• Uta Vogel
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Wandern Hierro und La Gomera

Un’avventura di 16 giorni di Uta Leggi altro
  • Inizio del viaggio
    24 febbraio 2026

    Lange Anreise mit Flieger, Bus und Fähre

    24 febbraio, Spagna ⋅ ☀️ 23 °C

    Unser Abenteuer beginnt früh – sehr früh. Bereits um 6:10 Uhr hebt unser Flieger Richtung Teneriffa ab. Dank eines unschlagbar günstigen Flugangebots, das wir vor einigen Wochen entdeckt haben, starten wir heute in unsere zweiwöchige Wanderreise über El Hierro und La Gomera.
    Vom Flughafen Süd bringt uns der Bus Nr. 40 zügig nach Los Cristianos. Den letzten Kilometer zum Hafen legen wir zu Fuß zurück, und pünktlich um 11:00 Uhr stehen wir am Kai. Das einzige Problem: Unsere Fähre nach El Hierro legt erst um 17:00 Uhr ab.

    Die Hitze hier im Süden Teneriffas ist fast schon erschlagend: 28° C im Schatten! Nach den kühlen Wochen zu Hause ist unser Kreislauf darauf noch nicht eingestellt. Mit unserem Gepäck im Schlepptau ist es definitiv zu warm, um große Erkundungstouren durch den Ort zu machen. Wir entscheiden uns für die gemütliche Variante und schlagen unser Lager in einem schattigen Strandrestaurant auf. Mit direktem Blick auf den Stadtstrand und das geschäftige Treiben überbrücken wir die Wartezeit bei kühlen Getränken.

    Auch wenn das Warten Geduld erfordert, sind wir uns einig: Es gibt deutlich schlimmere Orte, um sechs Stunden "auszuharren". Morgen soll es zum Glück etwas abkühlen – perfekt für unseren Start auf El Hierro.
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  • Fährüberfahrt nach El Hierro

    24 febbraio, Spagna ⋅ ☀️ 23 °C

    Aufbruch in eine andere Welt: Die Überfahrt nach El Hierro

    Langsam wird es Zeit, aufzubrechen. Wir gehen zu Fuß zum Fährterminal, und erst als wir direkt vor der Fähre stehen, erkennen wir deren gewaltige Abmessungen. Mit Vollgas geht es nun zum südwestlichsten Punkt Europas – ein Ort, der geografisch eigentlich schon zu Afrika zählt. Doch was erwartet uns auf dieser abgelegenen Insel?

    El Hierro: Klein, westlich, besonders
    El Hierro ist die kleinste der Kanarischen Inseln und eine Welt für sich. Wer hierherkommt, lässt das klassische Bild von Spanien und typischen Urlaubsdestinationen weit hinter sich.
    Für die rund 11.000 Einheimischen ist das Leben geprägt von Ruhe, einer tiefen Gemeinschaft und einer engen Naturverbundenheit. Man kennt sich seit Generationen, hilft sich gegenseitig, und das Leben folgt einem entschleunigten Rhythmus. Besonders stolz sind die Bewohner auf ihre ökologische Vorreiterrolle: Das Wind-Wasser-Kraftwerk Gorona del Viento macht die Insel zeitweise komplett energieautark. Diese Ausrichtung auf Nachhaltigkeit ist heute ein fester Teil der herreñischen Identität.

    Herausforderungen der Abgeschiedenheit
    Natürlich bringt die Isolation auch Hürden mit sich. Die medizinische Versorgung ist eingeschränkt, Arbeitsplätze sind rar, und die Lebenshaltungskosten sind hoch, da fast alles importiert werden muss. Junge Menschen verlassen oft die Heimat für ihre Ausbildung, und die wetterabhängigen Verkehrsverbindungen erfordern von jedem Bewohner eine ordentliche Portion Gelassenheit und Organisationstalent.

    Ein Paradies für Individualisten
    Für uns Touristen wirkt El Hierro wie ein Gegenpol zum Massentourismus. Es gibt keine Hotelburgen, sondern spektakuläre Vulkanlandschaften, die uralten, windgebeugten Wacholderbäume von La Dehesa und die kristallklaren Tauchgründe von La Restinga. Wer Luxus oder Nachtleben sucht, wird enttäuscht; wer aber Stille, authentische Begegnungen und unberührte Natur liebt, findet hier sein Paradies. Man passt sich dem Inselrhythmus an, nicht umgekehrt.

    Ein Experimentierfeld für die Zukunft
    Vielleicht ist El Hierro genau das: Ein Experimentierfeld für ein anderes Lebensmodell – weniger Konsum, mehr Gemeinschaft, mehr Zeit. Mit 58 % geschützter Inselfläche, dem Status als UNESCO-Biosphärenreservat und Global Geopark gehört sie zu den am strengsten behüteten Regionen Spaniens. Sogar das Meer im Mar de Las Calmas steht unter besonderem Schutz.

    Wir freuen uns darauf, diesen ursprünglichen Ort am Rande Europas nun mit eigenen Augen zu entdecken und in seine ganz eigene Zeitrechnung einzutauchen.
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  • Abendliche Erkundungstour durch Valverde

    24 febbraio, Spagna ⋅ 🌙 18 °C

    Unsere Fähre legt mit etwas Verspätung um 19:40 Uhr an. Zu unserem Glück werden wir bereits von einem Taxi erwartet, das uns auf direktem Weg zum Hotel Boomerang bringt. Es ist bereits stockfinster, als wir ankommen. Wir stellen nur schnell unsere Rucksack-Koffer aufs Zimmer und ziehen direkt wieder los, um die Stadt zu erkunden.
    Doch Valverde zeigt sich uns von seiner verschlafenen Seite – hier ist so gar nichts los.

