A 260-day adventure by Luisas
  • Day259

    Mein Heimweg mit Umwegen

    May 8 in Denmark ⋅ 🌙 17 °C

    Um die 1700 km von Uppsala nach Hause nicht komplett in einem Stück fahren zu müssen, machte ich auf dem Heimweg noch verschiedene Stopps.
    Den ersten Halt machte ich nochmals in Göteborg. Auf der sechsstündigen Autofahrt von Uppsala nach Göteborg wurde ich von Apo, einem griechischen Kumpel, den ich im letzten Herbst in Göteborg kennengelernt hatte, begleitet. Wir hatten uns eine ganze Weile nicht mehr gesehen, sodass die Fahrt mit ausgiebigen Gesprächen schnell vorbei ging!

    In Göteborg blieb ich dann 4 Tage, auch weil meine Schwester Alina mich noch besuchen wollte. Wir wohnten dann zusammen bei meinem französischen Kumpel Cyprien und meinen spanischen Kumpel Joan, die am Rande der Stadt in einer 4er-WG wohnten. Von dort aus machten Alina und ich jeden Tag Ausflüge und verbrachten einen Tag mit Inselhopping an der Küste sowie einen Tag mit Stadterkundung. Abends kochten wir dann immer mit meinen Freunden. Es war total schön, nochmal ein paar Tage das Leben in Göteborg wieder aufleben zu lassen und zudem eine tolle Möglichkeit, mal wieder viel Zeit mit meiner Schwester zu verbringen!
    Nachdem Alina abgereist war, fuhr ich mit Cyprien nach Kopenhagen, um dort die Stadt noch ein bisschen zu erkunden. Glücklicherweise hatte Cyprien eine Cousine in Kopenhagen, die uns ein Zimmer organisierte, sodass wir die hohen Hostelpreise nicht bezahlen mussten! Zusammen mit Cypriens anderer Cousine, die auch noch zu Besuch kam, erkundeten wir ein Wochenende lang vor allem mit den Fahrrädern die Stadt, wodurch wir sehr viel gesehen haben! Mir hat Kopenhagen (bis auf die wirklich extrem hohen Preise) sogar so gut gefallen, dass ich mir direkt überlegt habe, dort mein nächstes Auslandssemester beziehungsweise meinen Master zu machen!
    Abschließend bin ich dann durch Dänemark bis nach Eckernförde in der Nähe von Kiel gefahren und habe dort meine Freundin Inken besucht. Zusammen mit ihren Freunden verbrachten wir einen sonnigen Nachmittag an einem wunderschönen Ostseestrand.
    Am darauffolgenden Tag fuhr ich dann die restliche Strecke bis nach Hause, was sich irgendwie etwas unwirklich anfühlte. In den letzten acht Monaten habe ich so viel erlebt, sowohl positive als auch negative Erfahrungen gemacht, sehr viele neue Leute kennengelernt, wobei manche Freundschaften hoffentlich auch noch länger bestehen werden und sehr viele neue Orte gesehen, was sich dadurch nach einer viel länger Zeit angefühlt hat. Auch wenn ich eher über die Restplatzauswahl nach Schweden gekommen bin, bin ich nun absoluter Fan von diesem Land, der entspannten Mentalität und der tollen Landschaft! Im Winter dort zu sein, war für mich eine Herausforderung, weil es doch deutlich kälter und dunkler als in Deutschland ist, dafür habe ich auch echt tolle Dinge erlebt, wie beispielsweise Polarlichter zu sehen und über komplett gefrorene Seen zu laufen. Wenn ich nochmal die Entscheidung treffen müsste, würde ich definitiv wieder dorthin gehen!
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  • Day252

    Mein letzter Monat in Uppsala

    May 1 in Sweden ⋅ 🌙 18 °C

    Mein letzter Monat in Uppsala war nochmal sehr ereignisreich und verging wie im Flug! Mein Praktikum endete offiziell Mitte April, allerdings musste ich für mein Bachelorabeit-Experiment noch einige Male ins Labor und auch meine Wohnung hatte ich noch bis Ende April gemietet, weshalb ich bis dahin auch noch in Uppsala blieb.
    Mit meiner belgischen Freundin Morgane, die mittlerweile zu meiner engsten Freundin in Uppsala geworden ist, unternahm ich an fast jedem Wochenende einen Ausflug - so fuhren wir mal nach Gävle, in eine kleine Stadt etwas nördlich von Uppsala und verbrachten einen tollen Tag an einem noch mit Eis bedeckten Strand, wir gingen wandern im Kungshamn-Morga Naturreservat und trafen uns nach einer Fahrradtour (ich fuhr die 80 km von Uppsala nach Stockholm mit dem Rad) in Stockholm, um die schönen, rosa blühenden Bäume im Stadtzentrum anzuschauen (wir waren da allerdings nicht die einzigen, die komplette Stadt war voll mit Touristen, die diese Bäume anschauen wollten).

