Vietnam
Lo Sui Tong

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52 travelers at this place

  • Day105

    Sapa Tag 2

    January 19, 2016 in Vietnam ⋅ ⛅ 29 °C

    Das Frühstück in unserem Hostel war für Asien aussergewöhnlich, vorallem wenn man bedenkt, dass wir in einem Hostel waren und nicht mehr als 5$ pro Nacht bezahlten. Die Auswahl reichte von Brot bis hin zu Cornflakes und frischen Früchten. Das Highlight war jedoch die "Egg-Bar". Auf einem Tisch wurden zwei elektrische Herdplatten platziert und dahinter ein junger vietnamesischer Typ hingestellt welcher Eier nach Lust und Laune der jungen Reisenden zubereitete inklusive Auswahl der Zur verfügung stehenden Zutaten wie Zwiebel, Tomaten usw... Diese Qualität und Variationsmöglichkeiten setzte sich bei den Getränken leider nicht fort. Green Tea und Instant Kaffee - trink oder stirb war mal wieder das Motto.
    Nach dem wir unsere Mägen gefüllt hatten starteten die Vorbereitungen für unsere bevorstehende Tour. Einige trauten ihren Schuhen diese Tour durch dicht bewachsene Wälder und Reisfeldern nicht zu und leihten sich vom Hostel für 5$ (dafür könnte man hier eine Nacht länger bleiben...) ein paar Gummistiefel. Ich vertraute meinem, vor der Reise neu erworbenen, Paar und war bereits in der Startlöchern, als andere sich noch durch die Farbauswahl der "Made in China" Plastikstiefel kämpften. Aber die Wartezeit wurde von den einheimischen Frauen versüßt. Jedes mal wenn man sich auch nur eine Millisekunde traute durch das Glas der Eingangstür einen Blick nach außen zu erhaschen sah man mindestens drei der fünf wartenden Damen winken. Ganz so als würden sie nur auf die dummen Touristen warten bis sie endlich aus den sicheren Gemäuern des Hotels rauskommen um ihnen danach jeden nur erdenkbaren Ramsch zu verkaufen. Und genau das war auch der Grund! Sie standen also vor dem Hostel und warteten auf uns. Als wir es dann trotzdem wagten unsere geschützte Umgebung zu verlassen wurde unsere Front schlagartig attackiert. "Shopping", "Handmade", "1 Dollar", die typischen asiatischen verkaufsfördernden Sprüche die ich nun seit mehr als drei Monaten fast täglich ertrage. Glücklicherweise stiegen wir sofort in einen Kleinbus und konnten flüchten bevor wir vollkommen ausgebeutet wurden - geschafft!! Doch als wir nach knapp zehn Minuten Fahrt unsere Tour in Richtung eines kleines Dorfes starten wollten kamen die ständig grinsenden Damen, auf den Rücksitzen von Motorrädern, auch schon wieder angerollt. Sie sollten uns also noch auf unbestimmte Zeit verfolgen. Die ersten Minuten unseres Marsches versuchten sie weiterhin alles möglich an den Mann bzw vorallem an die Frau zu bringen. Attackiert wurde man teilweise sogar von mehreren Seiten gleichzeitig. Als ich dann endlich allen klarmachen konnte, dass ich ganz bestimmt nichts kaufen werde da ich keinen Platz in meinem sowieso schon überfüllten Rucksack habe, wurden sie mir plötzlich sympathisch. Sie versuchten nicht mehr Geld einzunehmen, sondern begleiteten uns auf unserer Tour, halfen den weniger talentierten oder ältern Wanderern und hatten ständig ein frisches Lächeln im Gesicht. Die ersten Kilometer ging es ganz gemütlich durch ein Tal bevor wir dir ersten Hügel hinaufstapften. Immer wieder mussten wir uns den Weg über kleine Bäche von Stein zu Stein erspringen. Der Weg führte uns teilweise steil den Berg hinauf, gefolgt von einer kurzen Passage die uns wieder dem Tal näherte. Die Ausblicke wurden immer schöner. Von Minute zu Minute ließ sich die Sonne auch immer öfter blicken und brachte uns eine klare Sicht. Auf einer Berghütte wurde von unseren Tourguides ein kleines Mittagessen zubereitet. Während wir alle hungrig auf die Fütterung warteten war wieder mal Shopping an der Reihe. Es war endlich soweit! Die älteren Damen aus Little Britain, einem ehemals riesigem Königreich, konnten nicht widerstehen und warfen den einheimischen das Geld nur so entgegen. Ein Schal hier, eine Tasche dort. Mission erfüllt, dachten sich die Damen uns verließen uns noch während wir unsere Mägen füllten. Dies war auch notwendig, da wir noch ein paar Stunden Fußmarsch vor uns hatten. Die Pfade wurden zum Ende hin nicht nur immer steiler sondern auch enger und rutschiger. Vollkommen durchgefroren kamen wir teilweise ebenfalls vollkommen zur Gänze erschöpft endlich am Ziel an. Eine schöne Hütte mit mehreren Räumen und einer Küche. Die Toiletten waren absolut in Ordnung, jedoch wurden die Duschen (die bei allen ziemlich notwendig war) leider nur mit Kaltwasser versorgt. Das Angebot der Hausherrin, ein heißes Bad zu nehmen, konnte ich nicht ausschlagen. Eine halbe Stunde später in der ich alle anderen frierend aus der Dusche kommen sah, war es auch schon so weit. Ein Engländer und ich wurden zu unserem Bad gerufen. Zweifelnd standen wir vor zwei riesigen Tonnen welche zuvor mit heißen Wasser gefüllt wurden. Egal, raus aus den Klamotten und entspannen. Wir setzten uns also in unsere Tonnen. Nicht kürzer als vierzig Minuten verweilten wir seelebaumelnd darin. Im Nachhinein muss ich mir selbst ein Lob aussprechen, denn das waren die wahrscheinlich am besten investierten 5$ allerzeiten.
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  • Day106

