• Meike und Philipp
  • Meike und Philipp

Irgendwo in Westafrika

Mittlerweile sind wir wohl bei Plan F oder G angekommen. Aber was spielt das für eine Rolle? Wir haben unsere Wohnung aufgegeben, haben Hamburg verlassen und können nun unseren (fast) kompletten übrig gebliebenen Besitz auf unseren Schultern tragen. Baca lagi
  • Permulaan perjalanan
    20 September 2021

    Hamburg

    20 September 2021, Jerman ⋅ ☁️ 15 °C

    Die letzten Tage vergingen wie im Flug und nun stehen wir hier im Gang und müssen wohl den härtesten Teil hinter uns bringen: die Verabschiedung von Brigitte und Gerd. Es sind nicht viele Worte nötig, wir sind alle traurig. Mit dem Taxi geht es zum Harburger Bahnhof, von dort aus an den Hauptbahnhof. Meike kommen immer wieder die Tränen und Philipp ist durch den Wind und angespannt. Obwohl die Fahrt im Metronom wie immer nur zögerlich vorangeht, schaffen wir es pünktlich an den HBF. Mit dem ICE geht es weiter nach Karlsruhe - eine unspektakuläre Fahrt, aber zu mehr wären wir auch nicht in der Lage gewesen. Tarurigkeit mischt sich mit Vorfreude und einer gewissen Ungläubigkeit, dass es jetzt tatsächlich losgeht.Baca lagi

  • Karlsruhe

    22 September 2021, Jerman ⋅ ☁️ 14 °C

    Was 'ne Aussicht? So kann man den Impftag wirklich ausklingen lassen. Heute haben wir noch unseren vorerst letzten Sticker ins gelbe Sammelalbum bekommen. Gelbfieber ist zwar keine Pflicht für die Einreise nach Gambia, aber da wir von dort aus vielleicht noch die ein oder andere Reise in eines der Nachbarländer unternehmen wollen, war es den Pieks sicherlich wert.Baca lagi

  • Karlsruhe

    24 September 2021, Jerman ⋅ ☀️ 21 °C

    ~Kann man fürs Klima streiken gehen und trotzdem fliegen?~
    Bei Diskussionen rund ums Thema Umweltschutz ist es immer das erste, was uns "vorgehalten" wird ("Aber ihr fliegt ja auch!"). Und hätten wir unseren ursprünglichen Plan, auf dem Landweg nach Asien, durchziehen können, so wäre das auch gar kein Problem gewesen. Doch mit unserem neuen Ziel Gambia ist das schon um einiges schwieriger.
    Also habe ich unsere neue Vermieterin bei unserem ersten Treffen gleich gefragt ob sie etwas zu diesem Thema sagen kann. Und tatsächlich gibt es jährlich die Ralley Dresden-Banjul, bei der Autos überführt werden - ob das aufgrund der derzeitigen Lage möglich ist, ist natürlich fraglich. Nicht zuletzt sind aktuell die Grenzen des Senegals geschlossen und die Landwegeinreise nach Gambia somit unmöglich.
    Also dann ab übers Meer? Bis zu den Kanaren ist dies, dank einer regelmäßig verkehrenden Fähre, ganz einfach. Jetzt "nur noch" auf die Kapverden. Hier bleiben nur noch private Segelschiffe übrig, auf denen man anheuern kann. Allerdings ist diese Variante nicht nur extrem jahreszeitenabhängig, sondern würde auch unsere Seetauglichkeit (Level Schwanenboot) deutlich übersteigen. Und ob es dann noch einen Weg von den Kapverden ans gambische Festland gibt, habe ich gar nicht mehr nachgeschaut.
    Um Flugzeiten dann zumindest so kurz wie möglich zu halten, fahren wir jetzt erstmal mit dem Zug von Karlsruhe über Lyon nach Barcelona. Von hier aus gibt es nicht nur günstige Flüge, sondern von Karlsruhe aus auch tolle Zugverbindungen (<12h), die gar nicht mal so teuer sind. Und dort dann ab in den Flieger.
    Allen Bemühungen zum Trotz wird es also früher oder später wieder heißen: "Ihr fliegt ja aber auch!" Ja, das ist tatsächlich richtig doof von uns. Ich sag's wie es ist.
    Trotzdem werden wir weiter klimastreiken gehen. Trotzdem werden wir weiter auch in Sachen Ernährung, Kosmetik und generellem Konsum darauf achten, möglichst klimafreundlich zu handeln. Trotzdem werden wir versuchen neue nachhaltige Ideen weiter in unseren Alltag zu implementieren. Also wenn jemand von der Ihr-fliegt-ja-auch-Fraktion eine tolle uns noch unbekannte Alternative parat hat, gerne her damit. Bitte!!!!
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  • Karlsruhe

    28 September 2021, Jerman ⋅ ☁️ 19 °C

    Nun heißt es ein weiteres Mal: Aufbrechen!
    Nach unzähligen Abschieden in den letzten Tagen, stand uns nun der letzte bevor. Und was soll ich sagen? Ich, Meike, bin einfach eine Niete darin. Entweder bin ich (vermeintlich) total cool und lässig oder ich bekomm kein Wort raus.
    Naja, und dann war es eben soweit. Ganz unspektakulär begann unsere lang ersehnte Reise. Nur unsere Rucksäcke und wir. Ein seltsamer Mix aus Traurigkeit, Erleichterung und Vorfreude ließen uns erstmal eine ganze Weile schweigen. Jeder war mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt. Und dann, nach 1 ¾ Jahren überquerten wir zum ersten Mal wieder eine Grenze und nach nur knapp zwei Stunden waren wir schon in Frankreich.
    Auch wenn wir es in der Zwischenzeit realisiert hatten, konnten wir es nach unserer Ankunft in Lyon doch wieder nicht richtig fassen. Wir waren wieder unterwegs. Nach so langer Zeit, nach Lockdown und einem generell äußerst fordernden 2020.
    Wow! Das hat uns richtig gefehlt.

