Norway
Geilomoen

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Travelers at this place
    • Day 9

      Regentag in Geilo

      August 15, 2023 in Norway ⋅ 🌧 13 °C

      Unseren unliebsamen Regentag haben wir mit Autofahren und Camping in Geilo verbracht. Wirklich ein lustiger Ort, hier gibt's Geilo Sushi, Geilo Pizza, Geilo Camping. Da heute aber die Sonne mal durchblitzt können wir endlich wieder wandern gehen. ❤️Read more

    • Day 22

      Abendsonne

      June 21, 2023 in Norway ⋅ ☁️ 13 °C

      Die Nacht habe ich richtig schlecht und wenig geschlafen. Mein Körper fühlt sich ein wenig an wie nach den ersten Etappen. Klar, die 36 km sind eine deutliche Leistungssteigerung. Zum Frühstück gibt es wieder Brot mit Käse und Salami. Dabei mache ich mir Notizen, was ich alles erledigen will bzw. muss.

      Als aller erstes schreibe ich meinen Tagebucheintrag von gestern. Gestern Abend hatte ich dazu einfach keine Lust mehr. Obwohl ich „frei“ habe, bin ich nur so mittelmäßig gelaunt. Die weitere Route macht mir Kopfzerbrechen. Mein Fuß ebenfalls. Ich konnte zwar seit Dalen, wo das Problem erstmals aufgetreten ist, in Summe jeden Tag gut laufen. Aber das sollte keinesfalls, so wie es ist, zum Dauerzustand werden. Und das Schuhthema nervt mich.

      Zu allererst kümmere ich mich um meine Wäsche. Waschmaschine und Trockner sind vorhanden und für zusammen 7 Euro auch bezahlbar. Am Campingplatz gehe ich so oft es geht barfuß, damit der Fuß sich erholen kann. Sobald ich aber doch mal in die Schuhe schlüpfe, spüre ich den Fußballen. Ich bin irgendwie genervt. Beim Rückweg von der Waschmaschine kommt mir ein Mann, etwas jünger als ich, mit großem Rucksack und Hund entgegen. Der Campingplatzbesitzer hatte gestern schon erwähnt, dass ein weiterer norwegischer NPLer hier mit seinem Hund übernachtet. Ich spreche ihn direkt an und frage ihn nach seiner Routenwahl. Er will es durch Jotunheimen, das vor uns liegende Gebirge, was mir so viel Kopfzerbrechen macht, probieren. Er ist sicher, dass es geht. Dafür mache er das ganze auch und nicht, um Straße zu laufen. Das stimmt auch mich optimistisch.

      Ab Mittag setzt der Regen ein. Ich liege im Zelt und schreibe Tobi, warum er sich gegen den Versuch entschieden hat. Er meinte, es hätten wohl zwei versucht, die seien aber umgedreht. Ihm sei das zu riskant. Bei Instagram schaue ich, ob ich über Hashtags aktuelle Bilder von dort oben finden kann. Aber so richtig Aussagekräftiges finde ich nicht. Dafür werde ich auf Peter aufmerksam. Ihm bin ich irgendwann mal gefolgt, weil er dieses Jahr auch Norge på langs läuft. Wie es aussieht, ist er irgendwo in Jotunheimen. peter_early_retired, also „Frührentner Peter“, scheint zumindest was sein Instagramprofil betrifft, ein ziemlich schräger Vogel zu sein. Aber mit guten Vibes! Ich schreibe ihn einfach mal an und warte was kommt. Aber eigentlich habe ich mich nach dem Austausch mit Tobi schon so gut wie entschieden: Ich gehe die unspektakuläre, sichere Variante.

      Den Nachmittag liege ich im Zelt und versuche etwas zu schlafen, während der Regen auf‘s Zelt prasselt. Als ich mich wieder aufraffe, hat Peter mir geantwortet. Ich sollte unbedingt auch den Weg gehen. Er käme aus der Schweiz und sei dementsprechend bergverwöhnt. Aber das hier sei der Hammer. Wir vernetzen uns auch über WhatsApp und tauschen uns hier weiter aus. Und plötzlich bekomme ich doch wieder Lust, es zu versuchen. Aber es gibt noch ein paar Fragezeichen. Peter schreibt, dass der Schnee auch Vorteile hätte. Dass man auf Schneebrücken die Flüsse überqueren könne. Hier bin ich aber ein kleiner Schisser. Allerdings sind das Dinge, die in meinen Vorstellungen immer schlimm sind. Vor Ort kann ich eine Situation dann wieder ganz anders einschätzen. Aber es kann auch sein, dass man eher ein Risiko eingeht, weil man nicht drei Tage zurück laufen möchte.

