Der zweite Finger von Chalkidiki...
10.–15. jun., Grækenland ⋅ ⛅ 26 °C
Der zweite Finger von Chalkidiki 🌊🛵☀️
Oder wie wir zwischen Kinderlärm, Traumstränden und einer schweren Entscheidung gelandet sind
Angekommen auf dem zweiten Finger von Chalkidiki.
Und ich sage es gleich vorweg: Dieser Finger hat Kurven, Buchten und Farben, bei denen man kurz vergisst, dass man eigentlich nur einen Campingplatz gesucht hat 😄🌊
Wir sind mit unserem Silberpfeil fast den ganzen Finger bis weit in den Süden hinuntergefahren. Immer weiter. Immer tiefer rein in diese grüne, wilde, sonnige Landschaft. Links Meer, rechts Berge, vorne Kurven, hinten unser ganzes fahrendes Leben. Genau diese Mischung, bei der du denkst: Ja, dafür machen wir das. Dafür sind wir unterwegs. 🚐❤️
Irgendwann fanden wir dann einen Campingplatz direkt am Strand.
Gemütlich, dachten wir.
Ruhig, hofften wir.
Meerblick, träumten wir.
Aber wie das Leben so spielt: Ein Campingplatz mit über 300 Stellplätzen hat immer eine eigene Wahrheit 😄
Die Bewertungen waren eigentlich unterirdisch. Also nicht so ein bisschen kritisch, sondern eher so: „Fahr lieber weiter, solange du noch Hoffnung hast.“
Aber wir wären ja nicht wir, wenn wir uns davon direkt abschrecken lassen würden. Also sagten wir uns: Komm, wir schauen ihn uns trotzdem an. Vielleicht übertreiben die Leute ja.
Taten sie nicht ganz 😂
Denn ziemlich schnell war klar: Hier sind hauptsächlich Familien mit Kindern. Sehr viele Familien. Sehr viele Kinder. Kinder vor unserem Silberpfeil, Kinder neben unserem Silberpfeil, Kinder mit Bällen, Kinder ohne Bälle, Kinder rennend, Kinder rufend, Kinder, die offenbar gerade eine interne Weltmeisterschaft im Wohnmobilumkreisen austrugen ⚽😅
Und jeder Camper weiß: Wenn du Ruhe suchst, einfach aufs Meer gucken willst und innerlich schon eine kleine Friedenstaube aufsteigen lässt, dann ist ein Fußballspiel direkt vor der Frontscheibe eher… sagen wir mal… eine charakterbildende Erfahrung.
Aber ganz ehrlich: Kinder sind ja auch irgendwie süß. Also meistens. Wenn sie nicht gerade mit Tempo 40 um dein Wohnmobil kurven 😂
Und irgendwann gefiel uns das sogar ein bisschen. Es war Leben da. Nicht unsere bevorzugte Form von Ruhe, aber eben echtes Leben.
Und dann kam das, was uns auf dieser Reise immer wieder rettet:
der Honda Roller. 🛵✨
Wir schwangen uns drauf und fuhren die Küste runter. Strand für Strand. Bucht für Bucht. Kurve für Kurve. Der zweite Finger zeigte uns seine schönen Seiten, und wir machten genau das, was wir am liebsten tun: einfach losfahren, gucken, anhalten, essen, Kaffee trinken, weiterfahren, wieder gucken.
Wir waren an kleinen Strandabschnitten, in fast jeder kleinen Ecke, mal südlich, mal nördlich, mal dort, wo man denkt: Das könnte schön sein. Mal dort, wo man nach zwei Minuten weiß: Nö, hier nicht 😄
Wir haben schön gegessen, mittags Kaffee getrunken, uns wieder angegrinst und dieses stille Glück gespürt, dass wir einfach so gut miteinander unterwegs sein können. Ohne großen Plan. Ohne Stress. Nur wir, der Roller und diese verrückte griechische Küste ❤️☕🌊
Und natürlich kam irgendwann wieder Brittis Moment.
Wir standen an einem Strand, ich saß mit meinem Kaffee da, sehr verantwortungsvoll, sehr gelassen, sehr norddeutsch unbeweglich 😎☕
Und Britti fing wieder an zu hüpfen.
Erst guckte sie.
Dann stapfte sie.
Dann war klar: Sie muss da hin.
Steine.
Natürlich Steine.
Die mussten erklommen werden. Warum? Keine Ahnung. Weil sie da waren vermutlich 😄
Also kletterte Britti über die Steine, von einem zum nächsten, als hätte sie heimlich eine zweite Karriere als griechische Bergziege begonnen 🐐😂
Ich saß da, schaute ihr zu und dachte nur:
Mein Gott, was habe ich für ein Glück. Ich habe eine eigene Steinkletterin dabei.
Und dann kam sie zurück.
Mit einer kleinen Glasscherbe in der Hand.
Ich guckte sie an.
Sie sagte ganz ernst:
„Die habe ich gefunden. Die entsorge ich jetzt.“
Und genau da musste ich grinsen.
Nicht nur so ein kleines Grinsen. Sondern dieses tiefe, zufriedene Grinsen in den Himmel hinein. Weil das einfach Britti ist. Sie hüpft von Strand zu Strand, sondiert, entdeckt, bewertet, klettert über Steine und rettet nebenbei noch fremde Füße vor Glasscherben. ❤️😄
Ich saß da mit meinem Kaffee, die Sonne auf der Haut, das Meer vor uns, Britti wieder irgendwo zwischen Abenteuerlust und Aufräumkommando, und ich dachte nur:
So sieht Glück manchmal aus. Nicht perfekt. Nicht geplant. Nicht auf Hochglanz. Einfach echt.
Und während wir so durch diesen zweiten Finger fuhren, Strände testeten, Buchten anschauten und uns gegenseitig erklärten, was gut und was schlecht ist, wurde uns langsam klar: Unsere Reise nimmt gerade eine neue Richtung.
Denn eigentlich stand da ja noch etwas im Raum.
Die Türkei.
Wir hatten überlegt. Gerechnet. Geschaut. Diskutiert. Uns vorgestellt, wie wir mit unserem Silberpfeil durch kleine Gassen fahren, durch enge Orte, durch Verkehr, der vielleicht nicht gerade für 7,50 Meter Wohnmobil mit 4,5 Tonnen gemacht wurde.
Und irgendwann sagten wir beide:
Nein. Noch nicht.
Nicht aus Angst. Nicht aus Feigheit. Sondern weil es sich gerade nicht richtig anfühlte.
Unser Silberpfeil ist groß. Sehr groß. Und manche Abenteuer muss man nicht erzwingen, nur weil sie theoretisch möglich sind.
Also beschlossen wir:
Die Türkei läuft uns nicht weg.
Heute ist nicht morgen.
Irgendwann ist sie dran. Aber nicht jetzt.
Und plötzlich war da dieses Gefühl von Klarheit.
Wir drehen um. Wir fahren zurück. Wir suchen nicht das nächste Land, sondern das nächste richtige Erlebnis.
Und genau das sollte kommen.
Denn Freunde, wenn ihr bis hier gelesen habt, dann verrate ich euch jetzt nur so viel:
Wir haben den großen Berg Athos, diese geheimnisvolle Mönchsinsel, nicht bereist. Nicht wirklich. Nicht so, wie man vielleicht denken würde.
Aber was dann kam, wurde eines der spannendsten Erlebnisse unserer ganzen Tour.
Es ging um Mönche. Um einen Ort, der sich fast unwirklich anfühlt. Um eine Stimmung, die man nicht einfach fotografieren kann. Und um dieses Gefühl, dass manche Erlebnisse nicht laut sein müssen, um tief zu treffen.
Wenn du bis hier gelesen hast, dann musst du auch beim nächsten Bericht dabei sein.
Denn jetzt geht es Richtung Mönche.
Und ich sage dir:
Das wird keine normale Geschichte. 🏛️🌊✨Læs mere
...tatsächlich ein Bär auftaucht.
14. juni, Grækenland ⋅ ☀️ 28 °C
Karpero, Griechenland 🐻🌾🚐
Oder wie wir auf dem Weg zu den Mönchen plötzlich mitten in der Pampa hängen blieben
Manchmal plant man einen heiligen Ort.
Und landet erstmal auf einem Gemeindeplatz mit Bärenwarnung 😄
Eigentlich wollten wir direkt weiter nach Meteora. Zu den Mönchen. Zu diesen unglaublichen Klöstern auf den Felsen. Zu einem Ort, von dem man schon auf Bildern denkt: Wer hat denn bitte damals gesagt, lass uns das Kloster mal da oben hinbauen? 🏛️⛰️
Aber die Fahrt von den Fingern der Chalkidiki war einfach lang. Sehr lang. Und irgendwann sagt selbst der mutigste Silberpfeil:
„Freunde, ich rolle zwar gern, aber irgendwann ist auch mal gut.“ 🚐😄
Also legten wir einen Zwischenstopp ein.
In Karpero, griechisch Καρπερό, in der Gemeinde Deskati, im Regionalbezirk Grevena.
Und was soll ich sagen…
Wir wollten eigentlich nur eine Nacht bleiben.
Natürlich.
Wie oft haben wir diesen Satz schon gesagt?
