Al Faisaliah Tower
1月4日, サウジアラビア ⋅ ☀️ 15 °C
Als wir gestern Abend zum Abendessen losgegangen sind, wurden wir schon von einem sehr heftigen Wind überrascht. Ein kühler Wind. Was er wohl bringen wird? Heute Morgen haben wir dann die Gewissheit. Es ist kalt. Gestern war mit hohen 20 Grad Temperaturen wunderschönes Wetter. Jetzt ist davon nichts mehr zu spüren. Es gab einen Temperatursturz von über 10 Grad. Moritz fragt schon nach einer Mütze. Doch die Sonne scheint und das ist wunderbar. Vielleicht sollen wir uns einfach schon auf Deutschlands Temperaturen einstellen.
Mit einer Höhe von mehr als 267 Metern ist der Al Faisaliah Tower eines der höchsten Gebäude Riyadhs. In seiner Spitze befindet sich eine Glaskugel mit einem Durchmesser von 27 Meter. Unter der Glaskugel wurde eine Aussichtsplattform eingerichtet. Auf dieser befinden wir uns jetzt und blicken auf die Stadt hinunter. Die Skyline verschwindet im Dunst. Der Wind pfeift eiskalt um die Ecken. Gemütlich ist anders. Gestern standen wir auf dem Kingdom Tower und heute blicken wir von hier zu ihm herüber. Ich darf es ja nicht laut sagen, aber er erinnert mich immer an einen Flaschenöffner. Ein sehr schöner Flaschenöffner. Doch am meisten begeistert mich die riesige Kugel in der Spitze des von Foster und Partner entworfenen Al Faisaliah Towers. Eine tolle Idee, eine Kugel in die Spitze einer Pyramide zu setzen.
Wir überblicken nochmals das gesamte Stadtgebiet Riyadhs, das eigentlich gar nicht groß ist, sondern sich an den zwei Hauptstraßen entlangzieht. Der Blick wandert zu unserem Hotel, zum Financial District, dem Kingdom Tower und über das flache, beige Häusermeer. In regelmäßigen Abständen entdecken wir die Stationen der Metro. Ein lohnender, wenn auch nicht ganz billiger Ausflug (115 SAR p. P. anscheinend 24 Stunden geöffnet) über die Stadt. Auch der Bereich unterhalb des Towers ist toll gestaltet und gefällt uns gut.
Die Mall ist ebenfalls ein schönes Gebäude mit den üblichen Geschäften. Zu unserer allergrößten Freude entdecken wir ein Shake Shak. Wir sind bisher davon ausgegangen, dass es die nur in Singapur gibt. Erinnerungen werden wach und ein Burger muss her. Wir spazieren noch ein wenig durch die Straßen entlang des Towers und machen uns dann auf den Weg zu Edge of the world.もっと詳しく
Jabal Tuwaiq - Edge of the world
1月4日, サウジアラビア ⋅ ☀️ 17 °C
Über ausgetrocknete Wadis, Sandwüste und herrliche Landschaft nähern wir uns dem Jabal Tuwaiq. Er ist ein schmaler Steilhang, der die Hochebene von Najd in Zentralarabien durchschneidet. Jabal Tuwaiq erstreckt sich über 800km vom Irak bis zum Nordrand der Rub al-Chali-Wüste. Die Ostseite fällt allmählich ab, während die Westseite abrupt endet. In der Nähe von Riyadh befindet sich eine der atemberaubendsten Landschaften Saudi-Arabiens: Edge of the World, der “Rand der Welt”. Es ist eine mehr als 1 100m hohe Klippe in der kargen Wüstenlandschaft. Wenn man am Rand der Welt ankommt, ist man erstmal überwältigt! Beeindruckt von der Schönheit der steinigen Landschaft, die unendlich erscheint. Man steht an der gigantischen Abbruchkante und schaut ins Nichts. Die trockene Umgebung, die majestätischen Felsen und die ewige Weite ziehen einen völlig in seinen Bann. Der Ausblick ist spektakulär. Unter uns ziehen sich die Wadis wie Adern durch die trockene Landschaft. Wüste und Himmel verschmelzen am Horizont. Die Felsen leuchten in der herrlichen Abendsonne. Wenn nur dieser eiskalte, extrem starke Wind nicht wäre. Er macht es nicht nur sehr ungemütlich und kalt, sondern auch gefährlich. An die Kanten geht man ohnehin nicht allzu nah. Aber wenn einen heute eine Windböe packen würde….
Für einen kurzen Moment entsteht das Gefühl „I believe I can fly“. An der Kante des Felsens stehen und diesen ungeheuren Wind zu spüren, ist zumindest für mich beängstigend. Doch ich schaffe es.
Wie die Raben sich einfach in den Wind erheben und davontragen lassen. An der Kante entlang gleiten und eine irre Aussicht genießen können. Unser Flug wäre leider nur einmal nach unten und bestimmt nicht sehr aussichtsreich. Also lassen wir das lieber.
Wir laufen die Kante ein ganzes Stück entlang und weil alle Besucher sich an zwei Punkten sammeln, haben wir nach wenigen Metern die Natur für uns allein. Weiter geht es bis zur nächsten Abbruchkante, die uns ein direktes Weiterlaufen verwehrt. Die Ausblicke in die Tiefe, die Felsformen und das Licht in der Ebene sind atemberaubend. Die Natur hat mal wieder alle Register gezogen. Als die Sonne untergeht, ist es ein fast magischer Moment. In der Tiefe fliegen Raben. Wir hören ihre Rufe bis nach oben. Leider können die Menschen mal wieder nicht leise sein.
Wir beobachten, wie das letzte Stück der Sonnenscheibe hinter dem Horizont versinkt und laufen Richtung Auto, als plötzlich der Muezzin ruft. Das kann aber gar nicht sein, denn hier gibt es keinen. Wir entdecken einen Mann, der offensichtlich die Texte auswendig kennt und sie in Richtung untergehende Sonne in die riesige Abbruchkante und Weite der Wüste hinein singt. Wer ist hier Bühne? Wer Akteur und wer Zuhörer? Die Natur ist grandiose Kulisse dieses Bühnenstücks und gleichzeitig Zuhörer. Das ist ein unglaublicher Moment, der unter die Haut geht. Diese Stimmung. Das werde ich nie vergessen.
Was soll ein Land wie Saudi-Arabien machen, wenn die Natur es mit solch gigantischen Orten beschenkt? Der Harrat Viewpoint, das Wadi Disah, die vielen Felsformationen, die herrlichen, roten Sanddünen in der Wüste. Und jetzt hier: Edge of the world. Auch die Geschichte schenkt mit den Gräbern von Hegra, den Felsen voller Petroglyphen und herrlichen alten Lehmstädten so viele gigantische Orte. Da muss Saudi-Arabien doch auch weiterhin mithalten. Es bleibt doch nur, jedes Gebäude, jede Metrostation, jede neue Straße noch gigantischer zu bauen. Ob der Gigantismus irgendwann an seine Grenzen stößt? Es scheint so. Viele der gigantischen Projekte, die das Land plante, sind im Sande verlaufen, weil sie schlicht nicht realisierbar sind. Das gigantische NEOM Projekt zeigt dies bereits deutlich. Wir sind heute auch an der gigantischen Baugrube für den Mukaab Würfel entlanggefahren. Ob er wirklich gebaut werden kann? Was passiert mit dem 1,2km hohen Turm in Jeddah? Wir werden sehen und können es Saudi-Arabien nur wünschen, dass es seine Projekte verwirklichen kann.もっと詳しく
Al-Bujairi
1月5日, サウジアラビア ⋅ ☁️ 10 °C
Heute ist leider unser letzter Tag und den verbringen wir hier in der alten Hauptstadt. Wir haben sehr viel Zeit und schnell wird klar, dass das Auto sehr teuer werden wird. Zuerst will ich das nicht akzeptieren und sehe mir noch ein anderes Parkhaus an. Doch es hilft nichts. Die Preise sind überall gleich und so werden es wohl 30€ Parkgebühr werden.
Al-Bujairi ist eine üppige Oase, umgeben von Palmen, in der man die Ruhe genießen kann. Es gibt viele schöne Restaurants und Cafés. Außerdem finden sich einige Souvenirshops. Alles ist sehr schön gestaltet und vor allen Dingen absolut sauber. Die Häuser sind im Najd Stil erbaut. Palmen und andere Pflanzen säumen die Wege. Im Park sorgen riesige, verzierte Tonkrüge, geschnitzte Holztüren und Laternen für eine einzigartige Atmosphäre. Von den Terrassen blickt man in das Wadi Hanifah. Leider bleiben uns viele Wege verwehrt. Auch ins Wadi kann man noch nicht. Durch seine Dattelpalmen hat man einen schönen Blick auf die alte Lehmstadt At-Turaif.
Dennoch sollte man auf der Webseite nicht allzu viel Werbung für Dinge machen, die es noch nicht gibt. So fördert man keinen Tourismus, sondern hat nur enttäuschte Gäste.
Um das Areal betreten zu dürfen, benötigt man einen QR Code. Von 9-17 Uhr erhält man diesen kostenlos, Danach kostet er pro Person 50 SAR, die man sich auf den Restaurantbesuch anrechnen lassen kann. Eine Reservierung ist dazu nötig.
Die erste Information, die ich nach dem Vorzeigen des QR Codes erhalte, ist, dass keine Kameras erlaubt sind. Also packe ich sie mal wieder ein. Es nervt. Mit Handys darf fotografiert werden. Das soll einer verstehen. Es ist immer wieder dasselbe, Aber ich mache dennoch einige Fotos, wenn niemand schaut.
Als uns am Nachmittag die Füße wehtun, setzen wir uns in ein wunderschönes Café mit Blick in das Wadi und stärken uns mit leckeren Taccos. Die Bestellung erfolgt via QR Code und die Bezahlung ebenso. Ohne Technik läuft hier nichts mehr. Während unserer Pause genießen wir den Blick ins Wadi, beobachten die vielen, verschiedenen Vögel und freuen uns über die Ruhe. Ein wunderschöner, friedlicher Ort.
Am Abend essen wir hier ein letztes Mal. Ein sehr feines Abendessen, bei dem Wehmut aufkommt, weil ich so überhaupt nicht nach Hause fliegen möchte. Auch bei Nacht verstrahlt Bujairi eine schöne Atmosphäre. Einige der Lehmhäuser werden von Lichtinstallationen mit schönen Mustern und Ornamenten verziert. Nachdem es den ganzen Tag sehr leer war, wird es nun richtig voll. Die Saudis verbringen ihre Abende ebenfalls hier. Kein Wunder bei diesem wunderschönen Ort. Es gibt weder freie Parkplätze noch einen Platz in den Restaurants.もっと詳しく