    Bild 1: Insgesamt schultern wir unglaubliche 60kg. Das ist aber vor allem der Tatsache geschuldet, dass wir einige Vorräte (vor allem Kosmetik) mit uns schleppen. Würden wir nur rumreisen wäre das natürlich keine Option.
    Bild 2: Der Rhein als Grenze zwischen Deutschland und Frankreich. Und auf einmal waren wir drüben.
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  • Lyon

    29 September 2021, Perancis ⋅ ⛅ 19 °C

    Versöhnt mit Frankreich
    Lyon erwies sich als hervorragender Zwischenstopp auf der Fahrt nach Barcelona. Unser Ibis Budget Hotel lag nur 170m vom Bahnhof Part Dieu entfernt, sodass wir unser Gepäck zum Glück nicht allzu weit schleppen mussten. Nach dem vielen Rumgesitze im Zug drehten wir noch eine kleine Runde rund um den abendlichen Bahnhof.
    Nach einer unruhigen Nacht ging es dann heute natürlich mit Bürozeit los - Feierabend 11.30 Uhr. Anschließend checkten wir aus und zogen mit nur einem der vier Rucksäcke los.
    Das grünliche Wasser der Rhone und ihres Nebenflusses Saône schlängeln sich gemächlich durch die Stadt, nur wir waren etwas strammeren Schrittes unterwegs. Schließlich sollte es ja um 14.30 Uhr wieder losgehen. Also zack Mittagessen, zack wichtigste Sehenswürdigkeiten von fern abgehakt. Insgesamt waren wir fast 8 Kilometer unterwegs.
    Doch der härteste Teil sollte noch Folgen: Mit unserem gesamten Gepäck eine ewig erscheinende Rampe hinauf um dann am Gleis noch den ganzen Weg zurück zu unserem Waggon zu laufen. Mittlerweile ist der Schweiß getrocknet und wir fahren weiter gen Süden.

    1: 1¾ Jahre Home-Office waren der Test, jetzt geht es in die Praxis.
    2: Endlich mal den Rucksack abstellen. Der Rest musste im Hotel bleiben....falls was hopps geht: wer braucht schon Klamotten wenn man seine Laptops nicht mehr hätte.
    3: Der Blick über die Saône auf die andere Seite der Altstadt.
    4: Mist, gerade noch war weit uns breit niemand zu sehen, aber sie wollten anscheinend unbedingt mit auf's Foto.
    5: Bistro an Bistro oder auch die Qual der Wahl.
    6: Nach dem Bestellen haben wir uns gefragt ob "Ravioles" tatsächlich "Ravioli" bedeutet oder ob wir wohl was ganz anderes vorgesetzt bekommen. Fazit: Unsere Sprachkenntnisse waren ausreichend.
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  • Barcelona

    2 Oktober 2021, Sepanyol ⋅ ⛅ 23 °C

    Wann merken wir uns endlich mal, dass Großstadt einfach nix für uns ist? Vor allem dann nicht, wenn wir gerade erst aus einer abgehauen sind...
    Die abfallende Anspannung der letzten Wochen, oder gar Monate (oder auch Pandemie) zollt gerade ihren Tribut und wir sind mehr als antriebslos. Den schnellen Schritt einer lebhaften Stadt wie Barcelona können und wollen wir nicht mithalten. Also, ich mach es mal mal kurz und schmerzlos: Wir sind tatsächlich in einem Hop-on Hop-off-Bus gelandet. Bei bestem Wetter ließen wir uns durch die Stadt kutschieren und ergatterten uns mit jedem aussteigenden Passagier einen besseren Platz.

    *Exkurs: Ganz vorne oben ist eigentlich unerreichbar. Aber fast ebenso gut ist direkt vor einem der Auf- bzw. Abgänge zu sitzen. Rechts außen ist für Sitzriesen auch nicht zu empfehlen, aufgrund nicht zurückgeschnittenem Grünzeug.*

    Alle größeren Sehenswürdigkeiten ließen wir hinter uns, der Bus schlängelte sich den immer steiler werdenden Berg hinauf und dann waren wir da. Die Seilbahnstation am Montjuic.
    Wir lieben Seilbahnen! Egal ob Standseilbahn, Bergbahn oder eben Luftseilbahn. Der Weg hinunter führt durch den gleichnamigen Park, in dem wir uns einige Zeit aufhielten und über das Leben philosophierten. Ja, wirklich!

    *Quizzerwissen:
    - Auf dem Montjuic gab es einst einen Formel 1 Kurs. Er galt als so gefährlich und unsicher, dass sogar einige Fahrer nicht antreten wollten. 1975 fand hier das letzte Rennen statt, bei dem auch das einzige Mal eine Frau Punkte erzielte.
    -Gondolettas (der heiße Scheiß aller Bundesgartenschauen in den 50ern-bis 70ern) gelten auch als Seilbahn 😍
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  • Sitges

    3 Oktober 2021, Sepanyol ⋅ ⛅ 25 °C

    Warum nicht gleich so? Heute hat es uns nach Sitges verschlagen. Eine kleine Stadt am Meer. Enge Gassen mit unzähligen Restaurants, feinem Sandstrand und holprigem Kopfsteinpflaster. Außerdem gibt es viele Bänkchen zum Verweilen!
    Eine Frage hätte ich da aber noch: Wird "auf's Meer starren" eigentlich jemals langweilig?
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  • Montserrat Monestir

