• Julian Wiederkehr
apr. – aug. 2021

Skandinavien mit dem Fahrrad

Raus in die Natur die Welt entdecken, das war mein Traum. Skandinavien macht es troz Corona möglich und so werde ich für die nächste Zeit in 🇸🇪 und 🇳🇴 unterwegs sein! Ein herrlicher Kontrast zum Zoommeeting-Alltag 😅😉 Meer informatie
  • Het begin van de reis
    15 april 2021

    Vorbereitungen

    16 april 2021, Zwitserland ⋅ ⛅ 8 °C

    Die letzten zwei Wochen waren nochmals ziemlich stressig. Zügeln, Reise planen, Ausrüstung kaufen (den Decathlon kenne ich nun auswändig😅), Ausrüstung testen, Packung für das Velo ausprobieren, packen für den Flug, Coronatest (Antigen Schnelltest reicht für 🇸🇪), Velo vorbereiten, Testfahrt, Abschlussfästli in Luzern, Abachlussfästli in Schötz, letzter Arbeitstag, Norovirus (yep..hat mich 5 Tage flachgelegt🤢🤒), und viele weitere kleine Dinge. Dazu kam der emotionale Stress, nochnie habe ich die Schweiz für länger als zwei Monate am Stück verlassen und die Verabschiedung meiner Freunde, Familie und von Ana viel mir nicht leicht.

    Und als ob das nicht genug wäre: Nachdem ich mich von zuhause verabschiedete, machte ich mich mit dem Velo auf den Weg nach Nebikon Bahnhof. Im Moment als ich in die Bahnhofstrasse einlenkte, fuhr ein Auto aus dem Kebab Leu Parkplatz welches mich ofensichtlich übersah. Ich konnte nicht mehr bremsen und fand mich einen Augenblick später auf der Motorhaube des VW's.
    Dank riesigem Glück blieb ich jedoch von Verletzungen verschont. Das Vorderrad meines Fahrrades deformierte sich jedoch, es muss wohl ersetzt werden🙄.
    Fazit: Schulterblick! Ich hörte die Predigung meines Fahrlehrers😅

    Nun ist es jedoch soweit, ich sitze im Flieger nach Stockholm und mein Abendteuer kann beginnen, entlich! Die nächsten Tage werde ich in Stockholm bei der Schwester von Ana verbringen, bevor ich mich anschliessend in Richtung Süden aufmache.

    Auf meine Ausrüstung und auf das Fahrrad werde ich später einmal detailierter eingehen oder vielleicht ein Video dazu machen🤔, was denkt ihr?

    See you!
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  • in Stockholm bei Esther

    19 april 2021, Zweden ⋅ ☀️ 13 °C

    Die letzten zwei Tage war ich in Stockholm unterwegs. Ich konnte hier bei Esther (Ana's Schwester) im Studentenwohnheim leben (mit Gym💪😁 --> foto) Vielen Dank Esther😘!

    Ich geniesse hier in Stockholm vorallem die "Freiheit" ein Bier vom Zapfhahnen zu trinken (bei bestem Wetter momentan☀️) oder sich im Restaurant etwas zu gönnen (Köttbullar --> Fleischbällchen), was in der Schweiz ab heute ja auch wieder möglich ist🥳. Apropos Coronamassnahmen in Schweden, es wird vielmehr auf Selbstverantwortung gesetzt als in der Schweiz, ob das besser ist weiss ich nicht. Eine Maskenpflicht gibt es keine, es wird lediglich empfohlen, die Meisten tragen sie jedoch nicht😬. Für mich persöhnlich fühlt es sich auf jedenfall freier an.

    Dann lernte ich noch "Fika" kennen. So nennen die Schweden ihre Kaffeepausen wobei meistens das klassische Kanelbullar (Gebäck mit Zimtgeschmack) mit Kaffee gegessen wird, ich mag es nicht wirklich.

    Schwedisch tönt für mich wie eine Mischung aus Deutsch, English und Russisch. Oft versteht man es nach dem zweiten mal hinhören oder lesen.

    Meine erste Reperatur konnte ich bereits erfolgreich meistern, die kaputte Felge wurde ausgetauscht und das Farrad ist startklar.

    Nun plane ich meine ersten Kilometer au dem Fahrrad. Morgen geht es los, zuerst ein wenig auf die Schäreninseln hinaus, danach südlich in Richtung Tyresta Nationalpark wo ich eventuell für ein paar Tage zu Fuss weitergehe, mal schauen.🌲🌲🌲

    Ich freue mich! bis bald🤟🚴🏾‍♂️
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  • Kick-off: Stockholm-Vaxholm-Ängsvik

    20 april 2021, Zweden ⋅ ☀️ 13 °C

    Am Dienstagmorgen um ca. 09.30, fuhr ich bei strahlender Sonne in Stockholm los. Die ersten Kilometer waren nicht besonders speziell es gab viel Verkehr und je mehr ich mich von Stockholm entfährnte, desto ländlicher wurde es. Ich bekam die ersten Eindrücke was mich hier an Natur erwartet.

    An einer Tankstelle, etwa 15km von Stockholm entfährnt, machte ich halt und wollte eine Gasflasche für meinen aufsteckbaren Brenneraufsatz kaufen. Doch anscheinend gäbe es in Schweden nur das aufschraubbare System. Hätte ich nur auf meine ehemalige Mitbewohnerin Martina gehört, die hat mir das gleiche schon in der Schweiz erzählt. Naja, jetzt musste ich es auf die harte Tour lernen💁‍♂️. Ein paar Kilometer weiter in einer riesigen Shoppingmal in Täby, fand ich dan einen aufschraubbaren Brenner in einem Laden Namens "Natur Kompaniet" (Transa von Schweden). Bezahlt habe ich mit Karte, wie immer bis jetzt in Schweden, den hier zahlen die Allermeisten mit Karte.
    In gewissen Läden wird Bargeld nichmal akzeptiert und so kommt es, das ich nach fünf Tagen in Schweden noch keine Krone gesehen habe😅, wahrscheindlich ist da irgend ein König Gustav drauf🤔.

    Danach ging es auf die Inseln hinaus, über eine Brücke zum wunderschönen Städchen Vaxholm (letztes Bild), eine Fähre (gratis!) zur Insel Rindö und anschliessend eine zweite Fähre nach Myttinge und wenige Kilometer später, ein bisschen vor Ängsvik fand ich, ein wenig abseits der Hauptstrasse, einen wunderschönen Ort für meine erste Zeltnacht in 🇸🇪.
    In Schweden gilt übrigens das Jedermansrecht, was bedeutet das man (fast) überal wild campen darf solange man die Natur nicht beschädigt und am nächsten Tag weiterzieht.

    Ich ging früh schlafen, doch erwachte mehrmals in der Nacht, da mir kalt war. Es war etwa -1° C, das müsste mein Schlafsack eigentlich aushalten🤔, vielleucht muss ich da noch optimieren, den der Schlaf ist beim Fahrradreisen besonders wichtig. Der Trost für das frieren war der Sonnenaufgang um 05.21 (Wecker gestellt 😉). Die Morgensonne wärmte dann auch schnell auf und so konnte ich noch ein paar Stunden warmen Schlaf geniessen.

    Machts gut✌

    Fahrzeit 10.00 - 18.00
    59 Kilometer
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  • Grüner Coop

    21 april 2021, Zweden ⋅ ⛅ 6 °C

    Wir Schweizer sind nicht die einzigen, die im Coop einkaufen gehen. Auch hier gibt es diese Supermarktkette, einfach ist das Logo grün😁.

    Ich fuhr heute von den Schäreninsel zurück ans Festland und südlich zum Tyresta Nationalpark wo ich nun direkt am Wasser mein Zelt aufgebaut habe. Die Radwege hier im und um den Nationalpark sind wunderschön (Video). Meistens führt der Weg durch den über 350 Jahre alten, geschützten Uhrwald, der vollkommen sich selbst überlassen wird.

    Ich habe heute viele Wildtiere gesehen, vorallem Vögel aber auch Rehe, oder waren es doch Renntiere? Sie hatten alle einen weissen Hintern..muss da wohl noch ein wenig nachlesen. Ein Elch sah ich noch nicht, da muss ich wohl noch warten bis ich im Norden bin.

    Das Wetter wurde im Verlaufe des Tages immer bewölkter, Morgen soll es sogar schneien, Regen wird es ziemlich sicher geben. Naja ich bin ja gut ausgerüstet. Apropos Ausrüstung. Ich war wieder im Natur Kompaniet😁 und habe mir einen wärmeren Schlafsack gekauft (sind hier markant billiger als in der 🇨🇭). Der alte kann ich im Sportxx noch zurückgeben, da er noch nicht 30 Tage alt ist, also habe ich ihn direkt nach Hause versendet😎, hoffe das kommt gut, danke Mami fürs zurückbringen😁.

    Schweden ist generell ein wenig günstiger als die Schweiz, jedoch nicht so krass wie zum Beispiel Deutschland. Nur beim Alkohol kennen die hier nichts, für eine Glas Bier habe ich in Stockholm 12.- bezahlt...viel Spass beim spendieren der nächsten Runde😉😅.

    Gute Nacht✌

    Fahrzeit: 10.00 - 18.00
    65 km
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  • "Küche" im Einsatz

    Aprilwetter

    24 april 2021, Zweden ⋅ ⛅ 3 °C

    Die drei für mich wichtigsten Faktoren um auf einer Fahrradtour längere Zeit in guter Stimmung zu bleiben sind: Essen, Schlaf, Wetter.

