Kakaotour
5 kwietnia 2024, Kostaryka ⋅ ☀️ 32 °C
Wir folgen Don Jorge in einer Führung über sein Gelände und erfahren viel über die Kakaopflanze, Rohrzucker, Kaffee und Gewürze. Der Schwerpunkt liegt jedoch beim Kakao und der Herstellung von Schokolade. Wir dürfen selbst Hand anlegen. Czytaj więcej
Rund um unsere Unterkunft am Arenalsee
3–8 kwi 2024, Kostaryka ⋅ ⛅ 31 °C
Da der Landcruiser zu eng ist, um darin 2 Wochen zu dritt zu nächtigen, haben wir nord-westlich vom Arenalsee ein B&B mit Namen " Lucky Bug" gebucht.
Es folgen Aufnahmen vom Terrain.
Costa Rica zu dritt
2–4 kwi 2024, Kostaryka ⋅ ☀️ 30 °C
Jakob ist da! Wir genießen die Zeit, unterhalten uns, besuchen die Sehenswürdigkeiten, wandern durch den Dschungel.
Da wenig Zeit - und auch Lust - zu längerem Schreiben eines Blogeintrags besteht, werde ich die Tage nur in Bildern festhalten. Czytaj więcej
Vorbereitungen
2–3 kwi 2024, Kostaryka ⋅ ☀️ 30 °C
Jakob kommt! Wir freuen uns wie verrückt auf die 2 Wochen mit ihm und wollen, dass möglichst alles gut klappt. Deswegen geben wir Grobi in der Ciudad Toyota, einer riesigen Werkstatt in San José, ab, damit die Radlager dort noch einmal überprüft werden. Wir haben zwar jetzt ein gutes Gefühl, wollen sie jedoch den Experten zur endgültigen Absegnung vorführen. Wir verbringen 6 Stunden vor Ort mit Warten und Kaffeetrinken, zugucken oder gar mitmachen dürfen wir nicht. Das Resultat ist ernüchternd: Obwohl die Werkstatt uns mitteilt, dass jetzt alles optimal eingestellt sei (nur auf der Fahrerseite sei es ein wenig zu fest gewesen), stellen wir nach nur 30 km Fahrt fest: Die Radlager sind schon wieder zu heiß! Jaul, Jammer, Quak! Aber es nützt ja nichts, am Tag an dem abends Jakob in San José ankommt, beschäftigen wir uns morgens wieder einmal über mehrere Stunden mit den Radlagern. Leider fehlt der Schatten und der staubige Parkplatz macht uns das Sauberhalten der empfindlichen Zahnradbereiche nicht leicht. Und was soll ich sagen? Wir stellen fest, dass die Feststellmuttern beidseitig nicht fest genug angezogen sind.
Kennt sich denn keine Werkstatt mit der korrekten Einstellung aus?
Auf jeden Fall ist Grobi jetzt innen und außen sauber und wir haben die Radlager betreffend wieder ein gutes Gefühl. Jakob kann kommen. Czytaj więcej
Kaffee
27–31 mar 2024, Kostaryka ⋅ ☁️ 22 °C
Ischwhitze!
Es ist unsagbar heiß! Selbst Nachts kühlt es nicht ab, so dass das Bettlaken nass an unseren Körpern klebt. Tagsüber freuen wir uns über die Klimaanlage, während wir fahren. Steigen wir aus, sind wir Minuten später schweißgebadet. Deswegen entscheiden wir uns, die Osterfeiertage auf einer Kaffeefarm in 1800m Höhe zu verbringen, in der Hoffnung, dass es dort so kühl ist, dass wir uns bewegen mögen und den Wagen einmal gründlich reinigen können, bevor Jakob kommt.
Der Weg führt uns zunächst durch Palmölplantagen ... Monokulturen mit den bekannten ökologischen Problemen. Doch dann, mit der zunehmenden Höhe, wandelt sich das Bild: Die Hänge der Berge sind dicht mit Regenwald überwuchert, die Vielfalt der Grünpflanzen und ihrer Aufsitzer ist faszinierend! Der Weg wird schmal, wir erreichen die Wolkenuntergrenze und kurze Zeit später erleben wir den ersten Regenguss seit Monaten. Regen! Ich hätte nie gedacht, dass ich mich darüber freuen kann.
Die Kaffeefarm ist Erholung pur: Sonnig, doch im Schatten kühl, ruhig - nur Vogelgezwitscher - um uns die Kaffeeplantage mit Bananenpflanzen und Avocadobäumen durchsetzt, denn Kaffeebüsche mögen es halbschattig. Während einer Führung lernen wir:
- Arrabica ist geschmacklich besser als Robusta.
- Hochwertig wird Kaffee, wenn nur die reifen, dunkelroten Früchte verwendet, von ihrer roten Schale befreit und ungewaschen ca. 3 - 4 Wochen an der Sonne getrocknet werden, denn so können die Fruchtaromen in die Bohne wandern. Diese Zeit hat die Massenindustrie nicht. Dort wird die Bohne gewaschen, so dass sie ihren feuchtklebrigen Film verliert und anschließend maschinell getrocknet; alle gelieferten Bohnen, auch die unreifen. Solche Ware geht an Starbucks.
- Nach dem Trocknen sind die Bohnen haltbar und versandfertig. Nach dem Rösten verlieren sie mit der Zeit an Qualität. Die Bohne sollte bis 2 Monate nach der Röstung verbraucht sein. Wirkt die Bohne ölig, ist die Röstung zu lang her.
- Kauft keinen gemahlenen Kaffee, denn in ihm ist alles: Bohnen unterschiedlichster Güte, Stöcker, Rinde ... damit wird das Pulver gestreckt. Gemahlen werden sollte der Kaffee erst direkt vor der Zubereitung.
- Aufbrühen sollte man den Kaffee mit ca. 90°, nicht mit kochendem Wasser, damit die Bitterstoffe nicht ausgewaschen werden.
- Nehmt nicht die "dark"-Röstung. Sie wird bei minderwertigen Bohnen verwendet und überdeckt die Fruchtaromen.
- Kapselkaffee? Ist wegen der Umwelt abzulehnen.
- Und was ist besser, Filtern oder French press? Geschmackssache ... mehr Aroma bleibt mit dem Pressen im Getränk.
Neben diesen Informationen den Kaffee betreffend, erzählt uns Mela die Geschichte der Farm, die gleichzeitig die Geschichte Costa Ricas widerspiegelt: Ihr Urgroßvater bekam das Land - damals noch unerschlossener Urwald - von der Regierung als Lohn für den Einsatz in der Armee. Er begann als Selbstversorger und baute dann Zuckerrohr an. Als die Preise für Zucker sanken, stellte der Großvater auf Kaffee um, der Vater begann, von der Massenproduktion weg auf Qualität zu setzen. Diesen Weg baut die jetzige 4. Generation aus und versucht möglichst wenig Pestizide und keine Herbizide einzusetzen. Da der Klimawandel die Trockenzeit verlängert, bauen sie als weiteres Standbein die Unterbringung von Touristen und Pferden aus.
Jetzt habe ich einen Bruchteil der Informationen aus dieser grandiosen Führung niedergeschrieben!
Frohe Ostern! Czytaj więcej

PodróżnikWir haben noch Grüne Bohnen von Mikas Reise und rösten diese selbst ....nicht unbedingt besser, aber macht Spaß 😉

Landcruisers HorizonGrüne Bohnen sind unreif geerntet ... hat Mela uns erzählt.

PodróżnikWir haben auf Bali gerade Luwak kennengelernt. Die Farmen sind aus Tierschutzgründen abzulehnen, aber der Hype in Indonesien ist sehr groß. Es gibt Dinge, die kein Mensch braucht.
