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Weltreise 2016 bis 2017

1 Jahr durch die Welt, das ist unser Ziel. Les mer
  • Purnululu NP

    7. oktober 2016, Australia ⋅ ☁️ 8 °C

    Die Kimberly-Region ist eine der letzten wirklich abgeschiedenen Regionen Australiens und geologisch eines der ältesten Gebiete der Erde. Hier herrschen extreme Klimaschwankungen. Hitze in der Trockenzeit, sintflutartige Regenfälle und auch Temperaturen um 0 °C machen diese schwer zugängliche Region zum unwirtlichen Land. Es gibt nur 3 kleine Orte mit insgesamt ca. 1.000 Einwohnern (2 Drittel Aborigines und 1 Drittel Weiße): Halls Creek, Fitzroy Crossing und Derby - alle drei werden wir besuchen.
    Vor allem aber, und das freut uns sehr, gibt es wenig Tourismus. Diese wunderschöne Gegend wurde nämlich erst 1983 von einem Filmteam wiederentdeckt und durch ihren Dokumentarfilm in der Welt bekannt gemacht. Entdeckt wurde die Gegend auf einer Expedition 1879 durch Alexander Forrest, der von Broome einen Weg zur Nordküste suchte. Da ihm die Berge den Weg versperrten, musste er einen Umweg über Süden machen und fand so die Bungle Bungle. Das war die erste Exkursion in dieser Gegend. Die beste Reisezeit ist von April bis September, jetzt im Oktober werden die Unterkünfte dicht gemacht und es ist sogar schwierig, für unsere kleine Reisegruppe etwas zu essen zu organisieren. So müssen wir z.B. heute schon die Sandwiches für übermorgen bestellen.
    Das hält uns natürlich nicht auf und wir machen uns auf den Weg in den Purnululu NP, 2.500 km2 groß und gelegen in der East Kimberly Region. Die ersten 200 Kilometer schaffen wir locker auf dem Great Northern Highway. Kurz vor unserem wichtigen Abzweig in den NP machen wir eine Kaffeepause in einer kleinen Aboriginesgemeinde, die seit ca. 1970 hier lebt und ihr eigenes Land pachten musste, um sich hier anzusiedeln. Hier leben 60 der besten Maler und es gibt eine kleine Galerie. Die Warmum Arts können wir besuchen und bekommen sogar von einem der Maler persönlich die Geschichte eines seiner Bilder erklärt, was sehr außergewöhnlich ist, da die Geschichten der Aborigines nur untereinander weitergegeben werden.
    Nun beginnt der anstrengende Teil der Fahrt, in unserem Luxusgeländeoutdoorbus schaukeln und hopsen wir ca. 60 Kilometer auf dem unbefestigten Spring Creek Track und brauchen für diese Strecke ungefähr 2 Stunden. Paul macht das hervorragend und so kommen wir sicher an unser Ziel für die nächsten 2 Tage: die Bungle Bungle mit einer Ausdehnung von ca. 25 x 30 Kilometern.
    Und was ist das nun eigentlich, was uns hierher in die hinterste Ecke Australiens gelockt hat? Die wenigen Beschreibungen sagen es so: Ein geologisches Wunder, uralte Felskunst, riesige Sandsteindome, tropische Wasserlöcher, gewaltige Bienenstöcke, zerklüftete Schluchten ... Das klingt supi, da wollten wir unbedingt hin und das war ein Hauptgrund für diese Reise!
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  • Echidna Chasm

    7. oktober 2016, Australia ⋅ 🌬 31 °C

    Nun ist es endlich soweit! Nach einem leckeren Picknick im Nirgendwo und bei 40 °C im Schatten wandern wir langsamen Schrittes und mit reichlich Wasser im Rucksack in die Echidna Chasm (=Spalte). Ein wunderschöner Weg durch herrlich rotes Gestein (Rost). Wir laufen im ausgetrockneten Flussbett einen palmengesäumten Weg - ein Zeichen für die Fruchtbarkeit auch in der Trockenzeit. Steile Felswände ragen auf beiden Seiten bis zu 100 Meter in die Höhe. Wir laufen durch schulterbreite Schluchten und kathedralartige Räume. Es ist so widersprüchlich, auf der einen Seite der schönste Palmengarten und auf der anderen Seite die hohen Felsen und die trockene Wüstenvegetation! Hier bekommt ihr einen Liveeindruck: https://1drv.ms/v/s!AiUv8teodO-roBHusxV9ziXq0h6K.
    Es ist so schön!!! Das ist Australien pur, wir sind angekommen!!!
    Nach einem letzten Lookout kommen wir in schwindendem Abendlicht (Dämmerung gibt's hier nicht) in unserem Bungle Bungle Bushcamp an und werden ganz lieb begrüßt. Das Camp hat eigentlich seit 5 Tagen geschlossen und nur für uns verlängert. Wir sind die einzigen Gäste und es geht uns hier so richtig gut! Kein Ort weit und breit. Nur Natur, unsere Hütten, super hausgemachtes Essen und - ein Pool 😆!!! Und kalte Getränke!!! Ein Traum!!!
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  • Cathedral Gorge

    8. oktober 2016, Australia ⋅ ⛅ 11 °C

    Ein heißer Tag steht bevor (natürlich) und daher beginnt er früh. Wir wollen in den südlichen Teil der Bungle Bungle Range, um die gestreiften Bienenkorbberge zu sehen. Unser Trail zur gewaltigen Cathedral Gorge (=Schlucht) führt uns über 360 Millionen Jahre altes Gestein! Da spüren wir die Erdgeschichte direkt unter unseren Füßen! Der einfache Cathedral Gorge Walking Trail (3 km inklusive Rückweg) endet an einem Wasserbecken, das von einem natürlichen Amphitheater umgeben ist. Im Anschluss gehen wir noch den 1 km langen Rundwanderweg namens Domes Walk, welcher uns direkt durch die bienenkorbartigen Sandsteingebilde, denen die Bungle Bungle ihren Namen verdankt, führt. Laut unseren Guides, kommt der Name aus der Aborigines Sprache und bedeutet im weitesten Sinne 'Pinkeln'. Es gibt hier eine Schabe, die auf der Unterseite rot/schwarz gestreift ist. Wenn diese in Gefahr gerät, steckt sie ihren Kopf in den Boden, reckt ihr Hinterteil mit der Unterseite zum Angreifer in die Luft und pinkelt dem Angreifer eine Scharfe Flüssigkeit entgegen. Da das wohl den Felsen ähnlich sieht, haben die Aborigines die Berge 'Pinkeln Pinkeln' genannt.Les mer

