Tag 16 Leon-San Martin del Camino 27km
25. april 2025, Spania ⋅ ☁️ 21 °C
Leon (Puente de Castro) - Trabajo del Camino - San Miguel de Camino - San Martin del Camino 27 km. Heute morgen ist viel Zeit. Tut auch mal gut, einen Tag ruhiger angehen zu lassen. Mein Start ist noch in einem Vorort von Leon und bis in die City sind es noch drei oder vier Kilometer. als ich starte ist Carl bereits verschwunden. Fünf Minuten vorher sagte er noch zu mir, daß er einen Führer durch die Stadt ganz gut fände. Sein Handy ist wohl vor ein paar Tagen durch "Wasserschaden" etwas außer Betrieb. Ich sage ihm, daß ich noch in die Kathedrale möchte und dann ist er verschwunden. Ich bin für den Rest des Tages nicht böse darüber, im Gegenteil. Er war nach seinem Erzählen schon soooooo viiiieeel Weltenbummler, daß ich nicht auseinanderhalten kann, was echt ist und was nicht. Ich warte, daß die Tore zur Kathedrale geöffnet werden. Neben mir wird Deutsch gesprochen. Wir kommen kurz ins Gespräch, das Ehepaar ist mit dem Auto unterwegs. Und die Welt erweist sich wieder als klein, er war auch schon in Zehdenick. Ich sehe mir die Kathedrale an, und dann geht es wieder auf den Camino. Noch ein paar Bilder von der Stadt und dann geht es raus. Meinen Füßen geht es wieder gut. Die Blasen sind gut verheilt. Läuft sich gleich doppelt gut. In Valverde de la Virgin fungiert der alte Glockenturm als Nisthilfe für vier Storchenpaare. In San Miguel del Camino gönne ich mir eine Pause, zwei Kaffee, einen Stempel in den Pilgerpass und, ... , vergesse beim Losgehen, ... , meine Wasserflasche. Es sind jetzt noch zwölf Kilometer bis San Martin. Rechts von mir, vor den Bergen wird es bedrohlich schwarz. Der Wind weht jedoch zu meinen Gunsten und ich komme trocken in meiner Unterkunft Albergue Santa Ana an. Kurz hinter Leon traf ich auf zwei Deutsche. Es ist ihr erster Camino-Tag. Sie starteten heute in Leon. Ist nicht jeder mit "Urlaub" so verwöhnt wie ich. Sie kommen erst eine gute Stunde nach mir in der Herberge an und sind wohl naß geworden. Und das ist heute mal wieder eine Herberge mit Abendessen und Frühstück. Ab und zu freu ich mich darüber.Les mer
Tag 17 San Martin-Murias de Rechiv. 29 k
26. april 2025, Spania ⋅ ☀️ 17 °C
San Martin del Camino - Hospital de Orbigo - San Justo de la Vega - Astorga - Murias de Rechivaldo 29 km. Gestern Abend beim Dinner waren wir wirklich eine tolle Truppe am Tisch. Zu achtzig Prozent deutschsprachig. Neben mir saß Leonie aus Hamburg, dann war noch jemand aus der Frankfurter Gegend mit seiner Tochter da und Sorn und seine Frau aus Dänemark. Es wird eine Vorstellungsrunde. Ich schiebe mal noch ein Bild von gestern Abend nach. Der ganz links im Bild ist Sorn aus Dänemark. Daneben mit der Brille, das ist ein Franzose, der bereits in Montpellier gestartet ist und also bereits ein paar hundert Kilometer mehr als ich auf den Füßen hat. Seit vier oder fünf Tagen kreuzen sich unsere Wege. Wir haben wohl die selbe Pilger-Geschwindigkeit. Und auch heute Nachmittag wieder kreuzen sich unsere Wege. Nach dem Essen ab ins Bett. Heute morgen freu ich mich auf das Frühstück. Lässt keine Wünsche offen. Es sind sieben Kilometer bis Hospital de Orbigo. Irgendwann kommt plötzlich fünfzig Meter vor mir ein Spanier mit seinem Esel von einem Feld auf den Weg. Als ich auf selber Höhe bin Frage ich freundlich und natürlich macht der Spanier gerne ein Photo von zwei Eseln. Der eine hält den anderen an der Leine. Die nächste größere Ortschaft ist Hospital de Orbigo. Keine großen Highlights außer daß auf dem Wasserturm und dem Glockenturm sich offensichtlich die Störche sehr wohl fühlen. Wie man den Bildern hoffentlich entnehmen kann ist heute den ganzen Tag strahlend blauer Himmel. Heute zieht sich der Weg ganz schön hügelauf und hügelab. Ja und dann, ca. Tausend Meter vor San Justo de la Vega, einem Vorort von Astorga, da kommt eine Food-Oase, die keine Wünsche offen lässt. Was da aufgebaut ist, ist unglaublich, Äpfel, Bananen, Birnen, Kekse, Kuchen, Kaffee, Tee, ... Alles gegen Donativo. Ich mache eine halbe Stunde Pause und ruhe die müden Füße aus. Ich sehe besagten Franzosen aus Montpellier wieder. Wir reden kurz miteinander und haben wohl das selbe Tagesziel. Dann kommt noch ein Vorort von Astorga und der Blick auf die Stadt mit ihrer mächtigen Kathedrale. Nicht mein Tagesziel diese Stadt. Der Weg durch die Stadt zieht sich noch einmal unendlich. In Murias de Rechivaldo lande ich in der Albergue Casa Flor. Wie es aussieht habe ich wohl zum zweiten Mal den Luxus ein Vier-Bett-Zimmer für mich allein zu haben. Die Herberge wird von einem italienischen Paar geführt. Machen einen sehr engagierten Eindruck. Und es gibt Abendbrot und Frühstück, damit ich nicht vom Fleisch falle.Les mer