    Die ersten Beiden kann man ziemlich gut selbst beinflussen. Was das Essen angeht, so giebt es viele Varianten für die man sich entscheiden kann: Restaurants, Fastfood, Picknick oder klasisch, selber kochen, für was ich mich entschieden habe. Warum? Weil ich es gerne mache, weil es preiswert ist und weil es Gesund ist (meistens😅). Was den Schlaf angeht, so bin ich eigentlich ziemlich gesegnet. Ich kann fast überall schlafen und habe zum Glück nur selten Probleme mit einschlafen, auch im Zelt. Jedoch bin ich ein "Gfrörlie" und mag es richtig schön warm im Bett/Schlafsack, was ich mit dem neuen Marmot Schlafsack und einem zusätzlichen Inlet jetzt auch habe.

    Den letzten Punkt, das Wetter kann man nicht beinflussen. Man kann sich Vorbereiten mit der richtigen Kleidung, man kann vorausschauend Umwetter ausweichen oder sich Schutz suchen wenn es zu heftig wird. Doch oft ist man dem (Um)Wetter ausgeliefert und auf dem Fahrrad wird man nicht verschohnt. Diese Erfahrung durfte ich am Donnerstag machen. Den ganzen Tag hat es entweder geregnet, geschneit, gehagelt (nur kleine Böhnchen) oder eine Mischung als allem. Aprilwetter eben💁‍♂️.

    So kam meine Regenkleidung das erste mal zum Einsatz. Regenhosen, Regenjacke, Schuhüberzüge, alles war bereit und angezogen, da bemerkte ich, etwas habe ich in der Vorbereitung komplett vergessen: warme Handschuhe. Bereits nach wenigen Metern frohr ich mir fast die beiden Hände ab, es war um die 0° C und nass. Als ich nach 5km einhendig (eine Hand jeweils in der Tasche zum aufwärmen) an einem Strassenschild vorbeifuhr, sah ich einen Handschuh auf dem Posten gesteckt. "Was ein Zufall" dachte ich mir und zog in meiner linken Hand an, er passte optimal. Stell dir vor, 2km weiter würde noch ein zweiter, ein rechter Handschuh auf einem Pfosten stecken, das wär ja kein Zufall mehr, sondern schon fast ein kleines Wunder. Nun ja, gute 2 Kilometer weiter traute ich meinen Augen kaum, als ich tatsächlich ein zweiter, ein rechter Handschuh fand. Zufall, Wunder, wie man es auch nennen mag, hauptsache meine Hände waren warm. Ganze 65km bin ich im Regen gefahren und die Kleidung hat super durchgehalten, ich blieb bis am Abend trocken (klar, die Handschuhe waren solala...am Abend dan auch durchnässt).

    Umso dankbarer war ich darum, dass mich Fabian von Couchsurfing für zwei Nächte in Södertälje aufnahm. Ich konnte die Kleidung trocknen, warm duschen🤩 und mein Fahrrad wieder auf Vordermann bringen. (Luftdruck, Bremsen einstellen, schmieren etc.) Södertälje selbst hat eine kleine schöne Innenstadt, ist aber generell nichts besonderes oder sehenswärtes.

    Nun bin ich bereits auf dem Weg in Richtung Nörrköping. Momentan gerade im Zelt in einer Waldlichtung. Der perfekte Jägerplatz, habe bereits einige Reh's und sogar zwei Hirsche gesehen🦌🦌, hoffe die lassen mich in Ruhe schlafen😄.

    Das Video ist übrigens nicht vom Donnerstag, sondern von Heute (Samstag). Wieder Aprilwetter vom feinsten, Schnee wie im Video folgte auf strahlende Sonne und dies im Stundentakt.
    Jedoch nur halb so wild, da meist nur kurz und intensiv bei ungefähr 7° C.

    Gute Nacht✌

    Donnerstag: 65km
    Freitag: 10km (Stadtrundfahrt Södertalje)
    Samstag: 70km
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  • Reis mit Peperoni 😁Norrköping ist ziemlich schön!Atélier mit Wohnraum von Viktor

    Bis nach Norrköping

    27 april 2021, Zweden ⋅ ☁️ 10 °C

    Die letzten Tage waren sehr schön. ich fuhr durch unzählige Wälder und an vielen Seen und Meerrsküsten entlang. Oftmals vergingen 20-30 km von Ortschaft zu Ortschaft und diese Ortschaften waren vielleicht so gross wie Ohmstal. Kein Wunder, den Schweden hat eine ca. 10mal kleinere Bevölkerungsdichte als die Schweiz.

    Der Weg führte oft auf der gleichen kleinen Strasse ohne Kreuzungen und Abbiegungen entlang und so konnte ich mehrere Stunden fahren ohne ein Blick auf die Karte zu werfen. Ich überquerte die Grenze der Provinz Södermanlands Län zu Östergötlands Län und fuhr durch die Städchen Trosa, Nyköping, Nävekvarn und Ostra Husby.

    Seit Gestern bin ich nun in Norrköping. Über Couchsurfing lernte ich Viktor kennen, der mir sein Atélier für zwei Nächte übergab. Er selbst hat hier drei Jahre gelebt und ich muss sagen, es ist wirklich gemütlich hier😊☺. Eigentlich wollte ich nur eine Nacht hier bleiben, aber die Stadt gefiel mir ziemlich gut und ich habe noch ein wenig Muskelkater in den Beinen, also entschied ich mich für eine zweite Nacht, für Viktor war das kein Problem.

    Morgen geht es weiter in Richtung Süden, ich plane am Wochenende in Oskarshamn anzukommen wo ich anschliessend die Fähre nach Gotland gebucht habe 🥳⛴🛳. Ich plane jeweils ca. 60 - 70 km pro Tag ein, das entspricht in etwa vier Fahrstunden am Tag. Somit bin ich eher langsam unterwegs (z.B im Vergleich zu meiner Rheintour wo es um die 100km am Tag waren), doch es bleibt mir mehr Zeit um die schöne Landschaft zu geniessen und ist auch für meinen Körper nachhaltiger.

    Ich wünsche euch eine gute Zeit, bis bald👋

    Sonntag: 78km
    Montag: 52km
    Dienstag: 8km (Stadtrundgang)
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  • was hat es mit diesen Holztürmen auf sich?in Västervik an der Promenade - mega schöne Stadt (Städchen)Blankaholm - sehr schönes Dörfchen!

    Der Frühling kommt - langsam

    30 april 2021, Zweden ⋅ ⛅ 8 °C

    Bereits seit zwei Wochen bin ich nun in Schweden und bereits 624km weit gestrampelt. Die letzten par Kilometer gehören wohl zu den schönsten aus all diesen, nicht zuletzt auch, weil das Wetter sonniger war! ☀️🥳

    Von Norrköping bin ich über Söderköping bis nach Valdemarsvik wo ich mein Zelt ein wenig ausserhalb des Dorfes aufbaute. Hier enden die Namen der meissten Orte auf -köping, -vik oder -holm. Was die Endungen bedeuten, kann ich jedoch nicht sagen.

    Die Gegend wird je südlicher, desto landwirtschaftlicher, es gibt Orte mit Feldern und Ackern, fast wie in Mitteleuropa (Dektschland, Schweiz). Doch nicht viel weiter fährt man wieder durch ein riesiges Stück Wald mit Birken und Moosboden wie es nur hier anzutreffen ist.
    Mir ist aufgefallen, dass die Kirchen hier oftmals einen zweiten Holzturm (Foto 3) haben, was es genau bedeutet weiss ich auch nicht.😬😅

    Nach Valdemarsvik ging es weiter im Richtung Süden und schon bald überquerte ich die Grenze zur Provinz Kalmar Län. Ich fuhr durch sehr abgelegene Orte, nur selten überholte mich ein Auto und ab und zu führte der Weg an Bauernhöfen und einzelnen Häuser vorbei. Umso mehr staunte ich, als ich am Ende des Weges am Golfplatz von Loftahammar vorbei fuhr😅😁. Es stellte sich heraus das dies eine sehr beliebte Feriengegend ist, die Saison beginnt jedoch erst mitte Mai, falls sie den dieses Jahr überhaupt beginnt🤔😐🦠.
    Ich bin eigentlich generell ziemlich früh unterwegs, die meisten Cafes, Restaurants sowie Jugendherbergen und Bed&Breakfasts öffnen gegen mitte/ende Mai.

    Von Loftahammar ging es anschliessend alles mehr oder weniger der Küste entlang über Västervik (sehr schön!), Blankaholm (kleines Dörfchen mitten im Nirgendwo) bis nach Hålvik, wo ich nun mein Zelt in einer schönen Bucht direkt am Wasser aufgebaut habe (letztes Bild).

    Was ich in Schweden als Tourist besonder schätze, ist das jeder Supermarkt (ICA, Coop, Lidl sind am weitesten verbreitet) gratis W-Lan zur Verfügung stellt. Ich geniesse zwar die Offline-Zeit auf dem Fahrrad, aber ich bin trotzdem sehr froh mindestens einmal am Tag kurz online zu sein um Nachrichten zu schreiben oder beantworten und mit meinen Freunden, Familie in Kontakt zu bleiben, das brauche ich einfach nach so vieler Zeit alleine unterwegs😊

    Morgen werde ich in Oskarshamn ankommen, wo ich erstmal einen Tag ausruhe, danach gehts auf die Insel Gotland, die mir nun schon mindestens fünf mal empfohlen wurde. Schauen wir mal und hoffen, dass das Wetter nicht so regnerisch wird wie es der Wetterbericht vorhersagt😬🙄🤞
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  • Gotland

    4 mei 2021, Zweden ⋅ 🌧 5 °C

    Ich bin auf der Insel Gotland unterwegs. Am Sonntagabend nahm ich in Oskarshamn die Fähre nach Visby, wo ich um 23.00 Uhr ankam. Ich hatte Glück auf Couchsurfing und fand eine Familie welche etwas ausserhalb von Visby lebte, die mich für zwei Nächte bei Ihnen schlafen lies. Die Mutter ist aus Deutschland und die ganze Familie sprach perfektes Deutsch, was sehr angenehm war nach drei Wochen nur Englisch 😊

    Die Familie lebte in einem alten Schuhlhaus welches sie liebevoll umbauten und ich durfte im Gästezimmer mit eigenem Bad und Dusche schlafen. Am Abend haben wir am Feuer Hamburger gegrillt und die Kinder haben mir ein schwedisches Lied vorgesungen, es war eine sehr schöne Zeit.

