• Nele Lewerenz
  • Nele Lewerenz

3 Kontinenten Reise

An open-ended adventure by Nele Read more
  • Trip start
    February 15, 2023

    Erste Nacht im Crafter

    February 15, 2023 in Germany

    Der Tag begann früh und stressig. Die letzten wichtigen Dinge sollten noch ihren Platz im Crafter finden und der Kühlschrank musste noch sauber gemacht werden. Ich war mit meinen Gedanken völlig woanders, aber als Nora vorbeikam, wurde ich wieder klar. Sie hat sofort mit angepackt und den Stress raus genommen. Zum Glück kam auch noch mein Papa vorbei und hat trotz gebrochener Rippe zwei Umzugskisten meiner Klamotten bei sich aufgenommen. Ich hatte wirklich die Hoffnung, dass alles passen könnte. Aber was soll ich sagen, dem war leider nicht so. Matti und Maria klingelten. Auch die Beiden sind extra noch vorbeigekommen, um uns ein Geschenk zu überreichen. Mein Papa musste zwar los, aber reichte Melli quasi die Türklinge in die Hand. Die letzten 15 Minuten in Rostock brachen an. Ich habe noch schnell meine Jacke, meinen Kaffee und die Blumen gegriffen und dann ab zum Auto. Matti und Maria verabschiedeten sich zügig. Nur noch Melli, Nora und ich (und Dennis natürlich). Wir nahmen uns ganz fest in die Arme. Und dann fuhren wir los…

    Eigentlich wollten wir zur Kaffeezeit in Greiz (Thüringen) sein, aber mein Gefühl hat mich noch zu einem kleinen Umweg nach Travemünde berufen, um meine Mama noch einmal fest in die Arme zu nehmen. Neben frisch gebackenem Brot und selbst gemachten Schoko-Erdnuss-Datteln habe ich meine Mama-Batterie einmal wieder aufgeladen. Voller Energie starteten wir die erste längere Fahrt. Dennis fuhr, ich bastelte. Ob wir es jetzt schon realisiert haben? Nein. Die Stunden zogen sich und wir sind 19 Uhr, pünktlich zum Kaffee, bei Dennis Cousine angekommen. Nach einigen Stunden traten wir die Weiterreise an. Wer mal in Greiz ist, sollte sich auf jeden Fall die Göltzschtalbrücke ansehen. Das ist die größte Ziegelsteinbrücke der Welt. Wir haben sie zwar nicht gesehen, aber viel von ihr gehört. Als wir aus Greiz raus fuhren, fing der Crafter auf einmal an zu rauchen. Die ganzen Steigungen sind ihm wohl nicht so gut bekommen. Wir hielten kurz, es schien aber alles gut zu sein. Unser erstes Übernachtungsziel: Ein kostenfreier Stellplatz in Nürnberg. Unsere Ankunftszeit: 00.30 Uhr. Ich hatte vorab von vielen gehört, dass man nicht im Dunkeln an einem Stellplatz ankommen soll, weil man die Bedingungen nicht so gut beurteilen kann. Nun ja… dafür war es jetzt leider zu spät (im wahrsten Sinne des Wortes). Während der Fahrt bereitete ich schon einmal das Bett vor und schminkte mich ab. Hier im Crafter hat noch lange alles nicht seinen Platz gefunden, denn ich habe ewig für alles gebraucht. Aber das Gute ist: Wir haben ja Zeit. Das Auto abgestellt und rein ins Bett. Mit langen Sachen. Die Außentemperatur liegt bei -1,5 Grad. Im Crafter sind (noch) 10 Grad. Nicht gerade meine liebsten Bedingungen für die erste Nacht im Crafter. Aber wir werden sehen, was die Nacht mit sich bringt.
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  • Eine Nacht im Schwarzwald

    February 16, 2023 in Germany

    Nach einer kalten, lauten und unruhigen ersten Nacht bin ich trotzdem sehr motiviert aufgewacht. Ich habe mich direkt dran gemacht, unsere Toilette das erste Mal komplett sauber zu machen. Denn am Abend vorher ist mir ja ein kleines Malheur unterlaufen. Kurz gesagt: Alle Boxen und Behälter, die zur Trockentrenntoilette gehören, waren voller Urin. Der direkte Kontakt zu allen Fest- und Flüssigstoffen, die der Körper so produziert, ist auf jeden Fall interessant. Und so ein funktionierendes Abwassersystem ist wirklich ein Segen. Grüße gehen raus, an alle die eine Toilette zu Hause haben. Seid dankbar! ;) Im Anschluss hat Dennis das Ding aber direkt wieder voll gemacht und ich konnte in der Zeit eine Runde um den See laufen. Der Stellplatz lag wirklich schön. Eine Yoga Einheit habe ich am Morgen auch noch machen können. Direkt in der Sonne zwischen zwitschernden Vögeln, parkenden Autos, Bäumen und Fußgängern. Ich wollte schon immer mal bei 1 Grad und ganz in der Öffentlichkeit Yoga machen. Warum denn auch eigentlich nicht? Mit etwas mehr Bewegung als gestern ging es also wieder auf die Autobahn. Diesmal in Richtung Loßburg zu meiner Cousine. Auf der Autofahrt habe ich meinen Obstkorb fertig gestellt. An dem saß ich schon seit gestern. Ich habe ihn mit Garn umwickelt, damit er mir optisch wieder besser gefällt. Ein Projekt, wofür ich mich zu Hause wahrscheinlich nicht hätte begeistern können, aber hier auf der Fahrt war es die perfekte Beschäftigung. Bisher haben wir auf der Fahrt noch kein Radio angehabt, was für Dennis wirklich ungewöhnlich ist, denn eigentlich mag er Stille nicht so gern. Bei meiner Cousine angekommen, haben wir gemeinsam Kaffee getrunken und veganen Hefezopf verspeist. Am Abend gab es dann noch ein riesiges Blech voll mit Ofengemüse - ein Traum. Denn wer mich kennt, weiß, dass Ofengemüse mein absolutes Lieblingsgericht ist. Gesund, abwechslungsreich und gut gewürzt, schmeckt es auch einfach nur fabelhaft. Kleiner Tipp am Rande: Kräuter Pommes Gewürz von Just Spices - dieser Mix war wirklich richtig gut! Und dazu gab es auch noch einen schönen weißen, süßen Wein aus Deutschland (s. Foto). Auch eine absolute Empfehlung! Glücklicherweise hat meine Cousine ein Gästezimmer, was wir für die zweite Nacht auf unserer Reise beziehen dürfen. Die letzte Nacht war wirklich nicht so erholsam, daher nehmen wir dieses Angebot natürlich liebend gern an. Vor dem Schlafen ging es jedoch noch einmal kurz Spazieren. Es war 22.24 Uhr als die Straßenlaternen aus gingen und es auf einmal stockdunkel wurde. Da bekommt die Bezeichnung Schwarzwald gleich eine ganz andere Bedeutung. Ohne Taschenlampe war hier erst einmal kein Vorwärtskommen mehr. Aber dafür wurden wir noch mit einem Blick auf den kleinen Waagen belohnt. Jetzt werden wir aber wie die Könige schlafen, denn die Matratze ist unheimlich weich und Karolins zu Hause sehr gemütlich. Ich freue mich schon auf Morgen und viel schöner kann man einen Tag doch gar nicht abschließen.Read more

  • Ab nach Bordeaux

    February 17, 2023 in France

    Nach einer erholsamen Nacht bei meiner Cousine wurden wir von einem leuchtenden Sonnenaufgang im Schwarzwald geweckt. Besser hätte der Tag nicht starten können. Das letzte Mal kamen wir in den Genuss in einem richtigen Bett bei Zimmertemperatur zu schlafen und bei Warmwasser zu duschen. Ich habe es sehr genossen. Nach einem gemütlichen Frühstück brachen wir in Richtung Loßburg auf, um ein paar Erledigungen zu machen: Einkaufen, Geld einzahlen, Wasser auffüllen. Eine dieser drei Sachen hat sogar geklappt. Wir haben eingekauft. Geld einzahlen wurde nichts, weil das nicht Sparkassen übergreifend funktioniert und wir nicht weiter darüber nachgedacht haben. Eine Wasserstation gab es in der Nähe leider nicht. Somit haben wir viel Zeit damit verbracht eine Lösung für das Bargeld-Problem zu finden. Glücklicherweise hat meine Cousine uns am Abend vorher schon angeboten als Transfer zu fungieren. Daher war dieses Problem gelöst. Allerdings hatten wir immer noch kein fließendes Wasser. Dieses Problem sollten wir allerdings mit in den nächsten Tag nehmen, denn wir hatten uns kurzerhand dazu entschieden nicht mehr nach Paris zu fahren. Unser heutiges Ziel ist Bordeaux. Wir haben wirklich einiges über das Vanlife in Frankreich gehört und viele Menschen haben uns vor der organisierten Kriminalität gewarnt. Irgendwie hatte der längere Aufenthalt in Frankreich dann einen negativen Beigeschmack. Um dem so ein bisschen entgegen zu wirken, habe ich uns einen schönen Stellplatz auf einem Weingut rausgesucht. Dort können wir übernachten, Wasser auffüllen und eine Weinprobe machen - und das alles kostenlos. Es ist so schön, dass Menschen so gastfreundlich sind und Reisenden so eine Möglichkeit bieten. Doch zurück zur Tour auf der wir uns gerade in diesem Moment noch befinden. Nach all dem Orga-Kram haben wir uns auf den Weg raus aus dem Schwarzwald gemacht. Die 18% Steigung mit den engen Kurven sind mit dem Crafter wirklich anders wild. 600km Autobahn stur geradeaus sind hingehen auch nicht wirklich besser. Aber alles Gute ist nie beisammen und das coolste ist ja eigentlich: Wir sind raus aus Deutschland. Somit startet die Weltreise jetzt ganz offiziell. Ich habe die Zeit als Beifahrerin genutzt, um im Duschvorhang Magnete einzunähen, Speicherplatz auf meinem Handy zu schaffen und uns mit Snacks und Getränken zu versorgen. Irgendwann mussten wir jedoch mal eine kleine Pause machen. Wir hielten auf einem Rastplatz, wo sehr wenig los war. Wir bereiteten uns ein paar belegte Brote zu, dehnten uns ein wenig, um dann wieder weiter zu fahren. 597 km liegen noch vor uns. Die Ankunftszeit liegt bei 01.20 Uhr. Mal sehen was die Nacht noch so bringt.

    P.S.: Wir befinden uns derzeit in der 5. Jahreszeit und die wird ja vor allem im Süden von Deutschland überdurchschnittlich intensiv zelebriert. Die Dörfer sind hübsch geschmückt und die Bewohner sind lustig verkleidet. Es ist zu dieser Zeit wohl Tradition, dass den Menschen, die Krawatten tragen, diese abgeschnitten werden. Welchen Grund das hat, weiß ich leider nicht mehr. Aber mein persönliche Erklärung wäre: Das Leben auch einfach mal nicht so ernst zu nehmen.

