• Michael-wandert
  • Michael-wandert

Hadrian‘s Wall Path 🌰

Coast to Coast durch Nordengland - immer am Hadrianswalls entlang Read more
  • Trip start
    August 23, 2026

    Der Hadrian’s Wall Path

    August 23 in Germany ⋅ ☀️ 27 °C

    Es hat ja schon Tradition, dass Wilfried und ich zusammen einmal im Jahr einen der dreizehn National Trails in England bewandern. Nun ist es bereits die fünfte Fernwanderung, die wir gemeinsam unternehmen. Dieses Jahr haben wir uns den <Hadrian's Wall Path> heraus gepickt, der sich auf 135km in Nordengland von Küste zu Küste erstreckt. Er führt von Bowness-on-Solway an der Westküste bis nach Wallsend bei Newcastle upon Tyne im Osten.
    „Der Trail folgt dem Verlauf des Hadrianswalls, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, und durchquert einige der schönsten Gegenden Englands.“ So kann man es auf der offiziellen Internetpräsenz nachlesen.
    https://www.nationaltrail.co.uk/en_GB/trails/ha…

    Der Hadrianswall wurde zum Schutz der wilden Nordwestgrenze des Römischen Reiches ab 122 n. Chr. errichtet, nachdem Kaiser Hadrian die nördlichen Grenzen im Rahmen einer Inspektionsreise durch alle Provinzen des Reichs besucht hatte. Vermutlich diente er nie der Abwehr von Invasionen der wilden Nordmänner, sondern sollte den Handels- und Personenverkehr überwachen und über wenige Grenzübergänge kanalisieren, um Zollzahlungen zu ermöglichen. Der Wall schützte die nördliche Grenze des römischen Reiches über mehrere Jahrhunderte und große Teile der Wallanlage existieren noch heute.
    Während unserer Wanderung werden wir an vielen steinernen Zeitzeugen vorbei kommen. Das kann spannend werden!
    Und heute geht es los, allerdings etwas anders als üblich.

    Die Tour auf Komoot:
    https://www.komoot.com/de-de/collection/4054022…
    Read more

  • Luminiscence im Michel

    August 23 in Germany ⋅ ⛅ 15 °C

    Diese Tour beginnt anders. Anstatt alleine mit dem Zug nach Hamburg zu reisen, begleitet mich meine Frau Britta zum Flughafen. Doch heute geht der Flieger noch gar nicht.
    Wir verbringen einen gemeinsamen Abend im Michel und schauen uns die fulminante, immersive Lichtshow an, die es dort gerade gibt. Auch wenn ich nicht weiß, ob ich ein solches Spektakel in einem Kirchenhaus gut finden kann, zieht es mich in seinen Bann. Nachdem es sacht beginnt, steigert sich das Farbenspiel, ändert die Stimmung fast sekündlich. Enorm, was Licht bewirken kann - und natürlich auch die Musik. Nicht zu vergessen die tiefe, sonore Stimme von Ben Becker, die Geschichte des Michels von Anbeginn bis heute ruhig erzählend, während gleichzeitig die Farbenpracht im Kirchenschiff sich fast überschlägt. Reinste Augenweide und feiner Ohrenschmaus!
    Völlig beseelt kehren wir zurück in unser Hotel direkt am Flughafen und begießen den Abend noch bei einem Glas an der Bar. Das war toll!
    Read more

  • Anreise

    August 24 in England ⋅ ⛅ 21 °C

    Die Nacht war kurz. Ein Frühstück im Flughafen-Hotel lohnt nicht; ein Croissant im Flughafen muss reichen. Britta wünscht mir liebevoll eine schöne Wanderung, wendet sich damit ab Richtung S-Bahn, während ich in entgegengesetzter Richtung der Fast Lane zustrebe, um den Sicherheits-Check, der in Hamburg auch mal dauern kann, zu beschleunigen. Dort treffe ich Wilfried, der allerdings den Speed-Check nicht gebucht hat. Trotzdem ist er mit dem Security Check schneller durch als ich, denn mein Ticket wird für den schnellen Check als ungültig erkannt. Der normale Check geht zum Glück jedoch auch schnell und wir treffen uns auf der anderen Seite bald wieder. Nun noch durch die Grenzkontrolle, die automatisiert auch rasch erledigt ist, ein wenig warten noch, dann hebt der Jet easy ab. Ein ruhiger Flug bringt uns nach Manchester. Hier heißt es warten, bis uns der TransPennine Express drei Stunden später nach Carlisle bringt. Die Fahrt ist ruckelig, der Zug recht voll (er fährt auch nur 1x am Tag), die Landschaft aber wird immer schöner und weiter. Den Lake District, ein Paradies für Wanderer, lässt der Zug links liegen, denn wir wollen ja zum Hadrians Wall, der weiter nördlich an der schottischen Grenze liegt. Nach insgesamt zwei Stunden sind wir in Carlisle. Das Ziel ist erreicht. Der Ort ist schnell erfasst, das B&B bald gefunden. Ein wenig ausruhen, dann geht’s in den Pub. Dort gibt‘s das obligatorische Ritual wie immer zum Beginn einer jeder gemeinsamen Wanderung in 🇬🇧: Fish & Chips und local beer.Read more