    Zudem fiel auch Ostern in diesen Zeitraum - hierzu färbte ich mit meinen Korridormitbewohnern, die ich in den drei Monaten auch sehr lieb gewonnen habe, Eier bunt und wir veranstalten einen Taco-Abend (nicht typisch Ostern, aber trotzdem ein schöner Tag).
    Außerdem veranstalten wir auch einen schwedischen Dinner (Gasque) in unserem Korridor, bei dem wir uns sehr schick anzogen und zusätzlich noch eine verrückte Kopfbedeckung trugen, sodass wir alle ziemlich lustig aussahen!

    Das Highlight meines Aufenthaltes in Uppsala fand an meinem letzten Wochenende statt - Valbourg (deutsch Walpurgisnacht). Für die Schweden ist dies eines der wichtigsten Events des Jahres, da hier nach dem langen Winter offiziell der Frühling ausgerufen wird und dadurch, dass dieses wegen Corona die letzten zwei Jahre auch nicht richtig stattfinden konnte, war die Vorfreude auf den Tag (30.04) schon wochenlang spürbar. Im Einzelnen gab es an diesem Tag verschiedene Programmpunkte (Uppsala ist übrigens der Ort in Schweden, an dem Valbourg am größten gefeiert wird):
    Morgens um 10:00 Uhr fand ein Bootsrennen über den Fluss, der durch Uppsala fließt, statt. Jeweils vier Studenten bauten sich hierzu ein Boot, verkleideten sich und mussten sich der Herausforderung stellen, die zwei Dämme im Fluss ohne Kentern zu überstehen. Tatsächlich kentern relativ wenige Boote, anscheinend sind die Schweden talentiert im Boote bauen! Da die Stadt komplett überfüllt war an diesem Tag, musste man sich die guten Spots am Fluss schon sehr früh sichern, weshalb ich mit meinen Freunden schon ab 8:30 Uhr am Fluss saß und das für diesen Morgen traditionelle Champagner-Frühstück genoss.
    Danach versammelten sich alle Studenten im Ekonomikumpark, einem großen Park in Uppsala, um zu picknicken, zu trinken und einfach um die warme Frühlingssonne zu genießen.
    Danach versammelte sich die ganze Stadt vor dem Carolina Rediviva Gebäude (ein schickes Bibliotheksgebäude), wo seit Tagen ein Countdown anzeigt wurde und von wo aus der Bürgermeister den Frühlingsanfang offiziell ausrief.
    Abends wurde bei den Wikingerhügeln in Gamla-Uppsala noch ein großes Feuer angezündet, dazu wurden ein paar Lieder angestimmt. Insgesamt ein sehr ereignisreicher und wirklich toller letzter Tag für mich, da ich nochmal Zeit mit fast allen Leuten verbringen konnte, die ich in der letzten Monaten kennengelernt habe.
    Am nächsten Morgen hieß es dann leider auch schon Abschied nehmen. Meine Korridormitbewohner verabschieden mich richtig lieb: Ich bekam morgens noch leckere Pancakes gebacken, anschließend halfen alle mit, mein restliches Zeug ins Auto zu packen.
    So schnell sind dann auch schon wieder drei Monate vergangen. Im Nachhinein war es auf jeden Fall die richtige Entscheidung, nach Uppsala zu gehen, auch wenn ich am Anfang sehr gerne in Göteborg geblieben wäre. Ich fand es anfangs hart, in Göteborg meine neugewonnen Freunde zurückzulassen, nochmal komplett alleine in eine neue Stadt zu ziehen und hier schon wieder neue Freunde zu finden. Trotzdem hatte ich dann eine richtig tolle Zeit hier! In Uppsala ist durch die Nations viel mehr für Studenten geboten als in Göteborg, meine Kollegen beim Praktikum waren wirklich toll und haben mir eine richtig schöne Praktikumszeit ermöglicht. Ich hatte zudem auch die Möglichkeit, mal wieder reiten zu gehen und meine aufgeschlossenen Mitbewohner, mit denen ich oft stundenlang in unserer Küche geredet und gegessen habe, haben mir auch sehr geholfen, mich hier heimisch zu fühlen. Leben würde ich in Uppsala allerdings nicht wollen, die anfangs mit komplett mit Eis bedeckten Stadt, auf deren Straßen ich nicht nur einmal sowohl zu Fuß als auch mit dem Rad gestürzt bin und die eisige Kälte im Winter sind wirklich nicht so meins. Aber auch das war auf jeden Fall mal eine Erfahrung für mich!
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  • Day231

