Greece
Rethymno

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53 travelers at this place:

  • Day2

    Die Myli-Schlucht

    September 26 in Greece

    Wir hatten die grosse Befürchtung, dass durch die super gute Lage von unserem kleinen Katrina-Hotel, es nachts sehr laut werden wird. Aber umso mehr waren wir erfreut, dass es nicht zutraf. Die Fenster hatten wir deshalb geschlossen, mussten sie aber wegen der Hitze in der Nacht öffnen und es war ganz still. In der Ferne hörte man das Meer rauschen. Einmal bellte kurz ein Hund. Der Wind pfiff etwas durch die Gassen und ein laues Lüftchen wehte ins Schlafzimmer. Es war eine schöne Nacht und am liebsten wollte ich nicht schlafen, um all das genießen zu können. Es freute mich von daher jedesmal wenn ich erwachte und erneut in die Nacht hinein lauschen konnte. Wunderbar.

    Gegen 08:00 Uhr standen wir dann auf. Am Vorabend habe ich eine Bäckerei ganz in der Nähe über Google heraus gesucht. Dort wollten wir uns frisches Brot kaufen. Wir gingen durch die ruhigen und fast menschenleeren Gassen und suchten die Bäckerei. Leider haben wir sie nicht gefunden. Der Standort wurde bei Google angezeigt, aber da war nichts. Etwas enttäuscht gingen wir zu dem gestrigen Supermarkt und wollten dort Brot kaufen. Ein paar lecker aussehende Kringel sahen uns verlockend an. Wir packten welche ein und plötzlich fiel mir auf, dass diese offensichtlich gefüllt waren. Wir fragten nach und ja, es war Käse. Schade. Dann mussten eben ein paar Sesam-Kringel und ein anderes Brot herhalten.

    Der morgen war frisch, aber trotzdem angenehm. Die Wolken waren grau und verhangen. Wir ließen uns deswegen aber nicht unsere gute Stimmung nehmen. Zurück in unserem kleinen Katrina-Hotel, bereiteten wir das Frühstück vor. Kaffee, Orangensaft, Tomaten, Gurken und die leckeren Sesam-Kringel und das Brot. Dann berieten wir, welche Strecke wir nehmen. Eine 5-Stunden oder 7-Stunden Rundwanderung. Da beide Varianten den selben anfänglichen Streckenverlauf durch die Myli-Schlucht haben, wollten wir erst später den weiteren Verlauf entscheiden. So gingen wir nach einer kurzen Ruhepause nach dem Frühstück los.

    Als Navigation benutzten wir Komoot und liessen uns führen. Zunächst durch die sich langsam mit Menschen füllende Altstadt. Wir kamen an den venezianischen Brunnen vorbei und hier schien es eine Menschen-Explosion gegeben zu haben. Wir mussten uns an den Massen vorbei schieben und uns weiter der Küste nähern. Je näher wir der Küste und somit aus der Stadt kamen, wurde der Wind ziemlich kräftig. An der Küste folgten wir der Promenade und der Blick zum Meer veriet uns Badeverbot. Aber diese Wellen waren schon verlockend und auch hübsch anzusehen. So gingen wir ca 45 Minuten an der Promenade entlang und bogen dann rechts erneut in die mittlerweile auslaufende Vorstadt von Rethymnon. Unterwegs kamen wir natürlich an unzählige Hotels, Bars und Souvenirshops vorbei. In den Strassen war kaum noch Wind vorhanden und so merkten wir dann auch recht schnell, dass es eigentlich sehr warm ist. Wir ließen uns weiter von Komoot navigieren und erreichten bald den Abzweig zur Schlucht. Nach ca. 500m wurde aus der spärlich geteerten kleinen Strasse ein Wanderweg. Der "Einstieg" in die Schlucht, war mit einem kleinen Schild mit aufgeklebten Pinocchio auf einem Surfbrett markiert. Was uns das wohl sagen sollte?!

    Zunächst gingen wir ein paar Stufen hinab und schon kamen uns, wie auch im weiteren Verlauf der Wanderung, immer wieder Menschen entgegen. Wir waren wohl nicht die einzigen mit dieser Wander-Idee. Unten in der kleinen Schlucht erreichten wir zunächst eine Taverne. Die nannte sich "Bananas". Das lag an den vielen Bananen-Bäumen drum herum. Ein "Künstler" hat in dem Nachbarhaus von der Taverne seine kleinen Kunststücke aufgestellt. Lustig war es anzusehen. Für mich war es Müll aus alltäglichen Haushaltsdingen. Weiter gingen wir auf teils steinigen Wanderwegen und Stufen entlang der unzähligen kleinen, von Wasserfällen gesäumten Schlucht. Früher gab es hier ein Dorf oder besser zwei. Und die hießen Myli oder Mili. Es gab ein "Ober (Ano)-Myli" und ein "Unter (Kato)-Myli". Der Name kam von den 30 Wassermühlen und den unzähligen Müllern in dem Dorf. Das Getreide kam aus der Region zum mahlen in das kleine Dorf. Erst 1972 verließen die letzten Bewohner das Dorf und nur bei einem restaurierten Haus kann man heute noch sehen, wie es damals ausgesehen haben musste. Ansonsten gab es entlang der Schlucht ausschließlich stark zerfallenen Ruinen, kleine Obst- und Gemüsegärten und angestaute kleine Wassertümpel. Insgesamt begegneten wir 6 kleine Kapellen und in jeder konnte man hinein gehen und die Atmosphäre genießen. In einer stellten Olaf und ich mit geheimen Wünschen eine Kerze auf und in einer anderen schrieben wir in dem Besucher-Buch ein, dass das "Ehepaar Olaf und Guido" hier gewesen sei. Manche Kapellen waren in einer kleinen Felshöhle eingearbeitet und manche standen frei am Felsen. Hin und wieder gab es gute und überdachte Rastplätze mit Grillfunktion.

    Nachdem wir die Schlucht durchwandert sind, gingen wir geführt von Komoot zunächst auf einer Strasse entlang. Von dort konnte man in die Schlucht hineinsehen, in welcher wir zuvor gegangen sind. Kurz vor dem Ende der Schlucht war eine Taverne, welche von der Strassenseite gegenüber aus, mit einer kleinen Seilbahn scheinbar mit Lebensmitteln oder anderes versorgt wurde. Wir folgten der Strasse und kamen in den Ort "Roussospiti". Dort pflückten wir an einem Granatapfel-Baum eine reife Frucht und Assen die lecker süßen Kerne beim gehen. Der Weg zweigte von der Strasse, auf einer kleinen asphaltierten Strasse ab. Diese folgten wir ca. 1 Stunde und kamen dann wieder in Rethymnon an. Schon von weitem könnten wir aus den "Bergen" kommend die weissen Wellen sehen. Und je näher wir wieder der Stadt kamen, um so lauter und hektischer wurde es. Am Strand lauschten wir den Wellen und genossen kurz das Spektakel. Ein Kite-Surfer versuchte sich in den Wellen und es gelang ihm recht gut. Sonst war kein weiterer Mensch im Wasser. Diesmal gingen wir dann am Strand entlang und huschte hin und wieder dem ankommenden Wasser davon. Am Ende der Strandes sahen wir uns ein Delfin-Denkmal an, was offensichtlich das Symbol von Rethymnon ist. Das gingen wir durch die Altstadt, weil wir im Supermarkt kurz nochmals Retsina kaufen wollten. Es war aber so voll mit Menschen, das war zu heute morgen ein krasser Gegensatz. Aus den kleinen Gassen quillten die Menschen in die nächsten Gassen. Unterwegs sagen wir und noch ein Minarett an und gingen Richtung Supermarkt und siehe da, wir kamen an der heute morgen gesuchten kleinen Bäckerei vorbei. Dort kaufen wir und einen mit Spinat gefüllten Mega-Geilen Blätterteigkringel. Man war der lecker, einfach unglaublich. Dann gingen wir in den Supermarkt für Retsina und Wasser. Dann zurück ins Katrina-Hotel. Aber auf den Weg dorthin kauften wir noch als zwei leckere Spinat-Kringel. Im Zimmer angekommen merkten wir erst dann, wie erschöpft wir waren.

    Immer noch den Geschmack von den wirklich köstlichen Spinat-Kringel im Gaumen, kochte ich zu Abend. Wieder wie gestern. Bohnen, Tomaten und Vollkornnudeln. Dazu Oliven. Was sonst. Danach machten wir einen Spaziergang durch das mittlerweile nächtliche Rethymnon. Wer denkt das nun Ruhe eingekehrt sei, der täuscht sich - aber gewaltig. Jugendliche auf Mopeds, nach Unterhaltung heischende Touristen - die Bandbreite war enorm. Trotzdem gab es ruhige Momente. Wie der Spaziergänge an der Küste an der beleuchteten Festung vorbei und hin zum kleinen Leuchtturm, der seine ursprüngliche Funktion nicht mehr ausübt. Junge Mädchen Sassen auf ihrem Smartphone schauend daran und kicherten, als wir "Hello" sagten. Wir schauten in den kleinen Hafen von Rethymnon, wo sich die Restaurants gegenseitig die Gäste weg schnappen und suchten Dan das hotel, wo Olaf zum letzten mal 1992 gewesen ist. Dank eines Freundes erfuhren wir, dass es sich um das "Hotel Ideon" handelt. Wir telefonieren per Video-Chat zusammen, was vor einigen Jahren noch wunderbar war und nun Realität ist. Irgendwie schon lustig und erschreckend zugleich. Wir erinnerten uns an die "Sea-Turtle" Rettungen und unsere Spende für diese Organisation. Dann gingen wir nach Hause zu unserem Apartment. Wir packten unsere Sachen und waren doch Recht wehmütig. Denn wir fühlten uns hier in dem kleinen hotel und der Stadt sehr sehr sehr wohl. Aber wir freuen uns auf die kommenden Tage und sind uns ziemlich sicher, dass wir uns erneut sehr wohl fühlen werden.
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  • Day3

    Regen und Chania

    September 27 in Greece

    Diese Nacht war es wie die davor auch. Es war ruhig, warm und die Wellen rauschten. Jedoch konnten wir beide nicht richtig gut schlafen und wissen auch nicht so Recht, woran es gelegen haben könnte. Nachdem wir aufgestanden sind, gab es erst einmal Frühstück. Toast, Tomaten, Gurken und Kaffee. Etwas heimisches Olivenöl auf den Toast geträufelt und dann in den Mund geschoben. Lecker.