Sonne, Sand und Sympathie
17–25 mar 2024, Kostaryka ⋅ ☁️ 33 °C
Wir lassen den nächsten Tag ruhig angehen, baden unbekleidet im Fluss und frühstücken in aller Seelenruhe. Während wir abends noch Fledermäuse über unseren Köpfen beobachten konnten, sehen wir jetzt eine Horde Affen in den Bäumen und jede Menge Leguane. Die "Einheimischen" der letzten Nacht entpuppen sich als zwei europäisch anmutende Frauen, die jedoch schon aufbrechen, bevor wir Kontakt aufnehmen können.
Wir beschließen, die Nicoya Halbinsel am Pazifik zu umrunden. Dort reihen sich die schönsten Strände wie an einer Perlenschnur aneinander, nur von kurzen felsigen Abschnitten unterbrochen. Es gibt unzählige Campingplätze, Surfspots und Stellen zum freien Stehen. An der Playa Avellana entscheiden wir uns für einen Platz dicht am Strand. Wir sind die einzigen Gäste und werden spontan zum Grillen eingeladen, lehnen aber dankend ab, denn zum einen ist es so heiß, dass uns gar nicht nach Fleisch zumute ist, zum anderen ist es nicht ganz durchgegart. Das mag gut schmecken, ... .
Als es dunkel ist und wir schon im Bett liegen, wird das Tor noch einmal geöffnet und noch ein weiteres Fahrzeug parkt zügig in unserer Nähe ein. Es scheinen Einheimische zu sein, die sich auskennen.
Wenn die Vorsehung, das Schicksal oder eine höhere Macht beschlossen hat, dass Menschen einander kennenlernen sollen, diese die Gelegenheit jedoch verstreichen lassen - was geschieht dann? Sie bekommen eine zweite Chance!
Als wir morgens aufwachen, sehen wir, dass die "Einheimischen" der letzten Nacht dieselben zwei Frauen sind, die in der Nacht zuvor die "Einheimischen" waren, die mit uns am Fluss standen, jedoch so früh aufbrachen. Wir ergreifen die zweite Chance und sind uns sofort sympathisch. Marion und Sandra sind Schwestern, die zusammen erst Baja California in Mexiko und jetzt Costa Rica im Mietwagen bereisen. Wenn irgendjemand sagt, wir würden spartanisch reisen, dann hat er diese beiden entspannt-gelassenen Frauen nicht reisen sehen: Schlafen? Auf einer aufblasbaren Matraze hinten im Wagen. Dusche? Mehrere Löchlein in den Deckel einer Wasserflasche bohren, umdrehen, fertig. Kühlschrank? Wird überbewertet!
Die nächsten Abende verbringen wir gemeinsam an den unterschiedlichen Stränden der Nicoya Halbinsel, doch dann nehmen wir Abschied. Die Schwestern wollen sich bis Anfang April - dem Ende ihrer Reise - noch einiges anschauen, während wir, bis Jakob kommt, langsamer unterwegs sein werden.
Also schwitzen wir uns jetzt allein bei über 35°C Richtung Süden und freuen uns an den Ara Macaos, den typischen großen Papageien mit rot-blau-gelbem Federkleid. Wir sehen unsere ersten Krokodile - es sind insgesamt 14! Die Krokodilsbrücke ist eine vielbesuchte Sehenswürdigkeit über den Tárcoles-Fluss. Das zieht Gelegenheitsdiebe an: Der neben Grobi parkende Wagen wird um 2 Taschen erleichtert. Czytaj więcej
Pura vida, Costa Rica
13 marca 2024, Kostaryka ⋅ ☀️ 33 °C
Costa Rica empfängt uns mit warmen Armen. Ist es unsere positive Grundeinstellung diesem wunderbaren Land gegenüber oder ist das Leben hier tatsächlich leichter? Wir fühlen uns sofort so sicher, dass wir schon in der ersten Nacht am Pazifik frei stehen und entspannt den Sonnenuntergang verfolgen, gemütlich Essen gehen und trotz Wärme gut Schlafen. Am nächsten Tag gondeln wir zu verschiedenen traumhaften Buchten und ich verleite Jörg zu einer Offroadtour, die sich spektakulär entwickelt. Der Weg ist schmal und windet sich steil aufwärts. Grobi ist in seinem Element: Mit Allrad und Untersetzung krabbelt er scheinbar mühelos den Hang aufwärts. Doch dann sehen wir, dass die Strecke in einer Kurve an der Innenseite weggebrochen ist, an der Außenseite ist ein Steilhang. Grobi kommt selbstständig zum Stehen - selbstständig? ... Ja, er geht aus. Von allein. ... Da wir sowieso anhalten wollten, um die Straßenlage zu begutachten, machen wir uns noch keine Gedanken und entscheiden uns für die Weiterfahrt: Das müsste passen - vielleicht wird es knapp - ich weise Jörg ein. Doch Grobi springt nur zögernd an und bleibt nach 2m wieder stehen. Weiß er schon, dass es nicht passen wird? Oder gibt Jörg zu wenig Gas? Es ist ja immer noch sehr steil ... . Mehr Gas! Das führt dazu, dass Grobi sich widerwillig in Bewegung setzt, aber in dem Moment, in dem die Traktion am wichtigsten wäre - als das Hinterrad in der Innenkurve dem Loch nahe kommt - versagt der Wagen den Dienst und das Hinterrad rutscht unweigerlich in die Ausspülung. Der Wagen ist aus. Die Blattfedern liegen auf. Das rechte Vorderrad schwebt. Das Hinterrad hängt frei. Jetzt gibt es noch die Differenzialsperren als letzten Joker, bevor wir den Greifzug einsetzen. Während ich mich schon nach einem geeigneten Baum umsehe und überlege, wie ich am Auto vorbei komme, um den Greifzug zu holen, legt Jörg die Sperren ein und versucht den Wagen zu starten. Nichts! - Noch einmal ... ... ... . Grobi will nicht. Er hängt in misslicher Lage und weigert sich.
Das Gehirn ist ein merkwürdig Ding! Ich fühle nichts als aufsteigendes Adrenalin, als ich mich sagen höre: "Jörg, schalte mal die Dieselzufuhr vom Subtank auf den Haupttank. Der Wagen steht so schräg, dass er von hinten keinen Diesel mehr bekommt." Einen Dank von Jörg und mir an diese selbsttätige Hirnwindung. Zwar muss Jörg noch etwas den Anlasser malträtieren, bis wieder genug Sprit den Motor erreicht, doch dann ziehen das linke Vorderrad und das rechte Hinterrad den 3,5 Tonnen schweren Grobi zuverlässig aus dem Loch.
Den nächsten Tag wandern Jörg und ich im Nationalpark Ricón de Vieja am Hang einer Vulkankette. Würgefeigen säumen den Weg, unter unseren Füßen rascheln trockene Blätter, in den Baumkronen beschweren sich Affen über unsere Anwesenheit. Ein Tapir liegt unbeweglich im Unterholz, fast wären wir daran vorbei gelaufen. Auf halber Strecke bietet ein Wasserfall in ein natürliches Becken eine willkommene Abkühlung, während die brodelnden Schlammtöpfe und heißen Schwefelfumarolen bei der Hitze kaum erträglich sind. Nach über 13 km sind wir erschöpft und froh, an einem kühlen Bachlauf zu übernachten und die Fledermäuse zu beobachten. Als wir schon im Bett liegen, kommt noch ein weiteres Fahrzeug und parkt zügig in eine Nische in unserer Nähe ein. Es scheinen Einheimische zu sein, die sich auskennen. Czytaj więcej
Nicaragua
11–13 mar 2024, Nikaragua ⋅ 🌬 31 °C
Wir verlassen Honduras und erreichen Nicaragua. Das Procedere an der Grenze ist überraschend schnell überstanden, nach nur 1,5 Stunden sind wir im nächsten Land. IOverlander hat uns in diesem Fall zu Unrecht auf 3-4 Stunden Wartezeit eingestimmt. So sind wir schon mittags am Cañón Somoto, den wir erwandern, errudern und erschwimmen. Unser Führer zeigt uns Bienenstöcke wildlebender Bienen, erklärt uns die traditionelle Bauweise mit Ziegeln aus Lehm und Kiefernnadeln und schwärmt von der Orchideenblüte im May - dann seien die Canyonwände weiß von Blüten.