  • Bungle Bungle Range Helicopter View

    8. oktober 2016, Australia ⋅ ⛅ 14 °C

    Da man dieses wunderbare Gebiet von seiner schönsten Seite von oben betrachten sollte, haben wir am Mittag einen Hubschrauberrundflug über die Bungle Bungle Range gebucht. Ohne Türen hat der Wind sehr an uns gerissen und wir sind froh, dass die Kopfhörer unsere Sonnenbrillen festhalten. Seht einfach selbst: https://1drv.ms/v/s!AiUv8teodO-roBKEw9fhbgHSa63Z.
    Wir haben einen superschönen Flug über dieses uralte Gebirge. Wir sehen sanfte Hügel, tiefe Einschnitte, Flussläufe, Tigerstreifen ohne Ende und in allen Farbschattierungen ...
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  • Piccaninny Creek Trail - The Window

    8. oktober 2016, Australia ⋅ ⛅ 26 °C

    Nach einem leichten Mittagessen im Camp haben wir immer noch nicht genug gesehen. So treffen sich um halb 3 - in der schönsten Hitze - 13 Verrücke, inklusive Guide + Guidin, zur nächsten Wanderung. Nur wer einmal bei 40 Grad im Schatten in der Sonne gewandert ist, kann davon eine Vorstellung haben! Es ist total anstrengend und echt furchtbar heiß - und herrlich!!! Wir laufen den Piccaninny Creek Trail Teil 1 bis zum 'The Window' - immer im Flusslauf. Den Abstecher zum Piccaninny Lookout schaffen wir auch noch und danach sind wir nur noch ein Schatten unserer selbst und fallen platt in den Pool.
    Die Schönheit dieser einmaligen Gegend kann ich nicht mit Worten beschreiben. Schaut euch einfach die Bilder an! Vielleicht bekommt ihr eine kleine Vorstellung und könnt verstehen, warum es uns hier so unheimlich gut gefällt. Es ist jeden Zentimeter Weg und jedes Grad Celsius wert!
    Wir genießen es so sehr!!!
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  • Fitzroy Crossing

    9. oktober 2016, Australia ⋅ ☀️ 39 °C

    Mit unserem Hightechbus wackeln wir auf dem Track zurück zum Highway. Der Great Northern Highway ist übrigens erst 1980 gebaut worden. Vorher gab es nur Rumpelstraßen, was das Reisen hier deutlich beschwerlicher machte. Wir fahren Richtung Westen, denn der nächste Nationalpark wartet auf uns!
    Vorher erwartet uns noch ein Minihighlight: Der China Wall. Wir besuchen ihn nur, weil er auf dem Weg liegt, denn mit der chinesischen Mauer ist er natürlich nicht zu vergleichen. Es ist so: Australien ist das bodenstoffreichste Land der Welt und Westaustralien das Schatzkästchen davon. Hier gibt es alles was die Menschheit braucht wie z.B. Gold. Der China Wall ist eine 6 Meter hohe steile Wand aus Quarz, dessen Goldgehalt offensichtlich nicht zum Abbau lohnt. Er steht auf einer privaten Rinderfarm und wenn man das Tor wieder ordentlich schließt darf man ihn besuchen. Alexander Forrest hat diese ca. 100 Kilometer lange Mauer entdeckt und ein Charly Halls hat hier das erste Gold gefunden. Das 1885 an dieser Stelle entstandene Goldgräbernest verdankt ihm seinen Namen: Halls Creek. Nach nur 2 Jahren war der Goldrausch vorbei und der Ort versank in Dornröschenschlaf. Als dann 5 Kilometer entfernt der Highway gebaut wurde, zog das gesamte Dorf dorthin, um nun etwas vom aufstrebenden Tourismusgeschäft mitzubekommen. Viel ist davon nicht zu merken. Wir machen trotzdem hier Pause, um unser bestelltes Futter abzuholen und auch gleich hier auf dem ausgestorbenen Dorfplatz zu essen. Da hat sich der Ort über so viele Besucher auf einmal sicher gewundert!
    Aber unser heutiges Tagesziel ist noch nicht erreicht. Also Weiterfahrt und Siesta im Bus. Gegen Abend kommen wir dann an das Eingangstor zu den Sehenswürdigkeiten der zentralen Kimberlys: Fitzroy Crossing. An der Lodge werden wir ganz australisch von gleich mehreren Kängurus begrüßt und zum Abendessen gibt es weit weniger australisch ein Bierfest - sie nennen es Oktoberfest - naja, das Essen ist lecker und Bier gibt's auch 😀!
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  • Geikie Gorge Bootstour

    10. oktober 2016, Australia ⋅ ☀️ 31 °C

    Devonian Great Barrier Reef - so nennt man das beste freigelegte devonische Riff der Welt! Es ist ein riesiges 350 Millionen Jahre altes Kalksteinriff. Früher war es etwa 1.000 Kilometer lang, heute sind von den bis 100 Meter hohen Kliffs ungefähr 350 Kilometer erhalten. Hier werden wir uns heute rumtreiben. Wir besteigen schon früh um 8 Uhr bei strahlendem Sonnenschein und somit schon fast 40 °C ein Schiffchen und durchfahren die Geikie Gorge, eine vom Fitzroy River gegrabene 14 Kilometer lange Schlucht. Sie wurde im Jahre 1883 nach Sir Archibald Geikie, dem Generaldirektor der Geological Society of London, benannt (Sir Archibald hat sie jedoch nie gesehen). Die bunten Sandsteinklippen erstrahlen in den Farben orange, gelb und grau.Les mer

  • … am Meeresboden

    10. oktober 2016, Australia ⋅ ☀️ 33 °C

    Nachdem wir einmal gut durchgekocht sind lassen wir uns die drei kleinen Wanderungen "am Meeresboden" der Geikie Gorge auch nicht nehmen und bestaunen versteinerte Fossilien an den Kalksteinwänden. Alles sieht wunderschön aus, aber uns ist furchtbar heiß, obwohl wir ganz langsam gehen, viele Pausen machen und den wenigen Schatten nutzen.Les mer