    Unser Plan für heute war, dass wir eventuell in Georgioupoli hat machen und uns den See "Limni Journal" ansehen wollten. Jedoch machte uns das etwas schlechte Wetter einen Strich durch die Rechnung. Obwohl es kein schlechtes Wetter gibt, aber es war etwas regnerisch und ungemütlich und da geht man eher weniger spazieren. So haben wir denn dazu entschlossen, mit dem Bus von Rethymnon nach Chania durchzufahren. Damit verließen wir das kleine Katrina-Hotel, in dem wir uns sehr wohl gefühlt haben und sind uns sicher, dass wir hierher gerne wieder zurück kommen werden. Eine Woche könnten wir es in Rethymnon durchaus geniessen.

    Aber wir wollen noch mehr sehen und auch mehr erleben. So gingen wir zum Busbahnhof und es hatte aufgehört zu regnen. Es war warm und die Steine ziemlich rutschig. Auf Kreta hatte es wochenlang nicht geregnet und umso mehr freuten wir uns, daß wir bei diesem Event dabei sein konnten. Der Busbahnhof war klein und ziemlich hektisch. Erneut bestellte ich die Tickets mit den Worten " Dos Tickets to Chania please". Die Dame an dem Fahrkartenschalter verstand nicht, wie viele Tickets ich denn nun haben möchte. Kein Wunder. Denn erneut passierte es, dass ich auf Spanisch bestellte. Aber nun haben wir die Tickets und alles ist gut. Wir warteten auf den Bus und jede Linie fuhr einzeln vor. Es wurde zuerst auf griechisch, dann Englisch und zuletzt auf deutsch durchgesagt, wohin der Bus fuhr und welche Nummer er hatte. Eigentlich könnte dadurch nicht schief laufen. Jedoch hat man wohl unterschätzt, wie viel Menschen nach Chania wollen und so war der Bus sehr schnell voll. Das bedeutet auch, dass wir unser Gepäck wieder aus dem Bauch des Busses holen mussten. Ein zweiter Bus wurde geordert und wir ließen erneut unser Gepäck in den Bauch des Busses. Fast sah es so aus, dass wir erneut nicht mitfahren konnten. Aber wir waren die letzten, welche noch einsteigen durften. Für die anderen bedeutete das womöglich, dass die nun eine Stunde warten mussten. Denn scheinbar konnte man keinen weiteren Bus besorgen. Wir hatten also Glück. Im Bus selbst saßen wir nicht zusammen, aber bei der Fahrzeit von 1 Stunde hielten wir das gut aus.

    Die Fahrt verlief eigentlich problemlos. Jedoch je näher wir Chania kamen, umso mehr nahm auch der Regen und die Bewölkung zu. In Chania kam dann noch der alltägliche Stau in den Strassen. Allerdings waren wir für jede Minute dankbar, die wir noch im Bus bleiben konnten. Es war sehr ungemütlich, aber nicht arg kalt. Draussen zogen wir dann doch lieber unsere "Käfer-Capes" über, um unsere Rucksäcke vor der Nässe zu schützen. Na ca. 10 Minuten durch die nasse Altstadt, erreichten wir das keine aber feine "Fivos". Ich rief schnell durch und erwähnt, dass wir bereits vor der Tür stehen. Eine junge und drahtige Frau öffnete und und freundlich nahm sie uns in Empfang. Leider war das Zimmer noch nicht sauer, weil die vorherigen Gäste erst spät gegangen sind. In Anbetracht des Wetters war ihnen das auch nicht übel zu nehmen. Wir könnten entscheiden. Entweder das Gepäck hier lassen und in die Altstadt gehen oder einfach in dem kleinen Empfangsbereich warten. Wir entschieden uns für letzteres, da es sich nur im 40 Minuten handeln sollte. Da wir WLAN hatten, war alles gut 😁. Und genau anschauen 40 Minuten kam die junge drahtige Frau wieder und führte uns eine Wendeltreppe drei Stockwerke und 50 Stufen nach oben unter das Dach. Hier war unser Zimmer für die nächsten zwei Tage. Alles war sympathisch, die Frau, das Zimmer und die Atmosphäre. Nur das Wetter war ein wenig böse. Wir packten aus und ruhten einen Moment.

    Wir ruhten einen laaaaaangen Moment und es war dann schon 18:00 Uhr. Wir überlegten ob wir essen gehen (wir haben per Google zwei vegane Restaurants entdeckt) oder wir gehen einkaufen und kochen etwas. "Nur" einen Salat wollte ich nicht essen und wir kamen im Supermarkt auf die Idee, wie machen uns Gemüsereis. Gesagt getan und alles eingekauft. Leider regnete es immer noch und es war auch etwas ungemütlich. In den Nachrichten war von einem Phänomen die Rede was "Mediterraner Hurricane" hieß und relativ selten vorkam. Umso mehr ein Freude das erleben zu dürfen. Trotz der Freude bereiten wir uns zurück zu unserem kleinen Zimmer. Es war wunderbar und modern eingerichtet, aber im Gegensatz zum gestrigen Katrina-Hotel eine Besenkammer. Aber wir fühlten uns auch wohl und bedauerten nur, dass wir die Terrasse mit dem herrlichen Blick über die Dächer von Chania nicht richtig geniessen konnten. Wir kochten den Reis auf dem kleinen Herd. Dort lag offensichtlich einer der Anschlüsse am Rahmen, so dass es leicht kribbelte, wenn man das Kombigerät Herd-Kühlschrank-Spüle berührte.

    Das Fenster war geöffnet und die Temperaturen waren angenehm. In der Hoffnung, dass das Wetter morgen etwas besser wird, gingen wir zu Bett und lauschten dem plätschern. Er wirkte irgendwie beruhigend und wiegte und sanft in den Schlaf.
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  • Day20

    Kloster und Antike

    October 14 in Greece

    Es war die beste Nacht bisher in diesem Urlaub und das für uns beide. Wir haben nichts, aber auch gar nichts in der Nacht bei geöffneten Balkontüren gehört. Bis auf die typischen nächtlichen Geräusche. Kein Hund hat gebellt, kein Motorenlärm, keine lauten Menschen. Nur die Stille und Ruhe der Natur in der Nacht. Es war wunderbar. Die Betten waren herrlich weich und warm. Es hat auch nicht geregnet oder gestürmt.

    Mit guter Stimmung und der aufgehenden Sonne, standen wir auf. Der Blick über das Tal verriet und für heute gutes Wetter. Hinter dem "Psiloritis" lukten langsam und sanft die ersten Sonnenstrahlen hervor ins Tal. Es war ein ergreifender Anblick, an dem man sich nicht satt sehen konnte. Da wir bis zum Frühstück um 09:00 Uhr sowieso noch Zeit hatten, genossen wir ausgiebig diesen wundervollen Moment.

    Das Frühstück war wie immer einfach, diesmal aber zum Kaffee zusätzlich eine kleine Kanne Tee. Es war der eigene Tee, welche die Taverne selber anbietet. Gesammelt aus der Umgebung von der Familie und es war ein Kräutertee. Sie boten noch mehr eigene Produkte im Hotel zum Kauf an. Zwar jetzt in der Nachsaison nicht mehr so viel, aber einige Artikel eben doch. Zum einen Tees, Marmeladen, Honig, Olivenölseife, Johanniskraut-Balsam, gemalte Motive auf Leinwand aus der Umgebung, selbstgebackenes (hartes) Brot, gestrickte Mützen usw. In der Hauptsaison bieten sie auch kretische Kochkurse, Führungen in die Natur und deren Kräuter, eine kleine Tierfarm und Informationen zu Wanderungen an. Aber zurück zum Kräutertee und dem Frühstück. Der hat mir so geschmeckt, dass ich gleich eine Packung für 4€ kaufen musste. In Deutschland würde ich für diese Menge mindestens das 5-fache hinlegen müssen.

    Wir bedankten uns nach dem Frühstück und hinterließen einen schriftlichen Eindruck im Gästebuch des Hauses und nahmen uns fest vor, auch in dieses schöne Wohlfühlhotel einmal zurück zu kehren. Dann gingen wir los und da die Sonne schien, zuerst noch einmal zu alten Kirche. Dann folgten wir der Straße aus dem Ort, welche kaum befahren war. nach einer Weile erreichten wir "Klisidi", ebenfalls ein kleiner Ort aber mit einer Bushaltestelle. Wir gingen weiter und kreuzten eine größere Straße. Von nun an gab es etwas mehr Autoverkehr. Aber das hielt sich in Grenzen und war ertragbar. Unterwegs gab es immer wieder schöne Ausblicke in die weiten Täler und Landschaften. So ging es weiter bis zum berühmten Kloster "Arkadi" und dann gab es auch wieder Massen an Menschen, die aus Bussen quollen und bunte Kleidung an hatten. Das Kloster selbst hat für Kreta und Griechenland eine große Bedeutung. Das Arkadi-Kloster (griechisch Μονή Αρκαδίου) ist ein ehemaliges orthodoxes Kloster auf Kreta. Es bestand vom 14. Jahrhundert bis 1866 und ist das bedeutendste Nationaldenkmal der Insel. Das Kloster spielte eine herausragende Rolle im kretischen Kampf um Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich. Die Klosterkirche war bis zur Einführung des Euro auf dem 100-Drachmen-Schein abgebildet.

    Nach der ausgiebigen Besichtigung des Klosters, machten wir davor auf der Mauer eine kleine Pause und beobachteten die bunten Menschen. Danach gingen wir auf einer der Nebenstraßen weiter, welche direkt zu unserem heutigen Ziel nach "Eleftherna" führte. Langsam schoben sich weiter Wolken vor die Sonne und es wurde zunehmend kühler. Da wir seit dem Kloster wieder auf dem Europäischen Fernwanderweg E4 gingen, wollten wir ihm auch weiterhin folgen. Er bog dann rechts, weit vor "Eleftherna", von der Strasse ab und wir folgten dem breiten Weg. Allerdings vergewisserten wir uns erst nach ca. 10 Minuten auf der Navi-App, ob wir ruhig waren. Und wir waren es NICHT. Also wieder zurück und wir sahen dann, dass der E4 als sehr steiniger, kaum erkennbarer und durch den Regen des vorherigen Tages ein rutschiger Weg war. In Anbetracht dessen und der Einschränkung von Olafs Bänderdehung im rechten Fuß, gingen wir dann dann doch auf der Straße weiter bis zum Ort "Eleftherna". Auch hier war es sehr ruhig und ländlich. Ein sehr kleiner Ort wenn man bedenkt, dass sich hier eine bedeutende grosse Ausgabung und ein sehr modernes und neu gebautes Museum befindet. Aber zuerst wollten wir in unsere Unterkunft und uns etwas ausruhen. Die Lage habe wir per booking.com bekommen und bei Google Maps eingetragen. Jetzt standen wir an der Stelle, aber da war keine Unterkunft. Etwas rat- und hilflos gingen wir umher in der Hoffnung, irgendwo einen Anhalt zu finden. Aber nichts dergleichen. Hm... was nun? Wir gingen in die erste Taverne und es war auch die einzigste und fragten dort nach, ob die Unterkunft "Eleftherna Apartments" bekannt sei. Er sagte ja und ob wir einen Moment warten könnten und ob wir etwas trinken wollen. Wir sagten zu und erhielten auf unseren Wunsch dann griechischen Kaffee. In der Taverne war eine Reisgruppe und die musste offensichtlich erst versorgt werden, bevor der einzige Kellner in der Taverne sich um uns kümmern konnte. Er führte uns dann kurz durch den Ort und schwups waren wir da. An fast genau derselben Stelle standen wir auch schon, nur einen kleinen Schritt weiter und die Ecke und wir hätten es selbst gefunden.