    Fahrradtour mit Cyprien

    April 10 in Sweden ⋅ 🌙 5 °C

    Relativ spontan entscheid ich mich zu einem Ausflug nach Göteborg dieses Wochenende. Mein Kumpel Cyprien organisierte eine große Hausparty für dieses Wochenende, bei der ich einige Leute noch aus meinem letzten Semester kannte und auch die Franzosen, die mich letztes Wochenende in Uppsala besucht hatten, dabei waren. Diese Party wollte ich natürlich nicht verpassen!
    Zudem wollte Cyprien an diesem Wochenende eine größere Fahrradtour durch Schweden und Dänemark starten. Leider konnte ich nicht an der ganzen, insgesamt 10- tägigen Fahrradtour teilnehmen, dennoch entschied ich mich dazu, die erste Etappe mitzufahren.

    So starten Cyprien und ich am Sonntagmorgen mit unseren vollgepackten Rädern aus Göteborg auf einem der Radfernwegen 'Euro-Velo' in Richtung Kopenhagen. Diese Tour hatte ich zwar letztes Jahr im September bereits mit ein paar anderes Mädels gemacht, in einer anderen Jahreszeit und mit anderer Gesellschaft machte die Tour allerdings trotzdem wieder Spaß!
    Cyprien hatte ziemlich professionelle Ausrüstung für die Tour dabei, sodass wir nach fast 100 Kilometern Strecke (mit glücklicherweise starkem Rückwind) an einem Strand nahe Varberg an der schwedischen Westküste campen konnten. Unterwegs hatten wir einen schönen Ausblick auf das Meer gehabt, haben eine Weile lang Kite-Surfer beobachtet, sind durch einige süßen schwedischen Dörfer gefahren und haben uns die Festung und das berühmte Wellnessbad in Varberg angeschaut.

    An einem komplett leeren, aber wunderschönen, weißen Sandstrand haben wir hinter einer Düne relativ windgeschützt unser Zelt aufgebaut und konnten mit Ausblick auf einen tollen Sonnenuntergang über dem Meer mit einem kleinen Campingkocher unser Abendessen zubereiten. Trotz starkem Wind, kühlen Temperaturen und etwas Sand im Essen war es ein echt schöner Ausklang von dem Tag! Nachts wurde es dann gut kalt, vor allem weil ich nur einen Sommerschlafsack dabei hatte, aber mit gelegentlichen Aufwärmen in einer geheizen Toilette am Strand haben wir die Nacht gut überlebt!
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  • Day224

    Drei Wochenenden mit Besuch

    April 3 in Sweden ⋅ ☀️ 11 °C

    Nachdem ich nun schon einige Wochen in Uppsala verbracht habe, kündigten sich für den März an drei Wochenenden hintereinander Besuche an!

    Am ersten Wochenende besuchte mich meine Mitbewohnerin Leelja aus meiner WG in Tübingen. Zusammen erkundeten wir Uppsala und dessen Umgebung, machten einen Ausflug in den wunderschönen Färnebofjärden National Park, um dort ein bisschen auf den doch noch ziemlich vereisten Wegen entlang eines breiten Flusses zu wandern und besuchten die süße schwedische Stadt Sigtuna, eine der ältesten Städte Schwedens. Sigtuna hat eine sehr schöne, aber kleine Altstadt mit gemütlichen Cafés und ist direkt an einem See gelegen, welcher bei unserem Besuch sogar noch gefroren war.

    Direkt anschließend besuchten mich meine Eltern. Neben einem Ausflug nach Stockholm mitsamt Besuch in dem berühmten Abba-Museum, machten wir einen Trip ans Meer und besuchten die im Frühjahr noch wie ausgestorbene Städte Öregrund und Östhammar. Dort spazierten wir etwas am Meer beziehungsweise einem gefrorenen See entlang und genossen die wunderschöne schwedische Natur! Nachdem wir auch Uppsala noch etwas erkundet hatten, machten wir noch ein paar Tage Urlaub in Kiruna im schwedischen Lappland (siehe anderer Reiseblog-Eintrag).