  • The (Infamous) Crossing Inn

    10. oktober 2016, Australia ⋅ ☀️ 39 °C

    Wieder besteigen wir unseren klimatisierten Bus und fahren zum "The (Infamous) Crossing Inn". Das ist das erste hier erbaute Haus und gleichzeitig die erste Kneipe des gleichnamigen Ortes und wurde 1889 nur gebaut, um die Wartezeit derjenigen zu verkürzen, die den Fluss bei Niedrigwasser überqueren wollten. Der Fitzroy hat nämlich eine gewaltige Tide (bis zu 11 Meter Höhendifferenz) und wenn die Furt überspült war, mussten sich die Leute ja irgendwie die Zeit vertreiben. Das scheint ganz gut geklappt zu haben, denn diese urige Kneipe steht immer noch an gleicher Stelle an der alten Furt. Wir nutzen das aus, obwohl der Fluss im Moment an dieser Stelle kein Wasser führt, und nehmen einen Lunch. Burger und Cola wecken unsere Lebensgeister und so sind wir gut für den freien Nachmittag gerüstet!Les mer

  • Tunnel Creek

    11. oktober 2016, Australia ⋅ ⛅ 28 °C

    Wieder geht es weiter in Richtung Broome. Mit unserem Outdoorhightechvehikel verlassen wir unsere Lodge und nehmen die Hafenstadt Derby als abendliches Ziel ins Visier. Natürlich nicht, ohne zwischendurch weiter Expeditionen in die Naturphänomene der Kimberley zu unternehmen. Zunächst fährt uns unser Coach Captain Paul sicher, souverän und erstaunlich ruckelfrei über die Fairfield-Leopold Down's Road (natürlich ein unbefestigter Track) in Richtung der King Leopold Range (benannt nach dem belgischen König - war nie hier, nur Sponsor einer Expedition). Jetzt sehen wir ein 1,8 Mrd. Jahre altes Gebirge, eines der ältesten der Welt. Damit nicht genug, erkunden wir gleich eines der absoluten Highlights der Kimberley - den Tunnel Creek.
    Der Tunnel Creek National Park ist weniger als einen Quadratkilometer groß und hat sehr schöne, permanente Pools. In dem ältesten Höhlensystem von Western Australia windet sich der Tunnel Creek teilweise unterhalb der Napier Range entlang. Der Fluss formte hier einen 750 m langen Tunnel, durch den wir während der Trockenzeit spazieren können. Mit Stirn- und Taschenlampe bewaffnet, Sandalen an den Füßen, durchwandern wir dieses Höhlensystem. Unser Reiseführer sagt, dass das Wasser teilweise bis zum Bauchnabel reichen kann und man verschiedene Becken im Stockdunklen durchlaufen muss. Jetzt am Ende der Trockenzeit geht uns das Wasser nur bis zu den Waden, aber es ist schön kühl. Die Sandsteinfelsen am Eingang des Tunnelsystems sind das erste zu überwindende Hindernis und scheinen aus Marmor zu sein. Dahinter treffen wir auf eine Browne Snake, eine der giftigsten Schlangen der Welt und können ihrer Flucht gerade noch ausweichen. Wir halten Ausschau nach Süßwasserkrokodilen, die machen es sich nämlich im Tunnel gemütlich. Um es vorweg zu nehmen: Ja, wir finden einige von ihnen im Wasser. Durch die Stirnlampe kann ich gut ihre rot leuchtenden Augen im Dunklen erkennen, um sie dann mit den Taschenlampen anzustrahlen und genauer zu betrachten.
    Riesige Stalagmiten und auch Stalaktiten bewundern wir im Tunnel, versteinerte Wasserfälle und noch aktive Tropfsteine, niedrige hängende Decken oder monumentale kirchengroße Säle. Alles bezwingen wir über Sand, Gesteinsbrocken oder durch Wasserbecken.
    Übrigens, der ehemalige Name der Unterführung lautete 'Cave of Bats', da hier 5 verschiedene Fledermausarten leben. Neben den großen Flughunden sehen wir auch die nur 3 cm großen seltenen Fledermäuse, deren Namen ich vergessen habe. Bevor man sie sieht, hört und riecht man sie 😊. In einem sonnendurchfluteten Einsturz der Höhle hängen Hunderte der Flughunde in den Bäumen und zeigen immer wieder ihr Flugkünste. Mit bis zu 1 Meter Spannweite ist das sehr beeindruckend.
    Am Ende des Tunnels eröffnet sich uns ein paradiesisch anmutender Ausblick. Wir genießen ihn eine Weile, dann geht es wieder zurück - um gleich noch ein paar daumengroße 🐸 zu finden.
    Wir sind vom Wasser erfrischt und von der Kühle der Höhle wohltemperiert und können den weiteren Weg bei über 40°C Außentemperatur zur Windjana Gorge im klimatisierten Bus auf uns nehmen.
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  • Windjana Gorge - Kookaburra & Nautiloid

