Planänderung, mal wieder
13–17 Şub 2024, Peru ⋅ 🌧 29 °C
Am Dienstag machen wir uns auf in Richtung Huaraz, doch weiter als 12km soll die Reise an diesem Tag nicht gehen. Die Kupplung streikt. Das Pedal bleibt während der Fahrt auf einmal unten hängen - so können wir definitiv nicht weiterfahren. Es ist wie verhext. Auf 20m Strecke bleiben mit uns noch zwei weitere Fahrzeuge liegen und für uns heißt es schon zum zweiten Mal auf unserer Reise den Abschleppservice rufen. Drei Stunden später sind wir zurück in Cajamarca. Es ist zum Mäusemelken.... Die Kupplung ist neu! Seit Lima sind wir noch keine 1.000km damit gefahren. Produktionsfehler? Falsch eingebaut vom Mechaniker? Das gilt es herauszufinden, denn wir haben keine Lust schon wieder dafür zu blechen. Das Teil wird mit dem Reisebus zurück nach Lima geschickt und überprüft.
Allerdings haben wir überhaupt keine Lust so lange Däumchen zu drehen. Kurzentschlossen schnappen wir unsere Backpacks, buchen zwei Bustickets und fahren in eine ganz andere Richtung, nämlich in's Amazonasbecken. Mit dem Nachtbus geht es in 14 Stunden von Cajamarca nach Chachapoyas. Bei Abfahrt spricht unser Nebensitzer ein Gebet, wahrscheinlich kennt er die Strecke schon: 326km, zu weiten Teilen unbefestigt, einspurig und sehr, sehr kurvenreich - auf der einen Straßenseite geht's senkrecht nach oben, auf der anderen in etwa genauso bergab. Das Auswärtige Amt schreibt dazu: "Unfälle von Überlandbussen mit einer großen Anzahl von Toten und Verletzten passieren häufig." Am nächsten Morgen geht's gleich nahtlos weiter mit dem Sammeltaxi (fährt sobald voll) bis Tarapoto. Noch ein letztes Mal umsteigen und es ist geschafft. 26 Stunden später haben wir 800km zurückgelegt und Yurimaguas erreicht. Wir suchen uns eine günstige Hospedaje mit Klimaanlage und Dusche, gehen fix noch was essen (für 2,43€ bekommen wir beide eine große Portion inkl. Getränke - das toppt jede noch so günstige Mahlzeit bisher) und dann ab ins Nest.
Samstagmorgen informieren wir uns am Hafen La Boca wann das nächste große Frachtschiff nach Iquitos ablegt. Wir hatten gehört, dass das etwa 2-3 Mal pro Woche der Fall sein soll. Es ist eine ziemlich matschige Angelegenheit, aber wir haben Glück, das Schiff wird bereits beladen und legt um 18 Uhr ab. Auf dem Markt kaufen wir Snacks, Früchte und ausreichend Toilettenpapier. Zusätzlich sollen wir pro Person Schüssel, Löffel und einen 7L Wasserkanister bringen. Eine zweite Hängematte müssen wir auch noch schnell besorgen und dann ab auf's Boot. Die nächsten drei Tage werden wir in unseren Hängematten an Deck des Frachters verbringen. Unser Ziel: Iquitos. Inklusive Verpflegung bezahlen wir pro Person 100 SOL, also unter 25€. Mit uns an Board sind schätzungsweise 60 weitere Passagiere und insgesamt 800 Tonnen Zuladung. Darunter haufenweise Lebensmittel, Obst und Gemüse aber auch Fahrzeuge, Pflanzen, Kühlschränke und Baumaterialien sowie 50 grunzende Schweine und zweihundert gackernde Hühner. Alles von Hand verladen, die Kerle sind krass. Und jetzt geht's los, hasta luego.Okumaya devam et
Mit dem Frachtschiff nach Iquitos
17–19 Şub 2024, Peru ⋅ ⛅ 32 °C
Do as the locals do - nach diesem Motto fahren wir in circa 45 Stunden mit dem Frachter von Yurimaguas nach Iquitos, dem Zentrum des peruanischen Amazonastieflandes. Die Stadt ist nur per Boot oder Flugzeug zu erreichen. Langsam schlängeln wir uns immer tiefer und tiefer hinein, 700km um genau zu sein. Erst entlang des Río Huallaga, dann über den Río Marañón bis wir schließlich in den Río Amazonas münden, der mit Abstand wasserreichste Fluss der Erde. Mehr als 10.000 Nebenflüsse münden in den Amazonas, wovon mindestens 17 länger sind als der Rhein. Es ist interessant zu sehen, wie sich an den Zusammenflüssen die unterschiedlichen Farben der Flüsse abzeichen, meist ist das Wasser hellbraun, manchmal eher klar und manchmal schwarz.
Unterwegs steigen immer wieder Leute aus oder dazu, mit einem kleinen Holzboot werden sie an Land/ Board gebracht. Hin & wieder legen wir auch an einem kleinen Dorf an, um einen Teil der Güter abzuladen. Währenddessen strömen die Mädchen & Frauen an Board und verkaufen allerlei Leckereien. Obwohl wir auf dem Schiff drei Mahlzeiten am Tag bekommen (Abendessen bereits um 16:10 Uhr?) und ausreichend Snacks dabei haben, können wir nicht anders als ihnen jedes Mal etwas abzukaufen, etwas uns unbekanntes wie z.B. Taperiba und weitere Früchte, deren Namen ich leider schon wieder vergessen habe. Love it!
Die Anreise ist so viel chilliger, als die vorausgegangenen langen Bus- und Taxifahrten. Duschen und Toiletten sind - wie grundsätzlich alles an diesem Schiff (Julian hat natürlich alles bis ins letzte Eck inspiziert) - super basic aber vorhanden. Die Nächte sind deutlich kühler und moskitofreier als erwartet, nachmittags ist es ziemlich schwül. Für uns ist die "Kreuzfahrt" durch den Dschungel ein spannendes Abenteuer, dennoch sind wir froh nicht regelmäßig tagelang auf diese Weise reisen zu müssen. Für die locals hingegen ist das die gängige Art, denn Fliegen ist zu teuer.
Was uns nicht so taugt, ist wieder mal die Sache mit dem Müll. Leere Plastikflaschen oder Tüten werden ohne mit der Wimper zu zucken über Board geworfen - schon die aller kleinsten wissen das. Aus den Augen aus dem Sinn. Die Leute haben hier mit anderen Dingen zu tun, auf den Wahlplakaten, die an Hauswände gemalt sind, geht es vorrangig um Bildung, Arbeit und Gesundheit. Und Kopfhörer scheint man hier auch nicht zu kennen. Auf Dauer ist es etwas anstrengend ständig fünf verschiedene Klänge im Ohr zu haben. Selbst mitten in der Nacht werden Filme & Musik am Handy laut abgespielt. Von der Geräuschkulisse des Dschungels haben wir daher noch nicht so viel mitbekommen, immerhin aber schon einen Flussdelfin gesehen und leider auch zwei kleine, angekettete Äffchen - die hier offenbar gerne als Haustier gehalten werden.
Gerade als wir in Iquitos am Hafen anlegen, geht ein Wolkenbruch nieder. Wir warten das Schlimmste ab, bevor wir an Land gehen und uns ein Mototaxi in die Stadt nehmen. Hier gibt's zwar auch Autos, aber Mopeds und TukTuks dominieren ganz klar das Straßenbild. Iquitos ist eine Großstadt und wirkt auf den ersten Blick nicht sehr reizvoll. Die Stadt im Dschungel haben wir uns charmanter vorgestellt und obwohl es einige wunderschön geflieste Kolonialbauten gibt, überzeugt uns die Stadt nicht. Der logistische Aufwand alles hierhin zu transportieren muss enorm sein.Okumaya devam et