    Unsere Recherche führt uns zu zwei wirklich schönen und gut bewerteten Restaurants, doch wir stehen vor verschlossenen Türen: Das eine hat dauerhaft aufgegeben, das andere wird gerade renoviert – ausgerechnet seit gestern und noch bis morgen.

    So lassen wir uns treiben und landen schließlich in einer netten, kleinen Bar. Hier lassen einige Einheimische bei einem Glas Wein den Tag ausklingen. Die Atmosphäre ist entspannt, und wir haben Glück: Wir bekommen auch zu später Stunde noch etwas zu essen. Ein unaufgeregter, aber echter erster Abend auf El Hierro.
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  • Valverde am Morgen bei Sonnenschein

    25 febbraio, Spagna ⋅ ☀️ 19 °C

    10,3 km - 440 m Aufstieg - 440 m Abstieg

    Nach dem Frühstück starten wir bei strahlendem Sonnenschein und einem Himmel, der so blau ist, wie man ihn nur auf den Kanaren findet. Vor uns liegen rund 13 Kilometer und 600 Höhenmeter – die perfekte Distanz, um die Insel zu erkunden. Im Vertrauen auf das Kaiserwetter treffen wir eine folgenschwere Entscheidung: Die Regenponchos bleiben in der Unterkunft, und wir nehmen nur das Nötigste an Kleidung mit. Ein Fehler, wie sich später noch herausstellen soll, doch in diesem Moment ahnen wir davon noch nichts.

    Unsere Route führt uns zunächst auf steilen, schmalen Sträßchen aus dem Ort hinaus. Der Weg gleicht einer Entdeckungsreise durch die Zeit: Wir passieren die alte Kirche, schreiten an verfallenen Steinhäusern vorbei und bewundern die blühenden Gärten, die einen wunderbaren Kontrast zu den farbenfrohen Fenstern und Türen bilden.

    Schließlich lassen wir die Siedlung hinter uns und tauchen ein in die ehemaligen Terrassenfelder. Auch wenn sie offensichtlich schon länger nicht mehr bewirtschaftet werden, versprühen sie einen ganz eigenen, wilden Charme. Ich bin absolut begeistert von der Fülle an Fotomotiven und genieße diesen Moment im vollen Wanderglück.
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  • Wanderung zum heiligen Baum von Garoé

    25 febbraio, Spagna ⋅ ☀️ 19 °C

    Das Naturschutzgebiet rund um den heiligen Baum von Garoé gehört zu den mystischsten Orten der Insel. Eingebettet in eine sanfte, grüne Hügellandschaft nahe San Andrés, wirkt die Umgebung wie eine Oase – ein friedlicher Kontrast zur sonst so rauen Vulkanlandschaft. Für die Ureinwohner, die Bimbaches, war dieser Baum lebensrettend: Seine Blätter kondensierten die Feuchtigkeit der Passatwolken zu Wasser, das in Mulden aufgefangen wurde. Dieses Phänomen des „horizontalen Regens“ machte den Baum zu einem heiligen Symbol. Auch wenn das Original im 17. Jahrhundert einem Sturm zum Opfer fiel, erinnert sein 1949 gepflanzter Nachfolger heute eindrucksvoll an diese Legende.

    Wir folgen der „Ruta del Agua“, die tief in die Geschichte und Identität der Inselbewohner führt. Man spürt hier schnell: Es ist nicht nur Natur, sondern gelebter Mythos.

    Doch El Hierro wäre nicht El Hierro, wenn das Wetter nicht seine eigenen Pläne hätte. Als wir etwa ein Drittel der Strecke und die meisten Höhenmeter hinter uns haben, zieht es schlagartig zu. Innerhalb weniger Minuten stecken wir mitten in einer dichten Nebel- und Regenwolke. Da wir keinerlei Regenschutz dabei haben, stehen wir vor der Entscheidung: Weiterlaufen oder umkehren?

    Wir warten einen Moment ab, entscheiden uns dann aber vernünftigerweise für den Rückzug. Interessanterweise wirkt die Strecke in umgekehrter Richtung wieder ganz anders. Wir genießen die herrliche Natur, das Spiel der Farben, die wilden Blumen und das Konzert der Vögel, die uns begleiten.

    Lektionen des Tages: 1. Vor dem Start unbedingt die regionale Wetter-App checken. 2. Das morgendliche Styling mit dem Föhn ist auf dieser Insel völlig zweckfrei – der Wind verwandelt jede Mühe innerhalb von Sekunden in eine waschechte Sturmfrisur.
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  • Kleines Museum: Casa de Las Quinteras

    25 febbraio, Spagna ⋅ ☁️ 19 °C

    Unsere Wandertour führt uns heute zufällig am Ethnographic Center Casa de las Quinteras vorbei. Ein Glücksfall, denn der Besuch bietet einen tiefen, authentischen Einblick in das traditionelle Leben auf El Hierro.

    Das Museum ist in einem liebevoll restaurierten historischen Haus untergebracht, das einst von zwei Schwestern bewohnt wurde. In den Räumen werden alte Handwerkskünste, landwirtschaftliche Geräte und Alltagsgegenstände der Insulaner anschaulich präsentiert. Besonders hilfreich ist der erklärende Film in deutscher Sprache: Er zeichnet ein lebendiges Bild davon, wie die Menschen hier früher gearbeitet und gelebt haben. Es war ein Leben voller Mühen, geprägt von Fleiß und einer ursprünglichen, engen Verbundenheit mit der kargen Natur. Man verlässt das Haus mit großem Respekt vor der Genügsamkeit und Widerstandsfähigkeit der „Herreños“.
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  • Einkehrstop im El Charquete

    25 febbraio, Spagna ⋅ 🌬 19 °C

    Über Google Maps werden wir auf eine kleine, unscheinbare Bar aufmerksam, die auch hausgemachte Gerichte anbietet. Es ist ein echter Glücksgriff: Wir fühlen uns dort sofort unglaublich wohl. Die Bedienung ist so herzlich und aufmerksam, dass das Essen gleich noch mal so gut schmeckt – wir sind rundum zufrieden.