Tag 18 Murias de Rechiv.-El Acebo 33 km
27. april 2025, Spania ⋅ ☀️ 18 °C
Murias de Rechivaldo - Santa Catalina de Somoza - El Ganso - Rabanal del Camino - Foncebadon - Manjarin - El Acebo de San Miguel 33 km. Mein gestriges Tagesziel sollte eigentlich Santa Catalina de Somoza sein. In Murias de Rechivaldo wartete der Franzose auf mich. Sagt mir, daß es nur noch vier Kilometer sind. Das weiß ich, es ging wirklich nichts mehr und so bin ich gestern bei dem sehr engagierten und gastfreundlichen italienischen Hospitalero-Ehepaar gelandet. Heute morgen sitze ich mit einem Holländischen Ehepaar mit zwei großen Hunden am Frühstückstisch. Für sie ist es heute die erste Etappe. Auch gewagt, viele akzeptieren keine Hunde. Sie sagen mir, daß sie die Unterkünfte bis Santiago de Compostela bereits durchgebucht haben. Wir wünschen uns ein "Buen Camino" und viertel nach sieben bin ich wieder auf dem Weg. Insgeheim hoffe ich, daß ich am Ende des Tages den Franzosen wieder eingeholt haben werde. Es sind sehr kalte zwei Grad und strahlend blauer Himmel. Nach ca. sieben Kilometern, kurz vor El Ganso, gibt es ein kleines Highlight am Wegesrand. Dort sitzt ein Spanier mit sehr vielen filigran gearbeiteten Stempeln. Das Motiv kann man sich aussuchen. Er hat einfach alles, auch das Pilgerdenkmal vom Palo Alto. Ich nehme die Jakobsmuschel mit einem Pilger in der Mitte und dann macht er Wachs heiß und drückt sein Siegel in den heißen Wachs. Ein echtes Highlight in meinem Pilgerpass. Alles gegen Donativo. Der Camino kann eine wahre Goldgrube sein mit der richtigen Idee. Photos von seiner Arbeit hat er leider nicht erlaubt. Dann geht es weiter. Zu diesem Zeitpunkt hab ich noch keine Ahnung, wie herausfordernd dieser Tag werden wird. Ich sehe zwar die Berge immer näher kommen, aber daß ich da durch Felssteinrinnen ca. siebenhundert Meter hoch und vor meinem Tagesziel auch wieder - vorsichtig - runter muß, ... Hätte ich es geahnt, ich wäre wohl seit halb zwei in Foncebadon versauert. Der Aufstieg nach Foncebadon ist schon fordernd. Ca. sechshundert Meter Höhenunzerschied hab ich bis hier gemeistert. Hier will ich aber nicht bleiben. Das scheint auch ein nur für Pilger existierender Ort zu sein. Noch Mal einhundert Meter höher und ca. zwei Kilometer hinter Foncebadon kommt das Cruz de Ferro. Auf tausendfünfhundert Metern Höhe. Auch das ist ein kleines Highlight auf dem Camino. Traditionell bringt jeder Pilger einen Stein von zu Hause mit, den er hier ablegt. In all diesen Steinen stecken Ängste oder Sorgen oder Hoffnungen oder Wünsche. Auch ich hab natürlich einen Stein von zu Hause mitgebracht und lege ihn hier ab. Ich mache noch eine Weile Pause, meine müden Füße für die letzten zehn Kilometer ausruhen. Und die siebenhundert Meter, die es hoch ging, muß es auf der anderen Seite des Berges natürlich auch wieder abwärts gehen. Es soll sich am Ende als der härteste Tag seit der Pyrenäen-Überquerung erweisen. Um Viertel vor sechs stehe ich endlich in einer Albuerge und bekomme für zwölf Euro ein Bett. Der Abstieg war derart fordernd, daß ich so spät wie nie in einer Unterkunft stehe. Es ging kilometerlang nur über Felssteinrinnen bergab. Und Stürzen möchte ich ja so spät am Nachmittag auch nicht wenn keiner mehr hinter mir den Weg entlang kommt für heute. Um eine Vorstellung davon zu vermitteln, wie steil es hier bergab ging: Dreihundert Meter vor dem Ort hab ich einen ersten Blick auf die Dächer bekommen. Und, wen sehe ich als erstes in El Acebo? Carl, den "windigen" Österreicher. Als zweites läuft mir der Franzose aus Montpellier über den Weg, was meine Stimmung wieder aufhellt. Der Österreicher ist zum Glück ein Stück weiter in einem Donativo. Die mag ich nicht mehr. Die Albergue hat einen schönen Gartenbereich. Hier stehen schon Rosen in voller Blüte.Les mer
Tag 19 El Acebo - Cacabelos 31 km
28. april 2025, Spania ⋅ ☀️ 25 °C