At-Turaif
1月5日, サウジアラビア ⋅ ☁️ 15 °C
Diriyah mit seinen Städten At-Turaif und Al-Bujairi blickt auf eine über dreihundertjährige Geschichte zurück und gehört seit 2010 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Es war in den früheren Jahrhunderten ein Handels- und Pilgerzentrum. Heute ist die Altstadt eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Riyadh. Sie liegt am nordwestlichen Stadtrand und war der erste Wohnsitz der saudischen Königsfamilie. Sie wurde im 15. Jahrhundert in der Oase Wadi Hanifa gegründet. Damals war die Stadt von Händlern und einfachen Bauern bewohnt. Im 18. Jahrhundert wurde Diriyah zur Hauptstadt der Region ernannt. Dies bedeutete den Beginn eines vereinten Saudi-Arabiens. 100 Jahre später wurde Diriyah im osmanisch-saudischer Krieg zerstört und die Residenz der Königfamilie nach Riyadh verlegt. Wir spazieren zwischen den Zeugnissen der Geburt des ersten saudischen Staates, sehen den Stil der alten Najd- und islamischen Architektur und erkunden seine Burgen und Gebäude, die aus Lehm und Palmenstämmen gebaut wurden, was ihnen eine Haltbarkeit gibt, die es ihnen ermöglichte, über die Jahre zu überleben.
Über eine geschwungene Brücke gelangen wir zum Besucherzentrum. Wie bei allen anderen Sehenswürdigkeiten auch: es ist genial. Wir erfahren auf einem bald 40m langen Bildschirm von der Geschichte At-Turaifs. Im Hintergrund ragen bereits die Ruinen der Lehmhäuser in den Himmel. Toll gemacht. Nach dieser schönen Einstimmung betreten wir die alte Stadt. Wir sind sehr früh. Es ist noch fast niemand in den schönen Gassen unterwegs. Auch stehen nur wenige Wachleute an den Ecken. Die gibt es nämlich wieder zu Hauf und erklären einem genau, wohin man darf und wohin nicht. Heute ärgert mich das gar nicht mehr. Wir spazieren durch schmale Gassen und erreichen die Moschee und verschiedene Galerien. Die Galerie über die Familienbiografie der Familie Saud ist in die alten Lehmgebäude integriert worden. Durch Glasscheiben blickt man auf die Wände und auf Säulen im Boden, Sonnensegel spenden Schatten. Alte und moderne Architektur sind genial verbunden worden. Die Wege sind mit unterschiedlichen Steinen ausgelegt, so dass es glatte und raue Bereiche gibt. Umgeben ist alles von Kieseln und dezent versteckter Beleuchtung für den Abend. Auch die Beleuchtung an den Palmen ist genial versteckt, Die Kabel laufen in dicken Hanfseilen, die in die Windungen der Palmbäume gelegt wurden, wie eine Schlange. Es wirkt vollkommen natürlich.
Leider gibt es noch sehr viele Bereiche, in die wir nicht hineindürfen. Warum? Das weiß niemand. Das ist wieder etwas enttäuschend. Es scheint so, dass hier erst etwas eröffnet wird, wenn auch die Umgebung komplett fertig gestellt und perfekt ist. Auch die beiden Hauptpaläste sind abgesperrt. Wie schade. Wir bummeln zweimal durch sämtliche Gassen und sehen auch, wie Cafés eingerichtet werden und dass man jeden Fleck auf dem Boden von Hand mit einer Bürste entfernt. Überall stehen sehr saubere Toiletten zu Verfügung und Trinkwasser wird bereitgestellt.
At-Turaif ist ein wunderschöner Ort, der in einigen Jahren, wenn er fertig restauriert ist, sehr viel zu bieten hat. Leider waren für uns noch alle Cafés geschlossen. Wir blicken in die Oase, in der wir auch die alten Brunnen wieder entdecken. Aber auch hier dürfen wir nicht spazieren gehen. Ganz glücklich sind wir mit unserem Besuch nicht. Der Suq und die alte Moschee sind so aufgebaut, wie wir sie schon in anderen Lehmstädten erleben durften. Das freut uns, sehen wir doch die Gemeinsamkeiten der alten Orte im ganzen Land.
Um At-Turaif zu besichtigen benötigt man ebenfalls einen QR Code, der kostenlos erhältlich ist. Die Anlage öffnet von 9-17 Uhr und von 17-23 Uhr. Das späte Ticket kostet soweit ich weiß.もっと詳しく
Die Magie der Nacht
1月5日, サウジアラビア ⋅ 🌙 15 °C
Gegen 16:30 Uhr kehren wir nochmals nach At-Turaif zurück. Wir lassen uns viel Zeit, da wir auf den Sonnenuntergang, die Dämmerung und auf die Lichter in den Gassen warten. Es dauert und so sehen wir uns einige der Galerien noch einmal an. Doch dann ist es soweit. Die Gassen erstrahlen im warmen Licht der Laternen. Das ist eine sehr schöne Stimmung. Plötzlich ist es hier voll. Erst am Nachmittag kommen die Besucher. Wir genießen die Ausblicke und entdecken, dass die beiden schönen Paläste, die uns bisher verwehrt waren, geöffnet sind. Wir betreten einen schönen Innenhof. Er ist von einer Säulenreihe umgeben. Das Dach ist offen. Ein sehr schönes Gebäude. Moritz will noch ein Foto machen. Das ist dann auch mit dem Handy nicht mehr erlaubt. Man versteht es einfach nicht.
Schließlich betreten wir den anderen Palast. Es ist dunkel, die Laternen beleuchten die Wände, die Ornamente werfen Schatten. Das zweistöckige Säulengebäude haben wir ganz alleine für uns. Arabische Schriftzeichen werden mit Scheinwerfern an die Wände geworfen und eine ruhige, tiefe Stimme spricht zu leiser Musik. Was für eine Bühne. Die fremdartigen Laute, das Licht und die Musik erzeugen eine unglaubliche Stimmung. Dieser Moment wird tatsächlich zu einem magischen Moment für mich. Hier und heute habe ich damit überhaupt nicht gerechnet. Ich stehe lange da und überlege mir, was die Stimme wohl erzählen könnte. Geschichten der Kamelkarawanen, Heldengeschichten über den Krieg, arabische Märchen. Ich werde es nie erfahren. Aber das war ein unglaublich intensiver Moment, der mich gepackt hat. Gerade dieses nicht wissen, macht diesen Moment so besonders und geheimnisvoll. Wie so oft auf dieser Reise tauchen wir in eine Welt ein, die sich uns nur in Ansätzen erschließt und sie spannend und außergewöhnlich macht. Ich frage mich, in wiefern wir überhaupt Einblick in dieses Land bekommen haben. Vielleicht mehr als ich erahne oder auch enttäuschend wenig? Wieder eine Frage, die ich jetzt oder auch nie beantworten kann.
Langsam gehen wir weiter Richtung Ausgang und sehen, dass auch der alte Suq und ein Wohnhaus geöffnet sind. Auch diese waren am Mittag geschlossen. Im Suq gefällt es mir besonders gut. Viele kleine Türen spicken zwischen den Säulen hindurch. Ich versuche mir vorzustellen, wie die damals gekleideten Menschen einkaufen waren, worüber sie sich unterhalten und gelacht haben.
Leider ist der Salwa-Palast, der sich über eine Fläche von 10.000 Quadratmetern erstreckt und eines der wichtigsten Denkmäler des Bezirks ist, geschlossen. Er wurde während der Zeit des ersten saudischen Staates gegründet. Der Palast besteht aus sieben Wohneinheiten. Sein Bau war von Nüchternheit und Präzision geprägt. Es folgten architektonische Ergänzungen, bis er schließlich seine heutige Form erhielt.
Neben dem Palast befindet sich ein offener Hof, der dazu diente, seine Besucher zu empfangen, dessen Boden mit Steinen gepflastert ist und an dessen Südseite eine hohe und dicke Mauer steht, über die sich eine Brücke zwischen dem Palast von Salwa und der Moschee erstreckt.
Die Fassaden des Palastes zeichnen sich durch dreieckige Öffnungen und pyramidenförmig angeordnete Verzierungen aus, die neben dem ästhetischen Erscheinungsbild für Licht und Belüftung sorgen. Salwa ist umgeben von Bait Al-Mal, der Moschee von Alt-Turaif und einem Brunnen, der die Bewohner des Palastes mit Wasser versorgte.
Als wir die Anlage fast verlassen haben, beginnt genau hier eine Lichtshow. Die Geschichte Saudi-Arabiens wird an die Wände dieses wunderschönen Gebäudes projiziert. Wie ich schon öfter geschrieben habe: hier hat alles Stil, ist alles elegant, wunderschön gemacht und durchdacht. So auch diese Lichtshow. Sie zieht mich in ihren Bann und begeistert mich für das Land. Es ist mal wieder grandios, wie alles gestaltet wurde.
Mir wird klar, dass ich eigentlich noch lange nicht bereit bin, zurück zu fliegen. Es braucht Zeit, in diesem Land anzukommen. Vielleicht bin ich eben erst angekommen. Man versteht vieles nicht. Genau das fasziniert. Manchmal frustriert es aber auch. Das Fremdartige fesselt und packt einen. Ich bin noch voll dieser Eindrücke. Der Palast mit der erzählenden Stimme, diese unglaubliche Lichtshow, als mir jemand einen saudischen Kaffee und Datteln anbietet. Das letzte Mal Kaffee und Datteln. Schöner kann es eigentlich nicht sein. Während ich meine zweite Dattel verspeise und meinen Gedanken nachhänge und versuche, sie zu sortieren, beginnt der Muezzin zu rufen. Es wird ganz still. Die Zeit scheint still zu stehen. Nacheinander erklingen die Rufe aus verschiedenen Richtungen über der alten Lehmstadt At-Turaif. Was für ein fulminanter Abschluss dieser Reise. Wie eine Sinfonie, in der alle Themen am Ende in ein großes, pompöses Finale zusammen geführt werden.もっと詳しく