    4 Oktober 2021, Sepanyol ⋅ ☁️ 15 °C

    Auf 'nen Tee ins Kloster

    Gerade stehen wir an der Bergstation und warten auf den kleinen grünen Zug, der uns wieder hinuter bringen soll. Den etwa anderthalbstündigen Weg von Barcelona hierher haben wohl die Wenigsten nur wegen eines Tees im Pappbecher auf sich genommen.
    Wir schon.
    Schon im Tal war es ziemlich frisch, oder wir eben einfach falsch angezogen. Nach der Seilbahnfahrt auf rund 1000m und durch dichten Nebel empfing uns dann auch noch eine nette Sprühdusche. Also schnell ins Museumsrestaurant, Pappbechertee und wieder ab nach unten. Das ansonsten recht imposante Kloster vor der mächtigen Felswand haben wir eh nicht richtig ausmachen können durch den Dunst.
    Spaß hatten wir trotzdem - oder eben gerade deswegen 🙃
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  • Airport Barcelona

    5 Oktober 2021, Sepanyol ⋅ ⛅ 21 °C

    Immer schön negativ bleiben

    Ja, das ist seid ein paar Tagen unser tägliches Mantra. Und was soll ich sagen? Bis jetzt hat es immer richtig gut funktioniert.
    Die Rede ist natürlich von unseren täglichen Covid-Tests, die wir fünf Tage vor unserer Abreise machen. Seit dem 01. Oktober besteht in Gambia für vollständig geimpfte nämlich keine PCR-Testpflicht mehr. Dabei hatte es uns einige Mühe gekostet zu recherchieren wie, wann und wo man in Barcelona einen PCR-Test machen lassen kann. Nach einigen Überlegungen ob ein PCR-Test nicht doch mehr Sicherheit geben würde, entschieden wir uns schlussendlich dagegen.
    Mehr Sicherheit nicht für uns, sondern für die Menschen, denen wir vor allem in Gambia begegnen werden. Zwar sind dort im afrikanischen Vergleich schon relativ viele geimpft, jedoch sind es immer noch nicht allzuviele. Dazu kommt natürlich ein mangelhaftes Gesundheitssystem, zu dem viele zudem keinen Zugang haben. Da wir jedoch vor Ort unser Verhalten bezüglich der Maßnahmen sowieso erstmal nicht ändern werden und vermutlich nicht sofort Kontakte haben werden, jetzt eben unsere allabendliche Schnelltestrunde. Immer in der Hoffnung auf nur einen Streifen.

    +++UPDATE: Wir wurden nicht an Board gelassen aufgrund des fehlenden PCR Tests. Scheinbar hatte die Airline die neuen Regularien noch nicht eingepflegt und ließ auch nicht mit sich reden. Auch für einen schnellen PCR am Flughafen hätte die Zeit nicht mehr ausgereicht. Jetzt haben wir umgebucht auf heute Abend. Der PCR, den wor nun trotzdem machen mussten, war übrigens auch negativ.+++
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  • Airport Casablanca

    5 Oktober 2021, Maghribi ⋅ ⛅ 19 °C

    Noch nicht mal ganz am Ziel und schon werden wir von zwei Gambiern bereits am Abfluggate in Casablanca herzlich willkommen geheißen ❤️
    Anders lautend als in unserem vorherigen Post sind wir nun sogar recht positiv....gestimmt natürlich. Immerhin haben wir hier jetzt noch ein Land mehr in unserer Statistik 📈😛Baca lagi

  • Banjul International Airport

    6 Oktober 2021, Gambia ⋅ ⛅ 24 °C

    Ankommen
    Die Flüge in den alten Rumpelkisten von Royal Air Maroc verliefen reichlich unspektakulär. Halb zwei in der Nacht war es jetzt und die dicke Schwüle, die uns empfing, drückte auf unsere sowieso schon müden Körper. Wie surreal kann es nach nur 1 ¾ Jahr ohne Reisen bitte sein, wieder irgendwo in der Fremde anzukommen?
    Vom fast stockdunklen Flugplatz ging es weiter in das weiße Neonlicht des Ankunftsterminals. Dicht gedrängt, war die einzige Coronamaßnahme ein junger Mann, der mit einer Flasche Desinfektionsmittel jedem Fluggast, maskiert oder unmaskiert, einen Klecks davon auf die Hand gab. Drinnen wurde unser Impfstatus überprüft und wir mussten die sogenannte Sicherheitsabgabe von 20 Euro bezahlen - harte Währung muss ins Land. Die erste kleinere Hürde bestand dann direkt bei der Einreisebeamtin. Auf unserer zuvor ausgefüllten Karte hatten wir angegeben zwei Monate für "Business" hierbleiben zu wollen. 28 Tage, das wussten wir auch eigentlich, war der längste Zeitraum, den man zunächst im Land bleiben durfte. Diese Zeit durfte man aber für zwei weitere Male verlängern. Das versuchte ich ihr dann auch zu erklären und so gewährte sie mir und anschließend Philipp mit gestrengem Ton "30 days".
    Doch nach der Ankunft mitten in der Nacht und dem chaotischen Tag davor, waren wir immer noch nicht richtig drin im Land. Zum allerersten Mal in unserer Reisegeschichte wurden wir beim Zoll rausgezogen. Ausgerechnet unser Case mit Rucksack+Tasche, in denen sich unsere sämtlichen Nahrungsergänzungsmittel befanden, wollten sie sich anschauen. Auweia, was sollte das für ein Bild abgeben, wenn wir hier mit unzähligen Pillendöschen und Blistern einreisen wollten? Werden richtige Drogen überhaupt so verpackt? Ich weiß es nicht.
    Während Philipp mühevoll versuchte, das Schloss zu öffnen und dann das sehr enge Case vom Rucksack abzuziehen, beantwortete ich die Fragen des Beamten betont brav und höflich. Als ich erzählte, dass wir hier aus Businessgründen seien und Philipp Ingenieur ist, klarten sich die Gesichter schon etwas auf. Das war sein Stichwort. Philipp erzählte was von erneuerbaren Energien, dass er im Consulting arbeite und hier möglicherweise Leute schulen würde. In der Zwischenzeit hatte er gerade mal geschafft, den oberen Teil unseres Rucksacks freizulegen, da wurden wir auch schon mit vielen "okays" und "you will like it here" durchgewunken.
    Dann endlich sahen wir Ousman, der mit einem Schild auf uns wartete. Doch noch immer kein leichtes Herauskommen aus dem Flughafen möglich. Schließlich hatten wir nur zwei Gepäck-Tags, mittlerweile jedoch drei Gepäckstücke, da Philipp seinen Rucksack und die Tasche aus dem Case geschält hatte. Es brauchte bestimmt fünf Anläufe, um dem Mitarbeiter klarzumachen, dass sich beides in einer großen Tasche befand.
    Dann, endlich, raus, ins Auto und durch das nächtliche Gambia zu unserer neuen Bleibe.

