Baumeister Schmidt / Hohenzollernbrücke
11 augustus 2018, Duitsland ⋅ ⛅ 18 °C
Wenn ihr mal wieder an der Hohenzollernbrücke steht, dann schaut euch doch mal die Gedenkplatte von Baumeister Rudolf Schmidt an. Sie gehört zu den schönsten erhaltenen Tafeln der letzten 100 Jahre. Ihr findet sie im linksrheinischen Brückenkopf der Brücke. Die Platte zeigt das Portrait Schmidts, oder wie er hochoffiziell genannt wurde:
„Wirklicher Geheimer Oberregierungsrat und Präsident der Generaldirektion in Straßburg“ Rudolf Schmidt.
Dä.
Aber nun zur Geschichte dieses Herrn. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ließ die Eisenbahndirektion Köln die zweigleisige Dombrücke, die dem Verkehr längst nicht mehr gerecht wurde, umbauen. Paul von Breitenbach begann diesen Umbau und ab 1906 übernahm Rudolf Schmidt, der zu dieser Zeit der „Königlichen Eisenbahn-Direction zu Cöln“ vorstand, dessen Aufgabe. Er sollte die von den Kölnern nur „Muusfall“ genannte Brücke zur Hohenzollernbrücke umbauen.
Besonders die Brückenköpfe sollten architektonisch monumental gebaut werden, so war es zu dieser Zeit Standard, ohne jedoch das Stadtpanorama zu beeinträchtigen. Natürlich hatte auch die Kirche ihre Wünsche, nein, nicht wegen des Domes, wie man glauben könnte, sondern der Vierungsturm von Groß St. Martin sollte seine beherrschende Stellung im Stadtbild nicht verlieren. Eine schwere Aufgabe also.
In der Zeit von 1907 bis 1911 erfolgte der Ausbau der Hohenzollernbrücke und am 22. Mai 1911 wurde sie von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Alle Anwesenden waren überzeugt, die Stadt sei
„um einen Schmuck von bedeutender künstlerischer Wirkung“ bereichert worden. Besonders der weit geöffnete Portalbogen mit den flankierenden Türmen fand großen Anklang.
Leider ist bis auf die Sockelrampe mit einigen Resten der Aufbauten, sowie den Reiterstandbildern der wilhelminischen Pracht der preußischen Herrscher nichts mehr davon übrig.
Der Berliner Bildhauer Gotthold Riegelmann schuf damals drei Gedenkplatten. Eine war Schmidts Nachfolger im Präsidentenamt, Martini, gewidmet und für den preußischen Minister von Breitenbach soll es sogar eine bronzene Büste gegeben haben. Leider ist nur noch die Gedenkplatte von Baumeister Rudolf Schmidt erhalten. Und selbst die „findet“ kaum jemand.
Übrigens war Schmidt selbst bei der Enthüllung der Gedenkplatte nicht anwesend. Er war bereits nach Straßburg abkommandiert.
RonaldMeer informatie
Der Dompropst der Hohen Domkirche
10 augustus 2018, Duitsland ⋅ ⛅ 19 °C
Begegnungen - Der Dompropst der Hohen Domkirche St. Petrus zu Köln
Wie vielen Menschen begegnet man im Leben. Tausenden. Familie, Freunden, Arbeitskollegen. Denjenigen, an denen man vorbeigeht, ohne sie jedoch wirklich wahrzunehmen. Und dann gibt es Menschen, die man gerne kennenlernen möchte, um etwas über sie und ihr Wirken zu erfahren, weil man etwas mit ihnen teilt. In diesem Fall, von dem ich euch erzählen möchte, handelt es sich um die Liebe zu unserem Dom. Und ich hatte das Glück und die Ehre (auch Dank des Mitwirkens seines Medienreferenten, Herrn Markus Frädrich), den Hausherrn des Kölner Doms, Herrn Dompropst Gerd Bachner, kennenlernen zu dürfen.
Geboren wurde er am 23.04.1945 in Burgstädt/Sachsen und wurde 1972 im Erzbistum Köln zum Priester geweiht. Seit dem 19.04.2015 bekleidet er das Amt des Dompropstes.
Es ist Dienstag, der 05.12.2017, 10.00 Uhr vormittags, als ich in der Dompropstei auf das herzlichste empfangen werde. Schon beim Betreten der Räumlichkeiten spürt man die Harmonie und Freundlichkeit, die hier herrscht, was mir meine ja doch etwas vorhandene Nervosität zum großen Teil nimmt. Nachdem wir im Büro des Dompropstes Platz genommen haben, darf ich ihm die Fragen stellen, um die es mir besonders geht und schon an dieser Stelle möchte ich mich sehr für die Zeit bedanken, die er sich für die Beantwortung genommen hat.
Nun zu meinen Fragen. Die erste, die ich ihm stelle, ist die nach dem Arbeitsalltag bzw. den Aufgaben eines Dompropstes. Er antwortet darauf, dass diese sehr vielfältig seien, was ihn selbst überraschte, als er das Amt des Dompropstes antrat, in welches er in den ca. 3 Jahren seiner Amtszeit hineingewachsen ist. Denn obwohl er bereits seit 2005 dem Domkapitel als Domkapitular angehört hat, ist es doch noch einmal ein Unterschied, Domkapitular zu sein, oder das Metropolitankapitel als Dompropst zu leiten. Der Dom gehört ja sich selbst, das Metropolitankapitel verwaltet diesen und der Dompropst leitet das Metropolitankapitel. Aus diesem Grund ist auch der Dompropst der Hausherr und nicht der Bischof, obwohl der Dom Bischofskirche ist.
(Zur Erklärung: Ein Domkapitel ist die Leitungskörperschaft einer Bischofskirche. Weil man Erzbistümer wie Köln auch als „Metropolitanbistümer“ bezeichnet, heißt das Domkapitel in Köln offiziell „Metropolitankapitel“).
Zu seinen Aufgaben gehört es, Dienstgeber für alle Mitarbeiter/innen zu sein (184 derzeit), wovon allein ca. 100 davon der Dombauhütte in den verschiedensten Berufen, wie Steinmetze, Restauratoren, Gerüstbauer, Elektriker, Mitarbeiter der Glaswerkstatt usw., angehören. Ebenso gehören die Mitarbeiter/innen der Dompropstei, der Rendantur (Abteilung für das Kassenwesen) und auch deren Personalabteilung, der Dombaumeister, mit dem er trotz aller Eigenverantwortlichkeit dessen alle Bauvorhaben am Dom bespricht, die Domschweizer, Küster, die hauptamtlichen Musiker, die Mitarbeiter/innen der Schatzkammer und Turmbesteigung sowie des Kiosks am Domkloster 4 und einige andere mehr zu den Menschen, die ihre Arbeit im und am Dom verrichten. Diesen Menschen Dienstvorgesetzter zu sein, so sagte Herr Prälat Bachner, sei ihm eine große Freude. Und er sagte noch etwas, was mich persönlich sehr berührte, nämlich, dass der Dom ein Schatz ist, seine Mitarbeiter aber sein größter Schatz seien, weil sie ihm, stets mit voller Freude, am Dom arbeiten zu dürfen, zur Seite stehen.
Nun ist der Dompropst aber kein Verwaltungsmensch, nein, in erster Linie ist er, und das mit Leib und Seele, seit nunmehr 45 Jahren Priester, was, wie er sagt, für ihn eine sehr erfüllende Aufgabe ist, sei es die Feier der Eucharistie, die Gebete in und mit der Gemeinde oder die Gottesdienste. Ebenso ist die Beichte für ihn ein sehr wichtigtes Thema und er berichtet, dass immer mehr junge Menschen dorthin kommen und danach gestärkt durch das Sakrament der Versöhnung weiter ihr Leben gestalten können. Diesen Menschen zur Seite zu stehen, gibt auch ihm selbst Kraft und Hoffnung.
Eine weitere Aufgabe ist die Repäsentation in die Stadt hinein. Köln und der Dom sind eine Einheit und er erlebt immer wieder, wie sehr die Menschen ihren Dom in ihr Herz geschlossen haben, was ihn in seiner Arbeit natürlich sehr unterstützt. Dazu kommen all die, die den Erhalt des Domes unterstützen, z. B. als Mitglied im Zentral-Dombauverein zu Köln. Als Dompropst, so sagt er, ist er viel unter den Bürgern unterwegs, aber eben nicht nur als Dompropst, sondern als Priester, wobei sich so einige Gespräche über den Dom, aber auch über den Glauben und Gott ergeben. Dass der Dom nicht nur kulturelles Gut ist, sondern auch Haus Gottes, möchte er so in den Menschen wachrufen.
Mit Aktionen, wie "Silent Mod" im letzten Jahr oder einer geplanten llumination am Roncalliplatz im September 2018, wo um Erhalt und auch Schaffung des Friedens aufgerufen werden soll, ebenso wie in Bezug mit Gott zu kommen, setzt er Zeichen dafür, dass sich hier Tradition und Moderne gut miteinander kombinieren lassen. Auch in den sozialen Medien ist viel über den Kölner Dom und den Gottesdiensten sowie verschiedene Events zu finden, um auch junge Menschen damit erreichen zu können. Auch wir "Kölschgänger" versuchen, einen kleinen Teil dazu beizutragen.
Als Leiter des Metropolitankapitels beschäftigt sich der Dompropst aber auch mit Projekten, wie zum Beispiel der "Historischen Mitte". Hierbei handelt es sich um eine Sanierung bzw. den Neubau verschiedener Gebäudekomplexe am Roncalliplatz. Das Römisch-Germanische Museum und dessen Verwaltungsgebäude, das Stadtmuseum und das Kurienhaus sollen zu einem gemeinsamen, zukunftsweisenden Ensemble vereint werden. Das würde dann die römisch-germanische Geschichte der Stadt Köln, sowie die Stadtgeschichte selbst und die Dombaugeschichte an einem Ort zusammenführen. Ein für mich wunderbarer Gedanke. Darüber entscheiden, ob dieses Projekt Realität wird, wird das Domkapitel und der Rat der Stadt im nächsten Frühjahr.
Ich kann an dieser Stelle nur sagen, dass man bei den Ausführungen von Herrn Dompropst Bachner in jedem Satz spürt, dass er seine Aufgabe lebt, sie für ihn Berufung ist und nicht nur Beruf.
Als nächstes erwähne ich, dass ich den Dom gerne einfach mal für mich hätte, ganz allein und in der Stille und frage ihn, wie er das sieht. Er kann diesen Wunsch teilen, sagt aber auch, dass es angesichts der Tatsache, dass der Dom die Sehenswürdigkeit Nr. 1 in Deutschland und der damit verbundenen Besucherzahl, welche in Spitzenzeiten (im Sommer oder auch jetzt zur Adventszeit) bis zu 36.000 Menschen täglich beträgt, schwierig ist, den Menschen, die den Dom besuchen wollen, aber gleichzeitig auch der Stille gerecht zu werden. Also werden zu den verschiedenen Gottesdiensten und Messen immer wieder bestimmte Teile des Doms für Besucher gesperrt, um in dieser Zeit die von den Menschen im Gebet benötigte Ruhe und Stille etwas gewährleisten zu können. Lediglich die Sakramentskapelle ist immer für Besucher gesperrt, hier findet auch der Dompropst die Stille zum Gebet, oder zur Anbetung.
Wer den Dom aber wirklich nur mit ganz wenigen Menschen teilen möchte, der kann an einer der angebotenen Nachtführungen teilnehmen, in der man die Stille und Mystik des Domes genießen kann, oder die von Herrn Dompropst Bachner ins Leben gerufenen "abendlichen Glaubenswege", bei denen es aber nicht um eine kunsthistorische Führung geht, sondern um eine geistliche. Für diese Führung, die immer am ersten Mittwoch des Monats stattfindet, sollte man sich frühzeitig im DOMFORUM anmelden, da an dieser Führung jeweils max. 40 Personen teilnehmen können. Die Führung ist kostenlos und beginnt in den Sommermonaten abends um 21.00 Uhr, wenn der Dom geschlossen wird und in den Wintermonaten um 19.30 Uhr.
Zum Schluss frage ich den Dompropst nach seinen Lieblingsorten im Dom. Er sagt, einer der Plätze sei die Empore im Westportal, das Triforium, weil man dort von dem, was sich unten im Dom abspielt, nicht viel mitbekommt, und einen wunderbaren Gesamtblick in den Dom bekommt.
Der zweite Ort ist der Schrein der Heiligen Drei Könige. Dort hält er sich gerne auf, weil die Botschaft der Könige, wie er sagt, für sein Leben steht. Die Botschaft der Heiligen Drei Könige ist es, unterwegs zu Gott zu sein. Und das ist sein eigener Weg. Die Heiligen Drei Könige sind ihm Vorbild.
Als das Interview nach einer halben Stunde vorbei ist, verlasse ich die Dompropstei wieder, voller Dankbarkeit, in den letzten 30 Minuten einen sehr warmherzigen und freundlichen Menschen kennengelernt haben zu dürfen.
Es gibt Begegnungen dieser und jener Art. Diese war eine ganz besondere, für die ich Herrn Dompropst Gerd Bachner von ganzem Herzen Danke sage.Meer informatie
Fort VII
9 augustus 2018, Duitsland ⋅ ⛅ 23 °C
Nein, das ist gar nicht bei den Inkas, das ist hier bei uns auf Kölner Stadtgebiet. Das Fort VIII des äußeren Festigungsringes in Zollstock hat mich neugierig gemacht. Vielleicht, weil man suchen muss, um es zu finden, selbst wenn man eigentlich direkt vorbeifährt. Es ist ein verlassener Ort.
Es liegt im kleinen Stück zwischen Militärringstraße, der Straße „Am Eifeltor“, der Autobahn A4 und letztendlich den Eisenbahnschienen, die ursprünglich für die Verbindung nach Trier gebaut wurden. Und ich denke, es ist der eigentliche Grund, weswegen dieses Fort hier gebaut wurde: der Schutz der Bahnverbindung und die Nähe zu den Schienen, um Truppen schnell hierhin befördern zu können.
Als es von 1874 bis 1877 erbaut wird, ist es hier karg. Weite offene Flächen umgeben das Fort. Klar, man möchte den Feind, der damals französisch war, anrücken sehen können und braucht freies Schussfeld. Das Kölner Bollwerk ist damals ein feines Stück Militärtechnologie, eine Vorzeigeobjekt. Unter anderem sogar der chinesische Vizekönig Lihungtschang besucht es im Rahmen eines Staatbesuches im Jahr 1896. Nicht bestätigt ist das Gerücht, dass er es vermessen lässt und ein Kopie in China steht.
Wie wir wissen, müssen die Kölner diesen Festungsgürtel nach dem Ersten Weltkrieg schleifen und die Umgebung des Forts wird grüner. Das ist das mit Konrad Adenauer, der die Chance erkennt und Fritz Encke, sein Gartenbaumeister, der gute Ideen zur Umsetzung hat, die unseren herrlichen Grüngürtel aus dem Befestigungsring erschaffen.
Warum jetzt ausgerechnet dieses Fort VII so verfällt, nicht recht in den Grüngürtel integriert und sowieso schwer zu finden ist? Das mag daran liegen, dass das Gelände der Bahn gehört. Die Reichsbahn will hier einen großen Güterbahnhof bauen und dann hätte es selbst dieses verfallende Gebäude nicht mehr gegeben. Nur ein paar renitenten Zollstockern, die wichtige Schlüsselgrundstücke nicht hergeben und den Rechtstreit um den Besitz gewinnen, ist es zu verdanken, dass ich die Bilder machen kann. Den Güterbahnhof gibt es trotzdem. Ein paar Meter weiter steht der große Güterbahnhof „Eifeltor“. Alles gut.
Fritz Encke sah hier übrigens Schrebergärten und eine Sportanlage vor. - Wir haben ja manchmal das Thema hier in Köln, dass es Menschen gibt, die der Meinung sind, dass Sportanlagen im Grüngürtel nicht dem ursprünglichen Nutzungsgedanken entsprechen und zu verdammen sind. - Die geplanten Gärten findet man rasch, wenn man durch das Tor geht. Sie werden noch genutzt. Die Sportanlage hingegen, finde ich nicht mehr. Vermutlich ist sie von anderen Bauten vereinnahmt oder überwuchert. Die Kaserne selbst, wird in dieser Zeit nach dem Krieg von den Spielern des Fußballclubs Borussia genutzt. Vermutlich als Vereinsheim. Es ist viel Vergessenheit geraten.
Was sicher ist: Im zweiten Weltkrieg hilft das alte Fort als Luftschutzbunker aus, um danach bis in die 1990’er Jahre als Gewerbefläche zu dienen.
Und jetzt? Nichts? Die Pläne der Jahrtausendwende, ein Wellnesshotel zur errichten, sind gescheitert.
Und wisst ihr was? Ich fahre bei praller Sonne und 35 Grad im Schatten dorthin und tauche da in kühle, frische Luft ein. „Jetzt setzen und ein Kölsch trinken.“, kommt mir spontan in den Sinn. Ich glaube, der Platz vor dem Tor, nach Nordosten ausgerichtet, ist der kühlste in Köln. Schade, dass wir nichts daraus machen.
Michael
-
Nä, dat es gar nit bei de Inkas, dat es hee bei uns op kölschen Terrain. Et Fort VII vum üssere Befestigungsring en Zollstock hät mich neugierig gemaht. Villleich, weil mer söke mus, för et ze finge, selvs wann mer eigentlich tirek vörbeifäht.
Et litt em kleine Stöck zwesche Militäringstroß, der Stroß „Am Eifeltor“, der Autonahn A4 un am Engk an de Ieserbahnschinn, die zoallereesch gebaut woodt, öm Trier an Kölle aanzebinge. Un ich denke, et es der eigentliche Grund, weswäge dat Fort hee gebaut woodt: der Schutz vun der Bahnverbindung un de Nöhde zo de Schinne, för Truppe flöck heehin befördere ze künne.