    P.P.S.: Es ist 01.20 Uhr und es liegen noch 180 km vor uns. Ich habe diese Tour eindeutig unterschätzt. Es gab auf dieser Strecke bisher quasi nur Gefälle und Steigungen. Ewig hoch, dann ewig wieder runter. Dann haben wir uns auch noch angezickt und 2 Stunden nicht miteinander gesprochen. Holla die Waldfee. Diese Kombi kann ich echt nicht empfehlen. Aber die letzten zwei Stunden sind angebrochen und dann haben wir heute mehr als 1000 km in unter 10 Stunden geschafft. Das machen wir so schnell allerdings nicht nochmal. Das steht fest.
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  • Zwischen den Weingütern Bordeaux‘s

    February 18, 2023 in France

    Als wir quasi mitten in der Nacht auf dem Weingut in Bordeaux ankamen, waren wir froh, dass die Tochter des Winzers die Tore für uns aufgelassen hatte. Wir hatten vorab mit ihr telefoniert. Es war kalt und wir waren hundemüde. Also schmissen wir uns direkt ins Bett und schliefen bis 10.30 Uhr. Dann wurde erstmal aufgeräumt und zum allerersten Mal Wasser aufgefüllt. Denn glücklicherweise boten die Inhaber des Weinguts dies für Camper kostenfrei an. Das Auffüllen hat circa 10 Minuten gedauert. Zwischendurch wurden wir noch vom Hofhund Diego begrüßt, der ganz freudig direkt in unseren Bus gesprungen ist. Im Anschluss gab es zum Frühstück Tofu-Rührei, Avocado und Brot. Und das bei 18 Grad draußen in der Sonne, direkt vor einem Weinfeld. Die Vögeln zwitscherten und es fühlte sich zum ersten Mal in diesem Jahr nach Frühling an. Während wir unseren Kaffee genossen, beschlossen wir heute noch eine Nacht hier zu bleiben und die Fahrräder auszuführen. Wir sattelten also die Esel und wollten in die Innenstadt zum nächsten Decathlon fahren, um ein paar Besorgungen zu machen. Der Weg dort hin war malerisch. Zwischen Weinbergen, wunderschönen Grundstücken und Wäldern fuhren wir entspannte 13 km. Im Decathlon angekommen, fanden wir zwar nicht wonach wir suchten, aber wir hatten uns endlich mal wieder bewegt. Nach diesen drei Tagen im Auto war das wirklich bitter nötig. Auf dem Rückweg über die Pont d’Aquitaine wurden wir noch mit einem wunderschönen Sonnenuntergang über Bordeaux belohnt. Zurück durch die eine kleine Vorstadt fiel mir auf, dass die Gestaltung von Stadt und Häusern irgendwas amerikanisches mit sich brachte. Finden konnte ich dazu jedoch nichts. Was über Bordeaux allerdings erwähnenswert ist, sind die tollen Fahrradwege. Viel mehr haben wir ja auch nicht gesehen. Zu Hause angekommen, kochten wir direkt Abendessen. Pellkartoffeln mit Schmand, Brokkoli und einem Burger-Patty sollte unsere erste richtige Mahlzeit sein. Wir waren mehr als zufrieden. Ein gesundes, schnelles und leckeres Essen. Zwischendurch kam Marie, die Tochter des Winzers, noch einmal vorbei und erkundigte sich nach unserer Radtour. Sie fand es überaus ungewöhnlich, dass wir mit diesen Rädern eine solche Tour fuhren. Und ich fand es überaus ungewöhnlich, dass sie mit 24 Jahren das Weingut ihrer Eltern noch in diesem Jahr übernimmt. Als Gäste hatte sie uns glaube ich sehr gern. Und das beruhte in jedem Fall auf Gegenseitigkeit, denn besser hätte unser erster Aufenthalt in einem anderen Land nicht laufen können. Ich frage mich, ob es in Deutschland auch Winzer gibt, die kostenfreie Stellplätze für Camper anbieten, ihnen kostenfrei Wasser zur Verfügung stellen und jeden Tag eine kostenlose Weinprobe machen. Klar kaufen bestimmt viele Besucher einige Flaschen ihres Weins. Aber dieses Angebot ist trotzdem mehr als großzügig. Ich bin jedenfalls begeistert von dieser Gastfreundlichkeit und freue mich Frankreich von dieser Seite kennen gelernt zu haben.Read more

  • Ich habe keine Lust auf Schreiben

    February 19, 2023 in Spain

    Ich habe Dennis gefragt, was heute so passiert ist und das kam dabei heraus: Aufgestanden, Heizung aus dann wieder an, fertig machen, eiskalt duschen, Frühstück, Klo sauber gemacht, aufgeräumt aber nicht an Tisch gedacht, drüber gefahren, abgespült und wieder eingepackt. 200km gefahren, getankt, bis Bilbao gefahren, direkt in der Stadt, dann Richtung Stellplatz, bis zum Leuchtturm spaziert, Essen gekocht, lieb gehabt, geschlafen.Read more

  • Ein Tag in Bilbao

    February 20, 2023 in Spain ⋅ ☁️ 15 °C

    Heute Morgen sind wir mit einer großen Portion Motivation aufgewacht. Direkt nach dem Aufstehen sind wir 4km gelaufen und wollten in den Atlantik springen. Aus dem Springen wurde dann jedoch Liegen, weil wir leider nicht tiefer ins Wasser reinkamen. Zurück am Bus bereiteten wir uns Frühstück vor und genossen ein wenig die Sonne. Mehr oder weniger, denn mir bekam der Lauf auf nüchternen Magen leider gar nicht gut. Wir beschlossen kurzerhand den Ort zu verlassen und den heutigen sonnigen Tag zu nutzen, um Bilbao zu erkunden. Unser Stellplatz war zwar sehr gut gelegen, allerdings war an diesem Platz auch sehr viel Trubel. Viele Menschen gingen mit ihren Hunden spazieren, trieben selbst Sport oder schauten sich die nahe gelegenen Attraktionen an. So richtig gemütlich wurde es dadurch nicht. Deshalb nutzten wir die Chance und stellten das Auto auf einem kostenfreien Parkplatz am Stadtrand ab und liegen zu Fuß ins Zentrum. Mehrere Kilometer, schöne Gebäude und kulturelle Attraktionen später fanden wir einen schönen Platz in der Sonne direkt am Fluss. Hier verweilten wir einen kurzen Augenblick bis wir uns auf die Suche nach einem kleinen Snack und einem kühlen Getränk machten. Wer schon einmal mit mir, oder einem anderen Veganer, unterwegs war, der weiß, wie schwierig sich so etwas einfaches manchmal gestalten kann. Da ich Dennis diesen Stress heute ersparen wollte, hielten wir bei einem kleinen Restaurant mit Selbstbedienung. Die Kellner verstanden leider kein Wort Englisch und wir können leider kein Wort Spanisch. Für Hola, Adios und Gracias reicht es zwar, aber damit kann ich kein Brot mit Öl und Salz bestellen. Also gab es für Dennis ein schönes Sandwich und ein Bier und für mich einen frischen Osaft. Im Anschluss machten wir uns auf den Rückweg zum Auto. Noch fix im Mercadona für die nächsten Tage eingekauft und dann ging es schon zum Stellplatz für heute Nacht. Wir kamen mal wieder im Dunkeln an. Was ich trotz der Dunkelheit sah, war der tiefe Abgrund 30 Meter vor uns. Das Auto parkte quasi mit der Schnauze auf den Abgrund zu und ich habe es ganze 20 Minuten ausgehalten und dann mussten wir das Auto anders herum hinstellen. Mag sein dass ich ein Schisser bin, aber ich hätte ansonsten kein Auge zu bekommen. Jetzt liegen wir im Bett und haben das kleine Dachfenster auf. Es hat auch Vorteile direkt am Wasser zu stehen: Einschlafen mit Wellenrauschen.Read more

  • An der Nordküste Spaniens

    February 21, 2023 in Spain

    Nach einer ruhigen Nacht wachten wir früh auf. Dennis lief eine Runde durchs Dorf und ich habe Yoga gemacht. Danach sprangen wir ins Wasser. Zu dieser Zeit war Ebbe und wir konnten sehr weit hinauslaufen. Danach bereiteten wir Frühstück zu, tranken gemütlich unseren Kaffee und liefen zu dem alten Schiffsanleger, der sich in der Nähe unseres Stellplatzes befand. Vorher haben wir uns noch kurz mit der Familie ausgetauscht, die ebenfalls bei uns nächtigten. Die Engländer waren zu fünft: die Eltern, zwei Kinder und ihr Hund Dave. Sie haben ihr Haus verkauft und ihre Arbeit aufgegeben, um den Camper zu kaufen und ihren Kindern die Welt zu zeigen. Wir waren schwer beeindruckt von dieser großen Entscheidung. Wir wünschten uns allen eine gute Reise. Nach dem Anleger schlossen wir eine kleine Runde durchs Dorf an und besuchten noch einmal die Bucht in der wir morgens Baden waren. Jetzt stand das Wasser schon deutlich höher. An einem kleinen Wasserfall fragte uns ein Holländer, der wohl allein reiste, nach einem Foto. Er zog sein Shirt aus und wollte, dass ich ihn nur zur Hälfte filmte, damit es aussieht, als würde er unter dem Wasserfall nackt Baden. Das fand ich wirklich sehr amüsant. Aber seine Idee ging auf. Ich fand das Video sehr gelungen. Zurück am Auto packten wir unsere Sachen und fuhren zum nächsten Stellplatz. Vorher besuchten wir noch den spanischen Baumarkt Leroy Merlin (btw was für ein seltsamer Name für einen spanischen Baumarkt?). Leider erfolglos. Am Stellplatz angekommen marschierten wir direkt wieder los und schauten uns die Felsformationen an. Das sind bisher die beeindruckendsten auf unserem Weg. Riesige Steine liegen in Schichten gekippt im Wasser. Das türkise Wasser schlägt weiße Schaumkronen gegen die Klippen. Ein wahnsinniges Schauspiel der Natur. Oft standen wir einfach nur da und waren beeindruckt von dieser Wucht. Es ist wirklich eine Wucht, denn als Mensch kommt man sich so unglaublich klein vor zwischen diesen Naturschauspielen. Nach einer Stunde Staunen, Rumspringen und Fotos machen haben wir uns auf den Rückweg gemacht und Abendbrot gekocht. Heute gab es vegane Bolognese. Eigentlich nach Rezept, aber dann habe ich doch gefreestyled. Ergebnis: sehr lecker. Dennis Fazit: Die Stulle gestern war auch geil. Naja, dann lasse ich mir die Flasche Lambrusco jetzt alleine schmecken. Wir gucken jetzt noch ein YouTube-Video von thefilmpeople und werden dann schlafen. Gute Nacht 🫶🏼Read more