    Eine Woche später besuchte mich mein französischer Kumpel Cyprien aus Göteborg, zusammen mit seinen zwei französischen Kumpels (Lino & Lucien) aus Göteborg. Zwei Tage verbrachten wir zusammen in Uppsala (Highlights waren eine Pub-Crawl und einer Wohnheims Party), bevor wir zusammen nach Stockholm fuhren. Dort trafen wir ein weiteres französisches Pärchen, welches mit Lino befreundet war und bei welchem Cyprien, Lino und ich noch zwei Nächte verbrachten. Obwohl ich nun schon einige Male in Stockholm gewesen bin, fanden wir bei ausgedehnten Spaziergängen durch die Stadt viele Ecken, die ich noch nicht kannte. Nach einer sehr überteuerten Fika (schwedischer Begriff für einen Besuch im Café) und einem Kirchenkonzert verbrachten wir die Abende mit Kochen und Kartenspielen. Somit war ich das ganze Wochenende ausschließlich von Franzosen umgeben, was aber definitiv eine tolle Erfahrung war, vor allem weil alle sehr bemüht waren, in meiner Gegenwart nur englisch zu sprechen. Außerdem kenne ich jetzt einige tolle französische Lieder und weiß, dass man nicht nur Kekse, sondern auch Käsebrot und Pizza in seinen Kaffee eintunken kann!
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    Traveler

    Unterwegs sein, öffnet den Horizont!!!

    5/20/22Reply
     
  • Day216

    Reise nach Kiruna

    March 26 in Sweden ⋅ ⛅ -6 °C

    Zusammen mit meinen Eltern hatte ich nochmal die Möglichkeit, in das schwedische Lappland zu reisen - dieses Mal nach Kiruna, einer Stadt etwa 70 Kilometer von Abisko entfernt.

    Von Uppsala aus nahmen wir den Nachtzug nach Kiruna und übernachteten in einem schmalen Abteil in einem dreistöckigen Bett, welches erstaunlich gemütlich war! Die nächsten drei Tage verbrachten wir damit, die Gegend um Kiruna zu erkunden und die typischen arktischen Aktivitäten auszuprobieren.
    Kiruna selbst ist nicht wirklich attraktiv - die Stadt ist vor allem eine Industriestadt und ist wegen einer der größten Erzminen der Welt berühmt. Die Landschaft um die Stadt ist deshalb von den Minenarbeiten geprägt. Die ganze Stadt soll nun auch um fünf Kilometer versetzt werden, da noch mehr Erzvorkommen unter der Stadt zu finden sind!

    Die Highlights unserer Reise waren definitiv eine Schneemobil- und eine Schlittenhundtour. Bei der Schneemobiltour hatten wir das Glück, einen supernetten, deutschen Guide zu bekommen, der uns zunächst fünf süßen Schlittenhunden vorstellte und uns dann eine private Tour über einen gefrorenen Fluss sowie durch die nordischen Wälder gab. Unterwegs haben wir sogar ein Rentier entdeckt und hatten die Möglichkeit ein komisches Kraut zu probieren, welches auf den Bäumen der sogenannten Tundra-Vegetation wächst und den einheimischen Tieren durch seine vielen Nährstoffe das Überleben sichert (schmeckt wie Fell!).
    Für die Schlittenhundtour waren wir eine größere Gruppe, trotzdem bekam jeder die Chance einmal selbst den Schlitten zu fahren!

    Leider war der Himmel während unseres Aufenthalts in Kiruna dauerhaft mit Wolken bedeckt, sodass wir keine Polarlichter sehen konnten. Dafür füllten wir unsere restliche Zeit mit einem Besuch in dem berühmten Eishotel, dessen Räume komplett aus Eis gemacht und sehr kunstvoll gestaltet sind. Zudem haben wir eine Rentierfarm besucht, haben dort Rentiere gefüttert und in einem traditionellen Sami-Café (Sami sind die Ureinwohner Schwedens) einen Kaffee getrunken, was nach der ganzen Kälte sehr gut getan hat! Auch eine Wandertour über Schnee und Eis auf einen Aussichtspunkt hinauf, haben wir unternommen - und konnten unterwegs sogar einen gut getarnten Schneehasen erspähen.
    Die Erkundung der Stadt selbst war eine große Herausforderung, weil alle Straßen mit Eis bedeckt waren und kaum gestreut wurde, sodass man ständig aufpassen musste, nicht auszurutschen.

    Kiruna ist definitiv kein Ort, an dem ich leben wöllte - dafür ist es mir dort viel zu kalt und auch zu einsam. Trotzdem war ich wieder sehr von der nordischen Landschaft und Kultur beeindruckt und bin mir sicher, dass dies nicht mein letzter Besuch in Lappland bleiben wird!
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    Traveler

    All diese Erlebnisse und Erfahrungen, werden dein Leben positiv prägen!