      Ich lass das Thema erstmal ruhen. Mein Plan für heute Abend ist, erst in die Sportgeschäfte nach Schuhen schauen und danach Pizza essen. Allerdings sehe ich bei Google, dass die Sportgeschäfte hier um 17.00 Uhr schließen. Das nervt mich wieder etwas, weil ich die Schuhfrage gerne heute schon angegangen wäre. Ich prüfe meine Schuhe, die ich unter einem Vordach einer Hütte zum Trocknen hingestellt habe. Sie wiegen immer noch unfassbar viel und sind total nass. Ich stelle sie ohne zu fragen in den Raum, wo Waschmaschine und Trockner sind. Hier stehen die Heisswasserkessel und es ist hier deutlich wärmer als anderswo. Ich hoffe, dass die Trocknungsdünste gut abziehen. Niemand mag eine Sauna mit Obazda-Aufguss. Aber das ist mir gerade egal.

      Heute bin ich einfach nicht gut drauf. Viele ungeklärte Fragen und am späten Nachmittag das Gefühl, nichts geschafft zu haben. Peter schickt mir den Link zu seinem Blog, wo er auch ein paar Videos verlinkt hat. Er hat seine Tradition darin gefunden, an irgendwelchen Orten ein Tänzchen aufzuführen. Mal im Fjell, mal im Supermarkt. Dabei filmt er sich. Er ist definitiv ein lebensfroher Mensch! Etwas schräg aber absolut gut drauf. Die Videos hat er mir geschickt, weil ich ihm geschrieben habe, dass ich heute ein kleines Tief habe. Er wollte mich aufheitern, was er auch geschafft hat. Er schreibt, er sieht das Nordkap als „Nice to have“ und dass auf dem Weg dorthin soviel schief gehen könne. Wenn das sein ultimatives Ziel sei und er irgendwann aus irgendeinem Grund abbrechen müsse, sei er gescheitert. Er versucht lieber, jeden Tag zu einer Party zu machen.

      Recht hat er. Natürlich macht diese Einstellung nicht potenzielle Gefahren wett, die in den Bergen lauern. Aber es motiviert mich, zumindest weiter über den Versuch nachzudenken, Jotunheimen anzugehen. Überhaupt glaube ich, dass gerade die augenscheinlich „schrägen Vögel“, wie ich Peter direkt meinen Stempel aufgedrückt habe, diejenigen sind, die das Leben wirklich leben. Denn wenn man es wirklich schafft, so zu leben, dass es einem egal ist, was andere über einen denken, dann wirkt man wohl zwangsläufig „schräg“. „Befreit“ wäre aber vielleicht das bessere Wort.

      Jetzt, wo ich in der Abendsonne sitze und diese Zeilen schreibe bin ich richtig dankbar für diesen netten Austausch mit Peter. Wir kennen uns gar nicht. Und trotzdem verbindet uns die gemeinsame Reise.

      Vorhin war meine Laune noch schlecht. Ich habe mich bei Regen auf den Weg Richtung Geilo „City“ gemacht, der Campingplatz liegt zwei Kilometer ausserhalb, um mit Pizza und Bier wenigstens ein Highlight heute zu haben. Aber kurz bevor ich das Ziel erreicht habe, habe ich mich entschlossen, das auf morgen zu verschieben und stattdessen etwas für heute Abend im Supermarkt zu kaufen. Die Pizza soll ein Highlight sein, das ich genieße. Auf dem Rückweg telefoniere ich mit Nicole und die Stimmung wird zunehmend besser. Auch der Regen hat aufgehört. Ich setze mich auf einen Stuhl auf die Terrasse der unbewohnten Hütte nah bei meinem Zelt und esse zu Abend. Und als meine schlechte Stimmung vollends verzogen ist, kommt auch die Sonne raus und scheint mir ins Gesicht.