Wie et vun 1874 bes 1877 gebaut weed, es et hee plaat. Wigge offene Fläche ömgevve dat Fort. Klor, mer mööch jo der Feind, dä zo dä Zigg französisch wor, aanröcke sinn künne un bruch frei Schossfeld. Dat kölsche Bollwerk es domols e fing Stöck Militärtechnik, e Vürzeigeobjek. Unger anderem esugar der Vizekünnig Lihungtschang us China besök et em Rahme vun enem Staatsbesök em Johr 1896. Nit bestätig es dat Geröch, dat hä et vermesse lööt un en Kopie en China steiht.
Wie mer wesse, müsse die Kölsche dä Festungsgürtel nohm Eeschte Weltkreeg schliefe un die Ömgebung weed gröner. Dat es dat mem Konrad Adenauer, dä die Chance erkennt un dem Fritz Encke, singe Gaadebaumeister, dä goode Idee hät, öm et ömzesetze, die unse herrliche Gröngürtel usem Befestigungsring schaffe.
Woröm jetz usgerechent et Fort VII esu verfällt, nit rääch en der Gröngürtel integreet un suwiesu schwer zo finge es? Dat mag dran lige, dat dat Gelände der Bahn gehürt. Die Reichsbahn well hee ene große Güterbahnhoff baue un dann hätt et selvs dä Bau, dä am Verfalle es, nit mih gegovve. Nor ener Rötsch renitente Zollstocker, die wichtige Schlösselgrundstöcke nit hergevve un der Räächsstrigg gewenne, es et zo verdanke, dat ich die Beldere maache kann. Der Güterbahnhoff gitt et trotzdäm. E paar Meter wigger steiht der große Güterbahnhoff „Eifeltor“. Alles god.
Der Fritz Encke soh hee üvvrigens Schrebergääde un en Sportaanlag vür. – Mer han jo mänchmol dat Thema hee en Kölle, dat et Minsche gitt, die meine, dat Sportaanlage em Gröngürtel nit dem ursprüngliche Notzungsgedanke entspreche un zo verdamme sin. – Die geplante Gääde fingk mer flöck, wann mer durch de Pooz geiht. Se weede noch genötz. Die Sportaanlag hingäge, finge ich nit mih. Schings es se vun ander Baute engenomme ov üvverwuchert. De Kasään selvs, weed zo dä Zigg nohm Kreeg vun de Spiller vum Foßballclub Borussia genötz. Et es vill en Vergess gerode.
Wat secher es: Em Zweite Weltkreeg hilf dat aale Fort als Luffschutzbunker us, för donoh bes en de 1990’er Johre als Gewerbefläch ze deene.
Un jetz? Nix? Die Plän vun der Johrtausendwend, e Wellnesshotel ze baue, sin gescheitert.
Un wesst ehr wat? Ich fahre bei praller Sonn un 35 Grad em Schatte dohen un tauche do en köhle, fresche Luff en. „Jetz setze un e Kölsch drinke.“, kütt mer tirek en der Senn. Ich gläuve, der Plaatz vür der Pooz, noh Nordoste usgereech, es der köhlste en Kölle. Schad, dat mer nit mih drus maache.
MechelMeer informatie
Die MS Stadt Köln – Ratsschiff der Stadt
4 augustus 2018, Duitsland ⋅ ☀️ 28 °C
Ja, es gibt tatsächlich ein Schiff mit dem Namen „Stadt Köln“. Ich habe es vor einigen Monaten während einer Rundfahrt durch die Kölner Häfen selbst gesehen.
Es begann ganz harmlos mit einer gemütlichen Fahrt auf dem Rhein und dem Besuch einiger unserer Häfen. Herrliches Wetter, tolle Eindrücke, dazu kurze interessante Erklärungen. Dann fiel der Name MS Stadt Köln. Zuerst wurden mir einige sehr interessante Fakten erzählt, es sei das alte Ratsschiff der Stadt Köln, unter anderem hat Konrad Adenauer auf diesem Schiff die englische Königin empfangen und ihr Köln von seiner Schokoladenseite gezeigt. Vom Wasser aus. Nun läge das alte Schiff aber schon seit langem hier vor Anker und roste vor sich hin. Mittlerweile sei der Zustand so schlecht, dass ein sinken des Schiffes in sehr naher Zukunft nicht mehr ausgeschlossen werden kann.
Während ich noch über das Gehörte nachdachte, bogen wir in das Hafenbecken ein und ich sah das Ratsschiff. Ja, nur von weitem, man konnte auch so bereits den schlechten Zustand sehen, ein sehr trauriger Moment, denn was für eine Perle lag hier vor Anker. Welche Geschichten es wohl erzählen kann. Ich nahm mir vor, in nächster Zeit einen Beitrag darüber zu schreiben.
Dies tue ich heute, und doch ist alles ganz anders als geplant. Vor ein paar Tagen schickte Michael (ich hatte ihm von meinem Erlebnis erzählt) mir einen Bericht über das Schiff im Kölner Stadtanzeiger. Demnach gab es einen Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat das Schiff wieder flott zu bekommen und ein Museumsschiff daraus zu machen. Ich war begeistert und begann im Netz nach Informationen zu suchen. Und tatsächlich, es gibt eine Internetseite des Fördervereins.
https://www.ratsschiff-koeln.de
Nachdem ich mir die wirklich gut gemachte Seite genau angesehen hatte, bekam ich eine zugegeben sehr vage Vorstellung von der Arbeit, die dieser Förderverein jetzt zu stemmen hat, aber ich war auch fasziniert von der Idee des Fördervereins. Sie möchten die MS Stadt Köln zu einem Museumsschiff umbauen, das im Rheinauhafen eine neue Heimat bekommt und für die Allgemeinheit zugänglich gemacht wird.
Boah, bei diesem Gedanken bekam ich Gänsehaut.
Kurzentschlossen schrieb ich eine Mail an den Förderverein und schlug vor, dass wir Kölschgänger das Projekt begleiten und etwa monatlich darüber berichten könnten. Sicherlich würde es viele Menschen interessieren, von dieser spannenden Geschichte zu erfahren und auf dem Laufenden gehalten zu werden. Der Verein bekäme etwas mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und, so hoffen wir, vielleicht auch noch den einen oder anderen „Gönner“, der die tolle Arbeit des Fördervereins unterstützt und hilft, damit wir Kölner in absehbarer Zeit dieses Juwel im Rheinauhafen besichtigen können.
Unser altes Ratsschiff in vollem Glanz im Rheinauhafen zu besichtigen. Das wäre doch was.
Nur etwa eine halbe Stunde später kam die positive Antwort, der Förderverein gab seine Zusage, uns mit Informationen „zu füttern“ und so werden wir jetzt also über die Arbeit und Fortschritte an der MS Stadt Köln berichten. Ihr werdet in naher Zukunft mehr über die Geschichte des Schiffes erfahren, wir werden von der Arbeit am Schiff berichten, Interviews führen und euch sicher auch ein paar Bilder zeigen. Ebenso werden wir den Förderverein vorstellen und von seiner Arbeit berichten.
Am 09. September 2018, in der Zeit von 11:00 Uhr – 15:00 Uhr findet eine Präsentation der Vereinsarbeit auf dem Alter Markt Köln statt.
Kommt alle, wirklich alle, informiert euch, macht euch ein eigenes Bild über die Arbeit des Fördervereins.
Und vielleicht geht es euch dann wie uns Kölschgängern und ihr habt euch in die „alte Lady“ verliebt und unterstützt den Verein bei der Umsetzung dieser schweren Aufgabe.
Damit wir uns 2020 alle zusammen am Rheinauhafen treffen und die
MS Stadt Köln
dort in vollem Glanz begrüßen.
RonaldMeer informatie
Kalscheurer Weiher
1 augustus 2018, Duitsland ⋅ ⛅ 27 °C
Letzte Woche habe ich ja darüber geschimpft, dass wir Geld für das reine Vergnügen verplempern, anstatt es ins Vergnügen zu investieren. Natürlich geht es auch anders, so ganz privat betrachtet.
Der äußere Grüngürtel zieht sich ja ordentlich rum um Köln. Zwar hat man oft das Rauschen der Autobahn im Ohr, doch ist er ein schönes Stück Natur. Hier ist man auf Kölner Stadtgebiet und trotzdem gibt es Abschnitte, da sieht man so wenige Menschen, dass man sich in Ruhe nahtlos bräunen kann. Glaubt ihr nicht? Dann wandert mal durch das südliche Stück von der Bonner Autobahn bis zur Brühler Landstraße…
Wenn man die Brühler Landstraße überquert, kommt man bald an den Kalscheurer Weiher. Hier mitten im Grünen, steht ein Büdchen, an einem See voller Höckerschwäne, Blesshühnern, Kormoranen und neuerdings Nilgänsen als Migranten. Man kann sich erfrischen und den Tieren zugucken. Etwas Kühles zu trinken kaufen, vielleicht etwas Kuchen und man kann auch auf Toilette gehen. Vielleicht mietet man sich auch einen Kahn und begleitet die Enten und Schwäne ein Stück. Und das wiederum ist nicht selbstverständlich.
Diese 5,6 Hektar des Weihers werden im Zuge der Grüngürtelplanung nach dem Zweiten Weltkrieg durch Theodor Nussbaum angelegt. Das Büdchen mit Kahnverleih ist durchaus so gewollt. Doch zum Ende des Jahres 2009 wirft man die letzte Pächterin aus dem Vertrag. Das alles ist von heute auf morgen nicht mehr. Die Boote verschwinden, genau wie das Büdchen. Was genau kommen soll, bleibt unklar…
Der Unmut der Bürger ist so groß, dass die Energie reicht, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Sie gründen den Verein „Unser Kalscheurer Weiher e.V.“ und setzen bei Politik und Verwaltung durch, dass sie das alles wieder aufbauen dürfen. Dies ist nicht mit ein paar Stammtischrunden und Gesprächen hier und da getan. Das ist knochenharte Arbeit außerhalb der Komfortzone.
Es ist der Verkauf von Getränken bei Hitze und Kälte, bei Regen und Sonnenschein aus einem Bollerwagen, später einem Bauwagen, heraus. Es ist das Erstreiten des Rechts dies tun zu dürfen. Es ist das Wiederbeschaffen von Booten für den Weiher und das monatelange Instandsetzen. Es ist die Planung und der Bau eines neuen Büdchens mit Stromversorgung, Wasseranschluss und Abwasserentsorgung. Es ist die Planung und Durchführung von Veranstaltungen im laufenden Betrieb. Nicht zu vergessen die Beschaffung von Geld.
Und wer macht sowas? Leute, wie Du und ich - ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Und damit nicht genug. Sie achten zudem darauf, dass der ganze, große Weiher in gutem Zustand bleibt. Dieses Engagement für die Natur brachte dem Verein den Status der Gemeinnützigkeit.
Wie lang und hart der Weg war, beschreibt Maria Merimi im Buch „Sonnenuntergang am Kalscheurer Weiher“. Das Buch ist bei „BoD – Books on Demand“ unter der Nummer 9 783732 247394 erschienen. Es kostet 12 Euro. Wir Kölschgänger wissen, wie klein der Betrag ist, den der Verein bekommt. Dieses „BoD“-Konzept ist immer dann gut, wenn man kein Risiko eingehen kann.
Maria Merimi schreibt hier keine Vereinschronik, sondern fast liebevoll ihre Eindrücke zusammen, die sie in ihrem Tagebuch notiert hat. Das ist spannend. Warum? Weil sie auch über die Gefühle schreibt, die wir alle kennen. Dieses Zögern, das man möchte, aber im Alltag gefangen ist und es einfach nicht anpackt… Bis dieser eine Moment kommt und man den Alltag durchbricht und ein neues, spannendes, erfüllendes Leben in einer neuen Gemeinschaft anfängt. Bewundernswert. Alle.
Michael
-
Letzte Woch han ich jo dodrüvver geschant, dat mer Nüsele för et reine Vergnöge verprasse, statt se en et Vergnöge ze investeere. Natörlich geiht dat och anders, esu ganz privat beluurt.
Der üssere Gröngöödel trick sich jo ööntlich eröm öm Kölle. Zwor hät mer off et Ruusche vun der Autobahn em Uhr, doch es hä en schön Stöckelche Natur. Hee es mer op kölschem Stadtgebiet un trotzdäm gitt et Avschnedd, do süht mer esu winnig Minsche, dat mer sich en Rauh nohtloss brung weede looße kann. Gläuvt ehr nit? Dann wandert doch ens durch et södliche Stöck vun der Bonner Autobahn noh der Bröhler Landstroß…
Wann mer de Bröhler Landstroß üvverquert, kütt mer baal an der Kalscheurer Weiher. Hee medden em Gröns, steiht e Büdche, an enem Sie voll met Höckerschwän, Blesshöhner, Kormorane un neuerdings Nilgäns als Imis. Mer kann sich erfresche un de Diercher beluure. Jet Köhles ze drinke kaufe, villeich jet Koche un mer kann och op der Abtredd gonn. Vielleich nimmp mer sich och ene Kahn un schwemmp e Stöck met de Ente un Schwän. Un dat widderöm es nit selvsverständlich.
Die 5,6 Hektar vum Weiher weede mem Gröngöödel nohm Zweite Weltkreeg vum Theodor Nussbaum aangelaht. Dat Büdche mem Kahnverleih es wall esu gewollt. Doch am Engk vum Johr 2009 wirf mer die letzte Pächterin ussem Verdrag. Dat es alles vun hügg op morge nit mih. De Böötcher verschwinde, genau wie et Büdche. Wat genau kumme soll, bliev schleierhaff…
Der Unmod vun de Bürger es esu groß, dat de Energie reck, die Saach selvs en de Häng ze nemme. Se gründe der Verein „Unser Kalscheurer Weiher e.V.“ un setze bei der Polititk un der Verwaltung durch, dat se dat alles widder opbaue dürfe. Dat es nit met e paar Stammdeschründcher un Verzällcher hee un do gedon. Dat es knochehaade Arbeid usserhalv vun der Komfortzon.
Et es der Verkauf vun Getränke bei Hetz un Käld, bei Rähn un Sonnesching ussem Bolderwage, hingerdren ene Bauwage, erus. Et es et Erstrigge vum Rääch et dun ze dürfe. Et es et Widderbeschaffe vun Böötcher för der Weiher un et monatelange Usbessere. Et es de Planung un der Bau vun enem Büdche met Strom, Wasseraanschluss un Avwasserentsorgung. Et es de Planung un Druchföhrung vun Veranstaldunge em laufende Betrieb. Nit ze vergesse de Beschaffung vun Moppe.
Un wä mäht esujet? Lück, wie Do un ich – ihreamplich en ehrer Freizigg. Un domet nit genog. Sie aachte zodäm drop, dat dä ganze, große Weiher en enem gode Zostand bliev. Der Ensatz för de Nator braht däm Verein der Status „gemeinnötzig“.
Wie lang un hadd dä Wäg wor, beschriev et Maria Merimi em Boch „Sonnenuntergang am Kalscheurer Weiher“. Dat Boch es bei „BoD – Books on Demand“ unger der Nummer 9 783732 247394 erschiene. Et koss 12 Euro. Mir Kölschgänger wesse, wie klein der Bedrag es, dä der Verein behalde darf. Et „BoD“-Konzepp es luuter dann god, wann mer kei Risiko engonn kann.
Et Maria Merimi schriev hee kein Vereinschronik, villmih fass et leev sing Endröck zesamme, die et en singem Dageboch vermerk hät. Dat es spannend. Woröm? Weil et och üvver die Geföhle schriev, die mer all kenne. Et Zögere, dat mer mööch, ävver em Alldag gefange es un es einfach nit aanpack… Bes dä eine Momang kütt un mer der Alldag durchbrich un e neu, spanned, erfüllt Levve en ener neue Gemeinschaff aanfängk. Bewundernswäät. Allemole.
MechelMeer informatie
Ebertplatz
26 juli 2018, Duitsland ⋅ ☀️ 32 °C
Funkelsternenlichterglanz. Ganz ohne Feuerwerk. Haltet durch. Ich muss mal ein paar Gedanken zusammenführen, die mir diese Woche durch den Kopf gehen.
Letzte Woche gab es ja wieder die Kölner Lichter. Ich erzähle nichts Neues. Fast wie auf dem Bild sieht es aus, nur nachts mit bunten Sternen am Himmel. Die Bilder davon sehen sehr schön aus. Aber ich mag den Event nicht. Ein Geschiebe und Gedränge und stundenlanges Warten verhindern, dass man sich mit Frau oder Freundin im Arm verzaubern lässt. Erst recht, wenn man mit den Kleinen hingeht. Alkohol, Aggression, Ausscheidungen lese und höre ich immer wieder. Zitat von einem Freund: „Wenn du das erste Mal in Köln bist und erlebst die Hinterlassenschaften am nächsten Tag, kommst du nicht mehr wieder“. Für das kurze Vergnügen und diesen Eindruck wenden private Sponsoren 1,6 Millionen Euro auf? Verrückt.
Ein Vorurteil habe ich auch beim Ebertplatz. Noch so ein Thema, das jeder kennt. Nicht schön, dass dieser ehemals prächtige Platz in den 1970’er Jahren im Stil des „Brutalismus“ gestaltet wurde und für mich verunstaltet. Irgendwie ist es da ähnlich: Alkohol, Aggressionen, Ausscheidungen. Logisch, wenn man kalt und abweisend baut.