Den nächsten Tag wollen wir einen Vulkan besteigen, doch die Zufahrt ist geschlossen, es sei zu gefährlich. Also fahren wir weiter nach Granada und schlendern durch die alte Kolonialstadt. Ihre Blütezeit hat sie hinter sich, aber wir können sehen, dass versucht wird, mit knappen Mitteln zu renovieren und Touristen anzuziehen.
Insgesamt wirkt Nicaragua trotz der erst wenige Jahre vergangenen blutigen Niederschlagung der Proteste nach Sozialreformen des diktatorisch regierenden Präsidenten Ortega sicherer, sauberer und weniger arm als Honduras. In dem landwirtschaftlich geprägten Teil des Landes, den wir durchfahren, wächst Mais, Reis, Zuckerrohr und Tabak auf bewässerten Feldern. Alles wirkt sortiert und geordnet, als Touristen bekommen wir die Missstände nicht zu sehen. Czytaj więcej
Honduras
10–11 mar 2024, Honduras ⋅ ☀️ 37 °C
Wir reisen nicht durch Honduras, sondern rasen, deswegen werfen wir nur einen flüchtigen Blick auf das Land und dürfen uns ein Urteil nicht erlauben. Hier folgen unsere wenigen Beobachtungen bzw. Erlebnisse: Der Grenzübertritt dauert mehr als 3 Stunden, obwohl wir als einzige am Zollschalter sind. Später folgt uns ein junges Paar aus München, auch sie müssen warten.
Wir fahren durch karges Hügelland. Auf den trockenen, beige-braunen Weiden stehen magere Kühe. Der Straßenrand ist vermüllt. Neben hübschen, farbig gestrichenen, einstöckigen Häusern stehen Wellblechhütten und Häuser, die ein Gerüst aus 2m langen Söckern haben, zwischen die Lehm geschmiert wurde. Allen Häusern gemeinsam ist die Hängematte im Schatten vor dem Eingang.
Es ist drückend heiß, wir freuen uns über Grobis Klimaanlage. Da der Grenzübertritt so lange gedauert hat, entscheiden wir uns, eine Nacht in Honduras zu bleiben und stehen auf dem Gelände eines privat betriebenen Spaßbades. Am Morgen beobachte ich, wie auf dem Nachbargrundstück die Kühe gemolken werden, per Hand. Die Milch wird, als der Pickup zur Abholung kommt, einfach in blaue Tonnen geschüttet. Czytaj więcej
El Salvador
8–10 mar 2024, El Salvador ⋅ ☀️ 31 °C
Weiter, immer weiter ...
Wir erreichen El Salvador und werden warm willkommen geheißen, und das in doppeltem Sinn: Es ist tropisch heiß - auch Nachts kühlt es kaum ab - und die Menschen sind zugewandt, freundlich, aufmerksam. Das bemerken wir nicht nur an der Grenze, an der wir auf lächelnde Beamte treffen, die uns, ohne dass wir etwas bezahlen müssen, schon nach einer Stunde Richtung El Salvador entlassen. Auch das kleine Restaurant direkt an der Straße mit Blick auf den Pazifik besticht durch freundlichen Service. Am Übernachtungsplatz, einem öffentlichen Park, melden wir uns beim wachhabenden Polizisten am Eingangstor: Ja, der Ort sei sicher, natürlich könnten wir hier übernachten, nein, es koste nichts. Wir erzählen, dass wir in den Morgenstunden unser Auto - ja, die Radlager - reparieren wollen und er bietet sofort Hilfe an: Sowohl Polizei als auch Militär stünden bereit.
Für das weitere Lösen der Radlagermuttern benötigen wir nur knappe 2½ Stunden und sitzen deswegen am nächsten Morgen schon am Frühstückstisch, als eine kirchliche Gesangsgruppe auftaucht und auf dem Platz beginnt Kirchenlieder zu singen: Die Melodien sind uns bekannt, der Text kommt uns Spanisch vor.
Unser nächster Stopp liegt direkt am Pazifik. "Tortuga verde" lädt dazu ein, einfach nur abzuhängen. Dafür sind überall Hängematten befestigt. Wir baden im warmen Pazifik, sitzen im dunklen Sand, essen Fisch. Sonnenuntergang!
Morgen werden wir Honduras erreichen, San Salvador ist klein - etwa mit der Größe Hessens zu vergleichen. Czytaj więcej
Antigua, die Ehemalige
4–7 mar 2024, Gwatemala ⋅ ☀️ 25 °C
Antigua versöhnt uns mit den Misslichkeiten Guatemalas. Die ehemalige Hauptstadt des Landes wurde in der Vergangenheit mehrfach von Erdbeben und Vulkanausbrüchen heimgesucht, so dass der Regierungssitz schließlich 1776 nach Guatemala-Stadt verlegt wurde. Teile der Stadt wurden ganz aufgegeben. Das scheint dem Stadtbild im Nachhinein gut bekommen zu sein, denn es führte, da das Geld jetzt fehlte, zu einem langsamen, fast könnte man sagen "behutsamen" Wiederaufbau. Die Fassaden der meist einstöckigen Gebäude sind farbig gestrichen, dazwischen liegen malerisch die Ruinen der Kirchen und Klöster. Alle Straßen sind mit kleinteiligem Kopfsteinpflaster belegt, alles ist sauber, keine streunenden Hunde, dafür viel Grün. Hier und da gibt es Ausblicke in blumenreiche Innenhöfe, kleine Cafés finden sich an jeder Ecke, genauso wie Galerien und Museen. Wir lassen uns treiben und genießen es, durch die Stadt zu bummeln, einen Cappuccino zu trinken und die Ruinen der ehemaligen Kathedrale zu besichtigen. Die umliegenden mächtigen Vulkane, die teilweise noch aktiv sind, bekommen wir wegen des Dunstes nur selten und dann auch nur schemenhaft zu Gesicht, bedauern dies aber nicht. Wir entscheiden uns sogar gegen eine Besteigung - obwohl das sonst nicht unsere Art ist -, weil wir uns momentan körperlich selbst für die Lightvariante mit Transport bis in die Nähe des Basislagers nicht in der Lage fühlen.
Dafür nehmen wir uns noch einmal die Stellmuttern an den Radlagern vor: Diesmal werden wir sie etwas lösen, denn sie werden immer noch zu heiß.
Am Ende der Reise machen wir dann die Prüfung zum Kraftfahrzeugmechaniker für HZJ78, Spezialgebiet Radlager.
Randnotiz: Seit Beginn unserer Reise verschicken wir Gebutstagspost, die aus Kanada und den USA auch zuverlässig, wenn auch spät, die Empfänger erreichten. Aus Mexiko - seit Ende November - schicken wir die Post ins Nirvana: Nichts kommt an. Dies ist jedoch noch steigerungsfähig. In Guatemala kann man mit der staatlichen Post nichts ins Ausland verschicken. Wir haben die Karten einem uns unbekannten deutschen Pärchen mitgegeben ... vamos a ver. Czytaj więcej

Podróżnik
Dieses Foto macht neidisch. Entspannt bei Sonne im Café sitzen. Wir haben auch Sonne,5grad. Schönes Wochenende
Ich schwamm im Atitlan
4 marca 2024, Gwatemala ⋅ ⛅ 17 °C
... und schon ist unser Aufenthalt am Atitlansee Vergangenheit und wir sind in Antigua, der ehemaligen Hauptstadt von Guatemala, angekommen. Doch bevor wir uns morgen Antigua widmen, möchte ich noch einen Nachtrag zur letzten Woche loswerden.
