Iran
Shiraz

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Travelers at this place
  • Day230

    Cyclists Meetup in Shiraz

    May 2 in Iran ⋅ 🌙 20 °C

    We finally arrived on Shiraz, the birthplace of the Syrah grapevine. Sadly, no more Syrah wine here… at least officially 😉 Surprisingly, multiple cyclists arrived in Shiraz around the same time though all coming from different directions.Read more

  • Day22

    Banking, Bazaar, Festung, Hafiz...

    April 6 in Iran ⋅ ⛅ 16 °C

    Hamam, Bazaar, Moschee - untrennbare Elemente der Handelszentren. Nur das Haman - Badehaus und vor allem Treffpunkt der wichtigeren Männer - ist mittlerweile museale Vergangenheit. Auch wenn die Einführung von Duschen im Haushalt vor etwa 60 Jahren unterm letzten Schah von den Klerikalen noch scharf verurteilt wurde, konnten sie diese Modernisierung nicht verhindern. Einige Hamams werden immerhin als sehr stylische Teehäuser weiterbetrieben.

    Schiitische Muslims waschen sich vor dem Gebet zwar nicht so ausführlich, wie die Sunnit:innen. Aber nach Ejakulation, Sex und Monatsblutung ist die Ganzkörperwaschung absolute Pflicht! Sufi erklärt uns bei Besichtigungen viele dieser Details. (Und ich stelle mir unweigerlich vor, wie vertrocknete alte Männer weiterhin regelmäßig ins Hamam laufen um so ihre Männlichkeit zu behaupten 😂)

    Shopping im Bazaar- für Nasrin überall ein Fest, für mich nur in den Gewürzläden- Geldvorräte auffüllen, Rückfahrkarte für Nasrin besorgen, Strassenmusiker feiern (natürlich illegal), traditionellen Kichererbseneintopf essen lernen, Teepausen, Obstabend, Abendausgang für Nasrin und Sufi, Taxifahrer die dem Navi nicht folgen können, strukturierten unseren Tag. Dazwischen natürlich 'Pflicht'-Besichtigungen einiger wichtiger Kulturschätze dieser schönen und heiter wirkenden Stadt.
    Am Hafiz-Mausoleum duftet es wie in der ganzen Stadt betörend nach Orangenblüten. Wir lasen sogar ein paar seiner Gedichte miteinander (Internet 🙏) und Sufi erzählte, wie ihr als Teenager die Augen geöffnet wurden von diesem weisen Freigeist und scharfen Kritiker des Klerus und der Mächtigen. Rausch, Frauen, junge Männer...spielten natürlich bei Hafiz auch eine große Rolle. Mit Goethe hätte er sich vermutlich gut verstanden.
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    Birgit Schuler

    Steht dir auch gut. Wie dürfen wir dich dann zukünftig ansprechen: Mohamaia? Mohamedina? 😂🤣

    4/7/22Reply
    Sabine Kuen

    …🤣🤣 bin für Mohamevelin …

    4/7/22Reply
    Birgit Schuler

    die Ornamentik im Islam ist grandios. Gegenständliche Darstellungen sind ja verboten.

    4/7/22Reply
     
  • Day21

    Checkout, checkin, chillout

    April 5 in Iran ⋅ ☀️ 27 °C

    Reisetag: Von Queshm-City wieder zum Hafen von Queshm. Mit dem schnellen Fährboot übergesetzt durch den schmalen Golf von Hormus - voller Frachtschiffe- in die Großstadt Banderabas und von dort weiter mit dem Taxi zum Flughafen wo ich due Wartezeit zu einem erholsamen Mittagschlaf und zum Souvenirkauf nutzte. (Dattelsirup und Fischsauce - freut euch auf meine Inspirationen in der Küche ;-))
    Die kleine, recht neu wirkende Propellermaschine, die uns nach Schiraz bringt, hat nur 70 Sitzplätze. Sufi verbringt den manchnal etwas wackeligen Flug in einer Art Überlebensmodus. Beeindruckend ist das viele öde braune Wüstenland unter uns. Ebenen und Berge ohne Bewuchs, gelegentlich ein Salzsee, ganz wenige Siedlungen mit kleinen Ackerflächen. In Schiraz sind wir in einem restaurierten Altstadthotel (Forough) mit Innenhof untergekommen. Vom Abendessen im vermutlich besten Restaurant der Stadt kamen wir erst gegen Mitternacht zurück. Leider zu salzig für mich, Suppe und SALATBUFFET!!!! machten mich aber schon glücklich. Und dass wir die vielen Reste sorgfältig einpacken konnten und draußen zwei jungen Mülksammlern geben. Die teuerste Mahlzeit bislang auf unserer Tour: Etwa 30 Euro für vier Personen. Bzw. für sechs.
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    Birgit Schuler

