ruhe weg und lassen sich nicht durch Autos stören. Erst recht nicht auf der Hauptstrasse
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  • Wanderung Vikos Schlucht: Teil 2

    29 augustus 2025, Griekenland ⋅ ☀️ 19 °C

    Um der drückenden Hitze etwas zu entkommen, habe ich den Wecker auf 5:45 gestellt. Nachdem alles gepackt war, musste ich nochmals Hinliegen, weil es draussen noch dunkel war. Um 6:30 ging es dann los. Der Lohn fürs zeitige Aufstehen? Eine super ruhige Morgenstimmung, kühle Luft und ein weiches Licht, das über die Dächer des Dorfes fällt. Ich gehe vorbei am stillen Dorfplatz, noch liegt alles im Halbschlaf, und mache mich auf den Weg, hinab in die Vikosschlucht.
    Der Wanderweg führt zunächst bergab, dann weiter auf der rechten Talseite in Richtung Vikos. Bald türmen sich rechts und links steile Felswände auf – mehrere hundert Meter hoch. Hier spricht man gern von der tiefsten Schlucht Europas: angeblich rund 1.000 Meter tief. Dasselbe habe ich allerdings auch schon in Montenegro über die Taraschlucht gehört. Doch in Sachen Schönheit, Enge und Naturerlebnis hat für mich die Vikosschlucht klar die Nase vorn.
    Der Weg führt nur selten ganz hinunter ins Flussbett. Meist verläuft er am Hang entlang, in ständigem Auf und Ab. Teilweise sind die Pfade recht schmal und die Sicherungen, sagen wir mal: griechisch pragmatisch. Ich persönlich empfand die Tour als ungefährlich, würde aber eher empfehlen, sich auf den eigenen Tritt zu verlassen als auf manche der maroden Seile. Manche waren zum Teil 80 verschlissen und es existierten nur noch ein paar dünne Fäden.
    Unten im Flussbett liegen hausgroße Felsbrocken. Ich kann mir gut vorstellen, wie eindrucksvoll der Fluss im Winter oder Frühling durch die Schlucht rauscht. Wahrscheinlich ist dann ein Durchwandern der gesamten Strecke unmöglich. Jetzt im Spätsommer aber ist alles trocken und gut begehbar.
    Tolle Tour, lohnt sich in meinen Augen.
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  • Vikos, Abschluss der Schluchtenwanderung

    29 augustus 2025, Griekenland ⋅ ☀️ 31 °C

    Nach der Wanderung in Vikos: Zwischen Durst, Hitze und griechischer Gelassenheit
    Nach der anstrengenden Wanderung musste ich zuerst einmal die verdunsteten Mineralien nachfüllen und gönnte mir ein kaltes Bier. Mittlerweile herrschen hier 40 Grad, und der Aufstieg nach Vikos war alles andere als ein Spaziergang. Ich habe mehrmals im Schatten ein Pause einlegen müssen.. Der Wasserverbrauch spricht für sich: In den ersten fünf Stunden habe ich ungefähr einen halben Liter getrunken, in der letzten halben Stunde hingegen zwei Liter. Selbst mein Oldtimer kann da nicht mithalten!
    Das Dorf selbst lädt zum Verweilen ein: ein großer Dorfplatz mit einer riesigen Platane, gemütliche Tavernen und traditionelles, feines griechischen Essen.
    .
    Die Griechen , oder zumindest jene aus den Zagoridörfern, strahlen eine bemerkenswerte Ruhe aus, halt ein ganz eigenes Völkchen. Wenn man beispielsweise ein Zimmer besichtigen möchte, bekommt man durchaus zur Antwort: „Nein. Entweder du nimmst das Zimmer oder du lässt es.“
    Im Restaurant wartet die Bedienung mit stoischer Gelassenheit , vermutlich mit dem Gedanken: Achtung, Kunde – da kommt wohl Arbeit auf mich zu.
    In Monodendri gibt es keinen Laden. Wenn du Brot willst, musst du 30 Kilometer bis zum nächsten Einkaufszentrum fahren.
    Die Hunde liegen auf der Hauptstrasse und jeder zirkelt um sie herum.
    Unser Hotel, das sich selbst als „Luxushotel“ bezeichnet, fragte uns beim Einchecken, ob wir den Weg gefunden hätten, offenbar eine häufige Reklamation. Seit sieben Jahren ist trotzdem niemand auf die Idee gekommen, ein Schild aufzustellen.
    Aber so sind sie eben: liebenswert, offen, gelassen und etwas eigenwillig.
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  • Roadtrip um den Zangori Nationalpark

