Climbing Mount Fuji (3776 m)
August 25, 2023 in Japan ⋅ ⛅ 19 °C
Geschrieben von Maike
1) Aufstieg zur Hütte der 8. Station (3300m)
Es ist 19.20 Uhr und ich liege gerade in einem Bett mit der besten Aussicht, die ich jemals hatte. Der Grund dafür: Ich befinde mich auf 3300 Metern Höhe in einer Berghütte auf der 8. Station des Mt. Fuji und hatte das Glück, eines der vier besten Betten mit Aussicht aus dem Fenster (von insgesamt 80 Betten ohne Fenster) zu bekommen - es war wirklich reiner Zufall! Ich nehme an einer geführten Wanderung auf den Gipfel des Mt. Fuji teil. Heute morgen wurde unsere Wandergruppe um 7.30 Uhr in Tokyo abgeholt. Danach sind wir mit dem Bus zur 5. Station (2305 m) gefahren, wo unsere Wanderung startete. Vorher hatten wir natürlich noch die Gelegenheit, Wanderausrüstung wie z.B. Wanderstöcke auszuleihen und in Flaschen abgefülltes Sauerstoff zu kaufen, falls wir mit der sauerstoffarmen Luft nicht klarkommen. Wir haben etwa fünf Stunden gebraucht, um unsere Hütte auf der 8. Station zu erreichen. Um 18.00 Uhr gab es Abendessen und da wir um 3.15 Uhr nachts aufstehen werden, um bei Sonnenaufgang am Gipfel zu sein, liege ich schon jetzt in meinem Bett, um genügend Schlaf zu bekommen. Die Aussicht von der Terrasse der Hütte ist unglaublich, genau wie die von meinem Bett aus! Dann gute Nacht erstmal, ich glaube ich werde den Schlaf brauchen!
2) Aufstieg zum Gipfel um 4.00 Uhr morgens (3776m)
Ich habe wegen des geringen Sauerstoffanteils, wie die meisten anderen aus unserer Wandergruppe auch, sehr unruhig geschlafen. Andererseits wollte ich auch nicht wirklich die Augen schließen, da ich so fasziniert vom Sternenhimmel und der Aussicht von Mt Fuji bei Nacht war. Ich hatte selten wie in dieser Nacht ein so intensives und lang anhaltendes Gefühl der Dankbarkeit und Freiheit. Um 3.15 Uhr wurden wir geweckt, sodass der Aufstieg zum Gipfel um 4.00 Uhr beginnen konnte. Mit Taschenlampe, Helm, Handschuhen, Mütze und Rucksack ausgestattet ging es los im Dunkeln. Von überall sah man kleine Lichter zum Gipfel strömen, da sich viele Wanderer mit ihren Taschenlampen auf den Weg machten. Da die Sonne schon um 5.09 Uhr hinter dem Horizont erschien, machten wir kurz vor Erreichen des Gipfels eine Pause, um den magischen Moment des Sonnenaufgangs zu genießen. Das Wolkenspiel, der rot gefärbte Himmel und die weite Sicht machten es zu einem einmaligen Erlebnis. Am Gipfel konnten wir uns den Krater und Tempel anschauen, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten. Der deutlich anstrengendere Abstieg beanspruchte die Knie sehr, daher war ich besonders dankbar, im Vorhinein Wanderstöcke ausgeliehen zu haben. Das war besonders wegen des vielen Schutts nötig, da man auf diesem besonders schnell ausrutschte. Da sich unsere Gruppe beim Abstieg in unterschiedliche Schnelligkeitsstufen aufteilte, kamen wir alle nacheinander über 1.5 Stunden hinweg ins Ziel, der Station 5, eingetrudelt. Insgesamt bin ich sehr gefesselt von diesem Erlebnis, und würde den Mt Fuji gern nochmal ungeführt besteigen - das ist ohne Übernachtung auch sehr einfach möglich, solange man die Wanderung früh am Tag auf Station 5 beginnt. Eine Übernachtung am Mt Fuji privat zu buchen ist schwierig, da sie meist von den Reiseorganisationen viele Monate im Voraus gebucht werden... 😅
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English version
1) Ascent to the hut at 8th station (3300m)
It's 7:20 pm and I'm just lying in bed with the best view I've ever had. The reason for that: I am in a mountain hut on the 8th station of Mt. Fuji (3300m) and was lucky enough to get one of the four best beds with a view out of the window (out of a total of 80 beds without windows) - it was pure luck! I am participating in a guided hike to the top of Mt. Fuji. This morning, our hiking group was picked up in Tokyo at 7:30am. We then took a bus to the 5th station (2305 m) where our hike started. Before that, we had the opportunity to rent hiking equipment such as hiking poles, and to buy bottled oxygen in case we couldn't handle the low-oxygen air. It took us about five hours to reach our hut on the 8th station. At 18:00 we had dinner and since we will get up at 3:15 in the morning to be at the summit at sunrise, I am already lying in my bed to get enough sleep. The view from the terrace of the hut is incredible, just like the one from my bed! Good night for now, I think I will need the sleep!
2) Ascent to the summit at 4.00 am (3776m).
I slept very restlessly because of the low oxygen levels, as did most of the others in our hiking group. On the other hand, I didn't really want to close my eyes either because I was so fascinated by the sky full of stars and the view of Mt Fuji at night. I rarely had such an intense and long-lasting feeling of gratitude and freedom as I did that night. We were awakened at 3:15 am so that the climb to the summit could begin at 4:00 am. Equipped with flashlights, helmet, gloves, hat and backpack we started to hike upwards in the dark. From everywhere you could see small lights leading to the summit because many hikers wanted to reach the top before sunrise. Since the sun already appeared behind the horizon at 5:09 am, we paused just before reaching the summit to enjoy the magical moment of sunrise. The play of clouds, the red colored sky and the wide view made it a unique experience. At the summit, we looked at the crater and temple before heading back. The much more exhausting descent put a lot of pressure on the knees so I was grateful to have borrowed hiking poles in advance. This was especially necessary because of all the debris that easily let you slip downwards. Since our group split into different speed levels on the descent we all arrived at the finish line, Station 5, one after the other over the course of 1.5 hours. Overall, I'm very glad to have experienced this mountain hike, and would love to climb Mt Fuji again unguided - it's easily done without an overnight stay, as long as you start the hike early in the day at Station 5. Booking an overnight stay at Mt Fuji privately is difficult as they are usually booked by the travel organizations many months in advance... 😅Read more
Ryokan
August 25, 2023 in Japan ⋅ ☀️ 30 °C
Geschrieben von Isabelle
Ryokan sind traditionelle japanische Gasthäuser, deren Geschichte bis ins 8. Jahrhundert nach Christus zurück geht. Typischerweise enthalten sie traditionelle Einrichtung. Am Eingang zieht man die Schuhe aus und setzt seinen Weg barfuß oder mit bereitgestellten Hausschuhen fort. An die große Eingangshalle schließen sich traditionell Gemeinschaftsräume, in dem man isst und sich unterhält. Die Türen in einem Ryokan sind typischerweise Schiebetüren, die mit Washi bespannt sind oder wie bei uns im Haus teilweise mit Glas verkleidet sind. Oft gibt es keine privaten Bäder sondern stattdessen Onsen mit Duschen. Bei uns gibt es aber auch private Onsen, in den man sich reinigen und sich entspannen kann. In den Zimmern gibt es Futons (faltbare Matratzen), die je nach Anzahl der Gäste angepasst werden können sowie einen niedrigen Tisch auf dem man vom Boden aus essen kann. Alle Zimmer sind mit Tatamimatten ausgelegt. Tatamimatten sollten auch noch einen eigenen Blogeintrag bekommen, ihre Geschichte und die damit verbundene Etikette sind faszinierend.
An die Zimmer schließen sich oft Balkons an, bei uns eigentlich im ganzen Haus. Überhaupt ist das gesamte Haus von Licht durchflutet, obwohl neben dem weißen Washi, Holzfarben die Stimmung vorgeben. Insgesamt ruft diese japanische Architektur ein Gefühl von Ruhe und Ankommen hervor. Ich habe mich hier sofort wohl gefühlt. Sehr minimalistisch, schlicht, und sehr sauber (!) gleichzeitig aber nichtmal ansatzweise steril. Eins meiner Lieblingsfeatures sind die verschiedenen Böden im Haus, die man im Alltag mit nackten Füßen schnell erkundet. Es gibt traditionellen alten Holzboden, modernes Laminat, Fließen, Granitplatten, Bambusrohre, in Zement eingelassene Kieselsteine, Holzzweige, Tatamimatten und verschiedene Läufer vor den Onsen, die die Erfahrung abrunden. Fast wie ein Naturpfad für zu Hause. Ich fühle mich hier sehr geerdet.
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English version
Written by Isabelle
Ryokan are traditional Japanese inns whose history dates back to the 8th century AD. Typically, they contain traditional furnishings. At the entrance, you take off your shoes and continue your walk barefoot or with slippers that are provided by the inn. The large entrance hall is traditionally followed by common rooms where people eat and socialize. The doors in a ryokan are typically sliding doors covered with washi or, as in our house, partially covered with glass. Often there are no private baths but instead onsen with showers. However, we also have private onsen where you can cleanse yourself and relax. In the rooms there are futons (foldable mattresses) that can be adjusted depending on the number of guests, as well as a low table on which you can eat from the floor. The rooms floor is made out of tatami mats which should deserve their own blog entry at some point. Their history and associated etiquette is fascinating.
The rooms are often adjoined by balconies, in our case actually in the whole house. In general, the entire house is flooded with light, although in addition to the white washi, wood colors set the mood. Overall, this Japanese architecture evokes a sense of calm and arrival. I immediately felt at home here. Very minimalist, simple, and very clean (!) at the same time not even close to sterile. One of my favorite features are the different floors in the house, which are quickly explored in everyday life with bare feet. There are traditional old wooden floors, modern laminate, tiles, granite slabs, bamboo canes, pebbles set in cement, wooden branches, tatami mats, and various bath mats in front of the onsen to round out the experience. Almost like a nature trail for home. I feel very grounded here.Read more
I. 3-Day-Hike in the Japanese Alps
August 28, 2023 in Japan ⋅ ☁️ 17 °C
Geschrieben von Maike
Wandertag 1: Von Kamikochi zu Mt. Chogatake (2677 m)
Obwohl ich eigentlich vorhatte, nur einen Tag in den Japanischen Alpen wandern zu gehen, habe ich mich gestern im Bus von Tokyo nach Matsumoto spontan dazu entschieden, den einzigartigen 3-tägigen Ginza-Trail durch den Chubusangaku Nationalpark zu laufen. Es war eine schwierige Entscheidung, da mir eine so anspruchsvolle Wanderung allein etwas riskant schien... aber dann wollte ich mir diese einmalige Gelegenheit nicht entgehen lassen und habe die zwei kostspieligen Übernachtungen in den Berghütten noch buchen können. Nun sitze ich auf dem Mt. Chogatake und genieße eine unbeschreibliche und wunderschöne Aussicht. Ich bin sehr erschöpft, da ich heute schon um 4.30 Uhr aufstehen musste, um den ersten Bus von meinem Hostel in Matsumoto nach Kamikochi zu bekommen. Um 7.30 Uhr in Kamikochi angekommen startete mein steiler Aufstieg zur Chogatake Mountain Hut. Da mein Rucksack wegen des mitgebrachten Essens und Wassers sehr schwer war und ich leider etwas Knieprobleme habe, musste ich sehr langsam bergauf wandern. Die 13 km umfassten 1200 Höhenmeter, sodass ich mit Pausen etwa 6 Stunden unterwegs war. Ein Glück konnte eine Person des Hüttenpersonals etwas Englisch, sodass ich mich anmelden konnte - ich habe mich sehr gefreut, hier oben ausschließlich Japaner*innen zu sehen. Allerdings kann ich mich mit ihnen kaum verständigen, da mein Japanisch etwa 5 Worte umfasst, deren Englisch sehr schlecht ist, und ich auch keinen Empfang für Übersetzungen habe... Die Hütte finde ich sehr gemütlich, da alles mit Holz verkleidet ist und die meisten Räume mit Tatami-Matten belegt sind. Die Aussicht von meinem Bett aus ist mal wieder einzigartig 🥰
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English version
Hiking day 1: From Kamikochi to Mt. Chogatake (2677 m)
Although I was actually planning to go hiking in the Japanese Alps for only one day, I spontaneously decided to hike the popular 3-day Ginza Trail through Chubusangaku National Park. It was a difficult decision as doing such a challenging hike alone seemed a bit risky to me.... but then I didn't want to miss this unique opportunity. I booked the two expensive nights in the mountain huts in advance and was lucky that they still had beds left one day before arriving. Now I am sitting on Mt. Chogatake and enjoying an incredibly awesome view. I am very exhausted because I had to get up at 4:30 am this morning to catch the first bus from my hostel in Matsumoto to Kamikochi. Arriving in Kamikochi at 7:30 am, I started the steep hike up to Chogatake Mountain Hut. Since my backpack was very heavy because of the food and water I brought with me, and I unfortunately still have knee problems, I had to hike very slowly up the mountain. The 13 km included 1200 hight meters so that it took me around 6 hours all in all with breaks. Fortunately one person of the hut staff talked some English so that I could check-in - I was very happy to see only Japanese people up here. It seems that I am the only foreigner. However, I can hardly communicate with them as my Japanese includes 5 words, their English is very poor, and I also have no reception for translations... The hut is very cozy because everything is covered with wood and tatami mats on the floor. The view from my bed is once again amazing 🥰Read more
Food Paradise in Osaka
August 28, 2023 in Japan ⋅ ⛅ 35 °C
Geschrieben von Isabelle
Aktuell befinde ich mich für ein paar Tage in Osaka, das etwa 450 km westlich von Ito liegt, wo ich derzeit arbeite und lebe. Osaka ist bequem in nur 2,5 Stunden mit dem Hochgeschwindigkeitszug erreichbar und besticht mit vielen faszinierenden Vierteln, von denen etliche exzellentes Essen und zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten bieten. Obwohl Shopping nicht unbedingt meins ist, habe ich einige der köstlichen Speisen ausprobiert, die Osaka zu bieten hat.