  • Bowness-on-Solway nach Carlisle

    August 25 in England ⋅ ☁️ 17 °C

    Acht Uhr Frühstück - 9 Uhr Bus nach Browness-on-Solvey zum Startpunkt des Hadrian-Wall-Ways. Bei dem Plan kommt schon ein bisschen Stress auf. Doch es gibt kein Frühstück, denn unsere Wirtin meldet sich krank. Stattdessen liegen 20£ im Briefumschlag mit ihrer Entschuldigung auf dem Desk. Ok, also dann ohne Frühstück zum Bus. Vielleicht auch besser so, denn er fährt rasant durch die Kurven und Schlaglöcher. Trotzdem dauert die Fahrt über eine Stunde, teilweise ist es die Route, die wir zurück zu Fuß nehmen wollen.
    Nach 10 Uhr kommen wir in Bowness-on-Solvay an. Mittlerweile meldet sich der Hunger bei uns. Es soll dort ein Bistro geben - und tatsächlich ist es da und geöffnet. Ein half English Breakfast später stehen wir endlich am Startpunkt. Zwei Radfahrer machen das Startfoto für uns - und wir für sie. Los geht’s mit der Tour!
    Die Route führt zunächst durch Schwemmland, das bei Flut auch mal überspült sein kann (wir haben gerade Ebbe), weiter über Feldwege oder eine lange Gerade auf der schmalen Straße, die wir schon vom Bus her kennen. Sehr aufregend finden wir es nicht und vom Hadrian-Wall ist auch nichts zu sehen. Dabei folgt der Weg der ehemaligen Mauer, nur sind dessen Material für Haus- und Kirchenbau entwendet worden. Die beiden hübschen Kirchen, an denen wir vorbei kommen, bestehen vermutlich aus den alten Römersteinen.
    Der Weg wird lang, finden wir, doch irgendwann treffen wir in Carlisle ein. Ein Abstecher zur gewaltigen Burg, die jahrhundertelang Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen Engländern und Schotten war und ein schneller Besuch der Kathedrale, die früher viel größer war als heute, runden die Etappe ab. Die 24km reichen uns für den ersten Tag, wir führen die Schritte nun Richtung Pub, wo die Tour mit dem Beer of the day enden soll.
    Die Komoot-Tour von Wilfried:
    https://www.komoot.com/de-DE/tour/3230546375?re…
    Read more

  • Carlisle nach Lanercost Priory

    August 26 in England ⋅ ☁️ 23 °C

    Das Frühstück im B&B fällt abermals aus, aber wir finden in der Stadt eine passende Alternative. Dann geht es los. Die 2. Etappe folgt zwar dem Hadrianswall, zu erkennen gibt er sich aber immer noch nicht. Der Pfad führt über Wiesen, auf denen Schafe, Rinder oder Pferde weiden. Dazwischen eine Menge Gatter, die zu öffnen und zu schließen sind. Die Route ist schön, aber wenig abwechslungsreich. Sie kann uns nicht vollends begeistern.
    Nach 22 Kilometern ist das Kloster Lanercost unser heutiger Endpunkt. Dort gibt es Kaffee für mich, Creamtea für Wilfried. Derart gestärkt haben wir wieder Energie, die Kirche anzuschauen, die innen erstaunlich schlicht anmutet und äußerlich halb verfallen ist. Vielleicht kein Wunder, den das Kloster hat eine schicksalshafte, ruinöse Vergangenheit.
    Mit dem Bus sollte es wieder zurück nach Carlisle gehen. Die Fahrt gestaltet sich abenteuerlich und Demut wird vorher von uns eingefordert, bis der Bus deutlich verspätet eintrifft.
    Trotzdem wollen wir es morgen wagen, den Bus wieder zum Kloster zu nehmen, um die Tour fortzusetzen, wo sie heute endete. Und Frühstück bekommen wir dort auch, denn in unserem B&B erwarten wir kein Frühstück mehr.
    Bei Komoot: https://www.komoot.com/de-DE/tour/3232847913?re…
    Read more