    Detlef auch...😊

    4/7/22Reply
     
  • Day74

    Chiraz 1

    October 17, 2019 in Iran ⋅ ⛅ 27 °C

    A Chiraz nous nous rendons à la mosquée Nizamulmolk, où la combinaison de colonnes torsadées, de faïences bleues et roses, de vitraux et de riches tapis crée une ambiance douce et chaude. Quand Pamela, la strip-teaseuse, arrive en petite tenue... Non zut, ça c'est une autre histoire. Pardon, on reprend. Au pavillon Qavam, Khalid s'allonge sur le sol pour photographier les plafonds peints et au mausolée de Hafez, des perruches choisissent des poèmes pour les visiteurs. La nuit tombée, nous nous rendons au mausolée de Chah Geragh. En tant que touristes on nous dit qu'on ne peut pas se promener seuls : on doit se faire escorter par Zeynab, qui arbore une écharpe "International affairs" sur la poitrine (nous? Des "international affairs"? Quelle promotion😋). On discute un peu, elle est intriguée par le fait qu'on puisse être un couple chrétien/musulman et se demande si c'est compliqué! Elle prend le temps de nous faire voir pas mal de choses et nous recommande des textes qu'elle aime.

    Le lendemain, on trouve porte close au bazar. On a vraiment la poisse avec ces bazars, on y arrive toujours quand c'est fermé🤔. Tant pis, on va faire comme tout le monde et manger du faloodeh (prononcer "falouuudèèèh" avec un ton traînant- c'est de la glace à l'eau de rose) en siestant/flânant autour de la forteresse de Karim Khan. On boit un thé dans un café qui ressemble à l'appartement d'une mamie iranienne, et la serveuse nous propose une guitare! Khalid en profite pour jouer quelques airs et se faire filmer par sa nouvelle groupie. Fin de journée au parc botanique Eram et errances sur le campus de l'université de Chiraz.
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    Laurence

    Splendide!

    10/18/19Reply
    Marie F

    Le minimalisme artistique n'avait pas la côte chez les Qajars :)

    10/18/19Reply
    Magali Belzanne

    Magnifiques couleurs

    10/20/19Reply
    Khalid J

    Faloodèèèh ! Quoi de plus rafraîchissant quand le soleil matraque, que des nouilles congelées à l'eau de rose ?

    10/20/19Reply
     
  • Day48

    Shiraz Tag 2

    May 21 in Iran ⋅ ☀️ 32 °C

    Morgens kurz durch die Stadt und dann bei nen Cay gut gehen lassen. Nachmittags dann mit nem Taxi zu Persepolis und Necropolis. Teile der ältesten Stadt persiens. >500 Jahre vor Christus.
    Abends im Hotel gegessen und danach den Manager auf die komischen Preise angesprochen, warum Touristen aus dem Ausland 240% mehr bezahlen, als Touristen aus dem Iran. Viele Ausreden später versuchte er es dann mit nem gratis besuch im HotelHamam wieder gut zu machen. War sehr gut, aber den Mehrpreis nicht wert....
    Zimmerpreis Iraner: 16,66€
    Zimmerpreis Nichtiraner: 40€
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    Tobias Gehle

    Der Düdo 😍

    5/23/22Reply
    Steffen Steinweg

    Wusste doch der gefällt dir 😂

    5/23/22Reply
    Tobias Gehle

    Wie schön dass du an mich denkst 😍😍

    5/23/22Reply
     
  • Day25

    Shiraz

    October 15, 2019 in Iran ⋅ ⛅ 24 °C

    Ich habe noch ein paar Tage "Galgenfrist" und so gönne ich mir ein Flügli nach Shiraz.
    Die rund 950km werden so recht entspannt zurückgelegt und zum Frühschoppen bin ich schon in der Hauptstadt der zentralen Südprovinz Fars im südlichen Zāgros-Gebirge auf etwa 1500MüM.