Zuerst stand Takoyaki auf dem Plan, eine Spezialität aus Osaka, die traditionell aus gegrillten Oktopus 🐙 Bällchen besteht. Da ich selbst auf Reisen so oft wie möglich versuche vegetarisch oder vegan zu essen, habe ich die besten veganen Takoyaki ausfindig gemacht, die Osaka zu bieten hat. Das Ergebnis war beeindruckend: angenehm warm, hervorragender Geschmack und tolle Textur. Ein absolutes Comfort Food. Leider habe ich nicht das genaue Rezept parat, aber im aktualisierten Beitrag über Essen werde ich eines hinzufügen, das ich online gefunden habe. Falls ihr mal in Osaka seid, lohnt ein Besuch bei Okotako.
Die nächste Spezialität, die ich in Osaka probieren konnte, ist der japanische Käsekuchen. Er unterscheidet sich sehr von den deutschen und US-amerikanischen Varianten. Er ist weniger süß als beide, weniger cremig und weniger dicht. Stattdessen ist er unglaublich luftig. Der Geschmack erinnert nicht wirklich an Frischkäse oder Quark (wie es im deutschen Käsekuchen der Fall ist). Der Käsekuchen, den ich probiert habe, war in Osaka sehr beliebt. So beliebt, dass man sich anstellen musste, um einen zu ergattern. Das Käsekuchen-Geschäft hatte sogar einen eigenen Sicherheitsdienst! Dort wird nur eine Größe des Käsekuchens verkauft, nämlich als ganzer Kuchen. Einzelne Stücke gibt es hier nicht (Rikuro’s Namba).
Last but not least wurde in Osaka in der Mitte des letzten Jahrhunderts ein globales Phänomen geboren: Instant-Ramen. Man kann das Cup-Nudel-Museum in Osaka besuchen (das jedoch etwas enttäuschend war – nur ein Raum und nicht gerade zugänglich für Menschen, die kein Japanisch sprechen). Dennoch kann man dort sein eigenes Instant-Ramen zusammenstellen lassen, was ziemlich cool ist. Ich entschied mich für japanisches Curry als Suppengeschmack und Ei, Käse, Frühlingszwiebeln und grüne Bohnen als Belag (die einzigen vegetarischen Optionen…). Es war eine unterhaltsame Erfahrung, den Herstellungsprozess zu beobachten, wie ihr auf den an diesen Beitrag angehängten Fotos sehen könnt.
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English version
Written by Isabelle
I am currently on Osaka for a couple days which is located about 450 km West of Ito where I currently work and live. It can be comfortably reached by high-speed train in as little as 2,5h. Osaka has many many interesting neighborhoods, many of them have excellent food and many opportunities to go shopping. While shopping is not my vibe, I did try some of the delicious food that Osaka has to offer.
First I tried Takoyaki, an Osaka specialty, traditionally consisting of grilled octopus 🐙 balls. However, since even while traveling I try to eat vegetarian or vegan as often as I can, I found the best vegan takoyaki Osaka has to offer. It was amazing. Super warm, excellent taste and texture. A total comfort food. Sadly I don’t have the exact recipe, but I will add one that I found online in the updated post on food. If you’re ever in Osaka visit Okotako.
The next Osaka specialty I tried is Japanese cheesecake. It’s very different from both German and US-American cheesecake. It’s less sweet than both, less creamy and less dense. Instead it’s super fluffy. It doesn’t have taste much like cream cheese or quark (as used in German cheesecake) at all. The one that I got was very famous for Osaka, so famous in fact that you had to queue to get it and the cheesecake shop had its own security guard! They also only sell one size of cheesecake which is the whole thing. You can’t get just a slice at this shop (Rikuro’s Namba).
Last but not least a global phenomenon was born in Osaka in the middle of the last century: instant ramen. You can visit the cup noodle museum if Osaka (which admiringly was a bit disappointing, only one room and not very accessible for non-Japanese speakers). However, you can make your own instant ramen which is kind of cool. I chose Japanese curry as my soup flavor and egg, cheese, spring onion and green beans as my toppings (the only vegetarian options…). It was a fun experience to see how it’s made as you can see on the photos attached to this post.Read more
II. 3-Day-Hike in the Japanese Alps
August 29, 2023 in Japan ⋅ ⛅ 18 °C
Geschrieben von Maike
Wandertag 2: Von Mt. Chogatake zu Mt. Daitenso (2922 m)
Ab um 4.30 Uhr morgens war heute in der Hütte Unruhe, da alle den Sonnenaufgang um 5.15 Uhr erleben wollten. Es war ein wirklich beeindruckender Morgen! Um 7.00 Uhr habe ich meine Wanderung über den Mt. Jonen zu Mt. Daitensu gestartet. Kurz bevor ich an der Hütte angekommen bin, habe ich sogar Affen gesehen - mitten in der Bergen. Insgesamt habe ich heute 12 km (1100 Höhenmeter nach oben, 900 Höhenmeter nach unten) gewandert, sodass ich am Ende dieses Tages sehr erschöpft bin. Das Abendessen hier auf der Hütte ist traditionelles, japanisches Essen, was ausgezeichnet schmeckt: Auf einem kleinen Teller-Tablett sind frisches Weißkraut, eingelegtes Gemüse und andere, für mich nicht definierbare Beilagen mit Fisch oder Fleisch angeordnet. Dazu gibt es kleine Schüsselchen mit Reis, Misosuppe, Tee, Tofu und Algensalat. Reis und Misosuppe kann man sich unbegrenzt nachholen und gehört fast zu jedem typisch japanischen Essen dazu.
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English version
Hiking day 2: From Mt. Chogatake to Mt. Daitenso (2922 m)
People were starting to get up in the hut this morning at 4:30 am to prepare seeing the sunrise at 5:15 am. It was a really impressive morning! At 7:00 am I started my hike over Mt. Jonen to Mt. Daitensu. Just before I arrived at the hut I saw monkeys - in the middle of the mountains! All in all, I hiked 12 km today (1100 vertical meters up, 900 vertical meters down), so that I am very exhausted now. In the hut I have traditional Japanese dinner which tastes very delicious: on a small tray, you can find arranged fresh white cabbage, pickled vegetables and other, for me indefinable side dishes with fish or meat. In addition, there are small bowls with rice, miso soup, tea, tofu and seaweed salad. Rice and miso soup can be caught up and are part of almost every typical Japanese meal.Read more
The best kept secret of Japan
August 29, 2023 in Japan ⋅ ☀️ 32 °C
Geschrieben von Isabelle
Jeder kennt das Sprichwort “Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht.”. In Sakai, einer Stadt in der Präfektur Osaka, ist diese Aussage wahrer als irgendwo anders. Wie ihr auf dem Bild sehen könnt, sieht man außer Bäumen und dem Anfang eines Hügels nicht viel. Nun stellen wir uns vor, wir könnten fliegen. Dann würden wir ein aufgeschüttetes Schlüsselloch sehen. Ein sehr sehr großes Schlüsselloch (800x600 Meter). Unter diesem Schlüsselloch befindet sich ein Grab, vermutlich das des 26. Herrschers von Japan. Es entstand vermutlich um 600 nach Christus. Die Hügelgräber gab es in Japan schon lange vorher, im Osten rund und im Westen eckig. Daher die bezeichnende Schlüssellochform: eine Kombination aus einem Kreis und einem Trapez. Das Grab wurde meinem Guide zufolge noch nie geöffnet und darf bis heute nicht von Archäologen untersucht werden. Der Grund dafür ist der gottähnliche Status des begrabenen Herrschers. Gottes Grab darf nicht geöffnet werden. Einzig im 19. Jahrhundert führte ein Typhoon dazu, dass Teile des Hügels weggespült wurden und eine Grabkammer im eckigen Teil des Schlüssellochs zum Vorschein brachten. Man kennt den ungefähren Aufbau des Grabs durch Untersuchungen an ähnlichen, nicht-heiligen Gräbern. Dort wurden wichtige Personen oft mit vielen wertvollen Gegenständen begraben, die sie im Leben nach dem Tod begleiten sollen. Das Grab, was ich besucht habe, bleibt jedoch ein Mysterium und ist zusammen mit den ca. 50 weiteren Gräbern der Mozu-Region Weltkulturerbe. Ich fand es sehr überraschend, wie wenig Informationen über die Mozu-Gräber es online gibt, aber durch die Erklärungen meines hervorragenden Guides kann ich die Gründe jetzt nachvollziehen. Mein Guide war ein ehrenamtlicher Mitarbeiter, der in der Region aufgewachsen und seinen Ruhestand nutzen möchte, um selbst seine Heimat noch besser kennenzulernen und sein Wissen mit anderen zu teilen. Er hat mir geholfen den Wald vor lauter Bäumen trotzdem zu sehen.
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English version
Written by Isabelle
Everyone knows the saying "You can't see the forest for the trees.". In Sakai, a city in Osaka Prefecture, this statement is truer than anywhere else. As you can see from the picture, you can't see much except trees and the beginning of a hill. Now let's imagine that we could fly. Then we would see a keyhole shaped mould. A very very large keyhole (800x600 meters). Under this keyhole is a tomb, probably that of the 26th ruler of Japan. It was probably created around 600 AD. These type of tombs existed in Japan long before that, round in the east and square in the west. Hence the telling keyhole shape: a combination of a circle and a trapezoid. The tomb has never been opened, according to my guide, and to this day archaeologists are not allowed to examine it. The reason is the god-like status of the buried ruler. God's tomb is not allowed to be opened. Only in the 19th century a typhoon caused parts of the mound to be washed away, revealing a burial chamber in the angular part of the keyhole. The approximate structure of the tomb is known from investigations of similar non-sacred tombs. There, important people were often buried with many valuable items to accompany them in the afterlife. However, the tomb I visited remains a mystery and is a World Heritage Site along with the 50 or so other tombs in the Mozu region. I found it very surprising how little information there is online about the Mozu tombs, but through the explanations of my excellent guide, I can now understand the reasons. My guide was a volunteer who grew up in the area and wants to use his retirement to get to know his hometown even better himself and share his knowledge with others. He helped me to see the forest for the trees anyway.Read more
III. 3-Day-Hike in the Japanese Alps
August 30, 2023 in Japan ⋅ ☁️ 10 °C
Geschrieben von Maike
Wandertag 3: Von Mt. Daitenso zu Mt. Tsubakuro & Nakabusa Onsen
Heute morgen wurde in der Hütte sogar schon um 4.15 Uhr das Licht angemacht, da es üblicherweise schon vor dem Sonnenaufgang Frühstück gibt. Daher bin ich nach dem Sonnenaufgang um 5.30 Uhr schon losgewandert. Danach bin ich eine Weile auf dem Grat entlanggewandert und konnte nochmals die wunderschönen Aussichten genießen, bevor ich den Mt. Tsubakuro bestiegen habe. Anschließend ging es auf zum Abstieg, sodass ich heute etwa 11 km mit 1800 Höhenmetern abwärts gewandert bin. Da ich so früh losgewandert bin, hatte ich genügend Zeit, um mit Bus und Zug wieder zurück nach Matsumoto zu fahren, mich dort im Hostel zu duschen und meine Sachen zu packen, um anschließend zu meinem nächsten Ziel, Kanazawa, aufzubrechen. Daher werde ich heute auch zum ersten Mal mit dem Shinkansen fahren. Ein sehr straffes Tagesprogramm!
Wenn ich ehrlich bin, war diese 3-tägige Wanderung auf dem Ginza-Trail neben dem Tauchen in Thailand mein bisheriges Highlight der Asienreise. Also falls ihr mal nach Japan kommen solltet, dann kann ich diese Wanderung sehr wärmstens empfehlen - sonst verpasst ihr was! :)
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English version
Hiking Day 3: From Mt. Daitenso to Mt. Tsubakuro & Nakabusa Onsen
This morning, the light in our hut was turned on already at 4:15 am because breakfast is usually before sunrise. Therefore, I already started hiking after the sunrise at 5:30 am. I hiked along the ridge for a while and could enjoy the beautiful views again before I climbed Mt. Tsubakuro. Afterwards, I started the descent so that I hiked about 11 km with 1800 vertical meters downhill today. Since I started hiking so early I had enough time to take the bus and train back to Matsumoto, take a shower at the hostel and pack my things, then head off to my next destination, Kanazawa. Today I will also ride the Shinkansen for the first time. A very tight schedule!
If I'm honest this 3-day hike on the Ginza Trail was my highlight of the Asia trip so far, next to scuba diving in Thailand. So if you ever come to Japan, I highly recommend this hike - otherwise you're missing out! :)Read more
Kanazawa - what a city!