Die Zeit am See fing eigentlich gut an, denn der Campingplatz war ausgesprochen schön, das Treffen mit Heinz und Marlies, unseren Containerbuddys, war eine reine Freude und der Sprachunterricht hat richtig viel Spaß gebracht. Da Jörg und ich mit unserem Kurs 2 Kindern 2 Monate Unterricht in der angegliederten Schule finanziert haben, fühlen wir uns mit der Wahl der Schule - es gibt unzählige vor Ort - richtig gut.
Und dennoch .... zu viel war zumindest schwierig:
Montezumas Rache hatte uns beide erwischt und das Radlager wurde bei der Fahrt zum See immer heißer und brauchte wieder einmal Zuwendung (das Thema ist auch noch nicht endgültig beendet). Das sind Probleme in eigener Sache.
Anders ist es mit dem Umfeld: Der Atitlan ist ausgesprochen touristisch. Dabei handelt es sich bei einem Großteil der Traveller um feierfreudiges Volk - jeden Abend gibt es in San Pedro ein kleines Feuerwerk - oder gestrandete Hippies, die mit selbstgebastelten Armbändern, Lederwaren oder Messingschmuck versuchen, sich über Wasser zu halten. Alles wirkt etwas schmuddelig, da ist der überall presente Hundekot noch das geringste. Ich bin leider ziemlich geruchsempfindlich. Zusätzlich ist das Leben dort verhältnismäßig teuer. Wenn man sich nicht auskennt und nicht nur die fast europäischen Preise für Ausländer zahlt, berappt der Tourist dazu auch noch Sonderzuschläge. Beispiele: Wir wollten zu dritt mit einem TukTuk eine Strecke von 1,5km fahren, der Fahrpreis für Ausländer für die Strecke beträgt normalerweise 20 Quetzales (ca. 2,40€). Er muss jedoch ausgehandelt werden. Viele Fahrer lungerten um ihre Gefährte herum. Ich sprach einen an und fragte nach dem Preis. "50 Quetzales pro Person" war die Antwort - das sind umgerechnet 18 Euro! Wir verabschiedeten uns und beschlossen zu Fuß zu gehen. Nach hundert Metern Marsch kam ein anderer Tuktukfahrer angedüst und erklärte, für 10 Quetzales pro Person würde er uns mitnehmen. Wir stiegen ein. Am Ziel verlangte er dann einen "Gepäckzuschlag" von weiteren 10 Quetzales, den ich nicht zahlte, weil ich weiß, dass die Strecke auch für weit weniger Geld gefahren wird und es nicht vorher vereinbart worden war. Nun geht es mir nicht so sehr um das Geld, sondern um das Gefühl, über den Tisch gezogen zu werden. Natürlich zahlen Touristen schon per se mehr als die ortsansässigen Maya. Das ist auch völlig in Ordnung. Aber hier ein "Speedzuschlag" für die Bootsfahrt, dort einfach mal den dreifachen Preis verlangen und für Ortsdurchfahrten Gebühren für den Müll am Straßenrand bezahlen zu müssen, den Ortsansässige verursachen, verärgert mich. Ich fragte eine Gruppe Kaffeebauern um eine Federwaage herum, ob ich sie fotographieren dürfte: 40 Quetzales (4,80 €). Da vergeht die Lust am Fotographieren.
Zusätzlich kann ich es schwer ertragen, wie die Einstellung Frauen gegenüber ist: Der Mayamann geht fröhlich voran, die Mayafrau schleppt sich und das gesamte Gepäck hinterher. Selbst mein sonst so aufgeschlossener Spanischlehrer - auch ein Maya - erklärte mir, dass Frauen ja gerne zu Hause seien und Kinder und Haushalt versorgen würden. Ich fragte ihn, ob ich dann eine Ausnahme sei. Antwort: Ja, sei ich, und Mayafrauen seien noch häuslicher als europäische Frauen. Aha! Czytaj więcej

Podróżnik
Den Haarschnitt hätte Jörg auch von mir kostenlos bekommen können :-)
Spanisch
24 lut–1 mar 2024, Gwatemala ⋅ ☀️ 26 °C
llegar - ankommen
descansar - ausruhen
aprender - lernen
contenta/o - glücklich

Landcruisers HorizonJeder Schüler hat einen nur ihm zugeordneten Lehrer und einen "Klassenraum", ein Dach auf 4 Pfosten, ein kleiner Tisch, 2 Stühle und ein Whiteboard. Das ist eine exklusive Unterrichtssituation. 😊
Fahren ...
17–23 lut 2024, Meksyk ⋅ ☁️ 27 °C
Nach Grobis Entlassung aus dem Krankenhaus am Freitag Abend um 21:00 Uhr, gönnen wir uns ein Hotel, dass wir jedoch kaum genießen können - abgesehen von einer warmen Dusche und einem mexikanischen Frühstück über den Dächern von San Miguel de Allende - weil uns Termine vorwärts scheuchen. Am 25. Februar wollen wir uns am Atitlansee in Guatemala mit unserem Containerbuddy treffen. Was, oder vielmehr, wer ist das? So wird der Partner, mit dem man sich einen Container zur Verschiffung von z. B. Autos teilt, genannt. Unsere Buddys sind Heinz und Marlies aus der Schweiz. Grobi wird also nicht von Colon in Panama nach Cartagena in Columbien fahren, da es keine Straße gibt, die beide Länder verbindet. Die offizielle Bezeichnung für diese Lücke im Straßennetz ist "Darien Gap", ein durch Drogen- und Menschenhandel gefürchtetes Gebiet.
Bevor es jedoch so weit ist, gönnen wir uns einen Tag Pause am Pazifik bei Raffi, einem Schweizer, der vor Ort Schildkrötennester vor Räubern schützt. (In Mexiko gelten Schildkröteneier als Potenzmittel ... .) Die kleinen, frisch geschlüpften Kröten lässt er dann unter Bewachung von Touristen - wir sind zu sechst - zum Meer laufen. Von den 7 Babys erreichen trotzdem nur 6 das Meer ... eine Möwe ist schneller als 2 Männer.
Die weiteren Tage fahren wir ausschließlich. Wir suchen uns nicht einmal mehr schöne Plätze. Das Elend, das wir jetzt auf der Straße zu sehen bekommen, ist kaum zu ertragen: Je näher wir der Grenze nach Guatemala kommen, desto mehr Flüchtlinge laufen auf der Straße uns entgegen Richtung USA - bei über 30°C, zum großen Teil ohne Gepäck, manche auch ohne Wasser. Meist sind es junge Männer, aber auch ganze Familien sind unterwegs. Czytaj więcej
Grobis OP
12–18 lut 2024, Meksyk ⋅ ☁️ 23 °C
Es ist Montag ... Werkstatttag! Wir rechnen mit maximal einer Übernachtung und der Weiterreise am Dienstag, aber während der OP stellt sich heraus: Grobi hat ein ernsthaftes Schultergelenksproblem! Er braucht beidseits zwei neue Gelenke. Eine einfache Knorpelglättung reicht nicht. Die beiden Operateure machen noch eine Gelenktoilette, säubern jedes noch so kleine Teil und verlassen dann das Operationsfeld. Grobi bleibt mit offenen Schultern zurück, zum Glück blutet er nicht. Selbstverständlich bleiben wir in seiner Nähe! Er soll spüren, dass wir ihn in dieser Situation nicht allein lassen. Denn Endoprothesen für unseren Gefährten zu bekommen, gestaltet sich schwierig. David, der Werkstattleiter, verbringt Stunden am Computer und Telefon. Wir betätigen uns indes als Krankenschwestern: Waschen den Patienten gründlich von Innen, kontrollieren den Energiezustand, hängen ihn an den Solartropf und entdecken eine Undichtigkeit im Kühlkreislauf - nicht, dass Grobi auch noch Fieber bekommt. Endlich, am Mittwoch, erhalten wir die erlösende Nachricht: Die OP kann am Freitag zu Ende geführt werden, morgens früh sollen die Prothesen geliefert werden.