  • Auf in die Schlechtwetterfront

    February 22, 2023 in Spain ⋅ 🌧 8 °C

    Gestartet haben wir diesen Tag mit der Feststellung, dass wir jetzt nicht mehr um das bevorstehende schlechte Wetter herumkommen. Im Umkreis von 1000km wird das Wetter auf der iberischen Halbinsel in den nächsten Tagen auf jeden Fall nicht besser als hier an der Nordküste. Die Nacht durchfahren würde sich dementsprechend nicht lohnen. Diesen Gedankengang haben wir erst einmal sacken gelassen und gemütlich gefrühstückt. Im Anschluss unseren täglichen Kaffee. Ich las in meinem Buch weiter und Dennis recherchierte nach möglichen Destinationen und ihren Wetterlagen. Da wir uns jedoch noch an diesem wunderschönen Ort befanden, nutzten wir die Kulisse um ein kleines Video für BOXIO, den Hersteller unserer Trockentrenntoilette, zu drehen. Mit der von Felsen umgebenen Bucht im Hintergrund setzte ich mich auf die BOXIO. Ein Panorama was man auf Klo nur selten zu sehen bekommt. Aber BOXIO macht’s möglich, so die Headline. Danach wollte Dennis unbedingt noch ins Wasser springen. Springen und Baden war hier allerdings an jeder Ecke strengstens verboten. Ich habe ihm abgeraten. Aber wir wissen ja alle, wie das ist, wenn man etwas nicht tun sollte. Also gingen wir zur großen Bucht. Auf beiden Seiten schlugen große Wellen gegen die Felsen. Dennis ging bis zu den Knien rein und erfrischte sich kurz. Zurück am Auto gab es einen kleinen Snack. Für mich Datteln, für Dennis Gummibären. Danach liefen wir die kleine Wanderroute entlang der Küste. Auf den schiefen Steinschichten entlang führte ein schmaler Wanderweg. So viele seltsam geformte Untergründe. Rechts von uns das tobende Meer, was in tosenden Bewegungen gegen die hohen Felsen schlug. Wahnsinnig beeindruckend. Manchmal habe ich mich gefühlt wie auf dem Mond. Zurück am Auto entschieden wir uns kurzerhand dazu in die nächst größere Stadt zu fahren. Als wir aus dem Ort herausfuhren, wurde mir klar, was das überhaupt für ein Ort war. Alle Häuser sahen gleich aus, etliche standen leer, kaum jemand auf den Straßen und große Tore versperrten den Weg in die Häuserreihe. Dieses kleine Städtchen wird wohl zu großen Teilen als Zweitwohnsitz oder Sommerresidenz genutzt. Irgendwie etwas gruselig, wenn hier im Winter dann alles menschenleer ist. Aber umso besser für uns, denn wir waren ganz allein an diesem wunderbaren Platz. Ungefähr 100km weiter entlang der Nordküste Richtung Süden befindet sich Gijón. 2 Stunden Autofahrt später waren wir auch schon dort. Der erste Stellplatz war uns nicht ganz so sympathisch, deshalb suchten wir schnell einen neuen auf. Der zweite liegt sehr zentral und wir stellten uns zwischen Wohnmobile und grünen Hecken. Seit unserer Ankunft regnete es, sodass wir den restlichen Abend im Auto verbrachten. Wir wärmten die Nudeln von gestern auf und spielten zwei Runden Kniffel. Das hat Spaß gemacht! Jetzt aber wird es Zeit ein bisschen Energie für die nächsten Tage zu tanken, denn uns steht viel Regen bevor. Gerade plätschern die kleinen Tropfen aufs Dach. Ich liebe dieses Geräusch.Read more

  • Schlechtes Wetter ist subjektiv

    February 23, 2023 in Spain ⋅ ⛅ 7 °C

    Heute haben wir etwas länger geschlafen. Bis 9 Uhr lagen wir im Bett. Dafür sind wir erholt und mit viel Bock auf den Tag aufgewacht. Öl ziehen, Bett zur Sitzecke umgebaut, kurz aufgeräumt, zwei Gläser Wasser bereit gestellt - mittlerweile haben wir unsere Abläufe und sind richtig fix. Kurze Besprechung für den weiteren Ablauf. Dann ging Dennis draußen laufen und ich habe auf den 3qm ein Workout gemacht. Es hat erstaunlich gut funktioniert. Danach sprang Dennis ins Wasser und ich bin Duschen gegangen. 11.40 Uhr tischten wir dann unser Frühstück auf. Heute gab es mal wieder Tofu-Rührei - ein absoluter Traum. Anschließend Kaffee und dann kann der Tag auch schon starten. Während Dennis seine 20 Minuten BOXIO-Time in Anspruch nimmt, wandere ich ein wenig an die nahe gelegene Bucht. Zu der Zeit war mal wieder Ebbe und ich hüpfte über die nass glatten großen Steine. Herr Linke sammelte mich ein und wir liefen gemeinsam an der Promenade am Strand entlang. Riesige Wellen neben uns, viele Hunde liefen am Strand entlang. Es war zwar windig, aber die Sonne schien uns ins Gesicht. Von schlechtem Wetter erst einmal keine Spur. Aus entspannt in die Stadt Gijón spazieren, wurden ein Abriss von 10 Kilometern in zwei Stunden. Uff, danach waren wir beide ganz schön im Eimer. Aber wir haben gefühlt die ganze Stadt gesehen und sie war schön. Also die Altstadt. Viele Restaurants waren geschlossen und generell war sehr wenig los. Kurzer Abstecher im Lidl und dann wollten wir auch einfach nur nach Hause. Schon lustig, dass man jetzt nach Hause sagt. Am Bus angekommen gab es eine kleine Stärkung: für den Herrn ein Butter-Croissant mit Schoki und für mich Nudeln mit Avocado und Hummus. Leckerer als es sich anhört! Danach machten wir uns auf den Weg zum nächsten Stellplatz. Dieser liegt etwas Off-road, was und anfangs nicht so recht bewusst war. Vorab mussten wir jedoch noch Wasser auffüllen. 5 Tage sind wir jetzt mit ca. 100 Litern ausgekommen. Ich glaube das ist ganz gut. Wir sind wirklich sparsam geworden und versuchen wenig zu verschwenden. Für die nächsten Tage sind wir jedoch erstmal wieder versorgt. Der Typ an der Tankstelle versicherte uns zwar, dass es Trinkwasser sei, aber mal sehen wie gut wir das vertragen. Am Stellplatz angekommen, bin ich gleich wieder total durchgedreht. Direkt an Klippen, die ewige Meter tief in 5 Meter hohen Wellen münden, sehe ich den 3,5 Tonner einfach nicht dicht dran stehen. Vor allem nicht schräg. Ich vertraue weder der Handbremse noch den eingelegten Gängen. Aber wir finden immer irgendwie einen Kompromiss, damit ich ruhig schlafen kann. Standheizung an, Essen gekocht und unsere Umgebung tobt nur so. Riesige Wellen schlagen gehen die Klippen. Das wird bestimmt faszinierend, wenn wir morgen alles im Hellen betrachten können. Wir sind beide schon ganz gespannt. Jetzt gibts für mich erstmal noch einen kleinen Wein. Ein bisschen aufgewühlt, bin ich dann doch noch. Aber auch ziemlich kaputt, deshalb gehts wohl gleich ins Bett. Das war ein aufregender Tag. Mal sehen was der morgige bringt.Read more

  • Der Wind weht uns nach A Coruña

    February 24, 2023 in Spain ⋅ 🌧 8 °C

    Meine Nacht war kurz. Die Klippen mit samt den schlagenden Wellen neben uns bereiteten mir wirklich mehr Sorge als mir lieb war. Als ich im Bett lag waren die Wellen so laut, dass ich das Gefühl hatte, wir standen inmitten des wütenden Atlantiks. Um halb 2 ging ich nochmal raus, um mich zu versichern, dass dem nicht so ist. Ich wurde mit einem klaren und wunderschönen Sternenhimmel wieder ins Bett geschickt. Kaum wach ging ich erst einmal nach draußen und erkundigte die Gegend. Das waren bisher die höchsten Wellen, die ich gesehen hatte. Ich war ehrfürchtig. Auch wenn ich dieses Wort sonst selten nutze, so spiegelt es in diesem Fall genau meine Gefühlslage wieder. Nach unserem Frühstück gingen wir noch einmal eine kleine Runde entlang der Küste. Auch auf der anderen Seite preschten die Wellen mit einer enormen Geschwindigkeit gegen die Felswände. Die Formen der Buchten, Höhlen und Untergründe lassen uns nur erahnen, was das Wasser hier die letzten Jahrtausende getrieben hat. Die Natur fragt nicht, sie nimmt sich einfach. Dieser Ort hat mich schwer beeindruckt. Wir packten und fuhren zu einer Bucht einige Minuten weiter. Dort sprangen wir beide unter die Outdoor-Strandduschen. Die waren, wie zu erwarten, arschkalt. Dazu noch der eisige Wind und die Außentemperatur von 6 Grad. Nicht gerade das Bild, das ich mir vorgestellt habe, wenn ich mich mit dem Bus in Spanien sah. Aber bei diesen Temperaturen draußen Duschen muss man auch erstmal machen. Da darf man schon mal stolz sein. Danach ging’s dann ab auf die Autobahn mit dem Reiseziel „A Coruña“ - die Hauptstadt Galiziens. Zwischen verschneiten Bergen, tiefen Schluchten und abwechselnden Regenschauern fuhren wir eine gute Stunde Richtung Süden. Bei Tageslicht sind wir gegen 17 Uhr in der Stadt angekommen und haben es uns auf einem Wohnmobilstellplatz am Wasser gemütlich gemacht. Mein Hunger schmiss direkt den Omnia-Backofen an. Gestillt wurde er mit Kartoffelecken und einem würzigen Kichererbsensalat - à la bonheure, um es in Französisch zu sagen. Danach spielten wir einige Runden Kniffel und tranken den letzten Schluck Wein aus der Flasche, die Karolin uns schenkte. Sobald ich zurück in Deutschland bin, werde ich mir davon einen ordentlichen Vorrat anlegen. Es regnete seit unserer Ankunft, aber wir wollten nochmal los. Ein bisschen Einkaufen und die Stadt sehen. Wir schlenderten mit unseren Schirmen zu verschiedenen Einkaufsmärkten, um alles zusammen zu bekommen. Ich habe die riesigen Paprikas extra für dich fotografiert @Mama. Ich hoffe man erkennt, dass sie bedeutend größer sind als meine Hand. Danach landeten wir wahrscheinlich in der Altstadt, wo wir von einem regen Treiben der Leute in Bars und Restaurants begrüßt wurden. Draußen war es zwar total ungemütlich, aber es war auch Freitag Abend und die Menschen genossen den Auftakt ins Wochenende. Meine Motivation sich irgendwo reinzusetzen, hielt sich jedoch in Grenzen. Dennis hatte Bock, aber ich war heute eine Bremse. Wir machten uns auf den Rückweg. Im Regen. Es hatte sich eingeregnet. Am Bus angekommen testeten wir noch die vegane Chorizo. Dennis gibt ihr 1/10 Punkten. Die Kritik ist ganz schön harsch, dafür, dass er in seinem Leben noch nie eine richtige Chorizo gegessen hat. Aber leider hat er Recht. Mit Chorizo hat das nichts zu tun. Für eine vegane Wurst aber in Ordnung. Ich sage 3/10.Read more