    Heute machte ich mich auf den Weg in Richtung Fårö, eine kleine Insel nördlich von Gotland, welche für ihre wunderschönen Steinstrände bekannt ist. Das Wetter war besser als die Vorhersage, aber trotzdem erwischte der Regen mich. Halb so schlimm, denn ich bin gut ausgerüstet.

    Gotland ist bekannt für die Raukars, dass sind turmförmige Felsen aus Kalkstein. Der grösste Raukar steht in Lickershamn und wird Jungfrau gennant (Foto). Die Jungfrau der Schweiz ist jedenfalls einiges imposanter😏🗻! Dafür ohne Meer.💁‍♂️
    Auch ist Gotland der Heimatort von Pippi Langstrumpf, man kann hier die original Villa Kunterbunt anschauen☺.

    Die Insel ist im Sommer voller schwedischer Touristen, weil das Wetter im Vergleich zum Festland eher mild ist, naja hatte wohl Pech! Nächste Woche wirds bis zu 17° warm. Aber die Insel war auch mit durchzogenem Wetter wunderschön!
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  • Fårö

    6 mei 2021, Zweden ⋅ ☁️ 6 °C

    Die letzten zwei Tage war ich ganz im Norden von Gotland auf der kleinen Insel Fårö unterwegs. Der Fahrradweg ging oftmals direkt an der wunderschönen Küste entlang und ich hatte freie Sicht auf die Ostsee😍.Meer informatie

  • Schneeregen 😖🥶
    Visby fotografiert von der FähreInnenstadt von VisbyVisby ist von einer Mauer umgeben

    Goodbye Gotland

    7 mei 2021, Zweden ⋅ ☁️ 5 °C

    Heute habe ich mich entscheiden, wieder aufs Festland zurück zukehren. Ziemlich spontan buchte ich um 15.30 in Visby die Fähre und um 16.30 befand ich mich bereits auf dem Weg zurück nach Oskarshamn. Aus diesem Grund konnte ich Visby, die mittelalterliche Hansenstadt, nur sehr kurz anschauen.

    Nun liege ich im Zelt, etwa einen Kilometer ausserhalb der Stadt. Es hat mich voll erwischt. Im Moment als ich das Zelt aufstellen wollte begann es heftig zu Schneeregnen. In voller Eile stellte ich das Zelt auf und verkroch mich mit samt meinen Taschen darin. Inzwischen ist es wieder ruhig und ich bin im warmen Schlafsack eingekuschelt, alles gut.☺

    Bei solchen Situationen frage ich mich schon manchmal, was das ganze hier eigentlich soll. Auch auf Gotland, als es den ganzen Tag regnete war es manchmal schwierig Motivation zu finden. Am Mittwoch habe ich es erst um 14.00 Uhr aus dem Zelt geschafft😅. Aber ich denke, solche "Krisen" sind normal wenn man für längere Zeit unterwegs ist und irgendwie sind es auch genau die Momente, wo man sich selbst am besten kennenlernt. 😁
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  • Oskarshamn - Kalmar - Karlskrona

    12 mei 2021, Zweden ⋅ ☀️ 19 °C

    Ich bin in Südschweden angekommen und passend dazu kam auch das schöne Wetter. Bis zu 19° warm mit Sonnenschein, seit vorgestern und noch bis morgen, danach wieder Regen😖🙄, aber immerhin konnte ich ein par Tage im T-Shirt unterwegs sein und Sonne tanken😊.

    Mein Kilometerzähler zeigt bereits über 1000km an. Das ich schon einige Kilometer unterwegs bin, bemerkt man auch an den Landschaften. Es gibt hier deutlich mehr Landwirtschaft und weniger Wald. Auch die Art der Wälder ist hier anders als noch einige Kilometer nördlich. Es gibt weniger Tannen, dafür mehr Laub, zumindest an den Küstenregionen.
    Auch die Abstände zwischen den Ortschaften werden je südlicher, desto kleiner.

    Am Sonntag (9.5.21) habe ich vor Kalmar einen Platz für mein Zelt gefunden, welcher nicht vom Wald umgeben ist und hatte einen wunderschönen Blick auf den Sonnenuntergang (Bild 1).
    Während ich die Sonne genoss, stellte ich mein Zelt auf und bereitete die Luftmatrazze und den Schalfsack vor. Ich musste schnell feststellen, dass sich das Mätteli wie ein Ballon aufblässt😬😖, was für ein ärgerlicher Moment! Das Mätteli zählt für mich zu den wichtigsten Dingen auf der Tour, da es entscheidend für die Qualität meines Schlafes ist!

    Naja, es befindet sich jetzt auf dem Postweg nach Luzern und ich hoffe das ich das Geld zurück bekomme, ein neues Mätteli ist bereits gekauft, wieder das gleiche da ich eigentlich nur gutes davon gehört/gelesen habe und bis jetzr zufrieden war. (therm a rest neoair xlite)

    Kalmar ist eine schöne Stadt direkt an der Küste und an guten Tagen kan man die 8km weit entfernte Insel Öland sehen. Die Stadt hat viel Geschichte zu erzählen und war zwischen 1400 und 1600 hart umkämpft zwischen den Dänen und den Schweden. Das grosse Schloss auf der Insel vor Kalmar war aufgrund von Covid-19 leider nicht geöffnet.

    Am Mittwoch erreichte ich Karlskrona. Die Barockstadt liegt auf mehreren Inseln verteilt im Meer - wunderschön! Sie ist auch der Hauptmarinestützpukt von Schweden, was man an den vielen Uniformierten in der Stadt bemerkt.
    Ich durfte bei Kushang, den ich über Coachsurfing kennenlernte, übernachten und konnte nach sieben Tagen entlich wieder einmal duschen😍😍😅.
    Als dank dafür habe ich für ihn Älplermagrone gekocht☺, das kommt immer gut an!
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  • Der Süden des Nordens

    17 mei 2021, Zweden ⋅ ☀️ 13 °C

    Smygenhuk - südlichster Punkt von Schweden. Nach einem Monat und einem Tag seit meiner Landung in Stockholm, bin ich hier gelandet. Auf einem Schild steht: "Stockholm 510km"; mein Kilometerzähler hat jedoch bereits 1438km drauf. Habe mir für diese Strecke auch reichlich Zeit gelassen und kein Winkel ausgelassen☺😄.

    Ich befinde mich in der Provinz Skåne (Schonen), welche erst seit ungefähr 400 Jahren zu Schweden gehört und vorher vom dänischen König Kristian regiert wurde. Nach ihm wurde auch die Stadt Kristianstad benannt, wo ich übers Wochenende bei Linda (von Couchsurfing) übernachten durfte. Linda ist eine sehr herzhafte Gastgeberin und wir hatten zwei super Abende. Danke vielmals Linda!
    Die Landschaft in Skåne unterscheidet sich stark von den anderen Provinzen, welche ich bis jetzt durchquerte. Durch das milde Klima wachsen hier viele Gemüsesorten, es gibt schier unendlich viele gelbleuchtende Rapsfelder, weite grüne Wiesen mit Kühen, Schafen und sehr vielen Enten auf dem Weg nach Lappland. Sogar ein Spargelfeld habe ich entdeckt. Auch ist es hier hügeliger und ab und zu, währen da nicht die schwedischen Ortsschilder, könnte man meinen man befindet sich irgendwo im Napfgebiet - nur die Bergen am Horizont fehlen🙄💁‍♂️.

    Achja das Wetter, trotz schlechter Prognose, strahlender Sonnenschein bei 14° C, nicht schlecht oder?😏

    Da ich nun bereits einige Tage im Sattel verbracht und Nächte im Zelt geschlafen habe, wird es Zeit für ein kleines Reviw über den ersten Monat.

    AUSRÜSTUNG: Generell bin ich sehr zufrieden. Es gibt nur wenige Dinge die ich dabei habe und noch nie benützte, darunter auch das Notfallset und ich hoffe das bleibt so. Umgekehrt gibt es fast nichts das ich bis jetzt vermisste. Am Anfang der Reise, als die Nächte kälter waren, hätte ich mir manchmal ein besseres Inlet (Reactor Inlet oder so) gewünscht, auch würde ich für eine nächste Reise zusätzlich zwei Fronttaschen dazukaufen. Nicht unbedingt um mehr Material zu transportieren, sondern um das Gewicht besser auf Vorder und Hinterrad zu verteilen. Gute wasserdichte Handschue (habe und benütze immernoch die gefundenen) wären auch noch eine Investition wert, aber es geht auch ohne.
    Eine detailierte Liste mit allen Gegenständen die ich dabei habe werde ich bei genügend Zeit einmal bei Vorbereitungen hinzufügen😊 (Vorallem auch für mich als Packliste für die Zukunft).
    Top & Flops
    ● Zelt (Jack Wolfskin Gossamer ||), bis jetzt jedem Wetter stand gehalten, leicht und kompakt für nur 250.- absolut empfehlenswert! (bis jetzt)
    ● Schlafsack (Marmot Sawtooth, bis -6°). Nach dem zweiten Anlauf mit dem Schlafsack bin ich nun super zufrieden, bequem, warm, kompakt verpackt und leicht.
    ●Seitentaschen (Ortlieb): wasserdicht, stabil, einfach ab/anmontierbar - tiptop
    ●Naviapp Komoot: Durch Komoot kann ich meine Touren für 2-3 Tage vorplanen und dabei Highlits welche von anderen Usern erstellt wurden miteinbeziehen, macht super Spass und jedem Radler empfehlbar.
    ○ Die Powerbank macht ihren Job für 2 bis 3 mal das Handy zu laden zwar gut, jedoch sollte sie mindestens doppelt soviel leisten. Auch die Anzeige über den Ladezustand ist nicht optimal.
    ○ Die Ballongeschichte mit dem Mätteli hat mich ein bisschen stutzig gemacht. Hab zwar wieder das gleiche gekauft (einfach eine Nummer grösser) und hoffe das dies num verhebt.