Da biegt unsere ehemalige Dombaumeisterin – beinahe hätte ich „alte“ geschrieben – Frau Schock-Werner mit ihrer Kolumne um die Ecke, lobt die „künstlerische Gestaltung“ in diesem Baustil und sagt, es wäre viel erreicht, wenn man die „Wasserkinetische Plastik“ instand setzen und wieder betreiben würde. Das war das erste Mal, dass ich dachte, dass sie jetzt spinnt. Was soll das bringen?
Klar, Zierbrunnen sind toll. Es gab ja tatsächlich auch einen Kölner Verschönerungsverein, der schon im 19. Jahrhundert so wunderschöne Dinge wie den Heinzelmännchen-Brunnen, den Jan-von-Werth-Brunnen oder den Hermann-Joseph-Brunnen finanzierte. Es waren einfach wohlhabendere Bürger, die etwas für Köln tun wollten. Diese Brunnen verzaubern bis heute.
Ja und jetzt ist die seit 20 Jahren brachliegende „Wasserkinetische Plastik“ wieder eingeschaltet worden. Die Stadt hat 230.000 Euro ausgegeben, wenn ich richtig informiert bin und braucht 35.000 Euro im Jahr, allein, um diesen Brunnen zur betreiben, auf einem abstoßenden Platz…
Am Dienstag war ich am Ebertplatz und habe es mir angeschaut. Was soll ich sagen? Als ich ankomme, wird gerade ein Mann von drei Polizisten abgeführt. Da habe ich jetzt nichts anderes erwartet. Drei Schritte weiter treffe ich dann allerdings auf spielende Kinder mit ihren Eltern, hübsche Damen im Bikini und Menschen, die sich einfach in voller Montur in den Brunnen stellen – wie im Schwimmbad, Lebensfreude, nur ohne Eintritt. Dieses Bild hier ohne Menschen darauf zu machen, war richtig schwierig.
Tja, liebe Frau Schock-Werner, ich bitte Sie, meine Zweifel und rüden Gedanken zu entschuldigen. Sie haben einfach schlaue Ideen. Sie können so etwas einfach.
Was würden Sie wohl mit 1,6 Millionen Euro im Jahr als Vorsitzende eines Verschönerungsvereins anstellen, um die dunklen Ecken Kölns licht zu machen, Angsträume zu beseitigen und uns gepflegte Plätze mit Aufenthaltswert zu schaffen? Was würden wir von Sponsoren halten, die sie bei dieser Arbeit unterstützten?
Aufgepasst! Fotografen verbreiten schöne Orte über die sozialen Medien auch in Windeseile weltweit im Funkelsternenlichterglanz.
Michael
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Funkelstääneleechterglanz. Ganz ohne Feuerwerk. Dot durchhalde! Ich muss ens e paar Gedanke zesammekrige, die mer dis Woch durch der Kopp gonn.
Letzte Woch gov et jo widder de Kölner Leechter. Ich verzäll nix Neues. Fass wie om Beld süht es us, nor naachs met bunte Stääne am Himmel. De Belder dovun sinn ärg schön us. Ävver ich mag die Show nit. E Gedäu un Gedrängels un stundelang Waade verhindere, dat mer sich mem Altargeschenk ov met der Fründin em Ärm verzaubere lööt. Eets rääch, wann mer met der Ströppcher hingeiht. Schabau, Krawall und Dress lese un hüre ich immer widder. Zitat vun enem Fründ: „Wann do et eeschte Mol en Kölle bes un sühs am nächste Dag, wat lige bliev, küss do nit mih widder“. För dat koote Vergnöge un dä Endrock berappe private Sponsore 1,6 Millione Euro em Johr? Verdötsch.
En Vörurdeil han ich och beim Ebertplatz. Noch esu en Sach, die jeder kennt. Nit schön, dat dä fröher staatse Plaatz en de 1970’er Johr em Stil vum „Brutalismus“ aangelaht un – wie ich finge- verschängeleet woodt. Irgendwie es et do baal genau esu: Schabau, Krawall un Dress. Logisch, wann mer kald un ungefällig baut.
Do kütt uns fröhere Dombaumeisterin – beinoh hätt ich „aale“ geschrivve – de Frau Schock-Werner met ehrer Kolumne öm de Eck, lovv de „künslerische Gestaltung“ en däm Baustil un säht, et wör vill gedon, wann mer die „Wasserkinetische Plastik“ usbessere un widder bedrieve dät. Dat wor et eetste Mol, dat ich daach, dat se ene Hau met der Pann hät. Wat soll dat bringe?
Klor, Zierbrunne sin doll. Et gov ja wirklich och ene Kölsche Verschönerungsverein, dä als em 19. Johrhundert esu wunderschöne Saache wie der Heinzemänncher-Brunne, der Jan-von-Werth-Brunne ov der Herman-Joseph-Brunne finanzeet hatt. Et wore einfach Bürger, die jat an de Föß hatte, die jet för Kölle dun wollte. Die Brunne verzaubere bes hügg.
Jo un jetz es die zick 20 Johr kapodde “Wasserkinetische Plastik“widder am laufe. Die Stadt hät 230.000 Euro usgegovve, wann ich rääch Bescheid weiß un bruch 35.000 Euro em Johr, allein, för der Pütz ze bedrieve, op enem usselige Plaatz…
Am Dinsdag wor ich am Ebertplatz un han et mer angeluurt. Wat soll ich sage? Wie ich aankumme, weed grad ene Kääl vun drei Poliziste avgeföht. Do han ich jetz nix anderes erwaadt. Drei Schredd wigger treffe ich dann ävver op Pänz, die met ehre Eldere am Spille sin, aadige Dame em Bikini un Minsche, die sich met all ehre Pluute en der Pötz stelle – wie em Schwemmbad, Levvensfreud, nor ohne Entredd. Dat Beld hee ohne Minsche drop ze maache, wor ech diffisil.
Tjo, leev Frau Schock-Werner, sid esu god un doht minge Zwiefel un ming ruppige Gedanke entscholdige. Ehr hat einfach gode Enfäll. Ehr hat et einfach drop.
Wat wöödt Ehr wall met 1,6 Millione Euro em Johr als Vürsetzende vun enem Verschönerungsverein maache, öm de düstere Ecke vun Kölle hell ze maache, Angsräum fott ze behevve un uns geflägte Plätze ze schaffe, wo mer uns gään ophalde? Wat däte mer vun Sponsore halde, die Üch bei der Arbeid ungerstötze däte?
Opgepass! Fotografe verbreide schöne Pläätz üvver de soziale Medie och em Rubbedidupp weltwigg em Funkestääneleechterglanz.
MechelMeer informatie
Engel, Heinzel, Lichtermeer
20 juli 2018, Duitsland ⋅ ⛅ 25 °C
Diese Zeit, die nun vor uns liegt, hat mich von Kindertagen an fasziniert. Wenn in der Vorweihnachtszeit überall in den Fenstern und auch draußen in den Vorgärtern die Lichter leuchten und glänzen. Manche bunt blinkend, andere schlicht weiss. Mancherorts begegnet man sogar Schneemännern, Rentieren oder anderen winter- und weihnachtlichen Figuren. Wenn es dann vielleicht sogar noch schneit, ist es perfekt.
An dieser Faszination hat sich bis heute für mich nichts geändert. Ich habe es mir bewahren können, diese Glitzerwelt durch die Augen eines Kindes sehen zu können. Umso mehr freue ich mich dementsprechend darauf, in wenigen Tagen wieder nach Köln zu kommen...was diesmal mehrere Gründe hat.
Klar - und eigentlich brauche ich das, glaube ich, gar nicht mehr besonders zu erwähnen, aber er steht nunmal ganz oben..."mein" Dom. Der erste Weg, nachdem ich mein Gepäck im Hotel "entsorgt" habe, geht direkt dahin. Und es wird sein, wie jedesmal, wenn ich ihn dann wieder betrete...wie ein nach Hause kommen - endlich wieder...
Eine Kerze anzünden, einen kleinen Rundgang machen, den typischen Geruch, der mich schon beim Eintreten empfängt, wahrnehmen, zur Ruhe kommen.
Und dann wird's ernst :-) Nein Spass! Aber da es dann bereits Mittag sein wird, haben die Weihnachtsmärkte schon geöffnet und ich werde mich mit wachsender Begeisterung auf einen ausgedehnten Bummel über am ersten Tag mindestens schonmal zwei Märkte begeben. An erster Stelle - bietet sich ja auch an - natürlich über den am Dom. Laut Vorhersage soll es in dieser Zeit sogar etwas Schnee geben. Viele werden davon nicht begeistert sein, was ich teilweise auch nachvollziehen kann. Für mich wäre es ein Traum. Schnee in Köln hatte ich bisher noch nicht :-)
Dann gehts weiter zu den Heinzelmännchen in der Altstadt. Dort herrscht wieder eine ganz andere, aber ebenfalls besondere Atmosphäre. Der Markt besteht aus Gassen, nach Themen gegliedert, mit Namen, wie zum Beispiel Naschgasse oder Spielzeuggasse und viele mehr.
Besonders zu erwähnen ist dort die Eisbahn, die sogar über die Dauer des Weihnachtsmarktes hinaus geöffnet ist, nämlich bis in den Januar hinein.
Am nächsten Tag gehts dann zum Markt der Engel am Neumarkt. Jeder Weihnachtsmarkt hat seine ganz eigene Stimmung, seinen ganz eigenen Zauber. Und mal sehen, auf welchen es mich dann noch verschlägt.
Mein persönliches Highlight aber, was ich in diesen Tagen erleben werde, und darauf bin ich besonders stolz und fühle mich auch sehr geehrt, wird mein Termin bei Herrn Dompropst Bachner sein...
Wie sehr ich mich dem Dom verbunden fühle, habe ich schon oft zum Ausdruck gebracht, und jetzt ein Gespräch mit dem "Hausherrn" führen zu dürfen, über seine Arbeit, über sein Leben als Dompropst, ist etwas ganz besonderes für mich, worüber ich euch gerne beim nächsten Mal berichten werde.
Bis dahin wünsche ich euch eine Zeit voller Ruhe, Liebe und Besinnlichkeit in dieser sonst so hektischen Welt.
Eure RamonaMeer informatie
Letzte Ruhestätte - Kölner Dom
19 juni 2018, Duitsland ⋅ ⛅ 18 °C
Bei meinem letzten Besuch in Köln drehte ich, wie schon so oft, meine Runden um den Dom. Von dem faszinierenden Anblick, der sich mir jedesmal bietet, werde ich wohl nie genug bekommen. Tagsüber, wenn man von den Fratzen der Wasserspeier angestarrt wird und doch weiß, dass sie einem guten Zweck dienen. Zumindest die meisten von ihnen. Einige haben auch keine weitere Funktion, außer einfach da zu sein. Die Einblicke in das filigrane Strebewerk, jede einzelne Facette dieses außergewöhnlichen Bauwerks.
Dann nachts, wenn die Beleuchtung an ist und unseren gotischen Himmelsstürmer in ein mystisches Licht taucht. Dieser Anblick ist für mich bis heute unbeschreiblich.
Bei einem dieser Rundgänge ist mir diesmal etwas ins Auge gefallen, was ich...klar...des öfteren schon gesehen hatte, ich hatte mir aber keine weiteren Gedanken darüber gemacht. An was es lag, dass es diesmal anders war, ob es ein besonderes Licht war, was gerade darauf fiel, oder meine Stimmung - ich kann es nicht mal sagen. Ich blieb gegenüber des Domchores stehen und blickte auf - zum Teil schon ziemlich alte - Grabsteine.
Ich stand vor dem Domherrenfriedhof, der Begräbnisstätte von Domkapitularen, Weihbischöfen und Dompröpsten, welche bereits 1925 enstanden war. Diese Gruftanlage beherbergt 88 Plätze, ist ca. 10 Meter lang und in der Mitte ca. 3 Meter breit. Sie erstreckt sich auf jeder Seite über je 11 Bestattungsräume in vier Ebenen. Vor dem Hochkreuz befinden sich abnehmbare Platten, über die man in die Gruft gelangt.
Ein schöner Ort für diejenigen, die hier gewirkt und ihren Dienst für Kirche und Menschen getan haben. Nah bei ihrem Dom. Nur die Erzbischöfe liegen noch näher bestattet. Sie fanden den ewigen Frieden in der Krypta des Doms, in der Gruft unter dem Hochchor.
Als wache sie über den Friedhof, befindet sich dort auch die sogenannte Domsäule. Der einzig erhaltene Rest einer Basilika, die einst dort östlich zwischen Dom und Rhein lag und sich an den Dom anschloss:
St. Maria ad gradus (Maria zu den Stufen), vollendet im Jahre 1062.
Nach der französischen Besatzung drohte vielen Stifts- und Klosterkirchen der Abbruch, oder eine Umnutzung. Nachdem St. Maria ad gradus zuerst als Lagerraum herhalten mußte, wurde sie 1817 abgerissen. Als 1827 dann der Domhügel abgetragen wurde, gingen auch die Fundamente verloren.
Nur diese eine Säule blieb...
Wenn ihr das nächste mal am Dom vorbeikommt, bleibt einen Moment stehen... und lasst diesen Ort auf euch wirkMeer informatie
Ubiermonument
17 juni 2018, Duitsland ⋅ ⛅ 18 °C
Erster Donnerstag im Monat. Museumstag für Kölner. Mit kölschem Pass kommt man umsonst herein und es öffnen auch Stätten, die sonst nicht zugänglich ist.
Kennt Ihr das "Ubiermonument?" Vom Hörensagen, oder? Ich auch. Ich möchte es aber mal anschauen. Gut, man kann sagen, übereinandergelegte Steine, Wehrturm, nicht mal recht fotogen, weil im dunklem Keller gelegen und man bekommt es kaum ganz aufs Bild.
Aber immerhin ist der Turm älter als Köln. Im Jahre vier unserer Zeitrechnung, standen hier ein paar Holzhütten im Ubierdorf, dem "Oppidum Ubiorum". Nein, unser Köln war noch nicht die "Colonia Claudia Ara Agrippinensium". Den Status "Colonia" haben diese germanischen Bauern mit den paar römischen Siedlern noch lange nicht. Da fehlt zeitlich noch ein ganzes Menschenleben.
Der Hafen ist wichtig! - sagt Rom. Handelswege und zuallererst die Stützpunkte müssen sicher sein. Deswegen treiben die gehorsamen Ubier unter fachmännischem Rat römischer Baumeister schwere Eichenpfähle in den Sand- und Kiesgrund, legen darauf ein Fundament aus Grauwacke und Kalkmörtel und stapeln Tuffsteinquader übereinander, bis sich ein bis dahin dort noch nie gesehenes Wunderwerk erhebt: Ein zwölf Meter hoher Wehrturm aus Stein, nicht aus Holz. - Das erste Steingebäude Kölns und eines der allerersten nördlich der Alpen.
Also mich berührt es, 2014 Jahre später auf dieses Bauwerk meiner Vorfahren zu gucken. Zu sehen, dass es in Teilen immer noch steht, zeitweise vergessen, aber immer da. Und da kommt man am ersten Donnerstag im Monat umsonst herein. Also, diese Zeit nehme ich mir wieder mal.
Zwei Fragen bleiben für mich aber offen:
Zum einen, wie der Bauherr aus der Wäsche geguckt hat, als er 1965 einen Keller bei "An der Malzmühle 1" ausheben wollte und plötzlich das gleiche "Problem" wie alle hatte, die hier graben. Nämlich, dass man sofort auf „alte Steine“ stößt. Zum anderen: warum heißt der Zweckbau eigentlich "Ubiermonument"?
Je mehr man lernt, desto mehr fragen. Ist das nicht schrecklich?
Michael
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Der eeschte Donnersdag em Mond. Museumsdag för Kölsche. Mem kölsche Pass küss Do för lau eren un et sin e paar Stätt op, die et söns nit sin.
Kennt Ehr et "Ubiermonument?" Vum Hüresage, oder? Ich och. Ich well et ävver ens anluure. God, mer kann sage, üvverenein gelahte Stein, Wehrturm, nit ens schick om Fotto, weil em düstere Keller geläge un mer kritt et nit ganz en et Beld.
Ävver immerhen es der Turm älder wie Kölle. Em Johr veer vun unser Zeitrechnung, stundte hee e paar Holzhöttcher em Ubierdörp, dem "Oppidum Ubiorium ". Nä, uns Kölle wor noch nit die "Colonia Claudia Ara Agrippinensium". Dä Rang "Colonia" han die paar germanische Buure met dä paar römische Siedler noch lang nit. Do fählt noch e ganz Minschelevve.
Der Handel es wichtig! - säht Rom. Handelswäg un zoallereesch de Stötzpunkte müsse secher sin. Deswäge drieve de kusche Ubier unger fachmännischer Aanleitung vun römische Baumeistere schwer Eichepöhl en de Sand- un Kissgrund, läge e Fundament us Grauwacke un Kalkspies un stivvele Tuffsteinquadere üvverenein, bes sich e bes dohin noch nie gesinn Wunderwerk erhivv: Ene zwölf Meter huhe Turm uns Stein, nit us Holz. - Der eeschte Steinbau en Kölle un eine vun de allereeschte nördlich vun de Alpe.
Alsu mich beröhrt et, 2014 Johr späder op dat Bauwerk vun minge Vürfahre ze luure. Ze sinn, dat et en Deile luuter steiht, metzigge vergesse, ävver noch do.
Zwei Froge blieve för mich ävver offe:
Zom eine, wie der Bauhäär us der Wäsch geluurt hät, wie hä 1965 ene Keller "An der Malzmühle 1" ushevve wollt un op eimol der selve Brasel wie alle hatt, die hee grave. Nämlich, dat mer tirek op „aal Stein“ stüss. Zom andere: woröm heiß dä Zweckbau eigentlich "Ubiemonument"?
Je mih mer liert, desto mih Froge. Es dat nit schrecklich?
