• Ahyoka-Boatlife
  • Ajay
  • Ahyoka-Boatlife
  • Ajay

Die Ostsee ruft

In diesem Jahr sind wir ohne festen Liegeplatz unterwegs. Wir verlassen unser Nest in Neustadt und sind gespannt, welche Abenteuer uns auf der Ostsee erwarten. Czytaj więcej
  • Rozpocznij wyprawę
    1 marca 2023

    Timmendorf

    11 lipca 2023, Niemcy ⋅ ☁️ 26 °C

    SahnesegelTag nach Timmendorf gebucht

    Traum Wind: 12-18 KN
    Traum Welle: >1m
    Traum Wetter: 🌞🌞🌞

    In Timmendorf angekommen, schönen Liegeplatz gefunden und den Rest des Tages genossen.
    In den frühen Morgenstunden kam dann doch noch ein Gewitter.
    Für heute war eigentlich arbeiten angesagt, aber irgendwie haben wir sehr schlechtes bis gar kein Internet 🛜. Und so sind wir dann mit Rucksack bepackt nach Kirchdorf zum einkaufen gelaufen.
    Da wir immer gerne neue Wege ausprobieren haben wir uns heute etwas unfreiwillig für einen Umweg von 11,3 km entschieden. Der Weg war traumhaft schön an der Steilküste von Poel entlang nur halt auch weg von Kirchdorf, anstatt hin. Im Supermarkt haben wir uns dann mit Getränken und Eis gestärkt und sind die 3.5 Km etwas müde und sehr tapfer zu unserem Boot zurück marschiert. Recht fertig und mit müden Beinen sind wir am Boot angekommen.
    Als Belohnung konnten wir einen phantastisches Schauspiel am Himmel beim Sonnenuntergang erleben.

    Was ich an Timmendorf so mag, sind die kleinen süßen Details, die man entdeckt, wenn man mit offenen Augen über die Insel läuft. Wie beispielsweise, der Briefkasten, der sich wünscht nur mit lieben Briefen gefüllt zu werden, oder die Geschichte vom Boshaften Riesen.
    Czytaj więcej

  • …auf dem Weg nach Kopenhagen

    23 lipca 2023, Dania ⋅ 🌧 17 °C

    Auf dem Weg nach Dänemark 🇩🇰 machen wir noch ein paar Tage Stopp in Warnemünde. Zum einen, weil wir da Charlotte treffen und zum anderen, weil uns der Wind 💨 zu stark bläst.
    Von Warnemünde geht‘s dann früh los nach Gedser und am nächsten Tag gleich weiter nach Hesnæs und 2 Tage später weiter nach Klintholm. Die ruhigeren Windfenster bestimmen den Takt. Unser Ziel ist die Greve Marina. Dort verlassen wir unsere Ahyoka für Familienbesuche in Süddeutschland.

    Jedes Land hat bekanntlich seinen besonderen wipe. So empfängt uns Dänemark mit einfachen naturbelassenen Marinas, netten Menschen, tollen Wäldern und außergewöhnlichen Essen, wie beispielsweise in Hesnæs. In Deutschland würde man lange suchen um blanchierte Krabben servieren zu bekommen. Hier am Wasser könnten sie frischer nicht sein. Und die kleinen Hand-Tücher sind zwar abgepackt, aber es sind feuchte Stofftücher. Und dazu auch noch reichlich davon- so staunen wir und fühlen uns gut bewirtet. Dreimal dürft ihr raten, wer die tolle Gemüse Stulle vernascht hat. 😋
    Jedenfalls mag ich Dänemark. Und ich mag die Sprache. Es hört sich so an, als würden sich Kinder wie Erwachse unterhalten, weil die Wörter so melodisch betont werden. Und die Wörter teilweise sehr lustig sind.
    Hier ein paar Beispiele:
    smuk = schön
    Øl = Bier
    rigtig = richtig
    umulig = unmöglich
    tak = danke
    Czytaj więcej

  • Wind, Welle, Strömung

    26 lipca 2023, Dania ⋅ ☁️ 16 °C

    Klintholm lässt uns nicht gehen. Zu unserem Ziel, die Greve Marina, sind es „nur noch 43 sm“. Und der Wind bläst und bläst aus südlicher Richtung. Der Südwind ist für uns prinzipiell ein super Wind, da wir ja nach Norden wollen. Doch die Böen, die Welle und die Gegenströmung machen uns keinen Spass.🤔
    Heute Nachmittag soll der Wind nachlassen. Jedoch so, dass er eventuell ganz weg geht. Das will man ja auch nicht- mit dem Segelboot stundenlang motoren.🙄
    So wägen wir die Argumente pro und contra ab, studieren mehrmals täglich die Wetterprognosen und vergleichen die verschiedenen Systeme. GFS, ECMWF, Icon-D2, Meteoblue und Arome. Sind die Systeme deckungsgleich umso wahrscheinlicher, dass es auch so kommt, wie angesagt. Wir haben beide Respekt vor den Böen und die Welle tut 50% von uns auch nicht gut🤢. Je näher wir Kopenhagen kommen haben wir auch noch Strömung, die uns je nach Windrichtung entweder unterstützt oder bremst.

    Letztendlich haben wir uns entschieden am nächsten Morgen um 6 Uhr abzulegen. Angekündigt ist Westwind, der anfangs sogar noch eine für uns eher ungünstige nördliche Komponente hat, aber er soll bis mittags auf West drehen und abnehmen.
    Das gibt uns ein gutes Gefühl.
    In der Nacht frischt der Wind so auf, dass wir schon mit dem Gedanken spielen doch nicht abzulegen. Am Morgen ist es dann aber glücklicherweise recht ruhig und die Wasseroberfläche ist so glatt, als würde es immer so friedlich sein.
    Kaum abgelegt fegen uns schon die ersten Böen um die Ohren, draußen erwartet uns schon eine etwas kabbelige Ostsee. Hoffnungsvoll, dass der Wind ja nicht stärker als 14 Knoten blasen will, heißen wir das groß voll auf und nehmen die Genua dazu.
    Beim umfahren von Møn genießen wir noch den atemberaubenden Blick auf die Kreidefelsen. Für solche Momente ist man überaus dankbar auf dem Wasser zu sein 😍.

    Böen mit über 20 Knoten lassen uns dann doch recht demütig das 1.Reff einbinden und auf die Fock wechseln. Die Böen lassen unsere Ahyoka immer wieder ordentlich Krängen. War es die richtige Entscheidung loszufahren?

    Das Ziel vor Augen- die Greve Marina- motiviert uns und bestätigt uns in unserer Entscheidung.
    Nach einem schönen und anstrengenden Segeltag machen wir nach 9 Stunden in der Marina fest. Ohne Schaden und ohne, dass ein böses Wort gefallen ist. Die Böen haben erst nach dem anlegen nachgelassen😂.
    Wir sind glücklich diese anspruchsvolle Etappe geschafft zu haben.
    Die Greve Marina ist ein wundervoller Naturhafen und wir sind dankbar, dass wir das so gut gemeistert haben.
    Czytaj więcej

  • Ahyoka alleine in der Marina

    7 sierpnia 2023, Niemcy ⋅ ⛅ 14 °C

    Nun haben wir unsere Ahyoka in der Greve Marina gelassen und sind für 2 Wochen für Familienbesuche in den Süden gefahren.
    Ein Boot verlässt man ja nicht nur so, dass man die Luke zu macht und geht.
    Nein.
    Es ist ein bisschen aufwändiger…

    Am liebsten sind wir schon 3-4 Tage, bevor wir das Boot verlassen, auf unserem Liegeplatz. Dann können wir noch ein paar Tage lang die Leinen beobachten und sehen, wie sich das Boot am Liegeplatz mit und ohne Wind verhält und entsprechend nachjustieren. Da werden Leinen gefiert, dicht geholt, weg gemacht und dann doch wieder dran gemacht.
    Fallen und Schoten machen wir entsprechend dicht oder lose, damit sie bei viel Wind nicht schlagen und die Nachbarn nachts in den Wahnsinn treiben.

    Diesmal haben wir noch unser SUB an der Reling befestigt, anstatt es in die Backkiste aufzuräumen. Mal sehen, ob es sich das bewährt.

    Drinnen putzen wir die Nasszellen, die Bodenfächer, räumen das Schiff so auf, als würden wir ablegen. Die Musikbox kommt ins Bodenfach, unsere LED Teelichte verschwinden im Schrank. Die Spüle in der Pantry wird abgedeckt, alle Schubladen verschlossen. Der Tank der Kaffeemaschine entleert. Alle Elektrogeräte ausgesteckt.
    Am Tag der Abreise machen wir noch den UV Schutz an die Fenster. Da ist es dann im Schiff, wie in einer Dunkelkammer.

    Und beim verlassen sind wir immer mega aufgeregt und fragen uns die ersten paar Stunden, ob wir an alles gedacht haben.

    Sind wir in der Wohnung angekommen, bestaunen wir die ersten Tage das riesige Raumangebot. Wir genießen morgens den kurzen Weg zur Toilette und zur Dusche. An einem Tag bekommt man viel mehr erledigt, als auf dem Boot. Was wiederum dazu führt, dass man sich in der Regel auch viel mehr Arbeit vornimmt. Da wir oft recht kurze Zeit im Süden sind, wird alles, was geht in dieser Zeit erledigt. Egal ob Freunde treffen, Arztbesuche, Friseur, o.ä.. Es artet sozusagen in Terminstress aus.

    Meist sitzen wir dann sehr erfüllt und auch etwas müde im Zug zu unserer Ahyoka.
    Es ist lustig, obwohl wir unser Schiff als unser “zu Hause” betrachten, weil wir da so viel Zeit verbringen, bin ich immer so aufgeregt, als würden wir in den Urlaub fahren.
    Czytaj więcej

  • Wieder an Bord

    18 sierpnia 2023, Dania ⋅ ☀️ 21 °C

    Ahyoka hat uns wieder❗️ 😍
    Mitten in der Nacht, um halb eins sind wir in Greve in unserm Zuhause 1 angekommen und waren uns sofort einig, wie schön wir es doch haben.
    Um das Adrenalin von der langen Reise abzubauen haben wir noch bis um 2 Uhr unsere Sachen verräumt, damit wir am nächsten Morgen beim ersten Gang zur Toilette nicht gleich über unsere Taschen stolpern😂. Müde und sehr glücklich sind wir dann eingeschlafen und am nächsten Morgen erst um 10 Uhr aufgewacht.