  • Lanercost nach Northumberland

    August 27 in England ⋅ ☁️ 21 °C

    Heute hat im B&B der Frühstücksraum geöffnet, aber nun wollen wir nicht mehr. Wir schmeißen den Schlüssel in die Box und gehen ohne ein Wort. Etwas sauer sind wir schon über den schlechten Service oder mehr noch die mangelhafte Kommunikation, aber was‘s soll‘s. Weiter geht’s; und das erst einmal mit dem Bus zum Kloster, wo English breakfast im Teahouse des Klosters auf uns wartet. So hatten wir es gestern geplant.
    Mit dieser Grundlage starten wir in den Tag, der heute endlich die alten Mauerreste für uns bereit hält. Jede römische Meile stand einst ein Wachturm oder Milecastle, Platz für bis zu 30 Soldaten, die die Durchgänge durch die Mauer bewachten. So wurde der Verkehr und Handel in das nördliche Barbarenland kontrolliert; mehrere Jahrhunderte lang.
    Das Wetter bleibt trocken, anders als angesagt und so erreichen wir im Trockenen die Whin Sill, sehr prägnante Klippen vulkanischen Ursprungs, über die der Handrian‘s Wall Path geführt wird. Dementspechend sind heute einige Höhenmeter zu überwinden, es geht bis auf 250 m üNN hinauf. Das letzte Kliff zu erklimmen lassen wir aus, wandern lieber das Tal entlang. Dort verlief einst auch der Vallum, von dem aber nichts mehr zu sehen ist. Die Mauersteine wurden offenbar zu Teilen steinerner Umzäunungen heutiger Schaf- und Kuhweiden.
    Nach 20 Kilometern erreichen wir das B&B, das uns heute beherbergen wird. Wir werden nett empfangen und bald sind wir im nahen Pub.
    Read more

  • Northumberland nach Chollerford

    August 28 in England ⋅ ☁️ 18 °C

    Am Morgen bekommen wir ein gutes Continental-Breakfast. Beim Rucksackpacken dann der Schreck: meine Bauchtasche fehlt. Ich habe sie wohl gestern im Pub vergessen. Darin Reise-lebenswichtige Dinge wie Ausweis und Kreditkarte. Ich muss einige unruhige Minuten durchstehen, bis mir eine Reinigungskraft im Pub die Tasche unversehrt übergibt. Puh!
    Nun aber geht’s munter los, zurück zum Hadrian‘s Wall und gleich etliche Höhenmeter hinauf zum Kliff. Was folgt, ist ein spektakulärer Weg immer an der Wand lang, mal rauf, mal runter, so wie die Topographie es eben vorgibt. Weite Sicht in alle Richtungen sind der Lohn nach jedem Aufstieg, aber auch sorgenvolle Blicke auf dunkle, regenschwangere Wolken, die rechts und links an uns vorbei ziehen. Doch wir kommen weitgehend ungeschoren davon.
    Nach 18 anstrengenden Kilometern ist das schönste Stück vorbei; wir haben auch keine Lust mehr und nehmen für die letzten acht Kilometer den Bus, der uns direkt vor dem Hotel absetzt.
    Read more

  • Chollerford nach Wylam

    August 29 in England ⋅ 🌧 20 °C

    26 Kilometer liegen heute vor uns – zum Glück fast ohne Steigungen. Ruhig und entspannt führt der Weg durch weite Wiesen und Felder.
    Vom Hadrianswall ist allerdings kaum etwas zu sehen. Über weite Strecken liegt er unter einer Landstraße verborgen. General Wade ließ im 18. Jahrhundert militärische Versorgungsstraßen auf seinen Fundamenten bauen und zerstörte damit große Teile des römischen Walls.
    Nach 26 Kilometern erreichen wir Wylam – müde, aber trocken. Trotz angekündigtem Dauerregen bleibt der Tag freundlich und trocken. Glück gehabt!
    Read more