MechelMeer informatie
Die Weckschnapp
13 juni 2018, Duitsland ⋅ ⛅ 15 °C
De Weckschnapp
De Weckschnapp, flöck es mer hügg em Vörbeilaufe dran vörbeigelaufe. Eren wollte mer jo suwiesu nie.
Dat Türmche em Beld es de „Weckschnapp“. Et steiht ganz secher zick 1446 an dä Stell am nördliche Engk vun der große Muur usem Meddelalder, tirek am Rhing. Der richtige Name ävver es „Kunibääts-Turm“.
Weckschnapp tituleere mer in, weil mer säht, dat hee op grausame Wies Dudesordeile volltrocke woodte. Der Verordeilte woodt bovven en der Turm gesperrt, allein met enem kleine Brud, „Wegg“ genannt, dat an nem Seil vun der Deck hing. Grad su huh üvver im wor et, dat hä et sich nit ohne ze springe nemme kunnt. Zo Esse kräht hä em Turm nix. Wann einer jetz noh däm Wegg sprung, dät sich unger im en Falldür op un hä feel en scharfe Klinge, die en zerschnedde un zerstöckelt en der Rhing falle leete.
Doch nit de Weckschnapp
Un jetz erkennt mer, woröm der Kunibääts-Turm nit de Weckschnapp sin kann: et fählt der Zogang zom Wasser. Ene Boge, genannt „Ark“, ging vun däm Turm en Richtung Rhing av un dä dät eesch hingerm Ofer em Wasser ophüre. Hee muss sich dä Folterraum befunge han. Et Huhwasser vun 1784 hatt en dann met sich geresse.
Ävver gläuvt mer, bes dohin sin se all mem Sensemann gegange. All, bes op einer.
En Kreppche vun Mutter un Sonn
Dä eine es der schlanke Sonn vun ener richtig gesalvte Wittfrau, die ene richtige Kniesbüggel es un noch ene Muusköttel en drei Deil bieß. Un wie sin su Sönn off? Jo, se schmießen et Geld met beidse Häng am Finster erus. Hä verplack, wat hä hät un wie hä nix mih hät un si Mutter im nix mih gitt, deit hä evvens Scholde maache ov bestellt se. Hä stellt ehr Schmuck un versetz en. Su wigg driev hä et, dat si Mutter sich nit mih zo helfe weiß, in aanzeig un fassnemme lööt.
Esu kütt hä en de Weckschnapp. Veezehn Dage häld hä us, ävver letzlich springk och hä…
De Johre vergonn. De riche Wittfrau ändere de Johre. Der Gram, dat se ehre eige Sonn springe leet, deit an ehr nage. Se schenk ehr Vermöge an de Hungerligger, mööch vun all däm Geld nix mih wesse, bes se selvs kötte muss. Et es ehr Sühne.
Der Sonn ävver, durch der Schless ene schmale Meddag, fällt an de Messere vürbei un driev noh Norde durch der Rhing. Wie hä an et Ofer geschwemmp weed, finge in meldtätige Minsche, die in rette un zo Kräfte kumme looße. Hä reis wigger noh Flandere un kann sich wäge singer Beldung als Kaufmann verdinge. Durch singe Aki weed hä rich un kann esugar en de eeschte Famillich enhierode. Am Engk es hä Rodshäär.
Si ald Levve quält in ävver och. Hä denk an sing Mutter un sök se noh all dä lang Johre en Kölle. Se läv un se treffe sich widder. Un die Widdersinnsfreud lööt se alle zwei et ganze Leid vergesse. Se vergevve enander.
Su fingk sich dat Kreppche em Böchelche „Kölner Sagen“ vum Goswin Peter Gath.
Un hügg?
De Wekschnapp es üvvrigens zick 1956 ene Wonnungsbau. Mer süht om Fotto jo och dä Aanbau us de Folgejohre. Ov et do wall spok? Hügg wöödt ich doch gään ens erenluure…
Mechel
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Die Weckschnapp
Die Weckschnapp, rasch ist man heute im Vorbeilaufen daran vorbeigelaufen. Hinein wollte wir ja sowieso nie.
Dieses Türmchen im Bild ist die „Weckschnapp“. Es steht seit mindestens 1446 an dieser Stelle am nördlichen Ende der mittelalterlichen Mauer um Köln, direkt am Rhein. Der korrekte Name aber lautet „Kuniberts-Turm“.
Weckschnapp nennen wir ihn, weil man sagt, dass hier auf grausame Weise Todesurteile vollzogen wurden. Der Verurteilte wurde oben in den Turm gesperrt, allein mit einem kleinen Brot, „Weck“ genannt, das an einem Seil von der Decke hing. Gerade so hoch über ihm war es, dass er es sich nicht ohne zu springen nehmen konnte. Zu Essen bekam er im Turm nichts. Wenn jemand nun nach dem Weck sprang, öffnete sich unter ihm eine Falltür und er fiel in scharfe Klingen, die ihn zerschnitten und zerstückelt in den Rhein fallen ließen.
Doch nicht die Weckschnapp
Und jetzt erkennt man, warum der Kuniberts-Turm nicht die Weckschnapp sein kann: es fehlt der Zugang zum Wasser. Ein Bogen, genannt „Ark“, ging von diesem Turm in Richtung Rhein ab und dieser endete erst hinter dem Ufer im Wasser. Hier muss sich dieser Folterraum befunden haben. Das Hochwasser von 1784 hat ihn dann mit sich gerissen.
Aber, glaubt mir, bis dahin sind sie alle zu Tode gekommen. Alle, bis auf einen.
Ein Geschichtchen von Mutter und Sohn
Dieser eine ist der schlanke Sohn einer richtig reichen Witwe, die überaus geizig ist und jeden Pfennig, den sie hat, dreimal umdreht. Und wie sind solche Söhne oft? Ja, verschwenderisch. Er verprasst, was er hat und wenn er nichts mehr hat und seine Mutter ihm nichts mehr gibt, macht er eben Schulden oder bestiehlt sie. Er stiehlt ihr Schmuck und versetzt ihn. Soweit treibt er es, dass seine Mutter sich nicht mehr zu helfen weiß, ihn anzeigt und festnehmen lässt.
So kommt er in die Weckschnapp. Vierzehn Tage hält er es aus, aber letztlich springt auch er…
Die Jahre vergehen. Die reiche Witwe ändern diese Jahre. Der Gram, dass sie ihren eigenen Sohn springe ließ, nagt an ihr. Sie schenkt ihr Vermögen an die Armen hin, möchte von all dem Geld nichts wissen, bis sie selbst betteln muss. Es ist ihre Sühne.
Der Sohn aber, schlank, durch den Hunger dürr, fällt an den Messern vorbei und treibt nach Norden durch den Rhein. Als er an das Ufer geschwemmt wird, finde ihn mildtätige Menschen, die ihn retten und zu Kräften kommen lassen. Er reist weiter nach Flandern und kann sich auf Grund seiner Bildung als Kaufmann verdingen. Durch sein Geschick wird er reich und kann sogar in die führende Familie einheiraten. Am Ende ist er Ratsherr.
Sein altes Leben quält ihn aber auch. Er denkt an seine Mutter und sucht sie nach all den langen Jahren in Köln. Sie lebt und sie treffen sich wieder. Und diese Wiedersehensfreude lässt sie beide das ganze Leid vergessen. Sie vergeben einander.
So findet sich die Geschichte im Büchlein „Kölner Sagen“ von Goswin Peter Gath.
Und heute?
Die Weckschnapp ist übrigens seit 1956 ein Wohngebäude. Man sieht auf dem Foto ja auch den Anbau aus den Folgejahren. Ob es da wohl spukt? Heute würde ich doch gern man hineinschauen…
MichaelMeer informatie
Im Dom, am Dom und um den Dom herum
5 juni 2018, Duitsland ⋅ ⛅ 18 °C
Unser Dom...man kennt ihn von außen, seine Erscheinung...man kennt ihn von innen und nimmt vieles wahr, was sich in ihm befindet. Bewundert ihn. Und das zu Recht. Doch da gibt es noch etwas. Etwas, was oft aufgrund der Ehrfurcht und der Demut, die wir bei seinem Anblick spüren, in den Hintergrund tritt. Und das sind die Menschen, die in ihm wirken, an ihm und um ihn herum arbeiten. Ohne deren wertvolle Arbeit er wohl nicht das wäre, was er heute immer noch ist...
Im Dom steht ganz oben der Dompropst. Er ist der Vorgesetzte von allen im Dom angestellten Menschen, egal, ob haupt- oder ehrenamtlich, sowie des Domkapitels. (Zur Erklärung, was in einem Verein der Vorstand ist, bezeichnet man im Kölner Dom als Domkapitel). Er repräsentiert den Dom nach außen. Ähnlich der Dombaumeister, der für alles zuständig ist, was die Erhaltung des Doms betrifft. Die ca. 60 Menschen, die in der Dombauhütte beschäftigt sind, z. B. Steinmetze, bearbeiten dann das, was der Dombaumeister "in Auftrag gibt". Nur um es in kurzen Worten zu erklären. Man sieht, es greift eins ins andere über. Die Aufgaben sind sicher noch vielfältiger, aber das würde wahrscheinlich hier den Rahmen sprengen.
Da gibt es den Organisten, ohne dessen musikalische Begleitung die Gottesdienste oder Messen nur halb so feierlich wären.
Den Archivar, der nicht nur für die Verwahrung von alten Schriftstücken zuständig ist, sondern sich auch um die Finanzierung von Restaurierungsarbeiten an den alten Kunstwerken sorgt und kümmert.
Den Küster, der unter anderem dafür zuständig ist, dass Wein und Hostien für die Messen vorrätig sind, und der auch die Glocken läutet. Ja, das geht heute zwar per Knopfdruck, aber auch das muss ja getan werden.
Den Dechant, der für die Organisation der Messen verantwortlich ist und wie diese gestaltet werden.
Die Putzfrauen. Die vielen Besucher hinterlassen natürlich ihre Spuren. Und während die eine sich um den Fußboden kümmert, befreit ihre Kollegin das Inventar vom Staub.
Für die tägliche (und nächtliche) Ordnung im Dom, auch für Ruhe während der Messen, sorgen die Domschweizer. Sie sorgen auch dafür, dass der Dom morgens geöffnet und abends wieder geschlossen wird.
Und was passiert draußen am Dom und drumherum?
Straßenkehrer sorgen täglich viele Stunden dafür, dass die Domplatte sauber ist. Und bei den Tausenden von Menschen jeden Tag, ist das wahrhaftig eine Aufgabe.
Ebenso eine im wahrsten Sinne des Wortes gewaltige Aufgabe haben die Dachdecker des Doms. Immerhin umfaßt das Dach des Kölner Doms eine Größe von 12.000 Quadratmetern. Und wie so viele andere, die hier arbeiten, werden auch sie niemals fertig mit ihrer Arbeit. Selbst heute gibt es da hoch oben noch immer einige Kriegsschäden, die wegen der vielen immer wieder anfallenden Reparaturen einfach noch nicht behoben werden konnten.
All diesen Menschen, durch die unser Dom lebt, deren Wirken aber größtenteils im Verborgenen stattfindet, gebührt großer Respekt und auch großer Dank, der an dieser Stelle einmal ausgesprochen sein soll.
Herzlichen Dank allen, die dem Dom all ihre Kraft zur Verfügung stellen, um ihn uns als das erleben zu lassen, was er ist...ein Wunder der Menschheit und ein Ort der Begegnung.Meer informatie
Wer es wagt...
10 mei 2018, Duitsland ⋅ ⛅ 14 °C
Es ist Nacht in Köln. Neblig. Wenn überhaupt, sieht man durch den Nebel nur schummriges Licht. Die Gassen, durch die ich muss, sind menschenleer. Ich bin allein, komme von einer Veranstaltung und bin unterwegs zurück zu meinem Hotel. Und so langsam bereue ich, nicht ein etwas näher gelegenes Hotel gebucht zu haben. Ich war schon einige Male hier und ich liebe diese Stadt. Aber jetzt in der Nacht wirkt alles so anders. Der Mond bricht gerade durch die Wolken und läßt Häuser und Bäume unheimliche Schatten werfen. Ich beschleunige meine Schritte, ich möchte nur endlich im Hotel ankommen. Plötzlich fühle ich mich beobachtet. Ich schaue auf und blicke in ein finster dreinblickendes Gesicht mit dunklen Augenhöhlen. Mir stockt der Atem, bis ich erkenne, was mich da anschaut. Dieses Gesicht und einige andere dieser Art habe ich doch hier schon öfter gesehen, aber dann bei Tageslicht. Es sind die sogenannten Grinköpfe, auch Annoköpfe genannt. Warum aber sind diese Köpfe mit den seltsamen Augen über einigen Türen in der Altstadt angebracht?
Gegen Ende des elften Jahrhunderts, Anno war Erzbischof von Köln, gab es ebendort einen jungen Kaufmann namens Richmut. Er hatte einst das Geschäft seines Vaters übernommen, der bei seiner Kundschaft stets angesehen war, aufgrund seiner Freundlichkeit und Ehrlichkeit. Leider hatte Richmut diese Eigenschaften seines Vaters nicht geerbt. Mürrisch war er in seiner Art. Aber was viel schlimmer war...er war hinterhältig und verlogen. Es heißt, eines Tages kam eine alte Frau, eine Witwe, die bereits Kundin bei seinem Vater war, zu ihm ins Geschäft, um Vorräte für den Winter zu bestellen. Wie von jeher gewohnt, zahlte sie diese im voraus und verließ sich darauf, dann auch ihre Waren ordnungsgemäß geliefert zu bekommen, sobald der Kaufmann diese beisammen hatte.
Das aber war ein Fehler, denn als einige Zeit vergangen war, fragte sie bei Richmut nach, wo denn ihre Vorräte blieben. Der Kaufmann behauptete daraufhin, nie eine Bestellung und somit auch kein Geld von ihr erhalten zu haben. Die alte Frau war sehr erzürnt und verlangte entweder nun die Waren oder ihr Geld zurück. Wieder behauptete Richmut, sie müsse sich irren, er habe keinen Auftrag von ihr erhalten. Zornig rief sie beim Verlassen des Geschäftes, dass Gott ihn für seine Tat strafen möge. Darauf liess sie es aber nicht beruhen. Und so trug sie ihre Beschwerde den zwölf Schöffen beim städtischen Gericht vor. Damit war sie nicht die erste. Doch die Schöffen waren bestechlich und Richmut kam so jedesmal ohne Strafe davon. Leider schien es diesmal wieder so auszugehen. Auch hier schrie die Alte voller Zorn, dass Gott sie alle zwölf für ihre Tat strafen möge. Aber was nun...es blieb nur noch eine einzige Möglichkeit, für Gerechtigkeit zu sorgen. Sie musste ihre Beschwerde gegen die Übeltäter in Köln, die sie so schändlich behandelt hatten, Erzbischof Anno vortragen. Dafür reiste sie sogar zur Abtei Siegburg, Anno hielt sich damals gerade dort auf.
Der Erzbischof tobte und schrie, als er die Vorwürfe hörte, dass er so etwas in seinem heiligen Köln nicht dulden würde. Und er veranlasste, dass der Kaufmann und die Schöffen verhaftet wurden. Ihm vorgeführt, stritten sie nun aber ihre Tat ab. Bis auf einen, der vor lauter Angst schließlich gestand, dass die alte Frau die Wahrheit gesagt hatte. Anno sprach eine grauenvolle Strafe aus. Allen, bis auf den einen, der gestanden hatte, sollten mit glühenden Eisenstangen die Augen ausgestochen werden. Der eine durfte ein Auge behalten, um seinesgleichen zurück nach Köln zu bringen. Zudem musste er an seinem und den Häusern der zwölf anderen Übeltätern steinerne Fratzen anbringen, als Warnung an die Kölner Bürger, Unrecht zu begehen und um zu zeigen, wo die schlechten Menschen wohnen...
Erleichtert, diese unheimliche Stimmung hinter mir gelassen zu haben, erreiche ich endlich mein Hotel. Und ich glaube, nächstes Mal nehme ich ein Taxi.
Eure RamonaMeer informatie
Wenn es Nacht wird
8 mei 2018, Duitsland ⋅ ☀️ 23 °C
Wie ist das eigentlich...wenn es Nacht wird im Kölner Dom...
Am Tage ist er gefüllt mit Menschen. 20.000 jeden Tag. Sei es zum Besuch einer Messe, zur eigenen inneren Einkehr, zur Beichte, oder - und das ist der größte Teil - auch Touristen, die ihn einfach nur bestaunen wollen.
Da ist er erfüllt von Geräuschen, wie das Klicken von Fotoapparaten, das Gehen über den Fußboden, das Rascheln von Taschen und von Stimmen. Leise, gedämpfte Stimmen, aber bei der Menge von Menschen doch gut vernehmbar.
Erst abends...wenn der letzte Besucher gegangen ist und die Türen geschlossen und auch verschlossen werden...wird es still. Und in dieser Stille wirkt er jetzt ganz anders. Er gehört nun für die Stunden der Nacht nur sich selbst. Selbst den Regen, der gegen die Scheiben prasselt, kann man jetzt hören, ebenso wie das Quietschen der Bremsen der einfahrenden Züge im nur wenige Meter entfernten Hauptbahnhof.
Wenn man sich tagsüber im Dom aufhält, fühlt man schon das Geheimnisvolle, das Mystische. Aber jetzt abends oder nachts, wenn alles still ist, spürt man den "Geist" des Kölner Doms noch sehr viel mehr. Es ist, als würde er nur dir allein seine Geschichte erzählen. Er läßt fühlen.