    11. oktober 2016, Australia ⋅ ⛅ 28 °C

    Der kleine Windjana Gorge National Park umfasst gerade einmal 2 km2. Aus dem devonischen Sandstein der Napier Range formte der Lennard River die heute 3,5 km lange Windjana Gorge mit ihren 100 m hohen Felswänden. Jetzt in der Trockenzeit schrumpft der Lennard River zu mehreren Pools zusammen und wir können im Flussbett laufen. Während der Regenzeit müssen hier regelrechte Fluten vorherrschen. Angekommen am Parkplatz der Windjana Gorge machen wir es uns erst einmal bei einem großartigen Picknick gemütlich (42°C 😜). Unsere Fitzroy Crossing Lodge hat es zu gut mit uns gemeint. Wir haben Unmengen von Kartoffelsalat, grünem Salat, Schinken, Hühnchen, Salami, Obst, Brot, Brötchen und Kuchen mitbekommen. Es ist viel zu viel und Heike verschenkt den Rest Kuchen an ein paar Aussies. Ausreichend gesättigt laufen wir im Anschluss den Beginn des Gorge Walk (4 km inklusive Rückweg) direkt am Lennard River entlang. An dem von Bäumen gesäumten Wasserbecken sehen wir den größten Eisvogel der Welt, den Kookaburra (lachender Hans - denn sein Rufen klingt wie Lachen), einen Eulenschwalm und jede Menge Süßwasserkrokodile. Ausserdem finden wir eines der besterhaltenen Fossilien eines Nautiloiden (das waren bis zu 13 m lange Kopf- oder Armfüsser) im Kalkstein. Leider ist nur das Kalkskelett versteinert. Wie die Weichteile tatsächlich ausgesehen haben, weiß die Wissenschaft nicht, denn es sind bis heute keine Versteinerungen davon gefunden worden. Coole 😎 Sache, vor allem für unseren Reisegefährten Falk, der beim Filmen solcher Dinge gern mal die Zeit vergisst. Sonst sehen wir sowas nur im Museum, hier ist nicht mal ein Zaun drum. An dieser Stelle befand sich im Devon ein flaches warmes Meer und es war die Hochzeit der Fische und ähnlichem Getier. Davon zeugen noch heute viele weitere Spuren, wohl deshalb gibt es auch keine weiteren Sicherungen.
    Am Rückkehrpunkt unserer Wanderung machen wir eine Pause im Schatten einer 100 m hohen Kliffwand, direkt an der Badewanne der Süßwasserkrokodile (wir haben 24 Stück gezählt) und beobachten die Laubenvögel.
    Danach fahren wir ca. 200 km auf der Gibb River Road nach Derby. Die Gibb River Road ist in Australien sehr bekannt und wird auch Fleischtrack genannt. Nicht weil uns nach der Fahrt auf dieser Wellen"straße" das Fleisch von den Knochen fällt, sondern weil dieser Track in den 60igern für den Lebendrindertransport aus den Kimberley Rinderfarmen (Cattle Stations) zu den Hafenstädten Derby und Broome gebaut wurde. Riesige Road-Trains mit bis zu 4 Anhängern und bis zu 22 Achsen fahren hier - neben Outbacktouristen und anderen Abenteurern auf ihren 4WD's. Von hier aus werden die Rinder vornehmlich nach Indonesien zur weitern Mast oder Schlachtung verschifft. Wer auf diesem Track nicht wenigstens einen Teilabschnitt befahren hat, war nicht in den Kimberley - sagen die Aussies.
    We did it 👍🤓😊!
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  • Derby und die Tide

    11. oktober 2016, Australia ⋅ ☀️ 30 °C

    Wir kommen am späten Nachmittag in Derby an und werden von unzähligen Boabs in verschiedensten Größen und Altern begrüßt. Wir haben schon viele davon in den Kimberley gesehen, doch hier sind sie in den Alleen kultiviert worden. Wenn ihr sowas nicht kennt (z.B. von den Affenbrotbäumen - Baobabs - in Afrika), sie sehen aus wie umgekehrt eingesetzte Mohrrüben.
    Derby ist eine der ältesten Ortschaften der Region Kimberley. Im Jahre 1688 betrat William Dampier (Pirat) als erster offizieller Europäer das Land des heutigen Derbys. Bis Alexander Forrest 1879 eine Expedition in dieses Gebiet unternahm (haben wir schon drüber berichtet), wohnten hier ausschließlich Ureinwohner. Das Ziel der Forschungsreise bestand darin, neue Räume für die Weidewirtschaft ausfindig zu machen. Um 1880 wurde das Städtchen als eine der ersten Siedlungen der Kimberley gegründet, woraufhin es zu heftigen Konflikten zwischen den lokalen Aborigines und den Europäern kam. Zu dieser Zeit lebte auch der bekannte Ureinwohner Jandamarra in Derby, der dem Stamm der Bunuba People angehörte. Auf der Gibb River Road und in den Nationalparks der Kimberley tauchte sein Name immer wieder auf. Im Tunnel Creek National Park endet die Geschichte des Anführers der einzigen bewaffneten Rebellion der Aborigines gegen die weißen Siedler jedoch mit dessen Tod. Das ist aber eine längere (traurige) Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden. Besonders attraktiv ist der Ort allerdings nicht, es sei denn, man möchte seine Vorräte und den Tank auffüllen.
    Wir machen hier nur einen Übernachtungsstop, um am nächsten Morgen direkt nach Westen weiterzufahren. Drei Highlights der etwa 5.000 Bewohner umfassenden Siedlung sehen wir uns dennoch an. Heute Abend den Pier und morgen den Rest.
    Das erste Highlight ist der überdurchschnittlich hohe Steg, an dem sich die extremsten Gezeiten der Südhalbkugel so richtig austoben. Bis zu 11 m beträgt an dieser Stelle der Unterschied zwischen Ebbe und Flut. Hier im Mündungsgebiet des Fitzroy River finden sich mit die höchsten Tidenhübe der Erde überhaupt. Wenn ihr diese Tatsache nicht glauben solltet, dann beobachtet das Geschehen am besten mal selbst. Wir kommen bei einlaufender Tide der aufgewühlten Timorsee (zur Zeit leider nur 4 m Höhendifferenz, 4 Tage später wären es schon 10 m) am Pier an. Es ist sehr windig, sehr warm und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Wir merken das tropische Monsunklima hautnah - die Haut klebt. Im Moment lädt das Wasser nicht zum Baden ein, wir haben ca. 2 Meter Welle. Auch aus einem anderen Grund sollte man sich unter gar keinen Umständen ins Meer wagen - die vielen Salzwasserkrokodile. Wir sehen allerdings keine.
    Der Steg wurde nur gebaut, um einerseits die hierher verbrachten Lebendrinder (Lifestock) zu verschiffen und während des Goldbooms die ankommenden Goldsucher anlanden zu können. Heute wird er kaum noch genutzt.
    Kurz vorher haben wir im Bottleshop ein paar Flaschen Weiß- und Rotwein eingekauft. Mit diesen und den von uns gesponserten Chips machen wir es uns auf dem Steg zum zünftigen Sundowner gemütlich. Es ist ein fantastischer Sonnenuntergang und der Wein aus der Margaret River Weinregion schmeckt hervorragend 😋.
    Dann beziehen wir unser Appartement im neuerbauten Spinifex-Hotel - inklusive Waschmaschine. Diese wird natürlich sofort programmiert (alle Mitreisenden tun das Gleiche 😊). Endlich mal macht ein Anderer die Wäsche. Bisher waschen wir unsere Tageswäsche täglich beim Duschen. So haben wir am nächsten Morgen immer die gesamte Wäsche sauber. Lustig wird es dann noch beim Abendessen, denn unser lieber Mitreisender Falk, gibt noch seine Reparatur- und Programmierversuche seiner Waschmaschine zum Besten.
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  • Rinder und Gefängnisbäume