    Video: Roomtour durch unsere Bleibe.
    Foto: Ernstgemeinte Nachricht unserer Gastgeberin auf unseren fehlgeschlagenen ersten Einreiseversuch #nofake
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  • Kotu

    8 Oktober 2021, Gambia ⋅ ☁️ 30 °C

    Erste Eindrücke

    Gambia ist ein offenes, buntes un freundliches Land. Bei etwas weniger als zwei Millionen Einwohnern hat es fast schon etwas Dörfliches, also zumindest wenn man schon länger hier ist und mehr Leute kennt.
    Hier noch ein paar Fakten:
    - Es sind 10 Minuten Fußweg zum Strand.
    - Es gibt einen Supermarkt mit Käsetheke (!!!).
    - Generell können wir, wie es aussieht, unseren Speiseplan aus Europa einfach so beibehalten.
    - Das Meer hat derzeit herrliche 27 Grad.
    - Gambische Streichhölzer sind nicht zu empfehlen (Gasherd). Ein Feuerzeug musste her.
    - Es gibt gutes und weniger gutes Tappalappa (Baguette).
    - Internet zu bekommen erfordert ein eingehendes Studium der hiesigen Tarife.
    - Eine halbe Stunde Massage kostet 9 Euro.
    - Die Hitze ist keine Ausrede für Sport, weil wirklich alle hier immer am Turnen, Joggen und Auspowern sind.
    - Der Gärtner Ali hat ziemlich sicher nicht im Garten gegen Mosquitos gesprüht. Hab's aber nicht verraten 🤫
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  • Zuhause

    11 Oktober 2021, Gambia ⋅ ⛅ 28 °C

    Byebye Mitbewohner:in

    Heute haben wir uns (vorerst) von unserem lieben Mitbewohner (oder Mitbewohnerin) der Eidechse/Gecko (keine Ahnung) verabschiedet.

    Als Name standen zur Auswahl:
    Geckhardt
    Queen Elizzardbeth
    Gecko Fresh

    Bereits seit gestern hing sie/er nur noch schlaff in der Ecke rum und heute morgen saß er/sie nur müde hinter der Toilette. Was war nur los? Machte ihr/ihm die Hitze auch so zu schaffen wir uns? Hatte ihm/ihr die Pandemie auch übel zugesetzt und sie/er litt nun unter depressiven Verstimmungen? Wir wissen es nicht. Also fingen wir das kleine Tierchen in einem Bottich sammeltem ihm/ihr zwei Kellerasseln ein und gaben ihr/ihm Wasser. Doch selbst beim Anblick diesen üppigen Buffets - keine Regung. Daraufhin entließen wir ihn/sie in die Freiheit. Vielleicht ist ja auch für sie/ihn ein Tapetenwechsel genau das Richtige...
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  • Monkey Park Serekunda

    11 Oktober 2021, Gambia ⋅ ⛅ 29 °C

    🐵🙊🙉🙈
    Heute haben wir unseren ersten Touristenausflug in Gambia gemacht. Das auserkorene Ziel: Monkey Park Serekunda. Das kleine, nur knapp drei Kilometer von uns entfernte Waldstück ist die Heimat von zahlreichen kleineren Äffchen.
    Obwohl wir durchaus vertraut mit derlei Attraktionen sind, gab es ohne Guide keinen Einlass. Na gut, mit der schweren Situation im Tourismus aufgrund der Pandemie kriegten sie uns schließlich und wir ließen uns, wenn auch widerwillig, von einem Guide führen.
    Wortkarg und unambitioniert stapfte er voraus. Nach nur wenigen Metern pfiff er ein bisschen, kramte die sackteuren Erdnüsse aus der Tasche und reichte uns im Wechsel eine handvoll. Im Grunde bestand darin auch eigentlich schon seine Führung. Nachdem die Erdnüsse alle waren, führte er uns durch dichtes Gestrüpp noch an den Strand. Joa und dann....fertig 😅
    Nachdem wir ihm unseren Corona-Rettungsschirm bezahlten bog er irgendwann wieder in Richtung Parkeingang und wir spazierten am Strand entlang weiter in unsere Richtung.
    Die "fiesen und frechen Äffchen", weswegen uns auch ein Guide angeraten wurde, waren im Vergleich zum Affenberg in Salem oder dem Monkey Forest in Ubud übrigens ziemlich artig. Sogar unsere Handys, Kappen und Sonnenbrillen haben wir noch 😋
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  • Kachikally Crocodile Pool