„Nur eine Nacht.“
Das ist bei uns inzwischen ungefähr so glaubwürdig wie:
„Britti geht nur mal kurz gucken.“ 😂
Wir kamen also dort oben an, auf einem Gemeindeplatz oberhalb des Dorfes. Mitten in der Pampa. Und mit Pampa meine ich nicht so ein bisschen ländlich. Ich meine: nichts. Null. Ruhe. Weite. Himmel. Kornfelder. Berge. Und wir. 🌾🌄
Am Anfang standen noch fünf Camper dort. Das gab uns dieses angenehme Gefühl von: Okay, wenn hier etwas Seltsames passiert, sind wenigstens noch Zeugen da.
Am nächsten Tag waren sie alle weg.
Alle.
Kein Mensch mehr weit und breit.
Nur wir, der Silberpfeil und diese unglaubliche Stille.
Und genau da passierte es.
Wir sagten uns:
Hier bleiben wir.
Nicht weil es dort viel zu tun gab. Sondern gerade weil es dort nichts zu tun gab. Kein Hafen. Kein Stadtbummel. Keine Tavernenmeile. Kein Strand mit Liegen in Reih und Glied. Einfach nur dieser Platz, diese Aussicht, diese Ruhe und dieses Gefühl, einmal nicht irgendwohin zu müssen.
Britti konnte natürlich trotzdem nicht komplett stillhalten.
Das wäre ja auch unnatürlich. Wahrscheinlich medizinisch bedenklich 😄
Also hüpfte sie von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt. Und davon gab es dort oben gleich fünf. Fünf Möglichkeiten, in die Weite zu schauen, fünf kleine Bühnen für ihre Neugier, fünf Chancen für Britti, irgendwo hinzustapfen und zu sagen:
„Komm mal her, das musst du sehen!“
Ich kam natürlich meistens nicht sofort. Einer muss ja beim Silberpfeil bleiben. Und beim Kaffee. Und beim Leben an sich ☕😎
Oben auf dem Berg waren auch Feuerwehrpatrouillen unterwegs. Sie beobachteten das Umland, falls irgendwo ein Feuer entstehen sollte. Das hatte etwas Beruhigendes und gleichzeitig etwas sehr Griechisches. Da sitzt man völlig friedlich in der Landschaft, und irgendwo steht jemand mit Blick über die Berge bereit, falls die Natur beschließt, kurz durchzudrehen.
Dann kam Brittis große Frage.
Sie ging zu einem netten Feuerwehrmann und fragte auf Englisch, ob er hier oben schon einmal einen Bären gesehen habe. Und ob es hier überhaupt Bären gebe.
Der Mann antwortete ganz ruhig:
„Ja. Hier gibt es definitiv Bären.“
Britti schluckte.
Ich sah sie an, legte meine wahrscheinlich heldenhafteste Miene auf und sagte:
„Kein Bär wird dir etwas tun, solange ich in deiner Nähe bin.“ 🐻😎
Das war natürlich gelogen. Also nicht böse gelogen. Eher eine dieser Ehemann Aussagen, die gut klingen sollen, bis tatsächlich ein Bär auftaucht.
Denn stellen wir uns das mal ehrlich vor.
Wir sitzen beim Frühstück. Alles friedlich. Kaffee dampft. Britti schmiert irgendwas. Ich tue so, als wäre ich komplett entspannt. Und plötzlich bewegt sich mitten im Kornfeld etwas. Erst langsam. Dann größer. Dann sehr groß.
Ein Braunbär.
So groß wie eine Litfaßsäule.
Mit dem Blick eines Tieres, das offenbar auch frühstücken möchte. 😳🐻
Ich stelle mich natürlich sofort schützend vor Britti. Breite Brust. Fester Stand. Der Mann aus Schleswig Holstein gegen die Wildnis Griechenlands.
Ich rufe noch:
„Britti, dir wird nichts passieren!“
Dann kurze Pause.
Und direkt danach:
„Ich hole Hilfe!“
Und weg bin ich 😂
Natürlich ist das nicht passiert.
Wir haben keinen einzigen Bären gesehen. Nicht mal einen kleinen. Nicht mal einen, der so tat als wäre er einer.
Aber spannend war es trotzdem. Denn an den Straßen sahen wir tatsächlich große Abfangzäune, teilweise so massiv, dass klar war: Die stehen da nicht für besonders sportliche Kaninchen. Hier nimmt man das Thema Wildtiere ernst.
Und genau das machte diesen Platz noch besonderer.
Diese Mischung aus Ruhe, Weite, leichter Abenteuerstimmung und diesem Gefühl, dass man irgendwo steht, wo die Natur noch nicht gefragt hat, ob sie gerade fotogen genug ist.
Wir saßen dort, schauten in die Landschaft, ließen uns treiben und merkten wieder einmal:
Manchmal sind die ungeplanten Stopps die besten. Die, bei denen man nichts erwartet. Die, die nicht in großen Reiseführern schreien: Komm her, hier musst du gewesen sein. Sondern die einfach still dastehen und warten, bis du merkst, wie gut sie tun. ❤️
Die Mönche mussten also noch ein paar Tage warten.
Aber wenn du bis hier gelesen hast, dann bleib unbedingt dabei. Denn in der nächsten Geschichte geht es wirklich zu den Mönchen. Und ich werde dir erzählen, was ich mit einem Mönch besprochen habe, warum wir uns plötzlich richtig nahe waren und wie er mir sogar geschworen hat, wie alt ich werde.
Und glaub mir…
das Alter wirst du nicht erraten 😄⛰️🧔♂️
Die nächste Geschichte wird anders.
Ruhiger. Tiefer. Und vielleicht eine der besonderen unserer ganzen Reise.Læs mere

RejsendeDanke für den lustigen Bärenbericht😂….in Canada ist auch immer die Rede von Bären….von wegen - die gibt’s da gar nicht (wir können das beurteilen - waren 4 Wochen dort)👍🧐🤣🤣🤣

WeTravelYouJoinKanada ist irgendwann auch mal ein Traum von uns, mal schauen was es alles bringt!
Warum Kai 100 Jahre alt wird 😄⛰️
16.–20. jun., Grækenland ⋅ ⛅ 29 °C
Oder warum die Meteora Klöster für Kai unbezwingbar waren und für Britti nur ein kleiner Spaziergang!
Manche Orte sehen auf Fotos schon verrückt aus.
Und dann kommst du wirklich dort an und merkst: Nein, das Foto hat sogar noch untertrieben.
So war es mit Meteora.
Diese Klöster oben auf den Felsen wirken, als hätte irgendwann jemand gesagt:
„Lasst uns ein Kloster bauen.“
Und ein anderer antwortete:
„Gute Idee. Aber bitte nicht da unten, wo normale Menschen hinkommen. Lieber da oben, wo selbst Ziegen kurz nachdenken.“ 😄🐐⛰️
Aber von Anfang an.
Wir kamen spät abends ganz gemütlich auf dem Campingplatz in Kalambaka an. Eigentlich hätte ein normaler Mensch gesagt: Ankommen, hinstellen, Stuhl raus, Beine hoch. Aber wir sind ja nicht normal. Wir sind Kai und Britti. Und Britti hatte natürlich schon wieder dieses Funkeln in den Augen.
Dieses Funkeln bedeutet meistens: Gleich muss jemand irgendwo hin.
Und dieser jemand bin dann in der Regel ich. Als Fahrer. Mit der Honda. 🛵😄
Also ging es noch am Abend los Richtung Meteora Klöster. Einfach mal hochfahren, schauen, fühlen, Lage prüfen. Keine Ahnung, ob es sieben oder acht Klöster sind. Auf jeden Fall genug, um einen erwachsenen Mann bei 30 Grad ernsthaft über sein Leben nachdenken zu lassen.
Wir fuhren mit dem Roller diese gigantische Felsenlandschaft ab. Ein Kloster nach dem anderen tauchte vor uns auf, oben auf diesen irren Sandsteinfelsen, als hätte sie jemand mit viel Mut, viel Glauben und sehr wenig Rücksicht auf Kniegelenke dort hingestellt. 🌄
Kai bekam dabei das gute Gefühl, dass er vielleicht ein Kloster schaffen würde.
Britti hatte das gute Gefühl, dass sie vielleicht fünf oder sechs schaffen würde.
Damit war die Wette praktisch schon entschieden, bevor sie überhaupt begonnen hatte 😂
Am nächsten Tag ging es dann ernsthaft los.
Treppen. Sonne. Hitze. Menschen. Felsen. Und wieder Treppen.
Freunde, diese Klöster zu besteigen, das ist kein kleiner Ausflug. Das ist ein Glaubenstest für Oberschenkel. Bei über 30 Grad diese Stufen hochzukraxeln, da muss man früher im Leben irgendwo falsch abgebogen sein, um das freiwillig zu machen 😄☀️
Aber Kai hat geliefert.
Jawohl.
Das erste Kloster wurde bezwungen: Varlaam.
Und ich sage es ehrlich, die Treppen dort reichten mir völlig. Ich war oben angekommen und dachte:
„So. Schön war’s. Das war mein Beitrag zur Weltkultur. Mehr muss heute wirklich nicht sein.“ 😅
Britti grinste mich nur an und sagte sinngemäß:
„Das schaffe ich locker noch vier oder fünf Mal.“
Und genau so kam es.
Kai blieb ab da meistens bei den Pferden.