    Der Tag war gefüllt mit arbeiten, ankommen, einkaufen, kochen und alles hübsch machen für Madi und Dustin, die am Abend zu uns auf die Ahyoka kamen.

    In Greve haben wir zusammen zwei Tage mit ankommen, chillen, spazieren gehen Boatwork und Vorbereitungen für unseren Trip nach Kopenhagen verbracht.

    Um den Trip entspannt für alle beteiligten zu gestalten haben wir die Überfahrt nach Kopenhagen in 2 Etappen geplant, die Erwartungen niedrig gesteckt mit zahlreichen Optionen in der Hinterhand. Am dritten Tag sollten wir Top Bedingungen zum segeln haben.

    Heute Morgen bestaunten wir unsere Top Bedingungen. Bei Nebel, Nieselregen und ohne Wind haben wir um 8 Uhr abgelegt. 🤣 mit Kurs auf die nahegelegene Dragør Marina oder alternativ Kastrup. Im Klartext hieß das erst mal motoren! ☹️

    Zweifel, ob die Entscheidung richtig war noch einen Tag länger zu warten, oder ob man hätte nicht doch besser gestern ablegen sollen 🤔.
    Aber jeder weiß: im Leben gibt es nur zwei Tage an den man nichts ändern kann:
    Gestern und Morgen. Also genießen wir das Heute und machen das Beste daraus.
    Gesagt getan.
    Schließlich kam der ersehnte Wind - zwar aus einer suboptimalen Richtung, dafür mit Sonne. Was will man beim segeln mehr, außer moderaten Wind mit Sonne. Gut gelaunt und dankbar für die unterstützende Strömung sind wir 6, 5 Knoten gelaufen, so dass wir bald beschlossen haben bis Kopenhagen durch zu fahren. 💪
    Die Fahrt war sehr kurzweilig, da die viel befahrene Wasserstraße nach Kopenhagen für jedermann was bietet. Viele entgegen kommende Boote, Flugzeuge, Wasserflugzeuge, die Skyline von Kopenhagen und plötzlich ist man bei seinem Liegeplatz direkt bei der Oper angekommen.
    Nun freuen wir uns zwei Tage lang Kopenhagen mit Madi und Dustin zu erkunden.
    Czytaj więcej

  • Kopenhagen

    27 sierpnia 2023, Dania ⋅ ☁️ 19 °C

    Was für eine wundervolle Stadt!
    Insgesamt waren wir fast 6 Tage in Kopenhagen und haben den positiven Vibe der Stadt aufgesaugt.
    Unser phantastischer Liegeplatz bot uns eine Aussicht auf den Königspalast, die Oper und das königliche Theater. Was soll ich sagen, wir hätten es besser nicht treffen können.
    Okay, wenn ich ehrlich bin, gibt es eine Sache, die der Location absolut nicht gerecht wird. Die Duschen und Toiletten waren schlicht und ergreifend zum gruseln.

    Aber widmen wir uns den schönen Dingen.
    Die ersten 3 Tage waren Madi und Dustin mit an Bord und der Tag fing an mit Yoga am Ofelia Plads und einem leckeren Frühstück mal an Bord mal bei Emmerys und einmal sind wir mit dem Dinghi zum Frühstücken durch die Kanäle gedüst.
    Von der Wachablösung am Schloss, über die königlichen Reitställe, den tollen Läden, die zum bummeln einladen, bis zum besten Sushi, das wir je gegessen haben, bietet die Stadt so viele außergewöhnliche Highlights, dass man die gar nicht alle aufzählen kann.
    Als Madi und Dustin wieder nach Deutschland geflogen sind, waren Jürgen und ich noch Tango tanzen, haben kurz mal ein Konzert auf dem Wasser mitgenommen und mit unseren Bootsnachbarn aus Amsterdam Freundschaft geschlossen.
    Und das kam so:
    Unser Wasser wurde knapp und der nächste Wasserhahn war etwa 90 Meter entfernt. Also waren wir eine Schlauchkupplung kaufen, um unsere Schläuche zu verbinden. So bisschen Wasser in den Tank füllen wird dann von jetzt auf gleich locker zu einer 3 Stunden Aktion. 🤣 Natürlich hat es nicht auf Anhieb geklappt. Silene vom Nachbarschiff hat uns beobachtet und gleich die Gelegenheit genutzt, um auch ihren Wassertank auffüllen zu können…, so kamen wir ins Gespräch. Im nu waren wir zu viert am Basteln um drei Wasserschläuche zu verbinden. Den Erfolg haben wir am Abend mit Wein gefeiert und haben nun jederzeit ein Bett zum schlafen in Amsterdam. Also eine rundum gelungene Aktion.
    Czytaj więcej

  • Dankbar sein ist eine Übung

    3 września 2023, Dania ⋅ ☁️ 17 °C

    In den letzen Tagen haben wir kleine Schläge gemacht. Unsere Route führte uns von Helsingør über Gilleleje, nach Lynæs in den schönen Isefjord. Jeder Ort auf seine Art und Weise besonders. In Helsingør durften wir den besten Cappuccino Dänemarks kosten, in Gilleleje den besten Fisch, den ich jemals gekostet habe und Lynæs, was soll ich sagen. Lynæs hat einen ganz außergewöhnlichen Charme. Als wir den Hafen angelaufen haben, dachten wir uns beide. Wow. Wie atemberaubend schön ist das denn hier. Hier gibt es einen Surfclub, der gerne jede Altersklasse bewirtet, der diese entspannte Atmosphäre mag. In Lynæs ist man einfach fröhlich.
    Da lernt man besonders nette Dänen kennen, mit denen man einfach mal so einen lustigen Abend verbringt und sich für nächstes Wochenende auf Samsø verabredet. Einfach so! Mal sehen, ob der Wind da auch mitmacht.

    Wenn ich über unser Leben so nachdenke, bin ich der Überzeugung ein rundum privilegiertes Leben zu führen. Es ist nicht nur, die Möglichkeit zu haben mit dem Segelboot zu reisen, sondern, auch die Tatsache, dass wir es tun. Wir leben unseren Traum und auch den vieler anderer Menschen.
    Und trotzdem gibt es Tage, an denen ich schlechte Laune habe, oder keine Lust habe, im Hafen auf unserem Boot zu sein, oder überhaupt da zu sein, wo ich gerade bin. Mein Klabautermann findet einfach alles doof. Mittlerweile bin ich alt genug, um zu wissen, das das einer meiner Charakterzüge ist.
    Schaffe ich es aus diesem “Tunnel” raus, verspüre ich tiefe Dankbarkeit und wünsche jedem Wesen auf der Erde diese Erfahrungen machen zu dürfen.
    Es ist sehr hilfreich Dankbarkeit zu praktizieren, zu üben. Lediglich zu sagen, dass man dankbar ist oder anderen zu erzählen, wie dankbar man ist, reicht nicht aus. Keine Frage es ist ein Anfang, darüber zu sprechen.
    Wenn ich diese Dankbarkeit tief in meinem Herzen spüre, lebe ich sie auch. Sie ist mir dann bewusst und ich spüre sie im ganzen Körper.
    An vielen Tagen gelingt mir das sehr gut. Es gibt aber auch Tage, an denen ich nur mit Jürgens Hilfe aus dem Negativ-Tunnel rauskomme. Dafür bin ich Ihm auf immer und ewig dankbar. Ich bin dankbar, ihn an meiner Seite und jederzeit hinter mir zu wissen. Und an meinen nicht so fröhlichen Tagen, zeigt er mir, wie man lebt und das Leben genießt.
    Czytaj więcej

  • Ankerwetter

    4 września 2023, Dania ⋅ ☀️ 21 °C

    Bleibt der Wind weg, macht das Segel keinen Sinn und Motoren ist uns zu langweilig.
    Da ist dann Ankern angesagt.
    Für mich persönlich ist Ankern ohnehin eines der schönsten Ereignisse, das ich kenne. Ankern weckt bei mir Urlaubsgefühle. Da hab ich dann Lust mich mit einem Buch aufs Deck zu legen oder Jürgen im Carcassonne zu besiegen. Oder in der Hängematte rumzufläzen oder mit dem Dinghi ein bisschen in der Bucht rumfahren. Alles macht Riesen Spaß.
    Diesmal haben wir 2 Stellen im Isefjord ausgesucht. Die erste Nacht haben wir ganz einsam in der Nähe der Insel Orø mit einem traumhaften Blick auf den Fjord verbracht und die zweite Nacht haben wir bei Rørvig mit ein paar anderen Booten geankert.
    Beides war spitze.
    Tagsüber war es sehr warm, weil windstill und nachts wurde es ziemlich klamm. Es ist halt doch schon September.
    Falls ich es noch nicht erwähnt habe, Ankern ist einfach wundwunderschön 😍⛵️.
    Czytaj więcej

  • Die Gemüseinsel

    7 września 2023, Dania ⋅ ☀️ 20 °C

    Unser Weg zum kleinen Belt führt uns über Odden nach Langør auf die wundervolle Insel Samsø. In dem verschlafenen Ort Odden haben wir nur einen kurzen Stopp eingelegt. Abends gekommen und am nächsten Morgen wieder früh weiter. Das hat sich dann auch als weise Entscheidung herausgestellt, da in Odden die Segelsaison bereits beendet war. Alle Restaurants hatten schon eine Woche zuvor geschlossen und die Läden waren auch zu. Was für Dänemark schon recht ungewöhnlich ist. Hier kann man nämlich normalerweise von morgens bis abends „alle dage“, also 7 Tage die Woche einkaufen. Da kann man sich schon dran gewöhnen.
    Die Überfahrt hat, glaube ich, alles an Adrenalin gefordert, was unser Körper so zur Verfügung hatte, denn wir sind das erste mal durch ein Riff durchgefahren. Die Durchfahrt ist nur bei guten Wetter zu empfehlen und wir sind sogar durchgesegelt. Es war ungefähr so, wie das erste mal, als wir unter einer Brücke durchgefahren sind. Einfach nicht atmen. Jürgen hat sich auf die Wassertiefe konzentriert und ich aufs steuern.
    Als die Wassertiefe wieder zunahm, haben wir auch wieder geatmet und auf “Dicke Hose” gemacht. War eigentlich recht easy, oder? Ja, total!