    30 augustus 2025, Griekenland ⋅ ☁️ 28 °C

    Heute war kein Tag für grosse Wanderungen sondern für Entdeckungen auf vier Rädern. Unser Roadtrip führte uns auf einer wunderschönen, teils abenteuerlichen Strassen um den Zangori Nationalpark: Von Monodendri über Kapesovo, Tsepelovo, Iliochori und Konitsa bis nach Aristi und schließlich wieder zurück. Es war ein Tag voller schöner Eindrücke, herzlicher Begegnungen und toller Natur..
    Kapesovo
    Ein Dorf zwischen Kindheit und Einsamkeit
    Einen längeren Halt legten wir in Kapesovo ein, einem Ort den man fast übersehen könnte. Unter der großen Platanen im Dorfzentrum spielten ein paar Kinder Verstecken. Wir setzten uns dazu und kamen ins Gespräch mit der Großmutter von Dimitris.
    Wie in vielen kleinen Dörfern nicht nur in Griechenland, sondern auch in der Schweiz, ist die Abwanderung ein großes Thema. Dimitris ist einer der wenigen Kinder im Dorf. Er besucht unter der Woche die Schule in Ioannina und kommt nur am Wochenende zurück. Im Winter bleiben nur noch sieben Familien in Kapesovo. Dann wird das Leben ruhig, oft einsam und auch die Lebensmittelversorgung wird zur Herausforderung. Trotz dieser Widrigkeiten bleibt der Stolz auf das Dorf und die tiefe Verbundenheit zur Heimat spürbar. Die Häuser werden ortsgerecht renoviert und die Dächer wie früher mit Steinplatten gedeckt.
    Weiter geht es zu einem mitten im Wald versteckten und idyllischen See.
    Hinter Iliochori beginnt das Abenteuer: Die Straße windet sich in Serpentinen den Hang entlang, mal asphaltiert, selten auch mal gekiest. Kopfgroße Steine liegen auf dem Weg,
    Konitsa – Stadttrubel und Busse
    Nach all der Ruhe traf uns der Trubel in Konitsa und wir waren etwas enttäuscht. Im Vergleich zu den Dörfern wirkt Konitsa wie eine Großstadt – belebt, laut, ein wenig chaotisch. Viele Busse, wenig Atmosphäre. Nach einem kurzen Spaziergang entschieden wir uns, weiterzuziehen.
    Ein schöner Abschluss bei Dimitris’ Mutter
    Den Tag liessen wir im Restaurant von Dimitris’ Mutter ausklingen, zurück in Kapesovo. Einfaches, authentisches und feines, Essen, ein Ouzo, was will man mehr.
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  • Fahrt nach Kalambakà

    31 augustus 2025, Griekenland ⋅ ☀️ 21 °C

    Auf nach Kalambakà – Abschied vom Bärenland
    Heute geht’s los Richtung Meteora-Klöster, nach Kalambakà. Auch wenn es im Zagori-Nationalpark noch viel zu entdecken gäbe reisen wir weiter. Man soll bekanntlich gehen, wenn’s am schönsten ist.
    Erster Stopp: das Büro des Nationalparks Pindos. Dort mussten wir nochmals den Bärenvorfall schildern. Nach meiner Erzählung sind wir gemeinsam zu dem Schluss gekommen: Es war ein Teenager Bär in seinem ersten Jahr ohne Mama, etwas überfordert, und wollte einfach mal den starken Mann, ähm, Bären markieren. Zur Entschädigung gab’s eine Stoff-Einkaufstasche. Ob das für uns ein gutes Geschäft war, sei mal dahingestellt...
    Kurzer Halt an der Tankstelle. Beim Tanken weist mich der Tankwart freundlich darauf hin, dass Diesel nicht die ideale Wähl für den Schwedenpanzer sei und drückt mir stattdessen den Benzin-Zapfhahn in die Hand. „Haha, danke!“ – ein Winken von der Tankstellengang, ein herzliches Yassas von mir, ein winken von der Gruppe und schon fühlt man sich irgendwie dazugehörig.
    Ähnlich herzlich der Empfang in der Taverne. Ein Glas Ouzo für den Nachbartisch und schon ist man mitten im Gespräch. Genau das ist es, was Griechenland für uns ausmacht: die Menschen, die kleinen Gesten, ein einfacher guter Ouzoein schöner Lammhaxen mit Zitronenkartoffeln und plötzlich ist die Welt in Ordnung.
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  • Wanderung unter den Meteoraklöster