    Sapa Tag 3

    January 20, 2016 in Vietnam ⋅ ⛅ 29 °C

    Wir übernachteten in zwei großen Räumen welche zu Matratzenlager umfunktioniert wurden. Eine Matratze folgte der nächsten. Wie vermutet wurde es nachts noch viel kälter als es tagsüber schon war. Doch anders als vermutet hatten wir alle sehr dicke Decken unter welchen man nicht frieren musste. Diese Meinung teilte ich nicht zwei Personen welche sich vermutlich nur aufgrund der Kälte eine Decke teilten...
    Wir mussten abermals früh aufstehen. Das Frühstück war wieder mal traumhaft. Es gab sogar Pancakes. Während unserer Fressorgie sah ich die Dame des Hauses Taschen und Schals aus Plastikverpackungen auspacken. Wie vermutet waren diese Teile also nicht von ihnen selbst gefertigt und wurden jedoch trotzdem als solche an die ahnungslosen (dummen) Touristen zu vollkommen überzogenen Preisen (20$ für einen Schal) verkauft. Nach einem schnellen Gruppenfoto machten wir uns aber wieder auf den Weg, da ein etwa vierstündiger Abstieg auf uns wartete. Solange es nicht bergauf geht bin ich immer an der Spitze, quasi der Pacemaker. So auch an diesem Tag. Direkte Verfolger waren eine Irin, vermutlich in ihren fünfziger und noch sehr fit, und eine junge Dame mit chinesischen Wurzeln namens Candy aus Singapur. Als wir nach den vier Stunden endlich in einem kleinen Dorf im Tal angekommen waren gab es erstmal Mittagessen. Vor kurzer Zeit noch hätte ich den folgenden Satz ganz sicher nicht so geschrieben, da war schon seit 1 1/2 Tagen ohne Verbindung zur Aussenwelt unterwegs waren. Aber... Wir saßen beim Mittagessen, doch anstatt sich auf die Speisen zu konzentrieren oder sich mit den anderen zu unterhalten, hatten ALLE bis auf mich (kaum zu glauben, aber ich nehme mein Iphone fast nur noch zum fotografieren und zum schreiben aus dem Rucksack) ihr Smartphone in der Hand. Der Grund hierfür war das freie W-Lan, und alle wollten natürlich sofort ihre Nachrichten und Facebook aktualisieren. Aber nicht ich, ich widmete meine Konzentration vollkommen dem Essen, da wir danach sowieso den restlichen Tag gelangweilt im Hostel verbringen würden konnte ich das auf später verschieben. So war es natürlich auch, denn wir haben das Hostel nur für eine Fußmassage und zum Abendmahl verlassen. Die Massage war einfach nur traumhaft. Wir durften auf komfortablen Sitzen platz nehmen und wurde mit Decken zugedeckt. Serviert wurde heißer Tee und eine kleine Wanne mit heißem Wasser zum Füße aufwärmen. Direkt vor unserer Nase war eine köstliche Notiz an der Wand platziert - "This is a professional massage spa - NO SEX"
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  • Day42