El Acebo San Miguel - Molinaseca - Ponferrada - Fuentes Nuevas - Cacabelos 31 km. Sieben Uhr dreißig stehe ich auf der Straße. Ohne Kaffee. Der Hospitalero zeigt mir gestern Abend noch seinen Automaten, wo die Pellegrinos am Morgen einen Kaffee bekommen könnten. Seinen Automatenkaffee kann er selber trinken. An der nächsten Straßenecke wartet schon Carl, der Österreicher. Eigentlich freue ich mich Gesellschaft zu haben. Der letzte Tag mit ihm nach Leon rein war doch klasse. Es geht die ersten zweieinhalb Stunden des Tages so weiter, wie der gestrige aufgehört hat. Über Felssteinrinnen nur nach unten und nach unten und nach unten. Nach dreieinhalb Kilometern kommt Riego de Ambros. Ein winziger Ort, aber am frühen Morgen hat bereits die Kirche geöffnet und es gibt sogar einen Stempel in den Pilgerpass. Es geht dann weiter über Felssteinrinnen. Meine Knie fangen an zu schmerzen. Die müssen ja das ganze Gewicht abfangen. Nach zweieinhalb Stunden haben wir acht Kilometer gemeistert, nur steil bergab, und sind in Molinaseca. Genauso wie Castrojeriz in einem Tal der Meseta hat Molinaseca den Titel "Bonitos de Espana" erhalten. Und zu Recht. Gleich hinter der Brücke, im "Aleson de Palacio", gibt es den langersehnten Kaffee und einen Croissant. An einem Photo an der Wand sehe ich, daß auch schon der spanische König hier zu Gast war. Der Ort hat wirklich eine sehr schöne alte Innenstadt. Acht Kilometer weiter kommt Ponferrada. Wir müssen wieder ein bisschen bergauf und diese Stadt überrascht mit einer sehr alten Burganlage. Wir verlassen Ponferrada. Zwei Orte weiter, in Fuentes Nuevas beschließen wir, vierzehn Uhr, kurz mal unsere müden Füße auszuruhen. Es ist alles dunkel und wir erfahren, daß in ganz Spanien, ganz Portugal und in einem großen Teil Frankreichs komplett der Strom ausgefallen sein soll. Zum Pilgern braucht man ja keinen Strom. Ich gucke mal auf meine "Camino-Ninja-App" und meine zu Carl, daß wir bereits in acht Kilometern unser Tagesziel von 195 Restkilometern erreicht hätten. Na, die meisten wir doch noch. Unser Tagesendziel lautet heute Cacabelos. Ein sehr schöner Ort. Als wir ankommen gibt es immer noch keinen Strom. Und auch bis zum späten Abend nicht. Wir sitzen vor der Albuerge und ein deutsches Ehepaar kommt zu uns an den Tisch. Sie sind aus der Nähe von Hannover. Irgendwie scheinen sie Panik gekriegt zu haben. Wollen gucken, ob morgen ein Bus fährt. Die Leute machen sich immer lächerlicher. Um so besser ist die zusammengewürfelte Truppe vor der Albergue. Dreiviertel Zehn verschwinde auch ich im BettLes mer
Tag 20 Cacabelos - La Faba 33 km
29. april 2025, Spania ⋅ ⛅ 21 °C
Cacabelos - Villafranca del Bierzo - La Portela de Valcarce - Vega de Valcarce - La Faba 33 km. Carlos und ich waren gestern im selben Zimmer untergebracht. Zehn nach sieben stehen wir auf der Straße. Strom gibt's immer noch nicht. Wir kommen durch zwei kleine Orte, der dritte ist Villafranca del Bierzo. Das erste Haus am Ortseingang hat offensichtlich Bauarbeiter zu Gast. Ich sehe, wie sich ein Tor zum Grundstück automatisch schließt. Fünfzig Meter weiter sag ich zu Carl, ob ihm auch aufgefallen wäre, daß das Tor automatisch zuging. Und auch die Straßenbeleuchtung funktioniert plötzlich wieder. Da macht das Herz doch gleich einen Hüpfer. Am nächsten Café gibt es dann auch ein kleines Pilgertreffen. Endlich einen schönen Kaffee. Der Franzose aus Montpellier taucht natürlich auch dort auf. Ich soll ihn dann auch Abends in La Faba wiedersehen. Gleich neben dem Café ist die große Burganlage von Villafranco del Bierzo. Hier hat wohl fast jedes größere Dorf sein Castle. Erstmal geht es mit Carl weiter über mehrere kleine Bergdörfer. Im kleinen Dorf Pereje drückt es sich dem Pilger buchstäblich auf's Auge. Achtzig Prozent des Ortes sind bereits verweist und verfallen. Manchen Dörfern hilft eben auch der Camino nicht. Ich kann all die "se vende"-Schilder an den Häusern seit Beginn meines Caminos schon nicht mehr zählen. Nach ca. dreiundzwanzig Kilometern erreichen wir den kleinen Ort Ambasmestas. Laut Info-Tafel am Ortseingang soll es hier einen kleinen Supermercado geben. Also einen Tante-Emma-Laden. Tatsächlich, als wir davor stehen glauben wir es. Es wandern Apfel, Banane und Schokokekse als Wegzehrung an den Mann und weiter geht's. Wird nicht mehr lange dauern, dann ist mit den sterbenden Dörfern hier auch dieser, von einer alten Frau geführte Laden, weg. Es geht weiter über Vega de Valcarce und fast der ganze Weg heute führt zusammen mit einer großen Autobahnbrücke durch ein Tal, und hoch hinaus. Habe versucht, es mit ein paar Bildern einzufangen. Auf ebener Wegstrecke zu gehen kostet natürlich nicht so Kraft wie über Geröllhalden. Wir sind heute beide mal ganz froh über diese unromantische aber gelenkschonende Wegführung. Nach Las Herrerias trennen sich unsere Wege. Carl bleibt auf dem Rad-Camino. Er möchte fünf