Und tatsächlich: Am Freitag Abend gegen 21:00 Uhr rollen wir mit einem vollständig Genesenen wieder vom Hof. Czytaj więcej

Podróżnik
Doppelzimmer mit Herbert. Die beiden haben sich bestimmt super unterhalten und viele Geschichten zu erzählen gehabt. Hoffentlich hat Herbie nicht geschnarcht....

Landcruisers HorizonHerbi war aufgebockt, um einen Dekubitus zu vermeiden. Er schien schon länger dort zu sein. Grobi war überrascht, wie alt die Patienten um ihn herum waren. Der älteste hatte 83 Jahre auf dem Buckel. Geriatrie ... da findet man keine jungen Elektrohüpfer 😂
Ein perfekter Tag!
8–9 lut 2024, Meksyk ⋅ ☀️ 28 °C
Nachdem uns morgens schon das Vanilleerlebnis erfreute, soll es den heutigen Tag über so fulminant weitergehen:
Wir fahren nur wenige Kilometer bis El Tajín, eine weitere Ruinenstadt mit bedeutenden Pyramiden. Da wir ein bisschen "pyramidensatt" sind, fahren wir den Ort eigentlich nur an, weil er fast auf unserem Weg liegt. Die erste Überraschung wartet schon auf dem Vorplatz: Voladores sitzen zum Fallenlassen bereit auf der Stange, als wir auftauchen. Wir bekommen das Spektakel also doch noch zu sehen. Die gesamte Karusselvorführung dauert über 3½ Minuten und war früher möglicherweise ein Fruchtbarkeitsritual, jetzt jedoch eine gute Einnahmequelle. Spenden nicht nur erbeten, sondern eingefordert.
Die Ruinen von El Tajín sind uns dann von Bildern her schon bekannt und wir sind zum zweiten Mal überrascht: "Ach, hier sind diese Nischenpyramiden!" Obwohl momentan nur die Hälfte des Geländes für Besucher zugänglich ist, erscheint uns dieser geöffnete Teil schon riesig. Neben den Pyramiden sind bisher 17 Ballspielplätze aus den Fängen des Dschungels befreit worden.
Weiter geht es zu einem klitzekleinen Campingstellplatz neben einem Restaurant. Und obwohl das Lokal gerade geschlossen hat, wird nur für uns doch noch schnell Fleisch gebraten und mit Käse überbacken. "¡Muchas gratias!"
Der Verdauungsspaziergang führt uns an eine heftig schaukelnde Hängebrücke mit Blick auf einen Wasserfall: Wildromantisch! Erst nach Sonnenuntergang sind wir wieder am Wagen und lauschen im Bett liegend den Klängen einer mexikanischen Band (mit Tuba und Zieharmonika), die bei einem Fest in der Nähe aufspielt: Südtiroler Musik mit spanischem Text. Sehr lustig! Czytaj więcej

Podróżnik
Hab ich gestern bei Galileo gesehen,die lassen sich fallen und drehen dann langsam bis zum boden

Landcruisers HorizonSiehste! Kannste auch bei mir sehen! Hab ja 'nen Film gemacht. 😊
Vanille
8–9 lut 2024, Meksyk ⋅ ☀️ 22 °C
Wir verbringen ein paar Tage im Hotel. Jörg erholt sich und ich lese und plane, welcher Grenzübergang Richtung Guatemala sicher ist, denn in Chiapas gibt es gerade Auseinandersetzungen zwischen Drogenkartellen und da wollen wir nicht zwischen die Fronten geraten. Aber nach 3 Tagen bin ich sehr froh, dass Jörg wieder reisebereit ist und so fahren wir weiter. Die erste Etappe nach der Zwangspause führt uns am Pazifik entlang. Jörg hat eine rumpelige, einsame Straße zu einer möglicherweise malerischen Bucht ausgewählt, die nach einiger Zeit abrupt abbricht ... da hat in einem Sturm das Meer die Straße mitgenommen. Da viel Müll am Strand liegt, wollen wir sowieso nicht bleiben und ich wende vorsichtig, um nicht entweder der Abbruchkante zu nahe zu kommen oder Grobi im Sand einzugraben. Wir stehen gerade wieder abfahrbereit, erscheint ein alter Chevrolet, dessen Fahrer ganz cool in einem Zug versucht zu wenden und sich prompt festfährt. Nachdem er schon feststeckt, gibt er weiterhin kräftig Gas, was ihn nur Richtung Erdmittelpunkt bringt. Ich fahre in eine geeignete Position, um ihn freizuschleppen, doch es zeigt sich, dass er keine Abschleppöse hat. Wie gut, dass wir mit Sandblechen und Schaufel helfen können. "¡El cielo te envía!" "De nada."
In Papantla wollen wir die Voladores sehen, eine Art indigene Mutprobe, bei der sich vier Männer hinterrücks von einer etwa 30m hohen Stange fallen lassen und unter Flötenmusik langsam um die Stange kreisend zu Boden schweben. Leider findet das Spektakel entgegen den Angaben des Lonely Planet nur am Wochenende statt. Also machen wir uns zu unserem nächsten Schlafplatz auf, einem abseits gelegenen Campingplatz und treffen dort - wieder einmal - auf einen Menschen, der für seine Sache brennt: José liebt Vanille! Er spricht zwar nur Spanisch, führt uns aber fast 2 Stunden über sein dschungelartiges Gelände und erklärt Geschichtliches - die Franzosen haben die Orchideenpflanze im Jahr 1822 nach Madagaskar gebracht - genauso wie Biologisches - die Bestäubung übernehmen neben Kolibris eine spezielle Fliegenart, die die Franzosen nicht mit nach Madagaskar brachten, weswegen dort per Hand und Holzstäbchen bestäubt wird - . Es ist später Vormittag und mir schwirrt der Kopf von so viel Spanisch hören, verstehen und reden, als wir uns nach El Tajín aufmachen. Czytaj więcej
38,8°
2–5 lut 2024, Meksyk ⋅ ☀️ 29 °C
Wir überqueren die Sierra de Juárez mit dem Ziel Tlacotalpan, denn dort gibt es das "riesige Candelaria-Fest, bei dem Stiere durch die Straßen getrieben werden"(Lonely Planet). Wir werden zwar zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, von dem Fest aber so gut wie nichts erleben. Doch der Reihe nach:
Noch in Oaxaca versuchen wir zum ich-weiß-nicht-wie-vielten Male von der Werkstatt zu erfahren, wann die Dichtungsringe denn nun in San Miguel de Allende ankommen. Da die Antworten vage bleiben, wenden wir uns an den Besitzer Matthias, der gerade in Deutschland weilt, und beschweren uns. Das ist insofern bemerkenswert, da wir äußerst ungern ungemütlich werden. Aber es hilft! Matthias wird die Ersatzteile, die tatsächlich noch nicht bestellt sind, von Deutschland mitbringen, so dass der Rückkehr- und Reparaturtermin jetzt endlich steht: 12.02. . Dadurch können wir die Reiseroute zurück planen und da Jörg gerne den Golf von Mexiko sehen möchte, geht es also gen Norden und in die schon erwähnte Welterbestätte Tlacotalpan. Der Weg dorthin führt über eine wunderbar gewundene Passstecke, dem Jaufen ähnlich, doch mit 220km fast 6× so lang. Nach wochenlanger Trockenheit von Himmel und Erde mit viel Staub und graubrauner Farbgebung in der Natur, empfängt uns die Nordseite ausgesprochen feucht und mit sagenhaften Grünschattierungen: Farne groß wie Bäume, Flechten lang wie Bärte und überall Tillandsien. In der Ebene geht die Fahrt durch Zuckerrohrfelder. Die Ernte ist in vollem Gange, die Erntewagen beeindruckend lang und hoch beladen.
