• Petra und Harald Dülberg
Oct – Nov 2022

Perlen Griechenlands Segeltörn

A 32-day adventure by Petra und Harald Read more
  • Trip start
    October 6, 2022

    Donnerstag Athen

    October 6, 2022 in Greece ⋅ ☀️ 22 °C

    Ich bin in Griechenland. Ich habe es geschafft. Hurraaaaa. Warum feiere ich mich selbst. Um das zu verstehen, fange ich mal von vorne an.
    Am Dienstag habe ich online bei Eurowings eingecheckt und auch prompt mein Ticket erhalten. Der Plan war, dass ich am Mittwoch Abend nach Düsseldorf fahre und den " Late Night Eincheck" nutze, um meinen Koffer schon mal auf die Reise zu schicken. Wir kennen ja alle die Probleme mit dem Sicherheitscheck am Flughafen. Um 17:00 Uhr sollte es losgehen, jedoch wurden wir durch eine Email ausgebremst. "Es tut uns leid, aber ihr Flug wurde annulliert. Wenn sie innerhalb der nächsten 60 Minuten nichts von uns hören, dann kümmern sie sich bitte selbst". Ich musste zwei mal lesen, bevor ich es verstand. Ich muss am Donnerstag nach Griechenland und schaute vorsichtshalber schon mal nach Alternativen. Aegean und Ryanair fliegen am Donnerstag zu einem ähnlichen Preis nach Athen. Ich warte die Stunde und dann nehme ich die Sache selbst in die Hand. Tja ..., was soll man sagen. Ryanair ist ausgebucht und Aegean hat kurzfristig den Ticketpreis verdoppelt. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als die Kröte zu schlucken. Jetzt habe ich drei Jahre Zeit, mir die Mehrkosten von Eurowings zurück zu erobern. Ich glaube, seit Corona ist das Abenteuer nicht mehr der Reisegrund sonder eher der Hin- und Rückflug.
    Da ich meine Mitsegler und die Yacht erst am Samstag sehe, habe ich mir in der Nähe der Marina ein Appartement gemietet. Das zweite Abenteuer beginnt. Der Vermieter schreibt mir über "Booking com", dass am Haus ein Schlüsselsafe mit dem Namen "Homm" vorhanden ist. Hier gebe ich den Pin 0200 ein und kann den Schlüssel für das Appartement in der 4 Etage entnehmen. Hört sich cool an. Ist es aber nicht. Ich hab eine geschlagene Stunde benötigt, um den kleinen Schlüsselsafe zu finden und dies funzte nur durch die Hilfe eines Nachbarn. Der Schlüsselsafe hängt, wie ein Liebesschloss, an einem Geländer oberhalb einer halbhohen Mauer, die mit Grünzeug überwuchert ist. Geocaching lässt grüßen, denke ich. Nun die Pin ins Zahlenschloss ... und nichts geht. Der Safe weigert sich hartnäckig, seinen begehrten Inhalt preis zu geben. Auch die Zuhilfenahme einer Heckenschere schadete nur den Schneiden. Anrufen nützt nichts, da das Büro ab 18:00 Uhr geschlossen hat. Ich sende eine Mail und siehe da, sie wird beantwortet. Ich möchte mich an dieser Stelle nicht ereifern wie lange es schließlich dauerte bis klar war, dass es sich um eine falsche Pin und um ein falsches Appartement handelte. Zwischenzeitlich hatte ich auch noch einen Blackout am Handy, durch Strommangel. Aber jetzt liege ich geduscht in meinem Bett und denke, eigentlich kann es nicht mehr schlimmer kommen ..., hoffentlich.
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  • Freitag Athen

    October 7, 2022 in Greece ⋅ ☀️ 22 °C

    Zum Glück gibt's heute nicht viel zu erzählen. Alles funzte wie geplant. Ich habe in einem Supermarkt 4 Einkaufswagen gefüllt. Diese werden mir am Samstag gegen 16:00 Uhr zur Yacht gebracht. Ich war auch schon beim Vercharterer und hab den Vertrag unterschrieben, sowie die Kaution von 3000 € hinterlegt. Jetzt liege ich auf meinem Bett und werde, dank des sehr guten Wlans in meinem Appartement, Netflix leersaugen.Read more