    Den späten Nachmittag lassen wir ganz entspannt in unserer Pension verstreichen. Da es im Ort an diesem Abend kaum Alternativen gibt, zieht es uns später wieder in die Bar von gestern Abend, die nur wenige Schritte von unserer Unterkunft entfernt liegt. Dort lassen wir den Tag bei einer intensiven Runde Rummy-Cup ausklingen. Ein einfacher, aber herrlicher Abschluss für einen erlebnisreichen Tag.
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  • Aussichtsreicher Mirador de la Peña

    26 febbraio, Spagna ⋅ 🌬 16 °C

    9 km - 0 m Aufstieg - 580 m Abstieg

    Ein fester Bestandteil unserer Wanderreise ist der Taxiservice, der uns zu den Startpunkten bringt oder am Ziel einsammelt. Heute Morgen stehen wir pünktlich um 9:00 Uhr mit unseren Rucksack-Koffern bereit. Als der Fahrer fragt: „Zum Mirador de la Peña?“, bin ich gerade am Telefonieren und antworte gedankenlos mit „Ja“.

    Während bei uns im Ort noch die Sonne scheint, hat der Weg hinauf bereits etwas Magisches. Dichter Nebel hängt schwer über den Bergen, als hätten die Wolken beschlossen, die gesamte Insel einzuhüllen. Die Landschaft wirkt geheimnisvoll und beinahe unwirklich. Doch am Mirador angekommen, haben wir unglaubliches Glück: Er liegt exakt unterhalb der Nebeldecke. Vor uns breitet sich die Nordküste von El Hierro aus – rau, weit und zutiefst beeindruckend. Während über uns die Wolkenfetzen jagen, liegt die Welt unter uns klar und ruhig da, unterbrochen nur von der weißen Gischt des Atlantiks.

    Das Erbe von César Manrique
    Der 1989 eröffnete Mirador ist ein Meisterwerk von César Manrique. Sein Grundsatz, Architektur so in die Natur zu integrieren, dass sie wie ein Teil der Umgebung wirkt, ist hier auf außergewöhnliche Weise spürbar. Das Gebäude wurde direkt in den Fels gebaut; Naturstein, geschwungene organische Linien und große Panoramafenster lassen die Grenze zwischen Innen und Außen verschwimmen.
    Manrique wollte hier die wilde Schönheit der Insel erlebbar machen, ohne sie zu zerstören. Für ihn war Architektur immer auch ein Statement für nachhaltigen Tourismus: Er wollte Orte schaffen, an denen Menschen innehalten und eine emotionale Verbindung zur Landschaft aufbauen können – ohne dass die Identität der Insel verloren geht.

    Kommando zurück
    Nach unserer ausgiebigen Besichtigung starten wir die Wanderung, wundern uns aber bald: Warum ist die Strecke eigentlich in die umgekehrte Richtung ausgeschildert? Erst nach einer Weile wird uns klar, dass wir am falschen Ort abgesetzt wurden. Ein kurzes Telefonat mit dem Reiseveranstalter und dem Taxiunternehmen später werden wir 20 Minuten danach erneut eingesammelt und zur Ermita de la Caridad gebracht. Hier stecken wir nun endgültig mitten in der Wolkendecke. Und obwohl wir das Gefühl haben, die Sonne sei ganz nah, will sich der graue Schleier leider nicht mehr lichten.
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  • Ermita de la Caridad auf 1.220 m

    26 febbraio, Spagna ⋅ 🌬 15 °C

    Heute präsentiert sich die kleine Ermita de la Virgen de la Caridad mystisch und nebelumwoben. Sie thront hoch oben am Rand der Cumbre, dort, wo die Hochebene jäh und steil in das fruchtbare Golfo-Tal abfällt. Die Kapelle ist ein unscheinbares, aber ungemein stimmungsvolles Bauwerk – schlicht im kanarischen Stil gehalten und umgeben von einer Weite, die heute im Dunst verborgen bleibt.
    Ihre Entstehung im Jahr 1924 verdankt sie der Gemeinschaft: Bewohner von San Andrés und Isora sowie Rückkehrer aus Kuba brachten die Spenden für den Bau auf. Gewidmet ist sie der Virgen de la Caridad, der barmherzigen Jungfrau. Früher hatte dieser Ort eine existenzielle Bedeutung: Bevor die Hirten und Bauern den gefährlichen Abstieg mit ihrem Vieh und schweren Lasten ins Tal wagten, hielten sie hier inne, um um Schutz zu bitten – oder sie dankten nach einer glücklichen Rückkehr für ihre Unversehrtheit.

    Diese besondere Atmosphäre zwischen tiefem Glauben, harter Arbeit und der gewaltigen Landschaft ist auch heute noch spürbar. Die Kapelle markiert den Beginn des historischen Camino de Jinama, eines der ältesten und bedeutendsten Wege der Insel. Bis in die 1960er-Jahre war dieser Pfad die Hauptader zwischen Valverde und La Frontera. Auf kurzer Distanz überwindet er enorme Höhenunterschiede und führt durch faszinierende Vegetationszonen – von den kargen Weideflächen der Höhe bis tief hinein in den verwunschenen Lorbeerwald.
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  • Ermita de la Caridad • Mirador La Peña

    26 febbraio, Spagna ⋅ 🌬 16 °C

    Von hier oben setzen wir unsere Wanderung über die weite Hochebene fort. Unser Weg führt uns Richtung San Andrés und schließlich zum Mirador de la Peña. Es ist eine Strecke, die mit ihren weiten Panoramablicken über das Golfo-Tal und die schroffe Nordküste zu den beeindruckendsten Wandergebieten der Insel zählt. Hier verschmelzen die raue Landschaft, die tiefe Geschichte der Insel und die traditionellen Pfade zu einem eindrucksvollen Gesamterlebnis.