    Langør ist verschlafen und liegt in dem traumhaft schönen Stavns Fjord. Es ist ein bisschen ein gegurke um sich durch die untiefen zu schlängeln, aber das lohnt sich mächtig. Wir haben ja am Vormittag schon am Riff geübt. Der runde Stavns Fjord ist fast von Land umschlungen und nur eine sehr schmale Öffnung gen Norden trennt den Fjord vom Meeresgebiet in der Nordbyer Bucht. In dem Fjord sind 9 kleine Inseln eingebettet. Hier ergibt sich ein Naturschutzgebiet von 1525 ha, das vielen selten Vogelarten ideale Rast- und Brutbedingungen bietet und als Schutzzentrum für Seelöwen gilt.
    Und nicht nur Tiere kommen hier auf ihre Kosten; hier haben wir das beste Gemüse in Dänemark bekommen. An einem Gemüsestand, wie wir sie auch aus dem Breisgau kennen haben wir so viel eingekauft, wie wir tragen konnten. Zucchini, Frühlingszwiebeln, Tomaten, Kartoffeln, Bohnen, rote Beete und sogar Blaubeeren. Da haben wir gestaunt. Da die Insel mit einem milden Klima gesegnet ist, wird so viel Gemüse angebaut, dass es in viele Gebiete Dänemarks weiterverkauft wird.
    Die letzte Nacht bei Samsø haben wir geankert und wurden in der Nacht von einem kleinen neugierigen Seehund geweckt, der versucht hat unsere Ankerkette hochzuklettern. Leider waren wir so überrascht, dass wir davon keine Bilder gemacht haben. Süß hat er uns mit seinen Knopfaugen angeschaut, der kleine Seehund und hat vermutlich versucht, die Lage einzuschätzen, als er uns sah. Freund oder Feind❓🤔🦭
    Czytaj więcej

  • Hallo, du schöner kleiner Belt

    13 września 2023, Dania ⋅ ⛅ 18 °C

    Es heißt: “Der geduldigste Segler hat den besten Wind”. Um sich den Luxus leisten zu können, auf den richtigen Wind zu warten, gehört auch ein großzügiger Zeitplan. Und unser Zeitplan ist deshalb so großzügig, weil wir auch schon ein paar Orte, die wir auf unserer Wunschliste hatten, gestrichen haben. Richard, unser kluger Coach, hat uns vor unserer Abfahrt einen sehr klugen Ratschlag gegeben: “Fahrt nur bei guten Bedingungen raus, dann bleiben euch viele doofe Erfahrungen erspart“. Diesen weisen Ratschlag nehmen wir uns sehr zu Herzen und segeln sehr gut damit. Danke, du weiser Richard.

    Ohnehin kommen noch ausreichend andere Herausforderungen dazu. Geht etwas schief, ist man schnell in einer Kaskade von nicht funktionierenden Abläufen verwickelt.
    Beispielsweise sind wir auf unserm Weg zum kleinen Belt trotz guter Segel-Bedingungen in solch eine Kaskade reingerutscht, als wir unseren Code Zero nicht gleich aufgerollt bekommen haben. Ja, in diesem Jahr haben wir uns einen Code Zero geleistet. Mit diesem Leichtwindsegel soll unsere 13 Tonnen schwere Ahyoka auch bei wenig Wind noch segeln können. Also Code Zero raus und bei 7-9 Knoten Wind, gemütlich auf Steuerbord Bug am Wind gute 5 Knoten Fahrt. Das ist schon eine super Sache. Bisschen Wind in fast 100 qm Segel ist cool, sieht spektakulär aus und macht riesig Spaß. Was dann nicht so viel Spaß gemacht hat, war der Windpark der uns im Weg war. Also holen wir den Code Zero wieder ein, bevor wir zu nahe am Windpark sind. Das Segel hängt irgendwie und lässt sich schwer bis gar nicht einrollen. Unsere Ahyoka ist im Autopiloten unterwegs und luvt durch das große Segel immer mehr an. Vor allem in den Böen, wenn der Wind schlagartig zunimmt. Als wir versucht haben, das Segel noch schneller einzuholen, waren wir zu hoch am Wind und der Code Zero hat uns in eine Wende gedrückt, ist an der Fock hängen geblieben und eingerissen. Währenddessen machen wir kaum Fahrt durchs Wasser, da wir ja nahezu im Wind stehen und treiben langsam auf den Windpark zu. Gedanken rasen uns durch den Kopf, was zu tun ist. Schnell den Motor starten, um wieder manövrierfähig zu sein. Gesagt. Getan. Der Motor geht nicht an. Nächster Versuch. Tief Atmen. Der Motor springt an. Nun Fahrt aufnehmen und den Code Zero vollends aufrollen, egal wie. Das wichtigste ist:
    :uns ist nichts passiert, dem Schiff ist nichts passiert und das Segel, naja, es ist ärgerlich, vor allem, weil es neu ist. Aber es ist reparabel und in den nächsten Saison wieder zum Einsatz bereit.

    Der kleine Belt ist wunderwunderschön und es ist schon sehr beeindruckend unter den Brücken durchzusegeln. Die kleine Belt Brücke “ Lillebæltsbroen” verbindet Jütland mit der Insel Fünen ist 42 m hoch und 1700 m lang. Die Landschaft ist traumhaft und erinnert so bisschen an den Bodensee. Der erste Hafen, den wir anlaufen, ist Middelfart Nyhavn. Im Hafenhandbuch heißt es, dass es Querströmungen beim anlaufen des Hafens geben kann. Der Blick auf den Plotter verrät uns, dass wir 2 Knoten Strömung haben. Wir gehen. davon aus, dass es im Hafen ruhiger ist und steuern darauf zu. Im Hafen werden wir eines besseren belehrt.: Der Hafen ist saueng und wir werden schnell zum Spielball von Strömung, Verwirbelungen und dem Wind. Kein Liegeplatz in Sicht. Nachdem wir unsere Ahyoka nicht so manövrieren können, wie wir es wollen, lassen wir uns schließlich auf ein anderes Schiff treiben. Erst mal festhalten und überlegen. Wir entscheiden uns also für den Stadthafen. Beim ansteuern auf den Stadthafen sehen wir kaum Lücken, aber wir denken, dass wir irgendwo ins Päckchen gehen können. Ich steuere den Hafen rückwärts, gegen die doch recht starke Strömung an und nehme die Fahrt im Hafen aus dem Schiff. Der enge Hafen bietet keinen Platz für Päckchen und die 2 freien Lücken sind rot markiert. Also verlassen wir auch diesen Hafen und entscheiden uns neu für die Middelfart Marina. Die Middelfart Marina erweist sich glücklicherweise als gute Entscheidung. Der Hafen ist traumhaft in die Natur eingebettet, ruhig und ohne Strömung.
    Entspannt angelegt. Angekommen. 😎
    Hallo, du schöner kleiner Belt.
    Czytaj więcej

  • Mitten im Tief

    17 września 2023, Dania ⋅ ☁️ 22 °C

    Auf dem Weg in den Süden verbrachten wir eine wunderschöne Nacht in einer Bucht südlich von Assens mit der Idee am nächsten Morgen früh abzulegen und nach Sønderborg zu segeln. Obwohl der Wind am Vorabend gut aussah blieb er am nächsten Tag nahezu weg. Unter Segel würden wir mit dem schwachen Wind ca 10-14 Stunden brauchen für 28 sm unter Motor ca.6 Stunden. Also sind wir erst mal gemotort. Unser Drang in den Süden zu kommen war groß, da für den selbigen Tag Gewitter angekündigt waren und für den darauffolgenden Tag Starkwind mit bis zu 30 Knoten. In Assens zu bleiben war für uns auch keine Option, da es da noch heftiger kommen sollte und uns dafür der Hafen keinen geschützten Eindruck machte. Nach einer Weile haben wir es dann doch noch mit Segeln versucht, aber wir hatten nicht die Geduld mit dem langsamen Tempo. Da auch nicht gerade die beste Stimmung an Bord herrschte, weil ich motoren einfach doof finde und das auch nicht so gut verstecken kann, haben wir das ausdiskutiert und nach alternativen gesucht. Auf dem Boot kann ja keiner fliehen, da ist diskutieren schon eine super Option. Schließlich haben wir dann beschlossen, anstatt nach Sonderbørg nach Dyvig zu fahren und dort das Tief abzuwettern. Von da an stieg die Laune und wir konnten sogar noch entspannt segeln, da der Weg nicht so weit war.
    Die größte Überraschung war dann der Hafen. Unser Freund Archibald sagte, wir sollen unbedingt nach Dyvig in den Hotelhafen. Und das war die beste Entscheidung des Tages. Der Hafen ist klein, modern, mit tollen Sanitäranlagen und einem Brötchenservice. Der Hafenmeister kommt am Abend vorbei, kassiert persönlich die Hafengebühr und nimmt die Brötchenbestellung auf. Die Brötchen werden dann am nächsten Morgen ans Boot geliefert. Da haben wir gestaunt.
    Bei dem vielen Wind wurden wir ordentlich durchgeschüttelt und in den Spitzen hatten wir einmal sogar 37 Knoten. Mann, waren wir froh, als das rum war. Auch wenn man weiß, dass man auf dem Schiff sicher ist und die Leinen halten, ist es doch sehr anstrengend.
    Die Bucht von Dyvig ist wunderbar von allen Seiten geschützt und bietet tolle Ankermöglichkeiten in einer traumhaften Naturkulisse, die leider auf den Bilder nie so schön rüber kommt, wie sie in echt ist.
    Wenn wir im nächsten Jahr wieder in die Gegend kommen, laufen wir Dyvig sicher wieder an und werden dort auch ankern!
    Czytaj więcej