    Wir bedankten uns und waren froh, endlich die heutige Bleibe gefunden zu haben. Dann ruhten wir uns eine Stunde aus und gingen dann zum Museum. Denn es hatte nur bis 18:00 Uhr geöffnet und morgen geschlossen. Das Museum lag ungefähr 15 Minuten ausserhalb vom Ort und schon auf dem Weg dorthin, konnte man in das Tal hinein sehen, wo sich die Ausgrabungsstätte befand.

    Die Dame am Ticketschalter wie uns beim Betreten um 17:00 Uhr auf sie Schließzeit hin. Das Museum selbst war sehr modern und multimedial eingerichtet. Es gab einige interessante Exponate zu besichtigen. Die meisten Fundstücke befinden sich jedoch im Museum in Rethymnon. Trotzdem erhielten wir einen guten Überblick.

    Nach unsere Besichtigung gingen wir zurück zu der Taverne, wo wir zuerst waren. Dort wollten wir zu Abend essen. Schon auf dem Weg dorthin berieten wir uns, ob wir morgen die 27km Etappe gehen werden oder Bus fahren. Aber letztendlich wollten wir das dann morgen früh entscheiden, denn es war auch davon abhängig, wie es dem Fuss von Olaf geht. Denn heute schmerzte er wieder etwas mehr. In der Taverne war diesmal nicht der Kellner da, sondern eine ältere Frau, die auch kein Englisch außer "sorry" kannte. Wir bestellten anhand der 3 sprachigen Speisekarte Bier, griechischen Salat, Pommes (hehe) und gefüllte Tomaten und Paprika. Leider gab es beim letzten nur noch eine gefüllte Paprika, dafür erhielt ich dann mehr mit dem selben Reis gefüllte Zucchini-Blüten. Es hat gut geschmeckt und gut gesättigt gingen wir dann in die Unterkunft zurück.

    Diese Unterkunft erinnerte mich irgendwie wie an eine ähnliche Bleibe in Portugal. Dort war ich 2016 im Februar mit meiner lieben Pilgerfreundin Edith unterwegs und in einem ehemaligen Schulgebäude befand sich die Pilgerunterkunft. Seit Wochen waren wir nach dem Gästebuch die ersten Pilger und blieben es für diese Nacht auch. Aber es war in dem Gebäude so kalt und auch feucht, dass man seinem Atem sehen konnte. Dabei war es draußen "viel" wärmer. In dem Kamin stellte ich eine Kerze als psychologische Stütze für einen brennenden Kamin. Jedenfalls haben Edith und ich sehr gut geschlafen.

    Auch in dieser Unterkunft ist es im Gegensatz zur Aussentemperatur viel kälter und vor allem sehr feucht. Es gab im Schlafzimmer ein großes Bett und ein Einzelbett. Das grosse Bett für Olaf und das Einzelbett für mich. Es gab eine große Steppdecke und zwei Wolldecken. Ich nahm die Wolldecken und legte mich trotzdem mit Trainingshose und Jacke zu Bett. Das bin ich ja von meinen Wanderungen auch schon gewohnt - hehe.
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  • Day21

    Zisternen und Keramik

    October 15 in Greece

    Es war nicht die beste Unterkunft, jedoch auch nicht schlecht. Meine Jacke und Trainingshose habe ich in der Nacht dann doch wegen der Wärme ausziehen müssen und später brauchte ich dann wieder eine zusätzliche Decke. Geschlafen habe ich gar nicht mal so schlecht und Olaf hat wohl auch gut geschlafen. Geträumt habe ich irgendwas mit Vampiren und das unser Blut ihnen helfen kann, zukünftig auf Menschenblut zu verzichten. Na ja. Jeden Tag eine gute Tat.

    Nach dem Aufstehen machten wir uns fertig. Wir putzten die Zähne, wuschen das Gesicht und packten unsere Rucksäcke. Wir hatten hier kein Frühstück. Deshalb planten wir, erst etwas zu gehen und dann im Ort "Magaritas" etwas zum Frühstück zu kaufen. Wir verließen das Haus. Olaf schaute es sich noch genauer an. Es hatte mehrere Apartments und unseres war im Erdgeschoß. In seiner Fantasie malte er sich aus, wie es wäre, wenn wir das ganze Haus besitzen würden und was wir wo in welchem Zimmer hätten. Hust. Ich ging weiter.

    Wir sollten den Schlüssel wieder bei der Taverne abgeben. Gegen 08:00 Uhr sei sie geöffnet. Aber als wir um diese Zeit vorbei kamen, war niemand da. Plötzlich kam die ältere Dame von gestern die Dorfstraße herunter. Wir übergaben den Schlüssel und bedankten uns bei ihr. Einen Kaffee in der Taverne lehnten wir ab. Dann folgten wir der Ausweisung vom Europäischen Fernwanderweg E4 und es ging zuerst bergab auf einen Pfad in das Tal, wo sich die ganzen Ausgrabungen vom antiken Eleftherna befanden. Einige Stätten waren abgesperrt, was wir auch bedauerlicherweise erfahren mussten. Die Wegführung vom E4 war jedoch komplett frei. So folgten wir dann dem E4 und gingen durch ein herrliches grünes Tal. Dann kamen wir an zwei wirklich riesigen Zisternen im Fels gehauen vorbei. Natürlich mussten wir dort hinein gehen. Sie waren leer und wahrscheinlich vollkommen aus den Fels gehauen. Riesige Felssäulen trugen die Decke. Es war aufregend hier in der dunklen Zisterne zu sein und zu wissen, dass vor Tausenden von Jahren hier Wasser war und eine kleine Stadt versorgte. Außerdem nisteten Fledermäuse hier und die wollten wir nicht weiter mit unseren Handytaschenlampen stören.

    So folgten wir weiter dem E4, aber später bogen wir nach rechts ab, weil wir noch zu dem großen und weithin sichtbaren Turm wollten. Auch dieser war sehr imposant und stand auf einem kleinen, aber recht beeindruckenden Felsplateau. Am Ende, was gleichzeitig einer der Eingänge zur der Ausgrabungsstätte war, "Archea Eleftherna" - ein Nachbarort von "Eleftherna". Irgendwie heißt hier alles so in der Gegend.

    Dieser Ort schien etwas mehr Geld zu haben. Die Straßen waren zum Eingang zur Ausgrabungsstätte frisch gepflastert und es sah etwas schicker aus. Eigentlich wollten wir uns hier noch eine Kirche ansehen, aber die war wieder in einem Tal und man hätte erst wieder bergab und dann zurück bergauf gemusst. Dazu hatten wir jetzt nach der Durchwanderung der Ausgrabungsstätte keine wirkliche Lust mehr. So gingen wir dann dann weiter auf der kleinen und kaum kaum befahrenen Bergstraße nach "Magaritas". Ein Bergdorf, berühmt für seine Töpferkunst und für sein kleines heiliges Kloster. Hier gab es wirklich viel an Töpferware zu sehen und auch zu kaufen. Das lockt auch viele Touristen an und entsprechend viele waren anwesend. Wir kauften natürlich auch wieder ein paar Kleinigkeiten, die wir für unverzichtbar und niedlich hielten z. B. zwei kleine Keramikschildkröten. Dann gingen wir zum hiesigen Bäcker und kauften Spinat-Kringel, gefüllte Apfeltasche und zwei Sesam-Kringel. Dann gingen wir zu dem Kloster, um in dessen schönen grünen Garten unser Frühstück einzunehmen.

    Hier trafen wir dann auch die Entscheidung, dass wir zu Fuss nach "Bali" - unserem heutigen Ziel - gehen werden. Angedacht war, dass Olaf sich bis hier überlegt, ob er ab hier wegen seines Fußes den Bus nach Rethymnon nimmt und von dort weiter nach Bali fährt. Ich wollte in jedem Falle gehen. Er entschied sich aber auch zu laufen. Wir gingen somit die letzte Etappe von unserem gemeinsamen Urlaub zusammen und es sollte sich mehr als lohnen.

    Kurz hinter "Magaritas" fanden wir neben einer Mülltonne eine Plüsch-Schildkröte. Ganz neu und sogar noch mit Preisschild. Die konnten wir nicht liegen lassen. Das Thema "Schildkröte" begleitete uns irgendwie heimlich den gesamten Urlaub über. Zunächst folgten wir der Straße aus "Magaritas" heraus, diese verließen wir aber später auf einen Feldweg, um dann später wieder auf die Straße zu treffen. Wir sahen unterwegs auf diesem Feldweg viele Blumen und natürlich auch Bienen. Das Summen an diesen Büschen und Sträuchern war faszinierend. Auch sahen wir auf diesem Weg viele weitere Insekten: Hummeln, Schmetterlinge, Libellen usw. Weiter auf einem Nebenpfad sahen wir einen Dachs daherlaufen und im Gestrüpp verschwinden.

    Am Ortseingang von "Perama" war eine Klinik (Perama Health Center) und weiter weg in dem Supermarkt neben der Tankstelle, kauften wir uns etwas für die nächste Pause zu trinken. Leider fanden wir nicht gleich einen geeigneten Pausenplatz und mussten erst noch durch einige Olivenhaine gehen, um dann später am Straßenrand sitzend unsere Pause zu machen. Wir kamen an einem Gebäude vorbei, wo es nach Stallmist roch und überquerten auf einer kleinen Brücke einen ausgetrockneten Flusslauf. Allerdings hatte sich direkt an der Brücke ein kleiner Tümpel gebildet und viele Schildkröten huschten wegen uns schnell ins Grüne Wasser. Dann lugten sie mit ihren Köpfen aus dem Wasser und beobachteten uns. Wieder das Thema "Schildkröten". Wir gingen dann den jetzt mit weißen Kalkstaub verschmutzten Schotterweg etwas bergauf. Die Sonne schien sehr stark und der weiße Schotterweg blendete in den Augen.