Katja SchillerJa! Und die Fahrt mit dem Frachtschiff war ein wirklich tolles Erlebnis ☺️
Welcome to the Jungle - Tag 1
20 Şubat 2024, Peru ⋅ ⛅ 33 °C
Kurz nach 8 Uhr werden wir im Hostel abgeholt und bis Nauta gebracht, dort steigen wir in ein kleines Motorboot mit süßem Palmdach. Mit an Board unser Guide Frank, Lou, Daiki, Miguel sowie Fer & Janina, die mit uns zusammen per Frachter angereist sind. Pünktlich zum Lunch erreichen wir die Horizon Lodge am Río Yarapa - unsere Base für die nächsten Tage, gelegen im Pacaya Samiria Reserve, dem zweitgrößten Naturschutzgebiet Perus. Unser Guide ist hier in der Nähe aufgewachsen, er kennt die Gegend wie seine Westentasche. Wir beziehen unseren geräumigen Holzbungalow mit Balkon, wo wir glücklicherweise ein Bett mit Moskitonetz haben, denn wir teilen es mit diversen Kakerlaken, kleineren und größeren Spinnen sowie anderen Krabbeltierchen. Fensterglas braucht es hier nicht, Netze reichen aus. Überraschenderweise gibt es sogar Wasser und Solarstrom den ganzen Tag über - naja, jedenfalls solange bis die Batterie leer ist, was allabendlich der Fall ist. Handyempfang und Internet gibt es nicht, noch nicht.
Am Nachmittag, sobald es nicht mehr ganz so heiß ist, steigen wir gleich wieder ins Boot. Hauptsächlich halten wir nach Delfinen Ausschau und davon gibt's im Río Ucayali eine ganze Menge. Sowohl die Grauen als auch die beliebten pinken Amazonasdelfine leisten uns auch in den kommenden Tagen häufig Gesellschaft. Trotz dessen, dass die pinken Flussdelfine hier häufig zu sehen sind, gehören sie zu den bedrohten Tierarten. Der amazonischen Tradition zufolge ist er ein magisches Wesen, das manchmal Menschengestalt annimmt und bei Vollmond Männer und Frauen verführt um sie in seine verzauberte Unterwasserstadt zu führen. Bald ist Vollmond, wir sind also gespannt... Wer möchte kann anschließend im Río Paraporoto baden. Genau zu diesem Zeitpunkt lassen sich die ersten Affen blicken- ein bezaubernder Moment!
Nach dem Abendessen steht eine Nachtwanderung auf dem Programm. Überwiegend sehen wir Spinnen in den unterschiedlichsten Farben, Formen und Größen - gleich zu Beginn eine große, haarige Tarantel. Die gute Nachricht: es soll hier keine Spinnen geben, die einen jungen, gesunden Menschen töten könnten.Okumaya devam et
Medicinal Plants & Wildlife - Tag 2
21 Şubat 2024, Peru ⋅ ⛅ 36 °C
An Tag 2 lernen wir auf dem Bushwalk einiges über Pflanzen - was als Baumaterial, Jagdutensil oder Unterschlupf dient, wie man einen Notruf absendet und welchen medizinischen Nutzen sie beispielsweise bei Malaria, Durchfall, Diabetes, Rheuma oder einem Leistenbruch haben. Bestimmte Ameisen können helfen eine tiefe Schnittwunde zu schließen. Super interessant alles! In die Apotheke geht außerhalb der Stadt keiner, die Natur hält alles Notwendige bereit. Wir essen unbekannte Früchte, lernen zwei Bäume kennen, die uns Wasser spenden und wer mutig ist, kann Termiten und Maden probieren (schmeckt laut Julian wie Kokosmilch). Kurze Abkühlung im Fluss, dann kehren wir zum Lunch zur Lodge zurück. Anschließend ist bis 15:30 Uhr Siesta in der Hängematte, die heißen Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit machen träge.
Am Nachmittag und am Abend fahren wir jeweils noch einmal mit dem Boot raus, immer auf der Suche nach möglichst vielen Tieren. Wir sehen jede Menge bunte Vögel, Papageien, Tucane und Schmetterlinge, aber auch Leguane, Frösche, Fledermäuse und Faultiere. Ein Teleobjektiv wäre jetzt wirklich toll. Die Springaffen hören wir heute nur und vom Ameisenbär entdecken wir lediglich die Spur.
Nach einem traumhaften Sonnenuntergang gehen wir am Abend auf Kaiman Suche. Drei verschiedene Arten sind in dieser Gegend zu finden, die größten können bis zu 5m lang werden. Wir bekommen einen kleinen, süßen, etwa drei Monate alten weißen Kaiman zu sehen. Frank sichtet mit geübtem Auge zahlreiche Kaimane in der Laguna (für uns bleiben sie unsichtbar), doch trotz vollem Körpereinsatz und aus unserer Sicht fast schon waghalsigem Herumgeturne an vorderster Spitze des kleinen Holzbootes, gelingt es ihm heute nicht einen größeren Kaiman zu schnappen. Es ist beinahe Vollmond, da sehen die Tiere uns zu früh und machen sich aus dem Staub. Macht aber überhaupt nichts, es ist absolut bezaubernd im hellen Mondschein draußen im Amazonas unterwegs zu sein. Auch die Glühwürmchen machen Diskoparty.
In der Lodge und tagsüber auf dem Boot können wir tragen was wir wollen, sobald es dunkel wird oder es in den Busch geht, heißt es lange Klamotten und Gummistiefel. Bei den heißen, schwülen Temperaturen (die Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 85-100%) ist das alles andere als angenehm, von den unzähligen Moskitos aufgefressen zu werden wäre allerdings nicht besser. Das Moskitospray hilft ohnehin nur bedingt.Okumaya devam et
Affen & Piranhas - Tag 3
22 Şubat 2024, Peru ⋅ ⛅ 35 °C
Heute dreht sich alles um Affen und Piranhas. Nach dem Frühstück geht's los, wir laufen etwa zwei Stunden durch den Dschungel. Die beiden Wollaffen bemerken sofort, dass wir ein paar Früchte dabei haben und lassen daher nicht lange auf sich warten. Insgesamt leben hier 17 verschiedene Affenarten, alle anderen lassen sich von Früchten nicht anlocken, es braucht also ein bisschen mehr Glück. Unsere beiden Guides machen einen fantastischen Job und spüren weitere Affen auf, oftmals nur aufgrund der Geräusche. Schon wenig später sehen wir ein Zwergseidenäffchen, es gehört zu den kleinsten Affen der Welt und das durchschnittliche Körpergewicht beträgt gerade einmal 100g. Außerdem sehen wir noch drei Nachtaffen und mindestens zehn Satteläffchen. Zuerst ist es eines, nach und nach kommen immer mehr dazu, sie sind gerade auf Wanderschaft und super neugierig. Aufgrund ihres weißen Mundes, was aussieht wie Bierschaum, werden sie hier liebevoll auch "Cerveziteros" genannt. Bevor es wie immer zum Lunch zurück zur Lodge geht, fahren wir wieder zur Badestelle - die ganze Gruppe liebt die erfrischende Abkühlung im Fluss. Wir sollen im Wasser nur nicht pinkeln, das würde den Candirú (Penisfisch) anlocken. Entgegen der Geschichten der indigenen Bevölkerung ist es wissenschaftlich jedoch nicht bewiesen, dass diese Fische wirklich in menschliche Körperöffnungen eindringen.
Heute haben wir eine Stunde länger Pause, denn unsere Guides spielen in der größten Mittagshitze wie jede Woche gegen ein benachbartes Guide-Team eine Runde Fußball. Anschließend sind wir selbst für unser Abendessen zuständig - mit einfachen Angelstöcken und ein bisschen Hühnerhaut gehen wir Piranhas angeln (im Amazonas gibt es 30 verschiedene Arten). Wir biegen zweimal falsch ab, bevor wir den richtigen Durchgang zur Laguna finden - je nach Wasserstand ändern sich die Wege andauernd. Julian bevorzugt Catfish, gegen Ende zieht er aber doch noch einen Piranha an Land. Der ist allerdings zu klein, wir lassen ihn wieder frei. Ich hingegen füttere die Fische nur. Sie sind clever und snacken vorsichtig um den Haken herum, ich kann es sehen und spüren, anbeißen will keiner. Zum Abendessen teilen wir uns zu sechst zwei Piranhas und einen kleinen Catfish, glücklichweise gibt es noch mehr dazu. Auf dem Rückweg sehen wir sogar eine Anakonda, nur leider nicht mehr lebendig. Apropos Anakonda: diesen Monat wurde im Amazonas die bislang wohl größte Schlange der Welt entdeckt. Eine Nördliche Grüne Anakonda, 8m lang und knapp 200kg schwer.Okumaya devam et

GezginIhr habt Glück. Ihr seht unheimlich viele Tiere. Wir haben damals erst hinterher erkannt, wie viel Glück wir bei den Tiersichtungen hatten, weil uns die Erfahrung/ der Vergleich gefehlt hat. Bei uns war das in Ecuador. Da hatten wir ähnliche Tiere wie ihr jetzt. Im Amazonas in Brasilien gab es überhaupt nichts zu sehen. Das war enttäuschend. Genießt es. Vielleicht erlebt ihr das nie wieder so toll. Ich glaube, nach Iquitos will ich auch noch ! Das gefällt mir. 😄

Katja SchillerWir sind auch super happy mit allem was wir sehen durften! Ein richtig tolles Erlebnis und Iquitos ist auf jeden Fall eine Reise wert. Freue mich schon, wenn ich mit dir irgendwann nochmal dorthin reisen darf 😉

Gezgin
Sind die wirklich so "gefährlich" wie mancher Blockbuster suggeriert?