  • Auf nach Augustenborg

    21 września 2023, Dania ⋅ ☁️ 23 °C

    Nach 4 wundervollen Tagen haben wir Dyvig früh verlassen und sind mit einem tollen Wind Richtung Augustenborg gesegelt. Dort sollte uns eines der größten und schönsten Barock-Schlösser Dänemarks erwarten. Im Internet wird Augustenborg als verstecktes Juwel beschrieben. Das ist ein guter Grund, da hinzufahren. Wir waren dort und haben das Juwel leider nicht gefunden. Es ist zu gut versteckt. Oder wir sind in der Parallel-Welt vom schönen Augustenborg gelandet. 🤷🏼‍♀️
    Erwartet hat uns ein voller, abgerockter hässlicher Hafen. Die Stege sind alt und brüchig, bis auf einen nagelneuen Steg. Als wir den angefahren haben, wusste wir auch, warum dieser noch frei war: es gab keine Klampen oder Ringe, also keine Möglichkeit das Boot festzumachen 🤣. Also sind wir an den Kai für die großen Schiffe und haben an Riesengroßen Ringen vor einer alten still gelegten Fabrik fest gemacht.
    Sollte man ein Buch über schlechte, hässliche Häfen schreiben, muss Augustenborg unbedingt mit aufgeführt werden. Denn die Stadt selbst ist auch keine Reise wert. Wir sind nachmittags durch die Straßen gelaufen und es war tot, als wäre es 3 Uhr nachts. Wir sind keinem Menschen begegnet. Das Schloss ist ganz nett, aber das war auch schon wirklich alles. Ein unbeschreiblich drückende Energie haftet an dieser Stadt.
    Trotz schlechter Wetterprognosen mit eventuell eintretenden Gewittern und Hagel haben wir ein, für uns gut aussehendes Wetterfenster genutzt, um Augustenborg gleich am nächsten Morgen wieder zu verlassen und weiter nach Sonderbørg zu fahren. Auf dem Wasser hat man das Glück, einen 360 Grad Rundumblick auf den Himmel zu haben. Man sieht die Zugrichtung der Wolken, und mittlerweile können wir die Wolkenbildung am Himmel auch recht gut lesen und deuten. Vor allem Jürgen kann das hervorragend.
    Landschaftlich ist der gesamte Alsfjord traumhaft schön. Und der Alssund, der nach Sonderbørg führt, ist zudem spannend zu befahren. Dort ist eine Brücke zu passieren, die 39 Minuten nach jeder vollen Stunde öffnet. Da wir den Sund unter Motor befahren, weil gegen den Wind…, haben wir versucht die Fahrgeschwindigkeit auf die nächste Brückenöffnungszeit anzupassen. Nur sollte man beim Peilen auch die Kurven im Fahrwasser mitberechnen ….🤔Ui, dad wird eine knappe Kiste. Also haben wir uns gedacht: knapp daneben ist auch vorbei.
    Gut, dann machen wir eben irgendwo vor der Brücke fest und warten auf die nächste Brückenöffnung Der Regen hat uns dann auch noch erwischt, nur vom Gewitter sind wir glücklicherweise verschont geblieben.. Als wir in unmittelbarer Nähe der Brücke waren, ging diese dann doch gerade auf und wir sind geradewegs mit den anderen Booten durchgerutscht. Besser hätten wir es definitiv nicht planen können. Nach der Brücke haben wir gleich am alten Holzbollwerk, mitten in der City von Sønderborg festgemacht. Die positive Energie Sønderborgs war unmittelbar zu sprüren. Was für ein Unterschied zum gammligen Augustenborg. Sønderborg ist gut bestückt mit tollen Parkanlagen, gemütlichen Cafés, netten Menschen und viel Kunst und Liebe zu den schönen Details. Sønderborg, wir kommen wieder.
    Czytaj więcej

  • Marstal auf Ærø

    24 września 2023, Dania ⋅ ☀️ 17 °C

    Von Sønderbørg hat uns der Wind nach Marstal getragen. Von angekündigten 10-12 Knoten haben wir 15-20 bekommen. Und das mit einer sehr erträglichen Welle. 😊 Das war dann doch eine kurze Überfahrt. Wir hatten mit 8 Stunden gerechnet und haben nach 6 Stunden bereits festgemacht. So macht das großen Spaß.
    Der idyllische Hafen ist in eine riesig angelegte Bucht gebettet und wunderschön naturnah.
    Marstal ist eine ehemalige Handelsstadt, war früher die Heimat von rund 300 segelnden Handelsschiffen und ist jetzt richtig schön verschlafen. Man fühlt sich wie in eine andere Zeit versetzt. Auch deshalb sind wir 10 Tage geblieben. Hier gibt es ein phantastisches Schifffahrtsmuseum, das in die beeindruckende Geschichte Marstals schauen lässt. Von hier aus segelten die Marstaler z.B. nach Neufundland, Maracaibo oder Brasilien.
    Lange Spaziergänge am Strand entlang füllen den Tag zwischen einkaufen, essen zubereiten und Büro- und Bootsarbeiten.
    Hier auf Ærø gibt es sogar einen gratis Inselbus. Der hat uns bisher zwei mal nach Ærøskøbing gebracht.
    Dieser Ort ist noch schöner als Marstal und dementsprechend belebter. Hier hat man eine Auswahl an Cafés mit vielen Leckereien . In Marstal gibt es nur eines und da gibt es auch nur was zu trinken. Die Häuser in Ærøskøbing sind wunderschön erhalten und die ganze Stadt steht unter Denkmalschutz.
    Wir genießen die Zeit und das langsame Tempo hier sehr.
    Czytaj więcej

  • Zwischen den Fronten

    5 października 2023, Niemcy ⋅ 🌬 16 °C

    Marstal ist ein Ort zum verweilen und Seele baumeln lassen. Man fühlt sich dort, wie in eine andere Zeit versetzt. Aber auch die anspruchsvolle Wetterlage hat dazu geführt, dass wir so lange in Marstal waren. Nachdem wir gesehen haben, dass sich unsere Tage auf Marstal verlängern, haben wir uns auf einen ruhigeren Liegeplatz verholt, der uns vor dem nächsten anrauschenden starken Nordwest Wind mehr Schutz bietet.
    Bei sehr viel Wind und Welle macht uns das Segeln keine große Freude. Es ist körperlich sehr anstrengend und es fordert nonstop 100 prozentige Aufmerksamkeit.
    Das Wetterfenster am darauf folgenden Donnerstag schien uns geeignet zu sein, um uns wieder ein Stück südwärts zu bewegen.
    Obwohl wir immer unterschiedliche Wettermodelle anschauen, mit Strom, Welle und Wind, wissen wir erst wenn wir draußen sind, was da tatsächlich los ist. Oft stimmen die Prognosen mit der Realität überein und genauso oft auch nicht. Jedenfalls sind wir bei Sonnenschein und ausreichend Wind aus Marstal ausgelaufen, haben schon im Hafen das 2. Reff gesetzt und die Fock vorbereitet. Mit achterlichem Wind sind wir dann Raumschots Richtung Fehmarn gesegelt. Bei durchschnittlich 2m Welle und 17-30 Knoten Wind. Als wir dann die Abdeckung von Langeland passiert haben, hatten die Wellen auch mehr Länge und es wurde insgesamt etwas ruhiger. Bei diesen Bedingungen fühle ich mich auf unserer Ahyoka trotzdem sehr sicher. Wir haben definitiv das richtige Schiff gekauft.

    Ein großer Vorteil bei viel Wind ist die Fortbewegungsgeschwindigkeit, denn Gemächlichkeit ist beim Segeln eigentlich eher die Regel. Diesmal sind wir im Schnitt mit 7 Knoten durch die Kieler Bucht gedüst und haben zum ersten mal in der Spitze 10,1 Knoten auf der Logge stehen. Wir wussten gar nicht, dass unsere Ahyoka das kann.
    Nach nur 6 Stunden haben wir in Burgstaaken fest gemacht. Das Anlegen bei dem vielen Wind war anspruchsvoll, aber dank unserem Coaching bei Richard, haben wir doch immer recht gute Antworten parat.
    Ursprünglich wollten wir endlich mal Heiligenhafen anlaufen, aber die nächste Front mit angekündigten 50 Knoten aus Nordwest war schon im Anmarsch und hat so dafür gesorgt, dass wir in Burgstaaken im Stadthafen ins Päckchen mit Lutz und Birgit gegangen sind.
    Lutz und Birgit lagen schon in Marstal vor uns am Steg und das Wiedersehen hat zu einem sehr interessanten und inspirierenden Austausch geführt.
    Czytaj więcej

  • Burgstaaken - Neustadt

    9 października 2023, Niemcy ⋅ ☁️ 13 °C

    Der letzte Schlag in diesem Jahr führt uns zurück nach Neustadt. Diesmal haben wir die Wahl zwischen moderatem Wind und Regen oder einen Tag später bei Sonne ohne Wind. Wir entscheiden uns fürs erstere. Schließlich haben wir eine Sirius, die man auch von Innen im trockenen segeln kann.
    So weit der Plan.
    Burgstaaken verlassen wir mal wieder bei 20 Knoten Wind aus WNW und Regen, setzen noch im Hafen das Groß im 2. Reff und segeln gemütlich das geschützte Fahrwasser raus auf den Fehrmarnsund. Natürlich pfeift im Sund eine ordentliche Düse.
    Der Wind lässt dann schnell nach und wir segeln ohne Welle, mit durchschnittlich 6 Knoten Fahrt durchs Wasser bei Regen Richtung Neustadt.
    Wirklich interessant bei dieser Strecke ist, dass der Wind am Schwarzen Grund immer stark nachlässt und bei Grömnitz aus mir unerklärlichen Gründen immer bläst wie blöd.
    Unser Plan war bei dem vorhergesagten schwachen Wind bei Pelzerhaken mit Blick auf die Strandpromenade zu ankern.
    Eine schöne Nacht slleine da draußen vor Anker, ja, das ist für uns der perfekte Abschluss für unsere gut 650 sm lange Tour durch Dänemark und fur eine wunderbare Segelsaison mit vielen einzigartigen Momenten.
    Der Wind sollte abends gemütlich auf Nord drehen und uns eine ruhige Nacht vor Anker bescheren. Nur hat der Wind das nicht mitbekommen und wir hatten eine dementsprechend unruhige und kabbelige Nacht. Und natürlich hat der Wind auch am nächsten Tag weiter geblasen 🤣. Aber so sind wir wenigstens mit der Genua bis kurz vor die Hafeneinfahrt von Neustadt gesegelt und hatten so einen wunderschönen Abschluss für - von ein paar ausführlichen Landgängen abgesehen - rund 7 1/2 Monate auf der Ostsee.
    Czytaj więcej