  • Kaum los und schon am Ende der Welt

    February 25, 2023 in Spain ⋅ 🌙 10 °C

    Heute gibt es mal wieder eine Zusammenfassung des Tages von Dennis: aufgestanden wie immer, gleich Frühstück gegessen, kleine Einheit + Waschgang, Chilli Milli, Abreise, doppelter Einkauf, bis ans Ende der Welt gefahren, Sonnenuntergang genossen, haben uns lieb gehabt, kleiner nächtlicher Spaziergang bis ans richtige Ende der Welt, gute NachtRead more

  • Ein Tag aus dem Bilderbuch

    February 26, 2023 in Spain ⋅ 🌬 9 °C

    Aufgewacht vom Grasen einer Ziegenherde um uns herum starteten wir den Morgen ganz gelassen. Wie eigentlich jeden Morgen. Doch dieses Mal mit einem besonderen Fokus auf unser Geburtstagskind. Zum Frühstück gab es auf Wunsch einer einzelnen Person Tofu-Rührei mit Avocado. Beides auf dem in der Pfanne gerösteten Weißbrot. Besser hätte der Tag kaum starten können. Wir bestaunten die Ziegen um uns herum noch ein wenig und machten uns dann auf den Weg auf unsere erste Wanderung. Ein, zwei Aussichtspunkte später hüpften wir durch den Wald bergab in Richtung einer Bucht mit riesigen Wellen und einem weißen Sandstrand. Auf dem Weg dorthin begegneten uns zwei Mountainbiker, die tatsächlich die gesamte Strecke hochgejagt sind und dementsprechend aus der Puste waren. Ich war schwer beeindruckt. Am Wegesrand fanden wir außerdem einige Niederlassungen von Aussteigern, die es sich am Hang mit Sicht auf die Bucht in ihren Zelten gemütlich machten. Nicht die schlechteste Bleibe. Auf einem Holzweg liefen wir die letzten Meter bis wir den Sand zwischen den Zehen spürten. Die Wellen mal wieder höher als wir beide übereinander gestapelt. Zwischen den Dünen (oder Gräsern) machten wir es uns an einem windschattigen Platz gemütlich und hielten es einige Zeit mit der Sonne im Gesicht aus. Dennis nahm einige Glückwünsche entgegen und mir fuhr die immense Wucht der Einsamkeit dieses Ortes einmal durch Mark und Bein. Unser nächstes Ziel war das Dorf Fisterra selbst. Auf einer Straße mit einigen Häusern liefen wir zu einer weiteren Bucht mit karibischen Flair an dem der Hafen Fisterras liegt. Zwischen menschengroßen Agaven führte uns ein Holzsteg direkt auf den Strand rauf. Wir sammelten Muscheln und genossen die Schönheit dieses Ortes. Da Sonntag war, fand in dem kleinen Dorf kein großes Treiben statt. Bevor wir uns auf den Rückweg begaben, machten wir noch an einem Restaurant Halt um ein Bier vom Fass auf unseren Herrn zu trinken. Es war Mittagszeit und wir durften uns nicht setzen, daher wurde das Bier draußen in der Sonne genossen. Leicht angetrunken ging es bergauf an der Straße zurück zum Cap de Finisterre. Am Auto angekommen, haben wir mit der Vorbereitung für das Abendbrot begonnen. Dennis hatte sich Burger gewünscht. Mit den Kartoffeln von Oma&Opa wollten wir Pommes machen. Nach 50 Minuten im Omnia-Backofen waren die Kartoffelsticks zwar durch, aber nicht knusprig. Dennis belegte die Burger und hinter ihm tauchte die Sonne in den Atlantik. Wir aßen gemütlich im warmen Bus mit Blick aufs Wasser. Ein schönes Ende dieses Sonntags.Read more

  • Vom Ende der Welt in die Welt

    February 27, 2023 in Spain ⋅ 🌙 8 °C

    Nach einer traumreichen Nacht sind wir wieder zwischen Ziegen aufgewacht. Der Morgensonne entgegen schlängelte ich mich durch die Herde, um die Sonne über dem Atlantik aufgehen zu sehen. Unsere übliche Prozedur startete: Frühstück, Kaffee, eine Dusche für Dennis und etwas Journaling und Lesen für mich. Jeder hat hier seine Prioritäten. Und zum Glück ergänzen die sich ganz gut. Eine kurze Verabschiedung der Ziegen und schon verließen wir dieses wunderschöne Fleckchen Erde - das Ende der Welt. Der Name klingt viel zu dramatisch für diesen schönen Ort. Würde so das Ende der Welt aussehen, dann können wir uns alle entspannt zurücklehnen. Nach einer zweistündigen Autofahrt durch kleine spanische Bergdörfer erreichten wir Rianxo. Irgendwo im Internet hatte ich gelesen, dass es hier ganz schön sein soll. Als wir durch den Ort fuhren, hielten wir noch einmal kurz am Eroski. Ein spanischer Supermarkt, den wir heute zum ersten Mal besuchten. Unsere Ausbeute: 2 Packungen Wurst (kann ich leider nichts gegen tun), 1 Brot, 3 Schwämme zum sauber machen, 1 Cola (auch dagegen kann ich nichts tun) und 4 Croissants. Bezahlt haben wir insgesamt 6,14€. Ungesundes Essen kostet halt echt nicht viel! Der Stellplatz mal wieder ein Traum. Direkt am Wasser, weißer Sandstrand und keine Menschenseele weit und breit. Wir stellten das Auto ab und liefen noch einmal eine große Runde durch das Städtchen. Enge Gassen, wilde Gärten, verlassene Straßen und viel Sonne. Ein niedliches Städtchen. Wir machten noch einen kleinen Umweg um uns den Campingplatz am Strand anzusehen. Auf dem Weg trafen wir einen alten spanischen Herren. Er fragte uns etwas auf Spanisch. Ich hatte gelernt: „No comprende español!“ heißt „Ich verstehe kein Spanisch!“. Er zeigte auf die Sonne und breitete die Arme auf die Umgebung aus. Wir verstanden uns. Das Wetter war bestens, um wie er oder wir zu Fuß hier lang zu laufen. Ein netter alter Herr. Wir bereiteten Abendbrot zu, schrieben Postkarten und jetzt geht unsere Kniffelmeisterschaft in die zweite Runde. Von 5 Spielen habe ich bisher erst 1 gewonnen. Ab jetzt weht hier jedoch ein ganz anderer Wind. Ich bin bereit. Wünscht mir Glück.Read more

  • Letzter Stop in Galizien

    February 28, 2023 in Spain

    Rianxo - ein kleines Fischdorf direkt am Atlantik. Dort sind wir heute aufgewacht und durften den Strand am Morgen mit vielen Hunden und etlichen Sonnenstrahlen teilen. Nach dem Frühstück wurde Springseil gesprungen (Dennis) und Yoga am Strand gemacht (Nele). Ich bin auf den Tag gespannt an dem es mal andersherum ist. Beim Yoga tobten zwei kleine Hunde mit mir kurzzeitig zusammen auf der Matte. Ihre Besitzerin schrie viele verschiedene spanische Ausdrücke, die ich nicht verstand, aber die Beiden waren bei mir sehr willkommen. Im Anschluss sprangen wir beide noch für ca. 1 Minute ins Wasser. Ich habe die Temperatur auf 6 Grad geschätzt. Tatsächlich liegt sie aber bei 12 Grad. Das klingt doch schon ganz gut auszuhalten. Wir verließen diesen schönen Ort und machten uns auf den Weg nach Vigo. Die letzte größere Stadt vor der portugiesischen Grenze. Dort angekommen drehten wir noch eine längere Runde durch die Straßen und genossen die Sonne. Ursprünglich wollten wir die nächsten Wochen in einem kleinen Café etwas planen. Bei einem Café con leche de avena - Kaffee mit Hafermilch - begannen wir zu recherchieren. Da das vegane Bananenbrot aus war, gab es nur für Dennis einen kleinen Snack in Form eines riesigen Croissants. Als wir uns nach drinnen setzen wollten, verwies der Wirt uns bedauernd auf die Öffnungszeiten. Wir wollten zahlen und er sagte „Today it’s free. Nothing to pay.“. Wir waren verwirrt. Er entschuldigte sich für das fehlende Bananenbrot und schickte uns raus. Ich konnte es gar nicht fassen. So eine Großzügigkeit ist man von Deutschen nicht gewohnt. Gracias Fremder! Wir durchliefen noch einen weiteren Teil der Stadt. Immer bergauf, bergab, bergauf, bergab. Ein Besuch im Mercadona und ab zu unserem Stellplatz. Dieses Mal in einem Stadtpark. Mit einem wunderbaren Blick auf parkende Autos und vorbeifahrenden Baufahrzeugen bereiteten wir Burger zu. Das hat man auch selten. Jetzt schauen wir mal was der Abend noch so für uns bereit hält. Ach übrigens: Gestern habe ich gleich das erste Kniffel-Spiel haushoch gewonnen. Dafür allerdings das Zweite verloren. Für ein Drittes war ich dann erst einmal nicht mehr bereit. Mal gucken wie die Sterne heute für mich stehen.Read more