GezginNein, außer man hat schon blutende Wunden. Blut lockt sie an. Zudem haben sie echt messerscharfe Zähne. Wir haben es of nicht mal gemerkt, dass innerhalb von Sekunden der Köder abgefressen war.
Giant Plants & Amazon Village - Tag 4
23 Şubat 2024, Peru ⋅ ⛅ 34 °C
Weil wir eine fünftägige Tour machen, möchte unser Guide Frank gerne, dass wir fünf verschiedene Affenarten sehen. Eine fehlt uns also noch und die spürt er auf dem Weg zu den Giant Amazon Lily Pads auf. Es ist Herr Nilsson's Familie (Totenkopfäffchen - sie leben in großen Gruppen). Von dort aus geht's weiter zum Giant Tree. Hier verweilen wir ein bisschen, klettern auf dem Baum herum und springen von oben ins Wasser. In der Trockenzeit wäre das nicht möglich, da läuft man hierhin. Aktuell ist Regensaison, das Wasser steht 6m höher. 2-3m mehr werden es noch.
Am Nachmittag besuchen wir das benachbarte Village. Etwa 300 Leute leben hier, Haupteinnahmequellen sind Fischerei und Landwirtschaft. Neben Spanisch wird Cocoma (kukama kukamiria) gesprochen - weniger als 1.500 Menschen beherrschen diese Sprache. Es gibt einen Kindergarten und eine Schule, zwei Kirchen und sogar eine Art Gericht. Wer sich daneben benimmt oder etwas anstellt, wird hier verurteilt und ggf. für ein paar Stunden ins "Gefängnis" gesperrt (die Zelle gleicht einem kleinen hölzernen Kleiderschrank). Es ist schön anzusehen, wie die Kinder ausgelassen miteinander spielen, ob mit dem Volleyball oder mit Murmeln und nicht nur am Handy oder Tablet hängen wie so oft. Es herrscht richtig Leben in dem kleinen Dörfchen. Derzeit wird von einer französisch-peruanischen NGO ein Museum errichtet, damit Besucher künftig noch mehr über das Leben hier erfahren können. Das wird sicher spannend.
Unsere letzte Mission ist es, Schlangen zu sehen. Dafür paddeln wir nach Einbruch der Dunkelheit mit dem Boot durch dicht bewachsenes Gebiet und suchen mit unseren Taschenlampen nach rot leuchtenden Augen. Sie können überall sein. Julian entdeckt eine ganze Menge davon, die gehören jedoch alle zu Ratten, Spinnen oder Schmetterlingen. Eine Schlange ist leider nicht dabei.
Heute ist unsere letzte Nacht. Eigentlich steht Camping auf dem Programm, doch die Gruppe beschließt einstimmig, dass wir uns das doch lieber ersparen. Zu heiß, zu viele aggressive Moskitos, keine Dusche, einfacheres Essen und ich kränkel leicht - wir bevorzugen also die Lodge. Die Geräuschkulisse bei Nacht ist auch hier einzigartig. Doch bevor es ins Bett geht, geht es für uns alle inklusive Guides und Köchin Mary nochmal ins Dorf, genauer gesagt in eine der fünf (!) Bars zum Tanzen. Wir feiern Janinas Geburtstag. Wieder einmal würde ich gerne Salsa oder Merengue tanzen können, doch leider muss ich feststellen, dass aus der Übungsstunde in Sucre nicht viel hängen geblieben ist. Wir Europäer können es alle nicht, den Moskito-Anakonda-Faultier-Tanz haben wir dafür voll drauf.Okumaya devam et
Time to say Goodbye - Tag 5
24 Şubat 2024, Peru ⋅ ☁️ 31 °C
Heute stehen wir früher auf als sonst, denn wir wollen vom Boot aus den Sonnenaufgang bewundern. Das Licht ist toll, auch wenn sich die Sonne nicht blicken lässt. Zum ersten Mal ist es bewölkt und für eine knappe Stunde regnet es. Die letzten Tage hatten wir wirklich großes Glück mit dem Wetter, denn es kann durchaus passieren, dass es in der Regenzeit jeden Tag heftig regnet und Bootsausflüge dann kaum möglich sind. Zum gewöhnlichen Frühstück (Toast, Omelette, Früchte) gibt's heute zusätzlich Geburtstagskuchen. Danach kann der Ausflug zum Beginn des Amazonas (ab hier heißt der Fluss offiziell so) doch noch wie geplant stattfinden. Die Quelle des Flusses befindet sich in der Nähe von Arequipa, Luftlinie sind das etwa 1.300km. Im Jahr 2007 gelang es einem slowenischen Schwimmer trotz zahlreicher Herausforderungen in zwei Monaten den Amazonas in seiner gesamten Länge zu durchschwimmen, 5.268 Kilometer.
Es waren fünf wunderbare und sehr abwechslungsreiche Tage! Wir hatten super Guides, haben viel über das Leben hier gelernt und vor allem haben wir sehr viele Tiere gesehen. Wir sind rundum glücklich. Nach dem Mittagessen packen wir zusammen und fahren über Nauta zurück nach Iquitos. Auf dem Weg sehen wir wieder einige Delfine und ganz unerwartet noch ein Faultier, das landet allerdings gerade im Kochtopf einer Familie, die am Fluss Feuer macht.
Am Abend gehen wir im Restaurant Casa de Fierro essen, wir wollen noch mehr von der lokalen amazonischen Küche kennenlernen. Das Essen die letzten Tage war zwar gut, aber doch irgendwie immer das gleiche: Reis mit Gemüse. Im Volksmund wird behauptet, dass das Casa de Fierro (wie anscheinend so vieles andere in Bolivien und Peru) vom französischen Architekten Gustav Eiffel entworfen wurde. Das Internet behauptet anderes. Tatsächlich wurde es aber während des Kautschukbooms gebaut und Ende des 19. Jahrhunderts nach der Weltausstellung in Paris zerlegt und nach Iquitos transportiert. Wie auch immer... das Gebäude ist wunderschön und das Essen oberlecker. Ganz zufällig haben Fer & Janina die gleiche Idee und so stoßen wir gemeinsam noch einmal an.Okumaya devam et
Iquitos - eine Großstadt im Dschungel
25 Şubat 2024, Peru ⋅ ☁️ 31 °C
Der Stadtteil Belén ist auch bekannt als das Venedig Lateinamerikas. Außer dass die Stelzenhäuser von Wasser umgeben sind, sehe ich allerdings keine Parallelen. Die Menschen hier leben in großer Armut. Der Grund, weshalb es uns dennoch hierhin zieht, ist der Mercado Belén, 2.000 - 2.500 Stände sollen es sein. Mehrfach wird uns gesagt, wir sollen wachsam sein, nur vormittags hingehen und uns von der Wasserfront besser fern halten. Zu gefährlich, denn der Mercado Belén gilt auch als berüchtigter Wildtiermarkt. Auf den ersten Blick gleicht er jedem anderen südamerikanischen Markt - von Lebensmittel über Kleidung bis hin zu Elektrogeräten wird alles angeboten. Bei genauerer Betrachtung, ist er doch etwas exotischer. Neben den gewöhnlichen Produkten findet man auch Kaiman-, Paka- und anderes Wildtierfleisch oder Schildkröteneier. Lebendige 50 Jahre alte Schildkröten werden für 80 Soles (weniger als 20€) verkauft - als Haustier sind sie nicht gedacht. Die Pasaje Paquito, auch Hexenflur genannt, kann mit dem Hexenmarkt in La Paz allemal mithalten. Anstatt Lamaföten findet man hier Kaimanköpfe, ausgestopfte Schlangen oder große Schildkrötenpanzer. Vom unteren Teil des Marktes halten wir uns fern, hier ist uns nicht wohl. Mehr Bilder und weitere informative und zugleich traurige Einblicke in den Wildtierhandel auf dem Belén Markt gibt dieser Artikel von National Geographic: https://www.nationalgeographic.de/tiere/2021/10… Die größte Gefahr für die Natur und die wilden Tiere ist und bleibt leider der Mensch. Die indigene Bevölkerung soll eine Sondergenehmigung für die Wildtierjagd haben, der Verkauf ist dennoch verboten.
Außerdem besuchen wir das kleine, aber feine Museo de Culturas Indígenas Amazónicas. Es bietet spannende Einblick in die Traditionen, Rituale und in das tägliche Leben verschiedener indigener Amazonasvölker in Peru, Ecuador, Kulombien, Venezuela und Brasilien. Wir erfahren auch einiges über religiöse Aspekte und über ihre Beziehung zu der Natur. Sie kämpfen dafür ihren Lebensraum und den Regenwald zu schützen. Politik, Holz- und Ölindustrie wollen davon wie es scheint nichts wissen. Erst im Januar wurde ein neues Forst- und Wildtiergesetz verabschiedet, wodurch die Rechte der indigenen Bevölkerung weiter bedroht werden und es künftig leichter sein soll Wald in landwirtschaftliche Flächen umzuwandeln.Okumaya devam et

GezginDas ist toll. Ein neues Reiseziel ist gefunden. Im nubischen Ägypten haben die Menschen auch die Krokodile zum Schutz. Allerdings leben sie noch und werden unter grausigen Bedingungen in Betonbecken im Haus gehalten. Dann doch lieber ein toter Kopf.

SYLWIA B.Wer sind die Käufer dieser Wildtiere? Dieser Pfoten etc. Die Einheimischen sind - so stelle ich mir das vor - nicht die Käufer. Kauft man dort zB die Lebendtiere für die Welt ein? Für irgendwelche Menschen, die diese Tiere sinnloserweise haben wollen? Das widert irgendwie an