August 31, 2023 in Japan ⋅ ☁️ 33 °C
Geschrieben von Maike
Ich hatte leider nur einen Tag in Kanazawa und hätte sehr gern noch mehr Zeit gehabt, die Stadt zu erkunden. Sie ist die schönste und beeindruckendste Stadt Japans, die ich bisher gesehen habe. Durch ihre historisch wertvollen Distrikte, die bis heute gut erhalten sind, und ihr regionales Kunsthandwerk ist sie ein beliebtes Reiseziel. Mich haben vor allem die zwei „Chaya Districts“ (Chaya = „Teehaus“) beeindruckt, in denen Geishas im 17. Und 18. Jahrhundert (Edo-Zeit) die Allgemeinheit u.a. durch Tänze, Singen und Teezubereitung (Teezeremonie) unterhalten haben. Man konnte viele dieser Teehäuser betreten und sich deren Innenleben mit Tatami-Matten, Herd, verschiedenen Sitzecken für die Gäste und den Zugang zum Innenhof-Garten anschauen. Außerdem habe ich dem im 17. Jahrhundert angelegten Kenroku-en Garten einen Besuch abgestattet, in welchem die Bäume, Pflanzen, Teiche, Brücken, Schreine und Teehäuser ebenfalls nach alter japanischer Tradition gestaltet waren. Dieser Park war direkt neben dem Kanazawa-Schloss, welches ich allerdings nur von außen gesehen habe. Ich hatte das Glück, dass mir die japanische Couchsurfing-Gastgeberin Misato die Stadt gezeigt hat. Das war eine echte Überraschung, da die Englisch-Kenntnisse der meisten Japaner*innen eher gering ausgeprägt sind. Durch Misato habe ich auch mehr Kontakt zu den Locals gehabt, da sie durch ihre Muttersprache Japanisch gut „vermitteln“ konnte. Sie hat mir auch den berühmten Fischmarkt „Omicho-Market“ gezeigt, der ebenfalls seit dem 17. Jahrhundert existiert. Abends haben wir bei ihr zu Hause zusammen gekocht: Es gab Soba mit Nori, Tofu, Ingwer, Wasabi und Dashi (Brühe mit Sojasaucen-Fisch-Geschmack). Ich habe mich sehr gefreut, Misato kennengelernt und gleich von Anfang an eine so gute Freundschaft mit ihr gefunden zu haben!
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English version
Unfortunately, I only had one day in Kanazawa but would have loved to spend more time exploring the city. It is the most beautiful and impressive town in Japan that I have seen so far. It is a popular tourist destination due to its historically valuable districts, which are well preserved until today, and its regional arts and crafts. I was particularly impressed by the two "Chaya Districts" (Chaya = "tea house") where geishas entertained the general public in the 17th and 18th century (Edo period) by dancing, singing and preparing tea (tea ceremony). You could enter many of these tea houses and see their interior with tatami mats, stove, various seating areas for guests and access to the courtyard garden. I also visited the Kenroku-en Garden from the 17th century in which trees, plants, ponds, bridges, shrines and teahouses were also designed in the ancient Japanese tradition. This park was next to Kanazawa Castle which I only saw from the outside. I was lucky to meet the Japanese Couchsurfing host Misato who kindly showed me around in the city. This was a wonderful experience since the English skills of most Japanese are rather poor. With the help of Misato I had more contact with the locals as she mediated very well between me and them. She also showed me the famous fish market "Omicho Market" which also exists since the 17th century. In the evening, we cooked together at her place: We had soba with nori, tofu, ginger, wasabi and dashi (broth with soy sauce fish flavor). I was very happy to have met Misato and to have found such a good friend!Read more
Oh deer…
August 31, 2023 in Japan ⋅ ☁️ 28 °C
Geschrieben von Isabelle
Heute ging es für mich zunächst nach Kyoto und nach einem leckeren Mittagessen direkt weiter nach Nara, etwa 35 Kilometer südlich von Kyoto. Nara ist vor allem für zwei Dinge bekannt: Rehe und Tempel. Ich war vor allem bei Recherchen auf die Rehe gestoßen, da die in ihrer Art und Anzahl schon ungewöhnlich sind, aber meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Schon bei den ersten Schritten aus dem Bahnhofsgebäude trat mir der Geruch von Streichelzoo in die Nase. Kurz drauf begegneten mir direkt die ersten felligen Gesellen. Kurz darauf noch ein paar mehr. Und noch ein paar mehr. Und noch ein paar mehr…
Die Rehe in Nara sind sehr zutraulich, aber natürlich immer noch wilde Tiere. Man kann sie mit speziellen Crackern füttern. Das macht meistens Spaß, die meisten Rehe sind geduldig und nehmen die Cracker sanft auf. Dann gibt es noch die gierigen Rehe, die es einfach nicht abwarten können. Die stürmen auf einen zu und schnappen auch nach Crackern, an denen noch Hände hängen. Wenn es ganz dumm läuft beißen sie in die Finger oder besser noch; sie zwicken in die Oberschenkel. Es ist also kein einfaches Unterfangen, Rehe zu füttern, weshalb auch das angehängte Video so abrupt stoppt. Die letzten zwei Rehe, die zu sehen sind sowie zwei weitere hatten mich nach meinen Finger schnappend umzingelt und ich musste alle Cracker möglichst schnell aufgeben, um meine Finger zu behalten.
Manchen anderen Besuchern gelang dies nicht so schnell, sodass man in unregelmäßigen Abständen Aufschreie im Park hörte oder Menschen, die etwas panisch die Hände über Kopf hielten, um die Cracker vielleicht doch etwas langsamer abzugeben.
Wann immer es nun doch gelang, einen freundlichen Austausch mit einem Reh zu haben, verbeugten sich die Rehe. Während die Japaner, bei denen Verbeugungen eine wichtige kulturelle Funktion haben dies sofort als Zeichen des Respekts zu erkennen meinten, gibt es andere Erklärungen, die nahelegen, dass es sich hierbei um einen angedeuteten Kopfstoß handelt.
Neben den super niedlichen und instant stressreduzierenden Rehen gibt es in Nara noch viele schöne Tempel, von denen ich mir zumindest zwei etwas näher angeschaut habe. Der Todaiji Tempel enthält den größten Buddha Japans und der Nigatsu-Do Tempel bietet eine atemberaubende Aussicht über Nara.
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English version
Written by Isabelle:
Today, I first headed to Kyoto, and after a delicious lunch, I continued directly to Nara, about 35 kilometers south of Kyoto. Nara is primarily known for two things: deer and temples. I had come across information about the deer while doing research, as they are unusual in their behavior and numbers, but my expectations were greatly exceeded. As soon as I took my first steps out of the train station building, the scent of a petting zoo greeted me. Shortly after, I encountered the first furry companions. Soon after that, a few more. And a few more. And a few more...
The deer in Nara are very approachable, but of course, they are still wild animals. You can feed them special crackers. This is usually fun; most of the deer are patient and gently accept the crackers. Then there are the greedy deer who just can't wait. They rush towards you and snap at the crackers, even if your hand is still holding them. If things go really wrong, they might bite your fingers or even worse, nip at your thighs. So, it's not a straightforward task to feed the deer, which is why the attached video stops so abruptly. The last two deer shown, along with two others, had surrounded me, snapping at my fingers, and I had to quickly give up all the crackers to keep my fingers intact.
Some other visitors didn't manage this as swiftly, so at irregular intervals, you could hear cries in the park or see people holding their hands over their heads a bit frantically, trying to hand over the crackers a bit more slowly.
Whenever a friendly exchange with a deer did succeed, the deer would bow. While the Japanese, for whom bowing holds an important cultural function, saw this immediately as a sign of respect, there are other explanations suggesting that this gesture resembles implied head butting.
In addition to the incredibly cute and instantly stress-reducing deer, Nara has many beautiful temples, of which I at least explored two a bit more closely. The Todaiji Temple houses Japan's largest Buddha, and the Nigatsu-Do Temple offers a breathtaking view over Nara.Read more
10000 Gates
September 1, 2023 in Japan ⋅ ☁️ 34 °C
Geschrieben von Isabelle
Heute früh klingelte um 05:00 der Wecker. Und obwohl ich im nicht die sportliche von uns beiden bin ging es auch für mich auf eine Bergwanderung. Einige von euch kennen vielleicht die Bilder der 10000 orangenen Torii, die den Weg zur Spitze des Fushimi Inari säumen. Sicherlich eine der einzigartigsten Wanderungen, die ich je unternommen habe. Wie durch einen Tunnel führen die Torii durch Wälder, Lichtungen und entlang Abgründen von denen man ganz Kyoto (und vielleicht sogar Osaka in der Ferne) erblicken kann.
Verständlicherweise ist der Wanderweg oft mit Touristen überfüllt, und gerade jetzt im Sommer tagsüber auch viel zu heiß, sodass ich mich für eine Wanderung zum Sonnenaufgang entschied. Diese Entscheidung hat sich echt gelohnt. Ich würde zwar nicht so weit gehen und sagen, dass es kühl war, aber es war bedeutend angenehmer bei 27 Grad als bei 37 Grad. So früh waren auch kaum andere Wanderer unterwegs, sodass ich diese nahezu magische Erfahrung in alle Ruhe genießen konnte. Anders als märchenhaft kann ich die Erfahrung nicht beschreiben. Auf dem Berg wird man schließlich mit wunderschönen Aussichten und dem Hauptschrein Fushimi Inari Taisha belohnt. Einem der meist besuchten Schreine Japans.
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English version
Written by Isabelle
This morning, the alarm clock rang at 5:00. And even though I'm not the sporty one among us, I also went on a mountain hike. Some of you may be familiar with the images of the 10,000 orange Torii gates that line the path to the top of Fushimi Inari. Certainly one of the most unique hikes I've ever undertaken. Like a tunnel, the Torii gates lead through forests, clearings, and along cliffs from which you can see all of Kyoto (and maybe even Osaka in the distance).
Understandably, the hiking trail is often crowded with tourists, and especially now in the summer, it's way too hot during the day, so I opted for a sunrise hike. This decision really paid off. I wouldn't go so far as to say it was cool, but it was significantly more pleasant at 27 degrees than at 37 degrees. There were hardly any other hikers out so early, so I could enjoy this nearly magical experience in peace and quiet. I can't describe the experience as anything less than enchanting.
On top of the mountain, you are eventually rewarded with beautiful views and the main shrine, Fushimi Inari Taisha, one of Japan's most visited shrines.Read more
First days in Hiroshima
September 2, 2023 in Japan ⋅ ☁️ 31 °C
Geschrieben von Maike
Seit Anfang September bin ich in meinem Hostel, dem Santiago Guesthouse in Hiroshima, angekommen. Hier werde ich für 4 Wochen arbeiten, das heißt täglich von 11.00 bis 14.00 Uhr helfen, die Betten neu zu beziehen und Bäder, Toiletten, Küche und Schlafzimmer sauber zu machen. Im Gegenzug dafür kann ich in dem Hostel kostenlos übernachten, bekomme jedoch kein Geld dafür. Die Arbeitszeiten sind recht flexibel, sodass man seine freien Tage entsprechend der eigenen Reiseplanung frei bekommen kann. Das Hostel liegt sehr zentral im Stadtzentrum, sodass ich das Atomic Bomb Museum und dessen umgebenden Friedenspark sowie die Burg Hiroshimas schnell zu Fuß erlaufen kann.
Bisher habe ich mir das Atomic Bomb Museum und den Friedenspark angeschaut, welche auf fesselnde und nachdenklich-stimmende Art und Weise an den Abwurf der Atombombe am 6. August 1945 erinnern. Der im Friedenspark stehende Atomic Bomb Dome ist das einzige Gebäude, das nach dem Einschlag der Atombombe stehen geblieben ist. Es gilt bis heute als bedeutendes Friedensdenkmal und ist Teil des UNSECO Weltkulturerbes. Im Mueseum gab es einige Kunstdarstellungen von Zeugen, die den Bombeneinschlag miterlebt hatten. Diese Kunstdarstellungen und viele Fotos zu den Verbrennungen und grausamen anderen Folgen der Opfer haben den Besuch im Museum zu einem schwer verdaulichen und dennoch unvergesslichen Erlebnis gemacht.
Weil ich in den vergangenen zwei Tagen gleich meine ersten beiden freien Tage zugeteilt bekommen hatte, habe ich diese Zeit für Tagesausflüge um Hiroshima genutzt. Der erste Auflug ging zur Miyajima-Insel, welche etwas südlich von Hiroshima liegt und gut mit Metro und Fähre zu erreichen ist. Die Insel ist für ihre einzigartige Natur, das dort frei herumlaufende zahme Wild, den Itsukushima-Schrein und dessen davor stehnenden Torii (ebenfalls Teil des UNSECO-Weltkulturerbes) sowie die gute Aussicht vom Berg Misen aus bekannt. An meinem gestrigen zweiten freien Tag habe ich die Sandankyo-Schlucht mit Buchten, Höhlen und Wasserfällen besucht. Leider waren die beiden Wasserfälle, die das Highlight dieser Schlucht sind, wegen Weg-Bauarbeiten geschlossen. Trotzdem hatte ich eine eindrucksreiche Wanderung am Fluss entlang und war am meisten von dem glasklaren Wasser beeindruckt. So klares Wasser habe ich selten gesehen, und war fast ein bisschen enttäuscht, meinen Bikini nicht mitgenommen zu haben...
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English version
Since beginning of September, I have arrived at my hostel, the Santiago Guesthouse in Hiroshima. Here I will be working for 4 weeks, which means helping to remake the beds and clean the bathrooms, toilets, kitchen and bedrooms daily from 11:00 to 14:00. In return, I can stay in the hostel for free but I don't get any money for it. The working hours are quite flexible so that you can get your days off according to your own travel plans. The hostel is centrally located in the city center so that I can quickly walk to the Atomic Bomb Museum and its surrounding Memorial Park, as well as to the Hiroshima Castle.
Until now I visited the Atomic Bomb Museum and Memorial Park, reminding of the dropping of the atomic bomb on August 6, 1945. The Atomic Bomb Dome, located in Memorial Park, was the only building surviving the bomb. It is still considered an important memorial of this event and is part of the UNSECO World Heritage Site. In the mueseum, you could see art representations of witnesses of the bombing. These art displays, as well as many photos of the burns and other scary consequences of the victims, made the visit of the museum a difficult and heavy, yet unforgettable experience.