    Die klimatische Realität fordert uns heute allerdings heraus: Es ist empfindlich kalt, und ein schneidender Wind fegt über das Plateau. Wenn ich an die Wettervorhersage denke, die uns für die gesamte Reise strahlenden Sonnenschein bei 22° C versprochen hatte, muss ich schmunzeln – die Wirklichkeit sieht deutlich frischer aus.

    Da ich beim Packen eher auf den Wetterbericht als auf mein Bauchgefühl vertraut habe, trage ich heute so ziemlich alles übereinander, was mein Rucksack hergibt. Dank dieses „Zwiebellooks“ kommen wir jedoch ganz gut klar, auch weil uns der Regen glücklicherweise verschont. Die Strecke ist so wunderschön, dass die Kälte fast zur Nebensache wird. Wir genießen jeden einzelnen Sonnenstrahl, der sich durch die dichte Wolkendecke kämpft und die Landschaft für kurze Momente in ein fast magisches Licht taucht.
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  • Die Ermita de la Peña

    26 febbraio, Spagna ⋅ 🌬 17 °C

    Die kleine Ermita de la Peña ist untrennbar mit dem berühmten Aussichtspunkt verbunden. Sie entstand Ende der 1980er-Jahre im Zuge des Baus des Mirador de la Peña und fügt sich mit ihrem schlichten Naturstein fast demütig in das massive Felsgestein ein. Diese Kapelle knüpft an eine tiefe Tradition der Insel an: Orte des Gebets an exponierten Höhen zu schaffen. Es sind Plätze des Innehaltens und Dankens, bevor man sich auf die beschwerlichen Bergpfade begibt. In dieser spektakulären Lage hoch über der Küste wirkt die Kapelle wie ein stiller, schützender Gegenpol zur unendlichen Weite der Landschaft.

    Direkt von hier oben beginnt eine der schönsten Abstiegsrouten der Insel: der historische Camino de la Peña. Der Weg führt in zahllosen, engen Serpentinen die steile Felswand hinunter in das fruchtbare Golfo-Tal. Was früher eine lebensnotwendige Verbindung zwischen den Hochlagen von Guarazoca und der Küste war, ist heute ein Wanderpfad der Extraklasse.

    Bei jedem Schritt nach unten wechseln die Perspektiven auf die wilde Nordküste von El Hierro. Der Abstieg ist zwar stellenweise steil, für geübte Wanderer aber gut machbar und landschaftlich schlichtweg überwältigend. Man erlebt den direkten Übergang von der kargen, windgepeitschten Höhe hinunter in das saftige Grün des Tals, bis man schließlich unten in Las Puntas ankommt, wo schwarze Lavafelsen auf die weiße Gischt des Atlantiks treffen.
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  • Mittagessen mit Aussicht

    26 febbraio, Spagna ⋅ 🌬 17 °C

    Nach unserer Wanderung gibt es keinen schöneren Ort für eine Rast als das Restaurant des Mirador de la Peña. Schon beim Eintreten empfängt uns diese ganz besondere Manrique-Atmosphäre: Stein, Holz und riesige Panoramafenster, die den Blick so rahmen, dass das Golfo-Tal unter uns wie ein lebendiges Gemälde wirkt.

    Wir lassen uns an einem der Tische direkt an der Glasfront nieder. Wir sind die ersten Gäste und genießen die Ruhe und die exzellente Küche.

    Wir entscheiden uns für zwei verschiedene Varianten von Tunfisch. Dazu ein Glas des kräftigen Weißweins aus dem Anbaugebiet El Golfo, dessen Reben wir vorhin noch von oben bewundert haben.
    Zum Abschluss gibt es gegrillte Ananas mit Schokoladen-Sauce. Es ist dieser Moment, in dem der Hunger der Wanderung auf die Eleganz des Ortes trifft. Wir sitzen einfach nur da, schauen hinunter auf die winzigen Häuser von Las Puntas und lassen das Erlebte Revue passieren.
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  • Abendessen im La Bodeguita de Fa`

    26 febbraio, Spagna ⋅ 🌬 14 °C

    Nachbarschaftstreffen am Ende der Welt: Die Bodeguita de Fa`

    Die nächsten beiden Nächte verbringen wir im Hotel Ida Inés in Frontera. Beim Check-in fragen wir nach einem Tipp für das Abendessen, und die Empfehlung führt uns nur 400 Meter bergauf zur Bodeguita de Fa`, die erst vor einem Monat eröffnet hat. Während wir die Straße hinaufspazieren, genießen wir einmal mehr die spektakulären Ausblicke: Hinter uns die steilen Hänge des Kraterrands, vor uns die weite Ebene und der tiefblaue Atlantik.

    Als wir pünktlich um 18:30 Uhr vor der Tür stehen, gesellt sich ein Paar in unserem Alter zu uns. Der Dialekt kommt mir sofort vertraut vor – das klingt doch nach Heimat! Auf meine Frage, ob sie aus der Karlsruher Gegend stammen, lacht das Paar: Sie kommen aus Bühl bei Baden-Baden, genauer gesagt aus Balzhofen. Damit sind wir quasi Nachbarn.
    Spontan entscheiden wir uns, den Abend gemeinsam zu verbringen. Es gibt unglaublich viel zu erzählen: Heiko ist Polizist am Flughafen Söllingen und begeisterter Motorradfahrer. Da beide auch schon mit dem Wohnmobil unterwegs waren, geht uns der Gesprächsstoff nicht aus. Es ist einer dieser Abende, an denen die Zeit wie im Flug vergeht.