Katja SchillerDas sind zT sehr exotische Liköre aus verschiedenen Pflanzen, Baumrinden, Früchten oder Kräutern, die im Amazonas wachsen. Ihnen werden medizinische Eigenschaften zugeschrieben und manche sollen auch eine aphrodisierende Wirkung haben. Im Achuni Likör wird dafür anscheinend der Penis des südamerikanischen Nasenbärs verwendet... falls also irgendwo noch Tierblut untergemischt sein sollte, würde es mich nicht wundern. Habe mich aber nicht weiter mit dem Thema befasst.
Zurück in Cajamarca
27 Şubat 2024, Peru ⋅ ☁️ 19 °C
Zurück in der Zivilisation stellt sich uns die Frage: Wie kommen wir möglichst schnell und kostengünstig zurück zu Berry nach Cajamarca? Darüber haben wir uns bislang noch keine Gedanken gemacht. Ohne Auto wäre es cool mit dem Schiff weiter nach Leticia zu reisen, kommt für uns aber nicht in Frage. Die meisten Flüge gehen über Lima und sind mittlerweile viel zu teuer. Das Schnellboot zurück nach Yurimaguas bräuchte zwar "nur" 18 Stunden, soll aber furchtbar sein und danach warten noch immer mindestens 26 Stunden Busfahrt auf uns. Wir schlafen erst mal eine Nacht drüber. Am nächsten Morgen finde ich auf Anhieb doch noch einen günstigen Flug nach Lima, der aber in Tarapoto und Chiclayo zwischenlandet. Perfekt! Am Montag dann sind wir versehentlich eine Stunde zu früh am Flughafen - aber halb so wild, besser so als zu spät. Mehr beschäftigt uns dagegen, dass unser Flug nicht auf der Anzeigetafel steht. Nicht schon wieder, oder? Erinnerungen aus New York werden wach (wo wir uns übrigens immer noch damit rumärgen müssen, dass uns das Geld der stornierten Flüge endlich erstattet wird). Aber kein Grund zur Sorge, uns wird gesagt, dass die Anzeigetafel hier gelegentlich nicht aktuell ist. Wir heben planmäßig ab und schon 2 Stunden später sind wir in Chiclayo. Von dort sind es noch 6 Stunden mit dem Bus nach Cajamarca.
Wir sind überrascht als wir Berry aufgebockt vorfinden. Zwei Wochen sollten doch eigentlich Zeit genug sein für die Reparatur. Das kaputte Kupplungsteil haben wir übrigens anstandslos ersetzt bekommen. Wir geben ihnen noch bis morgen Zeit, denn für meinen Geburtstag heute haben wir sowieso besseres geplant: Wellness. Wir stoßen mit einem Fläschchen Altosama, bolivianischem Sekt aus Tarija an und lassen es uns bei einer Massage gut gehen. Und als Sahnehäubchen bekommen wir am nächsten Morgen das Frühstück ganz unerwartet an's Bett gebracht. Berry ist nun auch startklar... naja, jedenfalls nachdem die Klimaanlage wieder richtig verkabelt und die fehlenden Schrauben an der Plastikabdeckung angebracht wurden. Gut, dass Julian da immer nochmal ein Auge drauf hat. Hoffen wir, dass wenigstens die Dinge, die wir nicht auf Anhieb erkennen können, ordentlich gemacht wurden. Das ist immer ein bisschen unsere Sorge.
Bevor wir Cajamarca aber verlassen können, müssen wir noch eine Sache klären. Vor unserem Ausflug in den Dschungel wollten wir hier am ATM Geld abheben. Die Maschine rattert schon, 5 Sekunden später hätten wir unser Geld gehabt, aber der Stromausfall sagt nö. Der Geldautomat verstummt und macht gar nichts mehr. Zu unserem Glück sind wir kurz vor Feierabend da, meine Bankkarte bekomme ich daher von einem Angestellten gleich wieder. Das Geld hingegen nicht, obwohl es vom Konto schon abgebucht wurde. Wir sollen ein paar Tage warten ob das Geld erstattet wird und falls nicht, in die Bankzentrale am Plaza de Armas gehen. Diese Aussage kommt uns gleich komisch vor, aber nichts zu machen. Wir beschließen das Problem auf nach dem Dschungel zu vertagen. In der Zentrale kann man uns natürlich auch nicht helfen, ein Versuch war's dennoch wert. Nun hoffen wir, dass die DKB das regeln wird. Wenigstens mussten wir uns nicht hinten anstellen, das hätte Stunden gedauert. Viele Leute haben hier nämlich kein Konto und wenn Rentenempfänger am Monatsende/-anfang bei der Bank den finanziellen Zuschuss abholen, bilden sich eeewig lange Warteschlangen.Okumaya devam et
The mountains are calling
3 Mart 2024, Peru ⋅ ☁️ 9 °C
Jetzt aber wirklich, es geht nach Huaraz. Berry muss unser Vertrauen erst wieder gewinnen, daher bevorzugen wir die Panamericana, auch wenn das mit Sicherheit die weniger schöne Strecke ist. Im Notfall ist dort mehr los und die Straße ist im Vergleich zu den schmalen, geschotterten Bergstraßen gut ausgebaut. Wir legen nochmal einen Zwischenstopp in Huanchaco bei Amelia & Víctor ein und versuchen in Trujillo bei der Migraciones mein Touristenvisum zu verlängern. Julian hat bei der letzten Einreise im Januar erneut 90 Tage erhalten, ich hatte dummerweise gesagt, 60 Tage wären ausreichend (das ist ohnehin schon mehr als uns offiziell noch zusteht). Bis 2022 konnte man das Visum auf 183 Tagen im Jahr verlängern. Nach zwei Stunden Wartezeit erfahren wir, dass das mittlerweile nicht mehr geht - das Auswärtige Amt hätte es auch gewusst. Wenn ich nicht rechtzeitig ausreise, muss ich pro Tag 5,15 SOL (1,25€) Strafe zahlen. Uns wird versichert, dass es keine weiteren Folgen haben wird. Und damit wir das gleich aus unseren Köpfen streichen können, bezahlen wir die Gebühr unverzüglich bei der nächsten Banco de la Nación. Denn fest steht, dass wir spätestens Ende März ausreisen, wenn Berry raus muss. Wir riskieren nicht, dass das Fahrzeug konfisziert wird! Im Übrigen wurde in Trujillo Mitte Februar aufgrund zunehmender Bandenkriminalität der Notstand ausgerufen. Im vergangen Jahr gab es hier anscheinend mehr als 30.000 Straftaten und 11.000 Raubüberfälle. Die Mordrate ist die höchste des Landes. Tagsüber merken wir davon nichts, nachts gilt derzeit eine Ausgangssperre.
Um nach Huaraz zu gelangen, müssen wir von Meereshöhe (33°C) über den Pass auf 4.200m (3°C). Huaraz selbst liegt auf 3.061m. Leichte Kopfschmerzen machen sich bemerkbar. Wir stehen zusammen mit einigen anderen Overlandern und da findet sich auch gleich schon ein Versuchskaninchen für unser neues Auslesegerät. Bei den Franzosen ist der DPF voll, der Hauptgrund weshalb wir nun im Besitz dieses Gerätes sind. Testen konnten wir es bisher noch nicht, aber es funktioniert. Test mit Bravour bestanden und wir freuen uns, dass wir helfen konnten. Wie immer spazieren wir über den Mercado Central, dieses Mal stechen vor allem die Meerschweinchen heraus, sowohl tot als auch lebendig. Außerdem kramen wir mal wieder das Kletterzeug raus. Auch wenn momentan nicht viele Routen geschraubt sind, freuen wir uns über die kurze Climbing Session im CED und darüber, dass es überhaupt die Möglichkeit gibt.
Am Sonntag kommen endlich mal wieder die Wanderstiefel zum Einsatz. Um uns langsam wieder an die Höhe zu gewöhnen, machen wir eine kurze Tour zur Laguna Churup auf 4.500m. Nach halber Strecke und etwa 350 Höhenmeter erreichen wir das Kassenhäuschen (wer überlegt sich denn bitte so etwas?!), hier ist der Eintritt für den Parque Nacional Huascarán fällig. Das Ticketbüro in der Stadt war gestern geschlossen und natürlich haben wir heute am frühen Morgen im Halbschlaf beim Rucksackpacken nicht mehr daran gedacht, genügend Geld einzustecken. Kartenzahlung, Pustekuchen. Zu unserem Glück sind noch zwei Gringos in unserem Tempo unterwegs. Sie leihen uns die 300 SOL, damit wir gleich zwei Monatstickets kaufen können. Die Alternative wären 1 oder 3 Tagestickets, das reicht uns für diesen Nationalpark nicht. Es geht konstant bergauf, teilweise mit kurzen, rutschigen Kletterpassagen. Die steilen Berghänge sind wolkenverhangen, trotzdem haben wir Glück mit dem Wetter. Als wir oben Pausen machen, klart es für kurze Zeit auf und erst als wir auf dem Weg zurück in die Stadt sind, beginnt es zu schütten, gewittern und hageln. Davor begleichen wir noch schnell unsere Schulden und werden von unserem Parkplatznachbarn auf ein schnelles Cusqueño eingeladen. Dass wir in Südamerika oft overequipped unterwegs sind, ist uns nicht neu. Trotzdem wundern wir uns immer wieder über die Bergsteigeroutfits mancher Einheimischer (zB Minirock und weiße Sneaker, ohne Rucksack oder Wasserflasche). Dafür aber immer Musik dabei, anstatt einfach mal den Geräuschen der Natur zu lauschen.Okumaya devam et

GezginAlso ich weiß nicht wie es euch bei der Wanderung ging, aber wir sind total unfit! Wir haben zum Anfang eine Tour die auf 3500 m ging (wenn man an dem Cerro Toco denkt oder an dem Huayna Potosi) und das war ganz schön zäh. Wir waren laaaannnngggssaaammm. Zeit dass wir auch wieder in Form kommen!

Katja SchillerIch würde mal behaupten, es ist noch deutlich Luft nach oben 😅
Quebrada Ulta
4–6 Mar 2024, Peru ⋅ ☁️ 8 °C
Wir kommen erst spät in die Pötte. Wäre gut, wenn wir das in den nächsten Tagen früher schaffen, denn es wird früh hell und morgens ist das Wetter deutlich besser. Am Nachmittag zieht es zu. Für die Berge wäre die beste Reisezeit von Mai bis August, aber man kann eben nicht alles haben.
Der Túnel Punta Olímpica ist mit knapp 1,4km der längste Tunnel Perus und der höchstgelegene der Welt (4.735m). Dahin wollen wir heute, weniger wegen des Tunnels, mehr wegen der Aussicht auf die umliegenden Berge und Gletscher der Cordillera Blanca. Auch der 6.768m hohe Nevado Huascarán Sur, der höchste Berg Perus befindet sich hier. Die Fahrt durch das Dörfchen Shilla ist ziemlich holprig, danach wird's besser, viel besser als erwartet. Im Dorf begegnen wir vielen indigenen Frauen, in dieser Gegend tragen sie besonders hohe und schön verzierte Hüte. Entweder sie sind auf den Feldern tätig, tragen riesige Büschel Gras in ihren bunten Tüchern auf dem Rücken oder sie hüten ihre Schafe, Ziegen, Esel, Schweine... Ab und zu müssen wir ein paar frei laufenden Tieren oder herab gestützten Felsbrocken ausweichen, ansonsten ist die Straße tiptop asphaltiert. Zunächst ist das Tal sehr schmal und dicht bewachsen. Je höher wir kommen, desto weiter öffnet es sich zu einem imposanten Tal. Wow, wir sind begeistert. Durch die Wolken wirkt alles sehr geheimnisvoll.
Ganz nach oben schaffen wir es nicht, auf 4.250m ist Schluss. Bei Berry macht sich die "Höhenkrankheit" bemerkbar. Es zieht ohnehin immer weiter zu und kurze Zeit später regnet und hagelt es wieder. Wir drehen um und machen am Restaurant "Laguna Auquishcocha" Halt. Hier ist der richtige Ort, um einmal das landestypische "Picante de Cuy" zu probieren. So frisch wie die Forellen zubereitet werden, so frisch wird auch das Meerschweinchen im Garten eingefangen. Wir dürfen einen Blick in die Küche werfen und bei der Zubereitung über die Schulter schauen. Kurz abkochen, Fell abziehen, Innereien raus, ein bisschen Salz und Limette drüber, in Öl frittieren, fertig. Fast Food quasi. Dazu bekommen wir eine Tasse Mate de Muña gereicht, das ist eine uralte hoachandine Heilpflanze, die Magen- und Atemwegsbeschwerden lindert und auch bei Soroche behilflich sein soll. Ein schönes Fleckchen Erde mit extrem netten Menschen.
Ungeplant verbringen wir die Nacht bei Lili in Carhuaz. Denn *Trommelwirbel* der DPF (unser Lieblingsthema!) ist so zu, dass uns auch unser tolles neues Gerät nicht mehr hilft. Wir lernen stetig dazu und werden daraus doch nicht schlau... Jetzt müssen wir den DPF wieder ausbauen und händisch reinigen. So schnell kann's gehen. Déjà-vu Oruro, Bolivien. Auch wenn mit höheren Kosten verbunden, würde Julian ihn für den nächsten Südamerika Roadtrip wahrscheinlich im Voraus ausbauen lassen - würde eine große Sorge weniger bedeuten. Dieses Mal machen wir uns selbst an die Arbeit, doch Lili ruft direkt ihren Mechaniker zur Hilfe, der auf schnellstem Weg zu uns kommt. Die Männer bauen alles aus und fahren zum Reinigen in die Werkstatt, ich backe währenddessen für alle Zimtschnecken und Lili bringt uns später vom Markt Cevichocho (Tarwi) mit. Auch wenn mal wieder ungeplant, sind wir hier allerbestens aufgehoben. Und von unserem Stellplatz im Garten haben wir hin und wieder sogar einen wolkenfreien Blick auf den strahlend weißen und mächtigen Nevado Huascarán. Diese Zwangspausen sind auch immer gut, um mal wieder "klar Van" zu machen.Okumaya devam et

SYLWIA B.Wie hat das Cuy geschmeckt? Wir hätten es nahe San Agustín im Süden Kolumbiens, der Hochburg dieser Doeisen essen können. Da wurde es auch so frisch zubereitet und wir hatten zu viel Kopfkino.