    Was mir die letzten Wochen doch eher selten der Fall war, ausser Teheran und Esfahan, andere Touristen, gibt es hier im grösseren Mengen. Wobei der Individualtourist eher eine untergeordnete Rolle spielt.
    Mich freut der "Touristenstrom" für Iran, persönlich ist es etwas gewöhnungsbedürftig. ;-)

    Die Stadt ist wirklich eine Perle, da kann man sich verweilen. Die Zitadelle des Karim Khan, die Vakil Mosque, der Vakil Bazar, die Nasir-ol-Molk-Moschee, den Schah Tscheragh, das Grab des Grossen persischen Dichters Hafis...

    Mein persönlicher Favorit:
    Schah Tscheragh, König des Lichts, ist die Begräbnisstätte von Amir Ahmad (gestorben 835), genannt „König des Lichts“, und Mir Muhammad. Beide waren Brüder des Imam Reza, die vor der Verfolgung durch die Abbasiden in Schiras Zuflucht gefunden hatten. Das Doppel-Mausoleum ist eine der bekanntesten Pilgerstätten der Schiiten im Iran.

    Das Treiben in und um dieses Mausoleum bei Abendstimmung ist wirklich ein "Burner".
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    Martin Holdener

    Mein Favorit das Schah Tscheragh Mausoleum

    10/16/19Reply
    Martin Holdener

    Meine hübsche Loge an zentralster Lage

    10/16/19Reply
     
  • Day47

    Schiraz war schön und laut

    May 20 in Iran ⋅ ☀️ 31 °C

    In Ahiraz angekommen, war nen Abends nicht mehr viel zu Hohlen, ich bin mit Jean Michel noch etwas durch die Stadt gebummelt und danach ins Bett. Am nächsten Tag sind wir dann mehr durch die Stadt und sind Nachmittags auch zu nem VW Treffen gegangen. Aber alles was die Iraner können ist t viele menschen und laut. also da auch irgend wann geflohen 😅
    In unserem Hotel gabs in jedem Innenhof entweder ein Kaffee oder eine Person die einen Hilft oder einfach quatscht. In unserem war ein Netter Doctor der Psychologie. Der schon überall auf der Welt gearbeitet und gelebt hat. Aktuell wartet er auf seine Rentenpapiere, damit er in 3 Monaten zu seiner Frau nach Kanada kann. Und ne er wartet auf keine Bleibeberechtigung, den Kanadischen pass hat er seit Jahrzehnten.
    Aber aktuell ist er von 8 bis 19 uhr in Hotel und verdient 100€ im Monat. Für 5 Tage die Woche und er muss noch 2 stunden morgens und 2 stunden abends mit den Bus heim fahren. Der bus kostet pro Fahrt 6 Cent. Ein Taxi brauche nur eine Stunde kostet aber 60Cent. Alles Local preise, nen Tourist zahlt für Stunden Taxi nicht 1,20€ sondern 12€.
    Abends haben wir ihn aber noch zum Essen eingeladen und anschließend sein Taxi übernommen.
    Ach und es gibt nen Kino in shiraz, aber die Plakate sind mal geil 😂
    P.S. Im Kaffe arbeitet Max. Kann 7 Sprachen und hat zwei Mastertitel. Bekommt nen guten Gehalt mit 200€....
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  • Day23

    Naranjestan Überraschungsei!

    April 7 in Iran ⋅ ☀️ 27 °C

    Vor 140 Jahren, noch vor der Blüte des Jugendstil bei uns, träumte ein reicher und mächtiger Kaufmann in Shiraz von Europa und ließ um einen -noch immer bestens gepflegten *- Garten seinen Empfangspavillon bauen. Draußen duftet es betörend nach Orangenblüten, drinnen gibt es für Persien einmalige Deckenbemalungen, Wandbilder, Verspiegelungen... Die Künstler malten die westlichen Motive oft nur aus ihrer Vorstellungskraft heraus - für uns ein ziemlicher Spaß!
    Zu etwa derselben Zeit verbreitete sich ja in Deutschland ebenfalls ein verklärender, kitschig-romantischer Orientalismus, der nur wenig mit dem tatsächlichen Leben in Persien zu tun hatte.