Also bei der Honda. 🛵😂
Mit ihren starken 8,7 PS schob uns die kleine Honda jeden Tag aufs Neue zu den Klöstern. Drei Tage lang fuhren wir diese Meteora Runde, immer wieder hoch, runter, links, rechts, Kloster hier, Aussicht dort. Britti stieg aus, hüpfte los, verschwand in Treppen, Türen, Innenhöfen und heiligen Räumen. Ich blieb unten oder irgendwo in der Nähe und bewachte Honda, Helm und Würde.
Irgendwer muss das ja machen.
Aber natürlich habe ich auch selbst genug gesehen. Und was ich gesehen habe, war wirklich gewaltig. Diese Klöster sind nicht einfach nur alte Gebäude. Sie sind ein Trotz gegen die Schwerkraft. Eine Mischung aus Glaube, Wahnsinn, Architektur und der Frage: Wie zur Hölle haben die das damals alles da hochbekommen?
Die Treppen wurden erst später in den Stein geschlagen. Früher ging es dort noch viel härter zu. Und wenn man dann als Zimmermeister davorsteht, guckt man nicht nur fromm, sondern auch fachlich. Man sieht Stein, Höhe, Material, Lasten, Wege, Aufwand, und irgendwann denkt man nur noch:
Respekt. Wirklich Respekt.
In einem der Klöster entdeckte Britti einen ganz besonderen Ort für sich.
Dort zündete sie eine Kerze für ihren Stiefvater an. 🕯️❤️
In diesem Moment war kein Hüpfen mehr. Kein Grinsen. Kein „komm mal schnell“.
Sie sah mich nur an, still, bedächtig, weich. Ich sagte nichts. Manchmal wäre jedes Wort zu viel. Ich machte nur ein Foto. Und genau dieses Foto sagt vermutlich mehr als jede Erklärung.
Danach gingen wir weiter in den nächsten Raum.
Und dort war diese perfekte Deckenmalerei. Farben, Figuren, Muster, Geschichte, alles so fein, so tief, so ruhig. Selbst mir blieb kurz die Spucke weg. Und das will etwas heißen. Ich bin ja sonst eher der Mann, der sagt: „Ja, schön, aber wie haben die das befestigt?“ 😄
Dann standen wir draußen im Garten des Klosters und schauten hinüber zu den anderen Klöstern. Über diese Felsen. Über diese Sandsteinriesen, die einfach nicht in den Kopf passen wollen. So schön. So unwirklich. So groß.
Plötzlich drehte sich Britti um und rief:
„Kai, ich habe einen Mönch gesehen! Da, da!“
Ich drehte mich natürlich sofort um.
Ich sah keinen Mönch.
Aber ich wollte ihr glauben.
Bei Meteora weiß man nie. Vielleicht war er da. Vielleicht war er schneller als ich. Vielleicht haben Mönche hier oben einfach eine bessere Tarnung als Camper aus Schleswig-Holstein 😄
Irgendwann setzte ich mich in einen Klostergarten. Die Sonne stand hoch, die Treppen steckten mir noch in den Knochen, und diese ganze Landschaft machte etwas mit einem. Man wird stiller. Nicht unbedingt heiliger, dafür kenne ich mich selbst zu gut. Aber stiller.
Und dann passierte es.
Ein Mann kam zu mir. Ruhig. Bedächtig. Fast lautlos. Er setzte sich neben mich. Es war ein schöner, stiller Raum, obwohl wir eigentlich draußen waren. Wir sprachen eine ganze Weile. Über das Leben. Über Reisen. Über Alter. Über das, was bleibt.
Und dann fragte ich ihn:
„Wie alt werde ich?“
Er sah mich an, grinste und sagte:
„Weit über 100 Jahre.“
Ich schwöre, in diesem Moment glaubte ich ihm sofort. Felsenfest. Ohne Zweifel. Wenn ein Mann in Meteora neben dir sitzt und sagt, du wirst über 100, dann diskutierst du nicht. Dann nimmst du das an 😄
Ich wollte gerade noch etwas sagen, da war er verschwunden.
Und dann öffnete ich die Augen.
Kein Mann.
Kein Raum.
Nur diese gigantische Aussicht.
Nur die Felsen.
Nur der Wind.
Nur Meteora.
Vielleicht war es ein Traum. Vielleicht die Hitze. Vielleicht die Treppen. Vielleicht auch einfach nur mein Körper, der nach einem Kloster dachte: Kai, wir müssen dir jetzt irgendwas Schönes erzählen, sonst machst du das nie wieder 😂
Britti war währenddessen natürlich längst wieder unterwegs. Überall. In jedem Raum. In jedem Winkel. Sie hüpfte noch mehr, größer, weiter, tiefer hinein. Sogar in den Weinkeller. Keine Ahnung, was sie da gesucht hat. Wahrscheinlich wollte sie prüfen, ob auch dort alles ordnungsgemäß klösterlich gelagert ist 🍷😄
Am nächsten Tag fuhren wir wieder zu den Klöstern.
Diesmal war für mich klar:
Ich bleibe definitiv bei den Pferden. Also bei der Honda.
Diese Treppen gehe ich ganz bestimmt nicht noch mal hoch. Ein Kloster gleicht doch dem anderen, dachte ich. Und als Zimmermeister war ich mir da völlig sicher. Also fast. Also wenigstens als Ausrede.
Britti brauchte natürlich Beweise. Und deshalb hüpfte sie jedes einzelne Kloster hoch, das sie sich vorgenommen hatte. Manchmal sah ich sie ganz oben stehen, winkend, strahlend, voller Energie. Und ich stand unten, winkte zurück und dachte:
Was für eine abenteuerlustige Frau.
Sie kam immer wieder zurück und erzählte voller Freude, was sie oben entdeckt hatte. Räume, Gärten, Ausblicke, Kerzen, Bilder, Wege, Mauern. Und ich hörte zu, grinste und war ehrlich froh, dass sie all das für uns beide mitnahm.
Meteora war für mich unbezwingbar.
Für Britti war es fast ein Spielplatz mit Aussicht.
Aber genau das ist ja unser Ding.
Sie hüpft hoch. Ich halte unten die Welt zusammen.
Sie entdeckt. Ich fahre.
Sie steigt Treppen. Ich erkläre später, warum das statisch alles sehr beeindruckend ist 😄
Liebe Leserinnen und Leser, wenn ihr bis hierhin gelesen habt, dann habt ihr mit uns schon sehr viel Griechenland geschafft. Und Meteora war eines dieser Erlebnisse, die man nicht einfach abhakt. Das bleibt. Diese Felsen. Diese Klöster. Diese Treppen. Dieses Licht. Und natürlich diese wichtige Erkenntnis:
Kai wird über 100 Jahre alt.
Hat mir schließlich jemand in Meteora gesagt.
Und wer bin ich, einem Mönch, einem Traum oder meinem eigenen erschöpften Unterbewusstsein zu widersprechen? 😄⛰️
Als Nächstes geht es weiter zu Elenas Camping.
Dort fühlten wir uns in zweiter Reihe am Strand richtig schön heimlich und gut aufgehoben. Aber was dort am zweiten Abend passierte, war nicht unheimlich. Es war einfach nur schön.
Und dann gab es noch ein Geburtstagsgeschenk für Britti.
Eines, das wahrscheinlich keiner von euch versteht.
Ich aber schon.
Und Britti hoffentlich auch ❤️
Mehr dazu in der nächsten Geschichte.Læs mere

Dietmar KammererWir waren dieses Jahr das 2. Mal bei den Klöstern. Ich sage immer : Das kannst du keinem erzählen, das musst du selber gesehen haben.😊

WeTravelYouJoinDu hast recht, man kann es keinen erzählen und wenn man überlegt dass sie das alles mit Seilern hoch gehangelt haben ist das noch bemerkenswerter. Und wir sind sicher dass wir auch das letzte Mal nicht hier waren

Dietmar KammererWenn ihr über Larissa weiterfahrt wüste ich einen einfachen aber tollen Platz zum freistehen. Mit Taverne 😊 Rustikal aber direkt am Meer
Wie Griechenland langsam leise Tschüss sagte!
23.–27. jun., Grækenland ⋅ ☀️ 31 °C
Elenas Camping bei Igoumenitsa 🌊🚐🇬🇷
Oder wie Griechenland langsam leise Tschüss sagte
Manchmal merkst du erst am Ende einer Reise, wie tief sie eigentlich in dir drinsteckt.
Wir kamen auf Elenas Camping, irgendwo in der Nähe von Igoumenitsa, und standen dort in zweiter Reihe am Strand. Nicht direkt vorne auf der großen Bühne, aber genau richtig für uns. Ein bisschen heimlich. Ein bisschen geschützt. Ein bisschen so, als hätte dieser Platz gesagt:
„Kommt her, ihr zwei. Hier könnt ihr noch mal durchatmen, bevor Griechenland euch wieder loslassen muss.“ 🌊❤️
Und genau so fühlte es sich an.
Unsere Griechenlandzeit neigte sich langsam dem Ende zu. Acht Wochen waren wir in diesem kleinen, verrückten, wunderschönen Land unterwegs. Acht Wochen voller Orte, die man nicht einfach nur gesehen hat, sondern die irgendwie an einem kleben bleiben.
Athen.
Der Kanal von Korinth.
Olympia.
Meteora.
Lefkada.
Die Peloponnes.
Die Chalkidiki.
Und all die kleinen Straßen, Tavernen, Campingplätze, Rollerfahrten, Gespräche, Kaffeepausen und Menschen, die plötzlich Teil unserer Reise wurden 🇬🇷✨
Und jetzt standen wir also hier. Fast am Ende. Kurz vor der Fähre nach Bari. Italien wartete schon irgendwo da draußen. Aber wir waren noch nicht ganz bereit, Griechenland innerlich loszulassen.