SYLWIA B.Ich lese jetzt noch nach, was ich bisher nicht geschafft habe. Die Reihenfolge ist sicher nicht richtig. Aber anhand Deiner Notizen bestätige ich als Lesende, dass Du jetzt gefühlt angekommen bist. Das merkt man. Am Anfang fühlte ich Deine Unbeholfenheit mit diesem Land. Jetzt - zum Ende - bist Du eingegrooved
Auto fahren in Saudi-Arabien
1月6日, サウジアラビア ⋅ ☀️ 5 °C
Eigentlich fährt es sich total entspannt. Die Straßen sind riesig. Jedes Dorf hat eine Einfallstraße, die 2-3 spurig ausgebaut ist. Meistens gehört sie mir allein. Ich komme mir oft etwas verloren vor bei so viel Platz. Auch die Kreisverkehre sind alle 3 spurig angelegt. Was für ein Wahnsinn. Für welchen Verkehr?
Ich kann meistens gleichmäßig mit 100-120 km/h durchrollen. Also einmal Fuß aufs Gas, Tacho auf 120 und rollen lassen. Da die Straßen gerade verlaufen, kann ich mir auch als Fahrer in Ruhe die Landschaft ansehen. Ich empfinde das Fahren als geruhsam, fast schon meditativ.
Dennoch gibt es hier einige Besonderheiten. Eine Regel ist: bei roter Ampel wird rechts abgebogen. Das muss so. Es steht aber immer nochmals ein Hinweisschild an der Ampel, dass es erlaubt ist. Wenn keines da steht, lieber mal warten.
Alle anderen Regeln werden gemacht, wie man sie braucht. Die Straßen sind kilometerlang und es gibt keine Wendemöglichkeiten. Wie löse ich das Problem, wenn ich nicht ewig in die falsche Richtung fahren will? Es gibt mehrere Möglichkeiten. Ich fahre einfach so lange am Rand, also als Geisterfahrer auf der falschen Fahrbahnseite, bis ich meine Abfahrtsstelle erreicht habe. Ich nehme also die Auffahrt der anderen als Ausfahrt. Oder ich wende direkt auf der Autobahn, wo ich eben gerade bin. Zwischen den Fahrbahnen ist offroad. Manchmal geht das nicht, weil der Sand oder die Senke zu tief sind. Zumindest für mein Auto. Machmal gibt es auch einen Zaun.
Kommt man vom Rastplatz und muss in die Gegenrichtung, fährt man schlicht zur Einfahrt wieder raus. Man hat dann den richtigen Winkel, um über den Gegenverkehr und den offroad Streifen auf die eigene Fahrbahn zu kreuzen. Sprich, man darf als Tourist einfach nicht erschrecken, wenn einem ein Falschfahrer entgegen kommt. Auch den Kreisel kann man wunderbar abkürzen, in dem man einfach gegen Fahrtrichtung geradeaus fährt. Alle machen das so. Das klappt. Ich fahre mittlerweile genauso.
Blinken ist nicht wichtig, dafür hupen umso mehr. Meine hat eine recht zarte Stimme. Das ist schade. Ich hupe dafür öfter statt laut.
Es bleibt dabei: alle 6km steht hier ein Blitzer. Das ist unglaublich. Zusätzlich gibt es viele mobile Radarkontrollen und Polizei Checkpoints. Sie haben mich bis auf einmal immer durchgewunken. Sehr entspannt. Bei 5258km quer durch das Land bin ich an sage und schreibe 877 Blitzen vorbeigerollt. Wieder so ein Gigantismus.
Auf den Verkehrsschildern stehen meist arabische Zahlen. Die hat man aber schnell gelernt. Es gibt aber auch Schilder, auf denen die Geschwindigkeitsangaben in beiden Schriften stehen.
Das Tankstellennetz ist gut ausgebaut. Dennoch sollte man Ortschaften immer vollgetankt verlassen. An allen Tankstellen kann man mit Kreditkarte bezahlen. Es gibt aber tatsächlich auch Tankstellen, an denen gerade kein Benzin verfügbar ist. Da habe ich schon große Augen bekommen. Saudi-Arabien liegt, was die Ölvorkommen angeht, auf Platz zwei der Weltrangliste. Mit leeren Tankstellen habe ich hier wirklich nicht gerechnet. Das war aber auch die absolute Ausnahme. Und dann fährt man eben zur Nächsten. Und was wunderschön ist: Tanken ist richtig günstig. Der Liter kostet 2,18SAR. Das sind etwa 50ct. Da macht Tanken wieder Spaß.
Es gibt überall im Land Wasserstellen, an denen man kostenfrei sein Trinkwasser auffüllen kann. Bei großer Hitze im Sommer muss man sich also keine Sorgen machen, plötzlich ohne Wasser dazustehen. Auch Overlander können hier überall ihre Tanks füllen.
Meine liebsten Verkehrsschilder sind die mit der Geschwindigkeitsangabe Slow oder Slow down. Das ist Auslegungssache. Man bremst eben mal. Nur wie stark?
Häufig sagt mir mein Navigator, dass ich geradeaus fahren soll. Doch welches geradeaus? Es gibt sehr oft ein rechtes und ein linkes Geradeaus. Fahrbahnen teilen und verbinden sich ständig. Einige verlaufen nach Oben und andere nach Unten. Vor dem Geradeaus, braucht es also den genauen Hinweis, welches nun gemeint ist.
Aber im Prinzip ist es einfach: in den Städten gibt es immer 3 Spuren die durchlaufen, meist über Brücken. Wenn man von denen abfährt, kann man unter der Brücke direkt einen U-Turn machen oder links/rechts abbiegen oder eben doch weiter geradeaus fahren, wenn man zum Beispiel zur Tankstelle will.
Vor dem Kreisel kann man meist direkt nach rechts oder links abbiegen und muss nicht kreiseln. Das ist praktisch.
Am liebsten sind mir die U-Turns. Diese gibt es gut ausgebaut als eigene Spur. Auf der anderen Seite hat man weiterhin eine Spur zum Beschleunigen und Einfädeln. Es gibt jedoch auch kleine U-Turns, die wirklich nur ein Loch sind. Man muss genau nach ihnen suchen, sonst ist man schon vorbei gerauscht und muss dann eben viele Kilometer fahren oder wie bereits berichtet, die offroad Streifen oder Geisterfahrer Variante wählen.
Wofür ich Deutschland wirklich dankbar bin, ist, dass es keine Bodenschwellen gibt. Es gibt sie ja eigentlich in allen Ländern. Hier gibt es mehrere Typen. Die gelben Linien rattern einfach nur. Die eingebauten Reflektoren rappeln. Dann gibt es geteerte Rillen, die kräftig rütteln und Lärm machen. Das schlimmste Modell ist die hohe Bodenwelle, über die man langsam drüber fahren muss. Eigentlich sollte sie gelb-schwarz markiert sein. Ist sie aber nicht immer. Übersieht man sie, knallt es heftig, wenn man darüber donnert. Diese Welle wird immer von einem Schild angekündigt und ist vor fast jedem Kreisel zu finden. Also aufpassen, sonst jumped man.
Ansonsten ist weniger schauen und mehr fahren die beste Möglichkeit vorwärts zu kommen. Zaudern und Zögern verwirrt die Saudis und man verursacht Verkehrschaos. Also einfach fahren. Die anderen warten schon. Das passt.
Fazit: Autofahren in Saudi-Arabien macht Spaß, auch wenn es in großen Städten sehr wuselig ist und man die ersten ein oder zwei Tage vielleicht etwas gefordert ist, bis man sich an die anderen Regeln gewöhnt hat. Aber so ist das doch in jedem Land.
Also: Absolute Mietwagenempfehlung!もっと詳しく
Dies und das über das Land
1月6日, サウジアラビア ⋅ ☀️ 9 °C
Saudi-Arabien ist definitiv kein günstiges Reiseland. Man muss sich auf Preise wie in Deutschland einstellen, die nach oben keine Grenze kennen. Man kann hier für außergewöhnliche Unterkünfte und sehr gute Restaurants sehr viel Geld ausgeben. Auch das Shoppingabenteuer ist nichts für den kleinen Geldbeutel. Selbst die edlen Datteln haben einen edlen Preis.