  • Hafenleben

    14 marca 2024, Niemcy ⋅ ☁️ 15 °C

    Unglaublich, dass wir schon wieder 7 Wochen an Bord sind. 😳
    Noch verrückter ist es, dass wir trotzdem noch nicht los sind. Aber folgen wir dem Fluss des Lebens, mit dem Wissen, dass das Universum seinen Schützende Hände über uns hält ergibt im Nachhinein alles einen Sinn. Die Kunst ist es dann im Chaos der ungeduldigen Gefühle, den Glauben daran beizubehalten.
    Wir lieben unser Bootsleben und sind gefühlt erst vorgestern angekommen. Fange ich dann an, darüber nachzudenken, was unsere Tage so schnell verstreichen ließ, wird mir klar, schneller wärs fast gar nicht gegangen.
    Als wir (vorgestern) spät abends, nach einer laaaangen Zugfahrt in Neustadt bei unserer Ahyoka ankamen, war erst einmal schlafen angesagt. Am nächsten Tag gings dann los mit auswintern, das heißt, alle Systeme wieder zum laufen zu bringen:
    - Wassertanks reinigen und mit Wasser befüllen
    - einkaufen und den Kühlschrank füllen
    - man glaubt es kaum, aber ja auch putzen war angesagt. Erst mal nur innen- obwohl wir unser Schiff blitzeblank verlassen haben, war es ganz schön staubig 🤔.
    Das erstbeste Wetterfenster wurde ergriffen um die Gummistiefel auszupacken und mit dem Hochdruckreiniger das Deck vom Hafendreck zu befreien.
    Dazwischen habe ich fleißig für meinen SSS (Sportseeschifferschein) gelernt und über Ostern schließlich den passenden 8 tägigen Intensivkurs dazu besucht. Jürgen hat die Ostertage genutzt und ist nach Braunschweig gefahren und hat die Zeit mit unserer Jüngsten genossen.
    Die Tage waren gefüllt mit lernen, am Boot rumschrauben, lernen, Essen vorbereiten, lernen, proviantieren und die Backskisten sauber machen und befüllen.
    Kurz noch die SSS Prüfung in Bremen mitgenommen und zwei von vier Teilfächer eingetütet.
    Dann begann die eigentliche Hauptarbeit: Schiff auskranen, Unterwasserschiff sauber machen und Pocken abschleifen Antifouling erneuern, Bugstrahlruder und Propeller auseinander schrauben, reinigen und wieder zusammenbauen. Das war sehr aufregend, denn es war unser erstes Mal 😬.
    Seit einer Woche schwimmen wir wieder und seit gestern haben wir den Hafen verlassen um das ruhige Wetter zum ankern zu nutzen.
    Ankern hört sich für mich immer, wie Urlaub und Entspannung an und trotz der Umstände ist es auch wirklich schön.
    Tatsächlich ankern wir unter anderem weil wir keinen Liegeplatz mehr im Hafen haben und weil wir noch auf ein Paket warten, das heute hätte geliefert werden sollen. Seltsamerweise konnte das Paket heute nicht zugestellt werden, weil im Yachtshop wohl keiner da war 🙄🙄🙄.
    Seitdem ging meine Laune ziemlich in den Keller, weil wir ja los wollen und ich hoffe, dass das Universum einen verdammt guten Grund hat, mir so den Tag zu versauen.
    Mal sehen, wie es morgen läuft…
    Czytaj więcej

  • Hafenhopping

    14 maja 2024, Niemcy ⋅ 🌬 14 °C

    Nach 2 Tagen vor Anker machen wir im Stadthafen von Neustadt fest. Der Wind dreht zunehmend auf Ost, da ist man in Neustadt im Hafen besser aufgehoben. Nach 2 Jahren Ancora Marina bietet uns der Stadthafen völlig neue Perspektiven. Wir genießen den sonnigen Tag, gehen einkaufen-natürlich Lebensmittel -, gehen an der Promenade spazieren und fahren mit dem Fahrrad zur Ancora Marina um nach unserem Paket zu schauen. Ja, der Krimi um unser Paket geht weiter. Das Tracking des Pakets war nämlich mysteriöserweise auf meiner DHL App nicht mehr möglich. Was sich komisch anfühlt. In der Ancora eröffnete man uns, dass da am Samstag nie Pakete hin geliefert werden. 🙄
    So!
    Was nu?
    Wir wollen doch los!
    Zudem sitzt uns der zunehmende Ostwind in der kommenden Woche im Nacken und wir wollen nicht noch eine weitere Woche in Neustadt “hängen” bleiben.
    Fehmarn ruft!
    Das bedeutet bei Nordostwind mindestens die ersten 15 Seemeilen kreuzen, was sehr kräftezehrend sein kann und sich auf jeden Fall in die Länge zieht. Lösungsorientiert beschließen wir am Sonntag einen kurzen Schlag nach Grömitz zu fahren um dann am Montag eine bessere Ausganssituation zu haben.
    Und für das Paket wird sich das Universum schon etwas einfallen lassen.
    Sonntag früh heißt es dann Leinen los und Segel hoch. Bei moderatem Wind und strahlendem Sonnenschein kommen wir rasch aus der Neustädter und Lübecker Bucht mit einem recht entspannten am Wind Kurs. Alles fühlt sich rund an; nur mit unserem ersten Ziel, Grömitz, sind wir nicht ganz im Frieden. Grömitz ist aus unterschiedlichen Gründen bei uns etwas negativ behaftet und dann spricht Jürgen es aus: “Du sag mal, es läuft gerade so gut, sollen wir nach Timmendorf rüber kreuzen” ? Mir braucht man sowas kein zweites mal zu sagen: Ich liebe Timmendorf auf Poel und der Tag verspricht traumhaft zu bleiben.
    Wie schon erwähnt, kann sich das Kreuzen etwas in die Länge ziehen. Denkt man anfangs, so mit 2-3 Schlägen hinzukommen, verdoppeln sich diese Schläge ganz fix. Da habe ich dann immer wieder unseren Segellehrer im Ohr: “Denkt daran, ihr habt einen langsameren Holeschlag und einen mit dem Ihr Strecke macht!” Der Holeschlag fühlt sich an, als würde man zurück oder zumindest in die falsche Richtung fahren und der Streckenschlag weckt unsere seglerischen skills. Wie hoch können wir an den Wind? Werden wir schneller, wenn wir die Segel so oder so trimmen? Auch wenn der Weg nahezu doppelt so weit ist, als nach Grömitz, sind wir froh, uns für Timmendorf entschieden zu haben. Und das sollte dann auch letztendlich belohnt werden.
    In Timmendorf angekommen,treffen wir unseren Freund Jens, der mit seinen Freunden das Wochenende auf dem Boot verbringt. Bei der gemütlichen Anlegerschorle stellt sich heraus, dass sich Jens zu unserem Paketflüsterer entfaltet.
    Aha!
    Jens, der Paketflüsterer.
    Das ist nun auch verstanden: Wir sollten also nach Timmendorf um nochmal mit Jens und Co eine gute Zeit zu verbringen, um dann auch noch auf Fehmarn an unser Paket zu kommen.
    Und der Plan ist so: Jens holt unser Paket am Montag in der Ancora ab, eine Arbeitskollegin, die auf Fehmarn wohnt, holt es bei Jens ab und wir wiederum holen es dann per Rad bei Ihr zu Hause ab. Das ist doch ganz einfach.🤣🤣🤣
    So kommt es dann auch. Heute konnten wir endlich unser Paket in die Arme schliessen. Nun sind alle Lebensmittel für unsere Tour gebunkert und wir können weiter Richtung Dänemark 🇩🇰.
    Drei Häfen in drei Tagen , das ist eine neue Erfahrung für uns, und mittlerweile klappt das ganz routiniert. Wir könnten jetzt problemlos weiter, wenn denn der Wind mal nicht mehr so doll blasen tät.
    Czytaj więcej

  • Oh du schönes Dänemark

    18 maja 2024, Dania ⋅ ☀️ 17 °C

    Wir sind sehr gerne auf Orth, obwohl der beschauliche kleine Hafen viele Touristen anzieht. Anscheinend wegen einer Fernsehserie….
    Der Ostwind bläst und bläst uns den Wind um die Ohren und trotzdem ist unser Boot übersät mit kleinen Fliegen, die aussehen, wie Steckmücken, aber zu doof zum stechen und vor allem zu doof zum wegfliegen sind. So beginnt unser Tag damit die Fliegenleichen mit dem Schlauch wegzuspülen, damit wir wenigstens für ein paar Stunden ein einigermaßen sauberes Boot haben.
    Das erstbeste windärmere Fenster wird genutzt, um weiter Richtung Norden zu segeln. Unser Minimalziel Langø auf Lolland erreichen wir nach einem phantastischen Segeltag. Das VTG (dicht befahrene Schifffahrtsstraße) lässt sich diesmal überqueren, ohne auch nur einen einzigen der riesigen Frachter anzufunken. Es läuft also. Langø besticht, wie fast jede dänische Inseln durch unberührte Natur und viel Wasser. Kein Laden, keine Touristen, nur Fischer. Zwei Tage später geht’s weiter nach Omø, wo wir den nächsten Starkwind abwettern wollen. Sehr früh legen wir ab, um später möglichst gute Bedingungen beim Anlegen zu haben, da der Wind gegen Abend auffrischen soll und wir da schon festgemacht haben wollen.
    Immer diese Pläne- ich glaube, das Universum lacht sich kaputt.