    12. oktober 2016, Australia ⋅ ⛅ 31 °C

    Heute beginnt die letzte Etappe unserer Route nach Westen. Unser Ziel ist Broome und wir nehmen noch einmal den Great Northern Highway.
    Doch bevor die Tour beginnt, schauen wir kurz bei den beiden verbleibenden Sehenswürdigkeiten des Ortes vorbei. Das ist erstens die mit 120 m Länge größte Viehtränke der südlichen Hemisphäre - ja, sowas wird offensichtlich auch vermessen! Hier wurden die Rinder nochmals kräftig "gewässert", bevor sie zu den Goldminen ins Landesinnere getrieben wurden. Dort trugen sie zur Essenversorgung der Minenarbeiter bei und landeten als Steak auf deren Teller.
    Das Zweite ist eine traurige Geschichte. Sie dreht sich um einen riesigen Boab Baum - in Westaustralien fast ein Wahrzeichen, er kommt hier sehr häufig vor. Man kann ihn fast mit dem Affenbrotbaum vergleichen, in seinem Stamm kann er Wasser speichern.
    An dieser Stelle befand sich die große Polizeistation der westlichen Kimberly. Daneben stand ein riesiger Boab, 14 m im Umfang - der Boab Prison Tree. Gefangene Aborigines, die oftmals schon wegen kleiner Vergehen wie z.B. Viehraub (um Überleben zu können) aufs Schärfste bestraft wurden, kettete man am Hals aneinander und um den Baum herum. Das wurde auch an anderen Stellen mit anderen Bäumen gemacht, aber dieser Baum hat wegen seiner Größe, seines Alters und des Beginns der schon angesprochenen Rebellion besondere traurige Berühmtheit erlangt und wird heute sehr von den Aborigines geehrt. Aus diesem Grund ist der Baum auch umzäunt, insbesondere um Vandalismus vorzubeugen. An diesem Baum mussten die gefangenen Ureinwohner stunden- oder oft auch tagelang auf ihre Verurteilung oder ihren Abtransport nach Rottnest Island (2.500 km von ihrer Heimat entfernt - vor Perth gelegen) warten. Was das für Menschen bedeutet, die mit ihrem Land durch Lebensart und Glaube extrem verbunden sind, ist für uns kaum vorstellbar. Solche grausamen und traurigen Geschichten hören wir in diesem Urlaub übrigens öfter. Wer Australien besucht kommt unweigerlich mit dem Thema Aborigines in Berührung. Hochinteressant und von unserer Reiseleiterin sehr sensibel behandelt.
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  • Auf nach Broome!

    12. oktober 2016, Australia ⋅ ☀️ 31 °C

    Nun machen wir uns auf den Weg nach Broome. Der Ort wurde 1883 gegründet und ist bekannt für seine Perlenzucht - die Südseeausternmuschel. In den Anfängen der Perlenfischerei war übrigens nur das Perlmutt interessant und die Muschel eher ein Nebenprodukt.
    Broome hat 15.000 ständige Einwohner und in den Monaten Juni bis September kommen nochmal 15.000 Touristen dazu - allermeist australische Urlauber. Es ist sehr schwierig, den Tourismus anzukurbeln. Die nächstgelegene größere Stadt ist Darwin und die ist 1.800 km entfernt und die Hauptstadt Westaustraliens Perth ist 2.100 km entfernt. Für Australier ist Bali einfacher zu erreichen als vieles in ihrem eigenen Land. Mit kilometerlangen Stränden, wie dem Cable Beach, mit Pioniergeschichte, wie Perlentauchen und Stausee oder auch mit einem alten nostalgischem Kino, versucht man die Urlauber zu locken. Trotzdem ist Broome ein kleines, und zumindest jetzt am Ende der Saison, verschlafenes Städtchen, dessen Miniinnenstadt Chinatown genannt wird.
    Wir kommen mittags in Broome an und probieren gleich am Townbeach den schwindenden (Ebbe) Indischen Ozean aus. Er ist türkisblau, sehr warm und so salzig, das er auf unserer Haut piekst! 😃
    Das mögen die Salzwasserkrokodile um so mehr, also immer schön das Wasser beobachten beim Baden!!!
    Das ist kein Spaß, denn am Vortag ist in der Nähe ein Salty gesichtet worden und nun sind die kilometerlangen Strände der Gegend im Moment nicht zum Baden geeignet. Unserer wurde aber überwacht 👍🏼.
    Danach fahren wir zu einem wunderschönen Fotopunkt: Gantheaume Point. Türkisfarbenes Meer, rostrote Sandsteinküste und azurblauer Himmel machen das Foto zu einem dieser Kitschbilder, die einem Keiner glaubt. Aber so sah es aus!!! Gegenüber sehen wir den 22 km langen Cable Beach, auch so ein Postkartenfoto. Und ob ihrs glaubt oder nicht - wir sehen auch noch 2 Buckelwale, die sich mächtig austoben! Hier der Beweis: https://1drv.ms/v/s!AiUv8teodO-roBNW6MQV0EujHMVW. Kann man mehr verlangen?
    Wichtig ist auch der 130 Millionen Jahre alte Saurierfussabdruck, der hier im Meer gefunden wurde. Er ist nur bei extremer Ebbe, ca. 4 bis 5 mal im Jahr zu sehen, daher hat man eine Originalkopie zur Anschauung angefertigt.
    Am Abend machen wir einen Strandspaziergang am Cable Beach und fotografierten die Kamelkarawane in der untergehenden Sonne ( https://1drv.ms/v/s!AiUv8teodO-roBWjr_jUaJMwKsD9 ) - das gehört sich hier so! Sundowner mit Meerblick, Abendessen in Gemeinschaft und der Tag ist um 😉.
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  • Perlen in Broome

    13. oktober 2016, Australia ⋅ ☀️ 31 °C

    Heute Vormittag machen wir Broome Downtown unsicher. Zuerst wollen wir ins Museum "Pearl Luggers Broome" - eine kleine Ausstellung über die Perlenfischerei im Wandel der Zeiten. Hier erfahren wir viel Interessantes über die schwere Arbeit der Perlenfischer - meist Aborigines, die ohne Bezahlung die harte Arbeit machen mussten. Viele schwangere Frauen waren unter ihnen. Man glaubte damals, Schwangere hätten ein größeres Lungenvolumen und könnten daher länger tauchen (es gab ja noch keine Hilfsmittel außer schwerer Gürtel). Ihnen wurde ein Denkmal gesetzt. Als das Gesetz Erlassen wurde, dass auch Aborigines wie die Weißen für ihre Arbeit bezahlt werden müssen, stellte man lieber Asiaten - überwiegend Japaner - ein, da diese schon große Erfahrungen beim Perlentauchen hatten. Broome bekam damals auch den Beinamen Japtown. Wenn wir den Broomern in die Gesichter schauen, können wir die asiatische Abstammung erkennen.
    Heute werden die Perlen gezüchtet, es gibt sowas wie Felder im Wasser, aber das wisst ihr sicher.
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  • Ein Vormittag in Broome.