    Sa Pa Trekking Tour Tag 2

    November 12, 2018 in Vietnam ⋅ ⛅ 20 °C

    Tag 2 der Tour hat den ersten Teil noch getoppt: sind im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein, durch Bambuswälder, Reisterrassen und Flussbette gewandert. Unsere Hmong Frau hat uns gezeigt, wie man aus Farnen Herzen bastelt und uns auch einiges über die einzelnen Dörfer erzählt. Die Dörfer können untereinander schwer kommunizieren, alle sprechen ihre eigene Sprache; manche sprechen nicht mal vietnamesisch. Die Menschen leben nahezu isoliert von der Außenwelt, die meisten haben ihre Dörfer noch nie verlassen.
    Nachmittags sind wir dann aus Ta Van abgeholt worden und zurück nach Sa Pa gekommen. Wurden von Chi, der Leiterin des Hostels bekocht und hatten einen netten Abend mit zwei Portugiesinnen.
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  • Day164

    Sa Pả

    February 12, 2017 in Vietnam ⋅ ⛅ 20 °C

    Die Nacht ist kurz, denn schon um 7.00 Uhr werden wir abgeholt zu unserer 6stündigen Fahrt ins Nördliche Bergland, die uns bis an die Grenze zu China bringen wird.
    Ein Highlight der Region soll das kleine Bergstädtchen Sa Pa sein. Wie wir bei Ankunft merken, aber auch der größte Touristenmagnet. Von dörflichem Charme ist nichts zu spüren, wir kommen uns eher vor wie in einem Skiort mit all seinen Bars, Hotels und Shops. Dazwischen ab und zu kleine Garküchen, und - was uns sofort auffällt - viele in Tracht gekleidete Frauen mit großer Kiepe auf dem Rücken, allzeit verkaufsbereit! Natürlich dürfen auch hier die Mopeds nicht fehlen. Über allem liegt ein grauer Nebel und es ist sehr kalt, nicht gerade ein fantastischer Empfang.
    Wir checken ein und kurz darauf werden wir von unserem Guide zur Nachmittagswanderung abgeholt. Er eröffnet uns, dass er heute nur der Ersatz ist, denn der eigentlich vorgesehene Guide kann erst morgen zu uns stoßen. Ok, wir laufen durch Sapa zum Dorf Cat Cat. Zwischendurch noch schnell Mittagessen im einheimischen Restaurant. Da merken wir bereits, dass sich unser Guide mehr für sein Handy als für uns oder für Erklärungen zur Stadt oder ähnliches interessiert.
    Cat Cat ist so ein Vorzeigedorf, in dem die Minoritäten ein bisschen wir im Zoo ausgestellt werden. Sicher, wir sehen echtes Kunsthandwerk und auch die einfache Lebensweise, aber irgendwie hat hier der Tourismus die Lage der Menschen verschlimmbessert und wir kommen uns vor wie auf dem Tourimarkt, mit eingeschlossener Folkloreshow (die übrigens sehr schön war: https://1drv.ms/v/s!AiUv8teodO-roGDHmvpxqZYZoTgp).
    Während der gesamten Zeit laufen 2 Damen der schwarzen Hmong mit ihren Kiepen mit uns mit und versuchen ein wenig mit uns zu plaudern. Uns ist schon klar, dass sie uns am Ende irgendetwas aus der Kiepe verkaufen wollen. Mal sehen, was das wird.
    Zu dem Dorf erklärt uns unser Guide auch nicht viel und wir schauen uns einfach um. Am Ende bringt er uns wieder zum Hotel und ich kläre mit unserem Travelagent, dass wir einen solchen Guide für die kommenden 2 Tage nicht brauchen und er verspricht uns nur den Besten.
    Am Ende der Wanderung haben uns die beiden Damen tatsächlich selbstgenähte und -gestickte Kunsthandwerksdinge angepriesen und wir haben zwei Taschen gekauft. Im Nachhinein sind wir froh darüber, denn das ist teilweise die einzige Einnahmequelle der Familie, solange kein Reis angebaut und geerntet wird.
    Das werden wir aber erst in den kommenden 2 Tagen auf unserer langen Wanderung in den Bergen, Dörfern und durch die Reisfelder, von unserem neuen Guide Ta erfahren.
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  • Day9

    tt. Sa Pa

    September 8, 2016 in Vietnam ⋅ ☀️ 24 °C

    Letzter Tag in dem wunderschönen Dorf Ta Van.
    Morgen geht es mit dem Bus weiter in die im Norden gelegene Provinz Ha Giang.