    Über die Überfahrt von Langø nach Omø gestaltet sich anspruchsvoll, weil schwachwindig und Disskussionsgeladen…..
    Da haben wir als Paar und Crew ein schönes Thema, in dem noch reichlich Potenzial steckt.🙄
    Kommunikation, über die eigenen Gefühle reden und trotzdem sachlich diskutieren… wer kennt das nicht?
    Wir waren so von unseren Gefühlen vereinnahmt, dass wir das Glück, Delfine gesichtet zu haben, erst später begriffen haben. Im Hier und Jetzt zu leben, ist eine wunderbare Lebensaufgabe. Wir üben fleißig.

    Die Hafeneinfahrt von Omø ist so klein, dass ich erst mal unsicher bin, ob wir da überhaupt durch passen. Aber da auch die Fähre den Hafen anläuft, muss es ja möglich sein.
    Der Platz, den ich mir auf der Karte im Fischereihafen ausgeguckt habe, ist von einem Motorboot belegt. Der Hafen ist zweigeteilt und neben dem Fischereihafen ist der eigentliche Sportboothafen, in dem auch die Fähre anlegt und für den wir uns dann erst mal entscheiden. Natürlich haben wir im Hafen wieder 20 Knoten Wind und ich bin gestresst, weil der Hafen viel kleiner ist, als es auf den Bildern aussah.
    Während ich überlege, wie ich am besten drehen kann, ruft Jürgen: die Fähre kommt, wir sollten hier weg. Dann sehen wir, dass das Motorboot von unserem ausgeguckten Platz abgelegt hat und wir fahren so flott es eben geht rüber in den Fischereihafen. Der ist auch eng und der Wind bläst und bläst. So viel nochmal zu den Plänen 🤓Mit dem Heck gegen den Wind fahren wir langsam zur Mole. Bisschen Leinengetüddel kommt auch noch dazu, weil plötzlich Ringe statt wie erwartet Klampen am Pier hängen. Aber schließlich liegt die Heckleine und wir können mit Ahyoka gemütlich eindampfen und uns so a den Steg holen. Nach 6 Stunden sind wir wieder fest und belohnen uns mit einem Cappuccino und lachen gemeinsam über unsere Diskussion vorhin auf dem Wasser.

    Obwohl Omø nur 2x4 Km misst, hat die Insel mehr zu bieten, als Langø, zumindest laut Website. Es gibt 2 Kaffees, einen Kiosk, einen Fahrradverleih, einen Traktor-Bus, einen Leuchtturm und sogar einen Lebensmittelladen. Aber, bis auf den Lebensmittelladen ist alles geschlossen. Entweder für immer oder, weil hier noch keine Saison ist. Der Hafen ist auch recht leer. Vier Boote teilen sich über 100 Liegeplätze. Für uns ist das schön, aber der viele Wind nervt so langsam. Heute Abend hört er endlich auf zu blasen und die nächste Nacht wird hoffentlich ruhig. Morgen soll der Wind dann für die nächsten Tage ganz weg bleiben, dafür ist viel Regen angesagt. Ein neuer Plan muss also her, wenn auch nur, um das Universum erneut zu belustigen 😀
    Czytaj więcej

  • Inspiration

    24 maja 2024, Dania ⋅ ⛅ 18 °C

    Um zum ehemaligen Handelshafen Skælskør zu gelangen, fährt man ein 3 sm langes, unfassbar schmales Fahrwasser, das vom Agersøsund in den Skælskørfjord abzweigt. Das Fahrwasser ist zwar gut betonnt, trotzdem fährt es sich ausreichend adrenalingeladen, da neben dem Fahrwasser das Wasser lediglich 0,5 m tief ist und man sich keinerlei fehlerhaftes Steuern erlauben darf. Das mit dem Adrenalin wird auch nicht gerade besser, als wenige Meter neben uns am Ufer stehende Fischer auftauchen und man das Gefūhl hat, man könnte ihnen die Angel bequem aus der Hand nehmen.

    Für ein Schiff unserer Größe gibt es hier im Lystbådehavn (Yachthafen) genau 1 Liegeplatz, obwohl sicherlich mehr als 100 Liegeplätze vorhanden sind. Zu unserem großen Glück ist gerade der auch noch frei, so lange wir hier sind. Der Seglerhafen Skælskor ist ein Naturhafen besonderer Klasse und traumhaft schön. Und das Wasser ist durch den langen Fjord so ruhig, dass unser Schiff sanft hin und her schwoit. Allerdings könnte durchaus auch ein Zusammenhang mit dem wenigen Wind bestehen…🤫
    Kurz nachdem wir angelegt hatten, kamen auch unsere Nachbarn an ihrem Liegeplatz zurück; Es ist ein Paar, betagten Alters, das gerade von einer 14-tägigen Tour zurück kam. Willhelm hat weitaus über 80 Jahre Lebenserfahrung. Und Andrea ist sicher nicht jünger.
    Wow.
    Und die segeln noch?
    Yep.
    Und das nicht zu knapp; gute 260 Seemeilen sind sie gerade gesegelt. Und wer in den letzten Berichten aufgepasst hat, weiß dass wir ausreichend Wind hatten. Das heißt, die beiden haben an den segelbaren Tagen richtig Strecke gemacht. Sie erzählten stolz von einem Etmal an einem der Tage von 56 sm. Menschen, die unabhängig von Ihrem Alter Lust auf das Leben haben und neugierig sind, neues zu entdecken sowie dafür alle Anstrengungen und Unbequemlichkeiten in Kauf nehmen, inspirieren mich sehr. Um Willhelms Worte wiederzugeben: “Wir sind gestern bei Regen gesegelt, das war recht unbequem, aber wenn ich es bequem haben will, bleibe ich zu Hause und erlebe eben nichts.
    Durch unsere dänischen Nachbarn sind wir sogar unverhofft zu einem Grillabend gekommen, der von dem hiesigen Segelclub organisiert wurde. Zuerst wollten wir der Einladung nicht folgen, da die meisten Menschen Fleisch grillen und wir da mit unserer tierfreien Ernährung und unserem Gemüse immer etwas mitleidige oder sogar unverständliche Blicke einfangen. Aber unser Nachbar war da sehr hartnäckig und hat dafür gesorgt, dass wir das nicht “vergessen”. So hatten Wilhelm und Jürgen tolle Gesprächspartner ineinander gefunden und es war ein sehr kurzweiliger Abend, obwohl wir uns mit niemanden sonst haben unterhalten können, da wir kein dänisch können.

    Skælskør bietet uns ausgezeichnete Versorgungsmöglichkeiten und ein Künstlercafé, das nicht nur geöffnet, sondern auch vorzüglichen Kaffe und sogar tierfreie Kekse zu bieten hat. Die Pflastersteine in den Straßen sind teilweise mit handbemalten Steinen geschmückt. So süß. Ich liebe solche Details.

    Beeindruckt hat uns beide das, nahe bei Skælskør, im 17.Jahrhundert erbaute Schloss Holsteinborg. Seit dem Jahr 1707 ist es im Besitz der Familie Holstein; inzwischen seit zwölf Generationen! Das eindrucksvolle Hauptgebäude ist von einem Wassergraben umgeben. Rund um das Herrenhaus erstreckt sich ein weitläufiger, hügeliger Park, der frei zugänglich ist. Die schöne Lage macht das Schloss zu einem der bekanntesten in ganz Dänemark Hans Christian Andersen soll das Schloss 1856 und 1875 insgesamt 35 Mal aufgesucht haben. Auf eine Fotografie soll Andersen geschrieben haben, dass dort Sonnenschein in sein Herz gelegt wurde. Wie romantisch.

    Und noch eines wird uns besonders in Erinnerung bleiben: Der Kaffee, den wir hier in dem Künstlercafé getrunken haben, stammt aus einer Mikro-Rösterei. Der Inhaber, Michael, Kaffeeliebhaber und Harley Davidson Fahrer röstet maximal 8 kg Kaffee an einem Tag. Da unser Kaffeevorrat langsam dem Ende zugeht, hat Jürgen Michael kurzerhand angeschrieben und heute haben wir 2 kg extra für uns frisch geröstete Espresso-Bohnen in den Hafen geliefert bekommen. Wo gibt es denn sowas? Allein für solche Erlebnisse lohnt sich das Reisen. Und für die Leute hier auch: “now i"m an international Ccffeedealer” sagte Michael augenzwinkernd im Hinblick auf unsere Herkunft zum Abschied. Und falls uns unterwegs die Bohnen ausgehen, sollen wir einfach schreiben. Er schickt uns dann den Espresso überall hin :)
    Czytaj więcej

  • Auf zum Ankern !