  • Sonntag Bucht Sounion

    October 9, 2022 in Greece ⋅ ☀️ 24 °C

    Am Samstag um 13:00 Uhr stieß die Crew zu mir. Klemens mit seinem Sohn Tobias und Schwager Klaus. Uli, der heimliche Skipper, musste krankheitsbedingt absagen. An dieser Stelle wünschen wir ihm gute Besserung und ich bedanke mich für seine Kabine. Wie verabredet haben sie Sonnencreme mitgebracht. Wenn ich mir die Bodys der Drei ansehe, ich die Familienpackung für mich und die Kindergrösse die Drei zusammen.
    Dann ging alles offiziersmäßig seinen Gang:
    16:00 Uhr Yachtübernahme
    17:00 Uhr Anlieferung Lebensmittel (alkoholfreies Bier und Cola wurden vergessen. Ist ja schließlich nicht das Wichtigste)
    19:00 Uhr war alles verstaut und die verbrauchten Kalorien wurden in einem Restaurant mehr als aufgefüllt.
    Sonnenstrahlen kitzelten mich am Sonntag wach und nach einem ausgiebigen Frühstück gings um 09:30 Uhr unter Motor in die tolle Bucht unterhalb des Poseidon-Tempels. Hier bin ich schon zum vierten Mal und jedes Mal fasziniert mich der tolle Ausblick immer wieder. Ein Sprung ins türkise 25 Grad warme Wasser lassen den Stress der Anreise in die ewigen Jagdgründe verschwinden.
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  • Montag Kithnos Hafen Loutra

    October 10, 2022 in Greece ⋅ ☀️ 22 °C

    Und ab geht die Post. Meiner Crew, allen voran "Silversurfer" Klaus, ist das Lachen ins Gesicht gemeißelt. Gross und Genua sind zweimal gerefft und Windgeschwindigkeiten bis zu 25 kn beschleunigen unsere 14 m lange Segelyacht bis auf 9 kn. Die zwei Meter hohen Wellen sorgen dafür, dass es an Oberdeck nicht staubt. An dieser Stelle ein Lob an "Silversurfer" Klaus. Er nagelte sich ans Ruder und brachte uns ohne Wende sicher ums Kap "Katakephalo".
    Um 14:00 Uhr erreichten wir unseren Hafen und ein umsichtiger Hafenmeister unterstützte uns beim "Römisch/Katholischen" Anlegemanöver.
    Loutra ist ein kleiner schnuckeliger Hafen mit weiss gestrichenen Häusern. Das Highlight ist die 40 Grad heisse Quelle am Strand. Leider war der Pool schon überfüllt und uns war nur Fusswellness gegönnt.
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  • Dienstag Bucht Ormos Vathy

    October 11, 2022 in Greece ⋅ ⛅ 22 °C

    Mit Einbruch der Nacht wurde es ruhiger. Der "Meltemi" hat sich mit uns schlafen gelegt. Leider wachte er nicht mit uns auf und unser Diesel musste her. Der Propeller drehte freudig vor sich hin und schraubte uns vorbei an Kithnos und Sirifos. Vom Meer aus betrachtet bieten diese beiden Inseln nicht mehr als Gestrüpp und braunen Boden. Einzig die weißen Würfelhäuser belebten den Blick ein wenig. Fakt ist, hier werde ich keinen Urlaub verbringen. Einen ganz anderen Eindruck machte Sifnos auf mich. Hier gab's endlich baumbewachsene Hänge.
    Um 15:00 Uhr erreichten wir unsere wahrlich tolle Ankerbucht. Nach der Einfahrt eröffnete sich ein atompilzartiges Bassin, umgeben von einem Sandstrand und gerahmt von weissblauen Häusern. Jedes Zweite beheimatet eine kleine Taverne, deren Wirte auf grossen Tafeln mit griechischen Gerichten werben. Der Anker fiel in türkise Wasser und grub sich schnell in den sandigen Grund. Nun hielt uns nichts mehr und nach dem obligatorischen Ankerbier gings ins 23 gradige Bassin.
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  • Mittwoch Bucht Folegandos

    October 12, 2022 in Greece ⋅ ☀️ 21 °C

    Tja ..., was gibt es zu erzählen. Nun kommt endlich die vermisste Langeweile auf. Moderate 15 kn Wind schieben uns immer weiter Richtung Süden. Den zuerst angepeilten Hafen klemmen wir uns, da die Foren vor dem exzentrischen Hafenmeister warnen, der nur Superyachten in seinem Hafen haben möchte. Also ab in eine Bucht. Und wieder mal alles richtig gemacht. Wir ankern auf 7 m Wassertiefe im kristallklaren Wasser. Tobias am Steuer, Klemens und Klaus am Anker. Sie haben alles im Griff und ruckzuck ist der Anker festgefahren. Ich sitze nur dabei, schaue zu und bringe das kühle Ankerbier an Oberdeck.
    Der Ort besteht aus einigen Ferienhäusern, einem Restaurant und zwei Cafes. Wir tuckern mit unserem Dingi an Land und genießen bei einem Cappuccino den Blick auf unser Zuhause und freuen uns auf die Königsberger Klopse abends an Bord.
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  • Donnerstag Mooring Santorin