Der Platz war perfekt für diesen Abschied. Nicht laut. Nicht großartig aufdringlich. Einfach angenehm. Strandnah. Warm. Ruhig genug, um sentimental zu werden, aber nicht so ruhig, dass Britti nicht trotzdem alle fünf Minuten irgendwo hin musste 😄
Und das Wasser… Freunde, das Wasser war hier richtig gut.
Jetzt kommt eine historische Meldung:
Kai war insgesamt sechs Mal baden. 🌊😳
Ja. Sechs Mal.
Nicht einmal versehentlich mit dem Fuß reingerutscht. Nein. Richtig baden. Ich weiß selbst nicht, was da mit mir los war. Vielleicht griechische Magie. Vielleicht Abschiedsschmerz. Vielleicht war das Wasser einfach so gut, dass selbst mein innerer Nichtschwimmer kurz sagte:
„Na gut, aber nur unter Protest.“ 😂
Britti war natürlich ungefähr dreißig Mal drin. Mindestens. Wahrscheinlich eher mehr. Bei ihr zählt Baden ja nicht als Aktivität, sondern als Grundzustand. Sobald Wasser in der Nähe ist, beginnt bei ihr innerlich irgendein Delfinprogramm 🐬😄
Dazu bekam sie noch eine neue Luftmatratze. Und damit war endgültig klar: Jetzt wird es sportlich.
Britti machte Übungen.
Schmetterling.
Taucherbrille testen.
Mich ärgern.
Sich ziehen lassen.
Schneller sein.
Wieder schneller sein.
Und dann noch mal schneller sein.
Ich habe sie natürlich auch immer mal gezogen. Also theoretisch. Praktisch war ich grundsätzlich langsamer. Keine Ahnung, warum. Doch, eigentlich weiß ich es schon. Ich bin nicht langsam. Ich bin gelassen. Das ist ein großer Unterschied 😎
Britti dagegen hüpfte, schwamm, tauchte, lachte und war mir ständig einen halben Wasserkilometer voraus. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel Energie in so einem Menschen stecken kann, während ich im Wasser schon nach zehn Minuten aussehe wie ein Mann, der einen Friedensvertrag mit seinem eigenen Kreislauf verhandelt.
Aber es war herrlich.
Wir tobten im Wasser. Nicht einmal. Nicht zweimal. Immer wieder. So sehr, dass uns manchmal fast die Luft wegblieb. Dieses richtige Lachen, bei dem man nicht mehr weiß, ob man gerade schwimmt, hustet oder einfach nur glücklich ist 😂❤️
Und danach gingen wir erschöpft ins Restaurant.
Kaffee. Kekse. Sitzen. Atmen. Leben.
Ich versuchte natürlich regelmäßig, Brittis Keks zu klauen. Ganz vorsichtig. Ganz unschuldig. Mit der alten Technik: Ich gucke woanders hin und meine Hand macht zufällig etwas anderes.
Hat nicht funktioniert.
Britti bewacht ihre Kekse wie ein griechischer Tempel seine Schätze 🍪😄
Neben all dieser Wasserfreude lag aber auch etwas anderes in der Luft.
Vorbereitung. Weiterreise. Fähre. Italien. Bari.
Und dann kam noch diese Sache, die in der nächsten Geschichte eine größere Rolle spielen wird:
Der Vorderreifen.
Ich stellte fest, dass er blank war. Nicht so ein bisschen „ach, beobachten wir mal“. Sondern eher so, dass man als verantwortungsvoller Fahrer sofort denkt:
„Das wird jetzt ein Thema.“ 😬🚐
Also wurde geschrieben. Viel geschrieben. Mit Italienern. Auf Italienisch. Und ja, ChatGPT sei Dank, denn ohne Übersetzungshilfe hätte ich vermutlich irgendwo zwischen „Reifen“, „Wohnmobil“ und „bitte nicht sterben“ sprachlich aufgegeben 😂
Ein neuer Reifen musste her.
Und tatsächlich wurde einer für uns bestellt.
Aber dazu mehr in der nächsten Geschichte.
Denn jetzt kam erstmal der Abend vor Brittis Geburtstag. Und genau da wurde es wieder spannend.
Was schenkt man einer Frau, wenn man mit dem Wohnmobil durch Griechenland reist, kurz vor der Fähre nach Italien steht, ein Reifen blank ist und der Kopf schon halb bei der Überfahrt hängt?
Richtig.
Ein Geburtstagsgeschenk der Sonderklasse 😄🎁
Was genau das war, verrate ich noch nicht. Nur so viel: Es hatte irgendwie mit unserer Weiterreise zu tun. Vielleicht mit der Fähre. Vielleicht mit dem Reifen. Vielleicht mit beidem. Und vielleicht war es eines dieser Geschenke, bei denen man erst nicht weiß, ob man lachen, staunen oder den Schenkenden für komplett verrückt erklären soll.
Aber was soll man machen auf so einer Reise?
Griechenland sagte langsam Tschüss.
Italien winkte schon von der anderen Seite.
Und wir saßen da auf Elenas Camping, mit Sand an den Füßen, Salz auf der Haut, einem fast blanken Reifen im Hinterkopf und diesem weichen Gefühl, dass acht Wochen Griechenland nicht einfach vorbei sind.
Sie bleiben.
In den Bildern.
In den Geschichten.
In den Menschen, die wir getroffen haben.
In den Momenten, in denen Britti durchs Wasser tobte und ich so tat, als wäre mein Tempo eine bewusste Lebensentscheidung.
Liebe Leserinnen und Leser, wenn ihr bis hier noch dabei seid, dann bleibt unbedingt dran.
Denn als Nächstes kommt Brittis Geburtstag.
Und dieses Geschenk…
das versteht wahrscheinlich nicht jeder.
Aber genau deshalb passt es perfekt zu uns 😄🚐🎁Læs mere
Wir machen rüber nach Italien 🇮🇹⛴️🚐
25.–26. jun., Italien ⋅ 🌙 26 °C
Oder wie Britti eine Außenkabine, eine Blume und einen Vorderreifen zum Geburtstag bekam
Jetzt war es also soweit.
Griechenland lag hinter uns, Italien wartete vor uns, und dazwischen lag diese große Fähre von Igoumenitsa nach Bari. Eine ganze Nacht auf dem Meer. Ein riesiges Schiff. Ein Silberpfeil im Bauch der Fähre. Und Britti mit einem Geburtstagsgeschenk, das vermutlich nicht jede Frau sofort versteht 😄
Ich hatte ihr nämlich eine richtig schöne Außenkabine geschenkt. Mit Blick nach draußen, mit etwas Komfort, mit diesem Gefühl von: Heute schlafen wir nicht irgendwo, heute fahren wir wie Leute, die sich ein kleines bisschen Luxus verdient haben ❤️
Und dann bekam sie noch ein zweites Geschenk.
Den rechten Vorderreifen.
Ja, richtig gelesen 😂
Weil vorne beide Reifen neu mussten, dachte ich mir: Wenn Britti schon als Beifahrerin auf dieser Seite sitzt, dann soll sie wenigstens ihren eigenen Reifen haben. Sicherheit, Romantik und Gummiabrieb in einem Geschenk. Mehr Beziehung geht fast nicht. Andere schenken Schmuck, ich schenke Fahrstabilität.
Aber von Anfang an.
Erst mussten wir vor dem Zoll parken. Und dann kam schon der erste kleine Titanic Moment. Britti musste durch den Zoll, ich mit dem Silberpfeil ganz außen herum durch die großen Tore. Für normale Menschen ist das ein logistischer Ablauf. Für Britti war es kurz so, als würden wir uns vielleicht zum letzten Mal sehen 😄
Sie schaute mich an, als würde gleich eine dramatische Filmmusik einsetzen.
Ich sagte nur:
„Ich stehe auf der anderen Seite, wenn du rauskommst.“
Und so war es auch.
Kurz darauf kam schon die WhatsApp:
„Ich bin draußen, ich bin draußen!“
Ich fuhr hin, holte sie ab, und da stand sie schon, winkend, erleichtert, zufrieden. Da wusste ich: Der erste Teil der Mission war geschafft. Kein Drama. Kein verlorenes Britti. Kein Suchtrupp am Hafen 😄❤️
Dann stellten wir uns an die Fähre. Und natürlich hieß es erstmal warten. Über zwei Stunden. Aber was macht man, wenn man nachts vor einer Fähre steht, umgeben von Wohnmobilen, LKWs, Autos und Menschen, die alle irgendwie müde, aufgeregt und leicht verwirrt aussehen?
Richtig.
Man guckt Fußball.
Deutschlandspiel. Wir standen da zwischen Hafenlampen, Motorengeräuschen und Reisenden aus halb Europa, und auf irgendeinem Bildschirm lief Fußball, während hinter uns langsam dieser riesige Schiffskörper aus der Nacht auftauchte. ⚽🌙
Und dann kam sie.
Die Fähre.
Ein Riesenteil. Dunkel, gewaltig, fast wie ein schwimmender Berg. Dann öffnete sich vorne dieses riesige Maul. Eine Rampe kam herunter, so groß, dass ich dachte, da könnte man auch eine Kleinstadt einladen. Und plötzlich wurde aus Warten Aktion.