    14 Oktober 2021, Gambia ⋅ ☀️ 30 °C

    Aus der Reihe "Gambische Sehenswürdigkeiten", Teil 2:
    🐊🐊🐊
    Auf den ersten Blick ist hier nicht wirklich viel los. In Blogs liest man meistens von den gleichen Highlights: Strand xy, Markt Banjul, Museum Banjul, Monkey Forest und eben Crocodile Pool.
    Im Internet haben wir zwar gelesen, dass die meisten dort nur etwa eine viertel Stunde zubringen, dennoch wollten wir uns die dümpelnden Tierchen nicht entgehen lassen.
    Und wir müssen sagen: Auch wenn es im Grunde nur ein größerer Teich voller vollgestopfter Krokodile, die faul in der Sonne liegen, war - irgendwie war es echt cool! Direkt beim Eingang meinte Philipp noch ganz lässig: "Ach da liegt schon etwas Kunst!", nur um auf den zweiten Blick festzustellen, dass es sich keineswegs um kitschige Skulpturen handelt.
    Überall dösten die mittelgroßen Reptilien und der Guide schlurfte unbeeindruckt durch die Gruppe auf uns zu - wir erstmal wie angewurzelt. Doch Ebrema klärte uns sofort auf: Jeden morgen werden den Krokos mehrere hundert Kilo Fisch gefüttert, sodass sie den Rest vom Tag eigentlich nur noch am verdauen sind. Außerdem wies er uns an, wie und wo wir die Tiere am besten anfassen konnten und er wusste schon ganz genau aus welcher Perspektive er die besten Fotos schießen konnte.
    Während wir uns die ersten Minuten noch hektisch um die eigene Achse drehten, um den 360-Grad-Rundumblick zu behalten, wirden wor dann beinahe lässig. Bis der Guide uns auf die unter Laub versteckten Krokos aufmerksam machte - wie fies sind die bitte drauf?
    🐊🐊🐊
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  • Kotu Beach

    19 Oktober 2021, Gambia ⋅ ⛅ 29 °C

    Fahrradfahren in Gambia: Anders als erhofft 🤔

    Angestrebtes Ziel: Kein langes Warten auf ein Taxi, keine Fußmärsche durch die Hitze, Fahrtwind im Gesicht 😎

    Realität: Sandige Seitenstraßen, auf denen Kinder tatsächlich mit Sandspielzeug spielen 🪣 Hauptstraßen mit waghalisgen Autofahrern und LKWs 🚗🚛🤪

    Gute Alternative: Immer entlang am Strand 🤙

    Extra Plus: Dank oller Hipster-Mühlen, Instagram-taugliches Videomaterial 💅🤳
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  • Banjul

    24 Oktober 2021, Gambia ⋅ ☁️ 29 °C

    Mit knapp 30 000 Einwohnern gehört Banjul zu den kleinsten Hauptstädten der Welt und das weitaus größere Einzugsgebiet Serekunda hat dem Ort sowieso schon längst den Rang abgelaufen. Dementsprechend wenig gibt es dort zu entdecken. Trotzdem darf ein Besuch in der Hauptstadt nicht fehlen. Das dachten sich auch Sabine und Alexia, die wir zwei Tage zuvor kennengelernt hatten und uns spontan begleiteten.
    Gestartet haben wir unsere Tour beim Albert Market....naja, kennste einen, kennste alle. Nach unzähligen asiatischen Märkten, war der Rundgang durch tiefhängende Planen und ein irrsinniges Labyrinth aus Ständen nicht mehr sonderlich spannend. Dann "Brunch" mit einer einzigartigen Kombination aus Omlette und kalten Pommes. Da unser Ausflug auf einen Sonntag fiel, hatten wir jedoch nicht allzu viele Optionen, da die meisten Lokale geschlossen waren.
    Nachdem wir dann unseren zweiten unfreiwilligen "Guide" abgewimmelt hatten, ging es weiter in Richtung Arch 22. Bevor wir jedoch bei dem mittelgroßen Triumphbogen auf unseren Taxifahrer Mr. Bamboo warten wollten, besichtigten wir noch spontan die vermeintliche Great Mosque, die sich im Nachhinein jedoch als "nur irgendeine Mosque" herausstellte.
    In dem reich verzierten Gotteshaus kam es dann sogar noch zu einer Art überirdischen Begebenheit, als der vom starken Grüntee Attaya highe Hausmeister des Gebäudes in Philipp plötzlich seinen Vater wiedererkannte. Leider konnte Philipp diese Eingebung nicht erwidern und so langsam wurde uns der fast apathische Hausmeister dann doch auch gruselig. Also verabschideten wir uns schnell und gingen die paar Meter weiter zum Arch 22.
    Der Triumphbogen war nur für Sabine und Philipp von Interesse, Alexia und ich warteten unten. So verpassten wir allerdings den Museumsführer, der für die beiden die gesamte Nationalhymne zum Besten gab.
    Die Hauptstadt also, die eigentlich gar nicht mehr wie eine wirkt, hat also zumindest eines mit Berlin und Co. gemein: verrückte Typen, positiv wie negativ!
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  • Janjanbureh Camp

    30 Oktober 2021, Gambia ⋅ ☁️ 30 °C

    Was man halt am Wochenende so macht....

    Mal eben den Gambia erkunden zum Beispiel. Gemeinsam mit unseren wunderbaren Bekanntschaften Alexia und Sabine, begaben wir uns am Wochenende auf eine wirklich tolle Tour hinein ins Landesinnere. Das schmale wurmfortsatzähnliche Land schlängelt sich entlang des gemächlichen Flusses und beide sind untrennbar miteinander verbunden.
    Mit der übervollen Fähre ging es zunächst ans Nordufer. Nach einer kurzen Besichtigung von Fort Bullen, einem der wenigen Posten in ganz Westafrika, die zur Verhinderung der Sklaverei errichtet wurden, ging es mit Guide Assan und Fahrer Lamin immer tiefer hinein ins ländliche Gambia.
    Vorbei an Wetlands und Erdnussfeldern, war unser erstes Hauptziel Wassu. Etwas außerhalb des kleinen Dorfes befinden sich mehrere Steinkreise, deren Herkunft, Sinn und Zweck ebenso im Dunkeln bleiben, wie beim weltberühmten Stonehenge. Obwohl wir an diesen jahrtausendealten Geschichten und Steinen im Allgemeinen eher weniger interessiert sind, haben wir uns wirklich gefreut hier gelandet zu sein. Schließlich wollte doch unser, im doppelten Wortsinne, alter Nachbar Opa Gerd auch einst diese urzeitliche Stätte besichtigen. Aufgrund mangelnder Fahrtüchtigkeit auf Zweirädern jedoch, konnte er diese Tour damals allerdings nicht antreten.
    In Kantaur bestiegen wir dann die komfortable Pirogge, die uns in unser Camp bringen sollte. Vier Stunden schipperten wir den Gambia hinauf. Neben unendlich vielen Vögeln, sahen wir auch Paviane und zwei Flusspferdmamas mit Baby. Gegen 18.30 Uhr Uhr erreichten wir dann unsere Unterkunft für die Nacht.
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  • Tendaba