  • Day6

    Sa Pa Stone Church

    September 16, 2015 in Vietnam ⋅ ☁️ 24 °C

    Sehr kleine aber wunderschöne Stadt❤️ Die Strassen sind ein wenig konfus, aber die Aussicht bzw die ganze Region ist unglaublich.
    Die Hmong s sind zu Anfang ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber gute Verkäufer 😉 und super hübschRead more

  • Jan6

    Endlich raus

    January 6 in Vietnam ⋅ ⛅ 23 °C

    Wie der Titel verrät, haben wir die Tage in Sa Pa wirklich gebraucht. Schon während der Fahrt von der chinesisch-vietnamesischen Grenze nach Sa Pa, kamen wir in den Genuss des tollen Bergpanoramas der nordvietnamesischen Berge. Von Sa Pa ging es mit dem Taxi in ein kleines Tal, in dem unser Homestay lag. Wir hatten uns gegen ein Hostel in der Stadt und für eine Unterkunft weiter draußen entschieden. Erst waren wir uns noch unsicher gewesen, weil wir immer einen Berg bis zu Stadt hochlaufen mussten (ca. 1,5 km steil bergauf), aber im Nachhinein war es die beste Entscheidung, die wir hätten treffen können. Sa Pa ist keine schöne Stadt, die Schönheit kommt durch die Umgebung (wunderschöne Berge, Reisfelder, kleine Wasserfällle etc.). Die Stadt ist extrem touristisch, gefühlt besteht die ganze Stadt nur wegen des Tourismus. Für uns war alleine die Menge an westlichen Touris schon etwas schwierig. Die Westler*innen, die wir auf dem bisherigen Teil unserer Reise trafen, können wir an einer Hand abzählen. Wir haben uns in Sa Pa häufig als wandelnder Geldbeutel gefühlt, als Personen, für die ein „traditionelles“ Leben inszeniert wurde und für die die Einheimischen ihre eigentliche Lebensweise aufgegeben hatten. Kleinkinder in traditionellen Kostümen versuchten ständig uns Dinge zu verkaufen, während sie ihre noch kleineren Geschwister auf dem Rücken trugen, von allen Seiten wurde man ständig angesprochen , ob man nicht etwas kaufen, eine Massage wolle oder ob wir nicht lieber mit dem Motobike fahren würden. Dabei waren wir doch zum Wandern gekommen, nicht zum Shoppen oder Moto fahren.

    Und das machten wir dann auch am ersten vollen Tag (2.1.). Die Vorbereitung für unsere Wandertour war erst mal etwas schwierig, da es kaum Informationen über selbstorganisierte Touren gibt. Auch der Lonely Planet empfahl, sich einen Guide zu nehmen. Da wir aber nicht 30-40€ pro Person für eine Tagestour ausgeben wollten, recherchierten wir fleißig und wurden fündig. Auf einem Blog hatte ein Mann zwei Touren hochgeladen, die genau das versprachen, was wir machen wollten: ein bisschen durch die Berge und Reisfelder streifen ohne ständig angequatscht zu werden. Also bogen wir nach einiger Zeit von dem normalen Weg Richtung Sa Pa ab und folgten einem ausgetretenen kleinen Pfad, der sich an den Bergen entlangschlängelte. Schon nach wenigen Minuten hatten wir einen tollen Blick auf die Reisfelder und die gegenüberliegenden Berge. Das schöne, sonnige Wetter trug ebenfalls zu einem unglaublichen Naturschauspiel bei. Normalerweise ist es in und um Sa Pa sehr sehr diesig. Innerhalb von Minuten zog manchmal das ganze Tal zu und alles wurde in dichte Nebelschwaden eingehüllt. Zum Teil konnte man dann keine 20m mehr weit gucken (kein Witz) und die Luftfeuchtigkeit war so hoch, dass es schwer zu sagen war, ob das noch Nebel oder schon Nieselregen war. Doch an diesem Tag präsentierte sich Sa Pa von seiner schönsten Seite. Für uns beide war es auf jeden Fall der Höhepunkt unserer bisherigen Reise. Vollkommen alleine und weit ab vom Touri-Trubel streiften wir durch die Bambushaine, trafen ein paar Wasserbüffel und überquerten einen Fluss über ein „Brücke“ aus ein paar Bambusrohren. Nach einiger Zeit senkte sich der Weg zum unteren Teil des Tals und dann in Richtung des Cat Cat Dorfs. In den Nordvietnamesischen Bergen gibt es noch viele kleine Bergvölker. Rund um Sa Pa gibt es einige Dörfer, die von diesen Minderheiten bewohnt werden, so auch das Cat Cat Dorf. Einige dieser Dörfer sind einfach nur normale Dörfer, andere sind extrem touristisch aufbereitet. Wir erwischten letzteres. Für 70.000 Dong (~3€) Eintritt erhielten wir Einblick in ein „traditionelles Dorf“. Na ja oder was halt davon übrig geblieben ist. Es reihte sich ein Geschäft an das andere. Überall wurden traditionelle Stoffe verkauft oder wie in China Kostüme zum Fotografieren verliehen (in welchen sogar überraschend viele Leute herumliefen, die eindeutig nicht einheimisch aussahen). Das Dorf selbst ist in einem winzigen Tal gelegen, ein Wasserfall rauscht herunter und der Fluss schlängelt sich gemächlich zwischen den Holzhütten entlang. Der Rest ist komplett absurd - jede Sitzgelegenheit ist irgendwie fancy aufbereitet um dort das perfekte Foto zu schießen. Jede Stunde tanzen junge Einheimische der H‘Mong Minderheit für die Touris und alles wirkt eher wie eine Freizeitpark, nicht wie ein traditionelles Dorf. Wir waren etwas erschlagen von all diesem Eindrücken. Trotzdem hatte das Dorf auch Charm und war wunderschön anzugucken, genießen konnte man es aber erst, wenn man all die äußeren Umstände ausblendete. Nachdem wir etwas durch das Dorf gestreift waren und uns häufig verstohlen angegrinst hatten, weil sich wieder irgendein Touri zum Eumel gemacht hatte, ging es entlang eines kleinen Flusses in einen nahegelegen Wald. Bereits nach wenigen Schritten war es wunderbar ruhig und wir hatten den Wald wieder für uns alleine. Auf dem ganzen Weg begegneten uns nur vier Leute. Wir streiften auf einem kleinen Weg entlang des Flusses und dann einen kleinen Hügel hinaus. Auf der entgegengesetzten Seite eines kleinen Hügels kehrten wir dann wieder zurück ins Dorf. Von dort aus ging es ziemlich geschafft nach Hause und bereits um 21 Uhr fielen Jonas die Augen zu (Judith ließ sich noch ne Stunde länger Zeit).