    Besonders rührend: Heiko bietet uns kurzerhand seine Handynummer als „Notfall-Taxinummer“ an. Da die beiden mit dem Mietwagen unterwegs sind und die Insel schon gut kennen, bieten sie an, uns abzuholen, sollte uns eine Wanderung einmal zu steil oder zu lang werden. Ist das nicht unglaublich nett?
    Auch kulinarisch ist die Bodeguita eine echte Entdeckung. Wir speisen hervorragend und werden so herzlich bedient, dass wir für morgen Abend direkt wieder reserviert haben.
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  • Planänderung - schon wieder Sturmfrisur

    27 febbraio, Spagna ⋅ 🌬 17 °C

    Als wir heute Morgen erwachen, hängt der Himmel tief und grau über der Insel. Es hat die ganze Nacht gestürmt, und eine Besserung ist leider nicht in Sicht. Eigentlich stand heute die große Tour auf den Kraterrand mit einem respektablen Abstieg von 1.200 Höhenmetern auf dem Plan. Da wir vor dieser Route ohnehin großen Respekt hatten, fällt uns die Entscheidung bei dieser Wetterlage leicht: Wir disponieren um. Sicherheit geht vor!

    Wir lassen uns mit dem Taxi zum Mirador de los Roques de Salmor bringen. Unser Ziel ist der „Sendero Litoral de Las Puntas“, der uns am berühmten Hotel Puntagrande – einst das kleinste Hotel der Welt – vorbei nach Las Puntas führen soll.
    Schon beim Aussteigen peitscht uns der Wind heftig entgegen. Ich muss mich mit ganzer Kraft gegen die Beifahrertür stemmen, um sie überhaupt öffnen zu können. Die Brandung ist so gewaltig, dass die Gischt bis hoch auf den Wanderweg über der Steilküste spritzt. Da der Weg in östliche Richtung wetterbedingt gesperrt ist und wir nicht schon zu Beginn völlig durchnässt werden wollen, wählen wir zunächst eine geschütztere Route. Wir laufen auf einer etwas zurückgesetzten Nebenstraße, gesäumt von wunderschönen Ferienhäusern. Eines davon trägt sogar die unverkennbare Handschrift von César Manrique – ein echtes architektonisches Juwel in dieser rauen Natur.
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  • Spektakuläre Küstenwanderung

    27 febbraio, Spagna ⋅ 🌬 18 °C

    Der Himmel hängt tief und düster über uns. Kräftige Böen jagen schwere Wolken über den Atlantik, und die Luft ist erfüllt vom Geruch nach Salz und Sturm. Unser Weg führt uns direkt an der zerklüfteten Küste entlang; unter unseren Schuhen knirscht bei jedem Schritt das scharfkantige Lavagestein.

    Es ist ein Schauspiel der Urgewalten: Die Brandung donnert mit einer solchen Wucht gegen die schwarzen Felsen, so dass gischtige Fontänen meterhoch in den grauen Himmel schießen. Der Wind peitscht uns die Gischt wie feinen Regen ins Gesicht. Von den Aussichtspunkten entlang der Route bietet sich ein fast einschüchternder Anblick – riesige Wellenberge richten sich auf, bevor sie mit brachialer Gewalt an den Klippen zerschellen und das Salzwasser wie dichten Nebel durch die Luft schleudern.

    Die Gefahr ist greifbar: Überall wehen rote Warnflaggen, und sämtliche Zugänge zum Meer sind streng gesperrt. Selbst an Stellen, die normalerweise sicher begehbar wären, macht die schiere Gewalt der Brandung jeden Schritt unmöglich.

    Doch genau diese mystische, wilde Stimmung fasziniert uns so sehr, dass wir gar nicht umkehren wollen. Unser Pfad schlängelt sich über weite Lava-Plateaus, und wir laufen schließlich viel weiter als geplant. Über den offiziellen Wanderweg hinaus erkunden wir die verlassenen Pfade zwischen ehemaligen Feldern und alten Plantagen, immer begleitet vom Tosen des Ozeans zu unserer Rechten.
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  • Rund ums Ecomuseo de Guinea

    27 febbraio, Spagna ⋅ 🌬 18 °C

    Schon gestern, als wir mit dem Taxi hier vorbeifuhren, hatte ich mir fest vorgenommen, das Ecomuseo de Guinea zu besuchen. Es ist ein faszinierender Ort: Ein rekonstruiertes Freilichtmuseum, das zeigt, wie die Menschen auf El Hierro von den ersten Siedlern bis ins 20. Jahrhundert hinein lebten. Man findet dort authentische Behausungen der Bimbaches sowie spätere Gebäude mit strohgedeckten Steindächern. Die engen Räume sind mit alten Haushaltsgegenständen und Werkzeugen eingerichtet – ein lebendiges Stück Geschichte, das den Wandel vom indigenen Leben bis zur Kolonialzeit greifbar macht.

    Besonders spektakulär: Das Museum liegt direkt über einem etwa 90 Meter langen Lavatunnel. Dieser Hohlraum, der einst von fließender Lava geschaffen wurde, bietet bei Führungen tiefe Einblicke in die vulkanische Entstehungsgeschichte der Insel.
    Gleich nebenan befindet sich das Lagartario, ein Zuchtzentrum für den vom Aussterben bedrohten Lagarto Gigante de El Hierro. Diese Rieseneidechse kommt ausschließlich hier vor. Im Zentrum erfährt man alles über die Bemühungen, diese beeindruckenden Tiere vor dem Verschwinden zu bewahren und sie wieder auszuwildern.
    Doch heute macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung: Wegen des starken Sturms ist das Museumsdorf geschlossen. Nur die Vulkanhöhle wäre zugänglich, aber die Chance, die wärmeliebenden Rieseneidechsen bei diesem Wetter zu sehen, ist gleich null. Wir lehnen dankend ab und beeilen uns, den Bus zurück nach La Frontera zu erwischen.