    13. oktober 2016, Australia ⋅ ☀️ 32 °C

    Es bleibt noch Zeit für einen Bummel durch das Örtchen. Wir gehen auf den historischen Steg, an dem die Perlenschiffe wie an einer Perlenschnur 😉 aufgereiht angelegt haben. Da gerade Ebbe ist, können wir prima das Krabbengekrabbel beobachten. Fröschlein hüpfen und es knackt und raschelt in den Mangroven - Oha!
    Nun schnell noch einen neuen Rucksack kaufen (Dirk hat seinen Daypack schon kaputt gemacht), ein Eis essen und schon müssen wir zum Hotel zurück. Ein kurzer Sprung in den Pool, und ab zum Flughafen, denn am Nachmittag geht unser Flieger nach Perth.
    Schweren Herzens verabschieden wir uns von Paul, der uns sicher 1.666 Kilometer durch die Kimberly geschaukelt hat! Dieser Abschnitt unserer Reise war ein echtes Highlight! Wenn ihr irgendwann die Gelegenheit - nichts wie hin!!!
    In Perth angekommen bummeln wir ein bisschen durch Northbridge, ein Kneipenviertel, und essen mal was anderes als Fleisch - Schokolade 😀 im San Churros.
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  • Swan River, Fremantle & Rottnest Island

    14. oktober 2016, Australia ⋅ ⛅ 19 °C

    Als Höchsttemperatur sind heute 18°C angegeben - das ist weniger als die Hälfte der letzten Tage! Dazu weht ein heftiger Wind. Das wollen wir eigentlich nicht, müssen wir aber wohl hinnehmen 😥.
    Käptn Cook Cruises bringt uns auf dem Swan-River nach Fremantle. Da wir den Ort schon fast auswendig kennen, trennen wir uns von der Gruppe, um nach Rottnest Island zu fahren. Die Insel liegt 25 Minuten mit der Schnellfähre von Perth entfernt. Sie ist eine ehemalige Gefängnisinsel, ihr erinnert euch - die Aborigines wurden hierher verschifft. Heute ist di Insel ein sehr beliebtes Erholungsgebiet der Perther.
    Wir buchen eine Überfahrt mit Fahrrädern und Rückfahrt. Dann besteigen wir den Rottnest Island Express, wo gleich nach Abfahrt die Kotztüten verteilt werden. Das macht uns etwas unruhig, aber wir kommen trotz anständigem Seegang (2 m Welle) sicher auf der Insel an.
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  • Rottnest Island

    14. oktober 2016, Australia ⋅ ⛅ 18 °C

    Mit geliehenen Fahrrädern umkreisen wir die Insel: sanfte Hügel, schroffe Felsenküste, blauer Himmel, gelbe Sonne (zumindest anfangs), türkisfarbenes Meer, 63 wunderschöne versteckte Sandbuchten, Salzseen - so sieht es da aus. Und nicht zu vergessen die kleinen niedlichen braunen Quokkas = Kurzschwanzkänguru, die dort überall herumlaufen und teilweise ganz zutraulich sind! Hier noch der Niedlichkeitsbeweis dazu: https://1drv.ms/v/s!AiUv8teodO-roBSBlo5vjM6pvNH0. Die Schlange 🐍 im Video ist eine erwachsene Dugite (90 cm) und keine Browne Snake, noch viel giftiger und absolut tödlich, wenn nicht innerhalb von 99 Minuten das Gegengift verabreicht wird.
    Ein herrlicher Tag, trotz des gefühlten ständigen Gegenwinds und des Regens am Nachmittag. Bis zum Einstieg in die Fähre sind wir aber wieder trocken. Und wieder mal Fahrrad zu fahren, hat auch richtig Laune gemacht 😃.
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  • Southwestaustralia

    15. oktober 2016, Australia ⋅ ☀️ 16 °C

    Unser Ziel für die kommenden Tage sieht so aus: kaum Tourismus, und wenn, dann fast ausschließlich australisch und saisonal. Wale, Rochen, Robben und Haie (die Robben mögen) sind hier zu Hause. In dieser Gegend sind gleich alle drei dem Menschen gefährlich werdenden Haiarten vertreten; der große weiße Hai, der Tigerhai und der Bullenhai. Wir werden Ihnen nicht begegnen, denn zum Baden ist zu kalt. Wir hoffen eher darauf, dass wir einige Wale auf ihrem Weg in die Antarktis beobachten können! Es gibt die schönsten (unbewachten) Strände und da die Südküste oft windig und das Meer stürmisch ist, eines der besten Surfreviere der Welt, laut Peter in der Szene gut bekannt. Außerdem nennt man das Gebiet auch Wildflowerstate - wir sind gespannt. Im Hinterland erwarten uns riesige und hohe Wälder mit einigen der höchsten Bäume der Welt und nicht zuletzt liegt hier die berühmteste Weinregion Australiens: Margaret River. Das alles wollen wir in den nächsten sechs Tagen sehen!
    Von Perth aus machen wir uns mit David und einem leicht überdimensionierten Bus (jeder von uns hat wenigstens drei Plätze zur Verfügung) auf den Weg nach Süden. Während einer kleinen Kaffeepause kriegen wir eine eindringliche Warnung vor Schlangen. Es sind viel mehr Schlangen als sonst gesichtet worden, auch im Fernsehen wurde schon gewarnt. Jetzt nach dem Winterschlaf haben die Schlangen viermal mehr Gift, sie sind hyperaktiv, aggressiv und greifen auch an! Also Augen auf, auf dem Weg bleiben und ausnahmsweise mal Krach machen.
    Im Tuart Forest NP legen wir einen Fotostop ein und bewundern die Callalilie, die hier im Schatten der Tuarteukalypten wächst. Leider verdrängt sie die heimische Flora - aber uns gefällt sie.
    In Busselton machen wir eine aktive Mittagspause. Der Ort rühmt sich mit dem längsten Holzsteg der südlichen Hemisphäre, einst gebaut für die Holzverschiffung. Nach nur 30 Jahren war der ganze schöne Wald den Sägemühlen zum Opfer gefallen und man überließ den Steg Wind und Wetter. Er verfiel und war bald nicht mehr zu betreten, bis eine Stegrettungsgesellschaft gegründet wurde, die ihn 2011 nach Renovierung wieder freigab. Der Busselton Jetty (Steg) führt exakt 1.841 m weit in die Geographe Bay hinein und für drei Dollar prüfen wir das nach! Wir kämpfen uns gegen den stürmischen Wind ans Ende des Steges und stehen auf dem Meer 🌊😉.
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  • Cape Naturaliste …