  • Vamos a Vigo

    March 1, 2023 in Spain ⋅ ☀️ 10 °C

    In einer Stadt einen schönen Stellplatz zu finden, ist meist nicht so leicht. Mit den Kriterien zentral, ruhig und etwas Privatsphäre für einen VW Crafter, kommt man in den meisten Städten nicht weit. Vigo hatte jedoch beim zweiten Anlauf einen sehr schönen Stellplatz zu bieten. Direkt an einem schönen großen Park mit einer Burg, auf die ich heute Morgen zum Sonnenaufgang gleich geklettert bin. Der Blick über die Stadt - unbezahlbar. Nach einer kalten Dusche bereiteten wir uns Frühstück zu und tranken den letzten Kaffee unserer Lieblings-Bohnen. Erstes Ziel war also: gute Kaffeebohnen kaufen. Einen Laden dafür hatte ich die Tage vorher schon rausgesucht: „The Coffee Land“. Auf dem Weg dorthin spazierten wir an einem netten Restaurant vorbei. Eine Kellnerin kam nach draußen und sprach mit uns. Es stellte sich heraus, dass sie sehr gut Deutsch spricht. Sie lebte 3 Jahre in Deutschland und arbeitete als Aupair. Was für ein verrückter Zufall. Weiter auf unserem Weg zum Café kamen wir an einem riesigen Einkaufscenter vorbei. Mit dem Blick über Vigo und dem Atlantik konnte man auf dem Dach alle Sportarten machen, die man sich nur vorstellen kann. Für alles gab es einen eigenen Platz oder die passenden Geräte. Wahnsinn! Dazu noch ganz viele Sitzmöglichkeiten. Darunter befanden sich etliche Einkaufsmöglichkeiten und ein Bahnhof. Wir haben uns direkt verlaufen und waren bestimmt eine halbe Stunde nur damit beschäftigt den richtigen Ausgang aus diesem Komplex zu finden. Nachdem uns so viele Dinge von unserer eigentlichen Mission abgehalten haben, waren wir nun auf dem richtigen Weg und das auch noch zur richtigen Zeit. Der Barista empfahl uns zwei Specialty Coffees, die wir direkt mitgenommen haben. Einen Kaffee mussten wir dann selbstverständlich auch noch probieren - delicioso. Es war circa 14 Uhr und wir hatten schon einige Kilometer zurückgelegt. Dementsprechend hungrig waren wir. Wir kehrten in einem vegetarischen Restaurant namens Curcuma ein. Dort sah es bedeutend schicker aus als erwartet und wir fühlten uns etwas unwohl. Eigentlich unbegründet, denn die Kellner bemühten sich sehr mit uns zu kommunizieren. Obwohl wir kein Spanisch sprachen und sie kein Englisch. Aber irgendwie versteht man sich dann ja doch. Wir bestellten Tacos mit Chilli, Pad Thai und zum Nachtisch einen Brownie. Sehr zufrieden verließen wir den Laden, um erneut in einen ausufernden Marsch aufzubrechen. Wir liefen zum Hafen, um uns nach der Fähre zu der nahe gelegenen Inselgruppe zu erkunden. Diese fahren derzeit leider nur am Wochenende, daher strichen wir diesen Ausflug von unserer Liste. Weiter ging es durch die steilen Gassen in Richtung des Einkaufszentrums von heute Morgen, denn ich brauchte dringend WLAN und eine Steckdose für meinen Laptop. Dort angekommen trafen wir diese Kombi leider nur im KFC an. Zusammen mit 5 Tauben teilten wir uns einen kleinen Tisch bei flippiger Musik. Danach machten wir es uns auf dem Dach gemütlich und ließen den Tag kurz sacken. 17 Uhr und wir hatten 15 km in den Beinen. Sportlich. Wir machten uns auf den Rückweg zum Auto und hielten noch kurz an einem kleinen Supermercado. Heute probierten wir Familia aus. Bisher konnten wir zwischen all den Läden keinen großen Unterschied feststellen, aber Froiz hat uns in jedem Fall am wenigsten überzeugt. Supermärkte in anderen Ländern zu erkunden, macht auch wirklich Spaß. Zurück am Bus machte Dennis sich auf den Weg die Sportgeräte im Park auszuprobieren. Ich machte es mir zum Sonnenuntergang auf einer Bank mit Blick auf den Atlantik gemütlich und telefonierte mit Mama. Wir trafen uns zu Hause wieder und jetzt kochen wir gemeinsam Abendbrot. Es gibt Süßkartoffeln und Brokkoli. Ich freu mich.

    P.S.: Heute schicken wir ein paar Grüße an Christian Schütz mit raus. Fühl dich gedrückt.
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  • Portugal hat uns gerufen

    March 2, 2023 in Portugal ⋅ ☁️ 6 °C

    Heute Morgen sind wir ausnahmsweise mal etwas schneller in den Tag gestartet. Nach dem Frühstück gab es keinen Kaffee. Was aber vor allem dem Umstand geschuldet war, dass wir kein Wasser mehr hatten. Ohne Wasser auch keinen Kaffee. Wir hatten wirklich nicht einen Tropfen mehr. Dementsprechend fiel auch die kalte Dusche für Dennis aus. Für mich ja sowieso. Vor 10 waren wir auf schon auf dem Weg zum Einkaufszentrum. Wohl bemerkt mit unserem gesamten zu Hause, denn heute benötigte ich für eine Stunde eine stabile Internetverbindung. Derweil durchforstete Dennis das Einkaufscenter. Gefühlt haben wir den halben Tag in diesem Center verbracht. Dabei waren es gerade einmal 2 Stunden. Durchgängige Beschallung, viele Menschen und diese ganzen Gerüche. So schnell muss und möchte ich dort nicht wieder hin. Wir machten uns also auf den Weg raus aus Vigo. Auf der Autobahn sprang das erste Mal die Öllampe an. Wir hielten beim nahegelegenen Mercadona (unser Lieblingssupermarkt in Spanien), um dies direkt mit einem Einkauf zu verbinden. Ein bisschen Gemüse, Nudeln, Wraps und ich wollte schwarzen Knoblauch! Ich wollte jetzt endlich mal spanisch sprechen und fragte die Mitarbeiterin: „Tienes aio negro?“. Sie antwortete aber ich verstand kein Wort. Sie lief mit mir zum normalen Knoblauch. Ich sagte: „Negro“. Sie schüttelte mit dem Kopf. Ich bedankte mich und schaute noch einmal selbst. 5 Meter weiter stand er ganz oben im Regal. Ich bin mir nicht sicher was da schief lief, aber ich hatte auf jeden Fall meinen Knoblauch und habe Spanisch gesprochen. Öl aufgefüllt und ab über die Grenze. Olá Portugal! Gleiche Aussprache aber andere Schreibweise. Die Portugiesen brauchen anscheinend nicht so viele Buchstaben wie die Spanier, um Hallo zu sagen. Wir machten noch einen kurzen Halt am Wasser. Dennis erfrischte sich und ich genoss die Sonne. 6 km weiter befand sich auch schon die Albergue - unser erster Stellplatz in Portugal. Für gewöhnlich sind Albergen für Pilger vorgesehen. Auf diesem Hof ist jedoch reichlich Platz, sodass auch 6 Camper entspannt Platz finden. Wir gingen durch das Tor und wurden von einem sehr zutraulichen Hund begrüßt. Der Besitzer Hugo kam auf uns zu und begrüßte uns ebenso herzlich wie seine Hündin Maisha. Für den Crafter war anscheinend ausreichend Platz, denn er gab uns direkt eine Führung über den gesamten Hof. Die alten Steinmauern des Hauses waren in jedem Raum sichtbar. Holzelemente schmückten die Rezeption und die Aufenthaltsräume. Die liebevolle Einrichtung und die nette Stimme, die uns durch die Räume führte, machten unseren ersten Empfang in diesem Land zu einem zauberhaften Erlebnis. Ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Wir durften Wasser auffüllen, konnten alle Räume nutzen, es gab WLAN, Duschen, Toiletten. Alles aus Steinen und Holz. Überall waren Pflanzen und Tiere. Ein Paradies dieser Ort. Während wir Wasser auffüllten, lernten wir noch Alex kennen. Er hilft Hugo seit vier Jahren hier auf dem Hof. Er ist selbst ein Reisender und kam durch Zufall hier her. Ursprünglich kommt er aus Südafrika. Seine Eltern sind aus Australien und England. Was für eine verrückte Kombination aus Nationalitäten in einem Leben. Er hat uns einen Platz auf dem Hof empfohlen und wir erzählten noch einige Zeit mit ihm. Wir lagen noch kurz vor dem Bus in der Sonne und aßen Brot mit Hummus. Dann waren wir beide ganz schön platt. Wir rafften uns jedoch noch einmal auf, um einen kleinen Spaziergang zum Leuchtturm zu machen. Jeder Sonnenuntergang hier sieht anders aus und das war unser erster in Portugal. Die Sternen für dieses Land stehen wirklich gut. Das spüre ich direkt. Zurück zu Hause machten wir uns Wraps. Danach waren wir eigentlich bereit fürs Bett, aber ich musste mich noch um den Speicherplatz von meinem Handy kümmern. Leider ohne Erfolg. Dennis schläft. Und das werde ich jetzt auch tun. Gute Nacht.Read more

  • The magic is happening

    March 3, 2023 in Portugal ⋅ 🌙 7 °C

    Heute startete der Tag früher als sonst. Denn an diesem Ort zeigt sich die Sonne deutlich früher als an den Morgenden zuvor. Schon gestern hatten wir uns vorgenommen bei der Bäckerei hier im Dorf ein frisches Brot zu holen. Auf dem Weg zur Padaria schauten wir noch schnell nach, was „Dieses Brot bitte“ auf Portugiesisch heißt. Ein „Ola“ vorweg und dann sagte ich zu der netten Dame hinter der Theke: „Este pao, por favor“. Sie fragte mit großer Wahrscheinlichkeit „Welches genau?“. Nur leider konnten wir dann nicht mehr antworten. Mit vielen Handzeichen, Kopfschütteln und Nicken hat es am Ende sogar noch für ein Croissant und eine Pastel de Nata gereicht. Das kleine portugiesische Puddingteilchen habe ich 2018 schon lieben gelernt - nur leider kann ich es jetzt nicht mehr essen. Umso größer war meine Freude jedoch, dass Dennis sich auf seine erste Pastel de Nata vorbereitete. Zurück am Bus ließen wir uns dieses fluffige und eindeutig mit Liebe gebackene Brot schmecken. Kein Vergleich zu allen Broten, die wir vorher gegessen haben. Auch wenn auf dem Hof derzeit kaum Menschen zu Besuch sind, so ist das Treiben der Tiere hier ein wirklich schönes Schauspiel. Maisha kam uns erneut am Bus besuchen und wir unterbrachen unser gemütliches Frühstück und öffneten die Seitentür. Maisha ist keine gewöhnliche Hündin. Sie verhält sich mehr wie eine Katze. Sie entscheidet, wann ihr eine Interaktion mit Menschen genehm ist. Und diese Chance durften wir uns nicht entgehen lassen. Nach ein paar Streicheleinheiten setzten wir uns zurück an den Tisch, aßen auf und bereiteten uns den ersten Kaffee mit den neuen Kaffeebohnen aus Vigo zu. Wir wollten uns nach draußen auf den Hof setzen, als uns der Typ entgegen kam, der am Morgen schon mehrfach an unserem Bus vorbeilief. Er hatte einen Golf 4 mit einem deutschen Kennzeichen. Ich wollte unbedingt wissen, was ihn hier hergebracht hat und wer er ist. Deshalb kam er mir jetzt nicht mehr davon und ich sprach ihn direkt an. Wir verloren uns in einem sehr langen und interessante Gespräch. Der studierte Maschinenbauingenieur ist seit einigen Jahren als Selfmade-Gärtner tätig und kommt gerade von einer Öko-Farm in Südfrankreich, wo er mehrere Wochen geholfen hat. Seine Reiselust hat ihn dann weiter nach Spanien getrieben und durch etliche Zufälle ist er hier gelandet. Er wird noch ein bis 2 Monate unterwegs sind, ist 1,90m groß und schläft auf dem Fahrersitz seines VW Golfs. Was ein Typ. Den Kaffee schlürfte ich so nebenbei und stellte fest, dass er ganz gut schmeckt. Kein Vergleich zu den Bohnen meines Lieblingscafés, aber wir wollen ja offen für neue Dinge sein. Wir verabschiedete den Namenlosen in seine neuen Abenteuer und machten uns an unsere To do’s. Meine Aufgabe: Speicherplatz am Rechner und iPhone verwalten, BackUps machen und Datenmüll aufräumen. Dennis wechselte in der Zeit den Dieselfilter und entfusselte seine Jacken. Die Sonne schien mir ganz wunderbar ins Gesicht, während ich Stunden damit verbrachte auf Installationen zu warten, Daten auszuwählen und zu löschen und am Ende ergebnislos aus der ganzen Sache rauszugehen. Sehr deprimierend. Aber sei es drum. Dennis war nach seinen Erledigungen sehr zufrieden. Ich musste noch ein kleines Workout hinterher schieben, damit der Tag wenigstens nicht völlig bewegungslos zu Ende ging. Alex, einer der zwei Leiter der Alberne, begleitete uns quasi durch den gesamten Tag. Immer mal wieder führten wir schöne Gespräche mit ihm oder baten ihn um Hilfe. Als kleines Dankeschön entbehrten wir einen Johannisbeerschnaps von Dennis Mama. Den hatte er sich wirklich verdient. Bevor wir uns in unser kleines zu Hause verkrochen, um Abendbrot zu essen, lernte Dennis noch einen 84 jährigen Pilger kennen. Er war Deutscher und ist seit 5 Tagen auf dem Jakobsweg unterwegs. Es ist sein drittes Mal auf dem Camino. Am Tag läuft er ungefähr 16km sagte er. Da es bis nach Santiago de Compostela noch ungefähr 160km sind, wird er wohl in 10 Tagen dort ankommen. Dann werden wir an ihn denken. Ich habe ihn selbst nicht gesprochen, aber ich bin schwer beeindruckt. Unser Essen war heute mal wieder nicht ganz so spektakulär in der Zubereitung. Dafür geschmacklich eine Eins. Nach dem Essen habe ich mir noch die Haare geföhnt und wir haben alles für morgen geplant. Denn morgen gehts nach Porto, aber nicht mit dem Van. Sondern mit Fahrrad und Bus. Das wird sicher lustig. Aber jetzt muss ich den Platz hier räumen, denn hier ist jemand gegenüber von mir schon müde und muss sich in die Waagerechte begeben. Also ab ins Bett mit uns.Read more