    October 13, 2022 in Greece ⋅ ☀️ 21 °C

    Und wieder kachelt es mit 20 kn. Mit halben Wind heizen wir über die 2 m hohen Wellen meinem Bigpoint Santorin entgegen. Stellenweise werden die 9 kn geknackt und meine Crew ist in ihrem Element. Ein Grinsen ist in jedes einzelne Gesicht gemeißelt.
    Über Segelforen habe ich erfahren, daß dort nur Bojen vorhanden sind, an denen der Bug befestigt wird. Über eine Landleine wir danach das Heck gesichert. Auch ist es ratsam, sich vorher eine dieser Bojen zu reservieren. Die Telefonnummer ist schnell gefunden und die Reservierung über WhatsApp läuft offiziersmässig ab. Am Zielort wartet schon der Hafenmeister in seinem Boot und legt unsere Sun Odyssee 490 an die Leine.
    Santorin ist ein erloschener Vulkan, dessen Kraterränder teilweise noch stehen. Wir liegen an dem Kraterrand Thirasia und haben einen fantastischen Blick auf die weißen Würfelhäuser des gegenüberliegenden Kraterrandes. Das sind uns die 50 € Liegegebühren wert. Tobias und ich unternehmen eine kleine Wanderung in das 295 m über uns liegende Dorf Manolas. Es sieht definitiv von weitem schöner aus als es ist. Wir genießen einen 4 € teuren Instandcappuccino und erfreuen uns an der wahrlich tollen Aussicht. Da unsere Yacht 50 m entfernt der Kaimauer parkt, nutzen wir zur Überfahrt unser Dingi. Es kommt, wie es kommen muß. Ein Deja vu aus Sardinien. 10 m vor dem ersehnten Ziel ist der Sprit alle. Und ..., wir haben natürlich, wie beim letzten Mal, keine Paddel dabei. Dafür aber grosse Hände ...
    Eigentlich wollten wir noch einen weiteren Tag hier verweilen. Die Wettervorhersage macht jedoch einen Strich durch jegliche Planung. Für Sonntag und Montag ist Starkwind angesagt und wir beschließen morgen auszulaufen, um unserem Ziel Kos näher zu kommen.
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  • Freitag Bucht Nikouria Beach

    October 14, 2022 in Greece ⋅ ⛅ 21 °C

    Heute heisst es früh aufstehen. Um 06:30 Uhr geht der Wecker, ein kurzes Frühstück und um 08:00 Uhr lassen wir unsere Yacht von der Kette. 40 sm unter Motor liegen vor uns. Wir nutzen den Flautentag, um Richtung Norden zu kommen, um bei Bedarf, bei starkem Wind, ablaufen zu können. Unsere Schraube bohrt sich durchs Wasser und schiebt uns mit durchschnittlich 5 kn unserm Ziel Amorgos entgegen. Goodbye Santorin. Es war toll hier, aber leider zu kurz.
    Um 15:00 Uhr erreichen wir die Einfahrt zu unserer Ankerbucht. Die Einfahrt wird bestimmt durch rötlichen Fels mit kargem Bewuchs. Als es noch leicht zu regnen anfängt, ist der Vergleich zu einem Fjord in Schweden nicht abwegig. Nach 3 sm fällt unsere Anker in einer tollen Bucht und frisst sich in den weichen Grund. Wir sind die Einzigen hier, am Arsch der Welt. Umgestürzte Sonnenschirme und eine verlassene Bar sind stille Zeugen der letzten rauschenden Beachpartys. Über allem triumphiert eine gepflegte blau/weiß gestrichene Kapelle und zeigt, ich habe die Partys bestens überlebt. Weitere Überlebende sind eine Schar Ziegen, die uns während unserer kleinen Wanderung keines Blickes würdigen. Der Tag wird mit einem erfrischenden Sprung ins kristallklare Wasser beendet.
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  • Samstag Bucht Ormos Gerani

    October 15, 2022 in Greece ⋅ ☁️ 20 °C

    Auch heute hatte die Sonne keine Chance, uns durch ihre Strahlen zu wecken. Erstens sind wir zu früh aufgestanden und zweitens sorgten graue Wolken für den UV- Schutz. Ich verlasse mich eigentlich auf zwei Windvorhersagen, Windfinder und Windy. Die Eine sagte, Wind gegenan und die Andere Wind von Backbord. Also ..., früh raus und ran an die Bouletten. Tobias fährt mal wieder das Ablegemanöver und ich schau so vor mich hin. Was sehen meine fast 63jährigen Augen: Ein Fischer holt seine Netze ein. Die Chance auf frischen Fisch rückt in greifbarer Nähe. Schwupp die wupps sind wir neben ihm und unsere Bordkasse wird um 20 € erleichtert. Sein Schiff aber auch um 4 Fische. Der Tag fängt super an, obwohl er durch gelegentliche Regenschauer daran gehindert, wird staubig zu werden.
    Der Windfinder hatte recht und bei halbem Wind schießen wir unter Vollzeug unserem Ziel entgegen. Auch hier liegen wir in einem Fjord an einer Boje. Der wolkenverhangene Himmel suggeriert uns, im Sommer in Schweden zu sein. Während eines Inselrundgangs treffe ich einen Farmer, der mit seiner Mutter, Bruder, Schafen, Ziegen und Hühnern hier lebt und glücklich ist. Mein Fall wäre es nicht. Ich bezahle bei ihm die 9 € Bojengebühren.
    Die Krönung des Tages ist ein opulentes Fischmahl. Fisch bis nichts mehr passt, mit ein bißchen Reis und Zitronenpfeffersosse.
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  • Sonntag Hafen Lakki auf Leros