Because I had my first two days yesterday and the day before, I did some day trips around Hiroshima. The first highlight was Miyajima Island, located a little south of Hiroshima. It is easily accessible by metro and ferry. The island is known for its unique nature, the tame deers running around freely, the Itsukushima Shrine and its torii in front of it (also part of the UNSECO World Heritage Site) and the good view from Mount Misen. On my second day off yesterday, I visited Sandankyo Gorge with coves, caves and waterfalls. Unfortunately, the two waterfalls that are the highlight of this gorge were closed due to trail construction. Nevertheless, I had an impressive hike along the river and was mostly impressed by the clear water. I have rarely seen such clear water and was almost a bit disappointed not to have taken my bikini...Read more
A Lazy Day in Tokyo
September 5, 2023 in Japan ⋅ ☀️ 34 °C
Geschrieben von Isabelle
Nach über einem Monat voller Abenteuer, bin ich immer häufiger gesättigt von ständigen Erkundungen. Vor allem das ständige Navigieren und sich-verlaufen, vor allem in und um großen Bahnhöfen, finde ich sehr nervenaufreibend. In Osaka habe ich mich an einem Tag zweimal im gleichen unterirdischen Viertel verlaufen. Einmal 1,5h und einmal 45 Minuten. In Shibuya habe ich mich gestern 1,5h verlaufen. Und nein, es liegt nicht an mangelnden Navigationsfähigkeiten. Das GPS hier ist nicht so gut, sodass Google Maps mich oft nicht richtig ortet, was bei riesigen, unüberschaubaren Kreuzungen dazu führt, dass ich in die falsche Richtung laufe. In den riesengroßen Gebäuden und Bahnhöfen, in denen man Dutzende Restaurants, Arztpraxen, teils mehrere Malls, mehrere Haltestellen und Bahnsteigebenen findet, ist Google Maps vollkommen nutzlos. Bei all diesem Suchen, versehentlichen Schwarzfahren, Laufen und Verlaufen brauche ich großzügige Pausen. Eine wunderbare Pause, von der ich erzählen möchte, hatte ich gestern in Tokio.
Nachdem ich dem Labyrinth rund um die Shibuyakreuzung entkommen bin, ging es für mich in ein ganz besonderes Café. Das Meikyoku Kissa Lion. Meinyoku Kissa sind besondere Cafés, die in Japan im frühen 20. Jahrhundert an Popularität gewannen. Im Mittelpunkt dieser Cafés steht klassische Musik. Oft gibt es ein großzügiges Lautsprechersystem und eine umfangreiche Sammlung verschiedenster klassischer Musikstücke. Das Lion Café, in dem ich war, wurde im Jahr 1926 eröffnet und ist damit das älteste Café dieser Art in Tokio. Beim Betreten des Cafés wurde ich erst von Stille und anschließend den berühmten ersten Takten von „Also sprach Zarathustra“ begrüßt. Alle Sessel und Tische sind auf die gigantischen Lautsprecher am Raumende ausgerichtet. Es wird kaum gesprochen, maximal geflüstert, um eine Bestellung beim Personal aufzugeben. Jeden Tag um 15:00 und 19:00 ist Konzertstunde: ein täglich wechselndes 1-stündiges Programm. Am 5. September 2023 war es Strauss. Wenn es gerade kein Konzert gibt, werden Musikwünsche entgegengenommen. Mit hervorragendem Kaffee, gemütlicher Atmosphäre und zeitloser Musik konnte ich einfach mal zwei Stunden meine Seele baumeln lassen und mich von den Strapazen des Reisens erholen.
Nach dem Alten kommt das Neue und ich entschloss mich nach einer Reise in die Vergangenheit das teamLabs in Tokyo zu besuchen. Ein Ort voller Kunstkonstellationen, die man mit fast allen Sinnen erleben kann. Zu den Werken gibt es nicht viel zu sagen, man muss sie erleben, also lasst euch von den Bildern und Videos verzaubern, wie ich mich verzaubern lassen konnte.
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English version
Written by Isabelle
After over a month filled with adventures, I find myself increasingly satiated with constant explorations. Especially the constant navigating and getting lost, especially in and around large train stations, I find very nerve-wracking. In Osaka, I got lost twice in the same underground district in one day, once for 1.5 hours and another time for 45 minutes. In Shibuya, I got lost for 1.5 hours yesterday. And no, it's not due to a lack of navigation skills. The GPS here isn't very reliable, so Google Maps often fails to locate me correctly, leading me in the wrong direction at massive, overwhelming intersections. In these enormous buildings and train stations where you can find dozens of restaurants, clinics, sometimes multiple malls, multiple stops, and platforms, Google Maps is utterly useless. With all this searching, accidental fare dodging, walking, and getting lost, I need generous breaks. One wonderful break I want to tell you about was in Tokyo yesterday.
After escaping the labyrinth around the Shibuya Crossing, I ventured into a very special café: Meikyoku Kissa Lion. Meikyoku Kissa are special cafes that gained popularity in Japan in the early 20th century, focusing on classical music. Often, they have an extensive speaker system and a vast collection of various classical music pieces. The Lion Café I visited was opened in 1926, making it the oldest of its kind in Tokyo. Upon entering the café, I was greeted first by silence and then by the famous opening bars of "Also sprach Zarathustra." All the chairs and tables are oriented toward the gigantic speakers at the far end of the room. People speak very little, at most in hushed tones when placing an order with the staff. Every day at 3:00 PM and 7:00 PM, it's concert time: a daily rotating 1-hour program. On September 5, 2023, it was Strauss. When there's no concert, they take music requests. With excellent coffee, a cozy atmosphere, and timeless music, I could simply let my soul unwind for two hours and recover from the rigors of traveling.
After the old, comes the new, and I decided to visit teamLabs in Tokyo after my journey into the past. It's a place filled with art constellations that you can experience with almost all your senses. There's not much to say about the artworks; you have to experience them, so may the pictures and videos enchant you, as they enchanted me.Read more
Surviving the Heat
September 6, 2023 in Japan ⋅ ⛅ 31 °C
Geschrieben von Isabelle
In Südostasien ist es im Sommer sehr heiß und sehr feucht. Als wir vor mittlerweile einem Monat in Singapur ankamen, waren wir selbet um Mitternacht vollkommen erschlagen von der Hitze und Luftfeuchtigkeit. Egal, was man gemacht hat, man hat immer sofort schwitzig geklebt. Auch direkt nach dem Duschen hat man durch Luftfeuchtigkeit und geringfügige Bewegungen, um sich anzuziehen so doll geklebt, dass es das Anziehen weiter erschwert hat. Am Anfang dachte ich, dass ich mich daran nie gewöhnen könnte, immer leicht klebrig zu sein, aber irgendwie geht es. Dadurch, dass sich mein Körper haptisch sehr unangenehm anfühlt, habe ich aufgehört, mir mit den Finger über die Haut oder die Haare zu fahren. Meine Haare sind weniger fettig und meine Haut ist sobald ich in einem klimatisierten Raum bin auch total in Ordnung. Interessanterweise nehme ich den Schweißgeruch deutlich weniger war. Es ist weniger wie nach dem Sport (stink dolle) sondern eher wie nach der Sauna (stinkt nicht). Ich habe angefangen, auf Reisen die Tage entlang der Temperaturen planen. Morgens schaue ich draußen was an, nach dem Mittagessen eine Museum oder eine Ausstellung mit Klimaanlage und am späten Nachmittag wieder was draußen. Dadurch bin ich nach einem heißen Tag immerhin nicht vollkommen am Ende. Überhaupt so heiße Tage mit mehr als einer Aktivität zu füllen braucht Durchhaltevermögen.
Die Einheimischen, aktuell Japaner:innen, haben natürlich schon eine Reihe von Strategien gegen die Hitze entwickelt. Auffällig ist zuerst mal, dass alle Menschen den Schatten auf den Gehwegen folgen. Dieses Verhalten ist vom Kosten-Nutzen-Verhältnis großartig und macht einen großen Unterschied, wenn man anstrebt, keinen Sonnenstich und Sonnenbrand zu bekommen.
Wenn es mal nirgendwo schattig ist, kann man sich immer noch seinen eigenen Schatten schaffen. Dafür kommen Sonnenschirme zum Einsatz (oder in meinem Fall eine Hybridlösung aus Sonnen- und Regenschirm). Ich dachte früher immer das sei vollkommen übertrieben, im Sommer mit Sonnenschirm rumzulaufen, aber die Sonne in Japan ist krass und ich muss sagen, es macht echt einen Unterschied. Vor allem der Kopf ist dadurch kühler und das hilft, zumindest mir, bei der Vorbeugung von Kopfschmerzen.
Darüberhinaus gibt es verschiedene Gadgets, die der Abkühlung dienen. Ganz old school gibt es natürlich Fächer, die ich aber eher selten im Einsatz sehe. Etwas modernen dagegen sind batteriebetriebene Ventilatoren entweder zum in der Hand halten oder zum um den Hals legen. Außerdem kann man sich Kühlringe um den Hals legen kann. Funktioniert so ähnlich wie Taschenwärmer, bloß statt dass man sie vorher in kochendes Wasser legt, legt man sie ins Gefrierfach (der Ring selbst erreicht jedoch keine Minustemperaturen, sondern nur etwa 27 Grad Celsius). Die kühlende Wirkung hält bis zu zwei Stunden an.
Falls das alles nichts hilft, habe ich bei einigen Menschen, die den ganzen Tag draußen arbeiten, noch ein besonders ausgefeiltes Gadget entdeckt: Westen mit Ventilatoren. Die Westen sind einigermaßen luftdicht, sodass man konstant mit seiner persönlichen Luftzirkulationsblase rumläuft.
Ich begnüge mich derzeit mit einem Sonnenschirm und langer, aber luftiger Kleidung. Ich freue mich schon sehr auf den Herbst.
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English version
Written by Isabelle
In Southeast Asia, it's very hot and humid during the summer. When we arrived in Singapore about a month ago, even at midnight, we were completely overwhelmed by the heat and humidity. No matter what you did, you would immediately start sweating and feeling sticky. Even after taking a shower, the humidity and slight movements while getting dressed made it feel like you were sticking to your clothes, making getting dressed a challenge. At first, I thought I could never get used to always feeling slightly sticky, but somehow I did. Because my body feels unpleasantly tactile, I've stopped running my fingers over my skin or hair. My hair is less greasy, and my skin is fine once I'm in an air-conditioned room. Interestingly, I notice my sweat odor much less now. It's less like after exercising (strong odor) and more like after a sauna (less odor). I've started planning my days on trips based on the temperatures. In the morning, I go outdoors, visit a museum or an air-conditioned exhibition after lunch, and return outdoors in the late afternoon. This way, I'm not completely exhausted after a hot day. Filling hot days with more than one activity requires endurance.
The locals, currently the Japanese, have naturally developed a range of strategies to cope with the heat. First and foremost, it's noticeable that everyone follows the shade on the sidewalks. This behavior is excellent in terms of cost-benefit and makes a big difference if you want to avoid heatstroke and sunburn.
When there's no shade, you can create your own. For this purpose, umbrellas come in handy (or in my case, a hybrid solution of sun and rain umbrella). I used to think it was excessive to walk around with an umbrella in the summer, but the sun in Japan is intense, and I must say, it really makes a difference. It keeps your head cooler, which helps prevent headaches, at least for me.
Additionally, there are various gadgets for cooling down. Going old school, there are fans, but I rarely see them in use. Something more modern is battery-powered fans that you can either hold in your hand or wear around your neck. You can also use cooling rings around your neck. They work similar to hand warmers, but instead of putting them in boiling water, you put them in the freezer (although the ring itself doesn't reach below freezing temperatures, only about 27 degrees Celsius). The cooling effect lasts up to two hours.
If none of these helps, I've noticed some people who work outdoors all day using a particularly sophisticated gadget: vests with fans. These vests are relatively airtight, so you're constantly walking around in your personal air circulation bubble.
I currently rely on a sun umbrella and long, airy clothing. I'm really looking forward to autumn.Read more
Magic parts of Hiroshima
September 9, 2023 in Japan ⋅ ☁️ 32 °C
Geschrieben von Maike
Nach meinen Arbeitsschichten im Hostel habe ich nachmittags bis abends immer Zeit, Hiroshima und Umgebung zu erkunden. Einige dieser Orte habe ich als besonders "magisch" empfunden, da sie eine besonders verzaubernde, naturnahe oder verträumte Armosphäre vermitteln.
Einer dieser Orte war die buddhistische Tempelanlage Mitaki-Dera, in welcher ein langer Weg - gesäumt von unzähligen Buddha-Statuen und Schreinen - zu einer Erhöhung mit dem Haupttempel führte. Die in der Umgebung stehenden Bäume und rauschenden Wasserfälle verliehen dem Ort einen einzigartigen Zauber, der kaum über die Fotos ausgedrückt werden kann. Dieses Erlebnis endete jedoch in einer Art Schockmoment, in welchem ich feststellte, dass die Anlage bereits geschlossen war, nachdem ich vom Aussichtspunkt nach einer Weile zum Aus-/Eingang zurückkehrte. Und als ich vor dem verschlossenen Tor stand und keine Menschenseele mehr sah, fing auch noch ein Alarm mit rotem Licht und lauter, für mich unverständlicher, japanischer Stimme an zu schlagen. Ich dachte, dass vielleicht jetzt gleich automatisch die Polizei eingeschalten wird oder ähnliches, aber als niemand kam und der unangenehme Alarm nicht aufhörte, bin ich einfach über die niedrige Mauer geklettert und gegangen - ich war wirklich verängstigt... Trotzdem ein bezaubernder Ort!
Außerdem hat mir Reimon, den ich bei einem Kultur-Treff kennengelernt habe und der direkt aus Hiroshima kommt, die "geheimen" Ecken um Hiroshima gezeigt. Wir waren bei der Kintaikyo-Brücke, die abends in mystisch wirkendem Licht beschienen wurde und sich über 5 gigantische Bögen aufspannte. Außerdem haben wir in einem, unter den Einheimischen sehr bekanntes Restaurant gegessen (Irori Sanzoku), welches zwischen Ahornbäumen und kleinen, mit Geh-Steinen belegten Flüssen versteckt war. Man kniete auf mit Tatami-Matten belegten Erhebungen vor kleinen Tischen und wurde von den am tempelähnlichen Restaurant hängenden Lampions beleuchtet. Dieser Eindruck erinnerte mich an die verträumten Gegenden einiger Anime-Filme, und kann ebenfalls unmöglich auf den Fotos wiedergegeben werden. Danach sind wir zu einem Aussichtspunkt gefahren, der nur mit Auto zu erreichen ist und eine unglaubliche Sicht auf die riesige Stadt Hiroshima bei Nacht erlaubte.