    31 Oktober 2021, Gambia ⋅ ☁️ 30 °C

    Der zweite Tag begann mit einer kurzen Überfahrt auf die gegenüberliegende Insel Janjanbureh. Assan erzählte uns eindrücklich welche Rolle die Insel zu Zeiten der Sklaverei spielte und welche Auswirkungen diese grausame Praxis noch heute auf die Menschen auf beiden Seiten des Atlantiks hat.
    Von der Insel führte uns eine Brücke schließlich ans Südufer des Flusses. Ein Dorfbesuch stand uns bevor und keiner von uns hatte so richtig Lust auf diese "Menschenschau". Immerhin wurde das Dorf spontan ausgesucht und uns erwartete niemand hübsch drapiert. Auch wurden wir nicht aufgefordert unsere mitgebrachten Gastgeschenke selbst zu verteilen, sondern Assan übernahm das für uns und wir konnten uns wunderbar im Hintergrund halten.
    Wieder im Auto hatte unser Fahrer Lamin an diesem Tag dann eher wenig Lust zu bremsen und so änderte sich die Landschaft schnell und wurde deutlich hügeliger als am Nordufer. Letzter Stopp war dann die hübsche Tendaba Lodge direkt am Fluss. Hier aßen wir ein 3-Gänge-Menü und schauten uns noch die gemütlichen Zimmer an bevor es dann schlußendlich wieder zurück nach Kotu ging. Um 21 Uhr fielen wir dann totmüde ins Bett. Nur diesmal, anders als die Nacht zuvor, ohne Frosch.

    1: Unser Camp für die Nacht. Selbstverständlich keine Zelte, sondern Steinhäuser.
    2: Freedom Tree in Janjanbureh. Den Sklaven wurden verspochen, dass sie nach Erreichen des Baumes frei seien - das Gewehrbataillon im Rücken.
    3/4: Street Art in Janjanbureh beschäftigt sich noch heute mit dem Thema Sklaverei.
    5: Assan erklärt uns die Symbolik hinter der gambische Flagge.
    6: Morgendlicher Gast.
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  • Westafrika

    10 November 2021, Gambia ⋅ ⛅ 26 °C

    Vorbereitung ist alles - vor allem in Westafrika

    Schnell haben wir gemerkt, dass Tourismus hier anders funktioniert als in den Ländern, die wir bisher kennen. Auf eigene Faust hier etwas zu erkunden ist gar nicht so einfach, was unseren geliebten Individualtourismus natürlich deutlich erschwert. Scheinbar für alles muss man sich an einen Guide oder Tourenanbieter an die Seite holen.
    Auch deswegen wird es für uns nun doch frühzeitig weitergehen. Acht Monate wären einfach zu lange. Das Land ist zu klein, die Grenzen in jeglicher Hinsicht zu nah.
    Unser vorläufiger Plan sieht daher nun wie folgt aus: Im Dezember machen wir uns auf in Richtung Casamance, dem Südteil des Senegal, der Gambia bekanntlich ja komplett umschließt. Hier bleiben wir, bis Philipp den vorraussichtlich nochmal arbeitsintensiven Jahresabschluss hinter sich gebracht hat - alles in Halbtagsgeschwindigkeit versteht sich. Die Casamance soll übrigens wunderschön sein und Senegal an sich soll noch eine weitaus bessere Infrastruktur haben als Gambia.
    Im neuen Jahr dann möchten wir einen kurzen Abstecher nach Guinea-Bissau machen. Das kleine Land gilt zwar als failed state, weil Regierungsleute mit kolumbianischen Drogenbossen kooperieren, aber es soll trotz allem ein friedlicher Ort sein. Besonders reizvoll: Afrikas größtes Inselarchipel. Dieser Teil scheint sogar einigermaßen touristisch erschlossen zu sein.
    Da man von hier aus derzeit nicht weiter gen Süden kann (das große Guinea hat gerade einen Staatsstreich hinter sich), werden wir zunächst nach Senegal zurückkehren. Solange es die Temperaturen noch zulassen, werden wir dann einmal um Gambia außenrum in den Nordteil fahren. Das ist bis circa Ende Februar möglich. Danach wird es im Osten Senegals offensichtlich unerträglich heiß. Je nachdem wie lange wir dort dann zubringen und welche Landgrenzen zu diesem Zeitpunkt dann offen sind, ziehen wir entweder in Richtung Mauretanien oder Mali weiter.

    Haftungsausschluss: Guinea-Bissau und der Süden Malis sind nicht gefährlich. Wir würden uns nie vorsätzlich in Gefahr bringen. Außerdem stellt sich vor Ort die Lage meist ganz anders dar, als es in westlichen Medien portraitiert wird. Da wir mittlerweile zudem auch schon einige Kontakte hier haben, welche die Region wie ihre Westentasche kennen, haben wir solide Informationen aus erster Hand, wie sich die Lage in den entsprechenden Ländern tatsächlich darstellt.

    1: Reiseführer für diese Region sind rar. Obwohl der Lonley Planet für Westafrika nicht sehr gut sein soll, ist er doch einer der wenigen, die überhaupt existieren.
    2: Ja, wir lernen Französisch! Was hat uns damals bitte geritten Latein zu wählen 🤦 Vor allem für Senegal und eventuell eben Mali erhoffen wir uns so ein besseres durchkommen. In Guinea-Bissau ist dann aber wieder Portugiesisch angesagt 🤯
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  • Bijilo

    15 November 2021, Gambia ⋅ ⛅ 28 °C

    Weiter Richtung Süden...