Alle mussten schnell rauf. LKWs, Autos, Wohnmobile. Alles bewegte sich. Hafenpersonal winkte, zeigte, rief, pfiff, und man hatte kurz das Gefühl, man sei nicht auf einer Fähre, sondern bei einer militärischen Großverladung mit Urlaubsabsicht 😄
Und dann musste Britti sich wieder von mir trennen.
Sie musste allein hoch aufs Schiff. Ich musste mit dem Silberpfeil allein in den Bauch der Fähre fahren.
Und ich sage euch, das war schon ein Erlebnis.
Du rollst mit 7,50 Metern Wohnmobil in diesen tiefen Schiffsbauch hinein, links und rechts riesige LKWs, überall Stahl, Rampen, Geräusche, Männer mit Warnwesten, die dich einweisen, als würdest du gerade eine Mondlandung rückwärts einparken. Siehe Video. Genau so fühlt sich das an 🚐⛴️😄
Kaum stand der Silberpfeil, kam schon wieder eine WhatsApp von Britti:
„Ich bin hier. Ich bin da. Nicht, dass du mich nicht findest.“
Und liebe Leserinnen und Leser, genau das ist echte Liebe.
Nicht Rosen. Nicht Gedichte. Nicht große Worte.
Sondern die Angst, dass der Liebste im Schiffsbauch verschwindet und nie wieder zur Kabine findet 😂❤️
Ich fand sie natürlich. Irgendwann. Und dann kamen wir in unsere Außenkabine. Draußen Nacht, drinnen diese kleine schwimmende Ruhe, und plötzlich war all der Hafenstress weg.
Vor dem Schlafengehen übergab ich meiner kleinen hüpfenden Britti noch eine kleine Blume 🌸
Sie grinste. Dieses echte Grinsen. Dieses Britti Grinsen, bei dem man weiß: Ja, das Geschenk ist angekommen. Nicht nur die Blume. Nicht nur die Kabine. Sondern der ganze Moment.
Wir lagen da, irgendwo zwischen Griechenland und Italien, und sprachen uns wieder zu, noch mehr Abenteuer zu erleben. Noch mehr Wege. Noch mehr verrückte Plätze. Noch mehr Geschichten, bei denen man vorher denkt: Das kann doch keiner glauben.
Aber zuerst musste Italien kommen.
Am nächsten Morgen war es soweit. Bari. Hitze. Italien. Und eigentlich sollte Britti wieder allein von Bord gehen. Eigentlich.
Aber wer Britti kennt, weiß: Wenn sie einmal beschlossen hat, irgendwo nicht mehr wegzugehen, dann geht sie da nicht mehr weg 😄
Sie hüpfte einfach ins Wohnmobil und blieb sitzen. Keine Diskussion. Kein Aussteigen. Kein zweiter Titanic Moment. Sie war drin, sie blieb drin, und so rollten wir beide ganz langsam gemeinsam von der Fähre.
Und dann traf uns Italien.
40 Grad.
Nicht warm. Nicht sommerlich. Sondern diese Hitze, bei der du aussteigst und sofort denkst: Hat hier jemand den Backofen offen gelassen? ☀️🔥
Aber es half nichts. Jetzt mussten die beiden Vorderreifen getauscht werden. Ich war ja schon seit Tagen mit einem Händler in Kontakt, auf Italienisch, mit viel Schreiben, viel Übersetzen und viel Hoffnung. ChatGPT sei Dank, sonst hätte ich vermutlich irgendwann nur noch „Reifen bitte schnell“ geschrieben und gebetet 😂
Und was soll ich sagen?
Es klappte wie am Schnürchen.
Der Reifen war bestellt.
Wir kamen an.
Alles lief.
Und nach etwa 30 Minuten waren wir schon wieder startklar.
Britti hatte also ihren Geburtstagsreifen bekommen, der Silberpfeil stand wieder sicher auf neuen Vorderfüßen, und wir konnten weiter Richtung Süden.
Nächstes Ziel: Ostuni.
Und dort erwartete uns eine Hitze, die wirklich alles konnte. Eine Stadt, weiß, hell, schön, aber so heiß, dass selbst Schatten aussah, als hätte er keine Lust mehr.
Doch dann kam am Abend etwas, womit wir nicht gerechnet hatten.
Eine gigantische Änderung.
Fast schon eine komplette Wendung unseres ganzen Abenteuers.
Denn manchmal plant man eine Reise.
Und manchmal schaut einen die Reise an und sagt:
„Schön gedacht, Kai. Aber jetzt machen wir mal etwas ganz anderes.“ 😄🚐🇮🇹
Was genau passiert ist, erzähle ich euch in der nächsten Geschichte.
Bleibt dran.
Denn Italien hat uns nicht einfach empfangen.
Italien hat direkt angefangen, unseren ganzen Plan umzuschreiben.Læs mere
Ostuni, du schießt uns in den Norden 🇮🇹🔥🚐
29. juni, Italien ⋅ ☀️ 30 °C
Oder wie uns 42 Grad einmal komplett den Reiseplan umgeworfen haben
Italien empfing uns nicht einfach nur warm.
Italien empfing uns wie ein geöffneter Backofen, in den jemand noch aus Spaß einen Föhn gelegt hatte 😄🔥
Fast 42 Grad.
Nicht gefühlt. Nicht „ach, bisschen heiß“. Nein. Diese Sorte Hitze, bei der selbst der Schatten sagt:
„Ich bin raus, macht euren Kram allein.“
Und was machen zwei vernünftige Menschen bei dieser Temperatur?
Richtig.
Sie steigen auf den Roller und fahren nach Ostuni. 🛵😂
Aber von Anfang an.
Wir waren gerade in Italien angekommen, die neuen Vorderreifen waren drauf, Britti hatte ihren Geburtstagsreifen auf der Beifahrerseite erhalten, also war technisch alles wieder auf Kurs. Und dann lag da Ostuni vor uns. Diese berühmte weiße Stadt auf dem Berg. Schön, hell, verwinkelt, mediterran, einfach ein Traum.
Zumindest aus der Entfernung.
Rauf auf den Roller, rein in diese Affenhitze, und schon nach wenigen Minuten hatte ich das Gefühl, als würde mir jemand einen heißen Föhn direkt auf Beine, Arme und Gesicht halten. Fahrtwind? Vergiss es. Bei 42 Grad gibt es keinen Fahrtwind. Da gibt es nur heiße Luft mit Geschwindigkeit 😅
Ab diesem Moment ging es auch nicht mehr um Windschatten.
Es ging um Sonnenschatten.
Das ist ein ganz neues Fahrkonzept, das nur Menschen verstehen, die schon mal in Süditalien auf einem Roller langsam gegart wurden.
Dann kamen wir an.
Ostuni lag wunderschön auf dem Berg. Weiß, hell, stolz, als hätte die Stadt vergessen, dass Menschen bei Hitze schmelzen können. Und natürlich musste diese weiße Stadt erklommen werden. Zu Fuß. Bergauf. Bei 42 Grad.
Kai empfand das nicht als Spaziergang. Kai empfand das als Prüfung. Als Expedition. Als leicht übertriebene Form von Stadtbesichtigung 😄
Aber siehe Video:
Ich habe es geschafft.
Natürlich habe ich es geschafft.
Langsam, aber würdevoll. Also zumindest langsam.
Britti dagegen war sofort wieder in ihrem Element.
Kaum waren wir in den Gassen, hüpfte sie los. Von einer Gasse in die nächste, durch kleine Durchgänge, um Ecken, Treppen hoch, Treppen runter, immer mit diesem Blick, als hätte sie gerade wieder ein geheimes Stück Italien entdeckt.
Und jedes Mal, wenn sie irgendwo wieder auftauchte, rief sie fast empört vor Begeisterung:
„Hast du den Balkon gesehen?“
„Hast du die Gasse gesehen?“
„Hast du diese Blumen gesehen?“
Und ich, leicht gegart, leicht glänzend und innerlich schon auf Energiesparmodus, sagte natürlich jedes Mal:
„Ja.“
Das ist wichtig bei Britti.
Sie muss wissen, dass ich bei ihr bin. Auch wenn ich manchmal nur noch mit einem Auge sehe, weil mir die Sonne das andere gerade weichkocht 😄❤️
Oben angekommen gab es dann diese gigantische Aussicht. Weite. Dächer. Landschaft. Dieses weiße Ostuni unter uns, so schön, dass man kurz vergisst, dass man eigentlich kurz vor der Selbstentzündung steht.
Und dann kam der Wasserhahn.
Ein einfacher Wasserhahn.
Dachte ich.
Aber dieser Wasserhahn funktionierte nicht einfach so. Nein. Der hatte offenbar ein eigenes Geheimnis, eine bestimmte Technik, einen kleinen griechisch italienischen Zaubercode. Und wer kannte ihn?
Natürlich Britti. 😂💧
Ich saß gemütlich auf einer Bank im Schatten, schaute über die große weite Aussicht und dachte: Jetzt kurz Ruhe. Jetzt kurz einfach sitzen.
Aber Britti hatte plötzlich eine neue Aufgabe im Leben.
Sie wurde zur Wasserhahnmeisterin von Ostuni.
Jeder, der dort trinken wollte, scheiterte erst mal. Dann kam Britti. Ein Griff, eine Bewegung, zack, Wasser lief. Die Leute staunten. Einige grinsten. Ich meine, es fehlte nicht viel und sie hätten angefangen zu klatschen 😄👏
Ich saß da und dachte:
Wir kommen hier nie wieder weg.