Heute war ich mit Maleen, die halb-japanisch und halb-deutsch ist und zur Zeit ihre Oma in Hiroshima besucht, auf der Haseninsel Okunoshima. Wie es der Name schon sagt, gab es dort unzählige freilaufende Hasen zu sehen. Die Insel war mit ihrem glasklaren Wasser, gelben Sandstränden und dschungelartigen Bäumen ebenfalls sehr einzigartig. Dieser Zauber steht der dunklen Geschichte entgegen, die die Insel von sich erzählt: Ab 1929 bis zum Ende des 2. Weltkrieges wurden hier chemische Waffen in einer Fabrik hergestellt. Damit die Einheimischen nichts von der Waffenproduktion mitbekamen, wurde die Existenz der Insel teilweise auf den Karten negiert. Da wirkten die süßen Häschen, wegen der die meisten Touristen die Insel besuchen, harmlos. Nach dem Ausflug auf die Insel haben wir noch einen Abstecher in das verschlafene Städtchen Takehara gemacht, in der historische Gassen und Tempel in die alten Zeiten versetzte. An einigen Stellen wirkte die Stadt wie ausgestorben, aber genau das war auch der Zauber daran!
Ich habe mich sehr über die Begleitung von Reimon und Maleen gefreut! Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt, mit mir zusammen Hiroshima zu erkunden!
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English version
After my work shifts at the hostel, I have time to explore Hiroshima and the surrounding area in the afternoon to evening. I found some of these places to be particularly "magical", as they convey a particularly enchanting, natural or dreamy armosphere.
One of these places was the Mitaki-Dera Buddhist temple complex, where a long path - lined with countless Buddha statues and shrines - led to the main temple. The surrounding trees and waterfalls gave unique magic to the place that can hardly be expressed by photos. However, this experience ended in a kind of shock moment: I realized that the temple was already closed after I returned to the exit/entrance from the viewpoint after a while. And when I stood in front of the closed gate and didn't see any people around, an alarm with red light and a loud, for me incomprehensible Japanese voice started. I thought that maybe the police would automatically be called in right now, but when nobody came and the unpleasant alarm didn't stop, I just climbed over the low wall and left - I was really scared.... Still some magical place!
Reimon, a Japanese local from Hiroshima who I met at a cultural meeting, showed me the "secret" corners around Hiroshima. We were at the Kintaikyo Bridge which was presented in some mystical spotlight in the evening, and included 5 gigantic arches. We also ate at a very locally popular restaurant (Irori Sanzoku) which was hidden between maple trees and small rivers covered with walking stones. People knelt on elevations covered with tatami mats in front of small tables and were illuminated by the lanterns hanging from the temple-like restaurant. This atmosphere reminded me of the dreamy areas of some anime movies, and is also impossible to express in the photos. Reimon also took me to a viewpoint that is only accessible by car. There, we had an incredible view of the huge city of Hiroshima at night.
Today I met Maleen, who is half-Japanese and half-German and currently visiting her grandma in Hiroshima, to visit the bunny island Okunoshima. As the name suggests, there were many free-ranging bunnies. The island was also very unique with its crystal clear water, yellow sandy beaches and jungle-like trees. This magic contrasts the dark history that the island tells about itself: From 1929 until the end of World War II, chemical weapons were produced there in a factory. In order for the locals not to know about the weapons production, the existence of the island was partially negated on the maps. The cute bunnies, that are the main attraction for tourists, represent some paradox contrast to this history. After the trip to the island, we visited the litte, sleepy town of Takehara where historic alleys and temples took us back in time. In some areas, the town seemed deserted, but that was exactly the magic of it!
I was very happy to be accompanied by Reimon and Maleen, and getting to know them! Thank you so much for taking the time to explore Hiroshima with me!Read more
Head above the clouds - Mount Fuji II
September 10, 2023 in Japan ⋅ ☁️ 16 °C
Geschrieben von Isabelle
Maike und viele andere Reisende, die ich in meiner Zeit in Japan bisher getroffen habe, haben mich dazu inspiriert, ebenfalls zu versuchen, den Mount Fuji zu besteigen. Ursprünglich hatte ich mich von diesem Abenteuer bereits in Deutschland verabschiedet, weil man eine ziemlich gute Kondition braucht, um den Berg zu erklimmen und ich im Gegensatz zu Maike eine sehr unsportliche Person bin. Nachdem ich jedoch auch einige Reiseberichte von unsportlichen Menschen hörte, die es auch geschafft haben, habe ich mich schließlich doch entschieden, die einmalige Möglichkeit zu nutzen, den Mount Fuji zu besteigen.
Fast hätte es nicht geklappt, denn die Saison endet am 10. September und eigentlich hatte ich die Wanderung erst für den 19. September geplant. Nur durch Zufall habe ich vom nahenden Ende der Saison erfahren und konnte noch sehr kurzfristig umplanen (der Beschluss stand erst zwei Tage vor Abreise). Nach einem Shopping Trip durch Second Hand Läden für sehr warme Sachen und Wanderschuhe, konnte es auch für mich losgehen.
Statt am Mount Fuji zu übernachten, entschied ich mich aus finanziellen Gründen, aber auch der kurzfristigen Planung für eine eintägige Wanderung. Ich wusste an dem Morgen, an dem ich aufbrach nicht, ob ich den Gipfel erreichen würden. Das Wetter sowie knappe Busfahrpläne hätten mir leicht einen Strich durch die Rechnung machen können. Aber das Schicksal war auf meiner Seite. Das Wetter war super und der 6,5- bis 7-stündige Aufstieg war überraschend gut zu machen. Mit kleinen, langsamen, aber stetigen Schritten erreichte schließlich den Gipfel - mit ausreichend Puffer, den letzten Bus am Fuß des Berges zu erreichen.
Auf dem Weg nach oben traf ich einen anderen Deutschen, mit dem ich mich schließlich zusammenschloss. Die Gesellschaft war sehr motivierend, und vor allem auf dem bedeutend anstrengenderem Abstieg sehr hilfreich. Ohne die Ablenkung durch interessante Gespräche und Ermutigung zum Weitergehen trotz der starken Knie- und Fußschmerzen, hätte ich sicher den letzten Bus zurück zum Hostel verpasst. Das wäre auch nicht das Ende der Welt aber sicher sehr unangenehm und teuer gewesen.
Die Besteigung des Mount Fuji war eine einzigartige Erfahrung. Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein… 🎵 Ich habe mich sehr frei und stark und stolz gefühlt.
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English version
Written by Isabelle
Maike and many other travelers I've met during my time in Japan so far have inspired me to also attempt to climb Mount Fuji. Originally, I had said goodbye to this adventure back in Germany because one needs to be in pretty good shape to ascend the mountain, and unlike Maike, I am a very unathletic person. However, after hearing about some travel accounts from unathletic people who managed it, I finally decided to seize the unique opportunity to climb Mount Fuji.
It almost didn't work out because the season ends on September 10th, and I had originally planned the hike for September 19th. It was only by chance that I learned about the approaching end of the season and could make a last-minute change of plans (the decision was made just two days before departure). After a shopping trip to second-hand stores for very warm clothes and hiking boots, I was ready to go.
Instead of staying overnight on Mount Fuji, I opted for a one-day hike for financial reasons, but also due to the last-minute planning. On the morning I set out, I didn't know if I would reach the summit. Weather conditions and tight bus schedules could have easily thwarted my plans. But fate was on my side. The weather was excellent, and the 6.5 to 7-hour ascent was surprisingly manageable. With small and slow, but steady steps, I finally reached the summit - with enough buffer time to catch the last bus at the base of the mountain.
On the way up, I met another German with whom I eventually teamed up. The company was very motivating, and especially on the much more strenuous descent, it was very helpful. Without the distraction of interesting conversations and encouragement to keep going despite the strong knee and foot pain, I would have certainly missed the last bus back to the hostel. It wouldn't have been the end of the world, but it would have been very unpleasant and expensive.
Climbing Mount Fuji was a unique experience. Above the clouds, freedom must indeed be boundless... 🎵 I felt very free, strong, and proud.Read more
Von Oshi-Sushi bis Party-Sushi
September 12, 2023 in Japan ⋅ ☁️ 30 °C
Geschrieben von Maike
Als begeisterte Sushi-Liebhaberin habe ich mir heute Abend eine Sushi-Cooking-Class in Hiroshima geleistet, die von der japanischen Köchin Yuka angeleitet wurde. Da in der Beschreibung des Kochkurses stand, dass 2 bis 6 Leute an der Session teilnehmen können, wusste ich natürlich noch nicht, wie viele Mit-Köch*innen ich kennenlernen würde. Aber als ich die große, saubere Küche des Hotel-Restaurants betrat und einen Tisch mit der Zubereitungsfläche für eine Person vorfand, war mir klar, dass ich wahrscheinlich die einzige Teilnehmerin sein würde und eine Eins-zu-Eins-Betreuung bekommen würde. Yuka begrüßte mich in ihrem limitiertem Englisch sehr freundlich, und bot mir grünen Tee an (nicht nur "normalen" grünen Tee, sondern echten leicht dosierten Matcha :D). Danach zeigte sie mir auf einer Übersicht, welche Sorten von Sushi wir heute zubereiten würden: Party-Sushi, traditionelles Oshi-Sushi und die allseits bekannten Sushi-Rollen (siehe Foto). Zu meiner Enttäuschung durfte ich nur das Party-Sushi zubereiten, während Yuka die anderen beiden Sushi-Sorten vor meinen Augen zubereitete. Am Interessantesten war für mich, die Zubereitung des Oshi-Sushi zu sehen, da dies eine der ältesten Zubereitungsformen von Sushi in Japan ist. Oshi-Sushi kommt ursprünglich aus Osaka und wird in einer rechteckigen Holzform zusammengepresst. Am Ende sieht es aus wie eine Art rechteckiger Reiskuchen, welcher in der Mitte und oben mit Braunalgen (Kombu) und frischer Brasse belegt war. Um dem leicht süßlichen Sushi eine bittere Note hinzuzufügen, dekorierte Yuka diesen Reiskuchen mit Kresse-Blättern. Auch wenn die Zubereitung in der Holzbox recht simpel schien, erklärte Yuka mir, dass diese alte Zubereitungsart heutzutage nicht mehr allzu populär sei. Natürlich kann man für die Zubereitung von Oshi-Sushi, genau wie bei den anderen Sushi-Sorten auch, verschiedene Sorten von Fisch oder Seafood verwenden (z. B. Lachs, Thunfisch, Scallops, Makrele).
Die Sushirolle bereitete Yuka - wie ich es schon von zu Hause kannte - auf einem Nori-Blatt zu. Sie füllte das Sushi mit Shiso-Blättern (schmecken ein bisschen wie Minze), Gurke und frischem Thunfisch. Nach dieser eher unspektakulären Sushi-Technik durfte ich die letzte Sushi-Methode zur Zubereitung des "Party-Sushi" selbst ausprobieren. In einer runden Metall-Box presste ich abwechselnd Lagen von Reis und in winzige Stücke geschnittene Gurken, Zwiebeln, Rührei, in Sojasauce angebratene Shitake-Pilze, Frühlingszwiebeln, in Süßessig eingelegten Ingwer und Shiso-Blätter. Danach sollte ich diese Masse nochmals mit extra viel Druck zusammenpressen. Nun konnte ich die Metall-Form umdrehen und den runden Reiskuchen herauspressen, um ihn mit frischem Lachs und Garnelen zu belegen. Diese Technik war der Oshi-Sushi-Technik sehr ähnlich, außer dass die Holzform dieses Mal kleiner, rund und aus Metall war. Geschmacklich bietete das Party-Sushi eine größere Vielfalt als die anderen Sushi-Techniken, da es so viele verschiedene Zutaten (Gemüse, Pilze, Fisch, Ingwer, Ei) umfasste. Daher wird das Party-Sushi auch typischerweise nicht mit Soja-Sauce gegessen.
Als ich das Sushi probierte, habe ich nach traditioneller japanischer Art eine Schüssel Misosuppe mit Tofu dazu bekommen. Am meisten habe ich mich gefreut, dass ich als Abschluss-Geschenk und zum Weiterreichen dieser Sushi-Techniken eine Metall-Box für Party-Sushi zum Nachhause-Nehmen bekommen habe - also macht euch bereit: Wenn ich wieder zurück in Deutschland bin, können wir zusammen Party-Sushi machen!
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English version
As an excited sushi lover, I treated myself to a sushi cooking class in Hiroshima this evening. It was instructed by Japanese chef Yuka. Since the description of the cooking class said that 2 to 6 people could attend the session, I didn't know yet how many fellow cooks I would meet. When I entered the large, clean kitchen of the hotel restaurant and found a table with the preparation area for one person, I already guessed that I would probably be the only participant and would get one-on-one instructions. Yuka greeted me very kindly in her limited English, and offered me green tea (not just "regular" green tea, but actual lightly dosed matcha :D). After that, she showed me on an overview sheet what kinds of sushi we would prepare today: Party sushi, traditional oshi sushi and the ever-famous sushi rolls (see photo). To my disappointment, I was allowed to only prepare the party sushi by myself, while Yuka prepared the other two types of sushi in front of me. The most interesting part to me was the preparation of oshi sushi, as this is one of the oldest ways of preparing sushi in Japan. Oshi sushi is originally from Osaka and is pressed into a rectangular wooden box. In the end, it looks like a kind of rectangular rice cake which is topped with brown seaweed (kombu) and fresh bream in the middle and on top. To add a bitter note to the slightly sweet sushi, Yuka decorated this rice cake with cress leaves. Even though the preparation in the wooden box seemed quite simple, Yuka explained to me that this old way of preparing suhsi is not too popular nowadays. Of course, different types of fish or seafood can be used to prepare oshi sushi - just as with the other types of sushi too (e.g. salmon, tuna, scallops, mackerel).