      Morgen soll das Wetter besser werden. Ich glaube, morgen wird ein guter Tag!
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    • Day 21

      36 km nach Geilo

      June 20, 2023 in Norway ⋅ ☁️ 16 °C

      Als ich wach werde, regnet es leicht. Eine kurze Regenpause nutze ich, um „auf‘s Klo“ zu gehen. Schon bald regnet es kräftiger weiter. Ich lasse mir Zeit und hoffe auf eine weitere Regenpause. Um 09.00 Uhr fange ich an, meine Sachen im Zelt vorzubereiten und zu packen. Dann kommt das Zelt heute mal zum Schluss in den Rucksack. Der Regen lässt noch einmal nach und ich mache meinen Rucksack draußen fertig. Wieder rolle ich das nasse Zelt zusammen und verstaue es im Rucksack. Noch bevor ich ganz fertig bin setzt der Regen wieder ein. Diesmal hatte ich mir Regenjacke und Regenhose schon im Zelt angezogen. Um Punkt 10.00 Uhr mache ich mich auf den Weg.

      Die ersten Kilometer laufen sich angenehm. Der Pfad ist trotz Regen meistens fest und führt allmählich bergab in ein Tal. Hier werde ich mehrere Flüsse überqueren müssen. Einen großen Fluss habe ich von meinem Lagerplatz schon gesehen. Furten wird hier wohl nicht möglich sein, dafür sah der Fluss zu groß aus. Während es weiter runter geht, wird auch die Vegetation wieder höher. Junge Birken und jede Menge Gestrüpp. Ich höre einen Fluss, der immer lauter wird. Irgendwann so laut, dass man sein eigenes Wort nicht mehr verstehen würde. Und dann sehe ich einen beeindruckenden Wasserfall mit wild schäumendem Wasser. Wahnsinn, was das für eine Naturgewalt ist! Allein beim Anblick wird mir leicht mulmig. Hier reinfallen wäre vermutlich das sichere Ende. Über das ganze Geschehen führt eine schmale Hängebrücke. So ganz neu sieht sie nicht mehr aus. Ich gehe die ersten Meter und stelle fest, dass sie ganz schön schaukelt und ich gehe gleich etwas zügiger auf die andere Seite. Ich bin sicher, diese Brücke hält eine ganze Wandergruppe aus. Aber ich fühle mich trotzdem nicht so sicher mit dem tosenden Wasser unter mir. Ich mache noch einige Fotos und gehe weiter. Das war echt ein kleines Highlight gleich zu Tagesbeginn. So ein Wasserfall wäre in anderen Ländern eine Hauptattraktion, hier ist er einfach so am Wegesrand.

      Bei leichtem Regen geht es weiter. Ich quere noch zwei breite Flüsse über Brücken, jedoch nicht so spektakulär wie die Brücke am Wasserfall. An einer Kreuzung mit mehreren Schildern zu unterschiedlichen Hütten geht mein Pfad rechts ab. Er sieht unscheinbar und wenig begangen aus. Es geht direkt in den Sumpf. Gewürzt wird der Spaß durch unzählige Mücken, die hier deutlich talentierter auf mir landen und versuchen, zu stechen. Es dauert nicht lange und ich bin mir sicher, der linke Schuh ist undicht. Vor ein paar Tagen noch konnte ich den Schuh in einen Bach stellen ohne nasse Füße zu bekommen. Heute dauert es nicht lange und ich merke, wie es im Schuh schmatzt, wenn ich gehe. Das ist echt ärgerlich, denn halbwegs trockene Füße sollten auf so einer Tour gewährleistet sein. In Geilo werde ich schauen, ob ich mir neue Schuhe organisieren kann. Allerdings habe ich mit Schuhgröße 48,5 oft nicht die große Auswahl. Jetzt ist es aber wie es ist.

      Der Weg führt weiter stetig bergauf. Die jungen Birken sind oft so in den Weg gewachsen, dass ich mir vorkomme wie in einer Waschanlage. Jedesmal, wenn ich mich zwischen den kleinen Bäumen hindurch zwänge, gibt es eine Portion kaltes Wasser von beiden Seiten. Von unten kühlt der stetige Sumpf oder kleine Bäche, die mir vorzugsweise auf dem Pfad selbst entgegenfließen. Es geht nur langsam und sehr beschwerlich voran. Nach zwei Stunden Gehzeit wird die Vegetation wieder spärlicher und ich bin wieder oben im Fjell. Kurze Pause! 6,5 Kilometer habe ich in etwas mehr als zwei Stunden geschafft. Das ist wenig!