Katja SchillerSchmeckt ein bisschen wie Hase. War gut, nur mir persönlich war's zu viel zum abnagen (esse kaum Fleisch, bin aber immer offen für Neues und probiere gerne landestypische Spezialitäten aus aller Welt)
Laguna 69
8 Mart 2024, Peru ⋅ ☁️ 7 °C
Früh morgens starten wir in Yungay. Uns wurde gesagt, dass das erste Collectivo um 5 Uhr am Terminal abfährt. Vor halb 7 schaffen wir es eh nicht, also halb so wild, dass das erste Collectivo tatsächlich doch erst um 7 Uhr fährt. Wir fahren bis zu Haltestelle Cebollapampa und vereinbaren mit dem Fahrer, dass er uns auf dem Rückweg, etwa 6 Stunden später wieder hier einsammelt. Immer wieder sind wir aufs Neue erstaunt, was auf 3.000-3.500m noch alles angebaut wird. Das Bergsträßchen führt wieder einmal an massiven, nahezu senkrechten Felswänden entlang. Kopfkino: heute morgen erst machte in den Whatsapp Gruppen ein Video die Runde, wo zu sehen ist, wie etwa 300km weiter südlich bei einem Erdrutsch (von denen gibt es zu dieser Jahreszeit in Peru viele) riesige Felsbrocken ganze Lastwagen von der Straße fegen.
Die Laguna 69 liegt auf 4.600m und zählt zu den Klassikern in der Region. Die Kulisse ist ein Traum, der Wanderweg hervorragend ausgebaut und unsere Sorge, dass bereits Menschenmassen vor uns oben sein werden, unbegründet. Kurz vor 9 Uhr sind wir die ersten, die am Wächter vorbei marschieren. Doch heute tue ich mich sehr schwer, komme nicht so richtig in die Gänge, der Rucksack ist mir eine Last und jeder Schritt bergauf ein Kampf. Mit den 6,5km und 860 Höhenmeter one way bin ich daher schon gut bedient. Oben an der Laguna wartet eine ziemlich aufdringliche Kuh auf uns, die anscheinend auch Hunger auf Mützen und Jacken hat. Weil wir gegen 14:30 Uhr zurück an der Haltestelle sein müssen, schaffen wir es zeitlich leider nicht wie geplant über das Refugio Pisco Perú abzusteigen. Das Wetter wird zunehmend besser, auch wenn es hin & wieder noch nieselt. Immer mehr und höhere Berge kommen zum Vorschein, wir kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Um uns herum ist alles so massiv und mächtig, dass der Kameraweitwinkel echt von Nutzen ist. Patagonien ist schon eindrucksvoll, aber die Berge hier sind der helle Wahnsinn, obwohl wir aufgrund der Wolken nie alles zu sehen bekommen.
Tatsächlich wartet das Collectivo schon auf uns, als wir in Cebollapampa ankommen. Schnellstens geht es zurück nach Yungay. "Das „alte“ Yungay wurde im Jahr 1970 mitsamt dem Großteil seiner 19.000 Einwohner durch einen gewaltigen Bergsturz vollständig unter Massen von Schlamm und Geröll begraben. Auslöser war ein sehr schweres Erdbeben mit der Magnitude 7,8 auf der Richterskala, wodruch sich große Teile der vergletscherten Nordwestflanke des Huascarán-Massivs lösten. Ungefähr 50 Millionen Kubikmeter Eis, Schlamm und Gestein donnerten mit verheerender Gewalt die Quebrada Llanganuco zu Tal, übersprangen einen 200m hohen, vermeintlich schützenden Hügelkamm und ergossen sich über nahezu das gesamte Stadtgebiet. Die Gerölllawine legte nach Schätzungen bis zu ihrem Stillstand etwa 14,5km in vier Minuten zurück, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 220km/h entspricht." (Wikipedia)Okumaya devam et

Katja SchillerDie Gegend wird euch ganz bestimmt gefallen! Freue mich jetzt schon auf Bilder von euch, vielleicht mit ein paar weniger Wolken am Himmel 😉
Mit dem Moped zur Laguna Parón
10–11 Mar 2024, Peru ⋅ ☁️ 12 °C
Samstag machen wir ein paar Besorgungen in Caraz, bummeln über den Mercado Central und wollen nur kurz 15 Minuten bei Juan Carlos im Mia Hostel vorbeischauen, Hallo sagen. Wir kennen ihn überhaupt nicht, hatten zuvor nur per Whatsapp Kontakt. Zu uns gesellen sich Franzosen, Brasilianer und Peruaner. 6 Stunden später sitzen wir noch immer. Kurz vorbeischauen funktioniert hier nicht. Peruaner nehmen sich viel Zeit, die sie mit Freunden & Familie verbringen, sie wollen nicht nur leben um zu arbeiten wie die Deutschen zum Beispiel, sagt er. Auch der Inhaber der Diskoteca Plan B sitzt mit am Tisch, doch als es dorthin weitergeht, seilen wir uns ab. Wir wollen morgen schließlich zur Laguna Parón.
Ohne geführte Tour gibt es die Möglichkeit ein Collectivo bis nach Pueblo Parón zu nehmen und von dort aus 9km entlang des Fahrweges zu laufen oder ein teures Taxi zu nehmen. Beides irgendwie doof. Berry wollen wir diese Strecke gerne ersparen, da wir schon oft gehört haben, wie "feo" (hässlich, unschön) die Straße zur Laguna Parón sein soll. Juan Carlos bringt uns auf die Idee, bei unseren derzeitigen Gastgebern Motorräder zu leihen. Voll nach unserem Geschmack - gesagt, getan! Bis zum Eingang des Nationalparks ist die Erd-/ Schotterstraße gut. Was dann folgt, hat mit dem Motorradfahren wie ich es auf deutschen Straßen gelernt habe, nichts mehr zu tun. Es wird holprig. Die Schotterstraße ist zum Teil extrem ausgewaschen, sandige Passagen sind auch dabei. Felsen, Steine und Kuhfladen liegen ungünstig auf dem Weg. Auch kleine Furte und Brücken aus Baumstämmen müssen überquert werden. Ein bisschen challenging, aber mega spaßig. 500m vor dem Refugió wurde die Straße komplett weggespült, ab hier geht's zu Fuß weiter.
Wir übernachten in der Hütte auf 4.200m, umgeben von mehreren Sechstausendern. Weil Köchin und Hüttenwirt heute Nachmittag ins Dorf fahren und erst morgen wieder kommen, sind wir allein. Falls am Abend noch jemand kommt, sollen wir den Leuten gerne Kekse und Getränke verkaufen - das machen wir natürlich. Am nächsten Morgen wollen wir früh los zur höhergelegenen Laguna Congelada, in die ein Gletscher fließt. Da in der Regenzeit das Wasser in der Laguna Parón jedoch wesentlich höher steht, ist der Wanderweg stellenweise überschwemmt. Wir wollen mit dem Kayak auf die andere Seite der 4km langen Laguna Parón paddeln, um dort die Wanderung zu starten. Der Gegenwind am Morgen ist stark, die Wellen schwappen immer wieder ins Boot, Julian ist schnell nass. Nach 1/8, wenn überhaupt, kehren wir um. Anstatt dessen erklimmen wir den Mirador und machen uns anschließend ganz gemütlich auf den Rückweg.Okumaya devam et