Andererseits ist es aber doch auch etwas unheimlich. Da knackt es überall, wenn zum Beispiel das Holz des mittelalterlichen Chorgestühls arbeitet. Geräusche, die man sonst nicht wahrnimmt. Geräusche, die jetzt nur der Domschweizer, der gerade den Nachtdienst im Dom antritt, hört. Vielleicht hab ich mal die Möglichkeit, mir von einem Domschweizer erzählen zu lassen, wie so eine ganze Nacht abläuft, was er fühlt allein im Dom und was ihn hat Domschweizer werden lassen. Auch, was er vielleicht während seiner Dienste schon so erlebt hat. Immerhin sorgt er unter anderem, wie auch seine Kollegen am Tage, für die Sicherheit im Dom.
Eine seiner wichtigsten Aufgaben jetzt ist das Abräumen der vielen Kerzen, die die Menschen am Tag angezündet haben, verbunden mit Gedanken an ihre Lieben oder auch mit Gebeten. Stündlich dreht er dann seine Sicherheitsrunden durch den nächtlichen Dom. Was wirken die Säulen und die Gewölbedecken jetzt im Halbdunkel so riesig. Der Innenraum so viel größer...Erst nachts wird einem die volle Größe des Doms so richtig bewußt.
Die Ruhe und Stille der Nacht hat auch der Domorganist schon oft genutzt, um zu üben. Im leeren Dom wirkt der Klang der Kirchenorgel ganz anders, er erfüllt dann alles.
Und was macht der Dom nachts mit einem selbst? Er beruhigt, läßt selbst stiller werden, entspannt. Läßt zu sich selbst kommen.
Bei einer der wenigen nächtlichen Führungen durch den Dom, bei denen auch nur ganz kleine Teilnehmerzahlen möglich sind, kann man all das erfahren.
Vielleicht kommt ihr ja einmal in diesen Genuss. Ich wünsche euch schon heute ein unvergessliches Erlebnis in unserem schönen Dom bei Nacht.
Bis bald
eure RamonaMeer informatie
Reise in die Vergangenheit
10 april 2018, Duitsland ⋅ 🌧 11 °C
Die Domschatzkammer...von den vielen Schätzen im Untergrund des Kölner Doms habe ich bereits gelesen, auch habe ich mir Bilder im Internet angesehen. Und jetzt bin ich hier und kann mir die Reliquien alter Zeiten mit eigenen Augen ansehen.
Nachdem ich den Eintritt bezahlt habe, begebe ich mich auf eine Reise in vergangene Jahrhunderte. Allein die Atmosphäre in den Ausstellungsräumen zu spüren...die in gedämpftes Licht getaucht sind... läßt mich kaum wagen zu atmen, weil mir selbst das zu laut erscheint, angesichts der Stille hier. Ich habe das Glück, gerade ganz allein zu sein.
Ich fühle mich wieder, wie so oft hier im Dom, in eine andere Zeit und Welt versetzt, da sich die Domschatzkammer in mittelalterlichen Gewölberäumen befindet, die sich in sechs Räumen auf drei Etagen aufteilt.
In der untersten Etage führt sie sogar bis auf einen Teil der noch erhaltenen römischen Stadtmauer, sowie einen römischen Abwasserkanal hinab - Zeugnisse Kölner Ursprungs. Denn schließlich bezeichnet man Köln ja nicht umsonst als nördlichste Stadt Italiens.
Faszinierend sind aber nun auch die hier aufbewahrten Gegenstände. Einige von Ihnen werden noch heute zu bestimmten Anlässen genutzt, wie etwa die Prunkmonstranz zur Fronleichnams-Prozession oder ein großes Smaragdkreuz, welches an Allerheiligen verwendet wird.
Es ist aber nicht nur das Staunen über den schier unermeßlichen materiellen Wert der mit Gold und Edelsteinen verzierten Kostbarkeiten, sondern vielmehr Demut , die ich angesichts des Alters und der Menschen, die all das erschaffen haben und durch deren Hände diese Werke schon gegangen sind, empfinde. Besonders ergreifend ist der Anblick eines der bedeutendsten Ausstellungsstücke...des Petrusstabs, der schon aus dem 4. Jahrhundert stammt.
Ich gehe weiter und in den verschiedenen Räumen kann ich prunkvolle Gewänder und Mitren mit Goldstickereien betrachten, kostbare Gegenstände, wie Monstranzen, Ringe, den Schrein des Heiligen Engelbert, sowie Handschriften und Insignien von Erzbischöfen und Geistlichen. Im Jahre 1959 wurden unter dem Dom sogar zwei Gräber, das einer Frau und das eines Knaben, aus der Zeit der Merowinger entdeckt, deren Funde sich in der untersten Etage befinden.
Gefesselt und berührt von diesen Eindrücken mache ich mich auf den Weg zum Ausgang mit dem Gefühl, wieder ein Stück Geschichte dieser Stadt und "meines" Doms in mir aufgenommen zu haben...
Bis bald
eure RamonaMeer informatie
Die Rheinparkbahn
28 maart 2018, Duitsland ⋅ ⛅ 9 °C
Aus dem Leben eines Kölschgängers. Oder wie aus Dilettantismus tatsächlich ein Beitrag entsteht.
Der letzte Sonntag war doch prima, oder? Die Sonne schien, Regen war nicht in Sicht. Wir, mein Altargeschenk und ich, beschließen mit der Bahn zum Zoo zu fahren und über die Zoobrücke und den Rheinpark wieder Richtung Süden zu laufen.
Die Zoobrücke auf der Südseite zu benutzen ist zurzeit gegen Mittag eine richtig schlechte Idee: Radfahrer und Fußgänger sind eh dem Autolärm ausgesetzt. Das ist aber klar. Es ist aber auch so eng, dass man sich gegenseitig nur nervt, wenn auch alle sehr höflich sind. Was ich aber gar nicht bedacht habe ist, dass ich das Rheinpanorama vergessen kann, wenn doch die Sonne grell in die Linse scheint. Da muss man schon früher unterwegs sein, wenn die Sonne noch schön im Osten steht. Gibt es eigentlich ausgeschlafene Bettflüchter, die hier mitmachen wollen?
Im Rheinpark angekommen, gönnen wir uns als erstes am Eiswagen ein kleines Eis, zwei Bällchen jeder, mehr nicht. Diese Eiswagen und mobilen Kaffeebuden halte ich für ein großes Stück Lebensqualität. Sie sagen auch immer genau eins: hier ist ein Ort, wo es so schön ist, dass sich halb Köln trifft. Und jetzt mal ehrlich, es mag sich vieles verändert haben, aber die Augen schließen, Eis schlecken und die Geräuschkulisse dazu, das ist doch Kindheit!
Es brummt vor Menschen und Kinder spielen, bis auf zwei. Die beide können kaum ihr Tretrad bändigen, bauen sich aber vor uns auf und ich erkenne schon den entsetzten Blick und sehe die Unterlippe und das Kinn beben. Die kommende, schrille Lautfolge ist schnell wiedergegeben: „Papa! Eis!“. Ich fixiere die beiden mit meinem Blick, zeige mit dem Finger hinter mich und sage: „Da vorne. Das ist die beste Eisbude der Welt. Ich schwöre, das ist so lecker. Hmmm…“. Falls die beiden kein Eis bekommen haben, laufen jetzt zwei Waisen durch die Gegend, glaube ich.
Und apropos Kindheit: die kommt ratternd ein paar Meter weiter hinter ein paar Bäumen und Büschen hervor: die Rheinparkbahn. Da wurde ich ja als Kind zum Quälgeist, ach was, zum Terroristen. Da musste ich immer mit. Und jetzt fährt sie auf einmal wieder an mir vorbei. Es gibt sie immer noch. Es kommt ein Gefühl von „der Dom bleibt stehen und die Rheinparkbahn fährt.“
Das stimmt übrigens nicht ganz. 1957 wurde sie zur ersten Bundesgartenschau in Betrieb genommen und 1958 wieder abgeschafft. Zu teuer damals. Ich bin ein Kind der zweiten Generation, der Bahn, die 1971 zur zweiten Bundesgartenschau den Dienst aufgenommen hat. Entweder durfte ich mitfahren, oder sie wurde überfallen, wie bei Winnetou und Old Shatterhand. Hat die Bahn nie interessiert, war aber total cool.
Ich frage „Du, hast Du Lust, etwas zu warten, bis wir sie wieder treffen? Das gibt bestimmt ein gutes Foto für Kölschgänger.“. Natürlich schlägt sie mir das nicht aus. Wir suchen nach einer schönen Stelle. Die zwei Kilometer Rundkurs bieten ja einige. Ich entscheide mich für eine in der Nähe des Bahnhofs am Tanzbrunnen. „Guck hier. Wenn ich die Osterglocke leicht unscharf ins Bild nehme und den richtigen Winkel treffe, so dass die Bahn dahinter scharf und möglichst ganz im Bild ist, das sieht bestimmt gut aus.“ Zustimmung. „Warte, ich übe das mal, damit ich parat bin“. Als ich meine, die Handgriffe und Handhaltung gefunden zu haben, setzen wir uns auf eine Bank, genießen kurz die Sonne.
Bald hören wir sie weit rechts von uns. „Du, Schatz, ich geh zu meiner Position.“ Als nächstes hört sie mich fluchen und guckt mich fragend von der Bank aus an: „Scheiße, echt. Das ist doch ein Rundkurs, da hinten liegen doch Gleise noch näher am Ufer dran. Die Bahn kommt aus der anderen Richtung.“ Und so fülle ich eine Seite und setze heute hier ein unscharfes Foto einer Osterglocke und ein Allerweltsfoto meiner Lieblingsbahn hier herein. Das ist Kölschgänger…
Frohe Ostern zusammen!
Michael
-
Ussem Levve vun enem Kölschgänger. Oder wie us Schuselgkeit doch noch ene Beidrag entsteiht.
Der letzte Sonndag wor doch prima, oder? De Sonn schung, Rähn wor nit en Seech. Mir, mi Altargeschenk un ich, beschleeße met der Bahn nohm Zoo ze fahre un üvver de Zoobrück un der Rheinpark widder Richtung Süde ze laufe.
De Zoobrück op der Südsigg ze benötze es grad gäge Meddag en richtig en richtige Futzidee: Raddfahrer un Foßgänger sin suwiesu dem Radau vun de Autos usgesetz. Dat es ävver klor. Et es ävver och su eng, dat mer sich gägesiggig nor op de Nerve geiht, wann och all fründlich sin. Wat ich allerdings gar nit bedaach hatt, es, dat ich dat Rhingpanorama vergesse kann, wann doch de Sonn grell en de Lins schingk. Do muss mer ald jet ziggiger ungerwägs sin, wann de Sonn noch schön em Oste steiht. Gitt et eigentlich usgeschlofe Beddflüchter, die hee metmaache wolle?
Em Rheinpark aangekumme, gönne mer uns för et eeschte am Ieswage e klein Ies, zwei Bällcher jeder, mih nit. De Ieswage un mobile Kaffeebude halde ich für e groß Stöck Levvensqualität. Se sage och luuter genau dat eine: hee es en Platz, wo et esu schön es, dat sich halv Kölle triff. Un jetz ens ihrlich, et mag sich vill verändert han, ävver de Auge zomaache, Ies lötsche un de Geräuschkuliss dobei, dat es doch Kindheit!
Et brummt vür Himmel un Minsche und de Pänz spille, bes op zwei. Die zwei künne met Hänge un Würge ehr Treddradd bändige, baue sich ävver vür uns op un ich erkenne ald dä entstetze Bleck un sin de Ungerlepp un et Kenn bevve. Die schrell Tön, die dann kunne, sin flöck widdergegevve: „Papp! Ies!“. Ich fixeere die beide met mingem Bleck, zeig met mingem Finger hinger mich un sage: „Do vürre. Dat es de beste Iesbud vun der Welt. Ich schwöre, dat es esu lecker. Hm…“. Falls die zwei kein Ies kräge, laufe jetz zwei Waise durch de Gägend, gläuv‘ ich.
Un à propos Kindheit: die kütt e paar Meter wigger hinger e paar Bäum un Bösch eraangerattert: et Rheinparkbähnche. Do woodt ich jo, wie ich ene Panz wor, zor Quengelsfott, ach wat, zom Terroriss. Do moot ich luuter met. Un jetz fäht se op eimol an mir vürbei. Et gitt se immer noch. Et kütt e Geföhl vun „der Dom bliev stonn un et Rheinparkbähnche fäht.“
Dat stemmp üvvrigens nit ganz. 1957 woodt se för de eeschte Bundesgartenschau en Betrieb genomme un 1958 widder avgeschaff. Ze düür domols. Ich ben e Kind vun der zweite Generation, vun dä Bahn, die 1971 för de zweite Bundesgartenschau der Deens opgenomme hät. Entweder dorf ich metfahre, ov se woodt üvverfalle, wie bei Winnetou un Old Shatterhand. Hät die Bahn nie intresseet, wor ävver total cool.
Ich froge „Sag ens, häs do Loss, jet ze waade, bes mer se widder treffe? Dat gitt bestemmp e schön Beldche för de Kölschgänger.“. Natörlich schleiht et mer dat nit us. Mer söke noh ner gode Stell. Dä zwei Kilometer Rundkurs beed jo en ganze Rötsch. Ich entscheide mich för ein en der Nöh vum Bahnhoff am Tanzbrunne. „Luur hee. Wann ich die Osterglock leich unscharf met en et Beld nemme un der richitge Winkel treffe, esu dat dat Bähnche dohinger scharf un möglichs ganz em Beld es, süht dat bestemmp god us.“ Zostemmung. „Waad, ich übe dat ens, domet ich parat ben.“ Wie ich meine, de richtige Handgreff gefunde ze ha nun de Kamera opitmal zo halde, setze mer uns op en Bank, geneeße koot et Sönnche.
Baal hüre mer se wigg rähts vun uns. „Hür ens, Leevche, ich gonn op ming Position.“ Em nöchste Augebleck hürt et mich floche un luurt mich vun der Bank us aan, als wollt es sage: „Es jet?“. „Wat ene Dress! Dat es doch ene Rundkurs, do hinge lige doch Gleise noch nöher am Ofer dran. De Bahn kütt us der andre Richtung.“
Un su fölle ich en Sigg un setz hee en verwaggelt Beld vun ener Osterglock un en Null-aach-fuffzehn-Foto vun mingem Lieblingsbähnche eren. Dat es der Kölschgänger.
Fruhe Pooschte zesamme!
MechelMeer informatie
Richmodis von Aducht
21 maart 2018, Duitsland ⋅ ⛅ 1 °C
Hoppala, was hat Leonardo Bittencourt nach dem wunderschönen, sagenhaften, sensationellen Sieg gegen unseren Lieblingsgegner von der anderen Rheinseite gesagt? „Die Leiche hat am Sarg geklopft“.
Da schießt mir die Geschichte durch den Kopf, die viele bestimmt schon kennen, weil man als Kölner ja ständig erklären muss, weshalb hier Türme mit Pferdeköpfen mitten in der Stadt stehen:
Der Ritter von Aducht ist Oberhaupt einer hochgestellten Familie und Ratsmitglied. Seit dem Jahr 1334 wohnen sie im Haus „zum Papagayen“, welches nach dem Tier im Familienwappen benannt und in Köln bekannt ist. Das Haus steht in der Olivengasse, der heutigen Richmodstraße, an der Ecke zum Neumarkt, also in unmittelbarer Nähe zu Sankt Aposteln.
Im Jahr 1346 wird groß Hochzeit gefeiert: sein Sohn Mengis von Aducht ehelicht Richmodis aus dem hohen Haus derer von Lyskirchen. Es ist tatsächlich Liebe. Und Liebe prägt das Umfeld derer von Aducht. Richmodis, die keine eigenen Kinder bekommt, kümmert sich mit Hingabe um die Armen und Waisen. Als 1349 die Pest nach Köln kommt, opfert sie sich bis zur Erschöpfung auf. Mengis bittet sie, vorsichtiger zu sein und auf sich zu achten. Es kümmert sie nicht. Sie weiß um ihren Wohlstand und möchte teilen. – Und der Herr legt schützend ihre Hände über sie.
Als aber im Jahr 1357 die zweite Pestwelle über Köln kommt, erwischt es auch sie. Drei Tage wacht Mengis an ihrem Bett, als sie die Augen noch einmal öffnet und ihn mit letzter Kraft und einem letzten Hauch bittet, den Ehering zurückzunehmen und seine Liebe fortan mit einer anderen Frau zu teilen. Dann schließt sie die Augen und Mengis weint in bitterer Trauer um sie.
Die Hygiene-Vorschriften erlauben es nicht, dass die Pesttote im Haus aufgebahrt wird. Sie muss umgehend entfernt werden. Mengis streift ihr den Ring wieder über und willigt notgedrungen ein. Sie wird dem kurzen Weg nach Sankt Aposteln getragen. Hier bekommt sie einen flüchtigen Segen und wird rasch in einen Sarg gelegt, der mit vier schweren Nägeln fest verschlossen wird. Die Beisetzung in der Familiengruft ist für den nächsten Tag geplant.
Natürlich haben die Totengräber den wertvollen Ehering gesehen – niemand öffnet den Sarg einer Pesttoten wieder. Gegen Mitternacht wollen sie sich bereichern, öffnen den Sarg und namenloser Schrecken fährt in ihre Glieder: Richmodis öffnet die Augen und sagt „Mir ist so kalt.“. Die Grabräuber schreien vor Angst und laufen in heilloser Panik davon. Dieser Lärm aber belebt Richmodis. Sie wird sich ihrer Lage gewahr und schleppt sich zurück zum Haus der Familie…
Sie klingelt und ruft nach Mengis. Dieser, voller Trauer und Schmerz, erfasst die Lage nicht, meint einen Geist zu sehen und schreit „Kommst du nur um mich zu quälen?“. Leise wimmert Richmodis „Bitte. Ich bin es doch. Ich bin nicht tot, ich bin nicht tot“. Verzweifelt ruft Mengis „Bevor meine Frau zurückkehrt, werden eher meine beiden Schimmel oben auf dem Turmspeicher stehen“.