    1 september 2025, Griekenland ⋅ ☀️ 24 °C

    Wandern zwischen den Meteora-Klöstern – Verlaufen inklusive
    Heute möchten wir entlang der Meteora-Klöster wandern. Weil es am Nachmittag brüllend heiss wird, stehen wir früh auf. Ein schneller Kaffee, ein Stück Kuchen und los geht’s.
    Trotz Unterstützung der „AllTrails“ App verlaufen wir uns schon in der ersten Stunde. Nach einem kleinen Umweg sind wir bald wieder auf dem richtigen Pfad und treffen auf zwei Australier. Sie begrüßen uns fröhlich mit: „Hey Germans!“ Vielen Dank denke ich. Ich kontere schlagfertig mit: „Hey Americans!“ – das Gelächter ist gross. Zumal sie sich an derselben Abzweigung wie wir falsch abgebogen sind und das noch mit demselben App.
    Was folgt, ist ein spontaner politischer Schlagabtausch der humorvollen Sorte. Die Australier: „Wir haben ziemlich schlechte Politiker, aber so schlecht wie der Typ mit dem Wiesel auf dem Kopf noch lange nicht.“ Allgemeines Nicken. Dann trennen sich unsere Wege, zumindest kurz, denn wenig später verlaufen sie sich erneut.
    Langsam wird es heiß. Wir kämpfen uns einen steilen Pfad hinauf zum Kloster Agios Nikolaos Anapafsas. Von dort haben wir einen fantastischen Ausblick auf das Kloster Varlaam. Beide Klöster sehen wir später noch einmal in herrlicher Abendstimmung.
    Am Abend fahren wir mit dem Auto an einem bekannten "Sunset Point" und schauen dem Sonnenuntergang zu, mit gefühlten tausend Anderen. Komischerweise sind aber die meisten mehr mit sich selber beschäftigt wie mit den Lichtspektakel. Das Licht wir langsam weicher und wir erleben eine grandiose Atmosphäre.
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  • Auf dem Weg fast nach Mazedonien

    3 september 2025, Griekenland ⋅ ⛅ 23 °C

    Eine Fahrt, die es in sich hat
    Von Kalambaka aus starten wir unsere Reise in Richtung Metsovo – quer durchs Hinterland zur Staatsstrasse 20, weiter über die 15 nach Kalendori bis nach Kastoria. Rund 300 Kilometer Strecke, die wir in gut sieben Stunden zurücklegen. Das ergibt einen Schnitt von etwa 40 km/h. Klingt langsam? Ist es auch. Aber hier zählt nicht das Tempo, sondern das Ankommen.
    Die Straßen sind zwar nicht grundsätzlich schlecht, aber tiefe Schlaglöcher bis zu 20 Zentimeter tiefe sorgen für Nervenkitzel. Dazu kommen Bodenwellen, die an Skisprungschanzen erinnern, Steine auf der Fahrbahn, umgekippte Leitplanken und jederzeit könnte ein Tier hinter der nächsten Kurve auftauchen. Willkommen im wilden Griechenland.
    Inzwischen haben wir den griechischen Fahrstil übernommen: flexibel, aufmerksam, immer bereit zum Ausweichen oder Abbremsen.
    Ohne Pause, ohne Essen, ohne Tankstelle , einfach ohne irgend etwas, kämpfen wir uns durch. Müde und hungrig erreichen wir schlussendlich Kastoria, wo uns ein Gewitter empfängt. Nass, aber erleichtert, finden wir Unterschlupf in einem kleinen, gemütlichen Restaurant.
    Kurzfassung: Langer Tag, tolle Landschaft auf schmalen Straßen.
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  • Qebapa in Korca