    Kaum steigen wir dort aus, laufen uns zufällig Heiko und Melanie über den Weg. Nach einem kurzen Plausch zieht es uns jedoch erst einmal in die nächste Bar. Bei Kaffee und Cola stärken wir uns und warten eigentlich darauf, dass ein gut bewertetes Restaurant in der Nähe öffnet. Doch dann geschieht das Unerwartete: Die Sonne bricht plötzlich durch die Wolken! Kurzerhand werfen wir unsere Pläne über den Haufen, lassen das Abendessen sausen und entscheiden uns, das schöne Licht für eine weitere Wanderung zu nutzen.
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  • Wanderung zum Pozo de la Salud

    27 febbraio, Spagna ⋅ 🌬 19 °C

    Pozo de la Salud: Heilendes Wasser und müde Beine

    11,4 km – 10 m Aufstieg – 260 m Abstieg

    Der Pozo de la Salud ist weit mehr als nur ein Brunnen; seine Geschichte reicht bis in das frühe 18. Jahrhundert (1702–1704) zurück. Ursprünglich wurde er angelegt, um der chronischen Wasserknappheit auf der Insel entgegenzuwirken, doch schon bald sprach sich die gesundheitsfördernde Wirkung des mineral- und schwefelhaltigen Wassers herum. Ab dem 19. Jahrhundert wurden die heilkräftigen Eigenschaften offiziell anerkannt, und das Wasser wurde sogar bis nach Kuba und Puerto Rico exportiert. Im 20. Jahrhundert entstand schließlich das Balneario, ein Kurhotel mit Wellness-Betrieb, das den Grundstein für das heutige Hotel Balneario Pozo de la Salud legte.

    Für die gut 11 Kilometer dorthin bleiben wir weitgehend auf einer Höhe und benötigen etwas mehr als zwei Stunden. Unsere Wanderung führt uns an einer alten, faszinierenden Bewässerungsanlage entlang. Wir schaffen es tatsächlich punktgenau zum Bus, der uns für unschlagbare 2,70 € zurück nach La Frontera bringt.

    Wieder im Hotel angekommen, folgt der Blick auf die Statistik: Mein Schrittzähler zeigt stolze 31.111 Schritte und insgesamt 22,2 zurückgelegte Kilometer an. Kein Wunder, dass wir das inzwischen beide deutlich spüren! Nach einer heißen Dusche fühlen wir uns zwar wie neu geboren, doch dieses hartnäckige Ziehen in den Beinen lässt sich nicht ganz ignorieren. Wir nehmen erst einmal eine Extraportion Magnesium und hoffen inständig, dass sich die Muskeln bis morgen wieder erholt haben.
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  • Wanderstart: Mirador de El Lomo Negro

    28 febbraio, Spagna ⋅ 🌬 18 °C

    12,9 km – 660 m Aufstieg – 610 m Abstieg

    Nach dem Frühstück werden wir pünktlich um 9:00 Uhr vom Taxi abgeholt und zum Mirador de Lomo Negro gebracht. Schon die Fahrt dorthin führt uns durch eine unwirkliche Lavalandschaft, die an diesem Morgen gleichermaßen bedrohlich und düster wirkt.

    Kaum angekommen, wollte der Taxifahrer auch schon wieder losstürmen – fast hätten wir unsere Tagesrucksäcke im Wagen vergessen! Als er schließlich davonbrauste, fragte ich mich kurz, ob wir nicht lieber hätten mitfahren sollen, denn hier oben tobt ein gewaltiger Sturm. Das Ergebnis: eine „exponentielle Sturmfrisur“. Meine Haare standen buchstäblich senkrecht zu Berge – ein Look, der mir für den Großteil der Wanderung erhalten bleiben sollte. In dieser Abgeschiedenheit gab es kein Zurück mehr. Doch als hätte jemand meine skeptischen Gedanken gelesen, brach plötzlich die Sonne durch und tauchte die raue Szenerie in ein bezauberndes Licht.

    Vom Mirador de Lomo Negro aus starteten wir eine der schönsten, aber auch herausforderndsten Touren, die ich je gemacht habe. Das lag weniger an der reinen Distanz, sondern am unerbittlichen, starken Gegenwind, der uns alles abverlangte. Der Weg führte uns stetig bergauf zum zweiten Aussichtspunkt, dem Mirador de Lomo Negro II, durch karge, faszinierende Hänge. Wir passierten einen kleinen Krater, den wir links umgingen, und folgten dann einer alten Steinmauer.

    Vorbei an trockenen Wacholdersträuchern erreichten wir schließlich die berühmten Sabinas – jene legendären, uralten Bäume, die vom Wind in surreale Skulpturen gebogen wurden. Nach dem Parkplatz von Sabinar gelangten wir zum Mirador de Bascos. Da dieser leider abrutschgefährdet ist, konnten wir die Plattform selbst nicht betreten, aber der Ausblick war dennoch gewaltig.

    Von dort aus wurde der Weg glücklicherweise etwas gemütlicher und führte uns in Richtung der Höhlen von El Caracol und schließlich zur Ermita de la Virgen de los Reyes.
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  • Auf der Hochebene La Dehesa

    28 febbraio, Spagna ⋅ 🌬 19 °C

    Nachdem wir den atemberaubenden Ausblick am Mirador de Bascos genossen haben, lassen wir die schroffe Abbruchkante hinter uns und wenden uns dem Landesinneren zu. Der Weg führt uns nun quer über die weite Hochebene La Dehesa.