    * ein Grund: die Anlage wurde unter dem letzten Schah als Kunstuniversität genutzt und nicht, wie die Festung, als Gefängnis.

    Weitere Überraschungen bot das Museum im Untergeschoss der Anlage. Zwischen den willkürlich erscheinenden Ausstellungsstücken haben Kunsthandwerker ihre Läden und teils auch Werkstätten zum zuschauen. So macht mir Souvenirkauf mehr Freude als im Bazaar. Anton entdeckte beim Silberschmuck-Schmied traditionelle Instrumente in der Ecke stehen - vor den ausgestellten Museumsvitrinen mit Musikinstrumenten. Er fragte nach, der Schmuckhändler begann zu spielen und zu singen..... ein hervorragender Musiker, der sogar beim von Anton hochgeschätzten berühmten Iranischen Musik Kayan Kalhor gelernt hatte, wie sich herausstellte. Fotos an der Wand bezeugten dies.
    Er spielte und sang Lieder von Rumi, Saadi und Hafis für uns, die das Herz berührten. Auch andere Besucher:innen des Museums blieben natürlich andächtig stehen bei diesem -garantiert illegalen- Kellerkonzert
    Schließlich kaufte ich noch Pfauen- Ohrringe bei ihm, die hoffentlich auch Monika gefallen. Anton bekam noch eine DVD geschenkt. Der Silberschmied und Musiker und seine Frau sind langjährige Vipassana-Praktizierende, die demnächst nach Kathmandu und Indien zur Vertiefung ihrer Buddhistischen Studien reisen. Was für glückliche Zufälle!
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  • Day85

    Persepolis

    November 7, 2019 in Iran ⋅ ☀️ 66 °F

    Persepolis was the ceremonial capital of the Achaemenid Empire. It is situated 60 km northeast of the city of Shiraz in Fars Province, Iran. The earliest remains of Persepolis date back to 515 BC.

    Das Achämenidenreich wurde von Kyros II. dem Großen gegründet und reichte unter Dareios I. um 520 v. Chr. von Kleinasien und Ägypten bis zum Indus. Persepolis ist ein Glanzlicht der altpersischen Kultur und Politik der Achämeniden.

    Die Palaststadt wurde 330 v. Chr. durch Alexander dem Großen zerstört.
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  • Day10

    Ein Paartherapeut frisst Stocki

    March 6, 2019 in Iran ⋅ ⛅ 10 °C

    Die Iraner haben aufgrund der US-Sanktionen fast alles verloren, was wichtig ist im Leben. Facebook, Twitter, Spotify, Youtube und höchst wahrscheinlich auch Youporn. Wahrscheinlich. Wissen tue ich das natürlich nicht. Woher auch? Nur das Softporno/Influencer-Netzwerk Instagram steht noch zur Verfügung. Noch. Denn auch dieses Gift für wahre Freundschaft und Nächstenliebe sollte Anfang diesen Jahres blockiert werden. Während es für die sozialen Netzwerke - und Pornoseiten - kaum Ersatz gibt, steht mit Snapp ein funktionierender Uber-Lookalike zur Verfügung. Doch während ich mich in Teheran und Isfahan noch darauf verlassen konnte, stehe ich bei meiner Ankunft in Shiraz etwas im Regen. Zwar scheint die Sonne, doch die mir zugeteilten Fahrer canceln entweder die Fahrt aus mir unerfindlichen Gründen, lassen mich eine Ewigkeit warten, um mich dann mit persischer Gelassenheit aber ohne jegliche Englischkenntnisse anzurufen oder sie nehmen mich mit, nur um mich an anderer Stelle, weit vom Ziel und mit gereiztem Unterton wieder aus dem Taxi zu schmeissen. Erneut aus mir unerfindlichen Gründen. Ein kurzer Riechtest bestätigt ... nein, ich stinke nicht. Ich rieche sicher nicht wie eine frisch gepflückte Blume, aber auch nicht unangenehm. Finde ich. Im Guesthouse stelle ich mich trotzdem als Erstes unter die Dusche. Sicher ist sicher.