    3 september 2025, Griekenland ⋅ ☁️ 23 °C

    Wenn die Straßen auf der Karte weiß sind
    Spontan entschließen wir uns zu einem Abstecher nach Korça, Albanien. Auf der Karte sehen die kleinen weißen Straßen vielversprechend aus, abgelegen, nicht main stream. In Albanien ist das allerdings keine besonders gute Idee.
    Kaum durchqueren wir das Dorf Arrez, ist der Asphalt schon Geschichte. Erst Pflastersteine, dann nur noch grober Kies, durchzogen von Schlaglöchern und Fahrrinnen. Anfangs geht es noch, wir fahren im zweiten Gang die Strasse hoch. Doch mit jedem Kilometer wird es steiler und ein Umdrehen ist keine Option mehr.
    Also quälen wir den alten Schweden weiter den Berg hinauf. Die Achsen schlagen, der Unterboden rumpelt und suchen weiterhin die beste Spur.
    Und dann, fast unerwartet, wechselt der Belag wieder auf Teer. Die Straße wird glatt, die Fahrt angenehm. Im flotten Stil fahren wir nach Korça hinunter. Abenteuer bestanden. Aber die weißen Straßen, die überlassen wir in Zukunft lieber anderen, zumindest in Albanien.
    Beim Mittagessen in Korca treffen wir unsere Tischnachbarn von gestern an und werden herzlich begrüsst. Weil wir schon viel Zeit bei der Herreise verloren haben, machen wir uns aber bald auf den Weg nach Ohrid in Nordmazedonien. Am Zoll, Kontrolle vom Pass- und Versicherungsnachweis. Dann die grosse Überraschung "Was ist im Kofferraum, wir suchen etwas?". Wir antworten ob es wohl Käse aus der Schweiz ist? Der Zöllner lacht und lässt uns gehen.
    Schon bald sind wir auf dem Margagopass und weiter gehts in kurzer Fahrt nach Ohrid.
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  • Ohrid

    5 september 2025, Noord-Macedonië ⋅ ⛅ 17 °C

    Ohrid – Wo Geschichte und Glaube aufeinandertreffen
    Ohrid ist ein quirliges kleines Städtchen am Ufer des glasklaren Ohridsees Beides stehen heute unter dem Schutz des UNESCO-Welterbes. Ohrid ist auch sehr touristisch und am Abend wird die Fussgängerzone regelrecht überrannt.
    Was Ohrid außerdem so besonders macht, ist die Vielfalt an kleinen Kirchen und die friedliche Koexistenz verschiedener Religionen. Jedenfalls von Aussen betrachtet.
    Die Geschichte der Stadt geht weit zurück: Ohrid trägt die Spuren des antiken Griechenlands, des Römischen Reichs, der byzantinischen Kultur, des Osmanischen Reichs und nicht zuletzt der slawischen Völker, deren Einfluss bis heute spürbar ist.
    In ganz Nordmazedonien prägen vor allem zwei Religionen das Bild: das orthodoxe Christentum und der sunnitische Islam. Religion und ethnische Herkunft sind dabei oft eng miteinander verbunden. Die Mehrheit der Bevölkerung gehört der Mazedonisch-Orthodoxen Kirche an, während viele Muslime zur albanischen oder türkischen Minderheit zählen.
    Daneben gibt es auch kleinere Gruppen von Katholiken, Protestanten und Juden, die das religiöse Mosaik des Landes ergänzen. Laut Schätzungen sind rund 65 % der Bevölkerung orthodoxe Christen und etwa 33 % Muslime, die meisten davon Sunniten und nur knapp 1% Katholiken.
    Das berühmteste Souvenir aus Ohrid ist eine Perle. aus dem indischen Ozean, veredelt in Ohrid. Wie die Roh-Perlen veredelt werden, ist natürlich ein gut gehütetes Betriebsgeheimnis. Im Wesentlichen werden im Winter, Plasica-Fische gefangen. Die Bauchschuppen werden dann zu einem Pulver verarbeitet. Die "Rohperlen" werden danach 7mal in der Schuppenemulison getunkt, getrocknet und zu Schmuck verarbeitet.
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  • Bootstour