    Es ist ein faszinierender Kontrast: Während es an der Kante noch stürmte, wird es hier – geschützt durch sanfte Bodenwellen – spürbar ruhiger. Die Landschaft öffnet sich und gibt den Blick frei auf weite, grüne Weideflächen, die von unzähligen Steinmauern durchzogen sind. Diese Mauern sind stumme Zeugen der jahrhundertealten Hirtentradition; sie schützen den Boden vor Erosion und dienten dazu, die Herden zu kontrollieren.

    Wir wandern auf weichen Pfaden, die sich durch die flache Vegetation schlängeln. Immer wieder ragen einzelne, knorrige Sabina-Bäume aus dem Gras hervor – manche stehen aufrecht wie Wächter, andere scheinen sich vor der Erinnerung an den letzten Sturm tief zu ducken.

    Nach einiger Zeit taucht in der Ferne das Ziel dieses Wegabschnitts auf: die weiße Ermita de la Virgen de los Reyes. Die kleine Kapelle liegt einsam und friedlich in der kargen Landschaft. Sie ist das religiöse Herz der Insel, und man spürt sofort die besondere Aura dieses Ortes. Hierher kommen die Menschen von El Hierro alle vier Jahre zur großen "Bajada", um ihre Schutzpatronin in einer feierlichen Prozession abzuholen. Für uns ist es der ideale Ort, um die Wanderung im windstillen Schatten der Kapellenmauern Revue passieren zu lassen, bevor wir uns an den Abstieg Richtung Sabinosa machen.
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  • Rund um die Eremita de la virgen

    28 febbraio, Spagna ⋅ 🌬 19 °C

    Ganz plötzlich stehen wir vor den Höhlen von El Caracol – ein Ort von magischer Stille und für uns der perfekte, windstille Platz für eine erste Rast. Hier wurde einst die Jungfrau von Los Reyes zum ersten Mal verwahrt. Dieser Ort verkörpert das wahre Wesen der Gesellschaft von El Hierro: Er verbindet die uralten Hirtentraditionen des indigenen Volkes der Bimbaches mit der tiefen religiösen Ergebenheit, welche die Einheimischen ihrer Schutzpatronin heute noch entgegenbringen.
    Zahlreiche Spuren am Berg von Las Cuevas und El Caracol – von Höhlendörfern über Vulkanrohre bis hin zu den „Alares“ (Steineinfriedungen) – erinnern an das harte Leben der Hirten in früheren Zeiten. Die Grotten wurden auch nach der Eroberung der Insel weiter genutzt und mit neueren Werkzeugen als Wohnstätten, Viehpferche oder Kapellen hergerichtet. Besonders beeindruckend sind neben El Caracol auch die künstlichen Höhlen von Trinistra bei Valverde.

    Ein faszinierendes Detail erfährt man hier über das Zusammenleben der Hirten: Wie unterscheidet man in der Weite des Berges die eigenen Tiere von denen der Nachbarn? Auf El Hierro hat sich ein kluges System aus drei Merkmalen etabliert, das gleichzeitig die Kommunikation unter den Menschen fördert:

    • Markierungen: Spezielle Schnitte an den Ohren kennzeichnen die Zugehörigkeit zur jeweiligen Herde.
    • Klänge: Die unterschiedlichen Töne der Leitglocken definieren verschiedene Untergruppen.
    • Farben: Individuelle Fellzeichnungen dienen der Bestimmung von Einzeltieren.

    Nachdem wir diese geschichtsträchtige Stätte hinter uns gelassen haben, führt uns der Weg steil bergauf auf eine weite Hochebene. Dort erwartet uns ein herrlicher Anblick: Ein schier endloser, weißer Blütenteppich aus wilden Margeriten hat sich über die Landschaft ausgebreitet und wiegt sich sanft im Wind.
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  • Der steile Abstieg nach Sabinosa

    28 febbraio, Spagna ⋅ 🌬 19 °C

    Sobald wir die Abbruchkante überschritten haben, ändern sich Vegetation, Landschaft und Wegeführung schlagartig. Wir tauchen ein in den dichten Nebel- und Lorbeerwald. Unterwegs öffnen sich immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die Küste – tief unter uns erkennen wir die weißen Tupfer der Häuser von Sabinosa, unserem heutigen Ziel. Inmitten dieser Kulisse entdecken wir noch einmal einen perfekten, windstillen Rastplatz in der Sonne, um kurz innezuhalten.

    Sabinosa selbst ist ein Juwel der Ursprünglichkeit. Abgeschieden oberhalb der Steilküste des El-Golfo-Tals gelegen, bietet es einen weiten, ungestörten Blick auf den Atlantik. Die weiß getünchten Häuser mit ihren flachen Dächern und die schmalen, verwinkelten Gassen verleihen dem Ort einen ganz besonderen, friedlichen Charme.

    Hier wird Tradition noch großgeschrieben; kleine Weingärten und Mandelbäume prägen das Bild dieser rauen Vulkanlandschaft. Es gibt kein Restaurant und keine Bar – lediglich einen winzigen Laden, in dem wir gerade noch rechtzeitig ein Getränk ergattern, bevor die Tür für die Mittagspause ins Schloss fällt.