    ...ging es gestern für uns relativ spontan. Aber nicht so weit, wie man vielleicht zunächst denken mag. Wir sind für unsere letzten vier Wochen in Gambia umgezogen. Schon seit geraumer Zeit fühlten wir uns in unserer ersten Bleibe nicht mehr so ganz wohl. Jedoch waren wir hier noch bis Ende Dezember verpflichtet. Den schlechten Gefühlen wollten wir aber nicht allzu viel Platz einräumen, weshalb wir uns dazu entschieden, vorzeitig dort abzureisen.
    Jetzt wohnen wir doch tatsächlich in einer WG. Zumindest für mich das erste Mal! Unsere Mitbewohner arbeiten hier für die UN und Alexia kennen wir nun schon etwas länger und wir haben auch bereits den ein oder anderen Ausflug zusammen gemacht. Wir haben ein Zimmer mit eigenem Bad und vor allem durchgehend gutem Wasserdruck. Die Waschmaschine können wir jederzeit und mit unserer bevorzugten Temperatureinstellung und Schleuderzahl benutzen. Die Klimaanlage, der Meerblick und der Pool tun ihr übriges, obwohl dieses Komfortupgrade nicht der Hauptgrund unseres Auszugs war.
    Für das Lehrgeld, dass wir für diese Spontanaktion bezahlt haben, haben wir jedoch auch einige, für uns enorm wichtige Lektionen mitgenommen:

    🤰Hör verdammt nochmal auf Dein Bauchgefühl! (Die Auswahl des Emojis bezieht sich rein auf den Bauch als solches und enthält keine versteckten Botschaften.)
    ⏳Wir sind nicht bereit für längerfristige Arrangements. Wir müssen reisen. Unsere kommenden Unterkünfte werden wir immer erstmal probewohnen und dann gegebenfalls verlängern.
    🥸Dabei hilft eine gewisse Anonymität. Zwar sind wir erstaunt, dass wir eigentlich zum allerersten Mal überhaupt "Urlaubsbekanntschaften" aufgebaut haben, aber beim Thema Wohnen wollen wir uns (neudeutsch) nicht mehr allzu sehr committen.
    ❤️Weil ich das Problem schon damals in Indonesien hatte und negativere Beiträge oft als deutlich schlimmer gelesen werden als beabsichtigt: Uns geht es sehr gut. Wir lieben unser neues Reiseleben. Und vor allem sind wir froh, dass wir durch Zufall hier in Westafrika gelandet sind - einem Fleckchen Erde, dass uns nochmal ganz andere Eindrücke beschert als unsere bisherigen Reiseziele.

    1: Neuer Ausblick. Ich glaube zu lautes Meeresrauschen ist eines dieser sogenannten"Luxusprobleme", oder?!
    2: Umzugsauto Deluxe.
    3: Erstmal ein ordentlicher Kaffee bei diesem ganzen Umzugsstress. Auf andere Klassiker wie Butterbretzel, Fleischkäse oder Pizza mussten wir leider verzichten.
    4: Instagramtauglicher Pool. Wie immer auf Social Media oder im Reiseführer: Man sieht nicht, was sich im Rücken der Fotografin befindet.
    5: Das hier nämlich. Schicke Bude hin oder her, wir sind immer noch in Afrika.
    6: Siehe 1.
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  • Gambia

    18 November 2021, Gambia ⋅ ⛅ 29 °C

    🎵 Where the streets have no name 🎶

    Wow, eigentlich wollte ich diesem kleinen Beitrag nur einen popkulturell inspirierten Titel geben und da stelle ich fest, dass dieser U2 Song so wunderbar zu unserem neuen Leben passt. Ich kannte zwar den Titel, musste ihn mir dennoch aber erst einmal bei Spotify anhören, um zu wissen welcher genau das nochmal ist. Sorry U2, ich hab einfach keine Schublade für so etwas.
    Jetzt aber mal zum eigentlichen Thema: Es gibt in Gambia keine Adressen! Nur wenige große Straßen haben tatsächlich einen Namen. Da wären zum Beispiel die Restaurant- und Partymeile Senegambia Road (manchmal auch 'Senegambia Strip'), der überlastete, weil nur einspurige Bertil Harding Highway und die geschäftige Kairaba Avenue. Letztere kreuzt übrigens DIE Ampel. Sie war nicht nur die erste in ganz Gambia sondern Angaben wie at Traffic Light, near Traffic Light oder right/left from Traffic Light sind zudem ganz gewöhnliche Adress- oder Richtungsangaben. Gleiches gilt übrigens auch für Pipeline, die gleich für mehrere Straßenzüge im wahrsten Wortsinne richtungsweisend ist, oder auch der wahnwitzige Kreisverkehr Turntable.
    Unsere erste "Adresse" lautet so also meist: Am TK Motors-Laden rechts und in der Nähe der großen Moschee mit dem Baobab. Unsere neue Anschrift hingegen ist jetzt schon ziemlich kurz: Neben dem Coco Ocean Hotel.
    Wer sich nun berechtigterweise fragt, wie das bitteschön mit dem Postwesen laufen soll, hier die Antwort: Oft teilen sich mehrere Familienmitglieder oder andere Personen ein Postfach, so man überhaupt davon ausgeht, mal Post zu bekommen. Das bedeutet, dass man regelmäßig zu einer der raren Postfilialen geht und nachschaut, ob es was Neues gibt. Der Erhalt von Pakten läuft ähnlich, nur dass man sich diese zu einer DHL- oder Fedex-Filiale liefern lässt.
    Auch die Bestellung eines Taxis oder einer Pizza kann so zu einer ganz neuen Erfahrung werden und erfordert manchmal einiges an Kreativität. Vor allem dann, wenn man selbst nicht ortskundig ist und der jeweilige Fahrer mit deinen Angaben auch nichts anzufangen weiß.
    Welcome to The Gambia ❤️
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  • Alliance Française