Kilometer mehr machen als ich für heute. Ich kann ihn verstehen, er wäre gerne am Sonntag Vormittag in Santiago de Compostela. Er möchte sehen, wie der "Botafumeiro", der 53 kg schwere und 1,50 Meter hohe Weihrauchkessel geschwungen wird. Das soll mittlerweile nicht mehr täglich der Fall sein. Für mich ist La Faba heute die Endstation. Ich kann und werde meinem Körper täglich nicht mehr abverlangen, als er zu geben bereit ist. Und wir waren jetzt zwanzig Tage ein super Team. Wer kennt mich besser als mein Körper und wen kenne ich besser, als meinen Körper. Zu diesem Zeitpunkt weiß ich noch nicht, daß mir noch Mal fünfundvierzig Minuten lang alles abverlangt wird am Ende dieses Tages. Es geht noch einmal nur steil nach oben, und nach oben und nach oben, ca. 450 Meter. Gestartet bin ich heute morgen bei 486 Höhenmetern, am Ende des Tages befinde ich mich auf 923 Höhenmetern. Ja, und warum unbedingt La Faba? In La Faba gibt es eine vom deutschen Verein "Ultreia" betriebene Albuerge. Und es hat dann heute tatsächlich gepasst, daß ich hier lande. Sie ist bereits sehr voll, da ich ja spät ankomme. Registrieren und dann bekomme ich ein Bett im "Souterrain", sprich, ich bin heute "Kellerkind" hinter dicken Felssteinmauern. Die Herberge find ich klasse. Der Hospitalero sagt mir, daß es dann morgen als erstes gleich weitere 400 Höhenmeter nach oben gehen wird und ich gut daran getan habe, La Faba zu wählen.Les mer
Höchster Punkt des Tages
30. april 2025, Spania ⋅ ☁️ 11 °C
Der Ort O Cebreiro. Und hier pfeift einem der Wind ordentlich um die Ohren.
Tag 21 La Faba - Triacastela 26 km
30. april 2025, Spania ⋅ ☁️ 18 °C
La Faba - O Cebreiro - Hospital da Condesa - Fonfria - Fillobal - Triacastela 26 km. Nach drei Wochen habe ich jetzt endlich schon Übung im Sachen zusammen packen morgens. Handy-Taschenlampe an alles in den Rucksack, nochmal unters Bett geleuchtet. Nix vergessen. Zehn vor sieben geht es los. Erst mal Kaffee und was zu essen, eine Bar im Ort bietet das ab sieben Uhr an. Ich glaube, Carl ist gestern in die Pampas gelaufen. Sein Problem, ich sehe ihn den ganzen Tag dann auch nicht mehr. Es geht erstmal hoch hinaus an diesem Tag und umso schöner sind die Blicke, die man über diese Berglandschaft hat. Für mich als Flachland-Tiroler ist das Ganze einfach umwerfend. Es geht hoch auf knapp 1300 Meter. Der Wind ist heute sowieso schon heftiger und erst recht hier oben. Mir frieren die Hände. Kurz bevor ich den Ort O Cebreiro erreiche sagt ein großer fetter Stein am Wegesrand, daß ich mich ab jetzt in der Region Galizien befinde. Ich hole mir einen Stempel in der Bar des Ortes und am Ortsausgang von O Cebreiro gibt es eine große Hinweistafel. Der nächste Ort ist Linares und es gibt zwei Wege dorthin. Der eine führt nocheinmal neunzig Meter höher auf und über den Berg, der andere etwas sanfter am Berghang entlang. Ich nehme selbstverständlich die Weichei-Variante. Und auch am Berghang nerven mich noch genug Auf's und Ab's. Diese sollen bis zum Ende heute auch tagfüllend sein. Als ich es nach zig Metern bergab auch genervt wieder nach oben geschafft habe, ein Radfahrer beharrt auf Rad und macht das in drei erschöpfenden Abschnitten, schieben würde wohl seine Radfahrerehre verletzen, bin ich in Hospital de Condesa. Hier gönne ich mir eine Pause. Es gibt ein großes fettes Stück Tortilla. Jetzt habe ich noch dreizehn Kilometer vor mir bis zum Tagesziel. Nach der Hälfte habe ich einen ersten Blick in's Tal und kann meinen Zielort ausfindig machen. Es sollen dann noch anderthalb Stunden bergab-gekraxel werden. Das Tagesende sagt 680 Meter über NN. Im Ort gehe ich an den ersten Herbergen vorbei. Es gibt acht für Pilger, also genug. Auf einem Schild lese ich "Refugio del Oribio", klingt gut, biege in die Seitenstraße ab, komme um die nächste Ecke und wer sitzt vor dieser Albuerge? Jean-Pierre, der Franzose aus Montpellier. Wir lachen, er sagt mir, daß noch genug Betten frei wären. Der Hospitalero kommt dann auch und nimmt meine Daten auf. Für heute hab ich genug. Die sechsundzwanzig Kilometer stecken mir heute in den Knochen wie sonst sechsunddreißig. Aber die Blicke über Berg und Tal waren den ganzen Tag über einfach umwerfend.Les mer
Tag 22 Triacastela - Morgade 29 km
1. mai 2025, Spania ⋅ ☁️ 17 °C