    FAHRRAD: Das Multi Cross von Bike-tech, welches ich gratis von meiner Gotte bekam (vielen Dank😘), ist quasi der grosse Bruder vom weissem Fahrrad welches ich für die Rheintour nach Rotterdam brauchte. Bis jetzt bin ich gut zufrieden und nebst dem Debakel mit dem Vorderrad am Anfang der Reise hatte ich noch keine Panne🙏🙌. Klar, es ist jetzt nicht ein super leichtes Rad und besonders viele Feautures hat es nicht, aber alles was ich brauche. Der Softgel Sattel passt mir auch ziemlich gut und ich habe keine Probleme. Beim Lenker könnte man noch optimieren, was die Anzahl Griffpositionen angeht, bis jetzt sind es zwei was okey ist. Bereifung ist auch top (622 -37 28"), kam bis jetzt auf Asphalt sowie auf Schotter gut zurecht.

    DAS RADELN: Wer bereits meine letzte Reise mitverfolgte hat eventuell bemerkt, dass ich nicht mehr soviele Kilometer pro Tag hinlege wie dazumals. Das war eine bewusste Entscheidung, denn ich wollte verhindern, dass meim Körper nach gewisser Zeit nicht mehr mitmacht, zudem habe ich auch mehr Gewicht dabei als letztes Jahr (ca. 45kg alles zusammen inkl. Fahrrad). Momentan mache ich ca. 65 - 75 km pro Fahrtag, an guten Tagen bis zu 90km. Ich bin selten vor 10:30 Uhr auf dem Fahrrad und fahre meistens bis um 19.30 Uhr, dazwischen etwa 1.5h Pause. Mein Körper macht gut mit, bis jetzt habe ich keine nennenswerte Leiden, die Knie sind tiptop. Nach harteren Tagen spüre ich natürlich Muskelkater, aber der hält sich in Grenzen und ich nehmen genügend Magnesium zu mir. Mental geht es auch gut, ich setze mir immer kleine Ziele, das brauche ich einfach, den so ganz ohne Ziel könnte ich dan doch nicht.

    SCHWEDEN: Mit der Wahl von Schweden habe ich alles richtig gemacht. Klar ist das Wetter tendenziel eher frisch, aber zum Fahrrad fahren sind 15° optimal. Durch das Jedermansrecht kann man überall einfach einen Platz fürs Zelt finden ohne das man sich verstecken muss, das gefällt mir besonders. Auch gibt es hier soviele Gewässer, das es fast schwierig ist, keinen guten Platz zu finden. Die Natur ist extrem vielfältig, muss ich garnicht mehr dazu sagen. Die Leute sind höflich, grüssen oft mit einem Wink oder "Hei Hei" und sind offen für einen kurzen Smalltalk, dabei bleibt es dann aber meistens auch. Habe bis jetzt noch keine Situation erlebt, wo ich beschimpft, ausgebremst, angehupt etc worden bin (war in Deutschland anders🙄).
    Ein Nachteil ist, das hier die Nahrungsmittelkosten eher hoch sind. Würde fast meinen das die Schweiz billiger ist was Lebensmittel angeht. Das hat auch damit zu tun das viele Gemüse und Früchte nicht in Schweden wachsen und vom Süden längere Transportwege als in der Schweiz haben.

    FINANZEN: Die Lebensmittel sind mein grösster Posten. Ich rechne so mit 10 CHF pro Tag, was bis jetzt ziemlich gut aufgeht. Dazu kommen Ausgaben für Ebooks, Handyrechnung, ab und zu ein Bier im Restaurant, Transport (Fähren, Züge, etc). Alles zusammen macht das nochmals etwa 10 CHF am Tag aus. Und natürlich noch die Krankenkasse🙄😊
    Bis jetzt habe ich noch nie für eine Unterkunft bezahlt, da ich mit dem Zelt ziemlich gut zurecht komme und hin und wieder einen Couchsurfing Host finde.☺

    FAZIT: Soweit so gut, es macht mir immernoch Spass. Ich freue mich auf das, was noch kommt und geniesse die Zeit hier im Norden. Morgen gehts ab nach Malmö, danach entland der Westküste bis nach Göteburg. Der nächste fixe Termin ist der 21. Juni in Stockholm, dann kommt Ana😊.
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  • Øresund

    19 mei 2021, Zweden ⋅ ☀️ 11 °C

    Øresund, so wird die Meerenge zwischen Dänemark und Schweden genannt welche von Malmö bis nach Helsingborg geht. Bei gutem Wetter kann man von Malmö aus die Skyline von Kopenhagen sehen, die Øresündbrücke verbidet seit 2000 diese beiden Städte. Je nördlicher man fährt, desto enger wird die See und Dänemark rückt immer näher, auf Höhe Helsingborg sind es etwa noch 5km zwischen den beiden Küsten, das anschliessende Meer wird Kattegat genannt.

    Da ich den südlichsten Punkt erreichte, geht es nun wieder in den Norden. Malmö - Göteborg heisst meine geplante Etappe. Die letzten paar Tage führten mich an der Küste des beschriebenen Øresünd Meeres vorbei, eine wunderschöne Region. Das Meer ist hier meistens sehr langsam abflachend und man könnte wahrscheindlich weit hineinlaufen. Am Ufer gibt es sehr viel Seetang welcher angespült wird und dessen Geruch man von weitem richen kann. Ich fahre vorbei an den geln strahlenden und duftenden Rapsfelder und gefühlt alle 10 Kilometer an einem Golfplatz. Die Schweden lieben Golf und besonders in Skåne gibt es sehr viele Plätze.

    Am Dienstag kam ich in Malmö an und konnte bei Nicolo und Elsa übernachten (die Tochter von Linda aus Kristianstad). Nicolo zeigte mir die Stadt und den Strand von Malmö. Mir gefällt die Stadt sehr gut, ziemlich multikulti, moderne Gebäude ergänzen die Altstadt, es gibt viele Parks und die Stadt ist direkt am Meer. Auch probierte ich die Falafelrolle (wie ein Dürüm, einfach mit Falafel), welche in Malmö das ist, was in Berlin der Kebab ist.
    Am Abend kochte ich (einmal mehr ☺😆) Älplermagrone, sie liebten es. Dazu haben wir Sauerbier getrunken, auch das etwas typisch südschwedisches. Es schmeckt ähnlich wie Cyder, einfach sauer.

    Nun geht es weiter in Richtung Helsingborg (mit reichlich Wind), von dort startet der berühmte Kattegatleden, ein Radweg bis nach Göteborg.
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  • Kullaberg und Ladonien mit Ola

    21 mei 2021, Zweden ⋅ 🌧 12 °C

    Als ich mir gestern Abends an einem Eisstand zwei Kugeln Vanilleglace gönnte, hielt ein Fahrradfahrer mit ähnlichem Gepäck wie ich (wahrscheindlich 3x teurer), bei mir an und sprach mich an. "I am Ola, what do you do? Where do you sleep tonight?" Ich erkläre ihm mein Trip und er war so sehr erfreut darüber das er einen Cycler traff, das er seine geplannte Route abbrach und mich kurzerhand zu sich einlud. Er wohnt in Helsingborg und wollte eine "kurze" Abendrunde drehen um sein Bike im beladenen Zustand zu testen, die hat er jedoch über den Haufen geworfen und wir fuhren zusammen zu ihm.

    Ola kochte für mich und wir quatschten und tranken Schnaps bis um Mitternacht. Er wohnt alleine in einem Haus ist 59 Jahre alt und kam gerade von einem dreijährigen Segeltrip nach Hause (zweimal über den Atlantik und vieles mehr). Ein cooler Typ der unendlich viel zu erzählen hat (und dies auch tut😆). Heute zeigte Ola mir sein Segelbot im Hafen und anschliessend fuhren wir auf die Halbinsel Kullaberg hinaus, was ein ziemliches Up und Down war, einmal sogar 19% Steigung (Bild). Am äussersten Zipfel der Halbinsel befindet sich der höchstgelegene Leuchtturm Schwedens (ca. 40 m.ü.M 🤣). Während der Fahrt erwischte uns ein Gewitter und wir wurden ziemlich geduscht, naja die Stimmung blieb trotzdem super.

    Am Nachmittag zeigte mir Ola die Kunstwerke von Lars Vilk in Nimis. diese Holzskulpturen (Bilder) welche begeh und bekletterbar sind wurden alle von diesem Künstler alleine gebaut, unglaublich! Lard Vilk gründete dort auch eine eigene Minination namens Ladonien (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ladonien). Für das ganze Kunstwerk hat er eigentlich keine Bewillugung, aber durch diverse Tricks konnte er bisher verhindern, dass sein Kunstwerk von den Behörden abgerissen wird und das bereits seit 40 Jahren.