    Auch der nächste Tag (3.1.) versprach gutes Wetter und so nutzten wir dies für eine 22 km Hardcore-Wandertour auf die andere Seite von Sa Pa. Auch dies wieder ohne Guide und nur mit einer App (Komoot) bewaffnet. Es lief alles super, der Weg war einfach zu finden und wieder waren wir die einzigen Westler*innen. Diesmal gab es weniger Panorama zu sehen, dafür ging es aber durch mehrere wirklich authentische Dörfer. Häufig war das auch sehr bedrückend, weil wir die Armut der Menschen ziemlich direkt um die Ohren gehauen bekamen. In einem Dorf hatten fast alle Frauen blaue Hände vom Färben der traditionellen dunkelblauen Stoffe mit Indigopflanzen. Diese hatten wir am vorherigen Tag schon in den Tourishops gesehen. Es herrschten sehr sehr einfache Bedingungen, hier schien sehr wenig von dem vielen Geld anzukommen, was die Touris nach Sa Pa bringen. Wir können uns gut vorstellen, dass es dort auch kein fließend Wasser oder Strom gibt. Es war natürlich interessant, aber wir fühlten uns auch schuldig und sehr komisch als reiche weiße Westler*innen quasi Armutstourismus zu betreiben (wenn man es hart ausdrücken will). Die Menschen in dem Dorf beachteten uns nicht groß, halfen uns dann aber freundlicherweise den Weg zu finden. Dieser endete jedoch mitten in einem Reisfeld an einem Zaun. Anscheinend hatte der dortige Bauer sein Land etwas vergrößert, denn auf unserer Karte sollte der Wanderweg auch dort weitergehen. So liefen wir das erste Mal an diesem Tag über winzige Pfade queer durch die Felder und durch einen seichten Bach. Unser Ziel das Mat Cha Dorf erreichten wir nach Zahlung des Eintrittsgeldes (40.000 Dong ~1,5€). Anders als im Cat Cat Dorf gab es hier aber eigentlich nichts touristisch Interessantes. Es war halt ein Dorf. Die Menschen gingen ihrem Tagewerk nach, knatterten mit Motos an uns vorbei und Kinder spielten auf der Straße. Eigentlich genau das was wir sehen wollten. Wir entdeckten riesige Felder einer nicht zu identifizierenden Heilpflanze (Schild mit „medizinischer Pflanzenanbau“ stand daneben). Später stellte sich beim Gespräch mit unserem Host heraus, dass all die vielen gleichen Felder Artischokenfelder waren und die Blätter für einen Tee und Medizin genutzt werden. Diese helfen bei Magenbeschwerden und unterstützen die Verdauung.
    Nach einem kurzen Kaffestopp ging es über eine andere Route zurück. Diese führte uns bis zur Schnellstraße (zweispurig) Richtung Sa Pa. In der Hoffnung diese zu umgehen, liefen wir auf Verdacht in ein paar Felder hinein und fragten uns bei den Bäuer*innen durch. Sie halfen uns auch etwas, schlussendlich liefen wir aber nur ein kurzes Stück im Tal zwischen den Feldern weiter und begaben uns dann wieder hoch zur Straße. Es war schon relativ spät geworden und wir wollten nicht im Dunkeln zwischen den Feldern herumirren. Deswegen liefen wir noch knapp 5 km an einer vielbefahrenen Serpentinenstraße entlang (wir waren fast die einzigen Fußgänger*innen) und kamen sehr erschöpft in Sa Pa an.
    Anstatt früh schlafen zu gehen gerieten wir aber noch in ein sehr langes und angeregtes Gespräch mit unserem Host Dinh, der in Hanoi studiert hatte und nun in dem Homestay arbeitete um sich Geld zum Reisen zu verdienen. Nachdem er etwas aufgetaut war, wurde das Gespräch noch wirklich interessant und wir quatschten über dies und das. Als dann später das andere Pärchen im Homestay nach Hause kam und sich auch noch dazugesellte wurde es dann noch ein wirklich schöner und langer Abend. Das japanisch-chinesische Pärchen reist ebenfalls durch Südostasien, und betreibt dabei einen kleinen Visarun zwischen China, Laos und Vietnam (da sie immer 15 Tage visafrei nach Laos und Vietnam kommen und das alle 30 Tag). So pendeln sie gerade etwas hin und her. Er kann mit Internet von überall arbeiten und sie macht Übersetzungsarbeiten. Während sie am Nachbartisch noch arbeitete tischte Naoto uns seine Lebensgeschichte auf - und was für eine. Er hatte schon in mehr Ländern gelebt als wir hätten aufzählen können und spricht 10 Sprachen. Eine davon ist Deutsch und wir hatten uns auch schon etwas auf Deutsch unterhalten (er hat für einige Monate in Baden Württemberg in einer anthroposophischen Gemeinschaft gelebt). Noch interessanter war sein Studienfach, er hatte traditionelle indische Musik studiert und dafür 7 Jahre in Indien gelebt. Als Beweis gab es eine kleine Kostprobe (Gesang mit Ukulele) und eine kleine theoretische Unterweisung in die Komplexität indischer Musik (bspw. nutzen sie viel mehr Zwischentöne, nicht wie wir nur Halbtöne). Nach einem langem Abend ging es dann ins Bett.