Der Mietwagen ist ebenfalls kein Schnäppchen und hat nur eine gewisse Menge an Freikilometern. Überschreitet man diese, wird man zur Kasse gebeten.
Ein kleiner Nachtrag zu den Unterkünften
In Al Ula kann man sehr luxuriöse Unterkünfte zu entsprechendem Preis finden. Hier sollte man in jedem Fall im Voraus buchen. Das Angebot könnte knapp werden.
In Riyadh, Jeddah und Medinah findet man zusätzlich zu den nationalen auch die bekannten internationalen Hotelketten. Ich denke, das Angebot ist hier so groß, dass man auch am Anreisetag eine Unterkunft finden kann, wenn der Preis keine Rolle spielt und man keine sonstigen Wünsche hat. In Medinah sollte man sich informieren, ob gerade Pilgerzeit - Umrah ist. Dann ist die Stadt komplett ausgebucht.
In den anderen Orten würde ich mich zumindest im Voraus online informieren, welche Hotels es wo gibt. Das Angebot ist unterschiedlich. Oftmals steht der Hotelname nur in arabischer Schrift am Gebäude und ist somit für uns nicht als solches erkennbar. Wir hatten alle Unterkünfte im Voraus gebucht. Außergewöhnliche Unterkünfte hatten wir auf unserer Reise nicht. Es waren standard Stadthotels. Sauber, ordentlich, mehr nicht. Fast immer mussten wir nach einem zweiten Handtuch fragen, da (üblicherweise) nur ein Duschtuch im Badezimmer hängt, auch wenn zwei Personen übernachten. Dies war auch in 4/5 Sterne Hotels der Fall.
In allen Unterkünften hatten wir einen Wasserkocher plus Tee/Kaffee und Wasserflaschen im Zimmer. Teilweise gab es auch einen Kühlschrank. Die Preise sind identisch mit den Hotelpreisen in Europa. Wir haben in nationalen Hotelketten und kleinen Hotels übernachtet. Da ich immer im Voraus buche, würde ich es natürlich wieder so machen. Solange der Tourismus in Saudi-Arabien nicht massiv zunimmt, kann man auch vor Ort buchen.
Sehr günstig ist das Tanken. Da kommt Freude auf und außer in Medinah und Riyadh mussten wir nie fürs Parken bezahlen. Ebenfalls sehr angenehm ist, dass sämtliche Museen, außer in Al Ula, kostenlos sind. Die Türme in Riyadh hatten aber ihren Eintrittspreis.
In den Restaurants hatte ich erwartet, dass man nach Familie und Männern getrennt gesetzt wird. Das haben wir so nie erlebt. Der Restaurantbesuch ist identisch mit dem in allen anderen Ländern. Auf Nachfrage kann man sich seinen Tisch aber problemlos mit einem Paravent abschirmen lassen, was wir auch erlebt haben.
Saudi-Arabien ist sicherlich eines der konservativsten Länder der Welt. Außer in Riyadh tragen alle Frauen eine Abaya und das Gesicht ist bei fast allen vollverschleiert. Man sieht also immer nur in Augen. Es gibt wunderschöne Augen und so oft habe ich mich gefragt, wie die Form des Gesichts wohl weitergeht. Ist es hübsch oder eher nicht. Auch das bleibt uns verborgen. Mittlerweile sehe ich die Abaya identisch zu unserem Mantel. Darunter sieht man Schlaghosen, Sneakers und Chucks hervorlugen. Die Frauen sind ebenso berufstätig wie die Männer und genauso mit ihren Freundinnen in Restaurants, Cafés oder zum Shoppen unterwegs wie wir. Auf dem Weg zur Uni sind uns fast nur Frauen begegnet.
Die Männer tragen Kaftan und ebenfalls das traditionelle Tuch auf dem Kopf.
In abgelegenen Regionen werde ich neugierig gemustert. Dunkle Augen ruhen auf mir, lächelnd, freundlich. Immer wieder werden wir angesprochen, kaum jemand kann englisch. Es sind nur Satzfragmente. Man will wissen woher wir kommen, heißt uns willkommen und würde gerne mehr sprechen, wenn es denn ginge. In Riyadh sieht man auch Frauen mit offenem Haar und viele ohne Gesichtsschleier. Die moderne Metropole unterscheidet sich hier ganz deutlich vom Rest des Landes.
Als Tourist sollte man sich dezent kleiden. Aber westliche Kleidung ist absolut akzeptiert. Nur in der heiligen Stadt Medinah muss man als Frau eine Kopfbedeckung und Abaya tragen. Ich hätte mich dort sonst sehr unwohl gefühlt. Natürlich sind wir herausgestochen, aber nicht wie bunte Vögel, sondern nur wie Graue.
Gastfreundschaft
Ich war noch nie in einem Land unterwegs, in dem Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft so groß geschrieben werden. Das war eine besondere Erfahrung, die diese Reise zu einer ganz Außergewöhnlichen macht. Ich habe nicht erwartet, einfach so zum Mittagessen eingeladen zu werden und noch weniger, dass man sich die Zeit nimmt, um uns das Land zu zeigen oder uns einfach zu Kaffee, Tee und Datteln einzuladen.
Toiletten
Wenn man in Städten unterwegs ist, hat man ja immer wieder das Problem, eine Toilette zu finden. Nicht so in Saudi-Arabien. In allen Städten, groß und und klein, gibt es überall sehr saubere und schöne Toiletten. Wunderbare Einrichtungen. Das ist sehr angenehm.
Einige Fragen sind uns immer wieder durch den Kopf gegangen. Wo sind die Touristen? Wir sind praktisch keinen begegnet während unserer gesamten Reise. Dennoch sind sie da. In Riyadh treffen wir auf Gruppen, auf einige westliche Individualreisende. Wo waren sie die ganze Zeit? Wir haben uns die Highlights des Landes und einiges darüber hinaus angesehen. Die anderen müssen dort doch auch gewesen sein. Warum sind wir ihnen nie begegnet? Wir hatten all die wunderschönen Orte immer für uns allein. Das gab es so bisher allenfalls in Usbekistan. Aber sonst nirgends auf der Welt. Wir haben das sehr genossen. Am Flughafen sind sie dann alle versammelt, um sich wieder in der Welt zu verteilen. Es sind nicht wenige.
Eine weitere Frage, die wir nicht ansatzweise beantworten können, ist: Wo arbeiten die Saudis? In den Geschäften sitzen sie. Die Guides in allen Besucherzentren sind immer Frauen. Die Aufpasser in Al Ula waren Männer. Diese Arbeitsplätze kann man jedoch zählen. In den Restaurants, Hotels, Tankstellen, Baustellen…. Überall arbeiten Pakistani, Inder, Gastarbeiter. Das ist bei uns auch zum Teil so. Doch wann gehen die Saudis zur Arbeit und wohin? Wenn an der Rezeption im Hotel mal ein Saudi saß, konnte er kein Englisch und hat den Kofferträger gerufen, der sich wunderbar mit uns unterhalten konnte. In anderen Ländern wird englisch gelernt. Da besteht hier großer Nachholbedarf. Die Männer flanieren auf den Straßen mit ihren Familien, sehen sich ebenfalls Sehenswürdigkeiten an, gehen Essen und Shoppen. Wir sehen sie nie in einem Büro verschwinden.
Was auch auffällt: die Saudis werden erst abends/nachts so richtig wach. Und ihr liebstes Hobby ist neben Essen und Shoppen das Autofahren. Auf den Straßen ist auch um Mitternacht immer noch die Hölle los. Bei Tagestemperaturen von 40 Grad und mehr ist das alles sicherlich verständlich. Aber im Moment ist es eher frühlingshaft. Nachts oft richtig kalt und nach dem gestrigen Temperatursturz ist es auch am Tag in Riyadh nicht mehr warm.もっと詳しく