      So geht es, immer noch in voller Regenmontur, weiter. Zumindest zu Beginn ist der Pfad sehr angenehm zu laufen. Mein 15km-Ziel heute ist die Tuva-Turisthytte. Ich nehme mir vor, diese bis 15.00 Uhr zu erreichen. Das sollte machbar sein. Dann habe ich noch den Nachmittag, um auf meine 25km zu kommen.

      Mein Pfad führt vorbei an Hütten, einer kleinen Gruppe Schafen mit vielen Lämmern. Der Regen nimmt deutlich zu, während der Pfad deutlich steiler wird. Es ist ein wenig wie gestern. Mir fehlt einfach der Drive. An die Landschaft um mich herum habe ich mich ebenfalls sehr gewöhnt, dass ich hauptsächlich auf mich und mein Vorankommen konzentriert bin. Oben angekommen mache ich eine kurze Pause und setze mich auf einen Stein. Das Shirt unter meiner Hardshelljacke ist durchgeschwitzt. Alles ist irgendwie nass und ungemütlich. Es ist kein Tiefpunkt. Ich nehme die Situation einfach so hin. Aber von echter Motivation bin ich weit entfernt. Ich schaue auf mein Handy und überraschenderweise habe ich richtig guten Empfang als ich den Flugzeugmodus ausstelle. Mehrere Nachrichten ploppen im Display auf. Meine Schwiegermutter schreibt mir, dass sie mein Abenteuer hier mit Spannung verfolgen und so gerne meine Berichte lesen. Ich bin gleich gerührt. Ich schreibe tatsächlich in erster Linie für mich. Wenn ich dann aber so ein schönes Feedback bekomme, freut mich das total! Die nächste Nachricht ist von Sören, der ebenfalls gerne hier mitliest und besorgt ist über meinen Instant-Cappuccino-Konsum. Ob er mir nicht was Anständiges, einen guten Kaffee irgendwo hinschicken könnte. Der alte Gourmet! Aber später melde ich mich bei ihm und versichere ihm, dass diese kaffeeersatzähnlichen Heißgetränke hier draußen ein echter Seegen sind, wenngleich man die nicht mit echtem Kaffee vergleichen kann. Die dritte Nachricht kommt von Stanley. Er schreibt, die nächste große Pizza mit Bier gehe auf ihn. Ich solle morgen auf mein Konto schauen. Ich bin echt einfach nur gerührt. Da sitzt du mutterseelenallein irgendwo in der Pampa, alles ist irgendwie nass, die Motivation ist am Boden und dann erreichen dich genau da drei so wundervolle Nachrichten. So allein bin ich dann doch nicht!

      Ich ziehe den linken Schuh aus und wringe noch einmal den Socken aus. Dann geht es weiter. In ganz anderer Haltung und mit ganz anderem Tempo. Gleich in den nächsten Sumpf. Links oder rechts vorbei wäre hier eine halbe Stunde Umweg. Also mittendurch! Das Sockenauswringen hätte ich mir sparen können. Aber jetzt ist es mir einfach egal. Ich bin motiviert und pflüge einfach durch den Sumpf. Dann eröffnet sich vor mir ein großes, weites Tal mit einem großen See. Am Ende dieses Tals liegt irgendwo die Tuva Turisthytte. Ich folge dem Pfad bergab bis ich unten in der Ebene angekommen bin. Auch hier ist jede Menge Sumpf. Nach kurzer Zeit komme ich wieder an einen Fluss. Schnell wird klar, ich muss Furten. Ich habe keine Lust darauf aber es führt kein Weg daran vorbei. Also raus aus den mittlerweile vom Wasser richtig schweren Wanderschuhen, rein in die Wasserschuhe. Das Wasser hier ist ruhig und richtig tief ist es auch nicht. Auf der anderen Seite dann wieder Schuhtausch. Der immer wieder sehr sumpfige Pfad führt durch dichtes, kniehohes Gestrüpp. Ich scheuche tausende Mücken auf, in in großem Schwarm um meinen Kopf fliegen. Ich renne ein paar Meter und versuche, sie abzuschütteln. Ein klein wenig hat es was gebracht. Ich will nur noch raus aus dieser Sumpf- und Mückenhölle. Gegen 14.40 Uhr erreiche ich endlich die Turisthytte am Ende der Ebene. 15 Kilometer sind geschafft. Bis hierhin ein ganz schöner Kampf! Ab hier sind es nach Geilo noch 21 Kilometer. Wenn ich, wie geplant meine 25 Kilometer „vollmache“, sind es morgen nur noch 11 Kilometer.