Yuka prepared the sushi roll - as I already knew from home - on a nori sheet. She filled the sushi with shiso leaves (they taste a bit like mint), cucumber and fresh tuna. After this rather unspectacular sushi technique, I was allowed to try out the final sushi method for preparing the "party sushi" by myself. In a round metal box, I pressed alternating layers of rice and tiny pieces of cucumber, onion, scrambled eggs, shitake mushrooms sautéed in soy sauce, scallions, sweet-vinegar-ginger, and shiso leaves. I had to press this mixture together with strong pressure. Now I could invert the metal box and press out the round rice cake, topping it with fresh salmon and shrimp. This technique was very similar to the oshi sushi technique, except that this time the wooden box was replaced by a smaller, round, and metal box. Taste-wise, party sushi offered more variety than the other sushi techniques because it included so many different ingredients (vegetables, mushrooms, fish, ginger, egg). This is why party sushi is not typically eaten with soy sauce.
When I tried the sushi, I got a bowl of miso soup with tofu to go with the sushi together (... so in the traditional Japanese style). I was happy to get a metal box as goodbye-gift for making party sushi at home and to pass on these sushi techniques - so get ready: When I'm back in Germany, we can make party sushi together!Read more
Okonomiyaki - the Japanese pizza
September 13, 2023 in Japan ⋅ ☁️ 30 °C
Geschrieben von Maike
Ja, ich möchte dem berühmten Okonomiyaki einen eigenen, wenn auch vielleicht kurzen Blogartikel schenken, da diese Spezialität in Hiroshima sehr populär ist und ein eigenes Stadtviertel voller Okonomiyaki-Restaurants (Okonomi-Mura) hat. Heute habe ich mit Maleen zum ersten mal in diesem Stadtviertel Okonomiyaki gegessen - es war wirklich ein Erlebnis. Okonomi bedeutet so viel wie „Geschmack“ oder "Belieben", und yaki bedeutet „gebraten“. Dieses Gericht wird vor deinen Augen auf einer heißen Eisenplatte mit einem Spatel zubereitet. Nach der Hiroshima-Variante wird zuerst eine Art Crepe auf der Platte angebraten. Auf diesen Crepe werden in Streifen geschnittener Kohl, Gewürze, Meeresfrüchte (z.B. Shrimps), Fleisch, Kimchi und/oder Frühlingszwiebelringe gegeben, welche zusammen mit dem Crepe und unter Ausübung von etwas Druck angebraten werden. Daneben werden entweder vorgekochte Udon- oder Soba-Nudeln angebraten, welche am Ende auf den Kraut-Crepe gegeben werden. Nun wird ein Ei auf der Metallplatte angebraten, worauf der Kraut-Crepe platziert wird. Dieser ganze Krautbatzen, welcher von einer Seite mit dem Crepe und von der anderen Seite mit dem Ei bedeckt ist, wird nun unter häufigem Wenden angebraten. Am Ende wird der Braten mit dem Wichtigsten, der Okonomiyaki-Sauce, bedeckt, und an den Rand der Metallplatte geschoben, vor der man sitzt. Nun kann man den Braten direkt von dieser Metallplatte aus essen, indem man seinen eigenen kleinen Spatel zum Schneiden des Okonomiyaki verwendet.
Ich war sehr neugierig auf die Zubereitung dieser Spezialität. Wenn ich jedoch ehrlich bin, hat mich der Geschmack nicht wirklich überzeugt - Ich kann ihn gar nicht richtig beschreiben. Die Sauce hat ein bisschen nach Barbecue-Sauce geschmeckt, aber die Kombi aus Kraut, Kimchi und Shrimps mit Ei und Crepe fand ich geschmacklich etwas merkwürdig. Trotzdem hat es sich gelohnt, diese sogenannte "japanische Pizza" einmal auszuprobieren!
Neben der Hiroshima-Version gibt es noch Okonomiyaki in Osaka-Version, da beide Städte behaupten, dieses Gericht komme ursprünglich aus deren Region. Daher gibt es ab und zu einen kleinen Streit, welche der beiden Städte über die "echtere" Okonomiyaki-Rezeptversion verfügt.
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English version
Yes, I would like to dedicate an extra but short blog article to the "Japanese pizza" Okonomiyaki, as this specialty is very popular in Hiroshima and has its own district in the city centre full of Okonomiyaki restaurants (Okonomi-Mura). Today, I ate okonomiyaki with Maleen for the first time in this district - it was truly an experience! Okonomi means "taste" or "like", and yaki means "fried". This dish is cooked in front of you on a hot iron plate with a spatula. According to the Hiroshima version, a kind of crepe is first fried on the plate. On this crepe, cabbage cut into strips, spices, seafood (e.g. shrimp), meat, kimchi and/or spring onion rings are added. This is all fried together with the crepe while applying some pressure. Next to the crepe, either pre-cooked udon or soba noodles are fried, which are placed on top of the cabbage crepe at the end. An egg is fried on the metal plate, on which the cabbage crepe is placed. This whole cabbage patty, which is covered with a crepe from one side and with egg from the other, is now fried, being turned frequently. At the end, the patty is covered with the most important thing, the okonomiyaki sauce, and pushed to the edge of the metal plate in front of where you sit. Now you can eat the patty directly from this metal plate, using your own little spatula to cut the okonomiyaki.
I was very curious about the preparation of this specialty. However, if I'm honest, the taste didn't really convince me - I can't even describe it properly. The sauce tasted a bit like barbecue sauce, and I found the combination of cabbage, kimchi and shrimp with egg and crepe a bit weird in terms of taste. Still, it was worth it to give this so-called "Japanese pizza" a try!
Additionally to the Hiroshima version, there is also Okonomiyaki in Osaka version, as both cities claim that this dish originally comes from their region. Therefore, there is a little conflict about where the "true" Okonomiyaki recipe originally comes from.Read more
Auf dem Weg nach Shikoku
September 14, 2023 in Japan ⋅ ☁️ 30 °C
Geschrieben von Maike
Seit gestern morgen sind mein Hostel-Co-Worker Henry und ich mit dem Auto unterwegs, um für 8 Tage die kleinste von den vier japanischen Hauptinseln, Shikoku, zu erkunden. Morgens sind wir in starkem Regen losgelaufen, aber ein Glück waren es nur 5 Minuten zu Fuß bis zum Auto-Ausleih-Center. Danach ging es über verschiedene kleine Inseln und beeindruckende Brücken auf die Hauptinsel Shikoku. Unser erster Stopp war das Hirayama Ikuo Museum of Art, in der Kunstwerke des japanischen Künstlers Hirayama (1930 - 2009) ausgestellt wurden. Außerdem haben wir den buddhistischen Kosan-ji-Tempel mit seinem "Cave of 1000 Buddhas" besucht. Dort waren tatsächlich in einem dunklen und angenehm kühlen Tunnel um die 1000 Buddha-Statuen an den Felswänden zu finden, zwischen denen sich ab und zu ein Wasserfall entlangschlängelte. Am Ende haben wir noch die schöne Aussicht des "Hill of Hope" und deren einzigartigen, weißen Steinformationen besucht. Nach einer kurzen Weiterfahrt im Auto legten wir einen weiteren Zwischenstopp im Kirosan Park ein, wo wir eine sogar noch beeindruckendere Aussicht auf die Inseln im Meer, die wald-bedeckten Berge und die Kurushima Kaikyo Brücke, welche die Oshima-Insel mit der Shikoku-Insel verbindet, hatten. Gegen 17.00 Uhr kamen wir in unserem Hostel in Matsuyama an, von welchem aus wir noch ein bisschen die Stadt erkundeten. Zuerst legten wir eine Pause im Dogo-Park ein und dann statteten wir einem der ältesten Onsen Japans, dem Dogo Onsen, einen Besuch ab. Da es mein erster Besuch eines Thermalbades war, musste ich mich erstmal mit den Regeln des Bades vertraut machen. Nachdem man am Eingang die Schuhe ausgezogen hatte, wurden Frauen und Männer getrennt. Man ging in die Umkleide, legte all seine Sachen ab und nahm nur Handtuch und Seife / Shampoo mit in das Bad. An den Wänden des Saales, in dessen Mitte das Onsen-Wasserbecken eingelassen war, musste man sich zuerst auf einem Holzhocker abduschen. Danach konnte man das heiße Wasserbecken betreten, in welches das Wasser von 18 natürlichen heißen Quellen floss. Da die Wassertemperatur wirklich sehr hoch war (ca. 42 °C), habe ich es nicht länger als 10 Minuten im Wasser ausgehalten. Danach musste man sich ein weiteres Mal abduschen und mit dem Handtuch abtrocknen, ehe man sich wieder ankleidete. Die Japaner*innen kommen regelmäßig zum Baden in das Onsen, um sich mit dem heiligen Wasser zu reinigen. Nach diesem eher kürzeren und heißen Bad fühlte ich mich wie neu geboren. Auf jeden Fall eine Erfahrung wert!
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English version
Yesterday morning, my hostel co-worker Henry and I started our 8-day-round-trip by car to explore the smallest of the four main Japanese islands, Shikoku. We left the hostel in heavy rain but luckily it was only a 5 minute walk to the car rental. We drove over various small islands and impressive bridges to the main island of Shikoku. Our first stop was the Hirayama Ikuo Museum of Art, which displayed artwork by Japanese artist Hirayama (1930 - 2009). We also visited the Kosan-ji Buddhist temple with its "Cave of 1000 Buddhas". In a dark and pleasantly cool tunnel, around 1000 Buddha statues could be found on the rock walls between some small waterfalls. At the end, we enjoyed the beautiful view of the "Hill of Hope", and its unique white stone formations. After a short continuation in the car, we made another stop at Kirosan Park where we had an even more impressive view of the islands in the sea, the forest-covered mountains and the Kurushima Kaikyo Bridge, which connects Oshima Island with Shikoku Island. Around 5:00 pm, we arrived at our hostel in Matsuyama from which we explored the city a bit more. First, we took a break at Dogo Park and then we visited one of the oldest onsen in Japan, the Dogo Onsen in Matsuyama. Since it was my first visit to a hot spring bath, I had to familiarize myself with the rules of the bath. After taking off your shoes at the entrance, women and men were separated. You went into the locker room, took off all your clothes and took only towel and soap / shampoo into the bath. On the walls of the hall, in the middle of which the onsen water basin was embedded, you first had to take a shower on a wooden stool. Then you enter the hot water pool into which the water from 18 natural hot springs flowed. Since the water temperature was really high (about 42 °C), I could not stand it longer than 10 minutes in the water. After that, you had to take another shower and dry off with a towel before getting dressed again. The Japanese regularly come to bathe in the onsen to cleanse themselves with the holy water. After this rather short and hot bath, I felt like reborn. Definitely worth the experience!Read more
Hike to Mount Ishizuchi (1982 m)
September 15, 2023 in Japan ⋅ ☁️ 18 °C
Geschrieben von Maike
Heute haben wir den höchsten Berg Westjapans und Shikokus besucht, den Mount Ishizuchi (1982 m). Da wir mit der Gondel innerhalb von 8 Minuten bereits auf eine Höhe von 1300 m gebracht wurden, hatten wir "nur" um die 850 Höhenmeter bis zum Gipfel zu bewältigen. Der Aufstieg führte über viele Holztreppen, da der Untergrund zu feucht für einen Wanderweg war. Am Gipfel machten wir neben einem Tempel und einer Berghütte, in der man offenbar auch übernachten konnte, eine Mittagspause. Danach meisterten wir auf dem Grat des Berges eine riskante Kletteraktion zum Gipfelkreuz des Ishizuchi. Die europäischen Sicherheitsstandards hätte dieser Kletterweg wahrscheinlich nicht bestanden, aber das Risiko war es wert! Der Abstieg dauerte sehr viel kürzer als der Aufstieg, auch wenn in der Gondel unsere Beine etwas zitterten...
Zurück in Matsuyama schauten wir uns abends noch das Schloss an. Der Sonnenuntergang mit Blick auf Matsuyama, der größten Stadt von Shikoku, die umliegenden wald-bedeckten Berge und das Meer. Ab und zu verließ ein Schwarm von Krähen die Dächer des Schlosses und zerriss die Stille der Abenddämmerung - einfach ein unvergesslicher Moment!
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English version
Today, we hiked to the highest mountain of western Japan and Shikoku, Mount Ishizuchi (1982 m). Since we were taken to an altitude of 1300 m within 8 minutes by gondola, we had to "only" hike further 850 hight meters to the summit. The ascent led over many wooden stairs because the ground was too wet for a hiking trail. At the summit, we stopped for lunch next to a temple and a mountain hut where apparently you could also spend the night. Afterwards, we mastered a risky climbing pathway on the ridge of the mountain to the summit cross of Ishizuchi. This climb probably would not have passed European safety standards but the risk was worth it! The descent took much less time than the ascent even though our legs were shaking a bit in the gondola...