Denn bei über 40 Grad und einem Wasserhahn, den nur Britti bedienen konnte, waren wir praktisch systemrelevant. Wir hätten fast Geld verlangen können.
„Einmal Wasser, zwei Euro. Mit Erklärung fünf.“ 😂
Irgendwann schafften wir es dann doch weiter. Runter ging es leichter, Gott sei Dank. Und danach landeten wir in einem kühlen Kellergewölbe zum Mittagessen. Dicke Wände, Schatten, Ruhe, Essen. Für einen Moment war die Welt wieder in Ordnung 🍽️❤️
Und genau dort, an diesem Mittagstisch, passierte es.
Die große Planänderung.
Eigentlich sollte Italien jetzt weitergehen. Sizilien. Sardinien. Fähren. Süden. Meer. Große Pläne.
Aber draußen brannte die Hitze wie eine Wand. Das Meer war nicht mehr erfrischend, sondern badewannenwarm. Keine Abkühlung. Kein Aufatmen. Kein „ach komm, morgen wird’s besser“.
Wir kannten dieses Gefühl schon. Letztes Jahr sind wir vor der Hitze Richtung französische Seealpen geflüchtet. Und plötzlich war klar:
Wir machen es wieder.
Nicht nach Süden.
Nicht weiter in die Hitze.
Nicht Sizilien.
Nicht Sardinien.
Sondern: Auf in den Norden. 🚐🏔️
Direkt Richtung Rimini, die lange Autobahn hoch, weiter nach Österreich. Irgendwo ein kleiner gemütlicher Campingplatz. Grüner Rasen. Ein kleiner See vielleicht. Ein netter Betreiber. Freundliche Menschen. Kühle Luft. Berge. Ruhe. Genau das, wonach sich der ganze Körper plötzlich sehnte.
Britti schaute mich erst mit großen Augen an.
Dann wurde sie still.
Dann nickte sie.
Und ich wusste: Wir sind uns einig.
Die italienische Gassenschlacht bei über 40 Grad musste hier enden. Nicht weil Italien nicht schön ist. Ostuni war wunderschön. Aber Schönheit hilft dir wenig, wenn du dich fühlst wie ein Grillhähnchen mit Sonnencreme 😄🔥
Und dann, nur einen Moment später, ging Brittis Kopf wieder hoch. Ihre Augen wurden groß. Und sie rief fast:
„Auf in den Norden!“
Genau da war sie wieder. Die Energie. Der neue Plan. Das Funkeln.
Weg aus der Hitze. Hin zu Bergen. Seen. Almen. Vielleicht wieder hoch hinaus.
Jeder, der uns kennt, weiß:
Wir haben kein Drehbuch.
Wir haben keinen festen Plan.
Wir haben eine Richtung, bis wir eine andere haben 😄
Und genau das ist unsere Reise.
Nicht stur durchziehen. Nicht beweisen, dass ein alter Plan richtig war. Sondern spüren, was jetzt gerade passt.
Spontan ist unsere Passion.
Planänderung ist unser Reisebüro.
Und der Silberpfeil macht mit. Meistens jedenfalls 🚐❤️
Freunde, wenn ihr bis hierhin gelesen habt, dann seid gespannt.
Demnächst erfahrt ihr, ob wir diesen urigen, gemütlichen Campingplatz in Österreich wirklich gefunden haben. Ob es grünen Rasen gab. Ob es einen kleinen See gab. Und ob Britti endlich wieder ihren Traum leben durfte: eine Alm oben auf dem Berg genießen 🏔️☀️
Britti wird also nicht mehr durch italienische Gassen hüpfen.
Vielleicht hüpft sie bald von Berg zu Berg.
Wir werden es sehen.
Vielen Dank an alle, die uns durch Italien begleitet haben.
Aber ganz ehrlich: Diese Hitze über 40 Grad ist nicht unser Freund.
Also sagen wir:
Ciao Italien, du warst schön. Aber du warst uns heute einfach zu heiß. 🇮🇹🔥😄
Und jetzt:
Auf in den Norden.Læs mere

RejsendeDas kann ich voll verstehen, ich liebe Italien auch lieber im Winter 😂 Dann drücke ich mal die Daumen für eine schöne Zeit in den Alpen 👍

RejsendeKann das gut nachempfinden… viel Glück im Norden bei Sonne aber kühleren Temperaturen ✊🏻

RejsendeStrandcamping Anderwald am Faaker See hört sich genau nach dem Ziel an, das ihr sucht 😉
Raus aus der Gluthitze!
30. jun.–1. jul., Italien ⋅ ☀️ 32 °C
Raus aus der Gluthitze, rein Richtung Norden 🚐🔥🏔️
Oder wie wir Italien erstmal den Rücken zukehrten
Gesagt, getan.
Wenn Kai und Britti am Mittagstisch beschließen, dass jetzt Schluss ist mit 42 Grad, italienischen Glutgassen und badewannenwarmem Meer, dann wird nicht lange philosophiert. Dann wird eingepackt, eingeräumt, angeschnallt und der Silberpfeil auf die Autobahn geschoben 😄🚐
Also rauf auf die Bahn.
Richtung Norden.
Erstmal Richtung Venedig.
Hauptsache Strecke machen. Hauptsache raus aus dieser Hitze, die sich nicht mehr wie Sommer anfühlte, sondern wie eine persönliche Beleidigung durch die Sonne ☀️🔥
Und was soll ich sagen, genau das haben wir gemacht.
Kilometer um Kilometer ging es hoch. Der Silberpfeil lief, die Klimaanlage kämpfte tapfer, Britti schaute nach vorne, ich auch, und irgendwo zwischen Asphalt, Rastplätzen und diesem italienischen Flimmern in der Luft wussten wir beide: Das war die richtige Entscheidung.
Manchmal fühlt sich Weiterfahren nicht wie Flucht an.
Sondern wie Selbstschutz.
Für eine Nacht landeten wir dann auf einem kleinen Campingplatz südlich von Venedig. Kein großes Kapitel. Kein Platz, der für immer in unsere Herzen gebrannt wurde. Eher so ein klassischer Zwischenstopp. Hinstellen, schlafen, weiter. Aber selbst solche Stopps gehören dazu. Nicht jeder Ort muss ein Feuerwerk sein. Manche Orte sind einfach nur ein Komma auf der Reise 😄
Britti wäre aber nicht Britti, wenn sie nicht trotzdem noch einmal zum Strand wollte.
Also los. Natürlich bin ich mit. Was soll ich auch machen? Wenn Britti Strand sagt, bewegt sich irgendwas. Entweder sie, oder ich, oder am Ende beide 😂
Und wer diese Strände in der Region kennt, der weiß genau, was jetzt kommt.
Alles in Reih und Glied.
Jede Liege exakt ausgerichtet.
Jeder Sonnenschirm perfekt in den Sand gerammt.
Alles so ordentlich, dass selbst ein deutscher Platzwart kurz emotional werden könnte 🏖️😄
Nur leider hat dieses System einen kleinen Haken:
Es kostet.
Alles kostet.
Liege? Kostet.
Schirm? Kostet.
Atmen in der Nähe vermutlich auch bald 😄
Es wirkt ein bisschen so, als hätte jemand den Strand genommen, ihn vermessen, nummeriert, berechnet und dann entschieden: Jetzt holen wir den Badegästen mal freundlich das Geld aus den Taschen.
Und genau da merkten wir wieder: Das ist nicht unser Ziel.
Nicht diese Reihe von Liegen.
Nicht diese Hitze.
Nicht dieses Gefühl, dass sogar der Sand Eintritt nehmen möchte.
Unser Ziel lag weiter oben.
Richtung Berge.
Richtung Luft.
Richtung Grün.
Richtung Kärnten.
Und Freunde, jetzt kommt der Punkt, an dem unsere Reise wieder diese schöne Wendung nimmt. Denn was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: Wir würden tatsächlich einen Campingplatz finden, der uns komplett begeistert. Einen Platz, bei dem wir beide sofort dieses Gefühl hatten: Ja. Genau hier. Genau das haben wir gesucht ❤️
Nach Italien, nach Hitze, nach Asphalt und nach diesem kurzen Strandzwischenstopp ging es weiter Richtung Norden.
Und kaum zu glauben, aber wahr:
Der Top Campingplatz wartete wirklich auf uns.
Es geht jetzt nach Kärnten.
Es geht an einen Ort, der uns wieder Luft holen lässt.
Es geht raus aus dem Backofen und rein in das, was wir gerade brauchen.
Grüner. Kühler. Gemütlicher.
Und vielleicht mit genau diesem kleinen Stück Freiheit, das man nicht buchen kann, sondern nur findet, wenn man im richtigen Moment einfach weiterfährt.
Bleibt dran.
Denn im nächsten Kapitel erfahrt ihr, ob Kärnten hält, was wir uns davon erhofft haben.
Und ich sage euch jetzt schon:
Wir waren völlig begeistert 😄🏔️🚐Læs mere
...eine Märklin Eisenbahn aufgebaut!
2. juli, Østrig ⋅ ☀️ 26 °C
Bodensdorf am Ossiacher See 🇦🇹🌊🏔️
Oder wie Österreich aussah, als hätte jemand für Britti eine Märklin Eisenbahn aufgebaut
Ja, du wirst es kaum glauben.