    October 16, 2022 in Greece ⋅ ☀️ 22 °C

    Heute hatten die Sonnenstrahlen die Chance, uns zu wecken. Klaus und Tobias ließen es sich nicht nehmen, den Tag mit einem Sprung ins türkise Wasser zu starten. Um 09:00 Uhr hieß es Schwimmwesten an und " Leinen los". Ab gings zu einem weiteren Abenteuer. Die Seekarte zeigte mir, dass rauher Seegang zu erwarten ist und sie sollte recht behalten. Mit der Sturmfront im Nacken war die Motivation groß, so schnell als möglich den sicheren Hafen zu erreichen. In Gross und Genua wurden zwei Reffs eingebunden und wir waren vorbereitet. Der Wind ließ nicht lange auf sich warten und zog unbeirrt seine Bahn. Durchschnittlich 25 kn ließen keine Langeweile aufkommen und verlangte bei dem Kurs "Hart am Wind" volle Konzentration. Rudergängerwechsel im falschen Moment wurden mit einem Sonnenschuss und anschließender Pirouette bestraft. Eine signifikante Wellenhöhe von 2,5 m tat ihr übriges. Die Yacht schoss mit bis zu 10 kn durch die aufgewühlte See. Kein Video und erst recht kein Bild, kann die Situation wahrheitsgetreu wiedergeben. Ich war froh, im Hafen Lakki angekommen zu sein und wir beschlossen, bei einem tollen Abendessen, den morgigen Sturmtag hier auszusitzen.Read more

  • Montag Hafen Lakki auf Leros

    October 17, 2022 in Greece ⋅ ☀️ 22 °C

    Wie vorhergesagt, wehte es heute mit über 35 kn. Ich war froh, in diesem geschützten Hafenbecken fest vertäut zu liegen. Wir schliefen aus und frühstückten ausgiebig. Um 08:30 Uhr kam pünktlich der über den Hafenmeister bestellte Dieselwagen. 66 Liter standen auf der Uhr. Wahrlich nicht viel. Der Preis von 160 € jedoch. Wahrscheinlich haben wir französischen Cognac getankt.
    Was nun machen mit diesem so nutzlosen Segeltag. Nach 10 Tagen Zusammensein auf engstem Raum bewegen wir uns mittlerweile in unserem eigenen Paralleluniversum. Altersunterschiede bestehen nur noch auf dem Papier. Wir vier sind in die pupertäre Ära versetzt worden. Man nennt es Postpupertär. Über den netten Hafenmeister orderten wir zwei Roller. Tobias wurde zum Rollerskipper ernannt und los gings. Seine Autorität zwang mich den 125iger zu nehmen. Für sich beanspruchte er den 150iger. Tja ..., was soll man aufbegehren. Morgen bin ich wieder Skipper.
    Wir ließen den "Griechen" raushängen und mit hupen und gestikulieren behaupteten wir uns. Wir eroberten uns die Burg von Leros, die Windmühlen von Leros, Panteli, Agia Marina und aßen in einer tollen Taverne in Xirokambos. Zum Schluss orderten wir in einem Supermarkt 120 Dosen Bier und etliche Wasserflaschen, die uns im Begleitschutz unserer beider Roller per Minivan zur Yacht gebracht wurden. Bier ist schließlich ein wertvolles Gut.
    Das war wieder einmal ein gelungener Tag.
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  • Dienstag Bucht Vathi auf Nisos Psèrimos

    October 18, 2022 in Greece ⋅ ☀️ 24 °C

    Abends zuvor: Es kommt, wie es kommen muss. Zum Schutz vor eventueller Kälte habe ich meine Segeljacke unter dem Sitz des Rollers deponiert. Natürlich bei Übergabe des Rollers vergessen. Zum Glück hatte ich die Telefonnummer des Verleihers und verabredete ein Treffen für den nächsten Morgen am Shop. Beim morgentlichen Baguetterwerb sah ich den Roller im geöffneten Shop und klaubte mir die Jacke aus ihm. Niemand war da und ich hinterließ als Dankeschön einen 5 Euroschein und den Fels, der vom meinem Herzen viel.
    Während des Frühstücks drukste die Crew, Tobias, Klaus und Klemens, herum und schließlich kam die Frage, hey Skipper wann machen wir denn eigentlich Urlaub? ...,Urlaub??? Ja ..., dass ist ein Tag, an dem man nichts macht, war die Antwort und sie schauten mich mit treuen Blicken an. Ok, sagte ich, wir laufen nicht Donnerstag in den Zielhafen, sondern verbringen noch einen Tag in einer tollen Bucht. Ruckzuck war unsere Yacht klar zum Auslaufen und mit 15 kn Wind im Rücken, dazu Musik von Mando Diao, flogen wir regelrecht unserem Ziel entgegen. Jetzt sind wir schon fast 14 Tage unterwegs und brauchten keine Wende zu fahren. Kurz vor unserem Ziel übten wir sie dann. Ob es geklappt hat? Ein Slapstick jagte den anderen und im Grunde war ich froh, keine benötigt zu haben.
    Gegen 15:00 Uhr erreichten wir unsere einsame Bucht und der Anker fiel sicher ins türkise Wasser.
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  • Mittwoch Bucht Vathy auf Nisos Psèrimos