    Wir kamen auf einer gut befahrenen Teerstraße an und folgten dieser, um nach ca. 200m rechts zwischen vermieteten Villen in einen Feldweg mit Olivenbäumen einzuschwenken. Es war ein sehr schöner Weg und angenehm zwischen den Olivenbäumen zu gehen. Hin und wieder kamen wir auch an Orangenbäumen vorbei. Aber auch an angebaute Auberginen. Dann erreichten wir den kleinen Ort "Achlades". Ruhig und verschlafen. Im Vorgarten eines Hauses betrachtete uns neugierig beim Vorbeigehen, ein kleiner brauner Hund. Wir gingen weiter und stellten fest, dass er uns folgte. Dann überholter er uns und lief stolz voraus, uns aber immer im Blick behaltend. Er folgte uns auch, wenn wir die Richtung wechselten. Aber wir hatten Angst, dass er von Autos überfahren werden könnte. Jedoch schien er sehr intelligent zu sein bzw. zu wissen daß es besser ist, sich nicht mit den metallenen Ungestümen anzulegen. Er wich brav nach rechts oder links aus - je nach dem, von wo gerade das Auto kam. Wir dachten, er muss doch endlich mal umkehren und wieder nach Hause zurück gehen. Aber nein. Er blieb bei uns. Den Weg hat uns Google ausgesucht. Und leider verschwand der Weg fast völlig in Gestrüpp von Dornen und war nicht mehr erkennbar. So mussten wir außen herum den Weg erahnen und stießen etwas weiter wieder auf einen erkennbaren Weg. Der Hund blieb die Ganze Zeit bei uns.

    Wir machten erneut eine Pause und der kleine Hund gesellte sich zu uns und nahm zum ersten Mal direkten Kontakt zu uns auf. Wir streichelten ihn und er beschwichtigte ununterbrochen. Da wir uns aber der Schnellstraße nach Heraklion näherten, bekamen wir jetzt richtige Angst, dass dem Kleinen etwas passieren konnte. Wir überlegten, wie wir ihn wieder loswerden könnten. Verscheuchen schien die beste Methode zu sein. Aber kurz nach unser Pausenstelle kamen wir an einem Friedhof vorbei und wir schmiedeten einen neuen Plan. Wir gingen schnell in die kleine Kapelle, so dass der Hund zwar mitbekam wohin wir gingen, aber nicht dass wir in der Kapelle waren. Wir warteten dort drinnen ca. 5 Minuten. Dann gingen wir hinaus. Ich sah ihn am Eingang vom Friedhof aber er uns nicht. Schnell sagte ich Olaf, dass er mir folgen solle. Quer und immer wieder die Richtung wechselnd, gingen wir hastig zwischen den Gräbern entlang und verließen den Friedhof an einer offenen Stelle. Dann schnell noch die Straße hoch. Ich drehte mich um und sah, dass der kleine Hund den Friedhof nach uns absuchte. Ich hatte kurz ein schlechtes Gewissen aber ich wusste auch, dass er eine gute Nase hat und sicher zurück findet. Bestimmt vermisst ihn schon die ältere Frau und sucht ihn verzweifelt oder ihre Enkelin.

    Es ging steil nach oben über einen Nebenweg auf die Schnellstraße. Hier herrschte ein anderes Tempo. Geschätzte 130 fuhren hier so manche mit ihrem Auto entlang und wir gingen an der Seite auf dem schmalen Standstreifen entgegen zur Fahrtrichtung. Es war nicht ungefährlich und so verließen wir nach ca. 2km wieder diese Schnellstraße, um auf einem Parallelweg zu gehen. Gott sei Dank gab es diesen. Sonst wären wir sicherlich umgekehrt oder abgebogen. Das war einfach zu gefährlich. Auf diesen Nebenweg war es ruhiger und so gingen wir dann weiter in richtig "Bali". Die heutige Etappe ist die letzte unserer Rundreise auf West-Kreta und auch eine sehr lange. Insgesamt 27km waren zu meistern.

    Wir erreichten "Bali" über eine Serpentinenstraße und kamen erschöpft in unserem Hotel an - den "Elpis Studio Apartments". An der unbesetzten Rezeption hing ein Schild auf dem stand, welches Zimmer wir haben und der Schlüssel in der Tür stecken würde. Wir gingen auf das Zimmer, entledigten uns der Rucksäcke und ließen uns erschöpft auf das Bett fallen und machten eine Pause. In dem Apartment könnten wir auch kochen. Aber wir gingen in den Ort in einer Taverne essen und kauften in einem Supermarkt zu Frühstück ein. Eine Bäckerei haben wir auch gefunden, wo wir uns morgen früh frisches Brot holen werden. Gut gesättigt gingen wir zurück und duschten. Olaf schlief danach sofort ein und ich schreibe in mein Reisetagebuch
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  • Day22

    Shopping und Abschied

    October 16 in Greece

    Es war erstaunlich ruhig in der Nacht. Fast kein Laut trotz geöffneten Fenster. Der Pool nebenan plätscherte vor sich hin, ab und zu bellte ein Hund. Sonst keine lauten Nachbarn oder andere kreischende betrunkene Frauen.

    Trotz all der Ruhe und entspannter Atmosphäre, habe ich kaum geschlafen. Keine Ahnung warum. Wahrscheinlich wegen dem bevorstehenden Rückflug nach Berlin. Das Fliegen ist nicht so mein Ding und meistens werde ich schon eine Woche vorher unruhig. Diesmal nur 4 Tage vorher. Wir standen auf und gingen zum Bäcker. Denn dort hatten wir der Verkäuferin versprochen, dass wir heute zum Brotkaufen vorbei kommen werden. Und tatsächlich, sie konnte sich an uns erinnern. Wir kauften ein Brot, zwei Sesam-Kringel und ein Teilchen mit Spinat. Dann gingen wir zurück und bereiteten das Frühstück vor. In dem Apartment gab es eine Toaster, Wasserkocher und eine Kaffeemaschine. Letztere brauchten wir wegen dem löslichen Kaffee nicht. Im Kühlschrank hatten wir die gestern gekauften Tomaten und die Gurke, sowie den Orangensaft (welcher kein echter war) aufbewahrt. Dazu gab es dann Olivenöl, dicke weiße Bohnen und mit Reis gefüllte Weinblätter in Dosen. Hat alles gut geschmeckt.

    Wie besprochen den heutigen Tag. Es sollte ein entspannter letzter Tag werden. Jeder sollte das machen, wonach er Lust hat. Wir hatten beide Bock auf Shopping. Aber zuvor erkundigten wir uns vor Ort, wo sich die Bushaltestelle befindet, von der wir morgen nach Heraklion fahren müssen. Im Internet haben wir dazu recherchiert und gingen in Richtung Schnellstraße. Denn dort befand sich die einzigste Bushaltestelle nach Heraklion bzw. in Gegenrichtung nach Rethymnon und Chania. Dort an der Schnellstraße gab es sogar ein Ticket-Häuschen und wir fragten nach, wann der der Bus abfahren würde. Stündlich so in der 20zigsten Minute. Es gab keinen Fahrplan oder eine Infotafel. Nur die Abfahrtszeiten von den Startpunkten waren im Internet und dort im Aushang zu sehen. Man musste also wissen, wie lange der Bus vom Startpunkt bis zum Einstiegsort benötigt, um dann rechtzeitig an der Bushaltestelle zu sein. Eine Zyklus beobachteten wir sogar, dann gingen wir shoppen. Es mussten noch Souvenirs und Geschenke gekauft werden.

    Wir fanden fast alles und fragten uns schon ein wenig, wie wir das alles noch verstauen wollen. Ganz "Bali" haben wir sogar durchquert und am anderen Ende auf der Klippe nach einem guten Strand gesucht. Keinen so richtig gefunden. Überall lagen Menschen herum und kreischende Teenies hüpften Selfies machend umher. Außerdem hatte ich heute noch eine Verabredung mit YouTube. Denn ich wollte mir per Live-Stream die Vorstellung vom neuen Smartphone von Huawei das Mate20 Pro ansehen. Das Gerät interessiert mich sehr.

    Also gingen wir beizeiten wieder zurück und Olaf entschied alleine eine einsame Bucht für FKK zu suchen und ich sah mir den Live-Stream an. Und natürlich hat Olaf sogar eine gefunden ☺️.

    Als er dann zurück kam, gingen wir zu Abend in einer Taverne essen, welche wir beim Shopping entdeckt haben. Es gab und jetzt nicht lachen, griechischen Salat, Pommes, gefüllte Tomaten für Olaf und Briam für mich. Danach bekamen wir wie jedes mal etwas Süßes und Raki. Dann gingen wir zurück und packten unsere Rucksäcke für den Flug. Wir bekamen tatsächlich alles verstaut und da wir uns auf dem Flughafen in Heraklion langere Kleidung anziehen würden, wären die Rucksäcke wieder etwas kleiner.

    So sollte es sein und wir gingen nach einem entspannten Tag zu Bett.
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  • Day19

    Regenerischer Ruhetag

    October 13 in Greece

    In der Nacht kündigte es sich schon an, dass der heutige Tag regnerisch und leicht windig werden wird. Wir haben ganz gut geschlafen und waren auch ein wenig traurig, die heutige Unterkunft zu verlassen. Denn wir haben uns sehr wohl gefühlt, dass vor allem aber auch durch die Freundlichkeit und Unterstützung von dem älteren Herrn an der Rezeption. Ihm gehörte auch das Hotel, was er seit 25 Jahren leitet. Seine ruhige und teilweise recht langsame Art war sehr angenehm.

    Nach dem für uns späten aufstehen, gingen wir um 09:00 Uhr zum Frühstück in den Aufenthaltsbereich bei der Rezeption. Es war an dem Hotel irgendwie alles klein und mein heimlicher Name für das Hotel war "Le Petit". Zwei Frauen kümmerten sich um das Frühstück für die Gäste und erkundigten sich nach unserem Wunsch. Dann kam der ältere Herr ( den Namen von ihm haben wir vergessen) und bestätigte den Essenswunsch. Nach einer Weile erhielten wir auch unser Frühstück und wir könnten uns in der Zwischenzeit gut in dem Raum umsehen. Er war gemütlich gestaltet und in einem zarten hellblau gehalten. Es lagen Bücher und Landkarten in verschiedenen Sprachen zum Kaufen aus. Zwei große Pflanzen zierten den Ausgang aus dem Hotel. Zwei alte Fotos von einer Frau und einem Mann, zierten eine Wand und ein gemeinsames Bild von ihnen stand auf dem Tresen. Später erfuhren wir, dass es sich um die Eltern von dem älteren Herren handelte.