    5 september 2025, Noord-Macedonië ⋅ ☀️ 23 °C

    Der Ohridsee – Europas ältester See mit grenzenloser Geschichte
    Wir machen eine schönte Bootstour und fahren mit 7 weiteren Gästen entlang dem Ufer und besichtigen verschieden interessante Punkte die zum Teil mit dem Auto nicht erreichbar sind.
    Der Ohridsee ist der zweitgrößte See der Balkanhalbinsel und er gilt auch als der älteste See Europas, ca. 5Millionen Jahre. Ein Naturwunder, das nicht nur durch seine Schönheit, sondern auch durch seine Geschichte beeindruckt.
    Der See liegt zu einem großen Teil in Nordmazedonien, wo er zugleich das größte Gewässer des Landes ist. Der kleinere Teil gehört zu Albanien. Die Grenze zwischen beiden Ländern verläuft direkt durch das Wasser. Der See liegt auf etwa 695 Metern über dem Meeresspiegel und ist bis zu 288 Meter tief .
    Rund um den See leben mehr als 200.000 Menschen. Auf nordmazedonischer Seite sind vor allem die Städte Ohrid und Struga bekannt, in Albanien liegt die Stadt Pogradec am Ufer.
    Der Ohridsee und seine Umgebung sind Teil des UNESCO-Welterbes:
    Bereits 1979 wurde der jugoslawische Teil als Naturerbe anerkannt. Ein Jahr später kam das Kulturerbe der Region hinzu darunter viele Kirchen, Klöster und die stark religiös geprägte Kulturlandschaft rund um den See. Seit 2019 ist auch der albanische Teil offiziell Teil dieses besonderen Welterbes.
    Der Ohridsee ist also weit mehr als nur ein schöner Ort: Er ist ein Schatz der Natur und der Geschichte – ein Ort, an dem sich Vergangenheit und Gegenwart auf faszinierende Weise begegnen.
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  • Strumica, eine Stadt der Auswanderer

    7 september 2025, Noord-Macedonië ⋅ ☀️ 29 °C

    Auf der Fahrt nach Skopje kommen wir in Strumica vorbei und machen einen kurzen Halt. Strumica liegt zwar nicht auf dem direkten Weg nach Skopje, aber Bekannte von Marga sind dort aufgewachsen und wir wollten mal die Umgebung der Bekannten kennen lernen. In einem Kaffee lernen wir einen jungen Mann kennen, ausgewandert nach Australien, auf Besuch seiner Eltern und auf dem Weiterweg nach Luzern, wo sein Bruder wohnt. "Wir haben hier (er bezieht sich vor allem auf Strumica) schlechte Möglichkeiten den Lebensunterhalt zu verdienen und sind mehr oder weniger gezwungen auszuwandern" , war seine Kurzanalyse. "Ausserdem ist die Korruption eine Plage und solange diese nicht behoben ist, kommt das Land nicht auf die Beine.
    Die Kriege der Vergangenheit haben deutliche Spuren hinterlassen. Wirtschaftlich ist Nordmazedonien weniger weit entwickelt als die meisten anderen europäischen Staaten. Große Teile der Bevölkerung leben in Armut und finden keine Arbeit. Bevölkerungsgruppen wie die Roma werden vom Staat nicht gleichwertig behandelt. Das führt dazu, dass die Menschen für sich und ihre Kinder keine gute Zukunft in ihrem Land sehen. Daher fliehen viele in andere Staaten, und hoffen dort ein besseres Leben führen zu können.
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  • ein bisschen in der Grauzone vom Legalen