SYLWIA B.Danke für all die Informationen. Was ich dennoch vermisse, sind die Angaben zu den Unterkünften. Wie wart Ihr zufrieden? Sind die Preise mit den der westlichen Welt vergleichbar? Würdest Du, wenn Du nochmals planst vor Ort buchen?

旅行者Oh ja. Die Preise sind absolut mit den unsrigen zu vergleichen. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Gerade in Al Ula kann man schnell 4-stellig werden. Wir waren im Großen und Ganzen zufrieden. Es waren aber keine Highlights. Einfach Standardunterkünfte. Oftmals waren sie groß. Das war angenehm. Nichts Schönes, wie so oft in Südamerika/Afrika/Asien wo man ins Schwärmen kommt. Das hätte man in Al Ula finden können, zu entsprechendem Preis. Oft gibt es nur ein Handtuch für 2 Personen. Man bekommt aber eines, wenn man nachfragt. Klopapier hatten wir immer. Es soll aber auch ohne geben. Es wird ja nicht benützt. Ich bin kein vor Ort Bucher. Aber die Hotels waren nie ausgebucht. Es müsste also problemlos Unterkünfte geben. Ich würde aber schon bei booking.com schauen, wohin ich will.

SYLWIA B.Ein Handtuch für Zwei? Und ich rege mich auf, weil ich zwei Badehandtücher und nur ein Händehandtuch bekomme. Ich brauche eins fürs Gesicht. Es gibt auch keine Waschlappen. Die muss ich täglich nachfordern. Dann rücken sie die raus.

旅行者🤣🤣🤣🤣 Waschlappen? Was ist das? In Jeddah und Medinah waren alle Handtücher vorhanden. Das heißt, zwei Duschtücher und eines für die Hände. Ansonsten gab es ein Duschtuch und manchmal eines für die Hände. Das zweite Duschtuch habe ich immer angefragt. Ich denke, wenn man aber in westliche Ketten geht (Ibis, Le Meridien, Mövenpick…) ist das vielleicht schon anders. Auch Zimmerservice hatten wir bei mehreren Übernachtungen nicht. Aber als es zu kalt wurde, haben wir eine Heizung bekommen. Ich hatte für alle Fälle Klopapier dabei (haben wir auch gebraucht) und ein Handtuch. In unserer furchtbaren Unterkunft war ich sehr froh darüber. Wir haben nur Hände gewaschen. Alles andere ist ausgefallen. Das war zu schlimm. Der Standard ist ein ganz anderer.

SYLWIA B.Ich bin nicht der tägliche Duscher. Ich brauche einen heißen Waschlappen morgens auf mein Gesicht. Und wir wohnen in einem internationalen Kettenhotel. Übrigens: mindestens ein Hotel auf unserer Reise wird diesen Low-Level Standard auch haben. Dafür bin ich schon vorbereitet 😉

旅行者Wenn ich nicht gerade auf Borneo bin, dusche ich auch nicht unbedingt jeden Tag im Urlaub. Aber die Handhandtücher jetzt waren oft sehr klein. Da habe ich gern ein Duschtuch. Ob ich nun dusche oder nicht. Die Low-Level Unterkunft kam nur in der Not zustande, da das bei booking.com gebuchte Hotel plötzlich wegen Bauarbeiten geschlossen war. Man kann es aber immer noch buchen. Zum doppelten Preis. Interessant. Das wundert booking auch. Ich vermute, die hatten keine Lust auf uns. Dann müssen sie eben ihre Preise richtig angeben. Es war die einzige Option vor Ort, die über booking.com buchbar war. Es gab nichts anderes. Auf der Karte war das Hotel auch falsch eingezeichnet. Wir konnten es also nicht einmal suchen. Da ich darauf nicht vorbereitet war, hatten wir leider keine Inlayschlafsäcke dabei.
Heimreise
1月6日, サウジアラビア ⋅ ☀️ 20 °C
Leider ist unsere Zeit in Saudi-Arabien fast um. Wir fahren die letzten Kilometer zum Flughafen und tanken ein letztes Mal. Schließlich suchen wir uns in Riyadhs riesigem Flughafen zur Sixt Autovermietung durch und geben das Auto zurück. Ein treues Auto, das so einiges hat aushalten müssen oder anders gesagt, das (endlich) auch mal außerhalb der Straßen durch Sand und Geröll fahren und etwas erleben durfte. Bei der Rückgabe wird sehr genau geschaut. Bei einer Macke gab es fast Diskussionen. Doch dann ist klar, sie ist alt.
Dass es eine große Reise mit vielen Kilometern werden würde, war klar. Es werden dann aber immer noch ein paar mehr. Und so sind wir hier tatsächlich 5258km quer durch das wunderschöne Saudi-Arabien gefahren.
Da wir das Auto in Terminal 5 abgeben und von Terminal 1 abfliegen, fahren wir heute doch tatsächlich noch einmal mit der Metro. Unser Gepäck ist ruckzuck aufgegeben und ich hoffe, dass es auch in Frankfurt ankommt. Aber vielleicht will es ja dieses Mal gerne in Saudi-Arabien bleiben. Ich könnte es so gut verstehen. Die Ausreise erfolgt so schnell, dass man sie beinahe nicht bemerken könnte und schon sitzen wir am Gate. Bei dieser Reise habe ich doch tatsächlich diese elenden Wartezeiten am Flughafen plus die Flugzeit vermisst. Konnte ich doch immer so schön meine Pinguine schreiben. So habe ich jetzt abends und manchmal auch nachts, wenn ich von einigen Tassen saudischem Kaffee nicht schlafen konnte, meine Footprints geschrieben. Dennoch hänge ich Tage hinterher. Wartezeiten an Flughäfen haben also durchaus auch ihre Vorteile. Und während ich warte, dass es endlich 1:50Uhr wird, schreibe ich meine Pinguine und die Zeit vergeht wie im Flug.
Ich erlebe den Start noch mit einem halben Auge und wache mit der Ansage zum Landeanflug auf Istanbul wieder auf. Die Umstiegszeit ist kurz, aber gut machbar und so sitzen wir schnell im Anschlussflug nach Frankfurt.
In Frankfurt trifft uns zuerst der Kälteschock. Es schneit. Dann nimmt das Kofferdrama seinen Lauf. Sie sind zwar dieses Mal beide angekommen, doch nur einer hat den Flug halbwegs überlebt. Der andere - Totalschaden. Vielen Dank. Jeden Flug das gleiche. So renne ich von einem Schalter zum Nächsten. Nachdem ich alle Papiere habe, geht es zum Kofferlager. Dort steht mein Koffer. Es könnte so einfach sein. Tausche kaputt gegen neu. Aber nein, das geht so nicht. Der Koffer hat Wertverlust. Natürlich hat er das, so wie mit ihm umgegangen wurde. Freunde habe ich mir dort keine gemacht, aber nach einigem Hin und Her und weiteren Papieren, bekomme ich den Koffer ausgetauscht.
Durch Kälte und Schnee geht es vollends in ein eisiges zu Hause. Die Heizung muss jetzt kräftig arbeiten, damit wir hier nicht erfrieren.もっと詳しく