Und eben da stehen sie noch heute. Richmodis lacht Zeit ihres Lebens nicht mehr, wird aber mit ihrem Mengis und drei Jungen, die sie noch gebiert, glücklich.
Und jetzt, Leonardo, ich hoffe, Du verstehst, was Du da eigentlich gesagt hast: Raus aus dem Sarg. Auf geht’s FC, kämpfen und siegen! Euer Haus „zum Papagayen“ ist Platz 16.
Wir. Glauben. An. Euch.
Hoppela, wat hät der Leonardo Bittencourt noh däm wunderschöne, sagehafte, sensationelle Sieg gäge uns Lieblingsgegner vun der Schäle Sigg gesaht? „Dä Dude hät am Sarg geklopp“.
Michael
-
Do schüüß mer dat Kreppche durch der Kopp, dat vill bestemmp ald kenne, weil mer als Kölsche jo luuter verklöre muss, woröm hee Türm met Päädsköppe medden en der Stadt stonn:
Der Ritter vun Aducht es Baas vun ner huhgestallte Famillich un Rodsmetgleed. Zick dem Johr 1334 wonne se em Huus „zum Papagaye“, dat noh däm Dier em Familliewappe benannt un in Kölle bekannt es. Dat Huus steiht en der Olivegass, hügg de Richmodstroß, an der Eck nohm Nüümaat, alsu ganz noh bei Zint Apostele.
Em Johr 1346 weed groß Huhzigg gefiert: singe Sonn der Mengis vun Aducht hierod et Richmodis us dem huhe Huus vun Lyskirche. Et es wirklich Liebe. Un Liebe präg et Ömfeld vun de Aduchts. Et Richmodis, dat kein eige Puute kritt, deit sich met Passion öm de Ärme un Waise kümmere. Wie 1349 de Pess noh Kölle kütt, deit et sich opoffere bes et baal kapodd es. Der Mengis frög et dröm, vürsechtiger ze sin un op sich ze aachte. Et kömmert et nit. Et weiß, dat seh jet an der Föß han, un mööch deile. – Un der Häär läht schötzend sing Häng üvver et.
Wie ävver em Johr 1357 die zweite Pesswell üvver Kölle kütt, erwisch et och et Richmodis. Drei Dage häld der Mengis an singem Bedd Waach, do mäht et de Auge noch eimol op un frög en met letzter Kraff un enem letzte Hauch, der Ihring zeröckzunemme un von do an sing Liebe met enem ander Frauminsch ze deile. Dann schlüüß et de Auge un der Mengis föhlt en bettere Truur un kriesch öm et.
De Hygiene-Vürschrifte erlaube et nit, dat de Pessdude em Huus opgebahrt weede. Et Richmodis muss op der Stell fott. Der Mengis strief im dä Ring widder üvver un wellig nutgedrunge en. Et weed dä koote Wäg noh Zint Apostele gedrage. Hee kritt et ene flüchtige Sähn un weed flöck en en Dudekess gelaht, die met veer schwere Nähl verschlosse weed. Et Begräbbnis en der Familliegruff es för de nächste Dag geplant.
Sicher han de Dudegräver dä kossbare Ihring gesinn – keiner mäht de Kess vun ener Pessdude widder op. Gäge Meddernaach wolle se sich bereichere, maache dä Sarg op un weede dudverschreck: et Richmodis mäht de Auge op und säht „Mer es et esu kald.“ Die Gravräuber schreie vör luuter Kadangs un gonn – de Panik em Bleck - tirre. Dä Radau ävver beläv et Richmodis widder. Et erkennt sing Lag un schleif sich zeröck nohm Huus vun der Famillich…
Et schellt un röf nohm Mengis. Dä, vull vun Truur un Leid, weiß nit, wat loss es. Hä mein ene Geis ze sinn un schreit „Küss do nor för mich ze quäle?“ Leis wimmert et Richmodis „Bes esu god. Ich ben et doch. Ich ben nit dud, ich ben nit dud“. Verzwiefelt röf der Mengis „Bevür mi Frau zeröckkütt, weede ihter ming zwei Schimmele bovven op der Turmläuv stonn“.
Un genau do stonn se noch hügg. Et Richmodis deit si Levve lang nit mih laache, weed ävver met singem Mengis un drei Junge, die et noch kritt, glöcklich.
Un jetz, Leonardo, ich hoffe, dat Do versteihs, wat Do do eigentlich gesaht häs: Erus us der Dudelad. Op geiht et, FC, de Maue huh un gewenne! Üür Huus „zum Papagaye“ es Platz 16.
Mer. Gläuve. An. Üch.
MechelMeer informatie
Endlich wieder Köln
20 maart 2018, Duitsland ⋅ 🌧 4 °C
Es ist erst halb 12 Uhr mittags, als ich in Köln ankomme. Das erste Highlight ist wie immer schon die Einfahrt in den Hauptbahnhof, so nah am Dom vorbei. Eigentlich bin ich viel zu früh, denn mein Hotelzimmer, welches sich zum Glück direkt gegenüber des rückseitigen Ausgangs (Breslauer Platz) befindet, kann ich erst am Nachmittag beziehen. Mein Gepäck darf ich allerdings schon abgeben.
Von diesem befreit, mach ich mich auf, dahin, wo mich mein erster Weg in Köln jedesmal hinführt...genau, zum Dom. Das muss einfach sein. Darin eine Runde drehen, quasi, um Hallo zu sagen. Ich werde ja in den nächsten Tagen noch öfter herkommen, daher zünde ich noch eine Kerze an, denke an die Menschen, die ich liebe, nehme noch für einen Augenblick diese wundervolle Atmosphäre auf, die man im Dom spürt und trete wieder nach draußen.
Auf der Domplatte herrscht wie immer reges Treiben. Es gibt Musiker, diverse Straßenkünstler, unter anderem auch diese, die sich mit ihren unglaublich kunstvollen Kreidegemälden auf dem Boden verewigen. Bei einigen freskenartigen Bildern würde selbst Michelangelo vor Neid erblassen. Andere hingegen sind so genial in 3D gemalt, dass man zwischen Bild und Realität kaum unterscheiden kann.
Da sind Touristen, viele mit Fotoapparat bewaffnet, in dem verzweifelten Versuch, den Dom komplett aufs Bild zu bekommen, aber auch die, die einfach nur zum shoppen hergekommen sind.
Und ich mittendrin. Ich komme, im Vergleich zu Köln aus einer eher schmal besiedelten Gegend, und zuhause würden mich diese Menschenmassen wahrscheinlich erschlagen. Hier ist das anders. Ich fühle mich einfach nur wohl hier. Die Menschen zu beobachten, dieses Staunen in den Gesichtern beim Anblick des Doms, den viele bisher nur von Bildern oder vielleicht aus dem Fernsehen kannten und nun feststellen, dass kein Bild der Welt wirklich wiedergibt, was man fühlt, wenn man dann wirklich vor diesem Riesen steht...
einfach die Umgebung auf mich wirken lassen, mit dem Gedanken, noch 3 Tage hier sein zu können...läßt mich glücklich sein.
Die ersten Stunden vergehen schnell und ich mache mich auf den Rückweg zum Hotel. Mein Zimmer ist jetzt bezugsfertig und als ich es betrete, stelle ich erfreut fest, dass ich eines mit Blick auf die ein- und ausfahrenden Züge und sogar den Dom bekommen habe.
Mit einem Lächeln auf den Lippen genieße ich diesen Ausblick und freue mich auf die Zeit in Köln...
Bis bald
Eure RamonaMeer informatie
Frau Prof. Dr. Barbara Schock-Werner
19 maart 2018, Duitsland ⋅ ⛅ 0 °C
Begegnungen - Frau Prof. Dr. Barbara Schock-Werner, ehemalige Dombaumeisterin von Köln
Es ist Montag, der 19.03.2018, 10.00 Uhr vormittags. So langsam werde ich ein "kleines bißchen" nervös, weil ich gleich jemanden treffen werde, der von mir und ganz bestimmt von vielen Kölnern noch heute in einem Atemzug mit dem Kölner Dom genannt wird...Frau Prof. Dr. Barbara Schock-Werner, ehemalige Dombaumeisterin von Köln. Am 01.01.1999 trat die am 23. Juli 1947 in Ludwigsburg geborene Architektin, Kunsthistorikerin, Denkmalpflegerin und Hochschullehrerin, als Nachfolgerin des langjährigen Dombaumeisters Arnold Wolff und als erste Frau dieses Amt an, welches sie 13 Jahre lang ausübte, bis sie am 01.09.2012 in den Ruhestand ging.
Unter anderem haben wir ihr das Südquerhausfenster, das sogenannte "Richterfenster" zu verdanken und wenn ich ehrlich sein darf - ich finde es toll. Auch wenn seinerzeit viel darüber diskutiert wurde, ob ein solches, nicht biblisches Fenster, eine Daseinsberechtigung im Kölner Dom hat.
10:25 Uhr. Es ist soweit und Frau Prof. Dr. Schock-Werner empfängt mich sehr herzlich bei sich zuhause. Meine Aufregung verfliegt schnell in dieser angenehmen Atmosphäre. Bevor ich mit meinen Fragen beginne, fällt mir aber noch der direkte Blick auf den Dom aus dieser Wohnung auf. Einfach Phantastisch.
Meine erste Frage ist, wie es sich damals anfühlte, dieses besondere Amt anzutreten und in die Fußstapfen Meister Gerhards und dessen Nachfolger zu treten. Sie sagte, dass es, als sie das Amt antrat, schon ein Triumpfgefühl war, weil es genau das war, was sie schon immer machen wollte. Bis zu diesem Zeitpunkt lehrte Sie an der Universität in Erlangen, wollte aber gern zurück in die Praxis und als der damalige Dombaumeister Arnold Wolff, den sie da schon gut kannte, in den Ruhestand ging, bewarb sie sich für dieses Amt. Als erste Frau wohlgemerkt, was aber bei ihrer Bewerbung kein Problem darstellte. Außerdem führte bei ihrer fachlichen Kompetenz aufgrund ihrer Ausbildungen kaum ein Weg an ihr vorbei. Oder anders gesagt: Man hätte niemand besseren finden können! Es gab allerdings auch einen Moment, als sie im Chorgestühl saß und dachte: "bist du wahnsinnig, das kannst du doch überhaupt nie ausfüllen, diese Aufgabe". Diese Sorge legte sich aber bald und wie wir wissen, war sie unbegründet.
Auf meine Frage, ob es auch schwierige Entscheidungen gab, antwortete sie, dass es schon einige große Entscheidungen zu treffen gab, städtebaulich die entscheidendste war das Zugangsgebäude auf der Südseite. Gleichzeitig gab es die Störungen im Innenraum des Domes durch die vielen Turmbesteiger. Auf ihre Initiative und im vollkommenen Einverständnis mit der Denkmalpflege wurde daraufhin der uns bekannte Tunnel durch das Fundament gegraben (Heutiger Turmaufstieg und Zugang zu den Grabungen).
Eine weiteres Thema war die neue Beleuchtung. Aufgrund neuerer Gegebenheiten wird diese noch auf LED umgestellt.
Auch fiel die Verschönerung der Ostseite des Domes im Jahre 2000 schon in ihre Amtszeit.
Und dann das "Richterfenster". Sie sagte, natürlich fragt man sich im Vorfeld, ob das richtig ist, was man macht oder ob man dem Dom eher schadet, denn wenn etwas schiefgeht, muss man sich dann später doch Vorwürfe machen. Das gilt übrigens für alle anderen Entscheidungen ebenso. Aber wie wir heute wissen, war dies eine sehr gute Entscheidung, denn die Kölner lieben dieses Fenster.
Ich fragte sie weiterhin, welches ihre Lieblingsorte im Dom sind. Am schönsten findet sie es im West-Triforium, wegen des schönen Blickes durch die Kirche, auf dem Vierungsturm und auch im Chorumgang vor dem großen Fassadenriß. Und selbst der Schrein der heiligen drei Könige fasziniert sie noch immer sehr. Bei den Führungen, die sie heute noch macht, finden daher viele Superlative Verwendung, um den Dom zu beschreiben.
Ihre Aufgaben den Dom zum heutigen Zeitpunkt betreffend, beinhalten zum Beispiel, dass sie sich bereit erklärt hat, mit dem Assistenten des aktuellen Dombaumeisters, eine "Technikgeschichte des Domes" entstehen zu lassen und zwar unter den Glocken in der Läuteebene, was allgemeinhin als Abstellraum für allerhand Dinge gedient hat die sonst keinen Platz hatten und wo auch ganz viele Dinge landen (Technikgeschichte). Das macht sie ehrenamtlich, und das gerne, denn eigentlich hätte sie das schon gerne während ihrer Amtszeit als Dombaumeisterin getan, was aber mangels Zeit nicht möglich war.
Ich wollte gerne von ihr wissen, was für sie das kölsche Gefühl ist. Sie sagte, das sei zum einen das Interesse an der eigenen Geschichte, welches in Köln deutlich ausgeprägter ist als anderswo und auch, sich zu engagieren. Sich mit der Stadt zu identifizieren. Und die vielen kölschen Lieder, über Stadt und Dom, was man auch in keiner anderen Stadt findet.
Zum anderen die Freude daran, neugierig und begeisterungsfähig zu sein. Und die Kölner für irgendetwas zu begeistern, sei wesentlich einfacher, als die Menschen andernorts. Dann das Leben in der Stadt. Die Menschen hier sind urban, gehen raus unter Leute, in die Stadt, selbst an Sonntagen ist hier immer Leben. Und zu guter Letzt die Toleranz, auch Menschen zu akzeptieren, die anders sind, oder vielleicht auch einfach nur woanders herkommen.
Trotz der Nachteile, wie Ärger mit der Verwaltung oder dass die Stadt nicht die sauberste ist...überwiegt doch alles vorher gesagte.
Ob sie Karneval feiert? Ja, tut sie. Und das mittendrin. Denn, wenn man, wie sie sagt, nicht die Stadt verläßt, was die einzige Alternative sei, dann könne man gar nicht anders. Sie persönlich findet es toll, wenn diese Stadt einfach mal ein paar Tage völlig "aussteigt". Sie erinnerte sich an ihren ersten Karneval in Köln, kurz nach ihrem Amtsantritt, als alles noch fremd und dadurch auch etwas belastend war. Beim singen, klatschen und schunkeln fielen diese Belastungen schnell von ihr ab. Manche Probleme schrumpfen dann wie von selbst. Und das ist noch heute so.
Auf meine Frage nach Ihren Rückzugsorten antwortete sie, dass sie, wenn sie mal Zeit hat, gern mit dem Rad am Rhein entlangfährt. Ansonsten ist ihre Wohnung mit Blick auf den Dom ihr liebster Rückzugsort.
Was würde sie tun, wenn sie einen Tag Oberbürgermeistern wäre?
Nun, und das sagte sie mit einem Lachen, sie würde dem FC sagen, dass er den Grüngürtel nicht vollbauen dürfe. Des Weiteren würde sie jemanden einstellen, der in die nicht funktionierende Verwaltung eingreift. Und auch wenn dies bereits geschehen sein sollte, eine Wirkung dessen wäre nicht spürbar.
An diesem Punkt möchte ich euch gerne das Buch "Köln auf den Punkt" von Prof. Dr. Schock-Werner empfehlen. Darin macht sie deutlich, dass sie ihre Stadt zwar liebt, sagt aber auch, was ihr nicht gefällt. Das ist das Ergebnis ihrer Kolumne im Stadtanzeiger, die sie seit einigen Jahren mit Artikeln füllt. Aus den ursprünglich vielleicht mal 5 geplanten Beiträgen sind inzwischen ca. 70 geworden.
Ihr Verhältnis zu Köln und den Kölnern? Bei aller liebevoll kritischer Sicht auf die Stadt ist sie sehr froh, hier gelandet zu sein und hier mit den Kölnern zu wohnen, zu leben und zu arbeiten.
Ich fragte sie noch nach ihrem Gefühl, wie die Kölner ihren Dom sehen. Sie sagte, das sei ein Phänomen. Sie kennt kein Bauwerk in Europa, zu dem die Bevölkerung nicht nur der Stadt, sondern der ganzen Region ein so intensiv emotionales Verhältnis hat. Und auch von Menschen, die von außerhalb kommen, hört man immer wieder diesen Satz: "Immer wenn ich in die Stadt komme, gehe ich zuerst in den Dom". Und dann heißt es "unser Dom".
Das größte Kompliment, welches Frau Prof. Dr. Schock-Werner bekam, war, dass sie irgendwann bei den Menschen "unsere Dombaumeisterin" wurde. Kann es eine schönere Liebeserklärung der Kölner an ihre Dombaumeisterin geben?
Als ich nach dem Interview wieder auf die Straße trete, bin ich um eine sehr schöne Begegnung reicher.
Sie hat den Dom während ihrer Amtszeit geliebt und tut es noch immer. Ich habe selten einen Menschen so voller Herzenswärme, Begeisterung, Humor und einer so großartigen Ausstrahlung kennenlernen dürfen und darauf bin ich stolz. Für diese Begegnung danke ich Ihnen, Frau Prof. Dr. Schock-Werner, sehr.Meer informatie
Faszination Kölner Dom
10 maart 2018, Duitsland ⋅ ⛅ 13 °C
Meine Lieben, über den Anlaß zum Bau des Kölner Doms und dessen Entstehungsgeschichte von der Grundsteinlegung 1248 bis zur Vollendung, soweit man das so nennen möchte, denn wirklich fertig ist er nie geworden, habe ich euch berichtet. Was aber ist es heute, das uns so in seinen Bann zieht?...