Triacastela - Sarria - Morgade 29 km. Einen Apfel und eine Banane in den Magen geschoben und kurz nach sieben geht es los. Gestern Abend, ca eine Stunde nach meiner Ankunft hat es nur noch geregnet. Ich fühlte mich gleich von Galizien begrüßt. Hier soll man ja einhundert verschiedene Begriffe für "Regen" haben. Kurz hinter Triacastela gabelt sich der Weg. Es gibt eine kurze, direktere Variante nach Sarria und einen ca. acht Kilometer längeren Weg über Samos. Ich hatte gestern schon für mich beschlossen, die kürzere Variante zu nehmen. Wenn man über Samos geht gibt es wohl ein kleines landschaftliches Highlight, der Weg ist derart mit Bäumen und. Sträuchern zugewachsen, daß man wie durch einen großen Hohlweg geht. Ich verzichte und wie ich sehe, alle anderen Pilger vor mir auch. Die Strecke führt nocheinmal nach oben, durch Reste übriggebliebener Bergdörfer. Gleich als erstes kommt so etwas wie eine umfunktionierte Kirche. Von weitem denkt man beim goldenen Kreuz auf dem Dach an eine solche. Dann entpuppt sich das Ganze aber als Museum gedacht. Ich mache ein Photo durch die offene Türluke. Drinnen hängen Gemälde. Daneben steht ein Auto mit UK- Kennzeichen. Vielleicht hat er Glück mit seinem Projekt. Es geht weiter. Auf ca. halber Strecke, in Fontearcuda, stehen plötzlich Hoftore offen und hier ist eine Food-Oase aufgebaut, die keine Wünsche offen lässt. Auch das Interieur ist beeindruckend. Für Donativo kann man hier eine Pause einlegen. Tatsächlich geht es gleich viel leichter weiter. Vom Berghang aus hat man irgendwann einen Blick auf eine größere Stadt. Das kann ja nur Sarria sein. Kurz vor Sarria überholt mich Sebastian aus Kolumbien. Mit dem hätte ich die letzten Tage ja nun gar nicht mehr gerechnet. Wir unterhalten uns vielleicht zehn Minuten. Dann kann ich mit seinem Schritt nicht mehr mithalten. Er bleibt in Sarria, ich will noch ein Stück weiter. Ziemlich am Ortseingang kommt auch gleich das Tourismusbüro, welches gleichzeitig als Pilgerbüro fungiert. Ich hole mir also einen Stempel und ab jetzt sind mindestens zwei pro Tag Pflicht. Der Ort ist nicht mein Tagesziel, also durch. Ab jetzt wird das "ruhige und sorglose" Pilgern wohl eh vorbei sein. Es geht noch Mal ordentlich bergan. Und auf den nächsten zwölf Kilometern merke ich schon, daß es ab jetzt voller werden wird. Normalerweise war ich bisher ab fünfzehn Uhr fast alleine. Jetzt sind viele junge, dynamische unterwegs, die grad erst in Sarria gestartet sind, denn man braucht ja für die Compostela nur die letzten einhundert Kilometer. Auch viele Gruppen. Also Zeit, meinen Weg auf dem Camino zu Ende zu bringen. Viele Menschen sind nicht meins. Eigentlich sollte die Anzahl der noch zurückzulegenden Kilometer heute Abend zweistellig sein. Hab ich wohl um zwei Kilometer verfehlt. Ich lande in Morgade. Eine schöne Herberge. Ich bin der letzte im Fünfbettzimmer. Auch daran merkt man, es wird voller.Les mer
Tag 23 Morgade - Palas de Rei 35 km
2. mai 2025, Spania ⋅ ☁️ 16 °C
Morgade - Portomarin - Ligonde - Palas de Rei 35 km. Es hat die ganze Nacht geregnet. Laut Wetterbericht soll es gegen acht aufhören. Ich stehe kurz nach halb sieben auf dem Weg und es scheint sich beruhigt zu haben. Und weil noch so viele Wolken am Himmel hängen geh ich fast im Dunkeln los. Auch hier gilt die Mitteleuropäische Sommerzeit und die Sonne geht hier ca. eine Stunde und zehn Minuten später auf als bei uns. Nach vier Kilometern, im kleinen Ort Moimentos, steht er, der Stein mit den 100,000 Kilometern. Man beachte die auf den Meter genaue galizische Pingeligkeit. Hier müssen sie wirklich einen Vermesser rumgeschickt haben, der alles "abgeradelt" hat. In allen anderen Regionen hatte ich mich bisher nur über die spanischen "Schätzkilometer" geärgert. Im selben Ort befindet sich auch in einer Nische ein Automat. Soll das die Zukunft des Caminos sein? Selbstbedienungsautomaten statt persönlicher Gastfreundlichkeit? Meine Freude, daß mir das galizische Wetter doch hold sein könnte, währt immerhin zweieinhalb Stunden. Kurz nach neun und kurz vor dem Ort Portomarin ist Schluss. Der Himmel öffnet seine Schleusen. Die Gamaschen sind natürlich im Rucksack. Regenponcho hab ich an, aber es dauert nicht lange und bei jedem Schritt quitschert und quatschert es in meinen Schuhen. Es ist nicht kalt und das ist mir jetzt auch egal. Ich gehe einfach weiter wie viele andere auch. Der Weg ist stellenweise voller bunter Regenponchos. Kurz nach zwölf und nach achtzehn Kilometern erreiche ich den Ort Gonzar. Hier gibt es eine Einkehrmöglichkeit. Ich mußte heute morgen wieder ohne Kaffee und jeglichem Frühstück starten. Außer einem Apfel habe ich seit mehr als fünf Stunden nix im Magen. Das Angebot hier ist dürftig. Die wissen wohl, daß