    Und beim Thema Bett sind wir bei den Schlafbedingungen im Homestay. Wir hatten uns auf Lautstärke durch Tiere und Menschen draußen eingestellt, aber was in der ersten Nacht los war war nicht mehr feierlich. Um 23 Uhr begann ein heftiger Streit zwischen der Betreiberin vom Homestay und dem Hausbesitzer. Fast eine Stunde hielt uns das wach und auch die anderen Tage war der Hausbesitzer, der unten wohnte, sehr laut. Auch lag die Feuerstelle der Besitzer-Familie direkt unter unserem Zimmer und unser ganzer Raum stank nach Rauch. Am dritten Abend wurden wir dann aufgeklärt, wieso es zum Streit gekommen war. Die Betreiberin hatte schon länger geplant aus Sa Pa nach Bac Ha zu ziehen (einem noch nicht so touristischen Bergort). Dort baute sie auch schon seit einiger Zeit ein eigenes Haus. Das hatte sie bisher aber noch nicht dem Hausbesitzer mitgeteilt, der ziemlich sauer darüber war. Er schmiss sie kurzerhand raus und wir konnten dadurch auch nur bis Samstag bleiben.
    Für die restlichen zwei Tage hieß es am 4.1. also eine neue Bleibe suchen. Diese fanden wir ein paar Meter weiter in einem anderen Homestay, was aber nicht ganz so schön war, weil die sehr nette Betreiberin verreist war und ihre beiden Angestellten sich nicht groß um uns scherten. Für die restlichen zwei Tage war schlechtes Wetter angesagt worden und wir hatten uns eigentlich schon gefreut, in unserem ersten Homestay im Aufenthaltsraum mit den großen Fenstern zu sitzen, zu lesen und den Rest unserer Vietnamreise zu planen.
    Denn Planung ist momentan wirklich wichtig. Wir hatten ja schon über das vietnamesische Neujahrsfest berichtet (25.Januar). Die Tage drum rum herrscht Ausnahmezustand in Vietnam. Vor allem am 25. bis 27. sind Hotels teurer, die meisten Restaurants und Sehenswürdigkeiten geschlossen und Züge ausgebucht (weil alle Einheimischen zu ihren Familien reisen). Dinh empfahl uns schnellstmöglich alles zu buchen und so müssen wir momentan einen Monat Vietnam vorbereiten. Anders als bisher, wo wir immer nur den nächsten Stopp gebucht hatten, heißt es jetzt mindestens 5 Unterkünfte und Züge zu finden und zu schauen, was wir wahrscheinlich in Ninh Binh, Hué, Hoi An, Da Lat und Ho Chi Minh City (inkl. Mekongdelta) machen wollen (um abzuschätzen wie lange wir bleiben). Das stresst uns gerade etwas und wir brauchten die beiden freien Tage in Sa Pa wirklich dringend um wenigstens schon ein bisschen was vorzubereiten.
    Dementsprechend passierte Samstag und Sonntag gar nicht mehr so viel in Sa Pa. Das Wetter war auch nicht mehr so gut und wir saßen viel mit einem ultrasüßen Welpen und unseren Reiseführern/IPad/Handys im Homestay und in unserem Stammcafé in SaPa um zu planen.