    5/20/22Reply
     
  • Day200

    Mein 'Alltag' in Uppsala

    March 10 in Sweden ⋅ 🌙 3 °C

    Wirklich Alltag stellte sich in den nächsten Wochen in Uppsala nie ein. Zumindest sorgten verschiedene Ausflüge, das Kennenlernen von vielen tollen Leuten, meine zahlreichen Mitbewohner in meinem Korridor und mein abwechslungsreicher Praktikumsalltag dafür, dass es mir keinen Tag langweilig wurde!

    In Uppsala hörte der Winter die nächsten Wochen zunächst erstmal gar nicht auf. Alle Straßen und Gehwege waren von Eis bedeckt und die Stadt wurde von starken Schneestürmen Ende Februar und Anfang April heimgesucht, was das Fahrradfahren für mich zunächst erstmal unmöglich machte und die Wege in die Stadt und zum Praktikum zu einer Herausforderung machten!

    Unter der Woche verbrachte ich fast jeden Tag im Labor. Nachdem ich meinem griechischen Mentor Thanos einige Wochen lang bei seinem Projekt geholfen habe - er forscht daran, wie man die Übermenge an Gülle von Tierfarmen in nützliche Produkte für die Landwirtschaft und die Industrie umwandeln kann-, wobei meine Hauptaufgaben Erde abwiegen und bewässern sowie titrieren waren, wurde mir angeboten, mein eigenes Projekt zu starten und für meine Bachelorarbeit zu verwenden. Darüber habe ich mich riesig gefreut und habe dadurch einige etwas anspruchsvollere Aufgaben, wie beispielsweise die Arbeit mit Kalorimetern bekommen.

    Die meisten meiner Wochenenden füllten sich mit Ausflügen - im Februar bin ich zwei Mal mit auf eine Ski-Tagestour gegangen. Von Uppsala aus kann man mittels eines Busses innerhalb von zwei Stunden ein kleineres Skigebiet (Romme Alpin) erreichen, welches zwar nicht mit den Skipisten in Österreich zu vergleichen ist, aber definitiv für einen Tag Skifahren ausreicht!
    Zudem waren sämtliche Seen um Uppsala noch bis in den März hinein gefroren - perfekt für kleinere Wandertouren über das Eis. Auch im Schlittschuhlaufen habe ich mich versucht. Auf den Seen wird dafür oftmals extra eine Eisspur glatt gezogen, was das Ganze etwas einfacher macht!
    Da Stockholm nur 80 Kilometer entfernt ist und innerhalb von 37 Minuten mit dem Zug von Uppsala aus zu erreichen ist, ist ein Besuch hier natürlich auch Pflicht!

    Ein weiteres Highlight in Uppsala sind definitiv die Polarlichter, die ich an zwei verschiedenen Nächten sogar von meinem Wohnheim am Rande der Stadt aus sehen konnte! Anscheinend sind diese so weit südlich des nördlichen Polarkreises ziemlich selten, normalerweise sieht man die Nordlichter in Uppsala so gut wie nie.
    Zudem ist Uppsala eine der ältesten Städte Schwedens und legt deshalb viel Wert auf alte Traditionen. Darum gibt es hier dreizehn verschiedene sogenannte Nationen, welche nach den verschiedenen Regionen Schwedens benannt sind und denen man als Student beitreten kann (und sollte!). Diese bieten viel Programm und ermöglichen ein abwechslungsreiches Studentenleben. Fast jeden Tag gibt es in einer der Nationen einen Club, jede Nation besitzt ein Pub mit günstigem Abendessen und vergleichsweise billigen Getränken, zudem werden Freizeitangebote wie beispielsweise Sportaktivitäten und Chorproben angeboten.
    Ganz traditionell ist auch der sogenannte 'Gascque'. Dabei handelt es sich um ein sehr vornehmes, schwedisches Abendessen mit einem mehrgängigen Menü, wobei zwischen den Gangen schwedische Lieder gesungen und Shots getrunken werden. An einem solchen Gascque habe ich mit einigen meinen Mitbewohnern teilgenommen.
    Daneben ist in meinem Wohnheim immer irgendetwas los, sei es eine Party, gemeinsames Kochen oder ein Brunch, sodass auch hier keine Langweile aufkommen kann. Auch habe ich die Möglichkeit, meine Arbeitskollegin regelmäßig zu ihren Islandpferden zu begleiten und zu diese zu reiten.
    So erlebe ich in kürzester Zeit ziemlich viel und mein Aufenthalt in Uppsala neigt sich viel zu schnell dem Ende zu!
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    Traveler