GezginSoo Ihr Zwei, jetzt bin ich wieder "live" bei Euch. Habe die letzten 6 Wochen nachgelesen und die Bilder angeschaut. Da ist ein Ort, jeweils auf seine Weise, spannender als der andere! Sehr beeindruckend was Ihr da erlebt -von Katja authentisch beschrieben und (vermutlich) von Julian super bebildert! Es macht super Spaß bei Euch auf diese Weise dabei zu sein! :-)
Santa Cruz Trek - Tag 1
13 Mart 2024, Peru ⋅ ☁️ 10 °C
Kurz nach 7 Uhr treffen wir uns mit Leona in Yungay. Erst im Collectivo lernen wir uns kennen, vor einigen Tagen haben wir aber schon vereinbart, gemeinsam den Santa Cruz Trek zu laufen. Was das angeht, sind die diversen Whatsapp-Gruppen wirklich super.
Auf unserer Reise kommen wir immer wieder an Orte, die uns aus der Netflix Doku "Die Magie der Anden" schon bekannt sind - so auch heute. Mit dem Collectivo fahren wir ein zweites Mal die AN-106, nur dieses Mal noch ein Stück weiter in Richtung Yanama über den spektakulären und nicht ganz ungefährlichen 4.767m hohen Gebirgspass Portachuelo de Llanganuco. Auf 4.500m Reifenpanne - solange wir die Aussicht genießen, zögern die indigenen Frauen nicht lange und gehen in der Zeit andine Pflanzen und Kräuter sammeln.
Der ursprüngliche Plan war es, in Vaquería zu übernachten, damit wir am darauffolgenden Tag früh starten und den Santa Cruz Trek in 3 Tagen laufen können. Den Schlüssel für eine Hütte in Vaquería haben wir schon. Wir schauen uns um, machen in dem kleinen, verschlafenen Bergdorf Mittag und entscheiden spontan doch schon los zu laufen, da es noch nicht einmal 12 Uhr ist und für uns ohnehin gilt "der Weg ist das Ziel". Letzte Chance für 500 SOL einen Guide inklusive Packesel oder Muli zu nehmen.
Zeltplätze gibt's auf dem Trek einige. Wir entscheiden, am ersten Tag gemütliche 10km durch das Huaripampa Tal bis zum Paria Camp zu wandern. Der Weg führt entlang des Flusses, durch kleine Dörfer und vorbei an prächtigen Queñual Bäumen (die Baumgrenze liegt übrigens bei ca. 4.450m). Lupinen und Bromelien blühen wohin man schaut.Okumaya devam et
Santa Cruz Trek - Tag 2
14 Mart 2024, Peru ⋅ ☁️ 9 °C
Tag 2 ist der anspruchsvollste Tag der Wanderung. Zwar sind es nur 11 km bis zum nächsten Camp, doch die führen über den Punta Unión auf 4.750m - das Highlight der gesamten Tour. Mitsamt den schweren Rucksäcken sind die 1.120 Höhenmeter ganz schön knackig, doch die atemberaubenden Ausblicke entschädigen! Um uns herum die großen Berge der Cordillera Blanca wie zum Beispiel der Nevado Taulliraju, Pucajirca, Rinrijirca, Artesonraju und viele andere - alle um die sechstausend Meter hoch. Die Gipfel scheinen zum Greifen nah und sind doch unerreichbar.
Zum ersten Mal konsumieren wir die Cocablätter nicht nur als Tee oder pur (beides soll in Wahrheit zwar gesund sein aber rein gar nichts helfen), sondern in Kombination mit Bica. Wir haben tatsächlich das Gefühl, dass die Ausdauer steigt, unsere Belastungsgrenze höher ist und wir nicht so schnell erschöpft sind.
Gegen 15 Uhr erreichen wir Taullipampa, unser heutiges Nachtlager inmitten schönster Natur. Wir spielen noch eine Runde Karten, essen zu Abend und kuscheln uns um 19 Uhr mit Wärmflasche in die Schlafsäcke, da ist es bereits stockdunkel. Die Nächte sind kalt und meist regnerisch, doch heute zeigt sich uns ein wunderbarer Sternenhimmel. In der Nacht hören wir neben unseren Zelten irgendein größeres Tier... eine Kuh, ein Puma, ein Taruca oder vielleicht doch ein Brillenbär? Alles ist hier im Nationalpark anzutreffen und so gerne ich auch wüsste was es ist, traue ich mich nicht den Reißverschluss des Zeltes zu öffnen.Okumaya devam et
Santa Cruz Trek - Tag 3 und 4
15–16 Mar 2024, Peru ⋅ ☁️ 10 °C
Kurz vor 8 Uhr räumen wir unser Camp. Gutes Timing, denn uns nähert sich ein aufmüpfiger Jungbulle. Heute ist das Wetter super launisch - mal strahlend blauer Himmel, dann wieder ein kurzer Regenschauer.
Vom Santa Cruz Trek machen wir einen kurzen Abstecher auf den Alpamayo Trek, vorbei am Alpamayo Base Camp zur Laguna Arhuaycocha. Die Rucksäcke verstecken wir derweil im Gebüsch in der Hoffnung, dass die Kühe kein Interesse daran haben. Wegen seiner perfekten Eispyramide gilt der Alpamayo laut Internet als einer der schönsten Berge der Welt. Von hier aus hätten wir bei gutem Wetter den richtigen Blickwinkel auf den Artesonraju - der Berg wird als Vorlage für das Logo der Paramount Pictures gesehen - aber leider hängen die Wolken am Morgen zu tief.
Nach einer kurzen Pause an der Laguna, wo wir immer wieder das Gletschereis knacken und brechen hören, nehmen wir den langen Abstieg in Angriff. Auf circa halber Strecke verhilft Julian uns allen zu einem gehörigen Adrenalinschub. Wieder einmal steht uns eine Kuh im Weg (davon gibt's hier oben echt viele, zu viele für meinen Geschmack), sie hat ihr Kalb bei sich. Julian läuft schnurstracks auf sie zu, im Glauben, dass die beiden den Weg frei machen. Falsch gedacht, Mama-Kuh geht sofort in Angriffsstellung über, senkt ihren Kopf, präsentiert uns die bedrohlichen Hörner und scharrt mit den Hufen. Sie nimmt Anlauf. Im Affekt schreie ich so laut ich kann - sie hält inne und schaut mich verdutzt an. Langsam und ruhig treten wir den Rückzug an, hier kommen wir nicht vorbei. Wir klettern die Böschung hinauf und suchen einen anderen Weg. Tja, wer hätte das gedacht... da müssen wir der angriffslustigen Kuh fast noch dankbar sein, denn Dank ihr finden wir wieder auf den offiziellen Wanderweg. Nach 21 langen Kilometern erreichen wir erschöpft das Llamacorral Camp. Leider liegt auch hier viel Müll herum. Man sollte eigentlich meinen, dass v.a. Leute, die den Weg in die abgeschiedene Natur suchen, es besser wissen sollten. Wir machen zwei große Tüten voll und tragen den Müll zurück ins Tal. Als wir das beim Nationalparkwächter in Cashapampa beanstanden, meint er nur "voy a subir" - wer's glaubt...
Tag 4 ist wieder entspannter. Bis zu unserem Ziel nach Cashapampa sind es nur noch 10km. Das weite Santa Cruz Tal ist wunderschön, die Berghänge sind mit unzähligen Wasserfällen geschmückt. Je näher wir unserem Ziel kommen, desto schmaler wird es. Ein letztes Mal kraxeln wir die Böschung runter und wieder hoch, um einer weiteren aggressiven Kuh aus dem Weg zu gehen, dann ist's geschafft. Es wird zunehmend heißer. In Summe haben wir 52 Kilometer, 2.800 Höhenmeter bergauf und 3.600 Höhenmeter bergab zurückgelegt. Der Weg führt durch die unterschiedlichsten Vegetationszonen.
Der Santa Cruz Trek gehört in dieser Gegend zu den beliebtesten Mehrtageswanderungen. Da die Wandersaison jedoch erst in etwa einem Monat beginnt, begegnen wir (abgesehen von einer geführten Tour mit Eseln) pro Tag nur zwei weiteren Wanderern. Die Camps haben wir für uns allein. Das Wetter ist zu dieser Jahreszeit zwar unbeständiger und die Berggipfel sind oft wolkenverhangen, dennoch hat es auch seine Vorteile im Sommer hier unterwegs zu sein.
In Cashapampa wartet bereits ein Taxifahrer, der uns zurück nach Caraz bringen will. Er meint, er berechnet wie die Collectivos 30 SOL pro Person. Wir lehnen dankend ab, denn wir wissen, dass 10 SOL pro Nase normal sind. Das richtige Collectivo lässt nicht lange auf sich warten, doch auch der Typ will 20 SOL von jedem. Der blöde Taxifahrer grinst uns schadenfroh zu. Was soll's, wir haben Zeit, investieren das Geld lieber in ein kühles Bier und stoßen auf die tolle Wanderung an, während wir auf das nächste Collectivo mit ehrlichem Fahrer warten. Wir haben das Gefühl, dass die Peruaner es mit der Wahrheit nicht immer ganz so genau nehmen, auch wenn es um andere Dinge geht und wir haben es satt, als Gringos ständig ausgenommenen zu werden. Es ist hier und da zwar immer nur ein bisschen, aber für uns ist es unterm Strich am Ende eine ordentliche Summe. Ohne uns will der unehrliche Collectivo-Fahrer aber auch nicht fahren, also wartet er geduldig bis wir unser Bier ausgetrunken haben und schreit dann aus dem Fenster "ok ok, vamos" (für 10 SOL - wer zuletzt lacht...). Nach den Strapazen der letzten Tage freue ich mich auf eine heiße Dusche!Okumaya devam et