    Das Frühstück war wieder einfach, so wie wir es bestellt hatten. Es gab auch eine "large"-Version, aber das ist uns zu viel und dazu gab es auch Eier. Welche wir nicht essen. Es gab reichlich Brot und der Clou waren die 4 verschiedenen und selbst hergestellten Marmeladen. Es war Feige, Orange, Zitrusfrüchte und Pflaume. Honig war auch dabei, ist aber von uns nicht bevorzugt gewesen. Wir wollten das Ursprüngliche und Selbstgemachte aus der Region probieren. Für mich waren sie einfach nur süß, für Olaf schmeckten sie lecker nach den Früchten.

    Wir berieten nochmals kurz wie wir heute unser Ziel erreichen wollen. Denn es regnete mit kurzen Pausen fast ohne Unterlass. Da macht Wandern keinen Spaß und durch den Wind noch weniger. Wir entschieden uns für die Fahrt mit dem Auto. Der ältere Herr hatte sich gestern angeboten und heute zu fahren. Beim Bezahlen der Rechnung fragte er uns danach, wie wir uns denn für heute entschieden haben, also ob wir wandern wollen oder doch lieber das Auto nehmen. Wir erklären ihm, dass es wegen dem Wetter besser ist mit dem Auto zu fahren. Und er bestätigte das mit einem langgezogenen "of course". Er machte die Rechnung fertig und schrieb sehr ausführlich dazu, was es mit einem öffentlichen Taxi kosten würde. Das wären 35€ gewesen und er würde uns für 26€ fahren. Er fragte uns ob dies in Ordnung sei und wir bestätigten das. Die Abfahrt sollte dann am besten Vormittag für ihn sein, gab er an. Das war für uns auch in Ordnung. Wir bezahlten und verabredeten uns dann an der Rezeption so in 15 Minuten. Wir wollten im Supermarkt schauen, ob es dort die leckeren Sesam-Kringel gibt, die ich gestern gekauft hatte. Leider gab es diese nicht und wir gingen zurück zum Hotel. Ein kurzer Toilettengang und dann an der Rezeption kurz gewartet.

    Er gab einige Instruktionen - langsam versteht sich, an die zwei Damen und wir gingen zur Hauptstraße, wo er selbst noch eine kleinen Laden hat und seine Marmeladen dort verkauft. Direkt daneben war seine Garage mit einem alten schwarzen Toyota. Wir legten unsere Rucksäcke in den Kofferraum uns stiegen ins Auto. Olaf hinten und ich neben dem Fahrer. Gemächlich fuhren wir aus "Spili" heraus und gemächlich führen wir auf der regnerischen Bergstraße in permanenten Kurven leicht nach oben. Unterwegs gab es ein paar Infos von dem älteren Herren über die Umgebung und Orte, durch die wir hindurchfuhren. Ein Tal, das "Amari-Becken" sei besonders im Frühling schon. Denn dann erblüht es voller Tulpen. Eine sehr alte Kirche in einem Ort und wie sehr er diese Landschaft liebe. Im Radio spielte sanfte, fast orchestrale Musik und der Regen plätscherte an die Autoscheibe. Der Ausblick in die Landschaft war trotz Regen super und wenn wir uns vorstellen wie es ohne Regen wäre, haben wir uns etwas darüber geärgert.

    Wir erreichten "Thronos" und der heutiges Ziel und er fuhr und zur heutigen Unterkunft "Aravanes". Unterwegs kamen wir erneut an einer Kirche vorbei und er erwähnte, dass diese zu den ältesten auf Kreta zählt. In der Unterkunft mit Taverne, kam er mit hinein. Denn er kannte die Familie und wollte sie begrüßen. Wahrscheinlich kennen sich alle Einwohner auf Kreta irgendwie. Freudig begrüßte er Maria, eine der Töchter vom Eigentümer und stellte uns vor. Maria konnte sich an uns erinnern, da wir sie gestern wegen der heutigen frühen Ankunftszeit angeschrieben hatten. Auch sie war sehr freundlich und die Taverne wirkte modern, aber rustikal eingerichtet. Wir bestellten drei "Greek-Coffee" ohne Zucker und gingen mit dem älteren Herren auf die Veranda. Er musste Rauchen, was er wohl auch leidenschaftlich und viel machte. Wir unterhielten uns bei Kaffee und den kleine Snacks ein Weile und erfuhren auch, warum an den Straßenrändern immer einige kleine "Miniatur-Kapellen" stehen. Es war so, wie wir es auch schon vermuteten. Dort passierten tödliche Unfälle und zur Erinnerung an die Lieben, stellt man dort diese "Miniatur-Kapellen" auf. Das sei aber ausschließlich eine orthodoxe Sitte. Dann kam der Besitzer und beide redeten wie, als wenn sie sich eine Weile nicht gesehen haben. Man könnte sich richtig vorstellen, was sie so miteinander austauschten. Wie geht es dir, was ist Neues geschehen, wie geht es der Familie, wie läuft das Geschäft usw.

    Dann verabschiedeten er sich nach der dritten Zigarette und wir bedankten uns bei ihm. Er vergaß seinen Regenschirm und Olaf brachte ihm diesen noch schnell hinterher. Dann saßen wir dort einen Moment noch auf der Veranda, denn unser Zimmer wurde noch hergerichtet. Als es fertig war, so gegen 11:50 Uhr, kam die zweite Tochter - Elefteria - zu uns und zeigte uns das Zimmer. Es war modern ausgestattet mit einem herrlichen Blick über das zur Zeit regnerische Tal.

    Zu "Thronos" selbst gibt es ein wenig zu berichten. Der Name des Ortes Thronos leitet sich vom Bischofssitz (‚Thron des Episkopats‘) im byzantinischen Sybrita ab. Nach der byzantinischen Rückeroberung Kretas 961 durch Nikephoros Phokas wurde der Ort Lambini (später Spili) Sitz der Diözese Sybritos, die Stadt Sybrita, einschließlich der Basilika, wurde nicht wieder aufgebaut. Die Kirche steht auf den von der Fläche größeren Fundamenten der ehemaligen Basilika der Stadt Sybrita, die nach der arabischen Eroberung der Insel im Jahr 824 zerstört wurde. Die Kirche befindet sich innerhalb von Thronos (Θρόνος) direkt an der Ostseite der Hauptstraße. Thronos ist ein Ort ungefähr 19 Kilometer südöstlich der Bezirkshauptstadt Rethymno in der Mitte des Amari-Beckens (Αμάρι). Die kleine Ortschaft mit um die 80 Einwohnern ist an den Osthang des 618 Meter hohen Kefala(Κεφάλα) gebaut, dem Berg, auf dem sich die antike Akropolis von Sybrita befand.

    Wir blieben den Nachmittag über im Zimmer und schauten ab und zu aus dem Fenster. Stellenweise regnete es in Strömen und ich dachte gerade an die sindflutartigen Regenfälle auf Mallorca und ob es hier heute auch so sein wird. Wir lasen etwas und dösten vor uns hin. Dann gegen 16:00 Uhr hörte der Regen auf. Ja man konnte sogar Teile vom höchsten berg Kretas, den "Psiloritis" mit 2456m sehen. Denn der lag direkt "neben" uns und somit in unmittelbarer Sichtweite. Sollte etwas der Regen jetzt aufgehört haben?

    Ja das hatte er und wir gingen etwas in den kleinen, aber doch sehenswerten Ort spazieren. Zunächst waren wir an der alten Kirche, aber die war leider verschlossen. Immer wieder waren von der erhöhten Lage von "Thronos" herrliche Ausblicke in die Umgebung möglich. Auch sahen wir deutlich einen Regenbogen, welcher zwischen uns und dem Psiloritis war. Sehr schön anzusehen. Dann gingen wir zur archäologischen Ausgrabungsstätte auf einen kleinen Berg, wo sich die antike Akropolis von Sybrita befand. Es war nicht sehr viel zu sehen. Aber die Landschaft und der Ausblick waren wundervoll. Durch den Regen waren auch sehr viele Schnecken unterwegs und mit jedem Schritt mussten wir aufpassen, dass wir keine zertreten. Trotzdem knackte es hin und wieder unter unseren Füssen und wir kamen uns ganz furchtbar vor. Beim Rückweg vom Berg, zählte ich die schwarzen Käfer und kam bei 200m auf 29 Käfer. Eine ganz schöne Menge wenn man bedenkt, dass ich nach den Käfern nicht explizit Ausschau gehalten habe. Angeblich gäbe es auch noch eine Fotoausstellung in einem Gebäude über die Ausgrabungsstätte, aber das war verschlossen und so gingen wir langsam wieder zurück. Als wir an der alten Kirche vorbei kamen, rief uns plötzlich alte Frau hinterher. Keine Ahnung wie wir uns verständigten, aber irgendwann leuchtet uns ein, sie will uns die Kirche zeigen. Das freuten uns natürlich sehr und sie kam mit einem riesigen rostigen alten Schlüssel und schloss die kleine Kirche auf. Innen drinnen war es dunkel und feucht. Die alte Frau küsste ein Heiligenbild am Eingang und bekreuzigte sich vor der Wandmalerei der heiligen jungfrau Maria. Dann setzte sie sich auf einen Stuhl am Ausgang. Durch die Dunkelheit war nicht viel zu erkennen. Aber es war alles ziemlich alt und wir spürten eine gewisse Ergriffenheit. Wir spendeten in die Schatulle der Kirche 2€ und die alte Frau schenkte uns dann noch zwei Postkarten der alten Wandmalereien in der Kirche. Danach verließen wir die Kirche und die alte Frau wollten uns noch zu einem Kaffee einladen. Wir lehnten dankend ab, was sicherlich sehr unhöflich war und wir ein schlechtes Gewissen bekamen. Trotzdem gingen wir zur Unterkunft zurück und schauten uns die sehr schön gestaltete Außenanlage an und bleiben dann noch etwas auf dem Zimmer und genossen die herrliche Aussicht von unserem Balkon auf die Berge und in das Tal. Inzwischen war sogar wieder teilweise blauer Himmel zu sehen. Anschließend gingen wir dann essen in der Hoteltaverne. Es gab Salat á la Aravanes (So hieß die Unterkunft), dann Pommes aus frischen Kartoffeln (die gehen immer) und dann Briam (Ofengemüse). Danach gab es - was sonst - Raki und Halvas. Eine süße Nachspeise aus Grieß. Die war echt lecker und ich suchte in Internet sogleich das Rezept heraus. Ebenso von dem Briam. Wir bedankten und für den netten Abend und erkundigten uns, wann es morgen Frühstück gibt. Das war um 09:00 Uhr und ist in Ordnung. Hier fühlten wir uns auch sehr wohl und machten schon für den nächsten Urlaub Pläne und wir sind uns sicher, dass wir hierher auf jeden Fall noch einmal kommen werden. Die Unterkunft war mit eine der Besten in Ausstattung, Freundlichkeit, Service und Umgebung.
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  • Day16

    Vom Winde (fast) verweht

    October 10 in Greece

    Gestern Abend hatte es sich schon angekündigt - ein kräftiger Wind. In der Nacht brauste er mehrmals kräftig durch die Blätter des Palmenbaumes, der vor unserem Eingang zum Zimmer stand. Denn diesmal "wohnten" wir ebenerdig und hatten ein gemütliches Sitzpolster und Tisch vor unserem Eingang. Diese Möbel waren aus Euro-Paletten, was uns sehr gefiel. Natürlich waren sie, wie fast alles in Griechenland, in blau angestrichen. Außerdem war meine Vermutung, dass es sich die Hauskatze in Abwesenheit der Bewohner es sich darauf gemütlich macht.