      Bei leichtem Regen geht es weiter. Wieder etwas motivierter, weil ich die scheiss Mückenschwärme hinter mir gelassen habe. Der Weg bis Kilometer 20 zieht sich. Wie immer vergehen die Kilometer am Nachmittag noch langsamer. Aber mit Kilometer 20 erreiche ich eine neue Marke. 500 Gesamtkilometer habe ich bis hierhin zurück gelegt.

      Die Kilometer bis zur 25 ziehen sich noch mehr. Allerdings finde ich hier kaum Bäche, die ich für gut befinde. Plan B wäre einfach, Wasser aus den zahlreichen kleinen Seen abzukochen. Gas habe ich genug. Einen potenziellen Übernachtungsplatz schaue ich mir genauer an. Obwohl der linke Fuß seit einigen Kilometern wieder schmerzt, zieht es mich weiter. Bis zum Campingplatz sind es noch 11 Kilometer. Ich teile mir die Route gedanklich in drei Etappen ein. 5 km durchhalten, 4 km bis zum Supermarkt, 2 Kilometer bis zum Campingplatz. Der Plan steht. Ich will das probieren. Ich habe keine Lust, hier morgen in meine tonnenschweren Sumpfschuhe zu steigen und das ganze nasse Zeug im Rucksack zu verstauen. Ich will mein Zelt aufstellen und dann eine heisse Dusche nehmen. Ich will was geiles essen und ich will ein kaltes Bier trinken. Der Gedanke an Stanleys gesponserte Pizza ist das dicke Ausrufezeichen hinter dem Plan, Geilo heute noch zu erreichen.

      Es ist anstrengend. Muskulär und von der Ausdauer her habe ich aber keine Probleme. Es ist der linke Fuss, der mal mehr weh tut, mal weniger. Aber ich ziehe es jetzt durch. Noch vor 20.00 Uhr erreiche ich den Supermarkt in Geilo und kaufe Brot, Salami, Käse, Cola, Bier und Chips. Ausgewogene Ernährung mal wieder. Die letzten 2 Kilometer humpel ich schon, weil ich links nicht normal auftreten kann. Der flache Asphalt ist ein echter Gegner für die Füße. Gegen halb neun erreiche ich den Campingplatz. 250 Kronen soll die Nacht kosten, was ok ist (21 EUR). Ich buche gleich drei Nächte. Mein Fuß soll die Chance haben, sich zu erholen und ich habe eh viel zu erledigen. Ich bekomme die drei Nächte sogar zu 600 Kronen und finde schnell einen schönen Platz für mein Zelt. Nach dem Zeltaufbau geht’s um duschen. Herrlich! Allerdings sind meine Füße über den Tag in den nassen Schuhen unschön aufgequollen. In der Schuhfrage muss ich echt eine Lösung finden!

      Dann ist Zeit für Abendessen und Bier! Dann ziehe ich mir noch die Fäden am Schienbein.
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    • Day 23

      Schuhe, Pizza, Bier

      June 22, 2023 in Norway ⋅ ☀️ 10 °C

      Für meine Verhältnisse wieder mal gut geschlafen, wache ich auf und alles im Zelt ist klamm und feucht. Insbesondere der Schlafsack. Sowas nervt und gerade Feuchtigkeit hab ich gerade einfach satt. Außer die der heissen Dusche, mit der ich in den Tag starte. Mein linker Fuß fühlt sich am Morgen genauso an wie an den vergangenen Tagen.