Jeder, der dieses Monument betritt, spürt sofort dessen Magie und Strahlkraft, ohne sich wirklich bewußt zu sein, warum genau das so ist. Sicher ist die Größe des Doms ein Faktor, wenn man bedenkt, dass bis zu dessen Vollendung die Pyramiden von Gizeh die höchsten von Menschenhand geschaffenen Bauwerke waren. Selbst heute noch gehört er zu den größten Kirchen der Welt und für mich ist sie die schönste überhaupt.
Aber was ist es noch...
Es ist die Geschichte, die er uns erzählt. Er verkörpert die Vision eines Mannes, der schon bei Baubeginn wußte, dass er die Fertigstellung nicht erleben würde...Meister Gerhard.
Er wollte ein Stück vom Himmel auf Erden erschaffen und es sollte die größte und höchste Kirche werden, die es jemals gegeben hat, dem Himmel so nahe...
5 statt 3 Kirchenschiffe...Türme über 150 Meter hoch. Aber interessanterweise bezog er noch andere Dinge mit ein:
12 Türen - das himmlische Jerusalem hat 12 Tore, 12 Apostel begleiten Jesu.
Der Kranz aus 7 Chorkapellen - die Summe aus 3, der Dreifaltigkeit und der 4...vier Evangelisten und vier Richtungen des Himmels.
Die Länge des Doms: 144 Meter, angelehnt an die biblische Zahl 144.000...das ist die Zahl der Israeliten in der Offenbarung.
Die Gotik war die Zeit der Lichtmystik. Die Fensterflächen im Dom sind insgesamt 10.000 qm groß, was ihn zu einem Dom des Lichts macht. Das älteste Fenster stammt tatsächlich noch aus dem Jahr 1260.
Und als ob das alles noch nicht genug Magie erzeugen würde, befinden sich unter dem Mittelschiff mittelalterliche Fundamente. Spuren aus 2000 Jahren der Stadt Köln und seiner Bewohner, die hier vermutlich auch schon ihre ersten Gottesdienste im Vorfahren des heutigen Doms abgehalten haben...Wohnzimmer, die bemalt sind, sogar römische Fußbodenheizungen. Klingt etwas seltsam, denn automatisch kommen mir da Bilder von heutigen modernen Fußbodenheizungen in den Sinn.
Es ist schlicht beeindruckend. Und genau so ist es für mich im Dom. Bei jedem Schritt, den ich mache, habe ich das Gefühl, die Geschichte entführt mich in eine andere Zeit, in eine andere Welt. Eine Welt voller Mystik und Zauber.
Laßt euch auch einfach mal verzaubern, wenn ihr das nächste Mal da seid. Ich bin sicher, ihr werdet es genauso spüren wie ich...
Bis bald,
eure RamonaMeer informatie
Heinz Flohe
6 maart 2018, Duitsland ⋅ ⛅ 10 °C
Immer führt mein Weg an Dir vorbei in die Südwestecke des Stadions: Heinz „Flocke“ Flohe.
Ich selbst habe Dich nie spielen gesehen. Elf Jahre war ich, als Du Dein letztes Spiel für den 1. FC Köln gemacht hast. Zu dieser Zeit hattest Du schon zwei Jahre länger für den FC gespielt, als ich alt war.
Ich meine, dreizehn lange Jahre von 1966 bis 1979 immer nur ein Verein: 1. FC Köln. Und das ist nur die Spielerkarriere. Heute fast unvorstellbar.
Dein Denkmal – kann es schöner sein? Nicht nur die Statue allein, die 2014, ein Jahr nach Deinem Tod aufgestellt wurde. Anton Fuchs, Dein Freund, hat viel von seiner Zuneigung in sein Werk gelegt. Ich finde, das sieht man. Ein Foto aus den Siebzigern, das Dich im Spiel zeigt, war die Vorlage. Der Kopf gehoben, den Ball wie beiläufig am Fuß, richtest Du den Blick nach vorn. Suchst mit den Augen den Mitspieler, den Kameraden - oder das Tor. So stehst Du lebensgroß unter den Fans, die zum Spiel streben. Du strahlst es aus: Hier regiert der FC Köln.
Dein Denkmal ist aber noch viel größer. Letztens saß ich wieder im Stadion, es lief gut. Die Dribblings gingen schön durch die Reihen der Gegner, Pässe und Flanken fanden tatsächlich den Mitspieler. - Gut, im Abschluss haperte es etwas. - Bei einer Szene rutschte mir ein „Was für ein Kicker!“ heraus. Mein Nachbar, ungefähr 10 Jahre älter, guckte mich an, lachte und sagte „Du hast Flocke nie gesehen. Wenn der am Ball war, klebte der Ball am Fuß. Das war unglaublich. Und Pässe konnte er spielen, die gingen über das ganze Feld und dem hättest du eine Briefmarke auf den Punkt legen können, wo der Ball hinsollte.“ Seine Augen leuchteten auf einmal.
Wer Dich spielen gesehen hat, bewundert Dich noch heute. Und die Begeisterung schwappt auch auf Leute wie mich über.
In Deine Karriere fallen die Meisterschaft von 1978 und die drei DFB-Pokalsiege von 1968, 1977 und 1978 sowie zahlreiche internationale Spiele.
Aber wenn man genau hinguckt: in dieser Zeit war meistens Bayern München oder Borussia Mönchengladbach Meister. Der Titel war nicht selbstverständlich, international hat es gar nicht zu etwas gereicht. Deine Karriere war oft harte Arbeit und meist wurde diese nicht belohnt. Fast selbstverständlich hätten die Titel für Dich aber sein können. Hättest ja nur wechseln müssen, nach Gladbach oder München. Hast Du nicht. Hast lieber für Deinen Verein gespielt.
Und was würdest Du heute tun? Wechseln? Nach Bayern oder nach Gladbach? Bundesliga spielen? Oder würdest Du Dich hier in Müngersdorf auf den Platz stellen, den Ball wie beiläufig am Fuß durch die Reihen dribbeln, den Blick heben und nach dem Mitspieler suchen - oder eben nach dem Tor – von Sandhausen?
Ich will Deinen Charakter als Profi nicht überhöhen. Diese Antwort bleibt ungewiss. Deine Antwort als Fan aber ist klar, Flocke. Fans wechseln nicht. Hier regiert der FC Köln - wenn nicht auf dem Platz, dann zumindest im Herzen.
Michael
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Luuter föht minge Wäg an Dir vörbei en de Südwesseck vum Stadion: Heinz „Flocke“ Flohe.
Ich selvs han Dich nie spille gesinn. Elf Johr wor ich, wie Do Di letz Spill för de 1. FC Kölle gemaht häs. För dä Zigg hatts Do ald zwei Johr länger för der FC gespillt, wie ich ald wor.
Im meine, drücksehn lange Johr vun 1966 bes 1979 luuter nor eine Verein: 1. FC Kölle. Un dat es nor die Spillerkarrier. Hüggzedags baal unvürstellbar.
Di Denkmol – kann et schöner sin? Nit nor die Statue allein, die 2014, ei Johr noh Dingem Dud opgestallt woodt. Der Antun Fuchs, Dinge Fründ, hät vill vun singer Zoneigung en si Werk gelaht. Ich finge, dat süht mer. En Foto us de Sibbsiger, dat Dich em Spill zeig, wor de Vürlag. Der Kopp gehovve, der Ball wie beiläufig am Foß, luurs Do noh vürre. Söks met de Auge ne Metspiller, ne Kamerad - ov et Tor. Su steihs Do levvensgroß unger de Fans, die nohm Spill gonn. Do strohls es us: Hee regeet der FC Kölle.
Di Denkmol es ävver noch vill größer. Letz soß ich widder em Stadion, et leef god. De Dribblings gingke schön durch de Reihe vun de Gegner, Päss un Flanke funge ungeloge der Metspiller. - God, em Avschluss dät et nit esu fluppe. - Bei einer Szen rötschte mer en „Wat för ene Kicker!“ erus. Minge Nevvemann, wall zehn Johr älder, dät mich aanluure, laachte und saht „Dö häs der Flocke nit spille gesinn. Wenn dä am Ball wor, dät der Ball am Foß klevve. Dat wor nit ze gläuve. Un Päss kunnt hä spille, die gingke üvver et ganze Feld und däm hätts do en Breefmark op der Punk läge künne, wo der Ball hinsollt.“ Sing Auge däte op eimol leuchte.
Wä Dich spille gesinn hät, bewundet Dich noch hügg. Un die Begeisterung schwapp och op Lück wie mich üvver.
En Ding Karrier falle de Meisterschaff vun 1978 un de drei DFB-Pokalsiege vun 1968, 1977 un 1978 suwie unzällige internationale Spille.
Ävver wann mer genau hinluurt: en dä Zigg wor miestens Bayern Münche ov Borussia Mönchegladbach Meister. Der Titel wor nit selvsverständlich, international hät et gar nit för jet gereck. Ding Karrier wor off haade Arbeid un miets woodt die nit beluhnt. Baal selvsverständlich hätte de Titele för Dich ävver sin künne. Hätts jo nor wähßele müsse, noh Gladbach ov Münche. Häs Do nit. Häs leever för Dinge Verein gespillt.
Un wat wöödts Do hügg maache? Wähßele? Noh Bayern ov noh Gladbach? Bundesliga spille? Ov däts Do Dich hee en Müngersdorf op der Platz stelle, der Ball wie beiläufig am Foß durch de Reihe dribbele, der Kopp hevve un noh dinge Metspiller söke – ov evvens nohm Tor – vun Sandhause?
Ich well Dinge Charakter als Profi nit huh spille. De Antwood bliev ungewess. Ding Antwood als Fan ävver es klor, Flocke. Fans wähßele nit. Hee regeet der FC – wann nit om Platz, dann zomindes em Hätz.
MechelMeer informatie
Aachener Weiher
25 februari 2018, Duitsland ⋅ ☀️ 0 °C
Sobald das Wetter etwas schöner wird, gehört der Bereich um den Aachener Weiher zu meinen beliebten Anlaufstellen. Den Namen hat der Weiher von der nur wenige Meter entfernten Aachener Straße. Citynah und gut erreichbar kann ich hier ganz wunderbar spazieren gehen, mich irgendwo auf den Wiesen niederlassen (und Entenfreundschaften schliessen), es darf gegrillt werden, es gibt Bänke und zwei gastronomische Angebote. Sogar ein Museumsbesuch kann eingebunden werden.
Außerdem gibt es hier einen Japanischen Garten. Eltern können ihre Kleinen hier von der Hand lassen, auch einen Spielplatz gibt es hier im Grüngürtel. Manche Kölner kennen den Park auch unter anderen inoffiziellen Namen. Einige nennen den Bereich "Aachener Berg", oder was vertrauter klingt auch "Mont Klamott". Nach dem zweiten Weltkrieg wurde hier allerhand Schutt verbuddelt und so entstand diese sanfte Hügellandschaft.
Und wem haben wir das zu verdanken? Wie immer, wenn es um den Grüngürtel geht, unserem ehemaligen Oberbürgermeister Konrad Adenauer, der damals schon voraussagte, dass Köln sich entsprechend entwickeln werde und daher Grünflächen braucht. So ließ er den Weiher Anfang der 1920er Jahre anlegen. Recht hatte er. Er beauftragte sein Gespann Fritz Schumacher/ Fritz Encke mit der Planung. Diese Namen tauchen übrigens in Sachen Stadtbegrünung immer wieder auf.
Der 4 Hektar große See, kann gemütlich umrundet werden. Ungewöhnlicherweise hat dieser Weiher einen Betonboden. Klar, er ist künstlich angelegt und der Boden soll das Versickern des Wassers verhindern. Das Wasser wiederum wird vom Lindenthaler Kanal eingespeist. Es ist einfach schön hier.
Wenn man sich dann dem Ostasiatischen Museum nähert, kommt man an eine hölzerne Brücke, die übrigens keinen Namen, dafür aber eine typische Geschichte in Sachen "kölschen Klüngel" zu erzählen hat. Damals, genauer gesagt im Jahre 1998 kam raus, dass ein Sachbearbeiter jedes Jahr eine Firma mit der Ausbesserung eben dieser Brücke beauftragte. Und zwar immer mit derselben Anzahl Bohlen, die ausgetauscht werden mussten. Dies war genau ausgerechnet und blieb ganz knapp unter dem Betrag der eine Ausschreibung nötig machte. So konnte er den Auftrag einer "bestimmten" Firma "zuschustern". Der Klüngel ist einfach überall.
Ja, unser Grüngürtel ist schon etwas feines und der Bereich am Aachener Weiher sowieso. Genießt also das Leben nicht nur in der City, sondern auch in unserer grünen Lunge.
Viel Spaß wünscht euch RonaldMeer informatie
Die zweite Grundsteinlegung
20 februari 2018, Duitsland ⋅ ☀️ 3 °C
Als ich neulich einen Spaziergang über Melaten gemacht habe, führte mich der Weg an zwei für mich besonderen Gräbern vorbei, ohne zu wissen, dass diese "zufällig" an diesen beiden Plätzen liegen. Auf Melaten, bei ca. 56.000 Gräbern und einer Fläche von 435.000 Quadratmetern, ein Grab bewusst suchen zu wollen, erscheint mir recht aussichtslos, daher bezeichne ich es für mich als Glücksfall. Im ersten Grab liegt Sulpiz Boisserée begraben, im zweiten Ernst Friedrich Zwirner. Beide sind untrennbar mit der Vollendung des Domes zu Köln verbunden.
Ohne den einen, Sulpiz Boisserée, der, meinem Empfinden nach, viel zu selten in diesem Zusammenhang erwähnt wird, hätte es wahrscheinlich den endgültigen Anstoß zur Domvollendung niemals gegeben und ohne den anderen, Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner, würde unser Dom heute vielleicht nicht mehr stehen, denn die von ihm durchgesetzte Eisenkonstruktion des Dachstuhls hat dafür gesorgt, dass die zahlreichen Bomben im zweiten Weltkrieg das Dach des Domes nicht in Brand setzen konnten, was zum sicheren Einsturz geführt hätte.
Da ich mich viel mit der Geschichte unseres Domes beschäftige, hat es mich sehr berührt, vor den Gräbern dieser beiden bedeutenden Menschen zu stehen...
Wie verbunden in Köln vieles miteinander ist, habe ich beim Verlassen des Friedhofes festgestellt, als ich an einer kleinen Kapelle vorbeikam. Denn diese wurde im Jahre 1245, drei Jahre vor der ersten Grundsteinlegung des Kölner Domes durch Erzbischof Konrad von Hochstaden, ebenfalls von diesem geweiht. Das aber nur nebenbei.
Kommen wir zur zweiten Grundsteinlegung vom 4. September 1842 durch König Friedrich Wilhelm IV.
Am Südportal finden wir dazu eine im Jahr 1908 vom Dombau-Verein angebrachte Gedenktafel, die vom damaligen Dombaumeister Bernhard Hertel entworfen worden war. Ein Auszug der Rede, die König Wilhelm IV. zur Grundsteinlegung hielt, finde ich besonders bewegend:
"Der Dom zu Cöln, das bitte ich von Gott,
rage über diese Stadt,
rage über Deutschland,
über Zeiten,
reich an Menschenfrieden, reich an Gottesfrieden
bis an das Ende der Tage".
Gehen wir nun 100 Jahre zurück...
Ich erwähnte, dass Sulpiz Boisserée in Zusammenhang mit der Vollendung des Kölner Domes zu selten erwähnt wird. Letztlich aber haben wir ihm den Weiterbau zu verdanken. Er war der erste Förderer der Domvollendung. Er, der das Kaufmannshandwerk erlernt hatte, diesen Beruf aber aufgab, um sich einem Kunststudium zu widmen und dessen Lebensaufgabe zuerst die Sammlung altdeutscher Gemälde war, hatte im Jahre 1808 eine Vision...
...eine Vision, die zu einer weiteren Lebensaufgabe wurde, nämlich die Vollendung des Kölner Domes. Und er begann trotz ungewissen Ausgangs seines Vorhabens mit den Vorbereitungen. Selbst an den Ausmessungen des Domes beteiligte er sich, schrieb Gedanken nieder, zeichnete Risse. Sein Werk "Ansichten, Risse und einzelne Teile des Domes von Köln" aus demselben Jahr existiert heute noch immer als neue Herausgabe des Kölner Domes von 1979. Die Kosten hierfür liegen allerdings im günstigsten Fall bei knapp 500 Euro.
Die von ihm und ihm helfender Kapazitäten gefertigten Grundrisse legte er schon zwei Jahre später Johann Wolfgang von Goethe vor. Diese Autorität musste er überzeugen, um seinen Plan umsetzen zu können, denn davon hing ab, ob die kulturellen Kreise ihn unterstützen würden. Goethe zweifelte zuerst, da er keinen Gefallen an der Gotik fand, dennoch konnte Boisserée Hofrath Goethe für seinen Plan gewinnen und durch dessen Einfluss bei Hofe dort auch seine Zeichnungen vorstellen. Das schwerste war überstanden...und Boisserée hatte sich mit Goethes Hilfe einen Namen machen können.
Im Jahre 1814 dann die Sensation. Georg Moller, ein Freund Boisserée's, fand in Darmstadt auf dem Speicher eines Gasthauses eine Hälfte des Planes der Westfassade, sprich, der beiden Türme. Nicht wissend, was man dort in Händen hielt, wurde diese zum Bohnentrocknen genutzt. Boisserée konnte 1815 dann durch seine Beziehungen zu den in Paris ansässigen Kunsthändlern die andere Hälfte ausfindig machen. Zufall? Nein, wohl eher "höherer Wille".