  • Sattelt die Drahtesel

    March 4, 2023 in Portugal ⋅ ☁️ 10 °C

    Kurz vor 7 öffneten sich unsere Augen auf Schlag. Es war hell, wir waren wach. Der Tag konnte starten, denn wir hatten viel vor. Aufräumen, Sachen packen, Duschen, Frühstücken und los ging’s. Unser erstes Ziel war Viana do Castelo. Entlang der Hauptstraße radelten wir mit unseren Klapprädern 8 km geradeaus. Glücklicherweise ohne viel Steigung. Trotzdem kamen wir total verschwitzt am Busbahnhof an, weil wir uns doch deutlich zu warm angezogen hatten. Die Räder stellten wir vor einem Restaurant ab und machten uns erst einmal um ein paar Jacken leichter. Wie die typischen Touristen liefen wir suchend durch das Bahnhofsgebäude. Ganz getreu dem Motto: Wir schaffen alles alleine. Doch die Leute hier sind hilfsbereit. Ein Mitarbeiter sprach uns direkt an und verwies uns auf die Haltestelle 8. Dort fuhr der „rede expressos“ nach Porto. In 20 Minuten. Natürlich waren wir viel zu früh. Und die Ersten. Wir waren eindeutig die Deutschen. Wir sind beide lange nicht mehr mit einem Bus gefahren. Deshalb hatten wir uns schon richtig darauf gefreut. Die Busfahrt dauert nicht ganz 90 Minuten und verlief völlig entspannt. Der Bahnhof in Porto war riesig. Nachdem wir 3 mal fest davon überzeugt waren, den Weg in die Stadt selbst zu finden, haben wir uns doch vom Handy leiten lassen. Da essen gehen mit mir ja meist nicht ganz so einfach ist, habe ich mich gestern Abend schon nach ein paar coole Lokalen recherchiert. Ich lenkte uns vom Bahnhof also direkt zum KindKitchen. Wir liefen ungefähr eine halbe Stunde. Die Sonne hatte heute wirklich Kraft. Zwischendurch mussten wir anhalten und auch die letzte Jacke ablegen. Es war eindeutig T-Shirt Wetter. 17 Grad zeigte die Temperaturanzeige. Nach 3km standen wir mitten auf der Einkaufsstraße. Noch ein paar Meter geradeaus und dann links rein und schon standen wir in den steinernen Gemäuern dieses hippen Ladens. Wir bekamen den letzten Tisch und konnte uns sehr glücklich schätzen, denn nach uns kamen noch einige Besucher, die lange auf einen freien Platz warteten. Wir entschieden uns für zwei Super Bock (portugiesisches Bier), einen Burger und ein Francesinha. Francesinha ist ein portugiesisches Sandwich mit viel Fleisch, Käse, Toast und einer Bratensoße. Klingt nach einer absoluten Kalorienbombe. Aber in vegan mag es vielleicht gehen. Auch hier war die Freude wieder groß, da Dennis das erste Mal Francesinha aß. Wir teilten beide Gerichte und waren hellauf begeistert. Auch dem Fleischliebhaber hat es an nichts gefehlt. Und das soll schon was heißen. Zum süßen Abschluss gab es für jeden noch einen halben Cookie. Der war auch wirklich erwähnenswert. Nach dieser Stärkung kugelten wir uns aus dem Lokal in Richtung Wasser. Hier war unheimlich viel los. Eigentlich auch klar, denn es ist Samstag. Wir irrten ein wenig hin und her und hielten an ein, zwei Orten inne. Dann machten wir uns auf den Weg zum Hostel. Auf dem Weg dorthin rannten wir direkt in eine riesige Demonstration. Diese Lautstärke und die Masse an Menschen - ich dachte gleich an etwas Politisches. Auf den Plakaten stand irgendwas mit Professor. Im gut versteckten Hostel (s. Bild) berichtete der Rezeptionist uns, dass alle Lehrkräfte im Norden Portugals heute für bessere Konditionen demonstrierten. Warum nicht. Der Mindestlohn der Portugiesen liegt übrigens bei 4,40€/Stunde. Das hat zwar wenig mit den Lehrern zu tun, ist aber auf jeden Fall sehr wenig. Nach einer kurzen Verschnaufpause in der Unterkunft machten wir uns erneut auf den Weg zu unserer Reservierung in einer neapolitanischen Pizzeria. 19 Uhr machte der Laden auf, 19 Uhr war für uns reserviert. Es war eine Minute vor 7 und vor dem Laden hatte sich schon eine Schlange gebildet. Wir stellten uns mit an. Vor uns nur Deutsche. Wir sind schon ein komisches Volk. Wir verbrachten zwei schöne Stunden dort und hatten einen brillanten Kellner. Er brachte uns bei, dass Frauen „Obrigada“ sagen und Männer „Obrigado“. Wenn das Essen sehr lecker war, sagt man auf Portugiesisch „Estava bom“. Jedes Wort schrieb ich mit. Denn besser als von Einheimischen kann man wohl keine Sprache lernen. Ich mag die Portugiesen jetzt schon sehr. Wir zahlten für zwei Pizzen, ein großes Bier, ein Sangria, eine Flasche Wasser und einen Espresso schlappe 35€. Danach begaben wir uns noch auf eine kleine Abendrunde durch die Stadt und auf die berühmte Brücke. In einem am Abhang gelegenen Restaurant spielte eine Band. Die Musik schallte so ins Tal, dass sie auf der anderen Seite der Brücke überaus gut zu verstehen war. Alle Besucher sangen und schaukelten. Wir machten uns auf den Heimweg und liegen heute mal wieder in einem richtigen Bett. Aber ich muss sagen ich freue mich auch schon wieder auf unser kleines zu Hause.Read more

  • Wir kehren zu unseren Wurzeln zurück

    March 5, 2023 in Portugal ⋅ ☁️ 10 °C

    Aufgewacht. Um 8. Die Nacht im Hostel war hellhörig. Auf unserem Flur gab es nur ein weiteres Zimmer. Angehört hat es sich allerdings als wäre der Flur kilometerlang. Ich hüpfte zwischen der gemeinschaftlichen Küche, dem Bad und unserem Zimmer hin und her und machte mich langsam fertig. Wir checkten gegen 9 aus und liefen zu dem Frühstückslokal Noshi. Gemütlich eingerichtet, eine gute Auswahl an gesunden Speisen und Getränken und die vielen guten Bewertungen bereiteten mir etwas Sorge, dass wir dort keinen Platz mehr bekommen werden. Doch da hatte ich die Rechnung ohne die Portugiesen gemacht. Denn hier ticken die Uhren ja etwas anders. Aprospros Uhren. Im Norden Portugals haben wir es gerade eine Stunde früher als in Deutschland. Mir war diese Zeitverschiebung gar nicht bekannt. Und mitbekommen haben wir sie auch nicht. Rückblickend mussten wir nur schmunzeln. Denn vor einigen Tagen wunderten wir uns, dass die Steuerungsanzeige der Standheizung eine falsche Uhrzeit anzeigte. Ganz selbstverständlich stellten wir die Uhr auf die richtige Zeit. Ohne zu hinterfragen, warum das so sein könnte. Naja das Frühstück war in jedem Fall sehr lecker und wir verharrten ganz 2 Stunden dort. Dann schmiedeten wir unsere Pläne für die Rückfahrt, buchten Tickets und begaben uns auf den Weg zum Bahnhof. Es regnete. Nicht viel, aber es regnete. Dieses Wetter nahm ich gleich zum Anlass um auf der Hälfte der Strecke noch einmal bei einem veganen Bistro Halt zu machen. Hier sollte es vegane Pastel de Nata gaben. Wir bestellten uns einen White coffee (Kaffee mit Milch). Diese Bezeichnung war mir völlig neu. Dazu gab es ein veganes Puddingteilchen. Serviert mit einem kleinen Zimtstreuer erklärte mir die Kellnerin, dass das Gebäck typischerweise mit Zimt gegessen wird. Ich mag Zimt. Also probierte ich es sowohl mit als auch ohne. Es war sogar noch warm und wirklich sehr lecker. Ich würde behaupten dass es dem traditionellen Puddingteilchen in nichts nachsteht. Aus diesem Grund musste ich beim Bezahlen auch nochmal 3 Stück für unseren Rückweg mitnehmen. Diesen treten wir dieses Mal mit der Bahn an. Man muss ja beide Verkehrsmittel hier mal ausprobiert haben. Ich muss sagen mir gefällt das Zugfahren deutlich besser. Mehr Komfort für den gleichen Preis. Die Zugfahrt verging sehr schnell und wir kamen 14.30 Uhr in Viana do Castelo an. Hier warteten unsere Fahrräder schon ganz sehnsüchtig darauf die 8km zurück zur Albergue zu fahren. Eine gute halbe Stunde später fuhren wir in Carecco ein und es begann zu regnen. Was ein glücklicher Zufall. Wir verkrochen uns in den Bus und waren erstaunt, wie viele neue Camper in den letzten 24 Stunden auf dem Hof angekommen sind. Zwei deutsche Kennzeichen und ein weiteres aus England. Zur Ankunft bereiteten wir uns noch einen kleinen Snack zu, denn die Pastel de Nata hatten wir schon im Zug verspeist. Danach machte ich mich auf in den Aufenthaltsraum der Alberge, denn ich wollte meinen Rechner nun endlich einmal platt machen. Hier gab es Internet, Strom und unglaublich viele neue Menschen. Zuerst lernte ich eine Freundin von Hugo, dem Inhaber der Alberge, kennen. Auch sie hilft zeitweise bei der Betreuung des Hofs mit aus und zieht noch in diesem Jahr auf die Azoren, um sich als Wanderguide dort nieder zu lassen. Dann lernte ich zwei Pilger-Mädels kennen. Deutsche. Eine von ihnen hatte schreckliche Fußschmerzen und ich schenkte ihr meinen Hirschtalg. Ein Geheimtipp von Mama. Ausprobiert und abgesegnet von meinen Füßen im Jahre 2016 und 2017. Die beiden Mädels strahlten über beide Ohren und ich freute mich ihnen helfen zu können. Dann kam das deutsche Paar in die Küche, was einen Camper mit Faltdach auf dem Hof parkte. Ich wusste zwar nicht was sie kochten, aber es roch extrem lecker. Während die Beiden fleißig brutzelten, kam eine flippige Französin rein. Ich sprach kurz mit ihr. Sie war ebenfalls Pilgerin und schlief sonst immer in ihrem Zelt. Abgefahren. Kurz danach starrte ich wieder auf die zwei Bildschirme vor mir und beobachtete den Fortschritt. 2 Stunden Wartezeit lagen noch vor mir. Dann setzte sich ein Österreicher zu mir. Er stand ebenfalls mit seinem Ford Transit auf dem Hof. Er kam jedoch erst vor einer halben Stunde an. Also noch ein Auto hier auf dem Hof. Wow. Wir unterhielten uns über den Ausbau vom Van und welche Spots der Süden Portugals noch so zu bieten. Unterbrochen wurden wir dann von 4 weiteren deutschen Pilgern, die im Aufenthaltsraum ganz offen in die Runde fragten, wer mit zum nächst gelegenen Restaurant kommen möchte. Ich war raus. Aber die zwei Pilger-Mädels, die ich zuerst kennen lernte, wollten mit. Wir kamen alle etwas ins quatschen. Die vier neuen Pilger waren alle allein unterwegs und hatten sich nun für den Abend zusammen geschlossen. Das ist so schön. Ich freue mich endlich mit so vielen Pilgern in Kontakt zu kommen. Am liebsten würde ich sie alle ausfragen. Nach ihren Beweggründen, ihren täglichen Sorgen, den Kampf mit sich selbst und was sie so motiviert. Wir kamen gerade ein wenig ins Quatschen, als sich ein allgemeines Aufbrechen in der Stimmung bemerkbar machte. Verständlich. Der Magen knurrt nach 8 Stunden Wandern. Ich wünschte ihnen viel Spaß und einen schönen Abend. Vermutlich werde ich sie nicht mehr sehen. Als alle Pilger von dannen zogen, tischte das Paar neben mir auf. Ich bekam direkt Hunger und machte mich wieder auf den Weg in den Bus. Wir wollten heute Pasta mit schwarzem Knoblauch probieren. Tomaten, Zwiebeln, vegane Chorizo, Nudeln und der fermentierte Knoblauch in einer Pfanne. Ich würde mal sagen: war in Ordnung. Aber nochmal kaufen würde ich ihn nicht. Nun sitze ich wieder im Aufenthaltsraum. Dieses Mal allein. Mein Laptop ist leider immer noch nicht viel weiter als vor einer Stunde. Also werde ich mich jetzt wohl ins Bett begeben. Morgen ist ein neuer Tag. Mal sehen ob der ein Update mit sich bringt.Read more