    15. oktober 2016, Australia ⋅ ☀️ 14 °C

    Den Nachmittag verbringen wir bei stürmischem Wetter am Cape Naturaliste im Leeuwin Naturaliste NP. Die erste kleine Wanderung bringt uns zum Whale Lookout und wie der Name schon sagt, starren wir intensiv aufs Meer. Wir sichten auch tatsächlich Wale, doch leider sind sie sehr weit draußen. Aber trotzdem beeindruckend!Les mer

  • … Zuckerhut

    15. oktober 2016, Australia ⋅ ☀️ 13 °C

    Die zweite Wanderung schlängelt sich vom Lighthouse (Leuchtturm) zum Sugarloaf (Zuckerhut) durch eine ganz wunderbare Küstenlandschaft mit zauberhaften unbekannten Blumen und Büschen. Alles blüht wunderschön, sogar eine Orchidee haben wir entdeckt. Da werden wir erinnert - hier ist Frühling.
    Den letzten Lookout am Ende des Weges lassen wir links liegen. Da kam uns doch tatsächlich so eine doofe Schlange (eine 25cm lange, supergiftige Dugite) in die Quere! 😥Also nichts wie rein in den Bus und weg!!!
    Wir suchen uns eine versteckte Surferbucht (Shelly Beach - bekannt für den weißen Hai, gefährlich), stoßen mit einem Weinchen auf Geburtstag und Hochzeitstag an und spülen den Schreck runter😃!
    In der Dunkelheit kommen wir in Margaret River an und beziehen unsere Appartements. Wir machen uns noch auf den Weg zum Pizza essen, dann ist ein angefüllter Tag zu Ende.
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  • Surfer, ...

    16. oktober 2016, Australia ⋅ ☀️ 14 °C

    Unsere Appartementanlage bietet kein Frühstück an - was für ein Glück. So fahren wir einige Minuten bis zum 'White Elephant' am Gnarabup Beach, einem Café, das es so eigentlich nicht geben dürfte. In der Surferszene ist dieser Ort wohlbekannt und alle 🏄 unter euch lesen ab dem nächsten Abschnitt weiter. Dem Rest muss ich den Ort ein wenig erklären.
    Prevelly und der Gnarabup Beach liegen gleich neben der Mündung des Margaret River in das Südpolarmeer (Southern Ocean). Hier entstehen aufgrund besonderer Bedingungen in der Bucht sogenannte Bombora - bis zu 20 m hohe Wellen, die die Surfer schon seit Jahrzehnten begeistern. Unter anderem finden hier auch die Oakley Biggest Wave Meisterschaften statt. Unser Busfahrer ist hier in seiner Jugend auch gesurft, allerdings bis max. 8 m Welle und nicht in Wettbewerben. Er sagt, heute ist er weiser und tut es nicht mehr, weil zu gefährlich (viele Haie, Felsen, Strömungen …). In den Anfängen des Surfens hat dann in dieser Bucht ein Mann einfach das Café gebaut und die Surfer versorgt. Zu dieser Zeit war das noch sehr abenteuerlich zu erreichen. Da er keine Baugenehmigung hatte und sich im Nationalpark befindet, sollte er es abreißen. Dagegen haben sich die Surfer und Wanderer mit Erfolg gewehrt und es ist als einzige Versorgung erhalten geblieben. Der Name 'White Elephant' bezeichnet in Australien einen Ort, den es nicht gibt und ist damit doch ein sehr guter Name für das Café.
    Inzwischen ist der Zugang gut ausgebaut und hat sogar einen für Busse geeigneten Parkplatz. Dort nehmen wir unser Frühstück ein und beobachten knallharte Männer beim Baden bei 16°C Außentemperatur oder Fischen nach Kalamaren. Auch am anderen Ende der Bucht am Surfers Point (Prevelly) ist es nicht windig genug für einen ausreichenden Surf, so dass wir keine aktiven Surfer sehen.
    Vor der Weiterfahrt geht es schnell noch runter zum Margaret Rivermouth (Mündung) und dann auf der Cave Road durch eine höhlenreiche Gegend (ca. 120 Höhlen, davon 6 zugänglich), zu der größten Höhle Westaustraliens.
    PS: Das Frühstück war super lecker! 👍😋 Das hätte dir gefallen, Peter 😃
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  • … Höhlenforscher …