    Da wir unser Ziel bereits um 14:30 Uhr erreichen, aber erst für 16:00 Uhr zur Abholung angemeldet sind, versuchen wir vergeblich, den Taxidienst vorzuziehen. Da unser Fahrer am Ende noch eine halbe Stunde Verspätung hat, ist die Vorfreude auf eine richtige Mahlzeit riesig. Trotz Hunger und Durst genießen wir jedoch die wunderschöne Fahrt über die Inselmitte zu unserer nächsten Unterkunft.
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  • Hotel Lua Boutique

    28 febbraio, Spagna ⋅ 🌬 18 °C

    Es ist bereits spät, als wir unser Hotel für die nächsten beiden Nächte in Taibique bei El Pinar erreichen. Irgendetwas hat mit dem Online-Check-in nicht reibungslos funktioniert, und obwohl wir Informationen zum Öffnen der Eingangstür haben, stehen wir zunächst etwas ratlos vor den Schlüsselboxen. Doch wie gerufen erscheint unsere Gastgeberin und rettet die Situation. In aller Seelenruhe checkt sie uns ein, versorgt uns mit wertvollen Tipps für die Insel und zeigt uns schließlich unser Zimmer.

    Wir sind sofort verzaubert: Alles ist unglaublich liebevoll hergerichtet. Es mangelt an nichts – von ausreichend Handtüchern und Waschlappen bis hin zu einem praktischen Putztuch für die Wanderschuhe ist an alles gedacht. Zur Begrüßung warten Schokolade, ein Piccolo im Kühlschrank mit zwei bereitstehenden Gläsern, frisches Wasser sowie eine Auswahl an Kaffee und Tees auf uns.
    Auch außerhalb des Zimmers setzt sich dieser Eindruck fort: Die Flure und Treppenhäuser sind geschmackvoll geschmückt und dekoriert. Wir fühlen uns hier auf Anhieb unheimlich wohl. Kaum haben wir uns häuslich eingerichtet, dringt plötzlich laute Musik von der Straße zu uns herauf. Erst in diesem Moment realisieren wir, dass wir mitten in eine große Feierlichkeit geraten sind!

    Anbei noch ein paar Fotos vom Ort und der Umgebung.
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  • Carneval in Taibique

    28 febbraio, Spagna ⋅ 🌬 17 °C

    Kaum sind wir in unserem neuen Domizil angekommen, landen wir mitten in einem bunten Spektakel: Völlig unverhofft geraten wir am Abend in den lokalen Karnevalsumzug. Unser Zimmer erweist sich dabei als Logenplatz, denn der bunte Zug zieht immer wieder direkt unter unserem Fenster vorbei.

    Die Organisation ist herrlich unkonventionell: Die festlich geschmückten Wagen bahnen sich ihren Weg rund 400 Meter die schmale Hauptstraße entlang, wenden am Ende mühsam und rollen denselben Weg wieder zurück. Das Ganze wirkt wunderbar unkoordiniert, aber genau das macht den Charme aus – es herrscht eine unglaublich ausgelassene und lebensfrohe Stimmung.

    Man sieht sofort, wie viel Herzblut die Menschen hier in ihre Kostüme gesteckt haben. Überall glitzert und leuchtet es, und die Musik hallt von den Hauswänden wider. Die Dorfgemeinschaft tanzt, lacht und feiert mit einer Energie, die uns sofort ansteckt. Es ist ein Fest der Lebensfreude, das bis tief in die Nacht andauert und uns zeigt, dass die Herreños nicht nur hart arbeiten, sondern auch ganz genau wissen, wie man das Leben feiert.
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  • Aufstieg zur Ruta de la Llanía

    1 marzo, Spagna ⋅ 🌬 17 °C

    13,4 km – 590 m Aufstieg – 590 m Abstieg

    Heute Morgen lassen wir es entspannt angehen. Nach einem gemütlichen Frühstück starten wir direkt in Taibique auf dem alten Verbindungsweg zwischen El Pinar und El Golfo. Der Pfad führt uns direkt zu Beginn ordentlich steil aus dem Ort heraus. Vorbei an terrassierten Feldern erreichen wir schließlich den schattigen Pinienwald und das Erholungsgebiet Hoya de Morcillo, wo wir auch an einem Campingplatz vorbeikommen.
    Ab hier wird es ernst: Auf einer breiten Piste geht es lange und steil bergauf durch den herrlichen Wald. Als wäre die Steigung nicht schon genug, peitscht uns ein starker Gegenwind entgegen – das ist extrem kräftezehrend und fordert unsere ganze Ausdauer.

    Nachdem wir den schweißtreibenden Anstieg von rund 600 Höhenmetern bezwungen haben, erreichen wir den geschichtsträchtigen Camino de la Virgen. Eine Fahrstraße führt uns schließlich zum Startpunkt der Ruta de la Llanía. Hier ändert sich die Szenerie schlagartig: Wir tauchen ein in eine mystische Welt aus Lorbeerbäumen, Gagelsträuchern und Baumheide, die durch die dichten Nebelbänke des Passats in tiefes Grün getaucht sind.

    Entlang des Weges erfahren wir auf interessanten Schautafeln viel über den „Monte Herreño“ – den Nutzwald der Insel. Es ist beeindruckend, wie tiefgreifend die Bewohner mit der Natur verwoben waren:

    • Köhlerei: Aus Buchenstümpfen wurde unter Erdhügeln mühsam Holzkohle gewonnen, da Brennholz zum Heizen kaum ausreichte.
    • Landwirtschaft: Jede Kiefernnadel wurde aufgesammelt, um in den Ställen als Einstreu zu dienen und später wertvollen Dünger zu liefern.
    • Überlebenskunst: In Notzeiten wurde aus Farnwurzeln sogar Mehl für eine spezielle Gofio-Variante gestampft.
    • Handwerk: Die Weinbauern nutzten sogenannte „Horquetas“ (V-förmige Aststützen), um die schweren Trauben vor dem Verfaulen am Boden zu schützen.

    Es macht uns nachdenklich zu lesen, dass dieser Raubbau an der Natur – oft aus purer Not – das Ökosystem fast zerstört hätte. Erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird der Wald offiziell geschützt, damit wir heute durch dieses grüne Paradies wandern können.
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