    Eigentlich mag ich es sehr wenn es in der Nacht stürmt, aber hin und wieder schlug es draußen irgendwo laut gegen etwas, so dass ich immer wieder erwachte. Zuerst fand ich es angenehm, aber dann raubte es mir doch den Schlaf und ich musste leider Ohrstöpsel benutzen. Aber ich empfand das Bett und das Zimmer als angenehm und konnte wieder schnell einschlafen. Auch tat es gut, dass durch das geöffnete Fenster frische kühlere Luft hinein kam.

    Gegen 07:30 Uhr wurden wir wieder wach, meditierten, packten unsere Sachen und gingen zum Frühstück in die Taverne von unserem Hotel "Coral". Wir saßen am selben Platz wie gestern Abend. Es war ein einfaches Frühstück und durch den Wind mussten wir schon sehr aufpassen, dass uns die Servietten bzw. nichts anderes davon wehte. Die Hauskatze kam angewackelt uns rekelte sich vor uns wie Spooky auf dem Fußboden. Das haben wir bei einer Katze bisher so noch nicht gesehen. Sie wollte bestimmt nur Aufmerksamkeit und gestreichelt werden. Nach dem Bezahlen und dem Bedanken, erhielten wir von dem Hotel als Geschenk in einer Tüte frischer Bergkräuter und einen kleinen Beutel grobes Meersalz geschenkt. Hm... was das wohl für Kräuter sind und wofür sie benutzt werden können?

    Dann folgten wir der geplanten Route, kamen an der kleinen Festung und den Strand von gestern vorbei. Schöne Erinnerungen daran kamen hoch. Wir folgten der kleine Teerstraße, welche dann in eine Schotterpiste überging. Es ging vorbei an heidekrautähnlichen Gesträuch, an Klippen und Felsenlandschaften. Bis wir wieder die Hauptstraße erreichten, um diese dann nach ca. 250m erneut zu verlassen. Im Hintergrund bzw. neben uns das mächtige "Lefka Ori" Gebirge. Immer wieder blieben wir fasziniert stehen, um es ausgiebig zu betrachten. Wir könnten uns nicht entscheiden was schöner ist, das Gebirge oder das Meer. Eventuell ist es die Mischung aus beidem davon. Landschaftlich war der Weg bisher sehr reizvoll und interessant. Dann erreichten wir vom starken Wind begleitet, eine Badebucht "Paradia Agia Maria". Der Name für den Strand kam wohl von der kleinen, gleichnamigen Kapelle am Strand. Innen in der Kapelle war es feucht und sie schien auch recht alt zu sein. An diesem doch sehr schönen Strand, machten wir unsere erste Pause. Für ein Foto rekelte ich mich extra auf einem Baumstamm herum und stellte hinterher fest, dass durch die Hitze Harz ausgetreten und nun an meiner Hose ist. Wie bekam man noch gleich Harz aus der Wäsche? Google hilf ...

    Ich war etwas verärgert und wir gingen nach unserer Pause direkt an den Küste weiter. Ein Strand nach dem anderen erreichten wir. Wahrscheinlich wegen der Nachsaison, waren kaum Menschen am Strand. Kurz überkam uns die Idee ins Wasser zu springen, wir verwarfen diese Idee wegen der heutigen doch längeren Strecke.

    Nachdem wir nun länger den Weg am Meer gefolgt sind, ging dieser nun auf einer Schotterpiste etwas bergauf und führte oberhalb der sehr schroffen Felsen an der Küste entlang. Diese Ausblicke waren atemberaubend schön. Der sehr starke Wind kühlte uns bei der Wanderung. Die zum Teil recht starken Böen brachten uns manchmal wegen der Rucksäcke ins Schwanken. Und wenn sie von vorne kamen, verlangsamten sie stark unsere Geschwindigkeit. Es war lustig und anstrengend zu gleich. Es überholten und zwei Radfahrer, ein Laster und zwei Motorradfahrer kamen uns entgegen. Das waren alle menschlichen Begegnungen.

    Immer wieder waren Ziegen und Schafe zu sehen, welche unter einem Baum Schatten suchten. Wir folgten dem Wegverlauf in ein Tal und von dort ging es nach "Souda". Wir waren vollkommen durstig und haben keinen Supermarkt gefunden. In den mittlerweile gut mit Touristen gefüllten Tavernen, wollte zumindest ich nicht gerne einkehren. Und so gingen wir auf der Teerstrasse an der Küste und den Stränden entlang, um bald einen Supermarkt zu finden.

    Es war unverkennbar, wir näherten uns wieder touristischen Zentren. Was uns unterwegs immer wieder erschütterte und auch verärgerte, war die Umweltverschmutzung. Selbst ein "Schönreden" über den Müll half da nicht weiter. Wie etwa "... die Glasscherben spiegeln sich in der Sonne wie Diamanten, die Plastikflaschen könnten Vogeltränken sein, die blauen Verschlusskappen sind typische Landesfarben, die leeren Getränkedose klappern gut und verscheuchen Tiere, die umherliegenden Plastiktüten bringen einen Farbtupfer in die Landschaft..." und und und. Es ist wie es ist - UMWELTVERSCHMUTZUNG. So schlimm wie auf Kreta, habe ich das schon lange nicht mehr erlebt. Aber es gibt Anzeichen dafür, dass die Vernunft und das Verständnis zur Umwelt bei der Bevölkerung wächst.

    Nach "Souda" erreichten wir "Plakias". Ebenfalls ein Touristenort, aber immerhin mit diversen Supermärkten. Gleich der erste war unser und wir holten uns etwas zu trinken und machten eine weitere Pause. Dann klapperten wir die Läden nach Surferschuhe für meine Nichte ab. Ausgerechnet ihre Farbe (Orange/Grau) und auch noch in Größe 39, stellte sich als ausgesprochen selten heraus. Fast enttäuscht gingen wir deshalb in eine Bäckerei, holten uns jeder Spinatteilchen und machten eine weitere Pause. Ich hatte das Gefühl, dass ich in Deutschland bin. Den fast jeder schien hier deutsch zu sprechen. Damit meine ich natürlich die Touristen.

    Nach der eher unfreiwilligen Pause, folgten wir der Hauptstraße und bogen oberhalb eines kleine Berges dann auch rechts in eine geteerte Nebenstraße ab. An einer Kreuzung stießen wir auf ein Gehege mit Schafen und deren noch sechs sehr kleinen Lämmern. Die waren sooooo süß und landen aber sicher bald als Lammbraten im Ofen 😫😥. Dann gingen wir auf dem Schotterweg weiter nach unten in eine Senke und von dort dann wieder auf eine Teerstraße nach "Damnoni". Das ist kein richtiger Ort, wie viel hier, eher eine Ansammlung von Ferienhäusern. Der dortige Strand war schön und wir fanden auch eine Taverne, welche veganes Essen anbot. Leider hat sie nur von 09:00-18:00 Uhr geöffnet. Somit konnten wir dort heute nicht zu Abend essen. Schade.

    Es ging am Strand entlang wieder etwas bergauf und erhöht an der Küste entlang. Wir trafen auf einen FKK Badestrand und Olaf war glücklich. Dann weiter der nächste FKK- Badestrand und Olaf war überglücklich. Wieder weiter der Strand bei unserem heutigen Hotel "Amoudi", aber diesmal bekleidet. Das war egal.

    Zunächst gingen wir ins Hotel und checkten ein. Ich wusch unsere Socken, Unterwäsche und meine harzige Hose. Tatsächlich bekam ich fast alles an Harz herausgewaschen. Danach gingen wir so wie Gott uns geschaffen hat im kristallklaren Wasser baden. Es wehte aber immer noch der recht starke Wind. Die Abendsonne tauchte die Landschaft wieder in einen herrlichen samtig-goldenen Farbton. In unserem Hotel war auch eine Taverne. Wir schienen die einzigen Gäste in der Taverne zu sein und als wir uns setzten, kam gleich eine Frau und fragte ob wir etwas essen und trinken wollen. Wir bejahten und sie bat uns in die Küche. Mittlerweile kam auch eine zweite Frau dazu und beide präsentierten uns stolz ihre Gerichte. Wir interessieren uns aber nur für die grünen Erbsen mit Kartoffeln und die mit Reis gefüllten Zucchini-Blüten. Dazu einen griechischen Salat. Es war sehr lecker. Beide Frauen schienen sehr aufgeregt, das lag wohl daran, dass ihre Daily-Soap im Fernsehen gerade in der Werbepause war und bald fortgesetzt wird. Nach dem Essen gingen wir auf das Zimmer.
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  • Day17

    Es kam anders als gedacht

    October 11 in Greece

    Schon gestern Abend deutete es sich an. Der geschwollene rechte Knöchel bei Olaf verheißt Ungemach. Möglicherweise und manchmal bekommt man es auch nicht mit, ist er irgendwie mit dem Fuß umgeknickt und scheinbar hat er ein Bänderdehnung. Den Fuß haben wir hochgelagert und Eiswürfel aus dem Kühlschrank in meinem Halstuch gepackt damit gekühlt. Natürlich bereitet das einem Sorge und der Schlaf war entsprechend nicht der Beste. Trotzdem sah es am Morgen etwas besser aus. Aber wir mussten umplanen, da wir dem Fuß von Olaf keine Tageswanderung zumuten wollten.

    Nach dem Erwachen gingen wir zunächst zum Frühstück auf die Veranda. Wir besprachen welche Möglichkeiten es gibt. Ein kompletter Ruhetag kam aber eher nicht in Frage, weil wir uns auf den Palmenwald von Preveli gefreut haben. Irgendwo hatten wir dann etwas von einer Bootstour dorthin gelesen und schon gestern Abend danach recherchiert. Per E-Mail haben wir angefragt und freundlich antwortete man uns zurück, dass es möglich wäre auch vom Strand "Damnoni" aus zu starten. Der liegt nicht weit von uns entfernt. Wir gaben die Rückantwort, dass wir das gerne so machen wollen und wo denn das Boot ablegen würde. Bis heute Morgen zum Frühstück haben wir darauf keine Antwort gehabt. Das machte die weitere Tagesplanung auch nicht einfacher.