      Nach meinem Kaffee mache ich mich auf den 2 km langen Weg Richtung Geilo. Sportgeschäft Nummer 1 hat so ziemlich gar keine Schuhe in meiner Größe. Weder Wanderschuhe, noch Laufschuhe, die ich als zusätzliches Paar für Strassenabschnitte in Erwägung ziehe. Ich brauche grundsätzlich was mit mehr Dämpfung. Zuhause laufe ich auch mit meinen Salomon Speedcross auf den Berg. Hier bevorzuge ich hohe Schuhe vor allem wegen der Sumpf- und Schneeabschnitte.

      Dann geht’s zum Intersport. Der Mann ist super hilfsbereit und hat gleich ein paar Vorschläge. Leider stellt er schnell fest, dass meine Größe ausverkauft sei. Erst gestern wäre jemand mit ähnlichen Problemen bei ihm gewesen und hätte die letzten in meiner Größe gekauft. Pech gehabt. Als ich ihn nach den aktuellen Bedingungen frage, meint er, es könnte schon gehen. Es sei aber mit großer Sicherheit sehr viel Sumpf und allgemein viel Wasser. Die kommenden Tage sei es noch schön, dann wird es ein ziemlicher Wettermix mit 2-3 Grad und Regen dort oben. Das Wetter ist für mich das stärkste Argument gegen einen Jotunheimenversuch. Aber bevor ich mich hier entscheide, muss ich erstmal mein Schuhproblem lösen.

      Im dritten und vierten Sportgeschäft, was dann alle in Geilo wären, gibt es ebenfalls nichts in meiner Größe. Ich recherchiere nach dem Modell, was mir der Intersportmann empfohlen hat. Da es die gleiche Marke wie meine aktuellen Schuhe sind, sollte die Größe eigentlich nicht variieren. Auf intersport.no finde ich heraus, dass der nächste Laden, der den Schuh in meiner Größe auf Lager hat, in Gol ist. Das könnte ich heute mit dem Bus erreichen. Ich rufe dort an und die freundliche Dame am Telefon verspricht mir, dieses Paar und sogar noch eines in einer halben Nummer grösser zu reservieren.

      Ich gehe zurück zum Campingplatz. Mittlerweile knallt die Sonne auf das dunkle Zelt, nur selten unterbrochen von einer Wolke, die sich dazwischen schiebt. Es ist richtig dampfig im Zelt und ich freue mich, dass nun alles trocknet.

      Als ich an der Bushaltestelle unweit des Campingplatzes auf den Bus warte, kommt ein Wanderer mit schwerem Rucksack auf mich zu. Ich frage ihn, ob er auch Norge på langs läuft. Das tut er aber nicht. Er ist Deutscher, dem Dialekt nach Berliner und will sich auch zwei freie Tage auf dem Campingplatz gönnen. Wir quatschen etwas und dann kommt der Bus.

      Nicht weit von der Bushaltestelle in Gol finde ich den Intersport. Tatsächlich sind die Schuhe für mich zurückgelegt. Grundsätzlich fühlen sich die Schuhe gut an. Aber wie immer, wenn ich neue Schuhe kaufe, bin ich trotzdem skeptisch. Besonders hier ist es viel Geld, das ich investiere. Ich entscheide mich für das „kleinere“ Modell. Dazu frage ich nach Einlegesohlen. Er empfiehlt mir eine Sohle, die noch vor Ort direkt an meinen Fuß angepasst wird. Das Ganze kostet umgerechnet 60 EUR, ist aber vermutlich eine gute Investition. Das erste Testen im Schuh fühlt sich gleich gut an, ich bin aber nicht sicher, ob er von der rechten Sohle beim Zuschnitt nicht doch zu viel weggenommen hat. Wenn ich nicht über Jotunheimen laufe, komme ich hier in zwei Tagen eh wieder vorbei. Dann könnten wir nochmal nachbessern, sagt der Verkäufer. Das klingt gut und so kann ich die Sohle auch auf knapp 50km richtig testen.

      Dann warte ich noch über eine Stunde auf den Bus zurück. Das Ticket für die rund 50 Km lange Strecke kostet übrigens 5 Euro. Fairer Preis! Eine junge Frau fragt mich irgendwas auf Norwegisch. Optisch scheine ich hier als Norweger durchzugehen. Sie wechselt auf englisch und wollte wissen, welcher Bus der richtige sei. Sie sei ebenfalls nicht von hier. Dann fragt sie mich, wo ich herkomme und was ich hier mache. Ich erzähle von Norge på langs, dass ich Norwegen der Länge nach zu Fuß durchqueren wolle. Sie schaut etwas irritiert und fragt mich dann, ob es eine Art Job sei oder warum ich das tue. Herrlich! Das wäre ein geiler Job! Dann kommt der Bus.