Back in Matsuyama, we walked to the castle in the evening. The sunset atmosphere when overlooking Matsuyama, the largest city of Shikoku, the surrounding forest-covered mountains and the sea was unique. Every now and then, a flock of crows left the roofs of the castle and tore the silence of dusk - simply an unforgettable moment!Read more
Uchiko & Uwajima (Shikoku)
September 16, 2023 in Japan ⋅ ☀️ 32 °C
Geschrieben von Maike
Die Temperaturen an meinem Morgenlauf zum Schloss in Matsuyama um 7.00 Uhr waren trotz der Frühe schon sehr unangenehm. Trotzdem habe ich die Aussicht am Morgen auf die Stadt nochmal sehr genossen, bevor wir mit dem Auto Richtung Süden losgefahren sind. Heute haben wir das verschlafene und historisch wichtige Städtchen Uchiko besucht, in welchem die traditionell japanische Architektur u.a. aus der Edo-Periode (1600-1868) und der Meiji-Periode (1868-1912) noch erhalten ist. Zu Beginn haben wir uns die Kamihaga-Residenz und das dortige Wachs-Museum angeschaut. Die Kamihaga-Familie ist durch den Handel mit japanischem Wachs, welches aus den Früchten des Sumac-Baumes gewonnen wird, bekannt geworden und hat viel Reichtum nach Uchiko gebracht. In der Kamihaga-Residenz konnten wir uns das traditionell japanisch eingerichtete Haus von innen anschauen, sowie alle Räumlichkeiten der manuellen Wachs-Produktion anschauen. Danach sind wir die Straße entlanggelaufen, um uns die erhaltenen historischen Hausfassaden der Stadt anzuschauen. Über die Mittagszeit legten wir eine kleine Pause in einer Bäckerei "Charme" ein, wo wir auf Tatami-Matten und niedrigen japanischen Tischen gebackene Köstlichkeiten ausprobierten - das hatte wirklich seinen Charme! Mein persönliches Highlight war ein stark nach Matcha schmeckendes Kuchen-Brötchen mit weißen Schokoladenstreuseln, welches ich hoffentlich zu Hause einmal duch Herumexperimentieren nachbacken kann. Der nächste Halt in dem Städtchen war das "History and Folklore Museum", welches das typische Leben einer städtischen Arbeiterfamilie in verschiedenen Szenen nachstellte. In diesem Fall wurde das Leben der Familie nachgestellt, die um 1921 in diesem Haus die Apotheke betrieb. Die Familienmitglieder wurden als menschengroße Puppen bei unterschiedlichen Tätigkeiten im Haus dargestellt: Die Familie beim gemeinsamen Frühstück auf Tatami-Matten, der Gründer des Familien-Unternehmens beim Nachspielen eines Go-Spiels in seinem privaten Zimmer, die Mitarbeiter beim Warten auf Kundschaft hinter der Laden-Theke, oder die Haushaltshilfe beim Abwaschen in der Küche. Nach diesen Einblicken in das frühere Leben japanischer Familien haben wir uns noch das Uchiko-za-Theater angesehen, welches 1916 erbaut wurde. Die von Menschenhand betriebene Drehbühne, der Blumensteg, die Sitzplatzboxen und der Keller sind bis heute gut erhalten und werden nach wie vor für Veranstaltungen genutzt.
Auf unserer weiteren Autofahrt Richtung Uwajima legten wir noch zwei weitere Stopps an Aussichtsplattformen ein. Die letzte Aussicht ermöglichte einen beeindruckenden Blick auf Orangenplantagen, die Berge und das Meer, während die Abendsonne den Himmel leicht rot färbte. Außerdem genossen wir den kühlen Schatten im "Kokemushiro Moss Garden Cafe", welches in einem märchenhaften Wald voller moosbedeckter Wege und Steine, Wasserfälle und kleiner Statuen angesiedelt war.
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English version
The temperatures on my morning run to Matsuyama-castle at 7:00 am were already very high despite early morning hours. Nevertheless, I enjoyed the morning view on the city before we left the hostel by car, heading south of the island. We visited the sleepy and historically important town of Uchiko where traditional Japanese architecture from the Edo period (1600 -1868) and the Meiji period (1868-1912) is still preserved. To begin with, we took a look at the Kamihaga residence and the wax museum there. The Kamihaga family became famous for trading in Japanese wax which is extracted from the fruit of the sumac tree, and brought wealth to Uchiko. At the Kamihaga residence, we saw the inside of the traditionally Japanese house as well as all the rooms of the manual wax production. Afterwards, we walked down the street to look at the preserved historical house facades. During lunch time, we took a short break at a bakery "Charm" where we tried delicious bakery products on tatami mats and low Japanese tables - it really had its charm! My personal highlight was a strongly matcha-tasting cake bun with white chocolate sprinkles, which I hope to recreate at home by experimenting in the kitchen. The next stop in town was the "History and Folklore Museum" which showed the typical life of an urban working-class family in various scenes. In this museum house, you could see the life of a family running the pharmacy of the town around 1921. The family members were portrayed as human-sized dolls participating in various activities in the house: The family eating breakfast together on tatami mats, the founder of the family business reenacting a game of Go in his private room, the employees waiting for customers behind the store counter, or the housemaid washing dishes in the kitchen. After this authentic participation in early Japanese life, we visited the Uchiko-za Theater, built in 1916. The human-powered revolving stage, the flower walkway, the seating boxes of the audience and the basement are well preserved to this day and are still used for events.
As we continued our car ride toward Uwajima, we stoped two more times at viewing platforms. The last platform provided an impressive view on orange orchards, the mountains and the sea whilest the evening sun was turning the sky slightly red. We also enjoyed the cool shade at the "Kokemushiro Moss Garden Cafe" which was set in a fairytale forest full of moss-covered paths and stones, waterfalls and small statues.Read more
Kochi und das Dorf der Vogelscheuchen
September 17, 2023 in Japan ⋅ 🌙 27 °C
Geschrieben von Maike
In den vergangenen drei Tagen haben wir einmal wieder viel erlebt: Wir haben die Hafenstadt Kochi auf dem Süden der Insel Shikoku erkundet. Dort war vor allem die im 16. / 17. Jahrhundert erbaute Burg, welche als eine von insgesamt nur 12 japanischen Burgen alle Kriege und Katastrophen überlebt hat, sehenswert. Außerdem haben wir den riesigen botanischen Garten mit über 3000 Pflanzenarten bewundert. Dieser Garten wurde zu Ehren des leidenschaftlichen Botanikers Dr. Tomitaro Makino (1862-957), dem "Vater der japanischen Botanik", angelegt. Natürlich haben wir auch dem blauen Meer und dem weißen Sandstrand bei Katsura Hama in der Nähe von Kochi einen Besuch abgestattet, auch wenn wir dort leider nicht schwimmen durften. Am Abend ging es dann noch zum beliebtesten Fisch-Lokal auf einem Essensmarkt im Zentrum von Kochi, wo ich das beste Sashimi (Bonito-Fisch, eine Art Thunfisch, serviert mit Zitronensaft, Salz und Wasabi) meiner bisherigen Japan-Reise gegessen habe.
Heute Morgen ging es mit dem Auto über steile und enge Straßen, die sich teilweise wie auf einer Mario-Kart-Bahn anfühlten, weiter nach Iya Valley. Dieses langgestreckte Tal ist bekannt für seine steilen Hänge mit historisch wertvollen Gebäuden und über den Fluss führenden Brücken, die bis heute erhalten und renoviert worden sind. So haben wir das alte Samurai-Haus "Bukeyashiki Kita-Ke" des Kita-Clans, welches 1763 erbaut wurde, sowie weitere historische Gebäude im Ochiai-Village besucht. Am beeindruckendsten fand ich die neben der Bukeyashiki-Residenz stehende, 800-Jahre alte Zeder, welche mit einem Umfang von 11 Metern und einer Höhe von 35 Metern die zweit-größte Zeder in Shikoku sein soll.
Nach unserem Mittag in einer Soba-Manufaktur mit handgemachten Soba in Dashi (japanischer Brühe) haben wir das wohl einsamste, und doch belebteste Dorf von Iya Valley durchquert: Kakashi-no-Sato war früher ein gut besiedeltes Dorf, welches heute von etwa 300 Vogelscheuchen und 27 Menschen bewohnt wird. Jede Vogelscheuche ist mit Namen, Geschlecht, Alter, Persönlichkeit und Lebensgeschichte in einem Register gelistet. Die Dorfbewohnerin Tsukimi Ayano fing 2002 an, eine Vogelscheuche für ihr Feld zur Krähen-Vertreibung zu bauen. Als die Nachbarn anfingen, die Vogelscheuche täglich zu grüßen, arbeitete Ayano an weiteren menschengetreuen Puppen, sodass bis heute um die 300 Vogelscheuchen im Dorf stehen. Die Schule ist der populärste Spot, da dort in der "verlassenen" Sporthalle viele Vogelscheuchen ein Schulfest feiern. Henry und ich haben natürlich gleich mitgefeiert... Könnt ihr uns entdecken?
Am Ende ging es noch zu der 45-Meter-langen alten Kazurabashi-Brücke, die über den Iya-Fluss führt und hauptsächlich mit Bergreben stabilisiert wird. Wann die Brücke genau erbaut wurde, ist unklar, jedoch ist sie die längste der drei erhaltenen von ursprünglich 13 Hänge-Brücken in Japan. Nach diesem erlebnisreichen Tag sind wir froh, in unserem typisch japanisch eingerichteten Bungalow anzukommen: Wir schlafen auf Futton-Betten auf Tatami-Matten, welche tagsüber eingeklappt werden. So hat der flache Tisch in der Mitte, an dem wir kniend essen, mehr Platz im Raum. Eine sehr gemütliche Atmosphäre!
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English version
We experienced a lot in the last three days: We explored the port city of Kochi on the south of the Shikoku-island. The castle there was built in the 16th / 17th century and is one of a total of only 12 Japanese castles that has survived all wars, fires and catastrophes. We also visited the huge botanical garden with over 3000 species of plants. This garden was dedicated to the passionate botanist Dr. Tomitaro Makino (1862-957), the "father of Japanese botany". Of course we also took a look at the blue sea and the white sandy beach at Katsura Hama near Kochi, even though we were not allowed to swim there. In the evening we went to the most popular fish place at a food market in the center of Kochi, where I ate the best sashimi (bonito fish, a kind of tuna, served with lemon juice, salt and wasabi) of my Japan trip until now.
This morning, we continued our round trip to Iya Valley over steep and narrow roads, some of which felt like driving on a Mario Kart track. This Iya valley is known for its steep slopes with historically valuable buildings and bridges over the river that have been preserved and renovated. We visited the old samurai house "Bukeyashiki Kita-Ke" of the Kita clan, which was built in 1763, as well as other historical buildings of Ochiai Village. Most impressive to me was the 800-year-old cedar standing next to the Bukeyashiki residence, which is said to be the second-largest cedar in Shikoku with a circumference of 11 meters and a height of 35 meters.
After our lunch at a soba manufactory with handmade soba in dashi (Japanese broth), we passed through what is probably the loneliest, yet busiest village of Iya Valley: Kakashi-no-Sato used to be a well-populated village which is now inhabited by about 300 scarecrows and 27 people. Each scarecrow is listed in a register with its name, gender, age, personality and life story. In 2002, villager Tsukimi Ayano began making a scarecrow for her field to protect it from crows. When neighbors began greeting the scarecrow daily, Ayano continued making human-shaped dolls, so that until today there are around 300 scarecrows in the village. The school is the most popular spot as many scarecrows celebrate a school party there. Henry and I, of course, joined in the celebration right away.... Can you spot us in the photo?
At the end, we went to the 45-meter-long ancient Kazurabashi Bridge, which crosses the Iya River and is built mainly with mountain vines. It is unclear when exactly the bridge was built, but it is the longest of the three surviving suspension bridges of the original 13 in Japan. After this eventful day, we are happy to arrive at our typical Japanese-style bungalow: We sleep on Futton beds on tatami mats which are folded during the day. Like that, the flat table in the middle of the room, where we eat kneeling, has more space. A very cozy atmosphere!Read more
Goodbye Ito
September 18, 2023 in Japan ⋅ 🌙 28 °C
Geschrieben von Isabelle
Heute verabschiede ich mich von meinem zu Hause der letzten vier Wochen, Ito. Vier Wochen sind nicht viel, trotzdem ist mir dieses kleine Städtchen an der Küste sehr ans Herz gewachsen. Ich werde das tolle Ryokan und meine Kolleg:innen vermissen. Ich werde es vermissen, zu wissen, wo alles ist: Bahnhof, Supermarkt, Arkaden, leckeres Essen. Vor mir liegen ein paar Tage in Hiroshima gefolgt von einigen Wochen im Süden Japans, unweit der tollen Natur, die Maike gerade erkundet. In diesem Eintrag werde ich ein paar Fotos sammeln, die meinen Alltag der letzten Wochen gut zusammenfassen.
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English version
Written by Isabelle
Today, I bid farewell to my home for the past four weeks, Ito. Four weeks may not be much, but this small coastal town has truly grown close to my heart. I will miss the wonderful ryokan and my colleagues. I will miss knowing where everything is: the train station, the supermarket, the arcades, and the delicious food. Ahead of me are a few days in Hiroshima, followed by several weeks in the southern parts of Japan, not far from the beautiful nature that Maike is currently exploring. In this entry, I will gather a few photos that sum up my daily life of the past few weeks.Read more
Of Peace and War and a Little Tram
September 19, 2023 in Japan ⋅ ⛅ 31 °C
Triggerwarnung: grafische Beschreibung von schweren Verletzungen
Geschrieben von Isabelle
Am 6. August 1945 um 08:15 Uhr fällt eine Atombombe aus dem Himmel und landet in Hiroshima. Etwa 70000 Menschen sterben an den unmittelbaren Folgen, weitere 70000 in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren. Im Bruchteil einer Sekunde liegt eine gesamte Metropole brach.