  • Ein ganz normaler Tag

    March 6, 2023 in Portugal ⋅ ☁️ 12 °C

    Heute war ein ganz normaler Tag. Wir sind aufgestanden. Es hat geregnet. Wir holten ein Brot vom Bäcker aus dem Dorf. „Este pao por favor“. Dieses Mal wusste sie welches wir wollten. 82 Cent hat uns das weiche Weizenbrot mit knuspriger Kruste gekostet. Dazu gab es heute mal wieder unser heiß geliebtes Tofu-Rührei. Leider haben wir heute kein Bild vom Frühstück gemacht. Danach tranken wir noch einen Kaffee. Ich mit aufgeschäumter Milch. Diesen Luxus habe ich mir gegönnt und bin sehr glücklich darüber. Die Uhr schlug 10.30 Uhr und ich erhielt eine Nachricht vom hofeigenen Tätowierer. „Sorry, I‘m a bit late. See you soon“. Wir mussten uns also noch etwas gedulden. Gegen 11 saßen wir dann in dem kleinen Holzhäuschen auf dem Hof. Der Brasilianer tätowiert zeitweise sogar in München. Er ist sympathisch. Ein gutes Stündchen später und 110€ ärmer verließen wir die kleine Stube und liefen im strömendem Regen zum Auto. Auf dem Bild, wo ich auf dem Tattoo-Stuhl sitze, könnt ihr links übrigens Alex sehen. Er ist der Host, der seit 4 Jahren hier bei der Alberge dabei ist und ursprünglich aus Afrika kommt. Wir werden uns ab jetzt auf jeden Fall immer an ihn erinnern, denn dieser Ort bleibt nun ewig unter unserer Haut. Da das Wetter zu wünschen übrig lies, begaben wir uns für ein paar Stunden in den Aufenthaltsraum der Alberge. Ich verpasste meinem Laptop ein neues Update, wie erzählten mit zwei neuen Besuchern und führten ein Videotelefonat nach Bali. Danach waren wir beide hungrig und verwerteten die gestrigen Nudeln in einer scharfen Pfanne mit Möhren und Zwiebeln. Damit waren alle unsere Lebensmittel aufgebracht und wir mussten definitiv noch einkaufen gehen. Der nächste Einkaufsladen, ein Intermarché, lag 4 km weit entfernt. 17.30 Uhr marschierten wir los. Unser erster Supermarktbesuch in Portugal. Mit viel Gemüse und einigen Kleinigkeiten im Rucksack machten wir uns auf den Rückweg. Im Regen. Aber halb so wild. Die Bewegung hatten wir heute noch gebraucht. Zu Hause rein, Bett gemacht und noch ein paar Videos auf YouTube gucken. Ein ganz normaler Tag eben…Read more

  • Ein ganz normaler Tag Part 2

    March 7, 2023 in Portugal ⋅ ☁️ 14 °C

    Beim aufwachen war mir heute gleich klar: diesen Tag lasse ich es ruhig angehen, denn ich hatte Halsschmerzen. Nach Frühstück und Kaffee machte ich mich auf den Weg in den Aufenthaltsraum, um mir ein paar Remote-Jobangebote rauszusuchen. Eigentlich wollte ich auch schon Bewerbungen schreiben, aber dann setzten sich Bettina und Raphael an den Tisch und wir quatschten stundenlang. Ohne Pause. Die beiden haben Fotografie studiert und es war unheimlich schön über Gott und die Welt zu erzählen. In der Zeit hat Dennis den nahegelegenen Wald erkundet und 12 km bei dichtem Nebel abgerissen. Als er gegen 15 Uhr wieder kam, hatten wir beide Hunger und bereiteten ein Curry vor. Währenddessen kam Marco, der Surfer, der wieder vom Wasser zurück. Er stand schon ein paar Tage neben uns. Am Morgen hatte er schon kurz gefragt ob er am Abend mal einen Blick in unseren Bus werden dürfte. Da er seinen Fiat Ducato ebenfalls selbst ausgebaut hat, war er sehr interessiert. Das Essen war fertig. Ich stelle alles aus und hielt es warm. Denn seinen Ausbau wollten wir auch gern noch sehen. Danach haben wir ihn zu uns zum Essen eingeladen. Marco war unser erster Gast im Bus. Wir ließen uns das Blumenkohl-Kichererbsen-Curry schmecken und tranken noch zwei Super Bock. Wir erzählten fast 4 Stunden. Haben viel gelacht, uns über Reisetipps ausgetauscht und gespannt zugehört, wenn Marco von den Operationen berichtete, die er in der Unfallchirurgie schon durchgeführt hat. Es war ein wirklich schöner Abend. Allgemein war der Austausch mit allen heute sehr bereichernd für mich. Ein schöner letzter Abend auf diesem Hof. Heute kann ich einfach nur danke sagen.Read more

  • Es gibt keine schlechte Kleidung…

    March 8, 2023 in Portugal ⋅ 🌧 15 °C

    …nur schlechtes Wetter. Heute sind wir aus Carreço aufgebrochen. Ganze 5 Tage haben wir auf dem Hinterhof der Alberge verbracht. Mit einem kleinen Zwischenausflug nach Porto. Geweckt wurden wir heute von Blitz und Donner. Da die Unterkunft neben einem kleinen Berg gelegen war, klang das Gewitter unheimlich mächtig. Bei Regen und 180km/h Windgeschwindigkeit liefen wir zum Bäcker, um uns und unserem Nachbarn ein frisches Brot zu holen. Am Vorabend haben wir so davon geschwärmt, dass wir ihm eins versprochen hatten. Als wir wieder kamen, war er weg. An unserer Windschutzscheibe klebte ein kleiner gelber Zettel in Plastik eingetütet. Er richtete ganz liebe Worte an uns und hinterließ seinen Kontakt. Wir haben uns sehr gefreut und werden uns gleich morgen bei ihm melden. Nun zum üblichen Ablauf: Frühstück, Kaffee und dann wurde alles abfahrtbereit gemacht. Gegen 11.30 Uhr machten wir uns auf den Weg zur Rezeption, um das Geld abzugeben und einen Gästebuch-Eintrag zu hinterlassen. Außerdem hatten wir heute zwei Mitreisende. Bettina und Raphael, die beiden Fotografen, wollten ebenfalls zu unserem heutigen Ziel und reisten ansonsten mit Bus und Bahn. Das Wetter war bescheiden. Wir fuhren zwar in Richtung Süden, aber wettertechnisch änderte sich in den nächsten 100km rein gar nichts. Wir kamen quasi vom Regen in die Traufe. Wortwörtlich. Wir schmissen die Beiden an ihrem Hostel heraus, verabschiedeten uns ganz herzlich und gingen einkaufen. Dieses Mal zu Aldi. Der war uns zwar nicht unbekannt, aber gespannt waren wir trotzdem. Wir machten einen relativ großen Einkauf und die Auswahl der Produkte war überragend. Besser als Lidl in Spanien - ist mein Resümee. Mit dem Einkauf ging es schleimigst zum Parkplatz, denn ich hatte tierischen Hunger. Wir machten uns ein Sandwich mit dem Baguette von heute Morgen. Denn davon hatten wir ja jetzt eins mehr als ursprünglich geplant. Danach guckte Dennis Videos auf YouTube und ich schrieb ein paar Bewerbungen für Remote-Jobs. Nach dem stundenlangen auf den Bildschirm starren und im Auto sitzen, mussten wir noch einmal raus. Als es nicht regnete, haben wir eine kleine Runde durch die Stadt gedreht und gefühlt schon alles gesehen. Draußen war es angenehm. Wir hatten 15 Grad. Nur Wind und Regen machen auch in Portugal nicht wirklich Spaß. Aber wir wollen uns mal nicht beschweren. Im Auto ist es immer kuschelig. Heute haben wir auch mal wieder die Standheizung an. Aber nur für 1,5 Stunden. Den Rest der Nacht halten wir hoffentlich so durch.Read more