sie auf weiter Flur keine Konkurrenz haben. Ich hole mir einen Kaffee und im Rucksack schleppe ich schon seit zu Hause noch ein paar Müsli-Riegel mit mir rum. Drei davon esse ich jetzt. Ich schau mich um. Ganz schönes Camino-Wuling geworden. Eine ganze Schulklasse scheint auch unterwegs zu sein. Die Sonne lässt sich mal kurz sehen. Ich sehe, wie andere ihre nassen Schuhe und nassen Sachen wechseln. Das werde ich nicht tun. Dann sind alle Sachen nass und ich hab gar keine trockenen mehr. Kurz nach halb eins geht es weiter. Ich soll Recht behalten. Es dauert nicht lange und der nächste Regen kommt. Nach zwei Stunden, im kleinen Ort Ligonde, kommt noch einmal eine Einkehrmöglichkeit. Hier ist auch das Video entstanden. Ich warte und warte, Nase voll vom Regen. Mir schräg gegenüber sitzen zwei deutsche Frauen. Sie brechen im strömendsten Regen wieder auf. Es ist aber schon abzusehen, daß sich der Horizont aufhellt. Ich warte noch eine Kaffee-Länge und das soll sich auszahlen. Bis kurz vor meinem Zielort lacht die Sonne. Es geht noch durch mehrere kleine Orte und ich mache endlich mal ein Photo von diesen komischen gemauerten Dingern in den Gärten hinter den Häusern. Es sind schmale, hochgemauerte, enge Hohlräume. Die sind mir schon lange aufgefallen. Die Steine sind immer so gesetzt, daß der Wind hindurchpfeifen kann, also die Hohlräume der Steine sind sichtbar. Hinter mir kommt eine Frau, ich Frage sie, ob sie mehr weiß als ich. "It is to dry the grain to put it in the ground." Hm, ..., ... ein anderer Pilger kommt, ja, die Funktion hat irgendwas mit Korn trocknen zu tun, Saatgut oder sowas. Es geht weiter, ich will heute endlich an's Ziel. Eine Stunde vor Palas de Rei treffe ich auf die beiden deutschen Frauen. Ich kann wieder voll mein Talent, ins Fettnäpfchen zu treten, ausspielen. Ich lasse mich darüber aus, daß seit Sarria der Camino kein Camino mehr wäre da ja jetzt die ganzen 100-km-Touristen da wären. Leider sind auch sie solche - autsch. Gleich die erste Herberge in Palas de Rei bei der ich es versuche hat Platz für mich und - das wollte ich schon lange mal wieder, ein Drei-Gänge-Pilger-Menü. Tagelang ohne richtiges Essen macht auch keinen Spaß. Schuhe sind mit Zeitung ausgestopft. Jetzt ist es zehn nach neun und für heute verschwinde ich im Bett.Les mer
Tag 24 Palas de Rei - A Calle 37 km
3. mai 2025, Spania ⋅ ☁️ 15 °C
Palas de Rei - Melide - Arzua - A Calle de Ferreiros 37 km. Diese Herberge lässt einen mal nicht ohne Kaffee gehen. Ich habe bereits am Morgen nur mein Tagesendziel im Kopf. Und das lautet, unter dreißig Endkilometer zu kommen am Ende des Tages. Das galizische Wetter nervt mich einfach. Jeden Tag naß zu werden muß man nicht haben. Hat mir bisher nichts ausgemacht, nur aus dem Rucksack zu leben. Im Gegenteil, hat Spaß gemacht. Aber wenn die Sachen jeden Tag naß werden und man sie nicht trocken kriegt. Ich möchte endlich nach Santiago de Compostela. In einem kleinen Ort vor Melide steht noch Mal eine Statue. Allgemeine Photosession. Melide selbst ist eine größere Stadt. Auf dem Marktplatz ist ganz schön Bambule. Buden sind aufgebaut und laute Musik. Es geht weiter, die nächst größere Stadt ist Arzua. Sie ist voller Herbergen und ich hätte bestimmt etwas gefunden, aber nein, noch zu weit weg vom Ziel. Es geht also weiter und noch Mal ein Stück hoch hinaus. Von oben bekomme ich einen schönen Blick zurück auf die Stadt. Der zweite Blick, zehn Minuten später lässt dann nichts gutes ahnen. Und dieses Gewitter soll mich dann auch ein- und überholen. Im nächsten Ort ist die Albuerge geschlossen. Ich nehme den nächsten großen Baum als Unterstellmöglichkeit. Der Regen lässt nach. Im nächsten Ort sehe ich unter einem Zelt, das zu einer Bar gehört, jemanden sitzen. Ich geselle mich dazu. Es sind zwei Kolumbianerinnen. Sie sagen mir, daß nur zwei Gehminuten entfernt eine Albuerge sein muss. Ja, und dann stehe ich dort in der Tür, nass und etwas frustriert und an einem großen Tisch sitzen bereits acht Pilger und begrüßen mich lachend. Die Hospitalera ist klasse. Und natürlich ist noch ein Bett frei. Ich wechsle meine Schuhe und stopfe die nassen aus. Sie fragt, ob ich etwas essen möchte. Für 6,50 gibt es einen großen Teller Reis mit ordentlich Gemüse drin. Der reicht mir. Laut der galizischen Genauigkeit liege ich jetzt wohl bei 30,8 verbleibenden Restkilometern. Das heißt, morgen Nachmittag bin ich am Ziel.Les mer
Tag 25 Santiago de Compostela
4. mai 2025, Spania ⋅ 🌧 17 °C