  • Wylam nach Newcastle upon Tyne

    August 30 in England ⋅ ☁️ 19 °C

    Heute geht es freiwillig ohne Frühstück los – wir hatten nämlich gar keins gebucht. Im Co-op besorgen wir uns Proviant und setzen uns mit Blick auf den River Tyne in die Sonne. Eigentlich fehlt nur noch ein Kaffee – und das Highlight des Tages wäre perfekt.
    Die 15 Kilometer nach Newcastle sind eher unspektakulär: immer am Fluss entlang, ohne Steigungen, ohne Überraschungen.
    Dabei folgen wir doch dem Wylam Waggon Way, der ab 1748 dem Kohletransport diente. Erst wurden die Waggons von Pferden gezogen, dann fuhren hier Dampflokomotiven, die William Hedley erfand. Es waren die ersten überhaupt!
    Heute verläuft auf Teilen der historischen Strecke der Wanderweg – auch der Hadrian’s Way nutzt ihn. Von römischen Mauern allerdings keine Spuren mehr.
    In Newcastle ist es vorbei mit der beschaulichen Flusswanderung: Es wird laut, lebendig und ziemlich städtisch. Willkommen zurück in der Zivilisation! Wir nutzen sie abends noch etwas aus…
    Read more

  • Newcastle nach Wallsend

    August 31 in England ⋅ ⛅ 20 °C

    Die letzte Etappe steht an. Noch etwa 10 km.
    Nach einem etwas lärmigen Frühstück geht es gemütlich los, zunächst durch die Stadt. Besonders die vielen Brücken über den Tyne haben es uns angetan – für Bahn, Autos, Radfahrer und Fußgänger ist alles dabei. Interessanter, als wir gedacht haben.
    Danach zieht sich der Weg lange wieder am Fluss entlang. Irgendwo unter unseren Füßen mögen noch Mauerreste verborgen sein, wir kriegen sie aber nicht mehr zu sehen. Fast schon am Ziel, spricht uns ein Radfahrer an. Er erzählt uns ausführlich von dem, was aktuell zu sehen ist – aber in einem Slang, den wir nur schwer verstehen. Dazu wirkt er etwas schräg und ist erstaunlich hartnäckig. Wir werden ihn einfach nicht los.
    Und dann ist es tatsächlich geschafft, das Endziel erreicht. An der Skulptur des Centaurius Sentius Tectonicus machen wir unser Schlussfoto. Warum aber ist es nicht Hadrian, der uns hier verabschiedet? Unser Radfahrer ist immer noch da. Doch der weiß das auch nicht. Dann beginnt es zu regnen. Eine ganze Tour trocken geblieben und nun so was! Das Hadrian-Museum lassen wir trotzdem aus, es passt uns nicht. Stattdessen eilen wir in Regenjacke und mit Schirm zum nahen Bahnhof. Denn ganz vorbei ist unsere Tour noch nicht.
    Read more

  • Tynemouth

    August 31 in England ⋅ ⛅ 20 °C

    Mit der Vorortbahn fahren wir noch schnell dorthin, wo der Tyne in die Nordsee mündet. Als Schlusspunkt unserer Tour passt dieser Ort einfach besser als Wallsend: Meer, Wind und ein Castle, das hier seit fast 2.000 Jahren über allem thront. Wir genießen den Blick über das weite Meer sehr. Nur leider ist der kleine Küstenort auch von Touristen geflutet. Die meisten interessieren sich allerdings eher für die Front Street und ihre Geschäfte als für die alte Festung.
    Dann setzt wieder Regen ein – als wollte die Küste uns persönlich verabschieden. Also zurück zum Bahnhof und ab nach Newcastle.
    Den Abend beschließen wir, wie es sich für uns in GB geziemt : mit Fish and Chips und Local Beer. Mehr braucht ein Wandertag nicht. Und mehr passt auch nicht zu dieser Reise.
    War wieder ’ne schöne Tour, Wilfried. Jetzt dürfen die Füße Urlaub machen – und wir nehmen den Regen einfach als letzten Gruß von England mit.
    Read more