    Tolle Bilder und tolle Erlebnisse werden Dir unvergessen sein.🙋‍♀️

    4/12/22Reply
    Luisas Reiseblog

    danke, das stimmt😊

    4/12/22Reply
     
  • Day189

    Praktikums-Ausflug nach Kalmar

    February 27 in Sweden ⋅ 🌙 3 °C

    Um Proben für ein neues Projekt zu sammeln, durfte ich mit zwei schwedischen Masterstudentinnen einen drei-tägigen Ausflug nach Kalmar unternehmen. Die sechs-stündige Zugfahrt und das Hotel in Kalmar wurde uns komplett von meinem Praktikumsunternehmen bezahlt!
    In Kalmar selbst trafen wir einen Mitarbeiter des größten schwedischen Forschungsunternehmens RISE, welcher uns eine Führung durch eine Biogasanlage gab und uns half Gülleproben mithilfe verschiedener Maschinen zu sammeln.

    Dadurch, dass eine Maschine kaputt war, hatten wir viel weniger Arbeit zu tun als eigentlich geplant, sodass ich mit den beiden Schwedinnen mit unserem Mietauto auf die nahegelegenen Insel Öland fahren konnte. Öland ist ein sehr beliebtes schwedisches Urlaubsziel. Durch die Jahreszeit (Ende Februar) und ziemlich windiges Wetter, war hier allerdings kaum etwas los. Auf unserer kurzen Entdeckungstour machten wir einen Spaziergang um eine alte Burgruine und hielten für einen Stopp am Meer.

    Auch Kalmar selbst ist eine echt schöne Stadt! Diese ist direkt am Meer gelegen und die berühmteste Sehenswürdigkeit ist ein imposantes Schloss, von welchem aus wir einen sehr schönen Sonnenuntergang beobachten konnten. Auch die Altstadt war sehr sehenswert. Defintitv drei tolle 'Arbeitstage'!
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  • Day187

    Hej da Göteborg - Hej Uppsala!

    February 25 in Sweden ⋅ ⛅ 3 °C

    Die letzten Wochen in Göteborg gingen wie im Flug vorbei! Nach Weihnachten hatte ich keine Uni mehr, sondern musste nur noch meine letzte Klausur bestehen. Direkt danach bekam ich Corona, sodass ich mich von vielen Freunden leider gar nicht mehr verabschieden konnte. Stattdessen verbrachte ich zusammen mit zwei anderen corona-positiven Bekannten eine Quarantäne-Woche in einer gemeinsamen Studentenwohnung, da ich aus meinem eigenen Wohnheimzimmer ausziehen musste!
    Nach einem Trip nach Lappland näherten sich auch schon die letzten Tage in Göteborg. Viele Freunde hatten Göteborg schon verlassen, da das eigentliche Austauschsemester schon kurz nach Neujahr endete. Ich verbrachte das letzte Wochenende in der WG meines französischen Kumpels Cyprien. Von dort aus machten wir nochmal einen Ausflug auf eine der Inseln des Göteborg-Archipels, ich besuchte das letzte Mal das mittlerweile heimisch gewordene Stadtzentrum Göteborgs und verabschiedete mich von meinen restlichen Freunden, die noch in Göteborg verblieben waren (und schmiedete gleichzeitig schon Pläne für ein Wiedersehen!).