Egal wie sehr man versucht, dieses Leid in Worte zu fassen, wird es einem niemals gelingen. Das Friedensmuseum in Hiroshima bringt einen näher an die Ereignisse des 6. August 1945 als sonst irgendwie möglich wäre. Menschen verglühen innerhalb eines Wimpernschlags. Schüler:innen werden eins mit ihrer Uniform. Finger schmelzen zu einem einzigen Klumpen. Kinder verlieren ihre Eltern und Eltern ihre Kinder. Ganze Hautpartien lösen sich von Muskeln, Fett und Knochen und hängen wie Stofffetzen vom Körper…
Ich gratuliere denjenigen, die bis hierher gelesen haben. Es ist nicht leicht, die Augen vor diesem unbeschreiblichen Leid nicht zu verschließen. Leider hört es hier für die Einwohner:innen von Hiroshima nicht auf. In den Wochen und Monaten nach dem Atombombenabwurf erkranken Tausende an Strahlenkrankheit und erleiden ein schnellen aber qualvollen Tod. Während manche körperlichen Wunden der Betroffenen heilen oder zum Erliegen derselbigen führen, bleiben viele emotionale Wunden für lange Zeit. Den Verlust von Angehörigen können viele Überlebende bis zu ihrem eigenen Tod nicht überwinden. Noch Jahrzehnte später werden sie verfolgt von jenem schicksalhaften Augenblick. Leider ist diese keine Geschichte voller Hoffnung und Optimismus. Lange Zeit gab es für die Überlebenden nur Leid und kein Licht am Ende des Tunnels. Doch die Menschen Hiroshimas sind stark und leben weiter. Sie sind stark für sich und ihre Lebenden und getöteten Angehörigen. Sie tragen ihr Leid in die Welt mit einer Mission: Kriege sowie die Weiterentwicklung und den Einsatz von Atombomben und Wasserstoffbomben beenden. Leider stehen sie einer Reihe mächtiger narzisstischer Menschen gegenüber, die nicht verstehen, welche Konsequenzen der Einsatz solchen Massenvernichtungswaffen wirklich hat. Aber sie bleiben stark und machen weiter. Nur drei Tage nach der Zerstörung Hiroshimas geht die erste Straßenbahn, Wagennummer 653, wieder in Betrieb und transportiert die Menschen unentgeltlich durch die Geisterstadt. Die kleine Straßenbahn, die die Atombombe überlebte, erzählt bis heute ihre Geschichte auf den Straßen Hiroshimas und bringt Leute an ihr Ziel. Hiroshima ist heute größer als vor seiner Zerstörung und wenn man nichts von seiner Geschichte weiß, würde man nicht ahnen, welche Szenen sich am 6. August 1945 und den folgenden Wochen, Monaten und Jahren hier abspielten… Doch das Leid der Getöteten und Überlebenden soll niemals vergessen und in alle Ewigkeit erinnert werden.
Bitte lest die berührende Geschichte der Wagennumer 653 und seiner 14-jährigen Fahrerin.
https://www.asahi.com/sp/ajw/articles/13684530
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English version
Trigger warning: graphic description of severe injuries
Written by Isabelle
On August 6, 1945 at 08:15, an atomic bomb falls from the sky and lands in Hiroshima. About 70000 people die from the immediate aftermath, another 70000 in the weeks, months and years to come. In a fraction of a second, an entire metropolis lies fallow.
No matter how hard you try to put this suffering into words, you will never succeed. The Peace Museum in Hiroshima brings one closer to the events of August 6, 1945 than would otherwise be possible.
People burn up in the blink of an eye. Students become one with their uniforms. Fingers melt into a single lump. Children lose their parents and parents their children. Whole sections of skin detach from muscle, fat and bone and hang from the body like shreds of cloth…
Congratulations to those who have read this far. It is not easy not to close your eyes to this indescribable suffering. Unfortunately, it does not stop here for the residents of Hiroshima. In the weeks and months following the atomic bombing, thousands contracted radiation sickness and suffered a quick but agonizing death. While some of the physical wounds of those affected heal or lead to the cessation of the same, many emotional wounds remain for much longer. Many survivors are unable to overcome the loss of loved ones until their own death. Decades later, they are still haunted by that fateful moment.
Unfortunately, this is not a story full of hope and optimism. For a long time, there was only suffering for the survivors and no light at the end of the tunnel. But the people of Hiroshima are strong and carry on. They are strong for themselves and their living and killed relatives. They carry their suffering to the world with one mission: to end wars and the advancement and use of atomic bombs and hydrogen bombs. Unfortunately, they face a number of powerful narcissistic people who do not understand the real consequences of using such weapons of mass destruction. But they remain strong and keep going.
Just three days after Hiroshima's destruction, the first streetcar, car number 653, goes back into service, transporting people through the ghost town without charge. The little streetcar, which survived the atomic bomb, still tells its story on the streets of Hiroshima today, taking people to their destinations.
Hiroshima is bigger today than it was before its destruction, and if one knew nothing of its history, one would have no idea of the scenes that took place here on August 6, 1945 and the weeks, months and years that followed... But the suffering of those killed and survivors shall never be forgotten and remembered for all eternity.
Please read the touching story of the car number 653 it’s 14 year-old conductor.
https://www.asahi.com/sp/ajw/articles/13684530Read more
Rafting, Seilgarten und Teeplantagen
September 20, 2023 in Japan ⋅ ☁️ 28 °C
Geschrieben von Maike
Heute haben wir einen Tag voller erlebnisreicher Aktivitäten hinter uns. Am Vormittag haben wir ein adrenalin-treibendes Wildwasser-Rafting auf dem Yoshino gemacht. Dieser Fluss ist in Japan sehr beliebt für die wilden Raftings, die man in den starken Strömungen erlebt. Mit Wetsuit, Helm und Schwimmweste ausgerüstet und 3 Guides in Begleitung (2 in unserem Schlauchtboot, 1 in einem Wildwasserkajak) sind wir 1,5 Stunden durch die Strömungen gefahren, haben ein paar Gleichgewichts-Spiele im Wasser gespielt, sind im Fluss geschwommen und haben Cliff-Jumping gemacht. Die tollen Fotos hat der erfahrene Guide im Kajak gemacht.
Danach ging es mit dem Auto über einige schöne Aussichtsplattformen weiter zu einer versteckten Grüntee-Plantage mitten in den Bergen (Kyokufuen, Miyoshi). Ich hatte in einem Artikel über diese Plantage gelesen, dass sie in Shikoku eine der besten Grüntees macht und auf Pestizidfreiheit großen Wert legt. Da sie allerdings nur ein kleines Familienunternehmen sind, liefern sie gar nicht so weit. Dass der Teeladen neben ihrer Farm so versteckt ist, wussten wir natürlich nicht. Der Teeplantagenbesitzer hat unseren Besuch wahrscheinlich nicht erwartet, sich aber sehr gefreut, dass ich bei ihm gleich 4 Packungen hochwertigen Sencha und Bancha gekauft habe. In Japan ist es eine Geste höchster Achtung, wenn der Gast nach einem Besuch vom Gastgeber nicht nur zur Tür, sondern vor die Tür gebracht wird. Der Besitzer fragte uns über Google-Übersetzer interessiert, woher wir kommen, bedankte sich mehrfach für unseren Besuch, und brachte uns wohlgemerkt bis zum Auto hinaus. Ich war sehr glücklich, diese lokale und mit Herzen betriebene Teeplantage besucht zu haben!
Heute Nachmittag ging es für uns noch in einen Kletterwald, in welchem wir nicht nur verschiedene Kletter-Parcourse zwischen den Bäumen absolvierten, sondern auch an einer 360-Meter-langen Seilbahn über den Iya-Fluss flogen. Zum Abschluss des Tages ging es noch mit dem Auto in die Nähe des Mount Kunimi. Vom Parkplatz aus wanderten wir noch 400 Höhenmeter bis zum Gipfel, sodass wir rechtzeitig wieder am Auto waren, als es dunkel wurde.
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English version:
Today, we had a day full of adventurous activities. In the morning, we participated in an adrenaline-releasing white water rafting on the Yoshino river with strong currents. Equipped with wetsuit, helmet and life jacket and accompanied by 3 guides (2 in our inflatable boat, 1 in a whitewater kayak) we rafted through the currents for 1.5 hours, played some balance games in the water, swam in the river and did some cliff jumping. The great photos were taken by the experienced guide in the kayak.
We continued our day trip with some beautiful viewing platforms where we went by car. Then, we headed to a hidden green tea plantation in the middle of the mountains (Kyokufuen, Miyoshi). I read in an article about this plantation that they make some of the best green tea in Shikoku and value highlty organic and pesticide free quality. However, since they are only a small family business they don't ship their tea far. Of course, we didn't know that the tea store next to their farm was so tiny and hidden. The tea plantation owner probably didn't expect our visit but was very happy that I bought 4 packs of high quality Sencha and Bancha from him right away. In Japan, it is a gesture of highest respect when the host brings the guest not only to the door but in front of the door. The owner asked us with interest via Google translator where we were from, thanked us several times for our visit, and took us all the way out to the car - a clear sign I would say... I was very happy to have visited this local and wonderful tea plantation!
In the afternoon, we went to a climbing forest where we not only climbed various courses between the trees, but also flew on a 360-meter-long zip line over the Iya River. At the end of the day, we went near Mount Kunimi by car. From the parking lot we hiked another 400 hight meters to reach the summit so that we were back at the car before sunset.Read more
Mt Tsurugi, Kotohira und Okayama
September 21, 2023 in Japan ⋅ ☁️ 20 °C
Geschrieben von Maike
Die Insel-Rundreise über Shikoku neigt sich dem Ende zu. Gestern haben wir den Mount Tsurugi (2999m) über einen anfänglichen Sessellift mit anschließender kurzer Wanderung auf den Gipfel bei windigem Nebel- und Regenwetter bestiegen. Eigentlich wollten wir über den Grat zum Nachbargipfel wandern, aber leider war das Wetter dafür ungeeignet. Also haben wir uns mit dem Auto auf zu unserem letzten gemeinsamen Stopp nach Kotohira gemacht, einer japanischen Kleinstadt mit einer Vielzahl von Tempeln und Schreinen. Diese liegen alle entlang eines Pilgerweges, der einige Höhenmeter umfasst, sodass der letzte Tempel sehr weit oben liegt und eine schöne Aussicht auf Kotohira ermöglicht. Die kleine "Pilgerwanderung" haben wir heute Vormittag gemacht. Davor ging es noch zu einem Sake-Museum, welches in übersichtlichen Texten und Nachstellung der Produktionsschritte die Zubereitung des japanischen Reisweins erklärte. Kotohira beherbergt eine historisch wichtige Sake-Brauerei, in welcher das Museum zu finden ist.
Auf dem Rückweg nach Hiroshima setzte Henry mich mit dem Auto an einem Bahnhof in der Nähe der Autoroute ab. Da ich noch einen Tag mehr frei habe als er, wollte ich diesen für einen weiteren Städte-Ausflug nutzen. Daher bin ich nun mit dem Zug nach Okayama gefahren, wo ich heute Nachmittag die Stadt erkundet habe. Der hiesige Korakuen-Garden ist neben der Burg die Hauptattraktion der Stadt und wird als einer der drei schönsten japanischen Gärten eingestuft. Der Feudalherr Ikeda Tsunamasa ließ den Garten 1687 errichten. Der Garten wurde jedoch im 2. Weltkrieg so zerstört, dass er 1952 nach alten Quellen der Edo-Periode wieder rekonstruiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Die Gartenatmosphäre hat mich sehr bezaubert, da es geregnet hat und nicht allzu warm war, als ich durch ihn durchspazierte. Neben einer Teeplantage, einem Tee-Haus, vielen Pausen-Häuschen in japanischem Stil und einem kleinen See bietet er eine einzigartige Möglichkeit, zu entspannen und einfach mal die Seele baumeln zu lassen!
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English version
The island tour of Shikoku is coming to an end. Yesterday, we climbed Mount Tsurugi (2999m) by an initial chairlift followed by a short hike to the summit in windy fog and rain. Actually we wanted to hike over the ridge to the neighboring summit but unfortunately the weather was not suitable. In the end, we continued to our last stop in Kotohira, a small Japanese town with several temples and shrines. These are all located along a pilgrimage trail that passes a few meters of elevation. The last temple is very high up and provides a nice view of Kotohira. We walked along this little "pilgrimage trail" this morning. Before that, we went to a sake museum which explained the preparation of Japanese rice wine in well-described texts and reenactments of the production steps. Kotohira is home to a historically important sake brewery where the museum is located.
On the way back to Hiroshima, Henry dropped me off by car at a station near the autoroute. Since I have one more day off than him, I wanted to use it for another city trip. So now I took the train to Okayama where I explored the city this afternoon. The local Korakuen Garden is the main attraction of the city along with the castle, and is classified as one of the three most beautiful gardens in Japan. The feudal lord Ikeda Tsunamasa had the garden built in 1687. However, the garden was destroyed during World War II that it was reconstructed in 1952 according to old Edo period photographs, and opened to the public. I was very fascinated by the garden atmosphere as it was raining and not too warm when I walked through it. There you can find a tea plantation, a tea house, many Japanese style rest houses and a small lake - just the perfect opportunity to relax and let your mind wander!Read more











































































































































































































































































































































































































TravelerWhat a view!!😍 I’m jealous!