  • Riding back to Manchester

    September 1 in England ⋅ ☁️ 18 °C

    Heute wird nicht gewandert, sondern Bahn gefahren. Der TransPennine Express bringt uns ruck-zuck zurück nach Manchester. Durch die gut belebte Innenstadt geht’s im Bummelschritt zum Hotel und bald weiter in ein nah gelegenes Brauerei-Restaurant. Bundobust Brewery (https://bundobust.com/) bezeichnet sich selbst als „Pionier der indischen Streetfood- und Craft-Beer-Szene seit 2014.“ Essen und Biere waren überaus lecker. Damit geht der letzte Abend dieser Tour sehr gemütlich zu Ende.Read more

  • The Manchester Art Gallary

    September 2 in England ⋅ 🌧 16 °C

    Die Nacht schreckt uns hoch: Feueralarm. Alle müssen das Hotel verlassen. Zwei Feuerwehrwagen rücken an und durchsuchen ein Nebengebäude. Fehlalarm. Die Nachruhe will bei uns jedoch so bald nicht wieder einkehren.
    Am Morgen regnet es. Was tun mit der verbleibenden Zeit?
    Wir besuchen zuerst die Art Gallary. Der Eintritt ist frei. die Architektur des Gebäudes wie die Stadt: Altbau integriert Neubau. So auch die Ausstellung. Alte Werke verschmelzen an einer Wand mit Modernen. Ein paar der Exponate habe ich beigefügt.
    Read more

  • John Rylands Bibliothek

    September 2 in England ⋅ 🌧 17 °C

    Es regnet immer weiter, also suchen wir noch eine zweite Indoor-Attraktion in der Innenstadt auf. Eine alte Bibliothek bietet sich an. Auch hier braucht es kein Eintrittsgeld, auch hier verschmilzt das alte Gebäude förmlich mit einem Neubau. Die Bücher allerdings sind alle alt, teils sehr alt. Die Bücherhalle ähnelt dem Speisesaal von Hogwarts aus Harry Potter. Tatsächlich aber wurden hier früher Vorlesungen abgehalten, die wohl sehr erfolgreich waren.Read more

  • Letzte Bilder aus Manchester

    September 2 in England ⋅ ☁️ 18 °C

    Im Nachhinein war es gut, dass es regnet. So haben wir Manchester nach einem ersten Besuch vor zwei Jahren nun etwas besser und von einer anderen Seite kennen gelernt. Die ehemalige Industriestadt mutiert zu einer modernen Metropole. Gegensätze fühlen sich aber nicht falsch an, sondern ergänzen sich. Die Stadt gefällt uns gut.
    Mit der Tram fahren wir schließlich zum Flughafen. Die Maschine hebt etwas verspätet ab. Aber Wilfried und ich nehmen es gelassen. Ein Wanderurlaub entschleunigt wunderbar.
    Read more

  • Heimreise

    September 3 in Germany ⋅ ☁️ 17 °C

    Manchester–Hamburg–Lübeck: Bahnfahren als Abenteuerreise
    Der Flug von Manchester hat Verspätung. Wir landen erst um 21:30 Uhr in Hamburg – spät, aber noch machbar.
    Wilfried und ich fahren ein Stück gemeinsam mit der S-Bahn. In Hamburg-Wandsbek verabschieden wir uns. Er bietet mir noch an, mich mit seinem Auto nach Hause zu bringen, doch ich lehne ab: Auf ihn wird bereits gewartet, und ich habe schließlich ein Deutschlandticket.
    Die Bahn wird mich schon heimbringen.

    Doch sie wird es nicht.

    Der Zug nach Lübeck fährt nur einmal pro Stunde. Nach fast einer Stunde Wartezeit setzt er sich endlich in Bewegung – inzwischen ist es nach 23 Uhr.
    In Lübeck soll mein Anschlusszug ausfallen. Ärgerlich, aber noch kein Weltuntergang: Den letzten Zug um 0:27 Uhr sollte ich erreichen.
    Kurz vor Lübeck meldet sich die DB-App:
    Auch gestrichen!
    Damit ist klar: In dieser Nacht fährt von Lübeck nichts mehr in meine Richtung.
    Ich bin gestrandet.
    In Lübeck.
    Mit Deutschlandticket.

    Das ist kein guter Zug der Bahn!