    Danach verabschidete Ola sich und wir gingen wieder getrennte Wege. Ein unglaublicher Typ☺.
    Diese unerwarteten Dinge und Begegnungen schätze ich immer extrem und ich bin gespannt was die Zukunft noch bringt 😄.
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  • Korbi und Ich auf dem Ausssichtshügel
    GöteborgEs wäre ja schön hier, wenns nur schön wär.Die Sardinen habe ich noch von Ola bekommenDa mein Gas ausging, und es in Schweden nicht so leicht ist neue Kartuschen zu finden, musste ich improvisiere

    Bis nach Göteborg

    26 mei 2021, Zweden ⋅ 🌧 11 °C

    Regen, Wind, Regen mit Wind und nochmals Regen😅. So ungefähr fühlten sich die letzten paar Tage an. Okey, zwischendurch gabs auch mal ein paar gute Stunden, aber hauptsächlich war es regnerisch. Immerhin, die Landschaften waren schön und da es sich um einen berühmten Radweg handelt, war der ganze Weg von Helsingborg bis Göteborg ausgeschildert. Auch gab es meistens eine extra Fahrradspur, wie man es in der Schweiz kennt, die oft neben den Strassen und manchmal direkt an der Küste vorbeiführte. Davon konnte ich an der eher unbesiedelte Ostküste nur träumen, dafür fühlte ich mich dort mehr in der Natur und Wildnis.

    Allgemein ist Schweden, was die Fahrrad - Freundlichkeit angeht, nicht zu vergleichen mit Deutschland der Schweiz und schon garnicht mit Holland. Die Ausschilderungen beziehen sich hier meistens nur auf regionale Routen, wie eben der Kattegatleden. Fahrradwege gibt es meistens nur im Umkreis von 10 km um die Städte oder grösseren Ortschaften und die Züge bieten (mit Ausnahmen auf einiger südlichen Touristrecken) keine Fahrradtransporte an.

    Am Dienstagnachmittag kam ich in Göteborg an und suchte das nächste bezahlbare Hostel auf; Backpacker Hostel Göteburg (Sogar mit Sauna!). Nach vier Nächten im Zelt und semioptimalen Wetterbedingungen, freute ich mich sehr auf eine warme Dusche und eventuell ein bisschen Gesellschaft. Als ich mit dem einchecken im Backpackers Hostel beschäftigt war, kam Korbi hereinspaziert und fragte an der Reception auch nach einem Zimmer, wir kamen schnell ins Gespräch. Er kommt aus Bayern, ist 18 Jahre alt und pilgert in Richtung Norden. Dabei ist er bereits durch ganz Deutschland gelaufen - Respekt!

    Heute haben wir zusammen Göteborg angeschaut und "wanderten" auf den Ramberget von wo man einen schönen Ausblick auf die Stadt hat. Ich spüre, dass ich seit einigen Wochen kaum mehr als 100 Schritte am Tag gelaufen bin und meine Beinmuskulatur macht sich schnell bemerkbar.

    Korbi und ich verstehen uns gut und werden zusammen für ein paar Tage auf die Schäreninseln rausfahren/laufen, bevor wir dan wieder getrente Wege gehen.
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  • Schärengarten von Göteborg

    28 mei 2021, Zweden ⋅ ☀️ 19 °C

    Der Göteborger Schärengarten ist berühmt für seine unzähligen felsigen kleinen Inseln. Manchmal so klein, das gerade Platz genug ist für eine kleine Leuchtmarkierung, um den Schiffen den Weg anzuzeigen. Die grösseren Inseln sind jedoch bewohnt und sehr gut via Personenfähre am öffentlichen Nahverkehrsnetz von Göteborg angeschlossen. Alles Inseln zusammen haben etwa 5000 Einwohner und gehören zur Stadt Göteborg.

    Nachdem ich in Göteborg angekommen bin, war für mich ein bisschen wie eine Etappe (Stockholm - Malmö - Göteborg) abgeschlossen und ich hatte nicht wirklich einen Plan wie es weitergeht. Korbi war in einer ähnlicher Situation, sein Fuss ist durch Überbelastung angeschwollen und er wollte von Göteborg zurück nach Deutschland, war sich aber nicht ganz sicher, wir hatten also Zeit. Beide sind wir die letzten Wochen alleine herumgereist und so kam uns wohl ein bisschen Gesellschaft gerade recht. Wir beschlossen für ein paar Tage auf die Schären herausfahren und die Inseln unsicher zu machen.😃

    Wir fuhren mit der Fähre von Saltholmen auf die Insel Styrsö, wo wir unsere Zelte aufschlagten und den Sonnenuntergang geniessten. Am nächsten Tag sind wir auf die Nachbarsinsel Donsö gelaufen, welche mit einer Brücke verbunden ist. Dort haben wir Würstchen gebratet, die Vor - und Nachteile des wandern/pilgern im Vergleich zum radeln diskutiert, Bierchen getrunken, Kaviar gegessen (ja haben wir wirklich, beide zum ersten mal. Es schmeckt nicht besondes gut denke ich), den vielen Segelschiffen zugeschaut und gezeltet. Die Zeltwiese war jedoch überall voller Gänse - und Entekake die wir zuerst wegwischen mussten, was nicht so nice aber bei dem unglaublichem Panorama verkraftbar war.

    Die Bewohner der Inseln fahren übrigens alle entweder mit einem Golfcart oder einem Dreiradmoped herum. Autos sind nur für geschäftliche Zwecke und Ausnahmen gestattet.

    Nach zwei Tagen auf den Inseln herumlungern, freue ich mich nun wieder umso mehr auf das Fahrrad zu steigen und weiter in Richtung Norden zu radeln. Ich habe eine Route geplant, welche oberhalb des Vänernsees über Karlstadt, Falun in Richtung Nordosten verläuft. Auch habe ich gelesen, dass eventuell bald die Grenze zu Finnland und vielleicht sogar zu Norwegen geöffnet wird, was meine Möglichkeiten für die Zukunft der Reise wieder erweitert🙌🙏. Nachdem ich nun die meiste Zeit in der Nähe der Küste war, freue ich mich nun ins Landesinnere zu fahren und ein bisschen Wald zu durchqueren 🌲🌲. Korbi habe ich die Nummer von Viktor in Norrkoping (der mit dem Atelier, welcher ich per CS kennenlernte) gegeben. Vielleicht kann er nun dort ein paar Tage seinen Fuss schonen, befor er wieder Richtung Norden zieht, ich hoffe für ihn das es bald weitergeht.

    Cheers!
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  • Vänernregion

    1 juni 2021, Zweden ⋅ ☀️ 20 °C

    Der Frühling ist nun definitiv auch in Schweden angekommen, zumindest in der Region wo ich mich momentan befinde, in Värmland. Sonne und um die 20° Celsius für die nächsten zwei Wochen sind angesagt, das motiviert! Bei diesen Temperaturen und der prallen Sonne wagte ich sogar meinen ersten Sprung ins Wasser 😍💧🧊 (14°).

    Bei strahlender Sonne machte ich mich am Samstag, nach zwei Tagen auf den Schäreninseln herumlungern, auf in Richtung Karlstad. Ich war voller Energie und nach einer guten Stunde passierte ich die 2000 km Grenze, das motivierte mich zusätzlich. Weg von der Küste und hinein in das Landesinnere. Zuerst am Götakanal entlang, bis zum Vänernsee, danach nordwestlich in Richtung Karlstad (wo ich nun bin), ca 240km in vier Tagen.

    Als ich mich an einer Bushaltestelle ausbreitete um ein Lunch zu essen, hielt ein alter, roter Volvo am Strassenrand an. Der Lenker, ein älterer Herr namens William fragte mich eigentlich nach dem Weg, als er aber erfuhr, dass ich von der Schweiz komme und durch Schweden radle, war er begeistert. Als Kind habe er den Film von Wilhelm Tell gesehen, seit dem sei die Schweiz für ihn ein Kindheitstraum.
    Wie es der Zufall so wollte, wohnte seine 95 jährige Mutter und die Familie seiner Schwester in Timervik, was auf meiner geplanten Route liegt. So lud er mich für den nächsten Tag zu sich ein. Ich bekam ein warmes Mahl, konnte duschen und wir quatschten über Gott und die Welt. Danach führte William mich mit seinem 40 jährigen Volvo herum und zeigte mir die Gegend; einfach wunderschön solche Begegnungen. 🙏😍

    Am Montag erwachte ich früh und war bereits um 9.00 Uhr im Sattel. Ich folgte dem Dalslandsweg, der mich durch wunderschöne See und Waldlandschaften führte. Die Region hier ist geprägt vom Vänernsee, den grössten See in der Europäischen Union. ( in Russland gibts noch grössere, darum nur in der EU). Er hat eine Fläche von 5519 km², ist also rund zehnmal so gross wie der Bodensee. Wenn man an der Küste des Vänernsees steht, fühlt es sich an, als würde man ins Meer hinausschauen.
    In dieser Region gibt es aber noch ganz viel andere, "kleinere" Seen welche alle irgendwie mit Kanälen und Schleussen miteinander verbunden sind.
    Die Gegend hier könnte man als das klassische Schweden, wie es in den Ferienkatalogen abgebildet ist beschreiben. grünbraune Nadelbäume, blaue Seen und unentliche Weiten.

    Inzwischen sind auch mehr Radfarer unterwegs. Ich habe in den letzten zwei Tagen Michael (top Ausgerüstet, Däne, seit 1.5 Jahren auf Tour, fährt nun nach Istanbul) und Henrik (Schwede aus dem Norden, altes 7-Gang Fahrrad mit Buddastatue auf dem Lenker) getroffen, welche beide um die 60 Jahre alt sind und in Richtung Süden fahren, jedoch unterschiedlicher nicht sein könnten.

    Auch die erste Platte habe ich bereits gemeistert. Heute, nach 2200 km war mein Hinterreifen platt. Ich fand zwei kleine Löcher welche ich mit einem Pneuflickpflaster zumachen konnte. Hoffen wir es verhebt, sonst hätte ich dan noch einen Ersatzschlauch.