    October 19, 2022 in Greece ⋅ ☀️ 21 °C

    Urlaub, Urlaub, Urlaub usw. Gefrühstückt wurde bis um "High Noon". Danach noch ein Zigarettchen und ab gings zum Strand. Tobias und ich eroberten den nächsten Hügel und hatten eine grandiose Aussicht über die Insel. Auf der einen Seite unsere Yacht im türkisen Wasser und gegenüber eine Olivenoase mit einem kleinen Hafen. Rings um uns Schafe und Ziegen mit Glocken am Hals. Im Allgäu wird es nicht leiser sein. Unser Silversurfer wurde zum Fischeflüsterer. Kein Brotkrumen fand mehr den Abfalleimer. Jeder Einzelne wurde sorgsam verfüttert. Brigitte ..., schenke ihm doch bitte einen Goldfisch.
    Wir verbrachten den Tag mit schwimmen, lesen und schlafen.
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  • Donnerstag Alter Hafen Kos

    October 20, 2022 in Greece ⋅ ☀️ 21 °C

    Nun kommt das unausweichliche Ende dieses Abschnitts des Segeltörns immer näher. Der Tag beginnt mit einem letzten morgentlichen Sprung ins türkise Wasser und einem ausgiebigen Frühstück. Silversurfer sammelt die Brotkrummen und verfüttert sie an seine neuen Freunde. Leise murmelt er vor sich hin. Hat er ihnen etwa schon Namen gegeben, denke ich. Tobias lässt unseren Diesel dieseln und Klaus holt den Anker rauf. Ab geht's und wieder trägt uns ein leichter Wind mit 5 kn durchs Wasser Kos entgegen. Das Anlegemanöver funzt, als hätten wir nie etwas anderes gemacht.
    Kos Stadt empfängt uns quierlig, aufgeregt und touristisch. Nach dem üblichen Anlegebier geht's in die 500 vor Christi erbaute Metropole der gleichnamigen Insel. In den engen Altstadtgassen reiht sich Restaurant an Restaurant, Boutique an Boutique. Mitarbeiter verschiedenster Restaurants buhlen um jeden Gast. Wir fühlen uns ein wenig fehl am Platz und nach einem Rundgang mit Kaffepausen geht's zurück an Bord zum Resteessen.
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  • Freitag Marina Kos

    October 21, 2022 in Greece ⋅ ☀️ 22 °C

    Heute 20 kn Wind und kein Segel wird gesetzt. Unser lieb gewonnenes zu Hause wird nur um 1 sm verlegt. Auch hier zeigt sich, dass wir zu einem Team geformt wurden. Klaus am Anker, Klemens Achterleine und Coskipper Tobias am Ruder haben alles im Griff. Was mach ich ...?? Statist!! Einzig das letzte Anlegemanöver ist meine Aufgabe. Wir alle sind am Ziel unserer kurzen Auszeit angekommen. Melancholie kommt auf und natürlich auch Erleichterung, ohne einen blauen Flecken in Kos Marina ein Bier zu trinken. Zeit, auch mal den Törn Revue passieren zu lassen. Wir kreuzten die Ägäis von West nach Ost. Lernten freundliche Griechen kennen. Blaues Meer, türkises Wasser, tolle Buchten liegen in unserem Kielwasser. Wir erwarben Fische, frischer geht's nicht und bretterten mit zwei Rollern über Lesbos. 14 Tage mit Mundwinkel, die jeglicher Gravitation trotzen. Jungs und Mädels daheim, es war einfach geil.

    ENDE
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  • Samstag Marina Kos

    October 22, 2022 in Greece ⋅ ☀️ 21 °C

    Um 15:30 Uhr heisst es, endgültig tschüss zu sagen. Der König ist Tod, es lebe der König. Volker, Silvo, Freddy und Christoph erreichen um 14:00 Uhr ihr neues zuhause. Koffer und Crew betreten die Yacht, das Einzige was draußen bleibt, ist die Demokratie. Wie jeder weiß, haben Minderheiten in der Demokratie keine Chance und dass kommt hier nicht in Frage.
    Hey ..., auch auf euch habe ich mich gefreut und bin mir jetzt schon sicher, dass wir Spaß haben werden.
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  • Sonntag Bucht Xirokampos auf Leros