旅行者Schon wieder so eine Koffergeschichte … wird der Koffer direkt am Flughafen getauscht oder gibt es einen Gutschein? Lebt Euch wieder gut zuhause ein und ich hoffe, die Heizung leistet beste Arbeit. Ich muss noch eine Menge Footprints nachholen, dazu bin ich einfach nicht gekommen und es wird sicherlich bis nach meiner Rückkehr warten müssen, aber dann werde ich diese mit größtem Interesse lesen. Ganz lieben Dank fürs Mitnehmen sage ich aber schon mal jetzt - in ein Land, das bei mir auch in den Planungen steht. Nur ob und wann genau, weiß ich nicht. Wir werden sehen.

旅行者Der Koffer wurde dann direkt getauscht. Aber ich musste darum kämpfen. Die Heizung heizt und es sollen erst am Montag wieder zweistellige Minusgrade erreicht werden. Genießt ihr Argentinien. Saudi-Arabien läuft nicht weg. Während einer Reise hat man kaum Zeit zu lesen. Man muss ja abends noch den eigenen Pinguin schreiben. Ich freue mich jetzt auf deine Footprints und kann sie ganz in Ruhe lesen. Mein Pinguin ist jetzt fertig (leider). Ich würde sehr gerne irgendwann deinen Pinguin zu Saudi-Arabien lesen. Ein tolles Land!

旅行者Ich schaue auch heute hier mal rein, weil wir einen ruhigeren Tag einlegen. Wir sind an einem tollen Ort, aber ich kann nur Pinguine vorbereiten und nicht hochladen. Ich hänge auch sehr nach. Das Problem bei der jetzigen Reise ist, dass schon wieder neue Begehrlichkeiten entstanden sind für hier 😂 .…

旅行者Aber das ist doch schön. Dann kannst du die nächste Reise vielleicht für Ende des Jahres planen. Es wäre doch schade, wenn alles gesehen worden wäre. Ein ruhigerer Tag schadet nicht. Wir hatten zum ersten Mal überhaupt zwei ruhige Abende. Das war außergewöhnlich. Aber ich muss gestehen, ich habe sie genossen.

旅行者Wir brauchen das hin und wieder, zum einen kennst Du die Gründe dafür, zum anderen brauche ich es gerade bei so langen Reisen, damit ich die Eindrücke verarbeiten kann. Ende des Jahres wird es höchstwahrscheinlich etwas anderes werden.

旅行者Dann bin ich gespannt, wo ihr da seid. So lange Reisen können wir ja gar nicht machen. Aber ich kann es mir vorstellen. Auch die Wäsche braucht ja mal Zeit bearbeitet zu werden.

旅行者Borneo war auch lang, ich glaube länger als unsere jetzige. Bei uns gibt es keine Wäsche bei dieser Reisedauer, da nehmen wir lieber mehr mit 😅.. Auf Waschen habe ich so gar keine Lust auf Reisen. Ab einer gewissen Reisedauer geht aber wohl kein Weg daran vorbei 😒.