    Der Grobplan für die nächsten Wochen wurde heute auch ein bisschen klarer. Ich werde nicht, wie anfangs geplannt, nach Stockholm zurückfahren, sondern weiter in Richtung Norden pedalen. Im Umeå oder Sundsvall werde ich dan meine Radlerausrüstung irgendwo einstellen und die Tour für drei Wochen unterbrechen. Denn Ana kommt nach Schweden und wir werden uns zusammen den Norden von Schweden anschauen, quasi Urlaub vom Urlaub🤣😅. Ich freue mich schon riesig daruaf!
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  • Am Klarälven entlang

    3 juni 2021, Zweden ⋅ ☀️ 22 °C

    Als ich vorgestern, etwas ausserhalb von Karlstad, meinen Spot für die Nacht gefunden hatte und hungrig das Brot anschneiden wollte, suchte ich vergebens nach meinem geliebtem Viktorinox Sackmesser; Es war weg. Wie ein Blitz schoss mir der Gedanke durch den Kopf, dass ich es am Ort, wo ich die Hinterrad-Platte reparierte, noch benützte. Entweder habe ich es nicht eingepackt, es ist mir herausgefallen oder es wurde mir gestohlen. Was soll ich nun tun? Der Platz liegt circa 30km zurück, zwei Stunden hin, zwei zurück, ist es mir das Wert? Was wenn es nicht da liegt? Jedoch ist das Messer für mich sehr wichtig. Ich brauche es jeden Tag und es gibt mir auch ein Gefühl von Sicherheit.

    Es gibt wahrscheindlich nicht viel, was so demotivierend ist, wie die Kilometer die man (in diesem Fall hart umkämpf, Bergauf mit Gegenwind) zurückgelegt hat, wieder zurückzufahren. Aber ich tat es. Am Mittwochnachmittag, nach kurzem "Organisationshalt" in Karlstad, fuhr ich zweifelnd und semimotiviert los und 32 Kilometer später, voller Erwartung und Hoffnung, kam ich an diesem Ort an. Zuerst fand ich das Messer nicht und ich wurde bereits ein wenig nervös, doch dann fand ich es, es lag im tieferen Gras wo ich es zuletzt gebraucht habe. Eine riesige Portion Dopamin schoss mir durch die Synapsen, ich freute mich wie ein kleines Kind🙏🙌🥳🥳.
    #leavenoonebehind 😄😅
    Danach gönnte ich mir ein Eis😋😄.

    Dafür habe ich mir Karlstad nicht so richtig anschauen können. Was solls, ich bin ja nicht für die Städte hier und um ehrlich zu sein, die Städte scheinen mir alle ziemlich ähnlich. Ich fand dann auch einen anderen Weg in Richtung Norden, so dass ich den Weg zwischem Vålberg (Ort wo das Messer lag) und Karlstad nicht noch ein drittes mal machen musste.

    Auf dem Weg kam ich an einem Loppis (Flohmarkt) vorbei. Ein älterer Herr mistete sein Haus aus und verkaufte seine Bilder, Möbel und sehr viel Ramsch. Ich schaute mir die Dinge an und wir kamen ins Gespräch. Kurze Zeit später standen drei weitere Pansionäre um mich herum, alle mit super gutem English und sie fragten mich über meine Reise und die Schweiz aus. Irgendwie sind die Schweden immer so begeistert von der Schweiz 😁. Es war eine schöne Begegnung und der Mann schenkte mir sogar noch eine gelbe Leuchtweste, welche ich mir sowieso kaufen wollte.

    Um 19.00 Uhr fand ich, kurz vor Deje, am Fluss Klarälven einen wunderbaren Platz für mein Zelt und ich gönnte mir den 13 grädigen Kälteschock um mich vom Staub und Schweiss zu befreien😍🧊👌. Was für ein Tag 🙌.

    Heute fuhr ich weiter in den Norden. Alles entlang des Klarälven auf einer ehemamigen Eisenbahnlinie, die zur Fahrradlinie umgebaut wurde. Das wird hier häufig so gemacht. Den Fluss sah ich dabei nur etwa alle 20km, da er Schlangenförmig durch die wilde Landschaft verläuft und nicht wie z.b der Rhein begradigt wurde. Es ist der längste schwedische Fluss der nicht in ein Meer mündet, hat seine Quelle jedoch in den Bergen von Norwegen. Während der Mittagspause, nach einem Sprung ins kühle Nass, rechechierte ich ein wenig und las, dass die Region um den Fluss ein Wolf und Bärengebiet ist🐺🐻😅. Vor allem im Bereich der norwegischen Gränze gibt es einige Wolfsrudel.

    "Da will ich hin", dachte ich mir und voller Energie strampelte ich weiter Flussaufwärts, insgesamt ganze 100 Kilometer. Dabei passierte ich den 60 Breitengrad und ein Schild wies mich darauf hin, dass ich mich nun auf der Höhe von Alaska, St. Petersburg und der südlichen Spitze von Grönland befinde...cool und bei 24° mit praller Sonne kaum glaubwürdig - Danke Golfstrom 😁😄.

    Am Abend traff ich per Zufall auf andere Fahrradreisende. Ann-Sophie und Konstantin aus Köln, Erik aus Nordschweden sowei Axel und Joachim aus Ulm. Alle drei Grüppchen haben sich zufällig getroffen und wir hatten einen sehr spannenden und lustigen Abend zusammen.

    Gute Nacht 😊
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  • Sonnenuntergangsstimmung beim Campingspot
    Mein erster Elch! Ein Weibchen ohne GeweihKalorien tanken (Knäkkebrot mit Nutella und Erdnussbutter - Snickers für Arme😆)Axel, Joachim und ichDie Schotterpiste (hier in gutem Zustand)Joachim (links) und Axel

    Erster Elch im Wolfsland

    4 juni 2021, Zweden ⋅ ☀️ 19 °C

    Tief im Wald, an einem kleinen See haben wir einen Platz mit Hütte, Tischgarnitur und sogar eine Latrine gefunden. Der perfekte Spot für unser Camp.

    Ich habe mich heute Axel und Joachim angeschlossen. Die Beiden Radler aus Ulm planen die nächsten zwei Tage ganz hoch an die norwegische Grenze zu radeln, wo es auch Hügel und kleinere Berge gibt, anscheinend soll es da auch Wölfe geben. Mir gefällt die Idee und ich passe meine Route an. Es sind zwar 70 Kilometer mehr bis nach Mora, meinem nächsten "Checkpoint", aber es riecht nach Abenteuer und Spass 😁.

    Die Route führte zuerst weiter am Klarälven entlang, später jedoch in ein Seitental hinein. Da wir uns gut verstehen passen Axel und Joachim ihre Route auch ein bisschen an und so können wir noch länger gemeinsam fahren.

    Gegen Ende der Tagesstrecke wurde die Strasse mit jedem Kilometer schlechter und steiler, die letzten 10 Kilometer fuhren durch loses Geröll (Strasse kann man das schon fast nichtmehr nennen) und das Fahrrad war sehr schwer zu kontrolieren. Findet man nicht die optimale Spur, dreht das Hinterrad durch oder versinkt im Sand und man schwenkt hin und her oder fällt auf die Schnauze. Das gute daran? Kein Auto, kein anderer Mensch nur wir auf der Schotterpiste tief im Wald.

    Das sich die Anstrengungen gelohnt haben, bestätigte sich als wir den oben genannten Campingspot fanden. Gleich bei der Ankunft sahen wir ein Elchpärchen durch das Gebüsch huschen😁😁, ich hatte eine riesen Freude endlich Elche zu sehen. Danach badeten wir im See, waschten die Kleider und geniessten den Abend. Wölfe haben wir weder gesehen noch gehört...leider.

    Seit Göteburg ist das Wetter traumhaft mit Sonne und um die 20°. Ich hoffe es bleibt noch lange so, denn wenn man sich im See waschen kann, ist man noch unabhängiger und das Bedürfnis nach Couchsurfing, Hostel oder ähnliches klein.
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  • im Moor
    Hüggellandschaft"Passstrasse" 😄"Berge"Mein Camp für diese Nacht

    "Berg" und Talfahrt nach Dalarna län

    6 juni 2021, Zweden ⋅ ⛅ 19 °C

    Bereits seit über 50 Tagen bin ich nun in Schweden und habe bald schon die 3000km Grenze geknakt, 2685km sind es genau.
    Je länger die Reise geht, desto entspannter werde ich, gewisse Dinge wie Zelt auf/abbauen oder Outdoorkochen werden zur Routine. Das Zelt wird zur Komfortzone und das Bedürfnis nach Bett, Dusche, Toilette, Up-to-date zu sein, Social Media etc. wird immer kleiner. Der Mensch, das Gewohnheitstier😆.

    Durch die vielen Begegnungen und den Austausch mit anderen Reisenden bekomme ich neue Inspirstion was das Kochen angeht. Vorallem aber sieht man, welches Outdoorgier einem noch fehlt und was man unbedingt noch braucht.😅😅. So führe ich momentan eine Liste mit gewissen Gegenständen die ich mir für eine nächste Tour noch anschaffen würde.

    Mit Axel und Joachim fahre ich am Samstag weiter durch die unendliche Wald - Hügelregion und wir haben bereits seit ca. 20 Stunden keinen anderen Menschen gesehen. Um Mittagszeit erreichen wir eine See-Moorlandschaft. Wir wandern auf einem schmalen Holztrail über das Moor zu einer kleinen Insel mit Vogelbeobachtungsturm. Beim Tritt ins Moor, sinkt der Fuss um 20 cm ein und einen meterlangen Ast konnten wir ohne grosse Kraft ungespitzt in den Boden hineinrammen, das war schon fast ein bisschen unheimlich.