    Ein Taxi bringt mich schließlich für entsprechend viel Geld die letzten 30 Kilometer nach Hause.
    Schuld soll eine Weichenstörung sein. Laut Taxifahrer besteht das Problem bereits seit Samstag und bringt den Zugverkehr ordentlich durcheinander.
    Man könnte sich darüber ärgern. Oder es als groß angelegte Generalprobe betrachten: Wenn die Strecke Kiel–Lübeck und weiter nach Hamburg wegen der anstehenden Gleisarbeiten und des Ausbaus im Zusammenhang mit der Fehmarnbeltquerung über Jahre gesperrt oder regelmäßig gestört sein wird, kann man sich schon einmal daran gewöhnen.
    Die Bahn übt offenbar für die Zukunft:
    „Zugverkehr eingestellt“ – die neue Mobilitätsstrategie der Deutschen Bahn.
    Vielleicht ist es tatsächlich an der Zeit, wieder über den Individualverkehr nachzudenken: Auto statt Anschlussverlust, Tankstelle statt Bahnsteig, Navi statt DB-App.
    Allerdings hat auch Wilfried Probleme auf der Autobahn gemeldet. Auch da gab es Sperrungen.
    Deutschland verliert seine Mobilität.

    Für heute ist jedoch Schluss mit Bahn-Bashing. Nach dieser kleinen Odyssee bin ich wohlbehalten zu Hause angekommen.

    Und das ist am Ende das Wichtigste.
    Read more

  • Hat er mir gefallen, der Hadrian’s Wall Path?

    September 5 in Germany ⋅ 🌧 19 °C

    Gar nicht so leicht zu beantworten. Der Weg hatte unterschiedliche Gesichter.

    Die ersten beiden Etappen waren eher seicht. Ab Lanercost Priory wurde es dann für gut eineinhalb Etappen richtig spektakulär. Die Reste der Hadriansmauer schlängeln sich hier pittoresk über die zahlreichen Erhebungen vulkanischen Ursprungs. So hatten wir uns das vorgestellt. Dafür waren wir gekommen.
    Dann trifft die Route auf die Military Road – und die Mauer verschwindet weitgehend unter der Straße. Bis zum Ende taucht sie nur noch rudimentär auf. Stattdessen geht es über Wiesen und Weiden, meist brav neben der Straße. Nicht schlecht, nicht unbequem – aber ungefähr so aufregend wie Rasenmähen mit Aussicht.
    Die letzten beiden Etappen folgen weitgehend dem Wylam Waggon Way, einer alten Bahnstrecke, auf der einst Güterzüge voller Kohle unterwegs waren. Die Mauerreste liegen wohl als Fundament darunter. Heute ist es ein asphaltierter, ebener Radweg geworden. Für müde Wanderbeine angenehm, für die Erwartungen an den Hadrian’s Wall Path allerdings eher ernüchternd.
    Dazwischen liegt Newcastle upon Tyne. Die vielen Brücken über den Tyne sind tatsächlich ein Highlight und bringen noch einmal etwas Abwechslung in die Sache.
    Der Abschluss in Wallsend setzt dem Ganzen dann leider die Krone auf. Eine mächtige Statue gibt es zwar, aber sie stellt nicht Hadrian dar. Das Museum, das wir eigentlich noch besuchen wollten, erweist sich als klein und eher lieblos gestaltet. Für das Ende eines Weges, der nach einer der berühmtesten Grenzanlagen der Antike benannt ist, hätte man sich schon etwas mehr Raffinesse gewünscht.

    Inzwischen sind wir fünf der dreizehn National Trails gewandert. Müssten wir eine Rangliste aufstellen, würde der Hadrian’s Wall Path bei diesen fünf klar den letzten Platz bekommen.
    Vielleicht waren unsere Erwartungen einfach zu hoch. An der Markierung und den gepflegten Wegen lag es jedenfalls nicht. Auch die Infrastruktur war gut: Übernachtungsmöglichkeiten gab es ausreichend – und an jedem Etappenende einen Pub mit gutem, fast immer lokalem Bier. Daran kann es also wirklich nicht gelegen haben.

    Nein, schlecht ist der Hadrian’s Wall Path nicht. Aber sein größtes Problem ist vielleicht sein eigener Name. Wer „Hadrian’s Wall“ verspricht, sollte auch ein bisschen mehr Hadrian und Wall liefern.

    Fünf von dreizehn – acht bleiben. Mal sehen, was der nächste National Trail für Wilfried und mich im nächsten Jahr zu bieten hat. 🥾🇬🇧
    Read more

    Trip end
    September 2, 2026