旅行者Auf Borneo mussten wir waschen. Die Hitze und Luftfeuchtigkeit. Ich verzichte ansonsten auch darauf.
Medinah - Gedanken
1月6日, サウジアラビア ⋅ ☀️ 18 °C
Nach diesen anderthalb Tagen in Medinah ist mein Kopf so voller Gedanken, Eindrücke und Ideen, dass ich erst einmal alles sortieren muss. Doch wie und wo fange ich an? Mittlerweile ist unsere Reise leider zu Ende und ich sortiere immer noch meine Gedanken.
Was ist Pilgern? Natürlich weiß ich, was Pilgern ist. Den Jakobsweg mit der Muschel um den Hals entlang pilgern, allein, meditativ, bis Santiago de Compostella. Davon habe ich eine gewisse Vorstellung. Oder ich unternehme eine Pilgerreise nach Rom inklusive einer Audienz beim Papst. Vielleicht hätte ich erst einmal christlich pilgern gehen sollen, um nicht nur eine Vorstellung zu bekommen, sondern Erfahrung zu haben.
Natürlich habe ich schon Bilder von Menschenmassen gesehen, die in/nach Mekka pilgern. Ich habe mir dennoch keine oder zu wenige Gedanken gemacht, was Pilgern heißt. Ich habe definitiv keine Vorstellung davon. Und jetzt stecke ich mittendrin. Nicht mal in einer christlichen Pilgerreise, die ich vielleicht verstehen könnte. Nein, ich stecke in Umrah, der zweitgrößten Pilgerreise des Islam. Der bedeutendsten Pilgerreise nach Medinah zur Stadt des Propheten Mohammed. Plötzlich sind da tausende Busse, die sich durch die Stadt schieben. 100.000e Pilger, die durch die Stadt pilgern. Alle der Prophetenmoschee Masjid An-Nabawi entgegen. Mal eilig, mal langsam. Alle Hotels sind ausgebucht. Die Uhren ticken plötzlich anders. Alles richtet sich nach dem Gebet. Ruft der Muezzin zum Salah, werden die Geschäfte schnell geschlossen und in den Restaurants gibt es kein Essen mehr. Alles eilt zur Moschee und hunderttausende treffen sich zum Gebet. Menschen aus zig Ländern. Alle wissen genau, was zu tun ist, obwohl sie sich sprachlich nicht verstehen. Und dabei ist es absolut still. Nur der Muezzin ist zu hören. Der Rest der Welt scheint eine Atempause einzulegen, bevor nach der Salah wieder der Startknopf gedrückt wird.
Ein riesiges Business ist die Pilgerei, über das ich mir nie Gedanken gemacht habe. Pilgerreisen. Eine eigene Reisesparte. Nur angereist, um zu pilgern. Alle mit demselben Logo der Gruppe, damit man sich wiederfindet. Pinke Kopftuchgruppen, orange Kappie-Gruppen, grüne Westen mit Landesnamen. Andere tragen alle denselben Rucksack. Und wenn man sich verloren hat, hier gibt es nicht nur lost and found, sondern auch lost my group. Und dann sind da noch wir. Die einzigen Christen an diesem Ort. Neugierig, interessiert, fasziniert, aber auch willkommen? Nein, eher nicht. Hier ist man auf uns nicht vorbereitet. Niemand rechnet mit Ungläubigen in Medinah. Warum? Wie soll man respektieren, tolerieren, akzeptieren, wenn man es nicht versteht? Wir sind Zaungäste. Spicken ein wenig hinein. Wenn man uns aber bemerkt und klar ist, dass wir nicht pilgern, sind wir nicht willkommen. Das Wachpersonal rüpelt uns an. Das dürfte in vielen Ländern der Fall sein, dass sie nicht gerade freundlich sind. Auch andere Pilger beschweren sich über den Umgang der Wachleute mit den Pilgern. Aber uns „mögen“ sie ganz besonders.
Da ist nun diese Ambivalenz in mir. Wie muss ich die Menschen einschätzen? Wie sind die Gedanken der Leute, während sie mich anlächeln? Was denken die Gastgeber über ihre Gäste? Man will internationalen Tourismus. Hier in Medinah ist man noch Lichtjahre davon entfernt mit internationalem Tourismus, außer Pilgerreisen, entsprechend umzugehen. Den kennt man hier nicht. Fast niemand spricht englisch. Es gibt keinerlei Beschilderung. Es passt aber auch niemand auf, wer das Moscheeareal betritt. Klar, wozu auch. Es gibt uns ja nicht. Woher sollen wir also wissen, was erlaubt ist? Wenn wir dann aber einen Fehler machen, wegen mangelnder oder falscher Information, dann werden wir in barschem Ton angemeckert. Nein, es ist keine Absicht und kein böser Wille. Wir leben in zwei Welten, die einander nicht verstehen.
Wir machen die Erfahrung, dass die Pilger überhaupt nicht damit rechnen, dass ein Nichtmuslim nach Medinah reisen könnte. Die Überraschung ist groß und die Freude und das Erstaunen, dass sich Christen dafür interessieren und extra an diesen Ort reisen, ebenfalls. Damit wird auch nicht gerechnet. Daher werden wir auch von den Pilgern, als wir uns im Moscheegelände bewegen, nicht für Christen gehalten. Wir fotografieren uns gegenseitig. Es sind schöne Begegnungen. Nachdem aber erkannt ist, dass wir eben Christen sind, sind beide Seiten überrascht und vielleicht etwas ratlos, wie man miteinander umgehen soll, an diesem besonderen Ort, der erst seit 2022 überhaupt für Andersgläubige zugänglich ist. Auch die Pilger sind überrascht, dass wir hier überhaupt nicht sein dürfen. Warum? Diese Frage steht schnell im Raum. Warum dürft ihr das nicht sehen? Eine Antwort gibt es nicht. So sind die Regeln. Aber aus Pilgersicht wären wir wohl willkommen.
Dennoch, ich darf hier sein. Wir fallen nicht unangenehm auf. Wir erregen optisch keinen Ärger. Die Pilger aus aller Welt nehmen von mir als offensichtlichem Touristen aus dem Westen rund um ihr Heiligtum in Medina keinerlei Notiz und behandeln mich in keiner Weise feindselig. Auch die "normalen" Einwohner Medinas nicht, die ja noch gar nicht wirklich an Touristen gewöhnt sind. Nur das Wachpersonal ist uns nicht wohlgesonnen.
Dieses Andere, für uns Fremde, übt ungeheuren Eindruck auf uns aus. Allein schon solch eine Menschenmasse zu erleben, die nur kommt, um an diesen Ort zu pilgern und zu beten. Ich habe mich noch nie in solch einer Menschenmasse bewegt. Zu erleben, dass Hunderttausende verstummen, weil der Muezzin ruft. Dass Hunderttausende mehrmals täglich alles stehen und liegen lassen, weil der Muezzin ruft. Dass Religion und Glaube so wichtig für Menschen sein können. Dass man sich dabei absolut gewissenhaft an Regeln und Abläufe hält. Für uns ist das eine außergewöhnliche Erfahrung. Vielleicht für einen gläubigen Christ nicht. Das kann ich nicht beurteilen. Zu erleben, dass sich solch eine Menschenmasse von einer Person führen lässt. Dass sie alles bestimmen und anordnen könnte. Zu erahnen, was für eine ideologische Kraft diese Masse hat.
All diese Gedanken sind mir während unserer Reise durch den Kopf gegangen und ich habe sie immer wieder aufgeschrieben. Ob ich damit fertig bin? Nein, ich bin es nicht. Viele Gedanken sind angestoßen worden. Viele Fragen stehen im Raum. Antworten werde ich wahrscheinlich nie bekommen. Vielleicht finde ich die eine oder andere im Verlauf der Jahre nach weiteren Erfahrungen und Erlebnissen. Ansonsten bleibt es im Verborgenen, wie so vieles in Saudi-Arabien.もっと詳しく

旅行者Vielen Dank, dass Du diese Gedanken teilt. Das finde ich hoch interessant, was Du schreibst. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie es in Deinem Kopf rumort.