In Tlacotalpan angekommen, werfen wir uns in das jahrmarktartige Getümmel, gehen Essen und stehen in Erwartung eines Stieres am Straßenrand, da sagt Jörg: "Irgendwie geht es mir nicht gut ... können wir nach Hause gehen?" Nun neigt Jörg nicht zum wehleidigen Rumquaken, also ist sofort klar: Kein Stier, zurück zu Grobi! Das Fieberthermometer zeigt 38,8°C. Czytaj więcej
Brüder im Geiste
29–31 sty 2024, Meksyk ⋅ ☀️ 23 °C
Wir sind auf dem Weg nach Oaxaca (sprich: Oachaka), denn dort soll es archäologische Stätten, jede Menge Kunsthandwerk und Mezcal geben. Nun sind weder Jörg noch ich als Schnapsliebhaber bekannt, wenn wir aber im Land des Tequilas sind, sollten wir doch wenigstens ein bisschen darüber lernen.
Nach der Kultur - wir besuchen zuerst Monte Albán - fahren wir einen Campingplatz an, dessen Besitzer Mezcal selbst brennt. Tony erklärt uns, dass Tequila nur aus einer einzigen Agavensorte - der Agave azul - hergestellt wird, Mezcal aus 25 verschiedenen Agaven gebrannt werden kann und Pulque nur vergorener Agavensaft ist. Also sind Pulque, Tequila und Mezcal Brüder im Geiste. Dann fragt Tony: Wisst Ihr, was "brennen" heißt? Im Nu kramt mein Hirn aus der hintersten Windung mein Wissen über Whisk(e)y-Herstellung aus einer feucht-föhlichen Fortbildung im Rathaus von Altenholz hervor. Richtig!, lobt Tony das Schulmädchen und schenkt uns jetzt von seinem Erzeugnis ein. Wir sollen nur nippen, denn das hier sei sein großartiger Brand, den dürfe man nicht einfach so herunterkippen. "Jeder nur einen wönzigen Schlock", denke ich und probiere vorsichtig bis ängstlich, denn ich mag das Brennen von Gebranntem im Hals nicht. Doch es gibt eine Überraschung: Tonys Mezcal ist eine Offenbarung! Aromenreich ohne Kratzen im Hals. Ich muss mich gar nicht schütteln! Es folgt eine zweistündige Fortbildung in Sachen Mezcal. Tony ist glühender Mezcalbrenner. Nein, er verkaufe eigentlich nichts, er brenne nur für den Eigenbedarf ... wir dürfen eine Flasche "von dem Guten" - nicht verschnittenen - erstehen. Wir fühlen uns geehrt.
Am nächsten Tag besuchen wir Oaxacas Innenstadt mit dem Taxi - nach Empfehlung Tonys. Dies erweist sich als guter Rat, denn es gibt keine Parkplätze. Wir schlendern durch Galerien, Handwerksläden und die Kirche. Ich kämpfe mich durch eine Mole negro, das kulinarische Markenzeichen der Stadt: Eine schokoladig-braune rauchig-scharfe Soße, die über Fleisch und Reis gegossen wird. Sie macht auf jeden Fall satt.
Zur Abrundung unseres Besuches fahren wir noch ins Valle Tlacolula, bestaunen den dicksten Baum der Welt in Tule, bewundern und kaufen Teppiche im Weberdorf Teotitlán, um schließlich nach überwinden einer Pass-Straße nach Hierve El Agua zu gelangen. In dem Ort haben mineralhaltige Quellen Gesteinsformationen geschaffen, die wie riesige gefrorene Wasserfälle aussehen. Ich bade allerdings nicht in den Pools, da mich einer von Tonys Hunden angeknabbert hat. (Wer ist auch so blöd und rennt, wenn Hunde in der Nähe sind. Das ist doch das eindeutige Zeichen für "Die Jagd ist eröffnet!") Czytaj więcej

Landcruisers HorizonNur einen Hauch von Schokolade, die Farbe kommt eher von den Tomaten (geräuchert, getrocknet, verbrannt?)

Landcruisers HorizonWenn die Typen da sind, kannst du dich entspannen! Das Militär steht hier für Sicherheit.
Wunder
25–27 sty 2024, Meksyk ⋅ ☀️ 14 °C
"Nachts, im Mondschein, lag auf einem Blatt ein kleines Ei." (Eric Carle) Und das, was daraus nach dem Entwicklungszyklus entsteht, ist für sich allein schon ein Wunder. Dem Monarchfalter jedoch ist das nicht genug: Im Frühjahr schlüpft der Schmetterling in Texas und fliegt nordwärts. Er legt seine Eier auf Milkweed, der Futterpflanze der Raupe, und stirbt. Auch die nächste Generation fliegt nordwärts und genauso die dritte. Die vierte Generation fliegt von Kanada und dem Norden der USA kommend südwärts, legt unterwegs noch eine 5. Generation und erreicht mit dieser letzten Generation zusammen im November und Dezember desselben Jahres Mexiko. Dort überwintern sie und paaren sich am Ende des Winters, wobei das Weibchen die Spermien in einer Extratasche bis Texas trägt und dort erst die Befruchtung und dann - wie zu Beginn des Zyklus' - die Eiablage stattfindet. Schon genug des Wunders? Nein! Der Mariposa findet in Mexiko in den Bergen in über 3000m Höhe, ohne ihn zu kennen, den seltenen Oyamelbaum, eine Tannensorte, die ein bemerkenswertes Kleinklima aufbaut: Gibt es Nachtfröste erwärmt sich der Stamm. Dies schützt die Monarchfalter vor dem erfrieren. Wird es tagsüber zu warm, kühlt sich das Mikroklima um den Baum herum ab. Dadurch überhitzen die Falter nicht. Woher wir das wissen? Ein Wunder!
Wir steuern ein abgelegenes Dorf an, dessen Monarchfalterkolonie zwar klein, aber nicht so viel besucht sein soll. Die Häuseransammlung erscheint uns wie ausgestorben. Der Campingplatz ist geschlossen. Die einzigen Menschen, die wir sehen, während wir mit Grobi durch den Flecken kurven, sind eine Frau und ein junger Mann in einem weißen VW- Käfer. Sie scheinen uns zu folgen. Vor einer Mauer, hinter der wir ein B&B vermuten, halten wir an. Der Käfer ebenso. Alle steigen aus und wir lernen Estela Romero kennen. Sie ist Expertin für Monarchfalter und Umweltpädagogin. Ich glaube im gesamten Umland gibt es niemanden, der diese warmherzige Frau nicht kennt. Unser Glück ist grenzenlos: Sie lädt uns zu einer Führung in die diesjährig größte Schmetterlingspopulation mit ihr und Ben, einem Lehrer aus den USA, am nächsten Tag ein. Und nicht nur das: Sie ermöglicht es uns, auf dem Gebiet der indigenen Gemeinschaft in der Nähe einer weiteren Falterkolonie auf etwa 3000m Höhe zu übernachten.