    Am Nachmittag gings weiter auf der Schotterpiste. Unser Ziel war Lima, ein kleines Dörfchen mit Coop im nächsten Tal. Es ging meistens Bergab und ab und zu war es eine wahre Rutschpartie. Ich hatte Glück und konnte den Schlaglöchern und Spurrillen immer frühzeitug ausweichen. Joachim hat es jedoch erwischt. Kurz nicht aufgepasst und schon lag er am Boden. Glück im Unglück: nur kleine Schürfungen and Hand und Bein und ein leichter Schlag im Rad (so das man es mit Speichenwerkzeug auskurrieren kann). So feierte auch mein First-Aid Kit seine Premiere. Am Abend genossen wir die späte Sonne in Lima bei Schlangenbrot und Bier.🍺🎇(Sonnenuntergsng: 22:30)
    In Schweden gibt es übrigens nur Bier mit weniger als 3.5 ‰ in den Supermärkten...alles andere gibt es nur im Laden "System Bolaget", dem staatlichem Alkoholmonopol von Schweden.

    Heute Morgen haben sich unsere Wege wieder getrennt. Joachim und Axel legen einen Pausentag ein und warten die Entscheide der norwegischen Regierung ab, während ich mich auf dem Weg nach Mora machte. Der Vasaloppsvägen (eine art Passstrasse) führte mich vorbei an Skigebieten und unzähligen kleinen Seen über eine weitere Hochlandregion (von den Einheimischen als Berge bezeichnet 😆😅) bis zum nächsten Tal, wo ich nun eine Schutzhütte mit Grillstelle fand. (Die Vindskyddhusets gibts in Schweden überall und dürfen gratis benützt werden, sofern man sie findet😄).

    Während dem ich dieser Text schreibe, sitze ich am Feuer und die Mücken schwirren um mich herum. Es gibt (je nördlicher, desto schlimmer) unglaublich viele Moskitos hier und sie sind grösser als wie wir sie kennen. Zum Glück bin ich mit Antibrum ausgerüstet🦟💥.
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  • Wald! Immerhin mit Weitblick
    Das berühmte Dalarna Pferd in Mora.Eine der schönen Abwechslungen..wie wäre es wohl bei Sonnenschein?🤔Elchgefahr! Leider keinen gesehenTrotz Regen wunderschönRasurkontrolle...NEF!

    Wald Wald Wald..und Regen

    9 juni 2021, Zweden ⋅ 🌧 16 °C

    Die letzten drei Tage würde ich nicht unbedingt als bisheriges Highlight bezeichnen. Von Mora über Orsa, Furudal, Edsbyn fuhr ich bis nach Arbrå. Dabei sah ich vorallem eines: Wald. Eigentlich wunderschön und die vielen Seen und Flüsse, welche ein wenig für Abwechslung sorgen, bieten bezaubernde Panoramas. Trotzdem bin ich froh, das ich mich langsam wieder der Ostküste annähere. Ich mag den Weitblick, der man auf den Waldstrassen überhaupt nicht hat. Man sieht die Hügel nicht kommen und bemerkt sie erst, wenn man im tiefsten Gang die Strasse heraufkriecht. Auch vermisse ich Orientierungspunkte. Klar, als Schweizer bin ich es mir gewöhnt, in jeder Himmelrichtung einen Berg oder zumindest einen Hügel zu sehen. An der Küste ist das Meer dieser Ankerpunkt.

    Langsam schlägt auch der Regen aufs Gemüt. Nach zehn Tagen Traumwetter, erlebe ich nun die ersten "Sommergewitter". Heute hat es fast ununterbrochen geregnet, gedonnert und geblitzt. In Kombination zu den "Dirt-Roads" eine wahre Schlammschlacht. Das Fahrrad leidet mit mir und wegen den Schlamm und Dreck knirst und knackst es bei jeder Pedalumdrehung. Auch die Kette ist langsam aber sicher ausgelaugt. Ich muss sie wohl bald ersetzten. Aber immerhin, der Pneuflick hält 🙏🧏‍♂️. Meine Beine knaksen auch langsam. Das rechte Knie schmerzt ein bisschen. Nichts schlimmes, wahrscheindlich einfach die Muskeln, welche nach bald zehn Fahrtagen eine Pause gebrauchen könnten. 😅😆

    Die Bevölkerungsdichte nimmt Richtung Norden aprupt ab. Als Beispiel: Darlana län hat eine Fläche von ca. 30.000km² ( etwa wie Belgien). Darin wohnen insgesamt 250.000 Menschen ( Der ganze Kanton Luzern hat fast doppelt so viele Einwohner). Die Strassen gehören einem fast alleine und ofmals fahre ich in der Mitte, einfach weil ichs kann 😁.
    Durch die niedrige Bevölkerungsdichte, vergrössert sich auch der Abstand von Supermarkt zu Supermarkt. Man fährt nicht mehr einfach so an einem ICA (bekanntester und grösster Supermarkt von Schweden) oder Coop vorbei, sondern muss sich die Einkäufe gezielt auf der Route einplanen. Die Distanzen und Weiten sind es, die mich immerwieder beeindrucken. Ich kann es mir noch nicht ganz vorstellen, wie es wohl im hohem Norden wird.

    Ich habe begonnen, meine Wasserflasche direkt und ungefiltert mit dem Bachwasser zu füllen. Mehrere Personen haben mir nun bereits gesagt, dass es in Schweden kein Problem sei. Bis jetzt scheinen sie recht zu haben, ich habe noch kein Bauchweh bekommen. Dies macht mich noch unabhängiger und ich muss beim Kochen nicht mehr so sparsam sein, den Bäche gibts hier zu Hunderten. 🚰💧. Apropos Unabhängigkeit, ich habe mir eine schwedische Simkarte geholt. 30 CHF für 20GB....nicht schlecht und entlich nicht mehr die ganze Zeit auf Wifi-Suche😄😅.

    Auf Strom bin ich jedoch immernoch angewiesen, denn meine Powerbank und mein Solarpanel mögen sich nicht. Ich glaube die Powerbank ist nicht für die ständig wechselnde Stromstärke des Solarpanels ausgelegt und so schaltet sie einfach aus, anstatt in den Lademodus zu wechseln. Da werde ich demnächst noch optimieren müssen. Solange muss ich jedoch ca. alle 3 Tage einen Ort zum nachladen auffinden (Während dem ich das hier schreibe, bin ich in einer Kebabbude. Weniger wegen dem Kebab, mehr wegen der Powerbank🔌😅😁). Denn ich brauche das Handy zum Navigieren. Für eine nächste Radreise währe auch ein guter Radnabendynamo mit USB-Output eine Option (hatte Axel an seinem Rad verbaut). Ein weiterer Punkt auf meiner Verbesserungsliste 😁😅💁‍♂️.

    Nun, der Wetterbericht für die nächsten Tage stimmt mich positiv. Am Wochenende werde ich Sundsvall erreichen und anschliessend der Küste entlang nach Umeå fahren.

    [Nachtrag 3 Stunden später]

    Nachdem ich den Text oberhalb 🔝 von hier geschrieben habe und das Restaurant verlies, schien mir die Sonne ins Gesicht. Ich fuhr 5 km weiter an einem See entlang, auf dem sich die Uferlandschaft spiegelt. Im Wald am anderem Ufer verdunstete das Regenwasser und der Nebel stieg. Über dem See bildet sich einen Regenbogen. Wie verhext, als wäre ich durch das Kebabhaus nach Narnia gelangt 😁😅. Wie heisst es doch so schön: Nochem Räge schint d Sonne, nochem brüele werd glacht ☺.
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  • Lasse und icherster Spot, vor dem Gewitterwährend dem Gewitterzweiter Spot, nach dem GewitterDas war gestern Abend 😍

    Pausentag

    10 juni 2021, Zweden ⋅ ☀️ 23 °C

    Heute bin ich um 07.00 erwacht. Ich hörte ein Geräusch direkt neben meinem Zelt. Ich öffnete das Zelt und steckte meinen Kopf hinaus in den dicken Nebel. "Dont worry, I just prepare the rowing boat, you can go back and sleep", sagte der ältere Herr, im perfektem English. Doch ich musste sowieso raus auf Morgentoilette und so kamen wir ins Gespräch. Lasse, so hies der alte Schwede😄, ist in den 70er selbdt auf durch die USA und Latinamerika geradelt, ganze zwei Jahre lang. Weil wir soviel zu erzählen hatten, nahm er mich mit auf seinen mörgentlichen Ruderrundgang auf dem Ljusnan Fluss. Es war dicker Nebel und dadurch einen ganz mystische Stimmung, die perfekt zu den Vikingergeschichten, die mir Lasse erzählte, passt. Die Churchboats wurden übrigens zur Zeit als Schweden katholisch war (ca. 900 - 1500 n.ch) benutzt um zur Kirche zu rudern. Daher der Name.

    Anschliessend nahm mich Lasse noch mit zu sich nach Hause. Er wohnt in einem der sieben, von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannten, Hälsingehof (Hälsingegårdar).

    Da es schon bald 13.00 Uhr war, als ich mich von Lasse verabschiedete und gestern mein Knie ein bischen schmerzte, beschloss ich heute eine Pause einzulegen und fuhr zum nächsten schönen Spot. Nachdem Wäsche waschen, Baden, Fahrradservice und Essen zog ein kurzes, aber intensives Gewitter vorbei. Danach fuhr ich nochmals 10 km weiter bis an den Kalvsjön (See), wo ich nun mein Zelt augeschlagen habe.

    Mein Daunenschlafsack wurde ein bisschen feucht, hoffe der nimmt dadurch keinen Schaden.
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  • Zurück an der Ostküste

    14 juni 2021, Zweden ⋅ ☁️ 18 °C

    Ich bin wieder an der Ostküste. Nach bald drei Wochen durch unzählige Wälder zu radeln, eine willkommene Abwechslung. Obwohl "der Küste entlang fahren" hier eine ganz andere Bedeutung hat, als an der Westküste. Dort, auf dem Kategattleden, fährt man wortwörtlich der Küste entlang. Hier im Osten ist die Küste nicht sehr gerade und es gibt viele Halbinseln und Felsbuchten. Darum führt die Strasse ca. 10km im Landesinnern in den Norden und ab und zu passiert man ein Dorf oder ein Städtchen, das am Meer liegt. Trotzdem sehr schön.