GezginWir haben zuvor 3 Wanderungen zur Akklimatisierung gemacht. Zudem noch eine Nacht auf 4200m Laguna Peron - siehe vorherige Einträge. Man sollte nicht von der Küste direkt nach Huaraz (3000m) und am nächsten Tag auf 4700m aufsteigen. Die Risiken von Höhenkrankheit sind einfach zu hoch, man bekommt Kopfweh und die Kondition leidet extrem.
Cañón del Pato
18 Mart 2024, Peru ⋅ ⛅ 17 °C
Wir blicken auf zweieinhalb tolle Wochen in der Region Ancash zurück. Zehn Tage davon haben wir in Caraz verbracht. Dort geht es deutlich untouristischer zu als im Outdoor-Mekka Huaraz und geografisch gesehen ist es für uns die bessere "Homebase". Außerdem bekommen wir täglich Besuch von verspielten und verschmusten Vierbeinern, können im Ofen Pizza und Sauerteigbrot backen und haben liebe Menschen um uns herum. Am Sonntag werden wir zum Essen eingeladen. Wir könnten es problemlos wesentlich länger hier aushalten - ein absolutes Wanderparadies! Aber die Zeit drängt mal wieder.
Wir folgen dem Flusslauf des Río Santa von 2.200m hinab an die Küste. Dabei durchqueren wir den engen, steilwandigen und atemberaubenden Cañón del Pato, der sich über ein Länge von ca. 40km erstreckt und die Cordillera Blanca von der Cordillera Negra trennt. Das Sträßchen ist schmal, ab und an gibt es Ausweichstellen, falls Gegenverkehr kommt. Auf der einen Seite geht's hunderte Meter fast senkrecht bergab und auf der anderen schwebt so mancher Felsbrocken beängstigend über uns. Dem Fahrbahnbelag ist anzusehen, dass nicht selten große Gesteinsbrocken herabstürzen, mehrere Landslides haben die Straße in der Vergangenheit verschüttet und genau deshalb wurde uns geraten, die Strecke nur zu fahren wenn es trocken ist. 35 Tunnel liegen auf dem Weg - mal kürzer, mal länger, meist nachtschwarz. Vor Einfahrt soll gehupt werden, denn es gibt nur Platz für ein Fahrzeug. Angenehm, dass nicht viel Verkehr entgegen kommt. Früher war dies eine Eisenbahnstrecke, die jedoch nach dem Erdbeben im Jahr 1970, welches große Schäden verursachte, aufgegeben wurde. Von der PE-12 wollen wir auf die LI-123 abbiegen, doch die Brücke schaut nicht sonderlich vertrauenerweckend aus. Wir beobachten ein paar Fahrzeuge beim Überqueren der Brücke, entscheiden uns dann aber doch den Umweg (der für uns keiner ist) von 45km in Kauf zu nehmen und über Santa zu fahren. Ein letztes Mal sind wir in Huanchaco bei Amelia & Victor zu Gast, bevor es weiter Richtung Norden geht.Okumaya devam et
Los Órganos
20–22 Mar 2024, Peru ⋅ ☀️ 29 °C
Weil wir es nicht mehr vor Einbruch der Dunkelheit bis nach Colán schaffen, verbringen wir mehr oder weniger notgedrungen eine Nacht in Piura. Leider kann oder will uns hier keiner unsere argentinische Gasflasche auffüllen. Am nächsten Morgen geht's direkt weiter nach Los Órganos, ein kleines Dorf am Pazifischen Ozean. Hier ist es weitaus entspannter als im benachbarten, touristischeren Máncora.
Wir drehen eine kleine Runde durch den Ortskern, treffen auf Van-Reisende aus Karlsruhe und machen einen Strandspaziergang zum Anlegesteg der Fischerboote. Die Wassertemperatur ist angenehm, der Strand selbst haut uns nicht wirklich vom Hocker, viel Müll und extrem viele tote Fische liegen herum. Doch am Steg soll es Meeresschildkröten geben, denen wollen wir einen Besuch abstatten. Ja, und hier schließt sich der Kreis auch wieder: die Fischer werfen ihre Abfälle ins Wasser, die Schildkröten haben so tagtäglich einen reich gedeckten Tisch und was sie nicht fressen, landet am Strand und mieft vor sich hin. Wir bezahlen eine kleine Gebühr, um über das Hafengelände auf den Steg zu gelangen und von dort aus die Schildkröten beobachten zu können. Die Fischer kommen gerade zurück und ziehen ihren heutigen Fang an Land. Die Schildkröten lassen nicht lange auf sich warten, es sind ganz schön viele. Um niemandem im Weg herumzustehen, setzen wir uns in eine Ecke und betrachten das rege Treiben, sowohl im Wasser als auch an Land. Ins Wasser gehen wir hier nicht, da sind schon genug Leute, denn natürlich werden auch hier Touren angeboten. Die Guides ködern die Schildkröten mit toten Fischen an einer Leine und halten die Tiere dann sogar für einen Moment lang fest. Daran finden wir keinen Gefallen. Das Schild "Protejemos las tortugas" steht wohl nur zur Deko da.
Einen kleinen Hammerhai sehen wir auch, fälschlicherweise an Land. Wahrscheinlich ist er als Beifang im Netz gelandet, denke ich mir. Doch der Anblick lässt mich nicht los und ich recherchiere noch ein wenig. Peru ist nach Angaben der Meeresschutzorganisation Oceana der weltweit größte Exporteur von Haifischflossen. Zwar ist Finning verboten, das Jagen und Anlanden ganzer Haie ist dagegen völlig legal. Das Fleisch wird zum Großteil im eigenen Land verspeist, die Flossen hingegen sind für asiatische Länder bestimmt und werden meist nach China exportiert. Auch massenhaft illegale Ware aus Ecuador ist dabei. Blauhaie, Makohaie und Hammerhaie sind die häufigsten Opfer. Und obwohl das wiederum illegal ist, müssen draußen auf Offener See auch mehrere Tausend Delfine jährlich daran glauben, denn die werden als "billige" Haifischköder benutzt. Laut Umweltschützern handelt es sich dabei um das größte illegale Abschlachten von Delfinen weltweit.Okumaya devam et
Peru - it's been a pleasure!
23–25 Mar 2024, Peru ⋅ ⛅ 29 °C
Die letzten Tage in Peru verbringen wir ganz entspannt und machen ein paar Tage Urlaub in Zorritos, nahe der ecuadorianischen Grenze. Auf der Fahrt hierhin wird's kurz spannend. Zum ersten Mal seit wir in Lima das TIP pausiert und nach unserer Rückkehr ein "Neues" bekommen haben, kommen wir in eine Polizei-/Zollkontrolle. Im Süden wurden wir oft herausgezogen, meist wurde aber nur nach der SOAT (Versicherung) gefragt. Der Beamte betrachtet den Anexo 6, runzelt die Stirn und will wissen, ob wir darauf von der Sunat auch eine Rückmeldung bekommen hätten. Hä, das ist doch die Beantwortung von Anexo 5, oder nicht? Er nimmt die Dokumente mit und funkt unser Kennzeichen zur weiteren Prüfung durch. Es sind auch noch die Originale, die geben wir normalerweise überhaupt nicht aus der Hand. Übrigens ist erst bei einer Kontrolle aufgefallen, dass es sich um einlaminierte Kopien unserer Dokumente handelt. Ich habe Bammel, stimmt was nicht mit der TIP-Verlängerung? Dann könnte es gleich ziemlich problematisch für uns und v.a. für Berry werden. Nach wenigen Minuten, die sich anfühlen wie eine halbe Ewigkeit, drückt er uns, ohne die Miene zu verziehen, die Papiere wieder in die Hand und wünscht eine gute Weiterreise. Puh!
In Zorritos flanieren wir in erster Linie zwischen Strand, Pool und Hotelbar herum, für alles andere ist es zu warm. Wir wohnen ganz unromantisch auf dem Hotelparkplatz, dürfen aber für 5€ pro Person/Tag die gesamte Anlage mit nutzen. Einen kurzen Ausflug zum Mercado Central machen wir aber doch - für mich oft der reizvollste Ort in einer Stadt. Dort ist immer was los und es ist total interessant, die regionalen Unterschiede zu sehen. Hier zum Beispiel dauert es nicht lange, bis uns "tollo" angeboten wird und wir die ersten Haifischsteaks auf der Verkaufstheke liegen sehen. Stolz werden auch die kleinen Babyhaie angepriesen.
Auch wenn manche peruanischen Bräuche, Traditionen und Angewohnheiten für uns schwer verständlich sind... it's been a pleasure! Peru ist eine großartige Reisedestination. Die letzten Wochen waren intensiv und hätten unterschiedlicher kaum sein können. Wir waren unterwegs in den reichsten und ärmsten Viertel der Hauptstadt, haben die schönsten und farbenfrohsten Sonnenuntergänge über dem Pazifik bewundert und die verrückten peruanischen Karnevalsbräuche hautnah miterlebt. Wir sind mit dem Frachtschiff nach Iquitos gereist, wo wir schwitzend ein paar unvergessliche Tage - inklusive toller Tierbegegnungen - im Amazonas-Regenwald verbringen durften und last but not least sind wir tagelang in großer Höhe durch die magische andine Berg- und Gletscherwelt gewandert. Auf diese außergewöhnlichen Erlebnisse stoßen wir mit einem letzten Pisco Sour an. Und jetzt sind wir sehr gespannt und freuen uns auf Ecuador.Okumaya devam et
Eine Hommage an die Peruanische Küche
24 Mart 2024, Peru ⋅ ⛅ 32 °C
Liebe Grüße an Raphi 😉
Als Ergänzung zu allen anderen Essensbilder.

GezginFreuen uns auch schon wieder sehr auf peruanisches Essen. In Kolumbien gibt's auch ganz leckere Sachen (fast alles frittiert) aber mit der Küche in Peru kann das nicht mithalten
Bienvenidos a Ecuador
25 Mart 2024, Ekvador ⋅ ⛅ 31 °C
Grenzübergang Peru - Ecuador. Wir sind leicht nervös, denn dieses Mal sind ein paar Dinge anders als gewöhnlich: ich bin schon länger im Land als mir genehmigt wurde, Berry's ursprüngliche Aufenthaltsgenehmigung ist abgelaufen (wurde aber ganz offiziell verlängert) und ein polizeiliches Führungszeugnis mit Apostille und Übersetzung, das man aktuell für die Einreise auf dem Landweg nach Ecuador benötigt, haben wir auch nicht.
Doch dabei kann uns zum Glück Hans von der Finca Sommerwind helfen. Dank seines Engagements und seiner Beziehungen zum Tourismusministerium ist es möglich auch ohne Vorlage des Führungszeugnisses ein 90-tägiges Touristenvisum zu bekommen. Dafür mussten wir lediglich frühzeitig Kontakt zu ihm aufnehmen, Kopien der Reisepässe schicken und uns in eine Liste eintragen - Grenzübergang und Datum sind seither fix. Andernfalls würde man maximal, wenn überhaupt, ein 10-tägiges Transitvisum erhalten. Grund dafür ist der Ausnahmezustand in Ecuador, der Anfang Januar ausgerufen und vorerst bis April verlängert wurde. An der Grenze ist nichts los und unsere Nervosität ist unbegründet. Die Liste liegt vor und wir stehen drauf. Mit Berrys Papieren ist auch alles in Ordnung. Die einzige kleine "Komplikation" ist, dass ich das Bußgeld für die überzogenen Tage bereist im Voraus und für ein paar Tage zu viel bezahlt habe. Es dauert zwar etwas länger, aber auch das bekommen wir gelöst und dann fallen endlich die Worte "Bienvenidos a Ecuador".
Unser erster Eindruck von Ecuador? Bananenland. Gleich zu Beginn fahren wir in El Oro viele Kilometer an Bananenplantagen vorbei. 184.000 Hektar sollen es insgesamt in Ecuador sein. Hauptsächlich wird die Sorte Cavendish angebaut und um den Wachstum zu beschleunigen, werden die Bananenstauden in Plastiksäcke gehüllt. Jetzt wird uns auch klar, weshalb wir an der Grenze unsere Schuhe desinfizieren mussten - vermutlich um die Bananensorte vor Pilzbefall zu schützen, denn Krankheiten könnten den riesigen Monokulturen zum Verhängnis werden.Okumaya devam et
Cuenca - Tradition trifft auf Moderne
25–28 Mar 2024, Ekvador ⋅ ⛅ 23 °C
Cuenca überzeugt uns ab der ersten Sekunde. Die koloniale UNESCO-Weltkulturerbe Stadt erobert mit ihren kopfsteingepflasterten Straßen, ihrer tollen Architektur und ihrer charmanten Altstadt direkt unsere Herzen. Hinzu kommen freundlichen Menschen, eine große kulturelle Vielfalt und eine hervorragende nationale & internationale Gastronomie. Hippe Cafés und stilvolle Modeläden gibt's an jeder Ecke. Der spannende Mix aus Tradition & Moderne zieht sich durch die gesamte Stadt. Müll liegt kaum herum und Straßenhunde gibt es nicht, dafür aber eine hochmoderne, kaum hörbare Tram und einen Mercado mit Rolltreppe und Aufzug. Es tut gut hier zu sein, wir fühlen uns wohl. Der Kontrast zu Peru in puncto Lärm und Sauberkeit ist groß.
Wir finden, es ist mal wieder Zeit für eine Free Walking Tour. Knapp 4,5 Stunden zeigt Tomás uns die schönsten Ecken der Stadt. Die versteckten, aber spektakulären Innenhöfe der kolonialen Bauten sind besonders schön anzuschauen - allein hätten wir die eher nicht gefunden. Wir erfahren aber auch einiges über die alte und die neue Kathedrale, über den Justizpalast oder das Rathaus, über Ecuadors Geschichte, die Einführung des US-Dollars im Jahr 2000 uvm. Es ist mit Abstand die längste Tour, die wir bislang gemacht haben, zugleich aber kein bisschen langwierig. Zwischendurch probieren wir Käse im Mansión Mathilde, trinken gemütlich eine Tasse Kaffee und nehmen uns Zeit für ein Schokoladen-Tasting bei Paccari. Laut einer Studie von "Ethical Consumer" gehört die Marke hinsichtlich Faitrade, organic etc. zu den "Best Buys" weltweit. Und obendrein schmeckt die Schokolade himmlisch gut.
Den Mercado 10 de Agosto, den bekannten Blumenmarkt, ein paar andere Ecken und die ausgeprägte Craftbeer Szene erkunden wir auf eigene Faust. Von unseren Barhockern aus haben wir die beste Sicht auf eine Prozession, denn es ist Semana Santa. Gerne würden wir noch länger in der Stadt bleiben, nur um uns durch das komplette kulinarische Angebot zu schlemmen. Den Inder Punjabi Rasoi können wir wärmstens empfehlen und bei Miriam haben wir einen total entspannten, zentral gelegenen Stellplatz.Okumaya devam et

GezginDa werden Erinnerungen wach…. Die Paccari Schokolade gibt es in so vielen leckeren Geschmacksrichtungen. Fällt mir jetzt wieder ein, wenn ich das Foto sehe. Das Foto mit Tram und Kirche: direkt gegenüber war unsere Unterkunft. Neben der Kathedrale rechts gibt es auch einen wunderschönen Innenhof. Weiterhin viel Spaß in der Stadt!