    Am 31.01 packte ich schließlich meine letzten Taschen in mein Auto und nahm die sechs-stündige Fahrt nach Uppsala auf mich. Es war ein komisches Gefühl, Göteborg zu verlassen, was schließlich fünf Monate lang mein Zuhause gewesen war und gleich darauf in einer neuen Stadt anzukommen, in der ich wieder niemanden kannte!
    In Uppsala, einer etwas kleineren, aber sehr schönen Stadt etwa 80 Kilometer nördlich von Stockholm, wollte ich ein zehn-wöchiges Pflicht-Praktikum für die Uni absolvieren. Die erste Woche nach meiner Ankunft hatte ich allerdings noch frei und somit genügend Zeit, die Stadt zu erkunden und erste Kontakte zu knüpfen. Mein Wohnheim, in dem ich ein Zimmer im fünften Stock bezog, entpuppte sich als der Treffpunkt für Studenten aus aller Welt und somit als der perfekte Ort, um neue Leute kennenzulernen - in 16 riesigen Wohnkomplexen wohnen hier über 2000 Studenten. Bekannt ist dieses Wohnheim im Stadtviertel Flogsta für den sogenannten 'Flogsta-Scream': Jeden Tag um Punkt 22:00 Uhr werden hier die Fenster vieler Studenten geöffnet und es wird gemeinsam eine Minute lang geschrien - ein guter Weg, um seine Frustrationen loszuwerden! Mit zehn sehr internationalen Studenten (Indien, Kasachstan, China, Schweden, Deutschland & Honduras) teile ich hier meine Küche. Glücklicherweise stellten sich alle meine Mitbewohner als sehr nett heraus, sodass ich mich hier schnell wohlfühlte und viele Stunden im gemütlichen Beisammensein in der Küche verbrachte!
    Zudem konnte ich bei diversen Willkommen-Events, wie beispielsweise bei einem Wintergrillen, einer Pub-Crawl und einer Stadt-Ralley weitere Leute aus vielen verschiedenen Ländern kennenlernen.
    In meiner zweiten Woche starte dann mein Praktikum. Es stellte sich heraus, dass fast alle meine Kollegen aus Deutschland kommen - und alle supernett sind! Eines der Highlights meines Praktikums sind definitiv die kostenlosen Kaffeemaschinen und Obstkörbe, die überall im Gebäude zu finden sind!
    Zudem bekam ich Besuch von einer deutschen Freundin (Helen), die ich in Göteborg kennengelernt hatte und die mich zusammen mit einer weiteren Freundin (Johanna) besuchen kam. Zusammen erkundeten wir ein bisschen die schöne, aber kleine Innenstadt Uppsalas und machten einen Ausflug zu dem nahegelegenen, noch gefrorenen See Ekoln.
    So lebte ich mich recht schnell in Uppsala ein und fühlte mich schon nach kurzer Zeit hier sehr wohl; das Gefühl der Verlorenzeit in einer fremden Stadt war schnell vergessen!
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  • Day154

    Abisko (Lappland), 23-26.01.2022

    January 23 in Sweden ⋅ 🌬 5 °C

    Eigentlich wollte ich vor allem in den Norden Schwedens reisen, um Polarlichter zu sehen. Doch auch wenn diese grünlichen, tanzenden Wolken ziemlich beeindruckend waren, war ich noch viel mehr von der einzigartigen Schneelandschaft mit den freundlichen Einheimischen begeistert.

    Ursprünglich wollte ich mit ein paar Freunden aus Göteborg für drei Nächte nach Abisko, einer Stadt im schwedischen Lappland, fahren. Kurz vorher bekam ich allerdings Corona und konnte nicht wie geplant mit den Anderen mitfahren. Stattdessen nahm ich den Nachtzug von Göteborg aus zwei Tage später.
    Von Göteborg aus kann man mit einem einmaligen Umstieg direkt nach Absiko fahren. Ich war zwar über 16 Stunden unterwegs und die Nacht zusammengekauert auf zwei Zugsitzen war definitiv nicht die gemütlichste, trotzdem verlief die Anreise in den Hohen Norden problemlos! Morgens, kurz vor meiner Ankunft in Abisko, habe ich vom Zug aus sogar eine eigenartige Regenbogen-Wolke gesehen, die sich als stratosphärische Wolke entpuppte. Diese sind anscheinend noch seltener als Polarlichter und definitiv toll anzuschauen!
    In Abisko konnte ich dann noch einen Tag mit meinen Freunden verbringen, bevor diese am nächsten Tag abreisten. Diesen Tag nutzen wir für eine Langlaufski-Tour und eine Schneeschuhwanderung durch den nahegelegenen Abisko-Nationalpark.
    Langlaufski und Schneeschuhe sind definitiv die besten Fortbewegungsmittel, um die Gegend zu erkunden! Die ganzen Straßen waren komplett vereist und rutschig, sodass auch schon der kurze Spaziergang zum Supermarkt zur Herausforderung wurde, weshalb ich mich irgendwann nicht mehr ohne Schneeschuhe vor die Türe wagte!

    Auch nachdem meine Freunde abgereist sind, wurde es mir definitiv nicht langweilig. Ich übernachte in einem gemütlichen Hostel, in dem noch viele andere internationale Leute übernachten, sodass ich abends immer Gesellschaft hatte. Tagsüber machte ich weitere Touren durch den Nationalpark, zu einem gefrorenen Wasserfall und über einen riesigen, aber komplett zugefrorenen See und sah dabei Rentiere, Elche, weitere stratosphärische Wolken und traf freundliche Einheimische, die mir von ihren Schneemobilen oder Hundeschlitten aus zuwunken!
    Auch das Wetter war nicht so schlimm wie erwartet - während ich in Lappland war, gab es ein Hoch über dieser Region, wodurch ich von den üblichen Temperaturen im Januar von bis zu -30 Grad verschont geblieben bin und stattdessen meine Ausflüge bei zwischen -13 und 4 Grad machen konnte. Allerdings gab es ständig Schneestürme, die plötzlich aufzogen und genauso abrupt wieder endeten.