Wir sehen und lernen noch viel mehr an diesem außergewöhnlichen Tag mit Estela - über Silberminen, das Gift der Seidenpflanze (und wie es den Falter schützt), die Gefahren für den Mariposa durch Klimawandel und Sturm, Estelas Heimatstadt, die indigene Gemeinschaft, ... . Wir sind euphorisiert durch diesen Tag. Czytaj więcej
Sammelsurium: Bilder von Mexiko
20–24 sty 2024, Meksyk ⋅ ☁️ 10 °C
Vor dem Tor der archäologischen Stätte in Tula befindet sich ein kurzes Stück Straße mit Parkplätzen vor der Mauer eines Instituts. Die Gasse mündet in eine Hauptverkehrsader. Laut IOverlander sind die Stellplätze zum Übernachten geeignet. Allerdings haben sich die Bedingungen geändert: Kurz nach Sonnenuntergang verscheucht uns ein Wachmann von unserem Platz und riegelt hinter uns das Sträßchen ab! Kein Schlafplatz! Keine ländliche Idylle in der Nähe! Kein Tageslicht! Der nächste Overlanderplatz ist über 30 km entfernt. Das klingt nicht viel, doch das Fahren auf Mexikos Straßen birgt - vor allem bei Nacht - seine Tücken: Hunde, Kühe und Esel auf der Fahrbahn ist das eine, das andere sind Schlaglöcher von z.T. 20 cm Tiefe (und mehr) und das Gegenteil vom Schlagloch, der Tope - eine Hindernis aus Asphalt, das quer zur Fahrbahn die Autofahrer zwingt, bis zur Schritt-Geschwindigkeit herunter zu bremsen. Übersieht ein Autofahrer einen Tope und wird nicht langsam, riskiert er das Aufreißen des Unterbodens beim Aufsetzen auf den Asphalt. Nach einer Stunde herumirren, stoppen wir letztendlich irgendwo auf einem Feld vor einer Baumgruppe und legen uns schlafen. Hundegebell über Nacht und Hahnengeschrei am frühen Morgen begleiten uns durch unsere Träume.
Am nächsten Tag brauchen wir einige Zeit, bis wir eine schnell befahrbare Straße erreichen. Die Aufnahmen von dieser Strecke zeigen viel vom ländlichen Mexiko: Esel am Straßenrand, ein Schafhirte mit Machete an einer Kirchenmauer, Menschen hoch zu Ross, Garküchen mit winzigem Laden, ungeordnete Friedhöfe, trockenes Gelände.
Wir erreichen San Miguel de Allende, besuchen den botanischen Garten und lassen Grobi in einer offiziellen "Wagenwäscherei" säubern.
Am Montag fahren wir die Werkstatt von Matthias an, in der der HZJ nach über 20 000km durchgecheckt werden soll. Wir freuen uns, alle unsere Fragen an Matthias auf Deutsch stellen zu können und sind entsprechend erheblich enttäuscht als wir feststellen, dass ihm zwar die Werkstatt gehört, seine Mitarbeiter jedoch nur Spanisch sprechen und er selbst nicht zugegen ist. Google- Übersetzer und DeepL werden mit Fachbegriffen aus dem Kraftfahrzeugbereich malträtiert und es gibt überraschende Verwirrungen auf beiden Seiten: Dichtung - la poesía? el juego de juntas - das gemeinsame Spiel? Es dauert lange, bis wir glauben, dass alle Unklarheiten beseitigt sind und Grobi wieder fahrbereit ist. Die Vereinbarung lautet: Die Werkstatt bestellt den Satz Dichtungen und meldet sich bei uns, wenn der Liefertermin bekannt ist. Daraufhin werden wir dann nach San Miguel de Allende zur endgültigen Reparatur zurückkehren, können jetzt aber aufbrechen. Vamos a ver. Czytaj więcej
Pirámide, Pirámide
18–21 sty 2024, Meksyk ⋅ ⛅ 22 °C
Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Mexiko ist Teotihuacan, ein ausgedehntes, archäologisches Areal, das schon vor der Besiedelung durch die Azteken von den ursprünglichen Erbauern verlassen worden war. Als Ursache für den Zusammenbruch der multikulturellen, voraztekischen Kultur wird eine klimatische Veränderung angenommen, die ich im Geschichtsunterricht als "kleine Eiszeit" im Europa des 6. Jahrhunderts n. Chr. kennengelernt habe. Das Klima hatte schon immer globale Auswirkungen.
Mehrere Stunden verbringen wir auf dem Gelände, gehen an der Sonnenpyramide, die die drittgrößte Pyramide der Welt ist, entlang und wandern auf der Avenida de los Muertos bis zur Mondpyramide, die zwar deutlich kleiner ist als die Sonnenpyramide, aber etwa die gleiche Höhe erreicht, weil sie auf höherem Terrain steht. Leider ist es nicht mehr erlaubt, die Pyramiden zu besteigen. Bei der ungeheuren Anzahl der jährlichen Besucher - bis zu 4,1 Millionen - können wir das Verbot gut verstehen. Wir laufen statt dessen zum Tempel von Quetzalcóatl, einer Gottheit, dessen Name aus der Sprache der Nuahatl mit "gefiederte Schlange" übersetzt wird, und bekommen so einen Eindruck von der Ausdehnung der Stadt, von der erst 5% ausgegraben worden sein soll. Im Museum bestaunen wir die filigranen Figürchen und die unzähligen Artefakte.
2 Tage später erreichen wir Tula, eine weitere archäologisch interessante Stätte. Auch hier finden sich eine Pyramide, Ruinen von Palästen, Ballspielplätze, Säulen und Statuen, so dass man denken könnte, die Plätze beginnen austauschbar zu werden, doch dem ist nicht so. Die Atmosphäre unterscheidet sich deutlich: In La Quemada waren wir im sanften Abendlicht allein, in Teotihuacan verkauften Händler auf der "Straße der Toten" alle möglichen Souvenirs und machten mit Pfeifen und Fauchen auf sich aufmerksam und Besucher waren überall. In Tula weht ein Hauch von Spiritualität: Eine indigene Gruppe tanzt zu immer wilderen Trommelklängen geradezu ekstatisch auf dem Platz vor der Pyramide, die hier bestiegen werden darf. Während Jörg schon die Krieger-Atlanten auf der Spitze der Pyramide fotografiert, gerate ich in den Bann der Tänzer. Erst mache ich noch möglichst unauffällig ein kleines Video, denn es handelt sich eindeutig nicht um eine Veranstaltung für Touristen, doch dann sitze ich und schaue zu, wie die langen Federn des Kopfschmuckes sich rhythmisch wiegen; höre, wie die Schläge des Trommlers immer kräftiger und schneller werden und die Rasseln an den Beinen lauter; rieche den eigentümlichen Geruch des Rauches aus den Schalen am Rand. Eine Zeremonie zwischen den Tänzen sieht wie eine Segnung aus. Ich würde die Bedeutung gerne verstehen. Czytaj więcej

PodróżnikI was lucky enough to go decades ago when you could still climb the pyramids, but I’d love to see them again. What an amazing trip you are on!! We’re so jealous!!! Thanks for posting photos! 🤗🥰
Grutas Tolantongo
15–18 sty 2024, Meksyk ⋅ ☀️ 27 °C
Seit ein paar Tagen wissen wir, dass wir am 22.01., also Montag in einer Woche, einen Werkstatttermin für Grobi in San Miguel de Allende haben. Bevor wir Zentralamerika erreichen, wollen wir den Wagen einmal durchchecken lassen. Nach ca. 20000 km ist das auch dringend nötig. Allerdings müssen wir, weil der Termin so spät liegt, unsere Reiseroute verändern und erst einmal Richtung Südosten zu den Grutas Tolantongo fahren, danach die Pyramiden in Teotihuacan und zum Schluss die archäologische Stätte in Tula besuchen, bevor wir zur Werkstatt nach San Miguel de Allende zurück nach Nordwesten fahren. Da stellt sich die Frage, ob nicht auch eine andere Werkstatt eine Option gewesen wäre, um unnötiges Fahren zu vermeiden. Allerdings ist der Besitzer Deutscher, so dass - so denken wir - die Sprachbarriere wegfällt und wir das Innenleben unseres blauen Gefährten besser begreifen.