Ich bin da. Kurz nach sechs kommt Bewegung in's Zimmer. Die wollen heute bestimmt alle Santiago erreichen. Mal wieder eine Herberge, die einen mit einem richtigen Frühstück entlässt. Kaffee, Toast mit Marmelade, frisch gepresster Orangensaft. Letzteren können die hier in Spanien richtig gut. Jede Bar oder jedes Restaurant hat eine richtig große Maschine dafür stehen. Dann kann es losgehen. Im schönen Ort A Rua, nach zehn Kilometern dachte ich eigentlich eine Pause machen zu können, Fehlanzeige. Es gibt eine Herberge im Ort, aber zugesperrt. Dann wollen die mir eben keinen Kaffee geben. Es sollen heute tatsächlich fünfzehn Kilometer werden, bis ich wieder einen Kaffee bekomme. In kleinen Orten durch die ich komme ist einfach alles zu. Ich fange schon frustriert an, an der spanischen Gastfreundschaft zu zweifeln. Dann nach 15 Kilometern, das Restaurante heißt auch noch "Kilometer 15", bekomme ich endlich eine Halbzeit-Pause und einen Kaffee. Dann geht es weiter. Zu Hause bemüht man sich inzwischen, mir einen Rückflug zu verschaffen. Nicht so einfach auf den letzten Drücker. Ich hätte ja schon zwei oder drei Tage eher einen Plan haben können. Es geht weiter zu/auf die letzten fünfzehn Kilometer. Kurz hinter dem kleinen Ort Lavacolla kommt er dann, der 10,000 km Stein. Und die letzten Kilometer ziehen sich.... Durch einen Vorort und ich gehe dann noch weit durch und lasse viele Herbergen rechts und links liegen. Die erste, die ich spontan nehme hat noch für zwanzig Euro ein Bett für mich. Unter zwanzig Euro gibt es hier nichts. Jedenfalls nicht in Zentrumsnähe. Im Pilgerbüro war ich heute noch nicht. Hab ich morgen in Ruhe Zeit für. Hier ist morgen erst zehn Uhr Check-out und nicht schon acht Uhr. Na ja, ist ja auch alles geschafft. Da kann die Uhr wieder ruhiger ticken. Morgen geh ich dann zum Pilgerbüro und mal sehen, ob noch ein Platz frei ist für die geführte Tour auf dem Dach der Kathedrale.Les mer
Tag 26 Relax
5. mai 2025, Spania ⋅ ☁️ 11 °C
So kenn ich mich gar nicht, bis um acht im Bett liegen. Finde es aber wunderbar. Die 780 km wirken wohl ein bisschen nach. Leider konnte ich hier keine zwei Nächte buchen und muss bis 13:30 Uhr den Rucksack nochmal mit mir tragen. In der Nähe der Kathedrale gibt es ein Hostel mit 173 Plätzen. Hoffe, da einen Platz abzubekommen. Ein kleines Camino-Andenken fehlt mir auch noch. Mit sowas wird man hier aber regelrecht erschlagen und weiß gar nicht was man nehmen soll. Ab Azura gab es auch immer öfter Werbeplakate, daß man für sagenhafte 40 Euro seine Haut mit einem hässlichen Camino-Tattoo verschandeln lassen kann. Meine Schuhe überlasse ich der Müllabfuhr in Santiago de Compostela. Mein Regenponcho hat's auch hinter sich und schon hab ich 1,6 kg weniger zu tragen. Neun Uhr bewege ich mich Richtung Pilgerbüro und dann habe ich sie, meine Compostela. Ab 11:00 Uhr sieht es schon wieder nach Regen aus, also ab in die Kathedrale. Dem Heiligen Jakobus auf die Schultern gefasst, an der Heiligen Messe teilgenommen, der Botafumeiro wurde geschwenkt, sechs starke Männer sind dafür notwendig, Video folgt, und als ich wieder draußen bin 13:00 Uhr, da lacht die Sonne. Der Fluganbieter hat inzwischen eine Nachricht geschickt, er braucht noch Daten von mir und ich dafür WiFi, also auf zu meiner Wunschherberge dem Seminario Menor. Uraltes großes Gebäude. Ich bin in Etage drei, Schlafsaal 3c. Es gefällt mir. Als erstes die Bürokratie. Alles gut, spätestens acht Stunden vor Flug bekomme ich die Bordkarten zugeschickt. Ich gehe nochmal Richtung Innenstadt. Mir läuft ein junger Italiener über den Weg, zumindest die letzten sechs Tage schon. Er sucht eine bestimmte Unterkunft und mit Hilfe von google-maps finden wir den Weg. Er ist happy. Ich gehe noch kurz in einen Supermercado und dann zurück. Die Füße schmerzen doch noch ein bisschen. Ausruhen für morgen. Und vielleicht werdet ihr euch fragen, wo denn Carlos, der Österreicher geblieben ist. Ich wollte eigentlich die Compostela gestern schon holen. Das Pilgerbüro hätte bis 19:00 Uhr aufgehabt. Auf dem Weg dorthin kam ich mir wie gewollt abgefangen vor. Natürlich lief mir als erstes Carl über den Weg. Wir haben noch ein bisschen erzählt und ich das Pilgerbüro auf heute morgen verschoben. Heute morgen das selbe, wer steht wie "zufällig" da?, Carl. Den Franzosen hab ich leider nicht mehr gesehen.Les mer
Tag 27 Vorletzter Tag
6. mai 2025, Spania ⋅ ⛅ 12 °C
Die Tour auf den Dächern der Kathedrale ist leider ausgebucht. Nächst mögliche 12.Mai. Kann ja auch nicht alles immer klappen.