  • Müll und Wellen

    March 9, 2023 in Portugal ⋅ ⛅ 14 °C

    08.26 Uhr habe ich auf die Uhr geguckt. Wir hatten verschlafen. Ich sprang aus dem Bus und machte einen kleinen Spaziergang, um die Gegend zu erkunden. Ich sah Angler, große Wellen und eine Schnecke auf meinem Weg. Als ich zurück war, war Dennis bereit ins Wasser zu springen. Ich begleitete ihn und sammelte währenddessen den ersten Müll am Strand. Es war 10 Uhr als wir Frühstück aßen. Danach gab es einen Kaffee während wir ein paar organisatorische Dinge zu klären hatten. Gegen 13 Uhr brachen wir zum Strand auf um den restlichen Müll weg zu sammeln. Es war mühselig. So viele kleine Plastikdeckel. Aber nach fast einer Stunde sammeln, sah der Strand aus wie neu. Während des Sammelns ist mir ein guter Vergleich eingefallen: Müll sammeln am Strand ist wie Sport. Man hat erst keinen Bock, aber danach fühlt man sich immer besser. Und in beiden Fällen hat man etwas Gutes getan. Das erste Mal haben wir einen Ort wirklich proaktiv besser verlassen, als wir ihn vorgefunden haben. Ein schönes Gefühl. Danach schauten wir uns noch etwas die Umgebung an. Hoch zur kleinen Burg, an der Promenade entlang und rauf auf den weiten, fast endlosen Sandstrand. Zuerst auf Holzbohlen und dann noch einige Meter im Sand. Bis wir auf die ersten großen Wellen am heutigen Tag trafen. Wie das Wasser hier auf den Sand trifft, ist schwer zu beschreiben. Die Wellen sind meterhoch und brachen quasi vor uns zusammen. Der letzte Zipfel der Schaumkronen lief vor unseren Füßen aus. Weit und breit war niemand außer uns am Strand. Zurück am Bus machten wir uns abfahrbereit, denn wir entschieden spontan heute noch nach Nazaré zu fahren. Am Abend sollten die Wellen bis zu 4m hoch werden. Heute haben wir gelernt, dass sie bei guten Bedingungen, dann sogar bis zu 3 Mal so hoch sein können. Das dürfen wir uns nicht entgehen lassen. Ich wollte schon immer mal nach Nazaré. Eine Stunde Fahrt am Nachmittag war leicht zu meistern. Wir stellen das Auto nah am Leuchtturm ab, von wo aus man die Wellen so gut beobachten kann. Wir spazierten hinunter. Für einen so berühmten Spot war relativ wenig los. Wir schwirrten bestimmt eine Stunde an der Küste auf und ab und beobachten die Wellen aus verschiedenen Winkeln. Sie waren schon riesig, aber irgendwie habe ich sie mir noch größer vorgestellt. Die Sonne war untergegangen und wir machten uns auf den Weg zu einem neuen Supermarkt. Wir wollten Brot und Nüsse kaufen. 26€ ärmer verließen wir den Continental. Die Auswahl war Premium und in meinen Augen die bisher beste von allen Supermärkten in Spanien und Portugal. Ganz klare Empfehlung an dieser Stelle. Sogar meine geliebte Hafermilch von Oatly gab es hier. Zwei Packungen mussten mit, damit die Geschäftsleitung versteht, dass der Verkauf durch die Decke geht. Wieder zu Hause angekommen, gab es Brot mit allerlei Dingen drauf. Und danach hingen wir beide vor unseren Telefonen und haben uns noch einmal die Wellen angeschaut. Anscheinend waren sie doch beeindruckender als ich sie zuerst wahrgenommen hatte.Read more

  • Große Wellen oder große Enttäuschung?

    March 10, 2023 in Portugal

    06 Uhr klingelte der Wecker. Dennis war hellwach. Ich war überhaupt nicht bereit. 06.30 Uhr standen wir auf. Heute alles im Schnelldurchlauf, sodass wir 07.30 Uhr aufbrechen konnten. Bis 9 Uhr waren fast vier Meter hohe Wellen angesagt. Eine halbe Stunde liefen die Männchen nur nach oben*. Am bekannten Leuchtturm (portugiesisch: Faro) angekommen, frühstückten wir mit Blick auf die größten Wellen der Welt. Naja.. sagen wir die größten, die wir bisher gesehen haben. Die Bedingungen müssen natürlich stimmen, sodass eine Welle hier die besagten 30 Meter annimmt. Aber trotzdem war es beeindruckend und wunderschön mit anzusehen. Nach einer Stunde machten wir uns langsam wieder auf den Rückweg und spazierten die Klippen in Richtung Stadt entlang. Wir machten in einem kleinen Café Halt und ließen uns ein Stück Kuchen schmecken. So langsam ging es mit meinem Wohlbefinden bergab. Ich hatte Kopfschmerzen und war total schlapp. Ich bin mir nicht sicher, ob es an der Erkältung oder dem fehlenden Kaffee lag. Wir gingen hinunter zur Promenade. Nazare hat kleine hübsche Gassen, eine große Markthalle und viele Einheimische, die einander Grüßen. Ich konnte keinen Anblick genießen. Wir schleppten mich nach Hause. Nach einer halben Stunde und 3 großen Gläsern Wasser später, ging es mir schon deutlich besser. Wir hatten 12 Uhr und machten noch einmal einen kurzen Abstecher in den Supermarkt. Danach fuhren wir zu einem neuen Stellplatz am Strand von Nazare. Gestern übernachteten wir auf einem Lidl-Parkplatz. Klingt erstmal komisch, war aber total in Ordnung. Auf dem Parkplatz angekommen, stellten wir schnell fest, dass wir uns jetzt in etwas touristischeren Gefilden bewegen. 5 Camper standen schon dort. Weitere 4 kamen noch an. Unter ihnen waren sogar zwei Rostocker. Unterhalten haben wir uns allerdings nur mit den Niederländern. Die reisen seit Oktober. Die Sonne kam raus. Wir setzten uns mit offener Tür in den Bus, da der Wind es noch etwas ungemütlich draußen machte. Nach der kleinen Pause spielten wir mal wieder Kniffel. Zwei Runden. Die Erste gewann Dennis, die Zweite ich. Mit 320 Punkten wohl bemerkt. Meine neue Strategie: die höchst mögliche Gesamtpunktzahl erspielen. 16 Uhr.. dieser Tag wollte einfach kein Ende nehmen. Zum Abendbrot vorbereiten, geschweige denn essen, war es zu früh. Aber der Tag hatte noch sehr viele Stunden. Wir trieben die Zeit so vor uns hin bis wir 17.30 Uhr alles für unser Abendbrot bereit gestellt hatten: Sommerrollen mit Erdnussdip. Ich liebe diese Speise. Dennis war sichtlich irritiert, als er das rohe Gemüse auf einem Haufen dort liegen sah. Zum Glück hatte er sich noch Hähnchen einpackt, sonst wäre das Abendbrot ein totaler Reinfall geworden. Der selbstgemachte Dip hat auch überzeugt, aber die glitschigen Reispapiere nicht. Nach dem Abendbrot ist vor dem Abwasch. Im Bus jedenfalls. Hier kann man nichts stehen lassen oder in den Geschirrspüler räumen. Auch eine Sache an die wir uns ganz schnell gewöhnt haben. Danach haben wir uns beide noch etwas gedehnt, am Handy gespielt und jetzt liegen wir endlich im Bett. Der Tag hatte mir heute eindeutig zu viele Stunden.

    * Im Pilgerführer werden für jede Etappe die Steigungen und Gefälle mit angezeigt. Geht es viel bergauf, dann sieht man auf dem Streckenverlauf kleine Strichmännchen auf einem steilen Anstieg. Liebe Grüße an Tante Mone.
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  • Ganz klein in der großen Welt

    March 11, 2023 in Portugal

    Das war eine sehr traumreiche aber auch sehr erholsame Nacht. Wir standen heute etwas später auf und aßen Frühstück. Die Recherche nach der weiteren Route verzögerte sich erst einmal nach hinten, da an dem Stellplatz nicht ausreichend Empfang war. Also erstmal in den Wald. Es war ein Pinienwald, der direkt vor unserer Haustür begann. Nach ein paar hundert Metern stellten wir fest, dass von wirklich jedem Baum im Wald Harz „gezapft“ wurde. Die Behälter dafür blieben einfach liegen. Ein seltsames Bild. Wir hörten die Wellen rauschen. In den Bäumen zwitscherten die Vögel. Was für ein idyllischer Morgen. Ein schmaler, dicht bewachsener Weg führte uns zum Praia de Norte von Nazare. Unendliche Sandstrände treffen auf tobende Wellen. Und wir kleinen Menschen mittendrin. Der Himmel war bedeckt und zwischen ihm und dem Sand war es ganz diesig. Alle Ebenen verschwammen zu einer grauen Wand. Man konnte nicht weit sehen, aber umso verlorener kam man sich vor. Auf dem Rückweg ging es im Sand bergauf. Als wir am Auto ankamen, ist die Außentemperatur gefühlt um 10 Grad gestiegen. Jacken aus und Abfahrt. Wir hielten auf einem Parkplatz in Nazare und schmiedeten Pläne. Es gab zwei Optionen: 1. ins Inland fahren oder 2. weiter entlang der Küste. Wir entschieden uns für das Wasser. Wir machten noch einen Zwischenstopp an der größten Sanddüne Portugals. Sie war 50 Meter hoch und 500 Meter breit. Wir machten eine kleine Wanderung über die Düne und den angrenzenden kleinen Berg. Ein hübsches Fleckchen Erde mit schönen Wegen. Als nächstes peilten wir unseren Stellplatz an der Lagune an. Eine halbe Stunde Fahrt und schon kamen wir an einem atemberaubenden Parkplatz an. Links das Meer und rechts die Lagune. Wunderschön. Die Uhr schlug 5 und ich hatte Abendbrot-Hunger. Heute gab es noch einmal Sommerrollen mit Erdnusssauce. Dennis lief schon zum Strand vor, während ich telefonierte. Als ich nachkam, konnte ich meinen Augen kaum trauen. Diese riesigen fast senkrecht angeschnittenen Felswände. Vor ihnen breiteten sich unendlich lange Sandstrände aus, die im Sekundentakt von Wellen überrollt wurden. Was für ein Bild. Jetzt fühlte ich mich wirklich klein. Noch kleiner als heute Morgen. Als wir etwas zurück spazierten in Richtung Zivilisation standen zwei Angler am Strand und schmissen ihre Angeln in das wilde Wasser. Was für Fische fängt man dort? Einige Minuten später schrie einer von ihnen auf und freute sich. Er rief den anderen zu sich und wackelte mit seiner Taschenlampe. Er war bestimmt erfolgreich. Womit auch immer. Wir kamen zum Bus zurück und machten es uns gemütlich. Ich bin irgendwie schon ganz schön müde. Ich freue mich aber auch auf morgen früh, wenn ich diesen schönen Anblick bei Tageslicht sehen darf.Read more