    7 september 2025, Noord-Macedonië ⋅ ☀️ 30 °C

    unerwartete Oldtimerausstellung
    Manchmal sind es die ungeplanten Abzweigungen, die uns die spannendsten Geschichten bescheren. Wir waren gerade auf der Autobahn Richtung Skopje unterwegs, als plötzlich ein VW Käfer in unserem Augenwinkel auftauchte. Oder waren es mehrere? Inmitten eines Schrottplatzes?
    „Was war das denn?!“ . Der Entdeckergeist war geweckt. Also runter von der Autobahn und auf ins Ungewisse und auf die Suche nach der richtigen Zufahrtsstrasse. Hier leistet uns das Wander App Komoot gute Dienste und wir landen schlussendlich vor verschlossenen Türen. Aber wo ein Wille ist, ist bekanntlich auch ein Weg. Mit etwas Geschick geht es um die Umzäunung und habe den Wunsch das die Hunde nicht all zu gross sind, was dann auch so war. Ich fand tolle Fahrzeuge und mache schnell ein paar Fotos. Gerne hätte ich den Besitzer kennengelernt: wer sammelt all diese Fahrzeuge? Welche Geschichten stecken dahinter? Leider war niemand auf dem Gelände. Vielleicht kommt der Moment eines Tages noch. Für jetzt bleiben nur Fotos und viele offene Fragen.
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  • Skopje, die Stadt der 1000 Statuen

    7 september 2025, Noord-Macedonië ⋅ 🌙 22 °C

    Rückblick:
    Das Erdbeben von 1963 zerstörte rund 80 % Skopjes, darunter viele neoklassizistische Bauten. Der Wiederaufbau erfolgte im schlichten Stil der Moderne. Die Regierung begründete das Projekt „Skopje 2014“ mit dem Wunsch nach einem monumentaleren Stadtbild, der Wiederherstellung des Nationalstolzes und einer großstädtischeren Atmosphäre. Premierminister Nikola Gruevski bezeichnete das Projekt 2012 als seine Idee. 2010 musste das Projekt abgebrochen werden, weil schlichtweg kein Geld mehr vorhanden war.
    Das ist der Hintergrund der speziellen Atmosphäre der Stadt. Es sind wie zwei verschiedene Städte. Einerseits die modernen, prunkvollen Bauten, daneben der alte Bazar. Es gibt viele die den Wiederaufbau als kitschig abkanzeln und als "Mazedonisches Disneyland" bezeichnen. Diese Kategorisierung können wir nicht teilen und genossen die Tage in der Hauptstadt.
    Eines der wichtigsten Wahrzeichen ist die Bogenbrücke über den Fluss Vardar. Der Bau begann unter der Herrschaft von Alexander dem Grossen und wurde vom Herrscher des osmanischen Reiches Fatih Sultans Mehmed abgeschlossen.
    Wenn man so durch die Stadt schlendert, die vielen Skulpturen betrachtet, im Bazar mit Verkäufer, der Grill im Restaurant qualmt, um ein paar Gläser feilscht, eine türkischen Tee trinkt, Rockmusik in einer Bar trinkt und der Muezzin im Hintergrund zum Gebet aufruft, taucht man in eine komplett andere Welt ein. Alkohol hat eine kleinere Bedeutung in der Gesellschaft wie am Anfang unserer Reise und der Einfluss vom Islam ist grösser geworden. Die Touristen in der Stadt sind grösstenteils aus den Balkanländer und man hört sehr selten deutsche und englische Töne.
    Auffällig ist, dass die Generation Ü50 gerne von der schönen Zeit in Jugoslawien sprechen und den Präsidenten Tito vermissen.
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  • Ziel Montenegro

    10 september 2025, Kosovo ⋅ ☁️ 22 °C

    Im Kosovo mussten wir noch kurz an die Tankstelle und hatten nen lustigen Wortwechsel mit dem Zapfsäulenchef.
    „Volltanken?“
    „Ja gerne „
    „Bleifrei?“
    „Ja gerne, 98 Oktan“
    „Hab ich nicht, nur 95er!!“
    „Dann nehme ich Diesel“ zwinkere im zu und schaue in zwei verdutzte Augen.
    Dann lachen wir und erzählen uns wilde Räubergeschichten 😊😊
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  • Kloster Morača

    10 september 2025, Montenegro ⋅ ☁️ 24 °C

    Kurer Stop nach Kolasin: (Info aus Wikipedia)
    Das Kloster Morača (serbisch-kyrillisch ist ein serbisch-orthodoxes Kloster in Zentral-Montenegro. Das Kloster wurde 1252 von Fürst Stefan, einem Sohn von Vukan Nemanjić und Enkel des Begründers des mittelalterlichen serbischen Herrschergeschlechts der Nemanjiden, gegründet.
    Die Nemanejiden waren die bedeutendste serbische Dynastie
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