    October 23, 2022 in Greece ⋅ ☀️ 19 °C

    Nach einem guten Frühstück wird mit einer neuer Crew der Rückweg angetreten. Silvio, Freddy, Volker und Christoph verbindet eine lange Freundschaft und dementsprechend steigt die Stimmung von Seemeile zu Seemeile. Volker und Christoph haben schon Segelerfahrung und aufkommender Gegenwind wird locker gemeistert und wir schießen unserem Ziel entgegen.
    Ich kenne unsere Zielbucht von der Rollerrundfahrt auf Leros. Die Taverne am Strand hatte es mir angetan und diese wollte ich unbedingt der neuen Truppe vorstellen. Silvio, ein passionierter Angler, gab sein Bestes, um unsere Bordküche aufzuwerten. Jedoch fielen nur die unerfahrenen Fische auf seinen Blinker herein, so dass mein Vorschlag zur Nutzung der Taverne einstimmig angenommen wurde. Es war mal wieder der Hammer.
    An Bord zurück merkte Freddy an, dass sich unsere 18 t Yacht auf die anderen Yachten zubewegt. Naja ..., wir liegen an einem 20 mm dicken Tau, welches in 4 m Tiefe an einem 5 t Betonklotz befestigt ist. Windstärke 0,002 zerren an der Leine. Ich merke an, dass die Annäherung eigentlich nur der Grund einer Kontinentalverschiebung sein kann. Hiermit gibt sich jeder Anwesende zufrieden und die Erkenntnis wird mit einem Mythos besiegelt.
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  • Montag Bucht Lèvitha

    October 24, 2022 in Greece ⋅ ☀️ 21 °C

    Wenn man einen Rückweg antritt, kann man sich leider nicht dagegen wehren, einge Orte doppelt anzusteuern. So auch in diesem Fall. Hier war ich schon einmal mit der Crew des Törns 1. Ein kleiner Fjord im Nirgendwo. Kein Internetempfang sorgt dafür, dass Freddy, Volker, Christoph und Silvio erst einmal herunter kommen. Silvio sagte mir im Vorfeld, dass er auch hier seinen Blinker im türkisen Wasser blinken lassen möchte. In weiser Vorraussicht habe ich schon tags zuvor weiße Bohnen im Topf quellen lassen. Um es vorweg zu nehmen, dies war eine gute Entscheidung.
    Vor der Einfahrt zum Fjord sehe ich ein kleines Fischerboot. Wir sind uns einig, auch Silvio, da müssen wir hin. Aus der Ferne rufe ich ihm unser Belangen zu und nach kurzer Zeit hat es sicherlich das gesamte Iland incl. der Schafe, Ziegen und Hühner mitbekommen. Wir befreien den Kahn von drei tollen roten Doraden und der Fischer unsere Bordkasse um 30 €. Die Zubereitung dieser tollen Beute wird Silvio am nächsten Tag übernehmen.
    Während eines Rundgangs über die Insel erhaschen Silvio, Christoph und Freddy doch noch eine vergessene Funkwelle und teilen ihren Angehörigen die sichere Ankunft in dieser Idylle mit.
    Der Abend wird mit einer vegetarischen Bohnensuppe im Sonnenunter am "Arsch der Welt" beendet.
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  • Dienstag Bucht auf Donousa

    October 25, 2022 in Greece ⋅ ☀️ 20 °C

    Liebe Sorgen seid ihr auch schon alle da, habt ihr gut geschlafen, ja ...,dann ist ja alles klar. Genauso fing mein Tag an. Mit dem Toilettengang nach dem Frühstück begann alles. Mein Geschäft wollte einfach nicht aus dem Topf. Ein Rückschlagventil in der Abwasserleitung ist verstopft. Kurzerhand wird die Toilette gesperrt, denn wir wollen ja los. Kurz darauf schaltet unser Frischwasser nicht mehr ab. Aus den Hähnen und Duschköpfen tröpfelt es nur noch. Ganz zum Leidwesen Volkers. Der eingeschäumte adonisgleiche Körper lässt sich einfach nicht mehr von der Seife befreien. Dafür riecht er jetzt gut. Die Fertigstellung wird bis zur Ankunft am Tagesziel verschoben.
    Klar zum Setzen des Gross, sage ich. Klar, klar, klar schallt es mir entgegen. Nur passiert nichts. Unser Rollgross hat sich im Mast verdaddelt, da es tags zuvor zu weit in Mast herein gedreht wurde. Mittels Schwarmintelligenz und zusätzlichen Leinen wurde unser Gross aus dem Gefängnis befreit und ab ging die Post. Hoch am Wind schiessen wir unserem Ziel entgegen und zwischenzeitlich beseitige ich auch die Verstopfung. Fragt mich bitte nicht wie ...
    In der Zielbucht demontieren wir unsere Frischwasserpumpe, reinigten sie und nach erfolgreicher Montage, keine Schrauben blieben übrig, funzte alles wieder. Ein Hoch an meine Mitsegler, die mit ihrem "Knowhow" entscheidend dazu beitrugen.
    Silvio sorgte mit seinem Fischgericht für ein Gaumenwunder. Am Ende wird alles gut. Nur der Weg dahin kann ganz schön sch.... sein.
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  • Mittwoch Marina Finikas