    Die nächste Station ist dann Hanoi (die Hauptstadt), wo wir Judiths Eltern treffen, die eine vierwöchige Südostasienreise machen und am 10. von Hanoi aus zurückfliegen.
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  • Jan5

    Einmal von Berlin nach Vietnam bitte!

    January 5 in Vietnam ⋅ 🌙 15 °C

    Heute beim Reisebüro Hase-Eckert (noch im Aufbau) im Angebot: eine Low-Budget-Reise Berlin -> Sa Pa. Unser Zahlen-Freak Jonas hat extra für euch eine kleine Zusammenfassung der Kosten erstellt, also worauf ihr euch einstellen müsst, wenn ihr auch mal von Berlin nach Vietnam mit dem Zug reisen wollt.

    Vor allem aber hat es uns selbst interessiert, wie sich unsere bisherigen Kosten aufschlüsseln.Wir haben alle Kosten pro Person angeben und es sind ungefähre Preise, die abhängig vom jeweiligen Umrechnungskurs sind, nagelt uns also nicht auf die genauen Zahlen fest. Wir haben in Russland immer einen Kurs von ca. 1€ = 70 Rubel angenommen, in der Mongolei 1€ = 3.000 Tögrög und in China 1€ = 7,7 Yuan. Nun sind wir übrigens bei 1€ = 25.000 vietnamesische Dong 😅 .

    Eine Zugreise von Berlin->Sa Pa ist also mit folgenden Kosten verbunden:

    Zuallererst ein Kostenpunkt, den wir etwas unterschätzt haben: Visakosten. In die Mongolei durften wir ganze 30 Tage kostenlos rein und auch nach Vietnam hätten wir für 15 Tage kein Visum gebraucht (wir wollen aber mindestens 30 bleiben). Die Visa für Weißrussland (Transitvisum), Russland und China haben wir im Vorhinein in Deutschland arrangiert. Um Stress zu vermeiden, sollten man für Russland und China eine Agentur bemühen, auch wenn es etwas teurer ist.

    Weißrussland 60€
    Russland 99€
    China 155€
    Vietnam 45€
    __________________
    Gesamt 359€

    Nun die Unterkünfte: wir haben eine Nacht von Berlin nach Moskau, 18 Nächte in Russland, eine Nacht in der Mongolei, eine auf dem Weg nach Peking und 23 Nächte in China verbracht. In Russland waren wir 13 Nächte in Städten und 5 Nächte in Zügen, in China waren wir immer in Unterkünften, da wir nicht Nachtzug gefahren sind. Wahrscheinlich waren die Unterkünfte auch etwas günstiger, da Nebensaison ist und sie kaum ausgebucht waren. Auch haben wir in China Booking.com und Airbnb verglichen, was sich in Peking und Kunming deutlich gelohnt hat. Außerdem haben wir bisher immer in einem Doppelzimmer geschlafen, in einem Dorm/Bettenlager wäre das ganze noch günstiger gewesen. Hier aufgeführt sind die Preise für ein Doppelzimmer pro Person (also quasi ein halbes DZ😁)