    26 November 2021, Gambia ⋅ ⛅ 28 °C

    *HIDDEN GAMBIA*
    Auch wenn schon wohl das ein oder andere Mal angeklungen ist, dass wir schon quasi das ganze Land gesehen hätten, werden wir hier und da immer noch überrascht. So zum Beispiel vergangenen Freitag.
    Im französischen Kulturzentrum, Alliance Française, besuchten wir eine Ausstellung junger gambischer Künstler:innen. Sie alle hatten an einem speziellen Programm teilgenommen, in dem sie sich mit internationalen Kunstschaffenden austauschen und im besten Fall dazu lernen konnten. Denn wie auch sonst überall auf dieser Welt, wird auch hier der Fokus meist nicht auf die Kreativen gelegt, sondern andere Sektoren, die zunächst gewinnbringender und daher wichtiger erscheinen.
    Zum Abschluss des Workshops erstellten nun alle eine Arbeit zum Thema "Hidden Gambia", also das versteckte Gambia. Wunderbare Arbeiten von unheimlich talentierten Menschen sind dabei herausgekommen. Das weit verbreitete Narrativ von der generellen Unkreativität dieses Landes kann nun wohl getrost auf den Haufen neokolonialen Scheißgeschwätzs gepackt werden.

    Bis auf das erste Bild, sind alle von den Künstler:innen, die diesen Abend gestaltet haben. Leider konnte ich die ausgestellten Werke nicht bei Instagram finden und ich wollte euch nicht billig abfotografierte Fotos präsentieren. Außerdem findet Ihr unten noch die Namen bzw. Instagram Accounts der Kreativen.

    Bild 1: Schatten vor Cultural Harmony von Lea Nian
    Bild 2: @lena_nian_photography
    Bild 3: @bitzphotography
    Bild 4: @tallblaqben
    Bild 5: @abouz_photography
    Bild 6: @badjanhc
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  • Gambia

    2 Disember 2021, Gambia ⋅ ⛅ 30 °C

    ❌Superwahljahr🗳️

    Auch wenn man es fast nicht glauben konnte bei all der Wahlberichterstattung in Deutschland, außerhalb drehte sich die Welt einfach weiter und auch woanders finden wegweisende Wahlen statt. So zum Beispiel in Gambia.
    Für alle Geschichtsnerds hier mal ein kleiner Exkurs in die neuere Geschichte:

    🤓 Gambia ist seit 1965 unabhängig von Großbritannien und gehört somit zur zweiten Welle der Dekolonialisierung.

    😱 Dennoch ist die Liste der bisherigen Präsidenten nicht allzu lang. Erster Präsident von der Unabhängigkeit bis 1994 war Dawda Jawara. Der gelernte Veterinär galt, trotz seiner langen Amtszeit, als gemäßigter Führer. Obwohl er schon einige Putschversuche überstand, brach ihm der Coup des jungen Leutnants Yahya Jammeh das Genick.

    🤐 Zu seinem Glück jedoch nur metaphorisch. Jammeh regierte das Land von 1996 bis 2017. Diese Zeit würde man rückblickend wohl als trumpesk bezeichnen. Sie war geprägt von zahlreichen wirr erscheinenden Aussagen und unzähligen grausamen Akten gegen Teile der eigenen Bevölkerung.

    😵 Bei der Wahl 2016 gewann Adama Barrow, der es geschafft hatte, eine Koalition aus allen Oppositionsparteien zu bilden. Jammeh erkannte die Ergebnisse erst an, um sie eine Woche später doch nicht mehr zu akzeptieren. Erst nach einem Eingreifen der ECOWAS-Truppen zog er sich schließlich ins Exil zurück.

    🧐 Bei dieser Wahl stehen sechs Kandidaten zur Wahl. Amstinhaber Adama Barrow lässt Befürchtungen keimen, dass er die Verfassung zu seinen Gunsten ändern will. Auch seine Haltung zu Ex-Diktator Jammeh ist nicht ganz klar. Ousainou Darboe war einst der Gegenspieler des Dikators und ist mit Barrow einer der aussichtsreichsten Kandidaten. Kandeh, Faal, Sallah und ein anderer Herr Jammeh treten ebenfalls an.

    🥸 Mittlerweile befinden sich unzählige Wahlbeobachter im Land, ein bisschen internationale Presse habe ich auch schon gesehen. Die hier stationierten ECOWAS-Truppen befinden sich schon seit der letzten Wahl im Land und werden auch diesmal nach dem Rechten schauen.

    🤩 Gewählt wird übrigens mit einem weltweit einmaligen System. Aufgrund der teils schlechten Alphabetisierung hier im Land bekommt jede Wahlberechtigte eine Murmel. Diese schmeißt man dann in eine Tonne, die sowohl die Farbe der Partei als auch ein Bild des Kandidaten trägt. Große Bretter mit Einkerbungen helfen dann beim Auszählen.

    👩‍❤️‍👨 Wir werden den Wahltag vermutlich im benachbarten Hotel verbringen. Dort hängen an diesem Tag aus Sicherheitsgründen auch die UN-Mitarbeiter rum. Unsere Mitbewohnerin Alexia ist also auch dort und bot uns freundlicherweise an, uns mitzuevakuieren, falls hier alles den Bach runter geht. DAS IST SPASS!!! Eigentlich geht keiner wirklich davon aus, dass es nach der Wahl Probleme geben wird. Um aber ein eventuell erhöhtes Verkehrsaufkommen aufgrund von Demos zu vermeiden, haben wir uns bis Dienstag erstmal mit allem eingedeckt. Und viel wichtiger: Für einen eventuellen Internet-Shutdown bin ich schon fleißig am Netflixfolgen runterladen.
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