    Wir entschieden, dass wir erst einmal zu dem kleinen Hafen gehen werden. Eventuell müssten wir dann wieder umplanen. Gesagt getan. Nach dem Frühstück packten wir unsere Strandbeutel mit Müsliriegel, Badehose und Wasser. Dann gingen wir zum kleinen Hafen.

    Das Gehen war für Olaf soweit in Ordnung. Es "zog" ein wenig in seinem rechten Fuß. Wir gingen durch den Touristenort "Kokkina Chorafia", der eigentlich nur aus einer einzigen Hotelanlage bestand. Leider mussten wir danach kurz auf einer Schotterpiste leicht bergauf und dann wieder runter zum Hafen. Am Hafen selbst war nichts erkennbar, dass hier eventuell ein Touristenboot anlegen würde. Wir checkten die E-Mails und die leider hatten wir immer noch keine Antwort erhalten. So rief dann Olaf dort an, aber weil es so windig war, war das Telefonat recht schwierig. Jedoch verstanden wir den Kapitän Talos vom Touristenboot, dass er heute wegen dem Wind nicht fahren würde. Okay. Wir mussten umplanen.

    Dem Fuß von Olaf ging es soweit gut und deshalb beschlossen wir, die 2,5 Stunden Wanderung zum Kloster Moni Preveli und zur Palmenstrandschlucht Preveli zu versuchen. So gingen wir zunächst an der Hotelanlage vorbei zur Straße zurück . Dieser folgten wir ca. 20 Minuten bis zur Hauptstraße. Schon in der Ferne sah man an einer "Art Bushaltestelle" einen Kleinbus stehen. Allerdings hatte dieser die Warnblinker an. Der Kleinbus war links von uns und wir mussten rechts. Bevor wir jedoch rechts einbiegen erkannten wir, dass am Kleinbus "Plakias - Preveli" stand. Schnell begaben wir uns zum Bus. Doch plötzlich fuhr dieser los. Wir streckten beide unsere Hände aus und der Bus hielt. Wir fragten nach und zu unserem Glück fuhr er tatsächlich nach "Preveli". Wir bezahlten 3,20€ und Olaf bekam einen Sitzplatz, ich musste stehen. Aber das war wegen der Freude über dieses Glück auch egal. Zwei Haltestellen weiter stieg ein Paar aus und wir beide könnten zusammen sitzen. Wir freuten uns sehr.

    Unterwegs mit dem Bus war die Landschaft durch die Berge geprägt. Wir kamen an der alten Klosterruine "Kato Moni Preveli" vorbei, dann der Abzweig zum Palmenwald und dann kamen wir zum Kloster "Moni Preveli". Das Kloster stellt einen religiösen Mittelpunkt der Diözese „Lambi, Syvritos und Sfakia“ dar. Es gehört der halbautonomen Kirche von Kreta an, die dem Patriarchen von Konstantinopel unterstellt und seit 1913 mit der Kirche von Griechenland assoziiert ist. So weht neben der griechischen Flagge auch der doppelköpfige byzantinische Adler auf goldenem Grund im Innenhof der Klosteranlage. Das Engagement der Mönche für Freiheit und Unabhängigkeit der griechischen Einwohner Kretas sowie für schulische Weiterbildung begründete den überregionalen Ruf des Klosters.

    Nach unserer Besichtigung und dem Besuch der Museums, gingen wir die Teerstraße zurück an einem Gedenkpark vorbei bis zum Abzweig "Palmenwald". Dort bogen wir ein und überquerten nach 500m den Parkplatz. Auf steilen Stufen ging es dann den Felshang hinab und ich musste schon arg wegen meiner Höhenangst kämpfen. Es ist schlimm für mich, steile Stufen nach unten zugeben und man sieht bis auf den Abgrund kein Ende. Aber auch das ging vorbei und es eröffnete sich für uns eine kleine Oase - der Strand von Preveli.

    Der Strand von Preveli, auch bekannt als der See Preveli oder Phoenix, liegt am Ausgang der imposanten Kourtaliotikos-Schlucht, in welcher der große Fluss Megas Potamos fließt. Es ist sicherlich der bekannteste Strand in Süd Kreta, der jeden Sommer von unzähligen Touristen besucht wird. Während der Sechziger und Siebzigern, war es ein bevorzugtes Ziel der Hippies.

    An den Ufern des großen Flusses befindet sich ein großer Wald von Theophrastus Palmen, die der Region einen Hauch von einer afrikanischen Landschaft geben. Der Fluss, der das ganze Jahr über Wasser führt, bildet einen großen 500 Meter langen See, bevor er sich ins Meer ergießt. Man kann am Fluss entlang im Schatten der Palmen und anderen Bäumen gehen und den Aufstieg in die wundervolle Schlucht beginnen. Kleine Teiche die sich in der Schlucht befinden laden zum Schwimmen ein. 2010 wurde dieses Paradies fast durch ein großes Feuer zerstört, paradoxerweise hat der Palmenhain den meisten Schaden behoben. Am Ende des Flusses befindet sich ein Strand mit weißem Sand und ziemlich kühlem Wasser durch den Fluss. Im östlichen Teil des Strandes ist ein wundervoller Felsen der an einen Mast erinnert.

    Wir durchquerten den wunderbaren Palmenhain in der Hoffnung, somit die Schlucht durchqueren zu können. Aber leider mussten wir an einer unpassierbaren Stelle umkehren und so gingen wir zum eigentlichen Strand zurück. Schon vorher haben wir auf einer Infotafel gelesen, dass 3x ein Boot zum Strand "Damnoni" fährt. Wir hatten wieder wahnsinniges Glück und so brauchten auch nicht zurück laufen. Stattdessen machten wir es uns in der Taverne gemütlichen, tranken etwas und aßen eine Portion Pommes - den die "gehen immer" 😁.

    Dann kühlte Olaf seinen Fuß in dem klaren Süßwasser und wir warteten auf das "gelbe Boot" laut Infotafel. Es kam pünktlich legte an, lud ein paar Gäste aus und fuhr zu einer 20 minütigen Pause in 50m Abstand vom Strand aufs Meer. Genau nach 20 Minuten kam es zurück und wir stiegen ein. Pro Person 8€ war uns diese willkommene Abkürzung wert. Dann genossen wir die schöne Rückfahrt an der schroffen Felsenküste entlang, bis zum Strand "Damnoni". Das Boot legte dort am Strand an. Wir mussten die Schuhe ausziehen, da wir etwas ins Wasser springen mussten.

    Erneut fröhlich über unser Glück, gingen wir leicht erschöpft zum Hotel zurück. Unterwegs sahen wir wieder den Infozettel für eine Autorenlesung. Wilfried Stüven liesst aus seinem Krimi "Roter Mohn verblasst nicht" vor. Es sei ein "bremisch-kretischer" Kriminalroman mit dramatischer Wendung. Ich recherchiere danach heute Abend im Internet. Es interessiert mich irgendwie. Im Hotel angekommen ruhten wir ein wenig, bevor es dann zum Baden an den herrlichen FKK-Strand ging. Nach dem erfrischenden Bad gingen wir gleich zu einer Taverne, welche wir gestern schon besuchen wollten. Diese hat leider nur von 09:00-18:00 Uhr geöffnet, so dass wir sie erst heute besuchen konnten. Wir bestellten uns Salat mit Avocado, als Vorspeisen Kartoffeln mit Dill-und Senfsoße, sowie Linsenmousse. Den Hauptgang suchten wir uns zuvor an der "Theke" aus. Es gab für uns Backofengemüse und dicke weiße Bohnen. Dazu als Getränk Bier. Das Essen war für das Leckerste was wir bisher auf Kreta gegessen haben.

    Gut gesättigt gingen wir in der Abendsonne an der Küste zurück zum Hotel. Einen Moment verweilten wir aber noch an der Küste, um den Sonnenuntergang zu genießen. Erneut kam kräftiger Wind auf und wir gingen zurück zum Hotel. Leider ist Olafs Knöchel zum Abend hin wieder mehr angeschwollen. Morgen haben wir wieder eine etwas längere Etappe in die Berge vor uns. Mal sehen...
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  • Day18

    Das Schreien der Lämmer

    October 12 in Greece

    Schon als wir gestern zurück ins Hotel gingen bemerkten wir, dass es sehr stürmisch war. Einerseits freute uns das, weil dann eventuell die aufkommenden Wolken schneller davon flogen und andererseits würde das wieder eine akustisch interessante Nacht in dem Hotel werden. Aber zuerst wurde Olaf sein Bein noch versorgt. Er lagerte es hoch und bekam auf seinen Fuß wieder in mein Halstuch eingewickelte Eiswürfel aufgelegt. Das machte ich so zweimal, bevor wir dann endgültig uns zum Schlafen vorbereiteten. Allerdings stopfte ich mir schon Ohrstöpsel in beide Ohren, weil ich wegen des Sturms eine laute Nacht vermutete. Denn ringsum uns herum pfiff es laut und bei starken Windböen, hatte man ängstlich sein können. Nicht aber wir (hust).

    In der Nacht wurde ich, wie sonst auch, mehrmals wach und einmal nahm ich meine Ohrstöpsel heraus und lauschte etwas diesem natürlichen Peiffkonzert. Aber dann machte ich die Dinger wieder rein und schlief weiter. Am nächsten Morgen erzählte mir Olaf, dass er die armen Lämmer und Schafe hat schreien gehört und diese bestimmt wegen des Sturms solche Angst hatten. Dieses "schreien" hat ihn wohl sehr beeindruckt und in ihm eine nächtliche Vorstellung von durch den Sturm herumfliegenden Lämmern geweckt 🐑😂.

    Wir standen nach dem Erzählen der nächtlichen Erlebnisse auf, packten wieder unsere Rucksäcke und gingen zum Frühstück hinunter auf die Veranda. Dort erwartete man uns als Gäste schon und brachte das gewohnte Frühstück. Ich ging dann bezahlen und man gab mir mit "No-Card" zu verstehen, dass nur Bargeld erwünscht ist (obwohl laut booking.com Kreditkarten akzeptiert werden). Ein kurzer Schreckmoment, denn wir hatten nicht mehr viel Bargeld dabei. In dem Ort wo wir waren, gab es keinen Geldautomaten. Ich überflog schnell unser Barvermögen und sie gab mir die Rechnung. Er reichte gerade so und wir waren danach bis auf 10 Euro blank. Heute mussten wir also irgendwo einen Geldautomaten ansteuern, sonst schreie ich wie eines der Lämmer in der Nacht 😊.