    Am Samstag kam ich nach einem anstrengenden Fahrtag (700 Höhenmeter, 75km) in Sundsvall an. Kaiheng, ein chinesischer Chemiestudent, hat mir für zwei Tage sein leeres WG Zimmer zur Verfügung gestellt und so konnte ich nach 13 Tagen entlich wieder einmal duschen😍😍. Natürlich habe ich mich immer mal wieder im See gewaschen, aber eine warme Dusche ist halt schon was anderes.

    Fahrtechnisch hatte ich irgendwie das Gefühl, dass mir die Kilometer in den letzten Tagen schwerer fielen, trotz Pausentag. Vielleicht liegt es auch daran, dass es hier vielmehr Hügel gibt als im Süden oder vielleicht ist es einfach meine Einstellung. Denn ich tendiere dazu, mir selbst ehrgeizige Kilometerziele zu setzen und mache mir manchmal selbst den Stress. Darum muss ich mir von Zeit zu Zeit wieder bewusst werden: Der Weg ist das Ziel. Trotzdem bin ich stolz darauf die 3000 Kilometergrenze geknackt zu haben😁🦵💪.

    Heute hatte ich eine weitere Panne. Die Zentralschraube der Daumenschaltung für die hinteren Gänge ist gebrochen. Genau wie dazumals bei der Tour nach Rotterdam. Bis ich einen neuen Schaltzug finde, muss ich wohl mit drei Gängen (den vorderen) auskommen. Wird schon irgendwie gehen. Muss.

    Das ich mich immer nördlicher Bewege, bemerke ich am Sonnenlicht. Es wird hier nicht mehr dunkel, selbst mitten in der Nacht nicht. Um die Mitternachtsonne zu sehen, bin ich jedoch noch vier Breitengrade zu südlich. Ein weiteres Indiz für die Nördlichkeit, ist die Kälteempfindlichkeit der Einheimischen. Währenddem ich, bei 17° C, ohne Sonne mit Bieswind, diesen Text schreibe, baden die einheimischen Kinder im See 🧊🥶.
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  • Höga Kusten

    17 juni 2021, Zweden ⋅ ⛅ 16 °C

    Seit drei Tagen fahre ich nun bereits mit drei Gängen an der Ostküste entlang. Schweden ist eigentlich ein ziemlich flaches Land, ein paar Berge im Norden, einige Hügel in der Mitte und die Höga Kusten zwischen Härnösand und Örnsköldsvik. Ansonsten meisten flach. Blöd nur, das meine Schaltung ausgerechnet vor dem hügeligen Abschnitt der Höga Kusten den Geist aufgab.

    Als ich am Montsg die Panne hatte, fixierte ich die Kette auf das dritt grösste Zahnrad des hinteren Ritzels und entschied mich damit für eine eher niedrige Gangpartie, damit mir bei dem beforsteheden Auf und Ab nicht die Puste ausgeht. Ich fuhr am Dienstag zur nächsten und einzigen Velowerkstatt in der Gegend und hoffte das Ersatzteil zu finden. Nur blöd, dass die ausgerechnet am Dienstag geschlossen haben😅🙄. So blieb mir nichts anderes übrig als die 130 Kilometer nach Örnsköldsvik mit den verbleibenden drei Gängen zu fahren. Ganz ehrlich; so schlimm war das garnicht. Ich nahm es gemütlich und für sehr steile Passagen klemmte ich ein Stück Holz zwischen Schaltzug und Rahmen (Bild) um noch einen tieferen Gang zu bekommen. Heute fand ich einen Mechaniker, der das richtige Ersatzteil hat und mir auch noch die Kette und das hintere Ritzel ersetzt, damit ist das Fahrrad wieder bereit für die Weiterfahrt in den Norden.

    Die Strecke der letzten Tage war ziemlich schön. Der Fahrradweg führte an unzähligen kleinen Seen und manchmal an der Küste entlang. Meistens auf Haupt und Nebenstrassen und manchmal auch auf der E4. Das ist eine Art Autobahn, welche aber nicht mit den Autobahnen in der Schweiz verglichen werden kann. Die Geschwindigkeit ist meistens auf 90 begrenzt und es gibt nicht sehr viel Verkehr. Man kann es eher mit einer Hauptstrasse vergleichen. Trotzdem zog ich meine gelbe Warnweste an um die Auto und LKW Fahrer besser auf mich aufmerksam zu machen. Manchmal gab es einen extra Fahrradstreifen, manchmal aber auch nicht und dann wurde es jeweils eng. So auch über die grosse Hängebrücke (Bild 1), wo Fahrräder eigentlich nicht erlaubt sind🤭🙄.

    Am Mittwochmorgen traff ich ein älteres, deutsches Ehepaar, welches mit dem Wohnmobil unterwegs ist. Sie luden mich zum Frühstück ein und erzählten von all ihren Reisen, die sie mit dem 20 jährigen Fiatcamper bereits gemacht haben. Ich wunderte mich, dass ein italienisches Auto so lange durchhält😁. Am Nachmittag fuhr ich zum Skuleberget, einer der berühmtesten "Berge" des Höga Kusten Gebietes, mit spektakulärem Ausblick (Bild). Ich stellte mein Fahrrad hin, packte mein Rucksack und wanderte zum Gipfel hoch.
    Die Höga Kusten sind seit dem Jahr 2000 Weltnaturerbe. Sie entstanden vor ca. 8500 Jahren, als das 3 km dicke Eis, der letzten Eiszeit, begann zu schmelzen und sich der Boden darunter zu erheben begann (isostatische Bodenhebung). Der Vorgang ist immernoch im Gange und der Boden erhebt sich etwa um 8mm pro Jahr.

    Nach meiner Wanderung fuhr ich 40km weiter, bis zu Eric nach Hause, der mich für eine Nacht zu sich einlud. Eric ist auch mit dem Fahrrad in Schweden unterwegs, macht jedoch eine kurze Pause. Ich traf ihn vor zwei Wochen, zusammen mit den anderen Radler aus Deutschland (siehe "am Klarälven entlang").

    Nun bin ich in einem Kaffe und warte, bis mein Fahrrad fertig repariert ist, damit ich anschliessend weiter in Richtung Umeå fahren kann. Ich habe mir eine kleine Fischerroute gekauft und freue mich, diese auszuprobieren.

    Petri Heil!
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  • Nun geht es mit dem Rucksack weiter

    Etappenziel Umeå

    19 juni 2021, Zweden ⋅ ☁️ 15 °C

    Mit neuer Kette und reparierter Gangschaltung startete ich am Donnerstag in Örnsköldsvik. Trotz repariertem Bike hielt sich meine Motivation in Grenzen . Dass ich nach ungefähr fünf Kilometer feststellte, dass die Kette in gewissen Gängen immernoch überspringt, machte die Situation nicht gerade besser. Muss wohl den vorderen Kettenkranz auch ersetzen. Dazu kam, dass der grösste Teil der Strecke über die E4 verlief. Ich strampelte die Kilometer ab und kam nie so richtig in den Rythmus. Immerhin, vom vorhergesagtem Regen blieb ich verschont.

    Am Abend fand ich einen Platz am Fluss Lögdeälven. Mit grosser Mühe gelang es mir ein Feuerchen zu machen, das Holz war jedoch ziemliech feucht und so war es mehr einen Motthaufen. Immerhin, der Rauch vertrieb lästigen, unzähligen Mücken. Diese sind hier eine echte Plage und es wurde mir gesagt, dass es noch schlimmer wird, je nördlicher man geht. Ich freue mich bereits😅🙄.

    Auch machte ich meine ersten Angelversuche. Als blutiger Anfänger wusste ich nicht richtig, wie das Konzept mit der Spindel funktioniert und bevor ich den Dreh raus hatte, verhäderte sich bereits alles. Na Bravo! Am Schluss hakte meine Angel irgendwo am anderem Ufer ein und mir blieb nichts anderes übrig, als die Naylonschnur durchzuschneiden. Immerhin weiss ich jetzt wie es funktionieren würde😃🎣.

    Der Freitag war mein vorerst letzter Fahrradtag. 82 Kilometer bis nach Umeå standen auf dem Plan und die Motivation war nicht viel besser als am Donnerstag. Als "kleiner" Motivationsschub kaufte ich mir im nächsten ICA zwei Berliner, ein Vanilletörtchen, eine Känelbullar (typisch schwedische Zimtschnecke) ein Vanilleyogurt und ein Päckchen Haribo😄. Beim Radfahren verbrennt man genügend Kalorien und man kann sich dadurch auch ordentlich gönnen, wenn es ums Essen geht. Der Zuckershub wirkte jedoch nur kurzfristig🙄 und darauf folgte ein Energiedown. Naja, irgendwie vergingen auch die Kilometer und ich erreichte Umeå gegen 20.00 Uhr. Über Couchsurfing fand ich Sencer, der mich für eine Nacht bei sich aufnahm.

    Ich glaube, dass ich die letzten Tage nicht mehr so motiviert war zu radeln, hat vorallem damit zu tun, dass ich mich auf die kommenden drei Wochen freue. Das Radfahren verwandelte sich zum "Mittel zum Zweck" um nach Umeå zu kommen und der Fokus lag plötzlich auf den gemachten Kilometer. Dazu kam der Muskelkater von der Wanderung am Mittwoch.

    Nun bin ich im Nachtzug nach Stockholm und das Fahrrad konnte ich bei Umeå Storage für einen guten Preis einlagern. Sencer hat mir bereits angeboten, wieder bei ihm zu übernachten, wenn ich zurück komme, das Angebot werde ich gerne annehmen.

    Ich freue mich auf die kommenden Tage, bis bald.
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