    Russland 121€ Ø 9,30€ pro Nacht
    Mongolei 10€
    China 187€ Ø 8,10€ pro Nacht
    _____________________________
    Gesamt 308€ Ø 8,32€ pro Nacht

    Für Freizeitaktivitäten haben wir dagegen in Russland deutlich weniger ausgegeben. Dazu zählen sowohl Nahverkehr, Eintritte, Führungen und weitere Ausgaben, wie eine SIM Karte. Die Kosten für Nahverkehr haben wir überschlagen. Sowohl in Russland als auch in China war das extrem billig. In China haben wir bspw. für die Metro 2 bis 5 Yuan (35 bis 65 Cent) und für Busse 1 bis 2 Yuan bezahlt.

    Russland 45€ Ø 2,50€ pro Tag
    Mongolei 8€
    China 115€ Ø 5,00€ pro Tag
    __________________________
    Gesamt 168€ Ø 3,73€ pro Tag

    Nun ein großer und wichtiger Punkt: das Essen. Wir gehen ja mindesten ein- bis zweimal am Tag essen, was aber häufig ähnlich viel kostet, wie Selbstkochen. In unsere Essenpreise fallen natürlich auch Ausgaben für Snacks, für Obst zum Frühstück und Lunchpakete für die Fahrten rein. Leider mussten wir außerdem extrem viel Wasser kaufen, da das aus dem Wasserhahn nirgendwo trinkbar war. An dem einen Tag in der Mongolei waren wir etwas "verschwenderisch", da hatten wir uns aber auch für die 31h Fahrt nach Peking gut eingedeckt.

    Russland 144€ Ø 8,00€ pro Tag
    Mongolei 20€
    China 176€ Ø 7,65€ pro Tag
    _________________________
    Gesamt 340€ Ø 7,90€ pro Tag

    Das Spannendste zum Schluss: die Züge:
    Da wir unter 27 sind kostete der Zug nach Moskau 30% weniger für uns, also nur 125€. Auf keinen Fall bei der Deutschen Bahn buchen, die hätten das Doppelte verlangt 😱😡! In Russland variieren die Ticketpreise immer um einen gewissen Wert +- 5€ , je nach Nachfrage. Auch haben wir leider erst zu spät erfahren, dass die Tickets von Ulan Bator nach Peking deutlich günstiger hätten sein können. Zahlt man in Russland dafür 174€, sind es in der Mongolei einen Tag vor Abreise nur noch 90€. Man riskiert dabei halt, keinen Platz mehr zu bekommen (unser Zug war extrem leer, also ein sehr geringes Risiko im Winter). Auch hätten wir in China ähnlich günstig reisen können wie in Russland. Wir haben uns hier aber gegen Sparsamkeit und für Schnelligkeit entschieden, bzw. gab es nach Kunming und nach Hekou nur Schnellzüge. Die meisten anderen Routen werden aber sowohl von alten, langsamen, als auch von Schnellzügen befahren. Die Highspeed-Züge in China kosten durchschnittlich 50% mehr (manchmal fast gleich viel, manchmal fast das Doppelte), sind dafür aber extrem viel schneller (bis zu 310km/h).

    Berlin -> Moskau 125€ 6,78€ pro 100km
    Moskau -> Ulan Bator 174€ 2,78€ pro 100km
    Ulan Bator -> Peking 174€ 26,15€ pro 100km
    Peking -> Hekou 178€ 4,25€ pro 100 km
    _____________________________________
    Berlin -> Hekou 551€

    Zum Vergleich, ein durchschnittlicher Flug von Berlin nach Hanoi kostet momentan 599€, ohne Aufgabegepäck. Natürlich entfallen die Visakosten für die Transitländer, man sieht aber halt auch nichts von diesen 😉.

    Natürlich kommen noch einige individuelle Ausgaben im Vorhinein der Reise hinzu (einige Anschaffungen, Medizin, Essen etc.), was wir aber nicht mehr genau beziffern können.

    Die Kosten der Reise belaufen sich folglich bisher auf folgende Beträge pro Person:

    Unterkunft: 308€
    Freizeit: 168€
    Essen: 340€
    Züge: 551€
    Visa: 359€
    ______________________________
    All inclusive Paket Gesamtpreis: 1.726€

    Ab 2.500 € organisieren wir euch also eine schicke, 45-tägige Reise von Berlin bis Vietnam und machen damit noch ordentlich Gewinn 🤑
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Lo Sui Tong

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