    1 czerwca 2024, Dania

    Wer es noch nicht mitbekommen hat: Ankern ist für mich das Größte. Das Schönste. Das herzerfüllendste.
    Das Bild, das ich dabei vor Augen habe, ist eine idyllische Ankerbucht umgeben von viel Natur. Da, wo wir momentan unterwegs sind, ist das eine Seltenheit. Da muss dieses Mal halt ein Riff herhalten! Der Wind sollte nachts nachlassen und aus Nord wehen. Da sind wir südlich vom Riff bestens geschützt. So der Plan. Vor meinem inneren Auge sehe ich schon schmunzelnde Gesichter ….
    Und jedes Schmunzeln hat seine Berechtigung.
    Skælskør haben wir am Donnerstag verlassen, weil wir den am Vortag angekündigten schwachen Wind nutzen wollten, um zu dem nur 6 Seemeilen entfernten Agersø das langsame Segeln üben wollten.
    Ja, auch das langsame Segeln will geübt werden und zwar das Aushalten, dass man einfach sehr langsam unterwegs ist, sich sehr - nennen wir es behutsam - fortbewegt und dementsprechend länger braucht. Beschauliches segeln. Allerdings hat der Wind das irgendwie anders gesehen und ist erst gar nicht aufgetaucht. Wir sind bei unserem Plan geblieben und die 6 sm mit Maschine gefahren. Die Fahrt durch den Fjord war (trotzdem) traumhaft schön und auch um fünf Uhr morgens. Oder gerade deswegen.
    So waren wir doch recht flott und früh in Agersø. Bei strahlendem Sonnenschein haben wir erst mal die Insel erkundet und das Leben genossen.
    Zwei Tage später legen wir wieder ab, dieses Mal zum Ankern! Es sollte ein perfekter Tag werden, mit perfekten Wetter, perfektem Wind, und das aus der perfekten Richtung. Nach nur 8 Minuten waren die Segel oben und die Maschine aus. So schnell waren wir noch nie.
    Die Furlex unserer Genua hatte in letzter Zeit immer wieder mal einen Wackelkontakt. Und diesmal ging gar nichts mehr. Kurzentschlossen nehmen wir unsere Fock, mit dem Wissen dann eben etwas langsamer unterwegs zu sein. Im Agersø Sund sind wir noch gute 4,5 Knoten gesegelt, aber je weiter wir ins Småland kamen, umso weniger wurde der Wind und umso langsamer unsere Fahrt. Das langsame Segeln aushalten zu üben, das passierte eben jetzt. Bei einem Ankerplatz braucht man ja auch keine Angst haben, keinen Liegeplatz zu bekommen, was einer der Gründe ist, warum wir langsam segeln nicht so oft praktizieren. Strecke machen. Voran kommen. Ankommen. Das ist in unseren Köpfen verankert. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, und du bekommst keinen Liegeplatz. All das spielt beim Ankern keine Rolle.
    Also segeln wir beschaulich, langsam, mit 2 Knoten Fahrt.
    50% von uns können es genießen und 50% sind fleißig am Aushalten üben und schweigen. Ich nutze die Zeit und bereite schon mal unser Essen für den idyllischen Ankerplatz vor. Die Stunden vergehen. Nach 16 sm in 7 Stunden ist der Ankerplatz in Sicht und der Wind nimmt immer mehr zu. Der Wind bläst, weil er ja nix davon, weiss, dass wir ankern wollen.
    Hm. blöd. Die Frage ist, hat der Wind wirklich zugenommen, oder verstärkt er sich einfach nur , weil er um die Landzunge umgelenkt wird ?
    Wir dachten wir wären weit genug von der Landspitze entfernt. Aber wissen tun wir es in diesem Moment nicht.
    Eine Entscheidung will getroffen werden. Sollen wir trotzdem ankern und in Kauf nehmen, dass der Wind unter Umständen so bleibt oder fahren wir noch weitere 14 Seemeilen zum nächsten Hafen? Hirnschmalz wirbelt durch unsere Köpfe. Jeder macht sich sein eigenes Bild, recherchiert die Windprognosen und sortiert seine eigenen Gedanken. Dann werden diese zusammen getragen. Wir entscheiden uns für den Hafen und gegen das Ankern. Neuer Kurs: Raumer Wind, Richtung Vordingborg. Unserer Berechnungen sagen ca. 4 weitere Stunden, bis wir festgemacht haben. Oder eher 5.
    Uns bietet sich eine spektakuläre Fahrt. Der Neubau der Storstrømen Brücke ist schon lange sichtbar und dahinter befindet sich die alte Brücke. Die wir beide passieren. Auch das Fahrwasser nach Vordingborg fordert unsere ganze Konzentration, da nicht alles einwandfrei betonnt ist und das Wasser untiefer ist als es auf der Karte angezeigt wird.
    Nach weiteren 3 Stunden und dem Dritten Anlauf in eine Box zu fahren haben wir auch fest gemacht. Für die ersten beiden Boxen war wir zu moppelig und so hatten wir als Abschluss eines wunderbaren Segeltages auch noch einen unterhaltsamen Beitrag zum Hafenkino geleistet. Etwas, was es beim Ankern auch nicht gibt.
    Czytaj więcej

  • Bootsroutine oder so

    8 czerwca 2024, Dania ⋅ ☁️ 14 °C

    Einer der Gründe warum wir noch in dem schönen Dänemark sind, ist der einwöchige Besuch meiner Schwester. Schon lange vor ihrer Ankunft haben wir uns viele Gedanken gemacht, welche Route sehenswert, abwechslungsreich und leicht segelbar ist. Mit kurzen Schlägen, so dass man von allem etwas hat: Segeln, Hafenleben, Landleben mit ausgiebigen Spaziergängen und natürlich auch gemütlich im Café mit schöner Aussicht sitzen. All das wollten wir unter einen Hut bekommen und in eine schöne Woche packen. Das Wetter fühlte sich durch diesen Plan ebenfalls angespornt und hat uns so einiges geboten. Wind, Regen, kühle Temperaturen und auch ein bisschen Sonne.
    Wie immer, wenn man sich dem Fluss des Lebens hingibt und es schafft im hier und jetzt zu sein, merkt man, was für ein wunderbares Geschenk das Leben ist.

    An einem ganz normalen Hafentag, bleiben die Segelsachen im Schrank, lässt sich morgens von der Sonne wecken, genießt den ersten Kaffee mit oder ohne Sonne, backt einen Kuchen, stellt fest, dass das Gas alle ist und die Reserveflasche seltsamerweise auch. Eine gründliche Recheche beginnt, dann packt man beide Flaschen ein und läuft los. Im besten Fall ist das eine Sache von einer Stunde. Wenn man schon mal dabei ist, die Gasflaschen zu tauschen, kann man auch gleich die Haltevorrichtung für die Gasflaschen putzen und alles wieder schön sauber machen, die Anschlüsse überprüfen und schon kann man weiter backen. Der Kuchen ist dann nach 3-4 Stunden auch schon fertig. Läuft es nicht ganz so gut, dauert es schon mal den ganzen Tag, bis man eine neue Gasflasche ergattert. So ging es uns in Greve. Wir wollten uns noch eine dritte Flasche Gas zulegen, da man in Schweden und Finnland das Campinggas in den blauen Flaschen nicht so einfach bekommt, und das wurde dann auch in Dänemark zu einem ausgewachsenen Ganztagesprogramm. Zuerst haben wir im Hafenbüro nachgefragt, dann verschiedene Supermärkte und Tankstellen abgeklappert, und am Ende sind wir dann zum nächsten Hafen nach Ishøj gelaufen und fanden dort dann tatsächlich das totale Gasparadies.
    So einfache Dinge lassen unser Seglerherz glücklich tanzen und dafür sind wir überaus dankbar: Tag für Tag.
    Czytaj więcej

  • Minimalziele

    20 czerwca 2024, Szwecja ⋅ ☀️ 16 °C

    Wir waren ja sooooo aufgeregt. Schweden! Das erste Mal für uns beide.
    Die Segelernation! Wo in Deutschland viele Segler die Flaggenparade nicht ganz so ernst nehmen, ist das in Schweden eine ganz andere Nummer, so heißt es. Hängt die Fahne draußen am Heck, ist jemand da. Ein schöner Brauch.
    Ich frage mich ernsthaft, woher die ganze Aufregung kommt. Man fährt in ein neues Land, hat sich vorher gut informiert, bei Erzählungen die Ohren gespitzt und das wichtigste im Hinterstübchen abgespeichert. Man ist gut vorbereitet.
    Mit reichlich Aufregung und einer konzentrierten Angespanntheit segelten wir letzte Woche von Greve in Dänemark nach Schweden. Minimalziel: der Falsterbokanal, mit dem Maximalziel Gislovsläge oder sogar Ystad. Je nachdem. Wir entscheiden unterwegs. Was sich gut anfühlt, wird angelaufen.
    Unterwegs wird die rot-weiße gegen die blau-gelbe Gastlandflagge getauscht.
    Mit dem Gefühl, nicht alles selbst entscheiden zu müssen, sondern eine führende Hand des Universums als Unterstützung zu haben, treffen wir viele unserer Entscheidungen. Immer, wenn sich etwas schwer oder irgendwie komisch anfühlt, horchen wir in uns rein, sprechen darüber und entscheiden dann so, dass es sich wieder leicht anfühlt. Das ist manchmal sehr anstrengend, da teilweise 180 Grad Wendungen vollbracht werden.
    Jedenfalls hat der Wind im Hafen vor dem Falsterbokanal so geblasen, dass wir kurzerhand entschieden haben, über Nacht zu bleiben und die erste Brückenöffnung am nächsten Morgen zur Durchquerung des Falsterbokanals zu nehmen.
    Das hieß um 0400 aufstehen, duschen, Schiff klar machen, die Brückenöffnung per UKW-Funk anfordern und passend zur Öffnung schnell ablegen und den Kanal bequem passieren.
    Alles zum ersten mal.
    Das erste Geschenk des Tages war der Sonnenaufgang, danach hat sich die Sonne den Rest des Tages hinter einem bedeckten Himmel versteckt. Die Durchquerung des Kanals war spannend, schon allein aufgrund der Tatsache, dass die Schweden diesen 1941 erbaut hatten und sich die eine oder andere unsichtbare Barriere unter Wasser wartete.
    Die ganze Südküste Schwedens haben wir dann mit kleinen Etappen besegelt und stets unser Minimalziel angesteuert. So haben wir mehr oder weniger zufällig das schwedische Stonehendge in Kåsberga entdeckt. Die tonnenschweren Steine sind so aufgestellt, dass sie den Grundrisses eines Schiffes darstellen. Anhand des Sonnenstandes kann man an den Schatten der Steine, Tageszeit und Jahreszeit ablesen. Beeindruckend, wie man vor 2500 Jahren bereits Jahres- und Tageszeiten berechnet hat.
    Jeder der kleinen schwedischen Häfen hat uns auf seine Weise verzaubert. Das turbulente Simrishamn beispielsweise hat uns mit einem wundervollen Café und veganem Sushi überzeugt.
    Und in Hällevik sind wir in der Hauptsaison die einzigen Gäste. Die überfüllten Häfen jedenfalls haben wir - entgegen der Prognosen - noch nicht gefunden. Genauso wenig wie die exorbitanten Preise. Einkaufen ist ähnlich wie in Deutschland, Essen gehen mittlerweile sogar günstiger!
    Aufgeregt sind wir glücklicherweise immer noch. Aber nicht mehr wegen den Schweden. Die sind nämlich außerordentlich freundlich und hilfsbereit. Wir sind aufgeregt, weil alles, was wir machen, ganz neu ist. Alles das erste Mal.
    Das ganze Revier ist neu, die Häfen sind anders angelegt und manchmal überraschend untief, die Bezahlung läuft jedes Mal anders und meistens sehen wir erst direkt vor Ort wie es tatsächlich aussieht. Weil die Informationen im Internet entweder veraltet sind oder gar ganz fehlen. Egal, jedenfalls bleibt es spannend. Denn jetzt geht es bald in die Schären.
    Czytaj więcej