    October 26, 2022 in Greece ⋅ ☀️ 21 °C

    Um 06:00 Uhr geht der Wecker. Wir müssen weiter, da ab Freitag der Meltemi mit 40 kn wüten soll. 50 sm liegen vor uns und unter Vollzeug, hoch am Wind, pflügen wir mit 8 kn durch die platte See. Segeln vom Feinsten und das bei bestem Wetter. Ich muss immer wieder in den Kalender schauen, um mich zu vergewissern, dass wir doch tatsächlich Oktober haben. Unterwegs reserviere ich uns einen Liegeplatz für Freitag, Samstag und Sonntag in Loutra auf Kytnos. Hier wollen wir den Sturm abwettern.Read more

  • Donnerstag Marina Loutra

    October 27, 2022 in Greece ⋅ 🌙 20 °C

    Freddy und Christoph hatten ihr erstes griechisches Date und zwar mit einer Bäckereifachverkäuferin. Um 06:30 Uhr standen sie auf ihrer Matte und nach einem Espresso erschienen sie mit frischem Weißbrot und Croissants an Bord. Um halb Neun verließ unser Anker sein schlammiges Grab und ab gings. Gross und Genua rauschten aus ihrem Gefängnis und zerrten unsere Yacht hoch am Wind Kythnos entgegen. In Loutra war ich schon mit dem Törn 1 und wusste, dass man sich hier einigermaßen sicher vor dem aufkommenden Sturm verkrümeln kann. Geplant ist, dass wir hier bis Sonntg morgen bleiben.
    Je weiter der Tag voranschreitet, umso stärker wurde der Wind. Ein Reff nach dem Anderen wurde eingebunden. Glasklares Meerwasser schießt über das Deck und fegt auch das letzte Zigarettenaschehäufchen von Bord. Rudergänger und Beisitzer erhalten ebenfalls ihre mittlerweile notwendige Dusche. Da Volkers Kabinenluke leider nicht geschlossen wurde, erhält auch diese Kabine eine Grundreinigung. Christophs Kabine macht aus Solidarität mit. Ein Badestopp in einer dem Hafen vorgelagerten Bucht fällt aus, da der Tag mit dem Trocknen von Bettwäsche, Matratzen und Handtüchern mehr als ausgefüllt war. Das alles tut der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch.
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  • Freitag Marina Loutra

    October 28, 2022 in Greece ⋅ 🌬 18 °C

    Der Wind pfeift selbst im Hafen mit 27 kn. Dennoch machen sich zwei Yachten, eine Segelyacht und ein wahrlich grosser Katamaran, auf die Reise. Der Berufsskipper an Bord erzählt mir, er muss heute die Yacht in Athen abgeben. Das wäre nicht unser Ding. 30 bis 35 kn und 4 m Welle braucht man sich nicht anzutun und das ist die Meinung aller an Bord. Silvio nutzt den Hafentag zu einer ausgedehnten Wanderung und Christoph, Volker, Freddy und ich verwandeln uns von Seemännern zu Asphaltcowboys. Der Hafenmeister ist in Personalunion auch gleichzeitig Rollervermieter. Zwei gepflege 125iger und zwei gepflegte 150iger werden durch uns über den Asphalt gejagt. Kurve reiht sich an Kurve. Serpentinen führen durch eine braune, trotzdem atemberaubende Landschaft. Selbst auf seltenen geraden Strecken zwingt uns der starke Meltemi Schräglage auf. Wir treffen selten auf einen der 15000 Einwohner. Touristen gibt es gar nicht mehr. Wir brettern an weissen Würfelhäusern und unendlich langen Steinwänden vorbei. Diese Steinfalten wurden vor langer Zeit erschaffen. Umgangssprachlich werden sie auch Blutfalten genannt und sollen Erosion verhindern und gleichzeitig den seltenen Regen speichern. Schließlich wurden in der Vergangenheit Weizen, Obst, Wein und Gemüse angebaut. Hiervon ist leider nichts mehr zu sehen. Diese Zeitzeugen verfallen zusehends. Wir genießen Cappuccino an tollen Stränden, füllen unseren Magen in der Hafenstadt Merichas und gehen Nacktbaden gegenüber des Klosters Panagia. Wir verlieren weitere 5 % unseres IQs und sind nach unserer Pubertät nur noch dicker geworden.
    Am Ende des Tages sind wir uns alle einig: Dieser ausgefallene Segeltag ist eine Bereicherung dieses Törns und wir feiern ihn in einer tollen Hafentaverne.
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  • Samstag Marina Loutra