Wir sind tatsächlich in Österreich gelandet 😄
Nach Hitze, Autobahn, Italien und diesem Gefühl, dass uns die Sonne langsam persönlich beleidigt, rollten wir mit dem Silberpfeil Richtung Kärnten. Und plötzlich wurde alles anders. Die Luft. Die Farben. Die Straßen. Selbst das Fahren fühlte sich wieder leichter an.
Britti saß neben mir auf dem Beifahrersitz, mit diesem Gesicht, das ich inzwischen sehr gut kenne. Große Augen, leicht geöffnetes Lächeln, irgendwo zwischen Staunen und „Kai, guck mal da!“ ❤️
Und ganz ehrlich, für uns Neulinge fühlt sich Österreich manchmal wirklich so an, als hätte jemand eine riesige Märklin Eisenbahn aufgebaut. Extra für uns. Kleine Häuser. Grüne Wiesen. Berge. Tunnel. Brücken. Wasserfälle. Bäche. Kühe vermutlich irgendwo im Hintergrund, wahrscheinlich auch mit eigener Klingel und sauber gekämmtem Fell 😄🚂🏔️
Britti zeigte immer wieder nach draußen.
„Guck mal, ein Fluss!“
„Da, Wasser!“
„Oh, ein Wasserfall!“
„Kai, hast du das gesehen?“
Ich hätte natürlich gern alles gesehen. Wirklich. Aber einer musste leider nach vorne gucken. Und dieser eine war ich. Denn wir waren auf der A10 Richtung Kärnten unterwegs, und während Britti in ihrer österreichischen Bilderbuchwelt versank, bestand meine Aufgabe darin, uns nicht versehentlich in ein Tunnelportal, eine Leitplanke oder direkt in eine alpine Postkarte zu lenken 😂
Ich hatte uns einen schönen Campingplatz ausgesucht. Direkt am Ossiacher See, bei Bodensdorf. Und was soll ich sagen, der Platz war ein Treffer.
Wir bekamen einen richtig schönen Platz in zweiter Reihe am See. Nicht ganz vorne auf der Bühne, aber genau so, dass wir alles hatten, was wir brauchten. See vor der Nase, Berge drumherum, Ruhe im Bauch. Nach Italien war das wie einmal tief durchatmen. Kein Backofen mehr. Kein Föhn im Gesicht. Kein heißer Asphalt, der von unten grüßt. Einfach Kärnten. Grün, klar, weich, freundlich 🌊❤️
Wir standen da und waren beide sofort ruhiger.
Aber natürlich nicht zu lange.
Denn am nächsten Morgen sollte direkt die erste große Gipfelattacke starten 😄
Ziel: Sepple Alm.
Plan: Mit dem Roller hoch.
Motivation: Kaiserschmarrn.
Kostenpunkt: 10 Euro Maut.
Kondition: Fragwürdig, aber mutig.
Also rauf auf die Honda und ab auf die Mautstraße. Und Freunde, das war keine kleine Steigung. Das war so eine Straße, bei der du dem Roller innerlich gut zuredest wie einem alten Pferd:
„Komm, mein Junge. Noch ein bisschen. Du schaffst das.“ 🛵⛰️
Mit ungefähr 18 km pro Stunde kämpften wir uns nach oben. Nicht schnell. Nicht elegant. Aber stetig. Und stetig ist in solchen Momenten sowieso besser als peinlich rückwärts rollen 😄
Oben angekommen hatten wir es geschafft. Die Alm war da. Die Berge waren da. Die Luft war da. Und Britti schaute hoch, runter, links, rechts und fragte sich, wie um alles in der Welt hier im Winter Menschen mit Skiern hoch und runterkommen. Oder gondeln.
Und dann sahen wir sie.
Wanderer.
Echte Wanderer.
Nicht unsere gewohnte Sorte Wanderer, die irgendwo an der Bushaltestelle steht und wartet, bis ein Bus sie wieder ins Leben zurückträgt. Nein. Richtige Wanderer. Mit Schuhen, Stöcken, Rucksäcken und diesem Gesichtsausdruck, als wäre Steigung kein Problem, sondern ein Hobby 😄🥾
Britti schaute ihnen nach, dann runter den Berg, dann zu mir. Sie zuckte mit den Schultern und sagte sinngemäß:
„Das sind echte Wanderer.“
Ja. Waren sie.
Und wir waren beeindruckt. Aus sicherer Entfernung natürlich. Man muss seine Rolle kennen.
Für uns war dieser Ausflug schon Abenteuer genug. Roller hoch, Aussicht genießen, Alm fühlen, Kaiserschmarrn im Kopf. Genau unser Niveau. Sportlich, aber mit Belohnung. So sollte Bewegung grundsätzlich organisiert werden 😄🍽️
Zurück am Campingplatz wurde es dann herrlich ruhig.
Wir saßen vor dem Camper, schauten auf den See, ließen die Tage langsam werden. Britti hüpfte natürlich noch ein, zwei oder auch dreimal in den Ossiacher See. Ich grinste nur. Sie war zufrieden. Und wenn Britti zufrieden ist, wird die ganze Welt ein bisschen friedlicher ❤️🌊
Was dann kam, wurde unser kleines Ritual.
Jeden Morgen gingen wir Punkt 10 Uhr frühstücken.
Bei Udo, dem Kellner.
Und Udo war einfach nett. So ein Mensch, bei dem man sich nach zwei Tagen schon fühlt, als würde man seit Jahren dort sitzen.
Jeden Morgen der gleiche Tisch.
Jeden Morgen der gleiche Blick über den See.
Jeden Morgen dieses Grinsen zwischen uns.
Wir bestellten, setzten uns hin, guckten aufs Wasser und freuten uns unseres Lebens. Wirklich. Nicht laut. Nicht übertrieben. Einfach dieses tiefe, stille:
Genau so ist es richtig. ☕🥐🌊
Vier oder fünf Mal waren wir bestimmt dort frühstücken. Immer wieder der gleiche Ablauf. Immer wieder diese Aussicht. Immer wieder dieses Gefühl, dass man manchmal gar nichts Großes braucht, wenn der Platz, der Kaffee und der Mensch gegenüber stimmen.
Und manchmal, während Britti dort saß, fertig gemacht, gut gelaunt, mit diesem Licht im Gesicht und dem See im Hintergrund, hatte ich wirklich das Gefühl, passt.
Ich freute mich darüber sehr.
Und genau deshalb war Bodensdorf für uns nicht einfach nur ein weiterer Campingplatz.
Es war unser erstes richtiges Aufatmen nach der Hitze.
Ein kleiner österreichischer Neubeginn.
Ein Ort mit See, Frühstück, Udo, Alm, Rollerkeuchen und einer Britti, die zwischen Wasser und Bergen einfach wieder ganz bei sich war.
Italien hatte uns in den Norden geschossen.
Österreich hat uns aufgefangen.
Und wenn du bis hier gelesen hast, dann weißt du, was jetzt kommt:
Natürlich bleiben wir nicht einfach nur sitzen.
Denn wenn Britti Berge sieht, dann dauert es nicht lange, bis irgendwo wieder eine Alm ruft.
Und weil ein Alm Tag natürlich nicht reicht, ging es am nächsten Tag direkt weiter 😄🏔️
Zweites Ziel diesmal: Kammerhütte.
Auch wieder eine Alm. Auch wieder hoch in die Berge. Und natürlich wieder mit Mautstraße. Wieder 10 Euro. Österreich hat wirklich verstanden, wie man aus Steigung ein Geschäftsmodell macht 😂
Also wieder rauf auf die Honda. Wieder Serpentinen. Wieder Berge. Wieder dieses Gefühl, dass der kleine Roller sich innerlich denkt:
„Leute, ich bin für Stadtverkehr gebaut, nicht für alpine Grenzerfahrungen.“ 🛵⛰️
Aber wir wollten unbedingt hoch zu dieser Hütte. Kaiserschmarrn war im Kopf, Aussicht war im Herzen, und Britti hatte schon wieder dieses Gesicht, bei dem ich wusste: Umkehren ist keine Option ❤️
Dann plötzlich war die Straße zu Ende.
Ein normaler Mensch hätte gesagt: Gut, dann war es das.
Wir natürlich nicht 😄
Da war noch ein Zulieferweg. Und dieser Weg führte tatsächlich direkt weiter Richtung Kammerhütte. Also fuhren wir hoch. Langsam. Vorsichtig. Aber mit einer inneren Entschlossenheit, wie sie nur Menschen haben, die irgendwo oben einen Kaiserschmarrn vermuten.
Und dann waren wir da.
Kammerhütte.
Und Freunde, was für ein Blick.
Vor uns diese Berge, diese Weite, diese fast 3000er Gipfel, einer nach dem anderen, als hätte jemand den Horizont extra für uns aufgestellt. Wir standen da oben und bekamen erstmal wieder kaum den Mund zu. Nach all der Hitze in Italien, nach Asphalt, Fähre, Städten und Staub war das hier wie ein großes kühles Durchatmen der Seele 🌄❤️
Britti schaute. Ich schaute.
Und für einen Moment mussten wir gar nichts sagen.
Zweiter Tag in Kärnten.
Zweite Alm.
Zweiter Volltreffer.
Schöner geht es kaum.
Und morgen, du wirst es kaum glauben, soll es vielleicht schon wieder hoch hinausgehen. Diesmal mit der Gondel Richtung Kanzelhöhe.