SYLWIA B.Merkt Ihr etwa von der angespannten Sicherheitslage? Mehr Polizeipräsenz? Oder ist alles weitesgehend normal?

Katja SchillerDie ein oder andere Polizei-/Militärkontrolle haben wir schon passiert, aber ich denke das ist (wie auch in den anderen Ländern) ganz normal. Sieht für mich generell nicht nach erhöhter Polizeipräsenz aus. Könnte in den Küstenregionen vielleicht anders sein, aber die meiden wir. Die Einheimischen sagen, dass zumindest in den Bergregionen alles normal ist... nur die ausländischen Touristen fehlen.
Ruinenstätte Ingapirca
28 Mart 2024, Ekvador ⋅ ⛅ 17 °C
Ingapirca ist die wichtigste und am besten erhaltene präkolumbische archäologische Stätte Ecuadors. Die Bezeichnung ist Kichwa (eine Variante des Quechua) und bedeutet so viel wie "Inka-Mauer". Ursprünglich war das Gebiet nur von den Cañari besiedelt, bis eines Tages die Inkas auftauchten. Nach mehreren Jahren und heftigen Kämpfen konnten die Cañari - bekannt als besonders wilde Kämpfer - noch immer nicht besiegt werden, weshalb die beiden Kulturen beschlossen, friedlich miteinander zu leben. Dementsprechend sind Elemente aus beiden Kulturen vorhanden und miteinander vermischt. Im Inkareich ist das eher ungewöhnlich. Zum bestehenden Mondtempel der Cañari bauten die Inka ihren eigenen, mächtigen Sonnentempel. Beide Tempel gelten als Orte der Anbetung und sollen sowohl von zeremonieller als auch von astronomischer Bedeutung gewesen sein. Hinweise auf rituelle Opfergaben von Tieren und Menschen gibt es auch. Drumherum wird wie immer viel spekuliert. Tja, und Jahre später leisteten die Spanier mal wieder ganze Arbeit im Zerstören der Tempel und Steinhäuser, indem sie die Steine für andere Bauwerke verwendet haben.
Der Ausblick auf die umliegenden Andentäler ist wunderbar. Grasende Kühe, Schafe und Lamas runden die idyllische Szenerie ab. Ein bisschen Allgäu-Flair hat die Gegend, nur eben gelegen auf über 3.000m. Der Zugang ist nur mit Guide gestattet. Wir haben Glück, kommen an kurz bevor die nächste Tour startet und ergattern die letzten freien Plätze. Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte besser vorab reservieren. Heute verwalten Nachkommen der ursprünglichen Cañari-Ureinwohner den gesamten Komplex und das kleine, schöne Museum, welches im Eintrittspreis von 2$ enthalten ist.Okumaya devam et
Hike & Bike Chimborazo
29 Mart 2024, Ekvador ⋅ ☁️ 6 °C
Och nöööö, denke ich mir am Morgen als der Wecker klingelt und ich einen Blick aus dem Fenster werfe. Für den heutigen 500. Tag unserer Reise haben wir eine Radtour gebucht, doch die Wolken hängen super tief. Dabei haben alle gesagt, das Wetter soll gut werden. Wir blieben optimistisch, vielleicht klart es ja noch auf.
Juan gibt uns noch ein bisschen "energía ecuatoriana" mit auf den Weg (auch bekannt als Banane), dann werden wir kurz nach 8 Uhr von Edison abgeholt. Mit dem Pickup geht's hinauf auf 4.850m, bis zum Refugio Carrel. Entgegen unserer Hoffnung wird die Sicht zunehmend schlechter, man kann nur noch wenige Meter weit sehen. Wir starten mit einer kleinen Wanderung zum höhergelegenen Refugio Whymper und zur Laguna Condor Cocha auf 5.100m. Eigentlich hätte man von dort aus einen wunderbaren Blick auf den Chimborazo, den mit 6.263m höchsten Berg Ecuadors. Damit ist er zugleich der nördlichste Sechstausender Südamerikas. Der Gipfel des Chimborazo ist wegen seiner Nähe zum Äquator der am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernte Punkt auf der Erdoberfläche. Hier erzählt man uns daher stolz, dass wenn der Erdmittelpunkt als Bezugspunkt genommen wird, der Chimborazo den Mount Everest um ganze 2km übertrifft.
Nach einem kurzen Snack-Päuschen machen wir die Räder startklar und schon kurz darauf sausen wir den Chimborazo hinab. Unsere Route führt durch das Reserva de Produccion Faunistica Chimborazo, mal auf dem Fahrweg, mal auf der MTB-Strecke. Ab und an werden wir von entgegenkommenden Autos überrascht, die es in dem stellenweise sehr dichten Nebel noch immer nicht für nötig erachten, ihr Licht einzuschalten. Der letzte Abschnitt ist asphaltiert, wir durchqueren mehrere kleine Dörfer. In dieser Gegend lebt der größte Teil der indigenen Bevölkerung Ecuadors und die Frauen tragen kleine, weiße Hüte aus Schafwolle. Bis nach San Juan sind es insgesamt 32km und mehr als 1.500 Höhenmeter bergab. Es macht Spaß und die Sicht wird zunehmend besser, dennoch ist's ganz schön frisch auf dem Rad. Das zweite paar Handschuhe ist Gold wert. Zwischendurch treffen wir uns immer wieder mit Edison und abschließend gibt's Mittagessen. Da heute Karfreitag ist, kommen wir in den Genuss von Fanesca. Das ist eine Suppe mit verschiedenen Getreidesorten und Fisch, die traditionell in der Karwoche zubereitet und gegessen wird. Auch wenn der Chimborazo uns leider verborgen bleibt, war es dennoch ein tolles Erlebnis. Mit 70$ p.P. allerdings nicht gerade preiswert. Stürze: Julian 2, Katja 1. Und wer ein Foto vom Chimborazo sehen möchte, muss googlen.
Wir verbringen drei ruhige Nächte auf der Finca Castillo de Altura, eigentlich ein kleiner Milchviehbetrieb. Ein gemütlicher Ort, an dem viele Overlander Rast machen. Auch die Dusche ist erwähnenswert: viel Wasser und heiß - eine Seltenheit. Die mit Abstand beste Dusche, die wir in Südamerika bisher hatten.Okumaya devam et

GezginIhr braucht uns nicht alles nachmachen. Es reicht doch, dass wir in Nepal nur schlechtes Wetter haben und keine Berge zu sehen bekommen. Auch heute hängt wieder alles in den Wolken. Es ist zum Heulen. Der höchste Berg der Welt bleibt aber Bitteschön in Nepal. Alles was unter der Erdoberfläche ist, sieht man ja schließlich nicht. 😁Wobei wir ja vor lauter Wolken auch nichts sehen. 🙈 Ich hoffe, das Wetter wird wieder!!!
Laguna Quilotoa
31 Mar–2 Nis 2024, Ekvador ⋅ ☁️ 8 °C
Die Laguna Quilotoa ist ein bis zu 250m tiefer Kratersee, welcher durch den letzten Vulkanausbruch (vermutlich im Jahr 1280) entstanden ist. Der Durchmesser der Caldera beträgt etwa 3km und drumherum wird auch auf knapp 4.000m noch viel Landwirtschaft betrieben. Obwohl der Blick auf den riesigen Kratersee wirklich beeindruckend ist, ersparen wir uns die 10km lange Umrundung des Kraters. Das Wetter ist so lala und die Motivation daher eher gering.
Das Dorf in unmittelbarer Nähe zum Kraterand existiert hauptsächlich wegen des Tourismus. Der Oster-Ansturm ist allerdings schon wieder vorbei als wir ankommen, denn Montag ist in Ecuador kein Feiertag mehr. Unterkünfte, Restaurants und Souvenirläden reihen sich aneinander. Viel mehr gibt es hier nicht, auch keinen ATM mehr. Damit das holländische Paar bei dem netten Künstler aus Costa Rica dennoch ein paar Mitbringsel kaufen kann, leihen wir den Wildfremden 70$. Sie wollen es uns in den nächsten Tagen überweisen - wir glauben an das Gute im Menschen. Für diese Geste schenkt der Künstler uns wiederum ein drittes Bild, einen Glücksbringer für Berry und eine Kolibri Postkarte (von ihm fotografiert). Darüber freue ich mich besonders, denn in Ecuador leben über 130 verschiedene Kolibriarten, uns aber will es nicht gelingen, dieses kleine, flinke Vögelchen abzulichten. Auch extrem viele streuende Hunde gibt's hier. Ich schätze entlang der Straße sind es locker 200 bis hierhin.Okumaya devam et

SYLWIA B.Eine gute Tat pro Tag tut der Seele gut 🎈Übrigens scheint es den Feiertag am Ostermontag nur in den wenigsten Ländern zu geben. Weder in den USA noch hier in Australien gibt es den.

GezginNach dem was Ihr schon alles gesehen und erlebt habt, zieht man wegen einem Kratersee auf 4000 m natürlich keine Wanderschuhe mehr an 😅 An das Gute im Menschen glauben funktioniert meistens 👍





































































































































































































































































GezginGute Reise ❤️
Katja SchillerDanke 😘
SYLWIA B.Wieso blieben auch andere Autos stehen? Hatten die Öle den gleichen Schaden? Ansonsten:Ich nehme Granadillas und gelbe Pithayas 🙋🏼♀️ Viel Spaß
Katja SchillerNein, unterschiedlich. Ein Motorradfahrer hatte eine Reifenpanne, was mit dem anderen Auto los war weiß ich gar nicht. Auf jeden Fall ein total seltsamer Anblick, drei Fahrzeuge zeitgleich auf der kurzen Distanz.