      Während ich im Bus sitze arbeitet das Routenthema wieder in mir. Wenn ich Jotunheimen umgehe, bin ich in zwei Tagen schon wieder in Gol. Was ein Schwachsinn. Ich müsste zwar nicht auf der Hauptstraße laufen aber es wären mindestens vier langweilige Tage. Peter, von dem ich gestern geschrieben habe, ist heute sogar auf den 2469m hohen Galdhøppigen gestiegen. Der verrückte Hund!! Natürlich kann ich auf der Route Pech haben und muss an einem unüberwindbaren Fluss umdrehen. Aber ich habe die Worte des Norwegers mit dem Hund im Ohr. „Walking through that wonderful nature. That‘s why we are here!“ Ich habe gestern und heute viel darüber nachgedacht, was mir eigentlich wichtiger ist. Das Nordkap erreichen oder den Weg als eigentliches Ziel betrachten. Ich mag diese Oder-Fragen nicht. Ich will beides! Aber ich habe noch Peters Nachricht präsent. Wenn man irgendwann doch abbrechen muss, aus welchen Gründen sich immer, welchen Wert haben dann die vielen Strassenkilometer und welchen die Aufenthalte in einzigartiger Natur?

      Am Zeltplatz angekommen, lege ich mich gleich ins Zelt und schlafe etwas. Danach telefoniere ich mit Simon. Flo, Freund aus Aschau und Nachbar, hatte den Kontakt hergestellt als er hier gelesen hat, dass ich mein Equipment in Oslo „deponiere“. Simon ist gerade mit seiner Frau Natalie auf Hochzeitsreise mit dem Camper in Norwegen unterwegs. Die beiden fahren auch über Oslo und würden meine Kameraausrüstung von Christian mitnehmen. Ich freue mich riesig, dass das klappt, da egal wieweit ich komme, ich das Thema noch irgendwie organisiert bekommen müsste. Schließlich verdiene ich mit der Ausrüstung mein Geld und brauche sie, sobald ich wieder zurück bin. Die beiden fahren morgen sogar vielleicht über Geilo. Vielleicht geht sich noch ein gemeinsamer Kaffee aus.

      Dann mache ich mich wieder auf den 2 km langen Weg nach Geilo zum Einkaufen und Pizza essen. Vorher wandern die alten Schuhe noch in den Müll. Es tut mir schon ein wenig weh, etwas wegzuschmeißen, was irgendwie ja noch funktioniert. Aber die Finger sind einfach durch. Und übrigens trotz des ganzen Tages in der Sonne immer noch nicht richtig trocken!

      Während ich Richtung Geilo laufe, wird mir klar: Ich gehe morgen über Jotunheimen. Ich bin nicht sicher, ob es eine endgültige Entscheidung ist. Aber es ist doch eine Entscheidung! Und mit dieser freue ich mich besonders auf Stanleys Pizza.

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      Die Pizza ist nicht so groß wie die letzte. Aber sie ist so gut belegt, dass ich am Ende wirklich satt bin. Dazu gibt es ein großes Bier. Der Laden ist recht voll. Aber ich habe einen schönen Tisch direkt am Fenster für mich alleine. Im Moment fühlt sich meine Entscheidung richtig gut an und ich kann Pizza und Bier richtig genießen. Gleichzeitig denke ich schon ein paar Tage voraus und stelle mir vor, wie ich mich zu diesem Moment zurück sehne, weil es vielleicht gerade richtig kalt, regnerisch und ungemütlich ist. Die nächsten 11-14 Tage werden ein richtiges Abenteuer. Nach fünf Tagen erreiche ich (hoffentlich) noch einmal einen kleinen Ort, wo es einen Intersport und einen Supermarkt gibt. So muss ich nicht jetzt schon für so viele Tage einkaufen. Jotunheimen heißt übersetzt übrigens „Heim der Riesen“. Vielleicht bin ich da mit meinen 1,96m gar nicht so falsch aufgehoben.