    Polarlichter zu sehen war übrigens auch gar nicht so einfach wie gedacht! Von drei Nächten waren sie nur einmal richtig gut zu sehen. Mithilfe einer App ('Polarlicht') kann man den KP-Index bestimmen, der aussagt, wie stark die Sonnenwinde an diesem Tag sind. Ab einem KP-Index von 2 sind die Chancen gut, die Nordlichter zu sehen. Allerdings muss es hierzu auch dunkel genug sein, die beste Uhrzeit ist nach 22 Uhr, außerdem sollte man möglichst weit in die Natur laufen, um den städtischen Lichtern zu entkommen. Zudem muss der Himmel möglichst wolkenfrei sein.
    Die ersten zwei Nächste versuchte ich mit ein paar anderen Leuten vom Hostel erfolglos die Polarlichter zu erspähen. In der zweiten Nacht konnten wir ganz kurz eines sehen, bevor ein Schneesturm aufzog und der Himmel mit Wolken zuzog. In meiner letzten Nacht war der Himmel allerdings wolkenlos und der KP-Index hoch genug, sodass ich die grünlichen Nordlichter klar am Himmel erspähen und sogar zuschauen konnte, wie sie tanzten und blitzschnell ihre Formen änderten. Die grüne Farbe, der Lichter, die man von Bildern her kennt, ist allerdings nur durch die Kamera so intensiv. In der Realität sind die Polarlichter eher grau und haben nur einen ganz leichten grünlichen Schimmer!

    Mein absolutes Highlight war eine Hundeschlittentour durch den Abisko Nationalpark. Direkt neben meinem Hostel gab es eine Huskyfarm, die Schlittentouren mit den Hunden anboten.
    Jeweils vier Hunde zogen einen Schlitten, den ich nach einer kurzen Einweisung selbst steuern durfte. Insgesamt waren wir eine Kolonne von acht Hundeschlitten.
    Die ersten Kurven waren noch etwas wackelig bis ich mich an das schnelle Tempo der begeistert rennenden Hunde und die dünnen Kuven, auf denen ich stand, gewöhnt hatte. Dann konnte ich die Tour in vollen Zügen genießen!
    Durch den langsamen Sonnenaufgang in Lappland nahm der Himmel die ganzen zwei Stunden über verschiedene Rottöne an. Zudem konnte ich so nochmal deutlich mehr sehen als bei meinen eigenen Touren mit den Langlaufskiern, mit denen ich nur mühsam vorankam.

    Lappland hat mich definitiv begeistert - so weit oben im Norden mit ihren wenigen Einwohnern und einzigartiger Landschaft ist diese Region etwas ganz Besonderes! Vorstellen, hier zu leben könnte ich mir allerdings nicht, dafür ist es mir dort doch zu kalt und zu einsam - für einen weiteren Besuch zurückkommen möchte ich hingegen auf jeden Fall!
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  • Day111

    Barcelona, 11.12.2021

    December 11, 2021 in Spain ⋅ ⛅ 13 °C

    Wenn man schon mal nach Spanien kommt, kann man ja direkt noch einen Besuch in Barcelona mitnehmen - aus diesem Grund flog ich zusammen mit vier Kommilitonen schon einen Tag früher nach Katalonien als der Rest unseres Kurses.
    Ein Tag reichte natürlich nicht aus, um die riesige Stadt zu erkunden, trotz Powersightseeing! Nach unserer Ankunft in Barcelona am Samstagabend statteten wir dem Meer noch einen nächtlichen Besuch ab. Den nächsten Tag verbrachten wir damit, die Straßen Barcelonas entlangzuwandern und dabei so viele Sehenswürdigkeiten wie möglich abzuklappern - die Highlights waren definitiv der riesige Sakralbau "Sagrada Familia", ein Weihnachtsmarkt im Stadtzentrum bei 14°C und der Park Güell, der uns mit seinen vielen verschiedenen Mosaiken begeisterte und in dem wir sogar von einem Straßenkünstler gezeichnet wurden, während wir in der Sonne eine kleine Pause machten. Natürlich mussten wir auch die im Vergleich zu Schweden billigen Kaffeepreise ausnutzen und haben einige süße Cafés besucht.
    Abends sind wir noch auf einen Hügel am Rande der Stadt geklettert und haben uns einen richtig tollen Sonnenuntergang mit Aussicht über die ganze Stadt angeschaut, bevor wir anschließend unseren restlichen Kurs am Flughafen getroffen haben. Definitiv erfolgreich genutzte 24 Stunden in Barcelona!
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