Zuerst also die Grutas Tolantongo, deren heutiger Name wahrscheinlich aus einem Schreibfehler herrührt. Ursprünglich hieß die Grotte samt Fluss Tonaltongo, ein Name aus der indigenen Sprache Nahuatl, der mit "wo man sich warm fühlt" übersetzt werden kann. Das passt sehr gut, denn das Wasser im Fluss und in den Becken ist durch natürliche Gegebenheiten angenehm warm. Ein Journalist, der dieses kleine Paradies in einer Zeitschrift 1975 beschrieb, verwechselte 2 Buchstaben. Seitdem heißt die Schlucht Tolantongo.
Erstaunlich ist aber nicht nur die Namensänderung. Das Gebiet gehört 112 Familien, die es gemeinsam nach kommunistischen Zügen verwalten und bewirtschaften: Diejenigen, die dort arbeiten, verdienen zwar je nach Tätigkeit unterschiedlich viel Geld, die Aufgabenfelder wechseln jedoch reihum, so dass jeder im Laufe der Zeit mal mehr Verantwortung (und auch mehr Geld) hat und mal weniger. Dieses Prinzip ist in Mexiko einzigartig.
Wir fühlen uns jedenfalls rundum wohl und verlassen diesen wunderbaren Ort nur schweren Herzens ... dafür aber auf einer ausgesprochen schönen, einsamen Piste. Czytaj więcej
Allein!
12–14 sty 2024, Meksyk ⋅ ⛅ 23 °C
Die Nationalparks in den USA waren alle sehr gut besucht, so dass wir vollkommen überrascht sind, als wir den Parque National Sierra de Organos erreichen: Wir sind die einzigen Besucher! Wir streifen durch das Gelände, das Drehort einiger Western war, und erwarten, dass John Wayne auf einem Pferd um eine Gesteinsformation herumreitet, bleiben jedoch allein, abgesehen von Echsen und Insekten.
Dafür wird unser Übernachtungsplatz überaus bevölkert. Aber das ist auch zu erwarten, wenn man auf Cerro de la Bufa, dem Berg und Wahrzeichen von Zacatecas schläft. Es ist Wochenende, da feiern viele Mexikaner bis tief in die Nacht bei lauter Musik und genießen den Blick über ihre Stadt. Hätte der wachhabende Polizist uns nicht neben seine Stube gewunken, damit er besser auf uns aufpassen kann, wären wir wahrscheinlich trotz Dunkelheit geflohen. So aber sehen wir den Sonnenuntergang über Zacatecas und nutzen die blaue Stunde für viele Fotos.
Am nächsten Tag besuchen wir El Edén, eine alte Silbermine direkt unter der Stadt. Der extra für uns herbeitelefonierte englischsprachige Führer zeigt und erklärt uns, unter welch' unmenschlichen Bedingungen die indigenen Sklaven das Edelmetall für Spanien aus dem Fels herausmeißeln mussten. Es waren Lebensbedingungen, die eher Sterbensbedingungen ähnelten - täglich kamen bis zu 5 Menschen von den 1000 schufftenden Sklaven ums Leben.
Beeindruckt und bedrückt von der Tatsache, dass Menschen unmenschlich sein können, tingeln wir durch Zacatecas, besuchen die Kathedrale und sehen für mexikanische Verhältnisse Alltägliches, das bei uns unmöglich wäre.
Noch am selben Tag verlassen wir die Stadt und erreichen "La Quemada", eine archäologische Stätte, die etwa zur Zeit der Wikinger als Handels- und religiöses Zentrum Bedeutung erlangte. Noch vor der Machtübernahme der Azteken brannte die Stätte ab, daher stammt der heutige Name, dessen Übersetzung "die Verbrennung" lautet.
Wir sind allein, keine weiteren Besucher lassen sich blicken! Wir klettern über die alten Gemäuer und genießen es, im sanften Abendlicht die Pyramide zu erklimmen.
Der Pförtner erlaubt uns, direkt vor dem Eingangstor zu übernachten. Czytaj więcej
Von Mazatlan nach Durango
9–14 sty 2024, Meksyk ⋅ ☁️ 23 °C
Die Fähre erreicht am frühen Morgen den Hafen von Mazatlan, so dass wir den ganzen Tag Zeit haben, die Stadt zu erkunden, bevor wir uns dann Richtung Durango in die Sierra Madre aufmachen.
Wir besteigen den Berg, auf dem der Leuchtturm von Mazatlan steht, und amüsieren uns über die Geschäftstüchtigkeit der Mexikaner: Um die Glasbodenplattform oben auf dem Berg betreten zu dürfen, muss am Fuß des Berges ein Ticket gelöst werden. Da der Aufstieg steil ist und mindestens eine halbe Stunde benötigt, kaufen alle vorsorglich eine Zugangsberechtigung; sie ist mit umgerechnet 1,50€ für uns auch nicht teuer. Oben angekommen, entpuppt sich die Aussichtsplattform als ziemlich mickrig, aber immerhin dürfen wir mit 8 weiteren Touristen drei Minuten auf ihr verweilen. Mit der Trillerpfeife werden die Zeiteinheiten vom Wächter getaktet.
Ein richtiges Highlight ist dagegen die Altstadt von Mazatlan: Bunt gestrichene Häuser, viele Bäume, einladende Restaurants! Ich esse das erste Mal in meinem Leben Marlin - ein Hochgenuss.
Anschließend geht es hoch ins Bergland. Wir nehmen die gewundene mautfreie Strecke, weil wir so über eine kurze Rumpelpiste in einen Washout (Arroyo) zum Übernachtungsplatz finden. Ein Blick auf die Wettervorhersage für die Sierra Madre sagt uns, dass das Flussbett trocken bleiben wird.
Am nächsten Morgen wechseln wir auf die Autobahn nach Durango, da dort die höchste Schrägseilbrücke des amerikanischen Doppelkontinents - Puente Baluarte - auf uns wartet. Das Bauwerk ist mit ca. 400m Höhe und einer Länge von rund 1,2km ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Wir sind begeistert.
Unser nächster Schlafplatz überrascht mit einer ausgesprochen anspruchsvollen An- und Abfahrt: mit Rinnen versetzt, schmal, steil und steinig brauche ich 45 Minuten abwärts. Den Stausee, der das Ziel sein sollte, können wir nicht erreichen, da am Ende auch zu Fuß kein Durchkommen mehr ist. Bei der Rückfahrt bergauf springt ein Baum nicht rechtzeitig zur Seite und rammt Grobi mit einem Ast. Das Geräusch ist hässlich. Grobis Beule muss später behandelt werden.
In Durango scheinen Vergangenheit und Moderne in einer verwirrenden Mischung nebeneinander zu existieren: Schuhputzer bieten ihre Dienste an, daneben sehen wir ein Geschäft für Sportschuhe. Ein Blumenmädchen verkauft Tulpen von ihrem Fahrradkarren aus, dahinter tippt ein Mann auf sein Handy. Unser Gefühl: Killer Sushi! Czytaj więcej



















































































































































































































































































































































































































































