      Nach dem Pizzaessen geht’s zurück zum Campingplatz, wo ich mir noch ein Dosenbier genehmige. Die Hütte neben mir ist mittlerweile von drei Bikern besetzt. Drei „ältere Herren“ aus Wolfsburg, wie sich beim Gespräch mit einem der drei herausstellt. Nach dem Bier geht’s ins Bett. Ich bin gespannt auf morgen!
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    • Day 9

      Prestholtrunden

      July 12, 2022 in Norway ⋅ ☁️ 17 °C

      Nach einer etwas lauteren Nacht stand heute mich eine kleine Wanderung auf dem Plan.

      Auf dem Parkplatz haben außer uns noch ca 30 Schafe die Nacht verbracht, es gab Glocken geläute und eine Menge Schafkommunikation in der Nacht.

      Heute haben wir alle verdammt stolz die Prestholtrunden erwandert.

      Es wurde erstmal die Lage gecheckt, aber wenn man die meisten Höhenmeter schon hat, ist es nur logisch auch den Rest des Weges zu erobern.

      3 Stunden, 460 HM und 6,6 km.

      Erst 1200 Steintreppe bergauf dann über sehr viel Geröll bis zum Gipfel und über viel Geröll über ein Hochebene zum Abstieg.
      Isi ist wie ein kleiner Ninjawarrior von Stein zu Stein gehüpft. Kurz vor dem eigentlichen Abstieg musste noch eine kleine Schneepassage überwunden werden. Hier gab es verschieden Herangehensweisen....
      Christian ist die Schneepassage natürlich umklettert. Timo pragmatisch herunter gerutscht.

      Nach einer kleinen Busstarthilfe geht es jetzt mit meinem Laderegler (sogar original Bosch) endlich wieder mit Licht weiter. Die ständige Lichthupe, weil wir nur mit Standlicht anstelle des vorgeschriebenen Abblendlichts gefahren sind, hat auch langsam genervt...
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    • Day 9–11

      Geilo..mat

      June 2 in Norway ⋅ ⛅ 18 °C

      Ein kleiner, gemütlicher Campingplatz wird für vermutlich zwei Tage unsere nächste Station sein. Heute hat Kai uns ein veganes Essen gekocht, in seinem Kochparadies (siehe Unterstand) zauberte er uns ein sehr leckeres Gericht, sodass wir morgen gestärkt den nächsten Nationalpark in Angriff nehmen können.Read more

    • Day 7

      Übernachtung Nummer 7

      July 26, 2023 in Norway ⋅ ☁️ 13 °C

      Für heute Nacht haben wir in Geilo einen Campingplatz angesteuert. Nach dem Aufbau und dem Abendessen ging es erstmal mit einen Bier in die Sauna !
      Morgen steht dann endlich die Zipline auf den Programm.Read more

    • Day 5

      Tag 5 Hardangervidda

      July 11 in Norway ⋅ ☁️ 17 °C

      Gott sei Dank: kein Regen und beeindruckende Landschaft. Heute Übernachtung in Geilo , am Rande der Hardangervidda.

    • Day 14

      Sturm

      November 19, 2021 in Norway ⋅ 🌬 3 °C

      An sich sieht das Wetter beim Blick aus dem Fenster der kleinen Hütte hier gut aus!
      Aber der Wind ist im Durchschnitt bei ca 30-40 km/h und in Böen bis zu 95 km/h.

      Das ist wirklich sehr viel und ich will doch eine weitere kleine Wanderung machen.

      Außerdem ist es in der Richtung, in die ich weiter fahren möchte noch heftiger, Böen bis zu 110 km/h. Das ist Orkan Stärke.

      Im Laufe des Nachmittags soll es sich beruhigen.

      Aber deshalb bummeln wir etwas rum und lassen den Wind draußen heulen und an der Hütte rütteln 😬
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    • Day 7

      Übernachtung in Geilo

      August 9, 2021 in Norway ⋅ ⛅ 11 °C

      Pizza essen in Geilo. Wirklich mega lecker und kein kochen und spülen💪🏽
      Geilo ist ziemlich eingeschlafen im Sommer da es ein Skigebiet ist, steppt hier nur im Winter der Bär!
      Frühstück im Café Mocca und danach Besichtigung einer alten Stadt.Read more

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    Geilomoen

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