Im Jahre 1813 wurde zudem der preußische, damals noch Kronprinz, Friedrich Wilhelm einer der wichtigsten Unterstützer im Gedanken an die Domvollendung. Und dennoch dauerte es weitere 30 Jahre, bis die Arbeiten zum Weiterbau wieder aufgenommen werden sollten. Eben an jenem 4. September 1842 mit der zweiten Grundsteinlegung.
Wenn ich nächstes Mal auf Melaten bin, werde ich wieder die beiden Gräber besuchen und mich im Stillen bei diesen beiden Menschen bedanken. Für alles, was sie für uns, für Köln und unseren Dom getan haben.
Bis bald, eure Ramona
Wenn euch dieser Beitrag gefallen hat, würde ich mich wieder über ein Teilen sehr freuen.
Wen das Leben des Sulpiz Boisserée weiter interessiert, dem lege ich das Buch:
"Sulpiz Boisserée und die Vollendung des Kölner Domes", erschienen bei Books on Demand, ISBN: 9783739235172 ans Herz.Meer informatie
Unser Köln, das Gallien Deutschlands
16 februari 2018, Duitsland ⋅ ☀️ 6 °C
So ein bißchen erinnern Köln und seine Bewohner tatsächlich an dieses gallische Dorf, welches wir sicher seit unserer Kindheit alle kennen. Ein Völkchen, so ganz anders, allerdings äußerst liebenswert. Allein das unterscheidet Köln ja schon vom Rest der Nation. Nicht, dass es andernorts keine liebenswerten Menschen gibt...anders eben.
Sturheit und Verbissenheit sucht man hier vergebens. Einen Topf mit Zaubertrank, aus dem jeder seine Portion Kraft schöpft, um sich dem Leben zu stellen, gibt es hier zwar nicht, aber das ist auch gar nicht nötig. Was woanders vielleicht ein Problem wäre, wird hier mit Humor angegangen, frei nach dem Motto: "et hätt noch immer jot jejange"...
Aber was ist das eigentlich, was die Kölner wie eine einzige große Familie wirken läßt? Ist es die Offenheit und Toleranz der Menschen?...die kölsche Sprache?...das gemeinsam feiern können oder die unzähligen kölschen Lieder? Ich denke, man könnte immer weiter aufzählen, aber eines ist allem gemeinsam: es ist einfach ein Lebensgefühl, eine einzige Definition hierfür gibt es nicht.
Etwas gibt es aber doch, was unser Dorf um den Dom rum von Gallien unterscheidet. Fremde sind hier jederzeit willkommen und werden nicht, wie die Römer, nach Asterix und Obelix-Art mit Schimpf und Schande aus der Stadt gejagt :-).
Im Gegenteil. Fremde werden hier schnell zu Freunden, werden ohne Vorbehalte aufgenommen.
Ich habe diese Stadt nun ein paarmal erleben dürfen und kann es nur immer wieder sagen. In Köln ist einfach alles...nein, nicht leichter, besser oder aufregender...aber anders. Ich bezeichne es gerne als ein Universum für sich und das trifft es, denke ich, ziemlich gut und jeder, der hier schon einmal war, wird verstehen, was ich meine...
Nun könnte man meinen, ich als Nicht-Kölnerin sehe das ein wenig durch eine rosarote Brille. Aber nein...auch ich weiß, dass Köln auch nicht so schöne Seiten hat. Aber dieser Stadt verzeiht man so manche Macke, wird man doch auf so vielfältige Art und Weise wieder dafür entschädigt. Sei es durch die Herzlichkeit der Menschen, durch einen Spaziergang durch die alten Gassen, den Blick auf den Rhein oder, ja, auch ihn muß ich wieder erwähnen, einen Besuch im Dom. Und nirgendwo anders kann man auf eine so lange und dramatische Geschichte eines Bauwerkes zurückblicken, wie hier.
All das ist Köln...und auch jetzt beim schreiben merke ich wieder, dass es mal wieder Zeit wird... Zeit, zurückzukommen...
Bis bald,
Eure RamonaMeer informatie
Der Nubbel!
16 februari 2018, Duitsland ⋅ ☀️ 6 °C
Wer war es? Der Nubbel!
Diese ganzen Diskussionen über den Karneval, dass er ja nur dazu dient, ein Alibi um über die Stränge zu schlagen zu haben, sind für mich total überflüssig. Natürlich tanzen und singen wir nicht nur auf unsere Lieder. Wir saufen und fressen auch und oft wird auch mehr als nur geschunkelt und gebützt. Dies - und das ist mir wichtig - aber auch nur mit Respekt gegenüber allem und jedem, der davon betroffen sein könnte. Aber der zwischenmenschliche Anstand ist nicht mein Thema heute.
Der Nubbel hält am Ende für alles her. Aber seit wann eigentlich? Die Antwort ist schwierig. Die Tradition, einen Nubbel zum Sündenbock zu machen, scheint so alt zu sein wie die Namen vielfältig. Düsseldorf nennt ihn „Hoppeditz“, „Bacchus“ heißt er im Essener und Dortmunder Raum, in Trier, einer der wenigen Städte, die ähnlich alt ist wie unser Köln, ist es der „Wuppdus“, im engeren Umfeld von Köln heißt er „Zachaies“ (oder Zacheies – vom Zöllner Zacharias) und der Begriff „Paias“ kennt man von der Kirmes.
„Du Paias“ ist übrigens auch ein Schimpfwort aus meiner Jugend. Mein Vater sagte es ab und an recht wütend in meine Richtung, wenn ich wieder besonders faul oder gedankenlos war. Oft höre ich den Ausdruck nicht mehr, aber ich denke, viele kennen ihn noch.
Der Nubbel aber, der Nubbel ist ein kölsches Wort. Man sagt, der Brauch der Nubbelverbrennung ist in den 1950’er Jahren populär geworden. Aber Autoren, die älter sind, kennen ihn auch schon. Adam Wrede beschreibt ihn kurz in seinem Wörterbuch und verlegt die Verbreitung des Ausdrucks „Nubbel“ in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Bei ihm hat er die Bedeutung „irgendwer“. „Jon bei der Nubbel“ war für ihn der Hinweis, dass er Freizeit hatte, also irgendwohin gehen konnte. „Dat wor der Nubbel“ heißt, es war irgendwer. Ja und irgendwer muss für unsere Sünden brennen.
Seit den 1990’er Jahren verbrenne ich eigentlich immer den Nubbel. Zunächst zogen wir mit dem Nubbel an der Spitze in einer großen Prozession unter Wehklagen durch die Straßen, um ihn dann vor der Kneipe zu verbrennen. Diese Tradition der Prozession habe ich in den letzten Jahren immer weniger beobachtet. Die Verwaltung hält sie für zu gefährlich und übt Druck auf die Wirte aus, die sie noch inszenieren wollen. Verständlich also, dass es weniger wird. Ich würde als Wirt auch nicht gern das Bußgeld zahlen müssen.
Schön ist, dass sich die Nubbelreden gehalten haben. Ich mag ja besonders gern, wenn sie ein wenig zusammenfassen, was Karneval im Viertel so passiert ist. Kai Maria Steinkühler ist für mich so ein Nubbelredner, der zwar kaum ein Wort Kölsch spricht, dessen Reden ich aber lange Jahre bewundern durfte. Traditionellerweise unterbrochen, weil die Straßenbahn der Linie 9 immer zu diesem Zeitpunkt durch die Menge fahren musste, weil irgendwer (im Zweifel der Nubbel) noch an Fahrpläne glaubt. Das war dann noch nie zu gefährlich. Aber gut, was wäre Köln, wenn die Verwaltung und die Menschen der Stadt mal eins wären?
Die Nubbelreden sind unterschiedlich wie ihre Redner. Mal sind sie berichtend, zusammenfassend, mal losgelöst von den Ereignissen mit schönen Wortspielerein, mal urkölsch. Eine wirklich „schlechte“ Rede habe ich aber nie gehört. Danke, Jungs und Mädels, Ihr, die Ihre Euch immer mit Fleiß und Liebe vorbereitet und uns dieses Spektakel liefert.
Und ja, wenn ich das Aschenkreuz habe, ist Fastenzeit. Der Karneval ist eng mit ihr verbunden. Ein zwei Bier noch, um sich zu verabschieden und für die schönen Tage zu bedanken und dann faste ich etwas. Dieses Jahr werde ich mein nächstes Kölsch am Ostersamstag trinken. Und Ihr?
Michael
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Wä wor et? Der Nubbel!
Dä ganze Disputeer üvver der Fastelovend, dat hä jo nor als Alibi doför deent, et Firke avzogevve, kanns de för mich en der Pief rauche. Secher dat, danze un singe mer nit nor op uns Leeder. Mer suffe un fresse och un off weed och mih wie nor geschunkelt un gebütz. Dat – un dat es mer ääns – ävver nor met Respek för allem un jeder, dä dovun betroffe sin künnt. Ävver zwescheminschliche Aanstand es nit ming Saach hügg.
Der Nubbel häld am Engk för alles her. Ävver zick wann eigentlich? Die Antwood es schwer. Dä Bruch, der Nubbel zom Sündebock zo maache, es schings esu ald wie de Name villfäldig sin. Düsseldorf tituleet en „Hoppeditz“, „Bacchus“ heiß he em Raum Esse un Dortmund, en Trier, ein vun de winnige Städt, die ähnlich ald sin wie uns Kölle, es et der „Wuppdus“, em engere Ömfeld vun Kölle heiß he „Zachaies“ (ov Zacheies vum Zöllner Zacharias) un dä Begreff „Paias“ kennt mer vun der Kirmes.
„Do Paias“ es üvvrigens och e wölle Wood us minger Jugend. Minge Papp saht es av un an rääch wödig för mich, wann ich widder ech fuul ov schuselig wor. Off hür ich dä Usdrock nit mih, ävver ich gläuve, vill kennen en noch.
Der „Nubbel“ ävver, der „Nubbel“ es e kölsch Wood. Mer saht, der Bruch vun der Nubbelverbrennung es en de 1950’er Johre populär gewoode. Ävver Autore, die älder sin, kenne en och ald. Der Adam Wrede beschriev en koot en singem Wörterboch un läht die Verbreitung vun däm Usdrock „Nubbel“ en de zweite Hälfte vum 19. Johrhundert. Beim Wrede bedüg hä „irgendwä“. „Jon bei der Nubbel“ wor för in dä Hinwies, dat he Freizigg hatt, dämnoh irgendwo hingonn kunnt, „Dat wor der Nubbel“ heiß, et wor irgendwä. Ja un irgendwä muss för uns Sünde brenne.
Zick der 1990’er Johre verbrenn ich eigentlich luuter der Nubbel. De eeschte Zigg sin mer mem Nubbel an der Spetz unger Gejöömere durch de Strooße getrocke, öm en dann vür der Weetschaff zo verbrenne. Dä Bruch vun der Prozession han ich en de letzte Johr luuter winniger gesinn. De Verwaltung häld se för zo gefährlich un üb Drock op de Weete us, die se noch inszeneere wolle. Klor alsu, dat et winniger sin. Ich dät als Weet och nicht gään dat Knöllche berappe.
Schön es, dat sich die Nubbelrede gehalde han. Ich mag jo besonders gään, wann se e bessche zesammefasse, wat Fastelovend em Veedel esu passeet es. Kai Maria Steinkühler es för mich su ene Nubbelredner, dä zwor kaum e Wood Kölsch sprich, vum däm ich ävver die Rede üvver lange Johr bewundere dorf. Traditionellerweis ungerbroche, weil de 9 luuter öm die Zigg durch dat Minschespill fahre moot, weil irgendwä (em Zwiefel der Nubbel) noch an Fahrplän gläuve dät. Dat wor dann och nie zo gefährlich. Ävver god, wat wör Kölle, wann de Stadt un de Minsche vun der Stadt ens eins wöre?
De Nubbelrede sin ungerscheedlich wie ehr Redner. Ens dun se bereechte, zesammefasse, ens lossgelüs vun däm, wat passeet es, met schöne Woodspillereie, ens urkölsch. En wirklich „schläächte“ Red han ich ävver nie gehürt. Danke, Käals un Weechter, Ehr, die Ehr Üch met Fließ un Liebe paratknuuve dot, för uns dat Spektakel zo livvere.
Un jo, wann ich et Äschekrütz han, es Fastezigg. Der Fastelovend es eng met ehr verbunge. Ein, zwei Kölsch noch, för Tschüss ze sage un mich för dä schöne Fastelovend ze bedanke un dann faste ich jet. Dis Johr weed ich mi nächs Kölsch am Pooschsamsdag drinke. Un Ehr?
MechelMeer informatie
Dachgeschichten
8 februari 2018, Duitsland ⋅ 🌙 -4 °C
Dachgeschichten - Eine Führung über das Dach des Kölner Domes
Als wir Kölschgänger vor kurzem gemeinsam die Stadt unsicher gemacht haben, stand natürlich, wie könnte es anders sein, auch unser Dom auf dem Programm. Michael hat schon recht, wenn er sagt, es sei gut, dass dieser zwischendurch abgeschlossen wird, denn es fällt mir doch oft schwer, mich von unserem Kapellchen loszureißen. Diesmal war es aber nicht einer meiner üblichen Besuche im Dom, nein, der Weg führte nach oben, denn wir nahmen an einer Führung über das Dach des Kölner Domes teil.
Da die geplante Fahrt mit dem Aufzug aufgrund des starken Windes nicht stattfinden konnte, hieß es nun, die Distanz nach oben über 240 Stufen einer schmalen Wendeltreppe zu überwinden. Ich bin mir im Nachhinein nicht sicher, welcher Weg der angenehmere ist, zumal es diese 240 Stufen im Anschluss natürlich auch wieder nach unten ging, was für mich persönlich fast schlimmer war, als der Weg nach oben. Zum Glück ging dieser allerdings in Etappen vor sich. Nachdem wir die erste Hürde, sprich ca. 100 Stufen, geschafft hatten, bekamen wir bei einem kurzen Blick nach draußen die ersten Fakten und Zahlen zum Dom von einer Mitarbeiterin der Dombauhütte, die diese Führung leitete, erklärt. Was sie im übrigen wirklich toll machte, in einer sehr interessanten und kurzweiligen Art und Weise.
Danach führte sie uns ins Triforium, von wo aus man diesen einfach nur fantastischen und unbeschreiblichen Blick in das Dominnere genießen kann. Langsam beginnt man hier, in einer Höhe von ca. 20 Metern, die Dimensionen dieser gewaltigen Kathedrale ansatzweise zu erahnen, und wieder einmal fragte ich mich, wie es möglich war, besonders zu jener Zeit, ein solch monumentales und zugleich filigranes Bauwerk zu erschaffen.
Es ging weiter nach oben...
Auf dem nun folgenden Außengang eröffnete sich uns nun die ganze gotische Baukunst des Mittelalters. Wirkt das Strebewerk von unten schon beeindruckend, verändern sich die Dimensionen, wenn man quasi mittendrin steht. Aufbau, Ausarbeitung, Verzierungen, Fialen und andere Elemente, sowie das Wissen, dass unser Dom ohne dieses Strebewerk in sich zusammenfallen würde, erzeugt nicht weniger Ehrfurcht als im Dominneren. Für mich persönlich war dieser "nahe Moment" mit "meinem" Dom etwas sehr besonderes. Allerdings wurde dort auch seine Verletzlichkeit sichtbar in Form von Schäden am Gestein, was wiederum deutlich machte, WIE wichtig diese, oft nicht gern gesehenen, Gerüste am Dom sind. Sie sind seine Lebensader, denn nur so kann man dafür sorgen, dass seine, ich nenne es mal Wunden, versorgt werden.
Die Mitarbeiterin der Dombauhütte führte uns nun ins Innere des Dachs. Wir befanden uns dort über jenen Gewölben, die wir sonst bei einem Rundgang durch den Dom von unten bewundern können, aber es gab noch weitere Besonderheiten zu sehen, wie etwa die Eisenkonstruktion des Dachstuhls, ein Modell des Baukrans aus Holz, welcher über Jahrhunderte auf dem begonnenen Südturm "thronte", (dieses Modell wurde übrigens aus eben jenem Holz des damals demontierten Originals hergestellt), ein abgebrochener Klöppel einer Glocke, weitere Arbeitsräume der Dombauhütte usw. Hier alles aufzuzählen, was man dort noch besichtigen kann, würde jetzt zu weit führen.
Langsam ging die Führung ihrem Ende entgegen, aber ein Highlight stand noch aus. Die Besteigung des Vierungsturmes. Zum ersten Turmgeschoss führte eine Stahltreppe und von dort ging es über eine alte, gußeiserne Wendeltreppe auf die Aufsichtsplattform. Der Blick von dort auf den Dom und die Stadt war atemberaubend. Und auch dort oben, in einer Höhe von ca. 70 Metern (nur kurz am Rande, die Höhe der Türme beträgt 157 Meter, wir befanden uns also nicht mal auf der Hälfte der Gesamthöhe) fanden wir eine Besonderheit vor. Einen kleinen eisernen Tisch, auf dem sich, unter einer Vorrichtung geschützt, der Trigonometrische Punkt der Europäischen Gradmessung von 1867 befindet. Bis 1891 war dieser Punkt als Nullpunkt aller Koordinaten zur Vermessung der Rheinprovinz verbindlich, seitdem übernimmt die Spitze des Vierungsturmes diese Aufgabe.
Unser Dom ist ein Wunderwerk. Von den Fundamenten bis zu den Spitzen. Ihn so erleben zu dürfen, ein Geschenk.
Bis bald, eure RamonaMeer informatie

















