Tag 28 Cidade da Cultura de Galicia
7. mai 2025, Spania ⋅ ☀️ 14 °C
Da hatte ich die letzten Stunden vor dem Heimflug wohl doch noch eine gute Idee. Das Gebäude mit dem geschwungenen Dach auf der Anhöhe gegenüber der Stadt sieht interessant aus. Also beschließe ich, mir das nach dem Frühstück mal anzusehen. Der Rucksack kann für zwei Euro in einen Safe im Keller der Albuerge. Man muss ganz schön nach oben, um so schöner ist der Blick, den man über die Stadt hat. Das auf dem zweiten Bild mit dem hohen Turm ist das Seminario Menor, meine Unterkunft. Es ist ein riesiges Gebäude mit mehreren Trakten. Auf dem dritten Bild ist links die Kathedrale mit drauf. Man hat einfach einen tollen Blick über die gesamte Stadt und ich ärger mich auch nicht mehr, daß die für 27,00 € sowieso überteuerte Tour auf dem Dach der Kathedrale nicht mehr möglich war. Sollen sie sich ihren Touri-Mist in den A... stecken. Oben angekommen stellt sich heraus, daß das ein ganzer Komplex ist, der hier hingestellt wurde. Er beinhaltet eine Bibliothek, ein Museum und andere Informationen zur Geschichte Galiziens. Mit meinem dürftigen Spanisch löse ich keine Eintrittskarte für das Museum. Vor dem Komplex ist ein riesiger Parkplatz. Es kommen mehrere Busse an, die eine Schulklasse nach der anderen ausspucken. Bin zufrieden, noch was vernünftiges gesehen zu haben in den letzten Stunden und gehe langsam zurück. Und vielleicht seht ihr es auch an den Bildern, Galizien zeigt sich am letzten Tag ohne das kleinste Wölkchen am Himmel. Um 21:45 Uhr soll mein Flug gehen, SCQ - MAD und MAD - BER. Die zwei Bordkarten hat man mir heute morgen zugestellt. Gibt Momente, da muss ich mit den Tränen kämpfen, die Welt des Caminos verlassen zu müssen. Eine eigene, einmalige Welt in der großen weiten Welt. Und zum Abschluss hab ich jetzt noch Photos von den vielen bunten Stempeln im Pilgerpass gemacht.Les mer
Tag 28 Flughafen Santiago de Compostela
7. mai 2025, Spania ⋅ ⛅ 20 °C
Das nenn ich Touristen-freundlich. Für einen symbolischen Euro wird man mit dem Bus von Santiago de Compostela in den ca. 14 km entfernten Flughafen gefahren. Bin viel zu früh da. Der Flughafen ist so mickrig, daß einem der BER riesig vorkommt dagegen. Immerhin gibt es WiFi. Um 19:00 Uhr bin ich auch das Gepäck los. Es wird durchgeroutet. Ich erhalte die Bordkarten noch Mal in gedruckter Form und, ... , dann muss ich wohl wirklich die Heimreise antreten. Die erste Maschine war laut Bordkarten eine CRJ 1000. Ein kleines Flugzeug. Der Service bei Iberia air-nostrum ist Null. Nicht mal einen Kaffee kriegt man angeboten. 23 Uhr, Flughafen Madrid. Der soll ja sehr schön sein, aber nicht bei Nacht. Als einziger hat McDonalds noch Erbarmen und man bekommt etwas zu essen. 7:40 Uhr soll es weiter gehen, die ganzen Nachtgestrandeten haben sich auf Bänke verteilt und versuchen etwas zu schlafen. Ich schaffe es auch, eine Stunde lang. Ausgerechnet neben mir muss sich eine junge Spanierin niederlassen und laut telefonieren und Videos schauen. Ist ja selten, daß ich jemanden erschlagen möchte. Halb vier geh ich zu McDonalds, einen Kaffee trinken. Wer steht plötzlich neben mir und setzt sich an den Nebentisch..., diese dumme Kuh.... 08. Mai 2025, 14:50 Uhr:
WIEDER ZU HAUSE.Les mer






























































































































































































































