    16. oktober 2016, Australia ⋅ ☀️ 14 °C

    Wir erreichen die Jewel Cave (Juwelenhöhle) und erhalten eine Privatführung durch eine Höhle voller Kalksinterungen, wie es sie so nur einmal in der Welt gibt. Sämtliche Sinterformen, von der Makkaroni, Speckformen, Vorhänge, steinerne Fälle, bis zu den bekannten Stalagmiten, Stalaktiten oder Stalagnaten gibt es in ungezählter Anzahl. Die Höhle ist wirklich ein Juwel, denn die Vielfältigkeit ist unbeschreiblich. Sie wurde erst 1957 entdeckt, doch schon 1959 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Höhle ist sehr groß und besteht aus 3 Kammern. Wir laufen über Stege und steile Treppen durch die Attraktionen unter der Erde. Immer wieder bestaunen wir neue Sinterformen. In der Jewel Cave befindet sich auch der längste, dünne Stalaktit in Strohhalmform, den man in einer Show Cave weltweit sehen kann. Wenn ein Tropfen aufgrund der Oberflächengestalt immer an exakt derselben Stelle austritt, dann kann die Ablagerung die Form eines Ringes mit der Tropfengröße als Durchmesser bilden. Solche Gebilde haben maximal 1 cm Durchmesser, sie sind sehr gerade, dünn und zerbrechlich und wachsen senkrecht von der Decke nach unten. Diese Sinterröhrchen werden auch Makkaroni genannt. Innen sind sie immer hohl, das Wasser fließt hindurch aber die Außenseite ist meist trocken. Hier in der Jewel Cave hat so ein Strang die sagenhafte Länge von 5,9 Metern erreicht und wird auf das Alter von 10.000 Jahren geschätzt.
    Eine Besonderheit sind die bizarren, sogenannten Helictiten - ein Wortgebilde aus Helicopter und Stalagtiten. Die Entstehung dieser verzweigten Gebilde ist uns nicht ganz klar. Auf unsere Nachfrage war die Antwort auch nicht eindeutig. Es handelt sich wohl um einen Kanal im Inneren, durch den das Wasser durch Kapillarwirkung auf und ab fließt. Wie?, unklar - irgendwas mit hydrostatischem Druck, wo auch immer der herkommt! Dadurch bilden sich äußere Verzweigungen, die scheinbar der Schwerkraft trotzen. In der Jewel Cave können wir an vielen Stellen diese verästelten Gebilde betrachten, an einigen kommen wir ganz nah vorbei, andere hängen dicht an dicht von der Decke einer riesigen Kammer herab. Helictiten können von allen Seiten in einer Höhle wachsen. Es ist sehr faszinierend, die unregelmäßig verdrehten, faden-, oder wurmförmigen Sinterablagerungen zu betrachten.
    Eine andere tolle Form sind die großen Zapfen an den Makkaroni. Die entstehen, wenn der Sinterhalm auf die Wasseroberfläche trifft und der Kalk sich um den Halm kristallisiert. Wenn dann das Wasser langsam sinkt, entsteht dieses Ei.
    Es ist eine wirklich beeindruckende Begehung und wir sind einfach nur überwältigt. Hoffentlich können die Bilder das wiedergeben.
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  • … Cape Leeuwin …

    16. oktober 2016, Australia ⋅ ☀️ 15 °C

    Wir haben den südwestlichsten Punkt Australiens vor uns, wo sich der Indische Ozean im Westen und das Südpolarmeer im Osten (Southern Ocean) miteinander vereinen: Cape Leeuwin. Wir beenden damit auch den Cape (Naturaliste) zu Cape (Leeuwin) Wanderweg, den wir zumindest teilweise abgelaufen sind. Das 1885-1886 erbaute Cape Leeuwin Lighthouse mit seinem 39 m hohen Balkon, wäre ein idealer Ausguck zur Walbeobachtung. Leider kostet sowohl das Betreten des Geländes, als auch das Besteigen des Leuchtturms unverhältnismäßig viel Geld und wir laufen lieber über die Felsen. Außerhalb des Geländes sieht man zwar das etwa 300 m entfernte Lighthouse, allerdings nicht die Stelle, an der die beiden Ozeane aufeinandertreffen. Der Leuchtturm war einer der letzten bemannten Leuchttürme der Welt. Der Turm war bis zur Kerosinbefeuerung in 1982 bemannt, bis diese als eine der letzten auf der Welt außer Dienst gestellt und eine starke Halogenlampe installiert wurde. Im September 1992 wurde das Licht automatisiert.
    Nebenan sehen wir ein altes Wasserrad aus dem Jahr 1895, welches eine Pumpe antrieb, die früher den Leuchtturm mit Wasser versorgte.
    Unsere Tierbeobachtung kommt auch nicht zu kurz. Beim Klettern über die Felsen sehen wir zwar keine Wale, dafür Delfine bei der Jagd und witzige farbige Krabben. Gibt es hier zu sehen: https://1drv.ms/v/s!AiUv8teodO-roBb8PHGoDZn06Fa_
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  • … Hamelin Bay, Timber und die Seefahrer

    16. oktober 2016, Australia ⋅ ☀️ 15 °C

    Zurück nach Margaret River geht es über den Bussel Highway, jedoch nicht ohne noch den einen und anderen Abstecher zu machen. Der erste Halt ist im 1.000 Seelenort Augusta, an der örtlichen Bäckerei. Wir kaufen ein für die Mittagspause. Es gibt Bread Rolls und im gegenüberliegenden Minimarkt Käse. Viel mehr gibt es über Augusta auch nicht zu erzählen. Alle Reiseführer beschreiben den Ort nur als Ausgangspunkt für die auch von uns anvisierten drumherum liegenden Attraktionen.
    Den eigentlichen Stopp für das Mittagessen legen wir am Strand der Hamelin Bay ein. Nicht nur, dass das ein ausgesprochen hübscher Ort für eine Pause ist, ist er vor allem bekannt als Treffpunkt großer Gruppen von verschiedenen Rochen im Flachwasser und zudem noch sehr geschichtsträchtig. Tja, dieses Mal haben wir kein Glück mit den Tieren. Obwohl in den Sommermonaten die Chance auf Sichtung von Rochen groß ist, ist es im Moment zu kalt und zu rau, wir sehen keine. Nach unserem Picknick vor den Resten des alten Steges (Hamelin Bay Jetty), laufen wir noch um die Bucht und auf den Lookout und lernen etwas über die Seefahrer der Hamelin Bay oder besser der Holztransporte (Timberlogging) aus dem Hinterland und dessen Verschiffung. Der Steg war einst Anlegeplatz für eine ganze Armada von Transportschiffen. Die Bucht und damit der Hafen waren nicht der geeignetste Ort dafür, denn die Bucht wurde des öfteren von Stürmen heimgesucht und beherbergt heute insgesamt elf Schiffswracks. Allein bei einem Sturm am 22. Juli 1900 wurden mehrere Schiffe losgerissen und sanken an den Riffen oder an der Felsenküste. Vor dem Hintergrund, dass hier innerhalb von 30 Jahren der gesamte Karri-Wald abgeholzt und verschifft wurde, und man dann alles einpackte, weiterzog und der Rest verkam, hält sich unser Mitleid in Grenzen.
    Wir sind in einer berühmten Weingegend unterwegs, also ein letzter Halt in der Winzerei 'Vasse Feliks' - wir kaufen eine Flasche sehr leckeren Sauvignon Blanc - Semignon.
    Zurück in Margaret River beschaffen wir im Supermarkt unser Abendessen (TimTam, Joghurt und Bananen) und kehren bei Livemusik in den urigen Pub "The Settler" für ein/zwei Cider und zwei Runden Billard ein (Heike verliert 😮😥).
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