    Ich bewege mich die Tage nach dem Prinzip der Resonanz, wonach die eigenen Gedanken und inneren Gefühle das äussere Erleben massgeblich beeinflussen. Positive Gedanken und eine optimistische Einstellung führen zu positiven Erfahrungen und umgekehrt. Man darf dies gerne der Esoterik zuordnen, da es keinerlei wissenschaftliche Belege für die beschriebenen Gesetze der Anziehung gibt. Mir egal. Denn ich hab weder Zeit noch Lust auf schlechte Stimmung und nichts zu verlieren. Vielen Iranern scheint es auch so zu gehen und da ich achtundneunzig Prozent der Zeit der einzige Westler im Raum oder auf Platz bin und auf diesem im Vergleich eher wie Goliath als David aussehe, ziehe ich auch sonst vieles an. Menschen aller Altersklassen wollen - meist freundlich lächelnd - ein paar englische Worte loswerden und mir für mein Geburtsglück gratulieren. Es ist hier gar nicht so einfach, "alleine" zu sein. Nächstes Mal vielleicht besser nach Schweden gehen. Weniger auffällig und die Temperaturen sind ja gleich wie hier. Arschkalt.

    Sollte ich dann doch einmal alleine sein, ziehe ich mir gerne Hörbücher rein. Darunter auch The Man on the Mountaintop. Die unterhaltsame und durchaus inspirierende Geschichte eines Holy Mans, zu dessen Berghütte tausende Seelen pilgern, um diesen um Rat zu bitten. Und so bewege ich mich wie ein inspirierter Kontrabass durch die Stadt und fokussiere mich beim Laufen auf meine Resonanz. Ich übe eine Art "meditation in motion". Den Moment und das Jetzt erleben, ohne stillzusitzen. Durch aufmerksames Beobachten und Fühlen des eigenen Körpers. Im aktuellen Fall ein fetter Kontrabass. Jede Bewegung. Jeder Atemzug. Jeder Muskel. Die Energie. Wärme. Total spirituell und abgehoben strahle ich also durch Shiraz Strassen. Schnödes schlendern im totalen Jetzt. Die Umwelt trotzdem wahrnehmend. Doch nicht lange und der nächste Local spricht mich in gut verständlichem Englisch an. Diesmal aus dem fahrenden Auto, zu dem ich nach entsprechender Aufforderung hinlaufe. Man(n) wolle kurz mit mir reden. Frau auf dem Beifahrersitz scheint wenig bis gar kein Englisch zu sprechen oder sie wurde ermahnt, die Schnauze zu halten. Ich weiss es nicht. Ich solle doch bitte ins Auto steigen, damit wir reden können. Hmm. Ich ziehe es vor zu laufen beziehungsweise hier zu sprechen. Ich bin ja nicht blöd. Glaube ich.