旅行者Das denke ich nicht. Aber ich war vor vielen Jahren in Israel. Eine Reise, die mich gedanklich so gefordert hat, wie noch nie zuvor eine und keine danach. Daran musste ich sofort denken, als ich Deine Zeilen las. Sicherlich auf eine andere Art und Weise, aber dennoch möglicherweise vergleichbar.
Fazit
1月6日, サウジアラビア ⋅ 🌙 11 °C
Saudi-Arabien ist ein riesiges, wunderschönes Land mit unglaublichen Gegensätzen. Die Küste mit dem Roten Meer und warmen Temperaturen. Die Wüste mit ihren Felsen und herrlich roten Sanddünen, ausgetrocknet, wasserlos, in der es im Winter nachts so kalt sein kann. Endlose Landschaften, durch die lautlos Kamelherden ziehen. Zerklüftete Berge mit Höhen von über 2500m, in denen es kurz vor unserer Ankunft kräftig geschneit hat.
Oasenlandschaften und Lehmdörfer, die uns eine Zeitreise in ein Leben vor hunderten Jahren ermöglichen, erkunden wir auf unserer Fahrt durch die karge Wüste. Farbkleckse im beige, gelb, grau, rot, braun. Abgesehen vom Grün der Dattelpalmen sticht uns jedes andere grün schon fast unangenehm in die Augen.
Und dann trifft man in Medinah auf eine der größten Moscheen der Welt. Eine moderne Metropole, gebaut für Pilger. Schlichte, elegante, moderne, saudische Architektur und eine Moschee, die ihresgleichen sucht. Doch das beeindruckendste, die Sonnenschirme, die Hunderttausenden Schatten spenden, kommen aus Deutschland. Hier treffen sich zwei Welten. Wir dürfen konstruieren, aber nicht erleben. Unsere Schirme dürfen sehen, was wir nicht sehen dürfen. Wir erleben staunend die Pilgerzeit Umrah und uns wird bewusst, dass wir nichts wissen. Eine andere Welt, in die wir nicht hinein dürfen mit Regeln, die wir nicht nachvollziehen können. Und die Gedanken? Ich habe keine Ahnung, was die Menschen auf Pilgerfahrt für Gedanken haben könnten. Ich war noch nie in einer Menschenmasse von Hunderttausenden unterwegs. Ich habe noch nie erlebt, dass Hunderttausende totenstill sein können. Dass Menschen alles stehen und liegen lassen, wenn einer ruft. Wir erleben eine Stadt mit ganz besonderer Atmosphäre. Vor allen Dingen am Abend. Aber wir sind Zaungäste. Wir werden nicht feindselig behandelt, aber man nimmt auch keine Notiz von uns, außer wir machen das falsche Foto oder nähern uns einer verbotenen Linie, die wir nicht sehen können, weil sie nicht existiert. Die wir aber doch hätten sehen müssen. Doch wie soll man verstehen, wenn man nichts weiß.
Ich habe ständig das Gefühl, etwas falsch zu machen und Ärger zu bekommen. So auch in Al Ula. Die Saudis haben sich nicht um die Kultur, die ihnen geschenkt wurde, gekümmert. Alles ist sich selbst überlassen worden. Da das Land geschlossen war und es keine Touristen gab, waren es die Einheimischen, die Petroglyphen und Gräber mit Graffitis verschandelt haben. Jetzt wurde der Wert erkannt und das Verhalten hat sich ins Gegenteil umgekehrt. Alles wird bewacht, keinem Stein darf man sich nähern. Manchmal habe ich das Gefühl, dass allein mein Atem und mein Blick Gräber zerstören. Zumindest werden wir so von den Wachleuten behandelt. Es macht alles keinen Sinn. Die Kamera ist verboten, man darf nur auf der linken Seite des Berges die Gräber ansehen, rechts nicht. Viele Orte dürfen überhaupt nicht besichtigt werden. Wehe man entfernt sich von ihnen zu Fuß. Dann wird man sofort eingesammelt. Nicht einmal im alten Ortskern Al Ulas kann man morgens einfach spazieren und Fotos machen. Sofort kommt die misstrauische Frage, was man hier will. Ja was wohl.
Al Ula ist einer der beeindruckendsten, historischen Orte Saudi-Arabiens. Aber die Art, wie man ihn bereisen muss, lässt viele schöne Erinnerungen in den Hintergrund rücken. Ich hoffe, diese extremen Regelungen und Einschränkungen werden sich irgendwann normalisieren.
Wenn man nicht gerade in das Bauprojekt NEOM hineinfährt, kann man sich in der Natur völlig frei bewegen und wunderschöne Sanddünen, Wadis, Felsformationen, Berge und Täler entdecken. Doch im NEOM Einzugsgebiet, sind viele Straßen schlicht gesperrt. Es gibt keine Ankündigungen dazu. Das ist enttäuschend, wenn man vor Ort steht und nicht weiterkommt.
Wir erleben hier eine unglaubliche Gastfreundschaft. Warum? Ist es Neugier? Auch auf diese Frage werde ich keine Antwort finden. Was denkt man über uns? Und was denke ich über die Saudis? Selbst meine eigene Frage kann ich nicht wirklich beantworten. Ich kann die Menschen nicht greifen und vermutlich ihre Denkweise überhaupt nicht nachvollziehen. Eine gewisse Skepsis gegenüber meinem Gastgeberland schwingt immer in meinen Gedanken mit. Zu unterschiedlich geht es zu in den Köpfen von Gast und Gastgeber. Da hilft wirklich nur Staunen und Fasziniert sein von dem, was man sieht. Und Akzeptieren, ohne alles zu verstehen.
Es ist ein Land der Extreme in jeder Hinsicht. Der unterschiedliche Glaube, das Leben in Traditionen und gleichzeitig das supermoderne Riyadh, die trockene Wüste und das Meer. Die Temperaturunterschiede in der Wüste am Tag und in der Nacht. Die extrem lebensfeindliche Landschaft im Gegensatz zur großen Gastfreundschaft der Menschen. Tiefe Täler und hohe Berge. Die unendlichen roten Sandflächen, die sich ohne einen Busch oder Strauch bis zum Horizont ziehen. Die Abbruchkante Edge of the world, von der man vom hohen Plateau aufs 1000m tieferliegende Plateau blickt, das mit dem Horizont verschmilzt.
Die Natur zieht alle Register. In gigantischen Formen und Farben durchzieht sie das Land.
Wie begegnen die Menschen heute diesem Gigantismus? Irgendwie muss man ja mithalten, wenn die Natur, aber auch die Nabatäer, solche Maßstäbe setzen. Jedes Bauwerk, jede Straße, jeder Kreisel ist gigantisch groß. Doch gegen Natur und alte Kultur können sie nicht ankommen. Lediglich die neuen Hochhäuser Riyadhs können hier ansatzweise mithalten. Doch die Saudis wollen mehr. Daher haben sie die riesigen Projekte wie NEOM und Mukaab ins Leben gerufen. Doch sind sie realisierbar und bezahlbar? Zerstört sich hier der Gigantismus selbst?
Sicher ist jedenfalls, dass Saudi-Arabien erkannt hat, dass die Zeit des Öls dem Ende entgegen geht und dass es neue Wege braucht, um den Wohlstand des Landes zu sichern. Noch wird mit Öl sehr viel Geld verdient und dieses fließt nun in Zukunftsprojekte und in den Tourismus als neues Standbein.
Insgesamt bin ich nun 5258km durch Saudi-Arabien gefahren. Dabei bin ich an etwa 877 Blitzgeräten vorbei gefahren. Dazu kommen Polizei Checkpoints und mobile Radarkontrollen. Nochmals ein Gigantismus. Allerdings einer der ganz anderen Art.
Saudi-Arabien, fasziniert, begeistert, macht nachdenklich. Es war eine Reise in eine andere Welt, wie ich sie im Oman oder in Jordanien nicht empfunden habe. Auch wenn die Distanzen riesig waren, ich bin froh, sie gefahren und erlebt zu haben. Jeden einzelnen Meter. Insgesamt ist es ein Land, das sehr einfach zu bereisen ist.
In Zukunft werde ich nun gespannt verfolgen, was aus den atemberaubenden Plänen, Vision 2030, für Land und Leute wird. Wer weiß, ob ich irgendwann nochmals nach Saudi-Arabien reisen werde, um den Gigantismus der Moderne auch noch zu entdecken.
Vielen Dank meinen lesenden Mitreisenden für den Austausch, eure Kommentare, Ideen und Anregungen. Verzeiht mir meine Tippfehler. Ich erschrecke jedes Mal, dass ich nach Monaten und x-maligem Durchlesen immer noch welche finde. Manchmal denke ich, sie fügen sich von selbst nachträglich ein, um mich zu ärgern.もっと詳しく

旅行者Das glaube ich. Klingt aber trotzdem nach einer tollen Reise und einer schweren Empfehlung

旅行者Es war eine absolut tolle Reise, die voller Erfahrungen und Ereignissen war, mit denen ich nicht gerechnet habe. Genau die machen die Reise besonders und lassen mich nachdenken. Aber ganz klar: absolute Reiseempfehlung.

旅行者Schön. Dann bin ich ja mal gespannt, wann Saudi-Arabien zum Zug kommt. Es wird sich in den nächsten Monaten und Jahren stark weiter entwickeln.
Fakten zur Reiseplanung
1月6日, サウジアラビア ⋅ 🌙 9 °C
Visum
Deutsche benötigen ein Visum. Der Reisepass muss noch 6 Monate gültig sein. Maximale Aufenthaltsdauer 90 Tage. Das E-Visum ist zu beantragen über https://visa.visitsaudi.com
Man schließt automatisch die obligatorische Krankenversicherung mit ab. Kosten ca. 100€ pro Person. Nach ein paar Minuten erhält man das Visum per E-Mail. Man kann das Visum auch on arrival beantragen oder den analogen Weg über die Botschaft nehmen.
Geld
Geld bekommt man problemlos am ATM. Dabei fallen etwa 6€ Gebühren an, trotz Reisekreditkarte. Man kann im Land aber alles mit Kreditkarte bezahlen. Die eine oder andere Unterkunft verlangt eventuell Bares und auf kleinen Suqs oder wenn man Obst an der Straße kauft, braucht man es natürlich. Die Jeeptour durch Wadi Disah musste auch bar bezahlt werden.
Öffnungszeiten
Museen öffnen in der Regel ab 9 Uhr, Malls ab 11 Uhr und Suqs werden gegen 16 Uhr lebendig. Freitags öffnen Museen um 13 Uhr. Ansonsten geht vor 16 Uhr nichts. Diesen Tag sollte man der Natur widmen.
Tanken
Tankstellen gibt es überall. Das Netz ist aber unterschiedlich dicht. Also immer mit vollem Tank eine Stadt verlassen. Wir konnten an allen Tankstellen mit Kreditkarte bezahlen. Der Liter Benzin lag bei 2,18 SAR, also etwa 0,50€.
Reisen als Frau in Saudi-Arabien
Ich habe mich sehr sicher und wohl gefühlt. Allenfalls von Frauen wurde ich scharf beäugt. In Medinah habe ich Kopftuch und Abaya getragen, ansonsten lange Hosen und T-Shirts. Auch Männer und Jungs sollten lange Hosen tragen. Insgesamt war Reisen im Land sehr angenehm.
Al Ula
Al Ula ist der touristische Hotspot Saudi-Arabiens. Leider ist alles so geregelt und reglementiert, dass im Voraus für jede Tour Tickets gebucht werden müssen. Die Auswahl an Touren ist enorm. Die Buchungen erfolgen unter:
https://www.experiencealula.com/en
Bezahlt wird ganz bequem mit Kreditkarte. Hin und wieder versagt die Technik. Einfach später nochmal probieren. Irgendwann klappt es. Unbedingt im Voraus buchen, sonst bekommt man keine Tickets mehr.
Riyadh
Für den Kingdom Tower und den Al Faisaliah Tower kaufen wir die Tickets vor Ort mit Kreditkarte.
Für Diriyah muss man online Barcodes generieren. Das geht aber auch noch vor Ort über die dort ausgehängten QR Codes. Ob es irgendwann eine Begrenzung der Besucherzahl geben wird, weiß ich natürlich nicht. Insgesamt waren in At-Turaif nicht viele Besucher. Am Ende wurde es aber auf den Al-Bujairi Terrassen sehr voll. Auch hier benötigt man einen Code. Ab 17 Uhr kostet es 50SAR Eintritt pro Person, die man sich auf das Essen im Restaurant anrechnen lassen kann und mit der Kreditkarte bezahlt. Tisch reservieren nicht vergessen.
Tickets buchen unter: https://www.diriyah.sa/enもっと詳しく
















































































































































