    October 29, 2022 in Greece ⋅ 🌬 19 °C

    Der Wind heult und schrillt in unserer Takelage während der Nacht. Ich wache auf und sehe das Ergebis, welches unser Anemometer auf dem Navigationsdisplay widerspiegelt. 27 kn und das im Hafenbecken. Leichte Schräglage gaukeln einem vor, unterwegs zu sein. Ich gehe an Oberdeck und kontrolliere die Festmacherleinen sowie den Abstand des Hecks zur Kaimauer. Windböen zerren an meinem Schlafanzug und lassen ihn flattern wie die griechische Flagge auf der Hafenmole. Jede Speckrolle zeichnet sich durch die Baumwolle ab. Hab wohl zugelegt, denke ich und lege mich zurück in den Schuhkarton einer Kabine. Ich liege in der unteren Etage eines Stockbettes, oben schlummern friedlich Gemüse, Brot und Süßigkeiten. Ich stopfe Oropax ins Ohr und zusätzlich stülpe ich noch meine Bosekopfhörer mit Rauschunterdrückung darüber. Ich bin nun in meinem Paralleluniversum und über den Gedanken, morgen noch einen Hafentag einzulegen, schlafe ich ein.
    Während des Frühstücks gebe ich meine Erkenntnis eines Hafentages der Crew weiter, mit der Feststellung heute mal einen Tag Urlaub zu machen. 4 grosse Augenpaare schauen mich an .., Urlaub gibt es in ihrem Wortschatz nicht. Kurzerhand stellt Silvio eine kleine Wanderung zusammen und ab gehts. Durch eine braune Landschaft geht's entlang an den bereits erwähnten Blutfalten. Einige sind mit hochkant eingebauten Steinen gestapelt, so dass sie als regelrechte Kunstwerke anzusehen sind. Das Ziel ist eine kleine Badebucht, in der Freddy sich ein Bad gönnt. Auf dem Rückweg entdecken wir eine kleine Taverne, in der für den Abend ein Tisch reserviert wird.
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  • Sonntag Bucht Gaidouromantra

    October 30, 2022 in Greece ⋅ ☀️ 19 °C

    06:30 Uhr geht der Wecker. Wir müssen hier raus, bevor uns der Hafenkoller die Laune verdirbt. Die Windanzeige erreicht nur noch soeben die 20 kn Marke. Wasserdichte Kleidung wird über unsere Körper gezerrt und erstmalig kommen Schwimmwesten und Anseilgeschirr zum Einsatz. Volker fährt das Ablegemanöver und wir verlassen den Hafen erst, nachdem alles verstaut wurde. Wir sind vorbereitet auf die Schotterpiste, die uns nun erwartet. Vor- und Grossegel sind so gerefft, dass sie nicht größer als Handtücher wirken. Geplant sind 5 sm gegenan ums nördliche Kap von Kythnos. Dann hoch am Wind zum Festland. Schon die erste Seemeile ist nicht zu schaffen. Kaventsmänner mit schaumigen weissen Köpfen schleudern unseren Bug immer wieder in die falsche Richtung. Mehr als halber Wind ist nicht drin. Das Ergebnis wäre ein hin und her bis zum "Sankt-Nimmerleinstag". Wie immer haben wir einen Plan "B". Also vor dem Wind abfallen und uns in die Bucht "Gaidouromanta", kurz vor dem südlichen Kap, verdrücken. Das funzt prima und alle sind traurig, den Segeltag schon um 11:30 Uhr beenden zu müssen. Leider ist das Abenteuer schon vorbei. Sie haben jedoch die Rechnung ohne den Skipper gemacht. Auf 5 m Tiefe gräbt sich der Anker in den Sand. Rückwärtsgang rein und alles ist supi. Der Grossbaum wir ausgebaumt und ergibt einen Springturm von 4 m Höhe. Wir lassen wieder die pupertäre Phase oberhand gewinnen und Köpper, Fusssprung und Arschbombe wechseln sich ab. Wir schwimmen an Land. Silvio versucht an Bord mit der Angel unser Dinner aufzuwerten.
    Der Strand besteht aus feinem Kiesel und wird von verlassenen Häusern begrenzt. Wir rekeln uns im Kies und denken, jetzt fehlt nur noch ein Bier. Der ablandige Wind trägt unsere Rufe zu Silvio und der macht sich mit dem Dingi auf dem Weg. Gerade weg vom Boot, reißt eine Böe den Anker los. Unser Zuhause driftet Richtung Felsklippen. Jetzt heißt es nur noch, Yacht retten. Silvio springt aus dem Dingi und ich hinein. Unter Vollgas geht's der drifteten Yacht nach. Der 2,5 PS Außenborder gibt alles. Plötzlich geht nichts mehr. Ich stehe auf der Stelle und sehe den immer weiter ansteigenden Abstandverlust zwischen Yacht und Klippen. Die Kontrolle des Propellers ergibt, dass sich eine Festmacherleine dort aufgedreht hat. Ursache erkannt, Ursache beseitigt. Ich funktioniere nur noch, ohne zu denken. Im letzten Augenblick erreiche ich Achilleas. Springe auf die Badeplattform, befestige das Dingi, starte den Motor und fahre rückwärts aus den mir entgegenstreckenden Klauen der Klippen. Der Rest ist Routine und unser Zuhause liegt wieder sicher vor Anker. Unser Adrenalin wird mit Dosen von Mythos abgebaut.
    Am Ende wird alles gut, nur der Weg dahin kann ganz schön sch.... sein.
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