Britti sagt zwar „vielleicht“.
Aber wir wissen ja beide, was „vielleicht“ bei Britti bedeutet.
Ich sollte besser schon mal den Helm bereitlegen 😄🚠🏔️
Denn meistens muss ich dann Roll fahren 😄🏔️🚐Læs mere

Dietmar KammererWillkommen in Österreich. Wenn ihr noch was spektakuläres sehen wollt. Fahrt über die Großglockner Hochalpenstraße. 3000er rundherum 😂
Mit der Gondel zur Kanzelhöhe 🚠🏔️😄
27. juli, Østrig ⋅ ☁️ 27 °C
Oder wie Kai zum Wanderer wurde, ohne wirklich zu wandern
Kaum war ich morgens wach, grinste Britti mich schon an.
Und wenn Britti morgens so grinst, dann weiß ich inzwischen:
Heute wird nicht einfach nur gefrühstückt.
Heute passiert irgendwas mit Höhe, Bewegung oder beidem 😄
Und tatsächlich.
Es sollte hochgehen. Zur Kanzelhöhe.
Ich dachte erst, das wäre der höchste Punkt. War es nicht. Nur der zweithöchste. Aber ganz ehrlich, für uns reichte das völlig. Man muss ja nicht immer gleich da anfangen, wo normale Bergziegen schon Kreislaufprobleme bekommen 🐐🏔️
Wie immer begann der Tag bei Udo.
Punkt 10 Uhr. Frühstück am See. Unser Tisch. Unser Blick. Unser kleines Ritual am Ossiacher See ☕🌊❤️
Wir saßen da, genossen dieses herrliche österreichische Wetter, die Ruhe, den See, die Berge, und Britti machte währenddessen schon den Tagesplan. Natürlich völlig beiläufig, als ginge es nur darum, kurz Brötchen zu holen.
Sie schaute mich an und sagte sinngemäß:
„Wir fahren mit dem Roller zur Gondel. Dann mit der Gondel hoch. Oben noch mit dem Zweierlift. Dann noch mal mit dem Zweierlift. Und dann sind wir oben.“
Aha.
Also nur Roller, Gondel, Lift, noch ein Lift und dann vermutlich irgendein Gipfelgefühl.
Ganz normaler Vormittag mit Britti 😄🚠
Also rauf auf die Honda und los zur Gondel.
Schon unten merkte ich, dass Britti diesmal nicht ganz so unerschrocken war wie sonst. Sie wollte hoch, keine Frage. Aber kaum saßen wir in dieser Gondel und das Ding setzte sich in Bewegung, kam dieses besondere Gesicht.
Diese Mischung aus Begeisterung und:
„Warum hängt dieses Teil eigentlich an einem Seil?“ 😄
Und dann ging es los.
Die Gondel schwebte höher.
Dann noch höher.
Dann noch viel höher.
Britti schaute nach draußen und sagte:
„Meine Güte, ist das hoch.“
Kurz danach:
„Oh mein Gott, das schaukelt.“
Und dann:
„Oh mein Gott, es wird immer höher.“
Ich grinste sie an und sagte natürlich heldenhaft:
„Solange ich bei dir bin, passiert dir gar nichts.“
Das klang gut. Sehr männlich. Sehr beschützend. Auch wenn ich innerlich selbst kurz überlegte, ob so ein Seil eigentlich regelmäßig kontrolliert wird 😂
Ich setzte mich zu ihr rüber, drückte sie ein bisschen, und so schwebten wir gemeinsam nach oben. Über Bäume, Hänge, Wege, Dächer und dieses ganze wunderschöne Kärnten, das unter uns immer kleiner wurde.
Dann klack.
Mittelstation.
Und weil eine Gondel offenbar noch nicht genug war, ging es direkt weiter mit einem freistehenden Zweierlift. Also so einem Ding, bei dem man draußen sitzt und plötzlich wieder merkt, dass Menschen wirklich seltsame Ideen haben, wenn es darum geht, Berge bequem zu bezwingen 😄
Wir setzten uns rein.
Der Lift fuhr los.
Es wackelte.
Britti sagte nichts Großes mehr, aber ich spürte sehr deutlich:
Ich durfte mich jetzt keinen Millimeter bewegen.
Kein Kratzen.
Kein Umsetzen.
Kein männliches „ich guck mal runter“.
Nichts.
Ich saß da wie festbetoniert, damit dieser Lift nicht noch mehr schaukelt. Und ganz ehrlich, selten war meine völlige Bewegungslosigkeit so nützlich wie in diesem Moment 😄
Dann waren wir oben.
Ich machte natürlich sofort ein kleines Video und tat so, als wäre ich ein gewaltiger Wanderer.
In Wirklichkeit war ich mit Roller, Gondel und zwei Liften hochgefahren. Aber man muss ja nicht jede Wahrheit unnötig kleinlich betrachten.
Für meine Verhältnisse war das schon anstrengend genug.
Viele von euch wissen ja: Ich bewege mich grundsätzlich nur, wenn es unbedingt sein muss. Wenn ich das Auto nicht mehr sehe, hole ich es nach. Ich bewege kein Teil ohne Motor. Das ist meine Philosophie. Nicht schön, aber ehrlich 😄
Für Britti ist das manchmal anstrengend.
Sie hat diesen Bewegungsdrang. Dieses Hüpfen. Dieses „komm, da oben ist bestimmt noch was“.
Und ich habe eher diesen inneren Satz:
„Kann man da hinfahren?“
Aber genau so sind wir.
Und irgendwie funktioniert es.
Oben angekommen passierte dann etwas, womit wir überhaupt nicht gerechnet hatten.
Da spielte ein riesiges Orchester.
Eine ganze Blaskapelle.
Mitten oben auf dem Berg. 🎺🥁🏔️
Überall Menschen. Musik. Freude. Dieses österreichische Lebensgefühl, das man schwer beschreiben kann. So eine Mischung aus Bergluft, guter Laune, sauberer Ordnung, Bierbank, Wanderschuh und Glückseligkeit.
Wir setzten uns an einen kleinen Brunnen und schauten uns das alles an. Lange. Vielleicht sogar ewig.
Diese Menschen, diese Musik, diese Berge, dieses Lachen.
Manchmal sitzt man einfach da und denkt: Das ist jetzt wirklich schön. Nicht spektakulär im lauten Sinn. Eher tief angenehm. So, dass man es später wieder fühlt, wenn man die Bilder anschaut ❤️
Dann ging es irgendwann wieder bergab.
Zurück mit Lift, Gondel, Roller. Zurück zum Wohnmobil. Zurück an den See.
Und dort wurde es dann leiser.
Denn heute wollten wir langsam packen.
Und so sehr man es manchmal verdrängt: Unsere Reise ging nun wirklich dem Ende entgegen.
Ganz langsam.
Aber sicher.
Wir waren auf dem Weg Richtung Heimat.
Britti flüsterte mir noch ins Ohr:
„Wenn es unten in Apulien so heiß ist, dann muss es doch irgendwo ganz kalt sein.“
Ja.
Im Norden.
Und genau da lag plötzlich schon der nächste Gedanke. Die nächste Richtung. Das nächste Abenteuer.
Denn wer uns kennt, weiß: Bei uns ist eine Reise selten einfach zu Ende. Meistens biegt sie nur irgendwo ab und macht im Kopf schon wieder die nächste Tür auf 😄
Italien war zu heiß.
Österreich hat uns aufgefangen.
Und jetzt ruft etwas Neues.
Der Norden.
Wenn ihr bis hierhin gelesen habt, dann habt ihr das Ende dieser großen Reise mit uns miterlebt. Von Griechenland über Italien bis nach Kärnten. Von Hitze zu Bergen. Von Fähren zu Almen. Von Akropolis zu Kaiserschmarrn. Von Britti im Wasser bis Kai im Lift ohne Bewegungserlaubnis 😂❤️
Und während ihr das hier lest, sind wir schon wieder in der Planung.
Denn in den nächsten Tagen geht es weiter.
Nicht ein bisschen weiter.
Sondern richtig.
Richtung Skandinavien.
Richtung Norden.
Richtung neue Geschichten.
Und ich glaube jetzt schon:
Britti wird wieder hüpfen.
Kai wird wieder fahren.
Und der Silberpfeil wird wieder so tun, als hätte er das alles kommen sehen 🚐🌍✨Læs mere

Wir freuen uns jetzt schon auf die Berichte von Skandinavien. Gute Fahrt [Karin und Klaus]







































































































































































































RejsendeIch bin gespannt
WeTravelYouJoinDas wird es auch
RejsendeZu euren Bildern: absolut richtig. Chalkidiki- da haben wir unseren ersten Hund gerettet. Der beste Hund den wir je hatten. Er hieß Aristoteles (Ari), denn Chalkidiki ist der Geburtsort vom Selben 🤗Viel Spaß weiterhin
WeTravelYouJoinDas ist definitiv die beste Erinnerung