  • Grundberührung

    29 czerwca 2024, Szwecja ⋅ ⛅ 21 °C

    “Die Fahrwasser in den schwedischen Schären sind gut betonnt, da ist man sicher und trotzdem kommt man in den Schären um einen Grundberührung irgendwann mal nicht rum.” So wurde es uns erzählt.
    Unsere ersten drei Erlebnisse in den Schären waren besonders spannend und Adrenalin geladen und sind allesamt ohne Schaden und mit großem Staunen verlaufen. Das ist schon mächtig beeindruckend, wenn man durch eine so felsige Landschaft segelt. Was für ein phantastisches Naturschauspiel. Obwohl wir immer mutiger werden, sind wir extrem vorsichtig und an die richtig heiklen Stellen trauen wir uns noch nicht ran. Wird es untief steht einer von uns vorne am Bug und schaut konzentriert ins Wasser. Die Steine sind vom Wasser bedeckt und man sieht sie erst im letzten Augenblick oder im schlimmsten Fall gar nicht. Gefühlvolles langsames Steuern und eine gute Kommunikation sind gefragt.
    Schnelle Fahrt, großer Schaden, langsame Fahrt kleiner Schaden ist unsere Devise.
    Obwohl man fährt, fühlt es sich an, als würde man stehen.
    Und dann plötzlich ein unangenehm laut kratzendes Geräusch in Kombination mit einem Ruck.
    Scheiße‼️
    Wir sind tatsächlich gegen eines Stein gefahren.
    Was nu? Ist was kaputt? Und wenn ja, wie groß ist der Schaden? Die Gedanken rasen und ein Stillstand ist nicht in Sicht.
    Erst später kommt die Gewissheit, was da eigentlich gerade passiert ist.
    Und dann bleiben wir auch noch stecken! Zwar im weichen sandigen Untergrund, aber wir stecken.
    Jetzt kippen wir das Ruderblatt des E-Motors aus dem Wasser und rudern uns ins tiefere Wasser zurück.
    Zu unserem großen Glück ist uns das mit dem Dinghi passiert und das Ruderblatt unseres E-Motors hat einen Kratzer mit einem Lackschaden, der sich leicht glattfeilen und Lackieren lässt.
    Und das ist uns nicht einmal in den Schären, sondern in Kalmar passiert, als wir mit dem Dinghi aus dem Hafen raus, eine Runde zum Schloss fahren wollten. Beim zweiten Anlauf, das Schloss zu besichtigen, hat es dann auch geklappt. Das Kalmarer Schloss ist eines der besterhaltensten Schlösser aus dem Mittelalter und Symbol für die Stadt Kalmar. Es beherbergt eine Geschichte voller Großmachtpolitik, Hofintrigen, Erstürmungen und blutiger Kriege. Heute ist das Schloss ein allgemein beliebter und in höchstem Maße lebendiger Ort. Wir waren diesmal klüger und sind gleich zu Fuss gegangen. Überaus dankbar sind wir, diese Erfahrung gemacht zu haben und gleichzeitig unbeschreiblich erleichtert, diese nicht mit unserer Ahyoka gemacht zu haben.
    Czytaj więcej

  • Schärennavigation

    1 lipca 2024, Szwecja ⋅ ☁️ 20 °C

    Hätten wir gewusst, wie schön die Schären sind, wären wir schon längst hier gewesen. Die Schären sind das absolut schönste und abwechslungsreichste Revier, das wir je befahren haben. Von der Schönheit der steinigen Landschaft und der vielen Inselchen haben wir schon viel gehört und tatsächlich ist es sogar noch schöner, als wir es uns in unseren kühnsten Träumen ausgemalt hatten. Seid Karlshamn tasten wir uns langsam an die engen Fahrwasser heran und bei jeder Passage nahe den kleinen Steininselchen sind wir dem Herzinfarkt nahe. Mittlerweile sind wir jedoch mutiger und die Strecken werden länger. Es ist unmöglich, die Schönheit dieser Landschaft in Bildern festzuhalten. Wer es erleben möchte, muss uns entweder besuchen kommen oder selbst durchfahren. Die Planung der Routen ist zeitaufwendig. Erst wird das Hafenhandbuch, in dem auch die Ankerplätze aufgeführt sind, durchforstet, dann die Seekarte studiert, das Wetter mit unterschiedlichen Rechnungsmodellen angeschaut und schließlich wird jede Strecke noch auf dem Plotter abgesteckt. Während der Fahrt schaut Jürgen immer auf der Karte mit und hakt die Tonnen ab. Ich bin meist am Steuer und jongliere uns durch das enge Fahrwasser. Zur zusätzlichen Verwirrung wechseln manchmal die grünen Steuerbord Tonnen (links davon halten) und die roten Backbord Tonnen (rechts davon halten) Ihre Bedeutung. Also dann wird grün zu Backbord und rot zu Steuerbord und alles ist plötzlich andersrum. Oder im Plotter führt das Fahrwasser durch 2 grüne oder rote Tonnen. Da bleibt man wach und aufmerksam.
    Der Weg von Kalmar führt uns über Oskarshamn und Figeholm nach Blankaholm. In Oskarshamn muss man nicht gewesen sein, aber das hat uns niemand gesagt. Bei der Anfahrt auf Figeholm verzaubert uns schon der Weg durch das Fahrwasser und zum krönenden Abschluss erreichen wir einen fast leeren Hafen und machen zum ersten mal an einer Heckboje fest. Langsame Fahrt und etwas Seitenwind tragen dazu bei, dass der Bootsnachbar lieber mal mithilft und wir so sanft auf unsern Liegeplatz gleiten. Wir genießen den Tag in diesem kleinen verwunschenen Ort. Und stellen fest, dass es auch am schönsten Ort schlechte Pizza geben kann. Der nette Nachbar gibt uns den Tipp, unseren Trip nach Blankaholm fortzusetzen. Gesagt. Getan. Auf Einheimische sollte man immer hören. Ein weiterer Tag durch die engen Fahrwasser, vorbei an idyllischen Ankerbuchten bis Blankaholm. Dort gefällt uns so gut, dass wir gleich 5 Tage blieben, auch, weil sie wie im Flug vergingen. Das Areal war früher eines der größten Sägewerke in Schweden und wurde vor ein paar Jahren von einer jungen Familie gekauft und seitdem stetig in ein kleines Hafen- und Wohnmobil-Paradies samt Sauna mit Panoramablick verwandelt. Bei einem Spaziergang durch den Wald klettern wir die Schären hoch und genießen einen wundervollen Ausblick über den Fjord. Wie erwartet, ist der Wald übersät mit leckeren Wildheidelbeeren, die nur darauf warten, von uns gegessen zu werden 😋.
    Auch ein auf dem Atlantik wütendes Sturmtief hat uns 5 Tage in Blankaholm bleiben lassen. Da kam dann doch überraschend viel Wind in unserem ansonsten schön ruhigen Hafen an. Als der Wind am späten Sonntag-Nachmittag etwas nachließ, haben wir die Chance genutzt, und abgelegt, um uns in eine der schönen Ankerbuchten zu verholen. Mehr dazu bald.
    Czytaj więcej

  • 73 Tage

    9 lipca 2024, Szwecja ⋅ ☁️ 22 °C

    2 idyllische Ankerbuchten lassen unsere Herzen höher schlagen. In der ersten Bucht kamen wir bei moderaten Wind mit Böen um die 20 Knoten an. Aber er sollte zur Nacht hin Nachlassen, und das hat es auch. Umringt von Wald und Felsen fühlten wir uns wie an einem verwunschenen kleinen See und wir mussten am nächsten Morgen erst mal überlegen, wie wir hier wieder rauskommen. Bei der zweiten Bucht konnten wir so nah ans Ufer, dass wir beim ersten schwoien des Schiffes einen Schreck bekamen als die Felsen doch plötzlich so nah waren. Der Blick auf den Plotter verriet uns dann aber, dass es noch 30 Meter zum Ufer waren, auch wenn sich diese eher wie 10 Meter anfühlten. Diese Stille beim Ankern ist so beeindruckend, dass man jedes kleinste Geräusch wahrnimmt. Man hört draußen die Motoren der vorbeifahrenden Boote, obwohl man sie nicht sehen kann. Beeindruckend, wie sich die Geräusche über das Wasser übertragen.

    Immer wieder neue Gewitterzellen führen dazu, dass wir uns in einen sicheren Hafen begeben. So steuern wir als nächstes Valdemarksviek, weit im Landesinneren an und haben gleich wieder Hochsommer. 9 Seemeilen lang fahren wir in den Fjord, um nach Valdemarksviek zu gelangen. Mit jeder Meile, die wir uns dem Zielhafen nähern, steigen die Temperaturen. Jacke, Pullover, und Mütze verschwinden im Schiff. So sommerliche Temperaturen heben die Laune gleich doppelt an. Einen gut geschützten Platz finden wir im Traditionshafen. Schaut man sich hier gründlich um, fühlen wir uns eher wie in Tirol, als in Schweden. Ringsherum sind steile Felswände, umgeben von Wald, mit tollen Villen, die einen traumhaften Blick ins Tal vermuten lassen. Ein paar Tage Hafenleben bieten uns die Gelegenheit, Wäsche zu waschen, unserer Vorräte zu überprüfen und entsprechend aufzufüllen. Nun fangen wir auch schon an, die Tage zu zählen, bis wir unsere Ahyoka in den Winterschlaf verabschieden. 73 Tage sind wir noch an Bord. Da kann man schon mal anfangen zu zählen, wieviel Haferdrink wir noch für unseren Kaffe brauchen, wieviele Nudeln noch da sind, welche Saucen und ob die Energieriegel reichen.
    Den morgigen Tag wettern wir noch ab und dann geht es weiter Richtung Norden.
    Hier ist es so herrlich warm und windstill, dass man sich gar nicht vorstellen kann, dass unweit da draußen der Wind brüllt.
    Czytaj więcej