    Der etwas verzweifelt und aufgewühlt wirkende Mann parkiert das Auto vor meinen Füssen, macht den Motor aus und beginnt mit seiner Geschichte, während ich in der Hocke am Beifahrerfenster hänge. Er liebe diese Frau über alles und sie habe ihm soeben gesagt, dass sie die Beziehung beenden wolle. Ähh, wat? Darüber wollt ihr mit MIR reden? Auf der Strasse?! Mit so was habe ich definitiv nicht gerechnet. Er sterbe beim Gedanken daran, dass sie ihn nicht will. Was er denn nur tun solle. Hm ... und schon ist von Sterben die Rede. Toll. Ganz toll. Als ob ich die lokalen Dating- und Mating-Bräuche kennen und mich somit als muslimischer Paartherapeut qualifizieren würde. Grinsend davon laufen scheint mir aber auch keine angemessene Reaktion und Liebe ist ja mehr universelle als regionale Kraft. Es schiessen mir diverse Kurzgeschichten vom Holy Man auf dem Mountaintop und ein paar Folgen „Sex Education“ - eine erfolgreiche Netflix-Serie - durch den Kopf. Und natürlich mein Dad, mein Holy Man. Wie alt er sei, frage ich. Fünfundzwanzig. Jöö - das habe ich natürlich nicht laut gesagt. Dafür ... Liebe ist alles. Aber sie ist weder käuflich noch kann sie in irgendeiner Form erzwungen werden. Entweder man verliebt sich, oder eben nicht. Akzeptiere den Korb. Ich bin neununddreissig - ungläubiges Stirnrunzeln im Auto, was ich im Gegensatz zur gestellten Frage total nachvollziehen kann - und ich habe meine grosse Liebe mit neunundzwanzig gefunden. Dir bleiben noch etliche Jahre, um die richtige Frau zu finden, die dich ebenso liebt, wie du sie ... Aber auf diese Art zu lieben sei so schmerzhaft und das Gefühl töte ihn, sagt der Mann mit schmerzverzerrtem Gesicht ... Liebe tötet nicht. Nie. Akzeptiere diesen Schmerz als Bestätigung, dass du als Mann in der Lage bist, voll und ganz zu lieben. In einem Zustand von Wut, Verbitterung und mit verschlossenem Herz wirst du die grosse Liebe nicht finden. In deinem Zustand der Liebe bleiben die Chancen intakt ... Er lächelt, wirkt entspannter. Nach ein paar Sätzen zu seiner Herzdame in persisch und einem Kuss auf die Stirn, schenkt mir diese ein leises „thank you“. Einen intensiven Händedruck und zwei Lobgesänge auf die Schweiz später, macht sich der Mann wieder auf den Weg. Lächelnd. Ich bleibe noch einen Moment stehen. Immer noch irritiert aber irgendwie happy. Was ist hier gerade passiert? Egal. Ich hoffe sie lebt noch.

    Auf der Suche nach etwas, das noch heller strahlt als ich, besuche ich mit meinem Gastgeber spät am Abend den Schah Tscheragh Schrein hier in Shiraz. Eine der wichtigsten und bekanntesten Pilgerstätten der Schiiten im Iran. Eine solche Begräbnisstätte und Moschee habe ich definitiv noch nie gesehen und es dürfte schwierig sein, mich noch für andere Moscheen zu begeistern. Der Zugang ist - trotz kürzlich erworbener Akkreditierung als muslimischer Paartherapeut - nur mit einem Guide und Aufpasser möglich. Der kleine Mann Mitte Zwanzig wirkt ziemlich steif und wenig freundlich. Der Rundgang ist denn auch schon nach dreissig anstatt der üblichen sechzig Minuten erledigt. Ob ich noch Fragen hätte. Klar, "wie lang ist der Stock, den du dir höchst wahrscheinlich selber in den Arsch geschoben hast?", habe ich natürlich nicht gefragt. Aber am zweiundzwanzigsten März feiert der Iran ja Neujahr. Finden an diesem Ort dann auch Feierlichkeiten statt und wenn ja, welche? Dem Guide scheint die Frage zu gefallen, denn er wird etwas lockerer und zeigt eine Art Lächeln. Vielleicht kneift der schräge Vogel aber auch nur die Augen zu, weil sich der Stock ungewollt verschoben hat. Natürlich wird das neue Jahr hier zelebriert! Man warte auf Mitternacht und die Sekunde, wenn es Neujahr schlägt, erklärt Stocki. "Und dann habt ihr auch Feuerwerk und so?", frage ich begeistert. Stockis Miene ist schlagartig wieder finster. "No. We pray." ... Für einen langen Moment herrscht totale Stille. Was eine dämliche Frage. Ich hätte jetzt gerne was zu trinken. Aber egal. Der Kontrabass in mir setzt ein Lächeln auf und verabschiedet sich freundlich von Stocki. Nevertheless, that was not very holy, man!

    Eine Sache noch ...

    Ruhe in Frieden, Housi. Wir vermissen Dich!
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    Nicole Maurer

    😭❤💔❤😭

    3/6/19Reply
     

You might also know this place by the following names:

Shiraz, Schiras, Sjiraz, شيراز, Şiraz, Горад Шыраз, Шираз, Xiraz, شیراز, Šíráz, Σιράζ, Ŝirazo, Shīrāz, Šīrāz, Chiraz, Širaz, שיראז, Siráz, Շիրազ, SYZ, シーラーズ, შირაზი, 시라즈, Şîraz, Širazas, Šīrāza, Sziraz, Шероз, ชีราซ, 設拉子

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