    Olafs Fuß war zwar noch leicht angeschwollen sonst ging es aber vorerst und wir waren guter Stimmung wegen des Weges. Diesen hatten wir noch einmal ungeplant, um mehr gerade und auch kürzere Strecken zu gehen. Kleine Highlights auf dem Weg sollte es jedoch geben.

    Zunächst aber mussten wir leicht bergauf. Es war ruhig und es waren auch kaum Autos unterwegs. Rechts und links konnten wir deshalb in Ruhe auch die Natur genießen und die frische Luft einatmen. Wir begegneten auf der Straße ein paar frei laufende Schafe und kamen an einem großen Schliffrohr Feld vorbei. Wir finden beide, dass Schilfrohr sich wunderbar im Wind wiegen kann. Mit "Lefkogeia" erreichten wir den ersten Ort auf unserer Strecke. In dem Ort sahen wir uns ein altes und restauriertes Waschhaus an. Ich persönlich empfand die am Zaun daneben aufgehangenen und furchtbar stinkenden Schafsbock-Schädel als ekelhaft. Olaf fand sie sehr interessant. Vermutlich sollen diese Schädel böse Geister abschrecken.

    Danach gingen wir zurück in und durch den Ort auf der Hauptstraße entlang. Natürlich war hier mehr Verkehr und es machte auch nicht sonderlich Spaß auf der Straße zu gehen. Zumindest verließen wir die Hauptstraße nach einer Weile und kamen auf eine Nebenstraße mit feinem Schotter und es war auch für Olaf okay diesen Weg zu gehen. Ein kleines Rinnsal floss neben uns und die Luft roch nach Kräutern. Vor allem Dill der hier scheinbar überall wächst. Ein "Nachteil" dieser Nebenstraße jedoch war, dass diese zunächst in ein Tal führte und dann wieder bergauf zur Hauptstraße verlief. Unterwegs fragten uns ein paar Touristen aus dem Auto, wo denn hier der Eingang zu Schlucht "Kourtaliotiko" sei, denn dieser näherten wir uns jetzt auch. Leider konnten wir ihnen nicht weiterhelfen uns so mussten sie ihre Suche wohl fortsetzen. Wir jedoch erreichten nach einem recht strammen bergauf erneut die gut befahrene Hauptstraße. Diese verlief etwas oberhalb der erwähnten Schlucht. Es wurde in dieser Schlucht durch den starken Wind auch recht kühl, so dass wir unsere Jacken anziehen mussten. Heute hatte ich wieder mit Höhenangst zu kämpfen und es machte mir schon einige Schwierigkeiten, rechts an der Straße entlang zu laufen. Links, was eigentlich richtig wäre, war aufgrund der Steinschlaggefahr keine gute Wahl und die Fahrspur schien dort auch etwas schmaler zu sein. Na gut, dann eben weiter und schnell durch.

    Ganz so schnell waren wir dann doch nicht. Denn es gab einige Aussichtspunkte und eine kleine wirklich süße Kapelle. Ein Weg an dieser Kapelle führte hinunter in diese Schlucht und dort sollte dann eine kleine Kirche und ein Wasserfall sein. Der Weg da runter war für mich heute definitiv zu viel und für Olaf auch. Also gingen wir weiter an der Straße entlang. Wieder ein Aussichtspunkt und dann eine Kapelle, welche wieder in eine kleine Höhle gebaut war. Schon aus dem Ferne war diese Recht hübsch anzusehen. Wir gingen dorthin und Besichtigungen sie kurz. Dann kam die Sonne raus und wir machten die eine Pause. Der Platz an dieser kleinen Kirche war wie dafür gemacht und Olaf konnte bequem auch seinen Fuß hochlegen, der inzwischen wieder etwas schmerzte.

    Nach ca.15 Minuten gingen wir weiter und kamen - oh Wunder - erneut an einem Aussichtspunkt vorbei. Wir empfanden ihn als unbedeutend und gingen weiter. Nach weiteren 20 Minuten waren wir aus der Schlucht heraus und anschließend ging unser Weg rechts von der Hauptstraße weg. Jedoch wieder bergauf und das ein ganzes Stück. Zuerst hatten wir in der Schlucht unsere Jacken wieder ausgezogen, dann wieder angezogen und nun wieder ausgezogen. War irgendwie lustig das Spiel mit der Temperatur. Je höher wir kamen, um so lieblicher wurde der Ausblick. Denn im Gegensatz zu den letzten Tagen in der pflanzlichen Kargheit, war es hier sehr üppig und grün.

    Wir erreichten den Ort "Frati". Ein sehr sehr beschaulicher und ruhiger Ort. Da saß man noch auf Plastikstühlen an der Straße und schaute, ob etwas passiert. Ja das tat es, denn wir kamen vorbei. Freundlich grüßten wir mit "kalimera" und wurden freundlich zurück gegrüßt. Auf dem kleinen Friedhof von "Frati" machten wir auf der Mauer Pause und Olaf konnte erneut sein Bein hochlegen. Ich ging in die Kirche und schaute sie mir an. Sie war schmucklos, aber typisch und wie viele andere auch.

    Nach der Pause folgten wir der kleine Straße. Wolken und Sonne wechselten sich ab und ebenso war der Wind mal da und dann wieder weg. Erneut Jacke an und dann wieder aus. Dann wieder Jacke angezogen. Unterwegs gab es herrliche Ausblicke in ein von großen Bergen eingerahmtes Tal und dann erreichten wir eine große Hauptstraße, welche nach Rethymnon führte. Wir gingen in die entgegengesetzte Richtung und direkt in die nächste Bäckerei. Von den 10€ kauften wir zwei Cola und die letzten Spinat-Kringel. Olaf legte sein Bein hoch auf einen anderen Stuhl. Nach weiteren 15 Minuten setzten wir unseren Weg fort und verließen den Ort "Ano Mixorrouma". Einige Regentropfen erwischten uns, aber davon ließen wir uns zunächst nicht beirren. Leider wurde aus drei dann zehn Tropfen und wir stellten uns kurz unter einen Baum.

    Die meisten Autofahrer waren vorbildlich beim Vorbeifahren und hielten einen größeren Abstand. Aber es gab sehr wenige, welche es nicht so ernst nahmen. Und die waren für uns natürlich ein Dorn im Auge. Erneut fielen ein paar Regentropfen kurz vor dem Ort "Dariviana" und wir dachten schon, das es stärker regnen würde. Wir standen wieder kurz unter einem Baum, gingen aber dann doch weiter. Es regnete auch nicht mehr und den Ort ließen wir auch schnell hinter uns. Wir kamen an einem Botanischen Garten vorbei. Dort konnte man sich getrocknete Kräuter und Olivenöl kaufen. Beides wollten wir nicht, denn wir waren kurz vor dem heutigen Ziel.

    Wir erreichten "Spili". Einen wie uns schien touristisch gut besuchten Bergort. Gleich am Eingang zum Ort war der imposante Bischofssitz. Viele Läden, Restaurants und Schnellimbisse säumten die Straße. Einige kleine Läden schauten wir uns auf dem Weg zu unserem Hotel bereits an. Es gab in dem Ort ein Highlight und das war der venezianische Löwenbrunnen. Ein ca. 20m langer und 20cm breites Wasserbecken, welches von 19 Löwenköpfen mit Wasser gespeist wurde. Der Brunnen ist auch als Jungbrunnen bekannt das Wasser könnte man wohl problemlos trinken. Wenn man das macht, würde man jung bleiben und vor ernsthaften Erkrankungen geschützt sein. Eventuell hätte Olaf da seinen Fuss rein halten sollen? (Lach)

    Dann ging Olaf zum Hotel "Herakles" und ich kurz in den Supermarkt um noch Wasser zu kaufen. Im Hotel angekommen, erwartete mich Olaf und (scheinbar) der Besitzer. Ein extrem freundlicher und älterer Mann. Wir gingen aufs Zimmer und nahmen eine 2 Stunden Ruhezeit ein. Wir haben sogar etwas dösen können.

    Danach machten wir einen kleinen Stadtrundgang. Wir besuchten den modern und scheinbar erst gebauten Bischofssitz, dann wollten wir in eine Kirche. Die war jedoch leider verschlossen. Zurück in Richtung Hotel, gingen wir oberhalb durch den Ort durch eine kleine Gasse. Das war sehr schön. Dann gingen wir in ein Restaurant und aßen zu Abend. Es gab griechischen Salat, mit Reis gefüllten Tomaten und Paprika und natürlich Pommes. Dazu für jeden von uns ein Bier. Während des Essens gingen wir die Optionen für morgen durch. Laut Wetterbericht soll es regnen, Olaf sein Fuss ist noch nicht richtig abgeheilt. Die zuvor geplante Strecke planten wir wieder um zu einer "einfacheren" und strichen so eine geplante aber anscheinend etwas schwierig zu gehende Schlucht raus (Schluchten hatten wir aber auch schon zu genüge). Dadurch wurde es aber auch zu einer etwas langweiligeren Etappe. Es blieb dann noch die Möglichkeit, dass wir morgen mit dem Taxi zu unserem nächsten Hotel fahren und dort erneut einen Ruhetag einlegen. Das schien eine gute Entscheidung zu sein. Wollen es aber morgen vom Wetter und von Olaf seinem Fuß abhängig machen

    Dann gingen wir zurück ins Hotel. Dort fragten wir den älteren Herren, ob er uns für morgen ein Taxi bestellen könnte. Weil wir je nach dem das Wetter wird entweder das Taxi nehmen oder doch gehen werden. Er entgegnete, dass er sehr gern für uns ein Taxi rufen würde. Aber er würde uns auch gerne selbst mit seinem Auto zu unserem nächsten Ziel dem Ort "Thronos" fahren. Also das fanden wir super nett und konnten es nicht ausschlagen. Jedoch wollten wir erst abwarten, wie morgen das Wetter wird und Olaf sich fühlt. Das werden wir morgen nach dem Frühstück entscheiden.
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  • Day27

    Rethymnon

    November 18, 2016 in Greece

    Rethymnon ist eine süße kleine Stadt, super um durch die Straßen zu flanieren und die Sonne und den langen Sandstrand zu genießen.

    Außerdem schaue ich mir die Festung der Stadt an, zusammen mit Seven, der währenddessen ein Video darüber dreht. (Link zum Video: https://youtu.be/kUuqzvWfTo4)
    An meinem letzten Abend in Rethymnon treffe ich Jaime und wir entscheiden uns spontan dazu, am nächsten Tag ein Auto zu mieten und die Insel zu erkunden.

    Travelmate: Seven (US)
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You might also know this place by the following names:

Nomós Rethýmnis, Nomos Rethymnis, Rethymno, Ρέθυμνο

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