Et jeht losss….
17 januari 2025, Duitsland ⋅ ⛅ -1 °C
Ein letzter Blick auf den vernebelten Kölner Dom. 0 Grad. Die Herzensmenschin aller Herzensmenschen nochmal gedrückt, eingehüllt in expeditionstaugliche Multifunktionsfasern und dann: warten auf die Bahn😁….Meer informatie
Dubai - frühmorgens im Morgenland…
17 januari 2025, Verenigde Arabische Emiraten ⋅ ☀️ 23 °C
Flugzeuge und -häfen kann er ja, der Scheich. Keine „Verzögerung wegen verspätetem Personal aus vorherigem Flug“. Wenn er sich allerdings in Form eines autistischen 120-Kilo-Passagieres in den Mittelsitz neben mir zwängt und die heilige Demarkationslinie der dünnen Sitzlehne überquillt und ich mitatmen muss, dann freue ich mich immerhin über freundliche Emirates-Flugbereiterinnen und more gebuchten Legspace. Außerdem lese ich gerade ein Buch über Buddhismus und übe mich sofort in mitfühlender Gelassenheit – der Scheich ist ja auch nur ein Mensch.
Außerdem endlich mal 3 h Godfather am Stück geschaut; da waren’se nicht so buddhistisch unterwegs. Und freue mich jetzt auf den Connecting Flight um 02:45 nach Perth: Guuute Nacht💫🥂Meer informatie

ReizigerAtmen ist immer gut! Hilft beim überleben 😂. Ich fühle mit dir! Mein persönlicher Albtraum! Mir haben die vier Stunden Himmelsbusfahrt mit vielen atmenden Menschen um mich rum völlig gereicht🤓
Perth - go West!
20–25 jan. 2025, Australië ⋅ ☁️ 41 °C
Nach netto 19 h Economy-Tristesse will die Reiseseele Ruhe. Der noch ferientrunkene Australier will Party und so zwangsgenieße ich Live Music von der Hafenparty unfreiwillig auch hochoben im 14. Stock. Von „Sunny“ bis zum Ipanema-Girl sind ’se alle dabei und meine gejetlaggeden Synapsen wollen aus Verzweiflung mitsummen. Never mind. Schlafe bombige 10 h und etikettiere mich als Jetlag-resilient.
Doch der Ausblick aus dem Hotelzimmer über den River entschädigt und lässt die Seele ruhen. Sollte meine Verwandtschaft mich jemals in ein Altersheim verfrachten, dann hätte ich gerne dort so einen Ausblick. Nach diesem Rehabilitationsschlaf ist ein Fußmarsch in die City angesagt. Die Wettervorhersage war mörderisch, aber der immer präsente Wind und die göttliche Sonne machen die Hitze zum Lebensgefühl, auch wenn man sich immer wie ein bisschen wie im Heißluftofen wähnt.
Und wenn ich ein einziges Etikett auf Perth kleben dürfte, dann wäre es: Freundlichkeit! Ich wate in Freundlichkeit – in Shops, Cafés, im Hotel – schlicht überall. So unteutonisch! Das freut die Grumpy Old White Man – Seele und macht erste Urlaubsgefühle. Bombe! Außerdem scheint Perth die City der Murals zu sein. Definitiv gibt es hier noch mehr Kunst zu entdecken, hat mir der Reiseführer verraten. Ich freue mich auf die nächsten Tage…😃Meer informatie

ReizigerAber nicht, wenn es die menschlichen Körpertemperatur deutlich überschreitet🤓

Thomas WimmersSchdümmd. Habe aber noch 10.000 Schritte draußen geschafft und dachte auch immer “komisch, dass ich so alleine bin”…🤓 - sehe das mal als Training für die Wüste in Marokko😛.
Perth… das erste Seniorenticket…😁
21 januari 2025, Australië ⋅ ☁️ 33 °C
… und der freundliche Busfahrer hat mich nicht mal gefragt – hätte er wenigstens Mal machen können. Also gab’s das erste Seniorenticket meines Lebens. 🙈😝
Und im nachfolgenden Spaziergang durch den wirklich schönen King‘s Park (laut der Beschreibung größer als der Central Park – was auch immer das bedeuten soll) machten sich schwarze Vögel über mich her – mein wahrscheinlich kurz vor dem Kadaver – Status befindlicher Halbgreisenkörper verführte einen der gefiederten Kollegen dazu, mir in den Fuß zu picken. Wahrscheinlich wollte er testen, ob ich noch lebe. Ich weiß nicht, ob ich das gut finden soll…
Seniorengemäß habe ich eine Hop-on Hop-of Tour mit einem dieser unauffälligen Busse gemacht, um mit anderen sehr archetypischen (oder heißt das arschetypischen?) Touristen (Baseballkappe, Sonnenbrille, Multifunktionsshirt, Cargo Hose, Flip Flops, ab 50 eine Kamera um den Hals, wahlweise ein T-Shirt mit lustigem
Aufdruck) die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu genießen. Entscheidender Unterschied zu Europa: hier gilt alles, was älter als 30 Jahre ist, als historische Sehenswürdigkeit. Da ist man schnell durch.
Auch das so genannte Blue Boat House soll unbedingt besuchswürdig sein. Ich dachte, ich müsste da mal hin. Vielleicht ist es wirklich das einzige Bootshaus in dieser 2,2 Millionenstadt. Dann wäre es natürlich tatsächlich sensationell…😝😁
Perth ist nicht nur unglaublich freundlich, sondern auch gleichermaßen entspannt. Wirklich charmant. Nach zwei Tagen muss ich feststellen, dass ich es möglicherweise doch etwas vermissen werde.
Nicht vermissen werde ich diese Hitze – für die dann auch mal das Tempo der Züge gedrosselt werden muss. Und die sind Wohltat – im Gegensatz zur KVB Teppichboden, Klimaanlage, freundliches Servicepersonal und überall Security: fantastisch!
Vielleicht sollte die Oberbürgermeisterin von Köln mal einen Betriebsausflug nach Perth machen, um zu schauen, wie gelungene Stadtplanung aussieht.
Im Outdoor Shop noch kurz Beute gemacht und einen dieser Hüte erstanden, die so peinlich sind, dass man sie nicht auf Bildern zeigen kann – die aber wunderbar Schatten spenden und der wahrscheinlich in den nächsten Footprints dann doch auftauchen wird.🙈
Tag vorbei, Tourist zufrieden, Seniorentrauma verdaut: es könnte schlimmer sein….😇🙋🏻♂️Meer informatie

Reiziger😂😂😂 Opa allein unterwegs! Aber tröste dich, meine besorgten Kinder wollten uns auch schon diese wundersamen Dödel-Hütchen aufschwatzen. Wegen diesem Hautkrebs im Alter und so. Ich hab mit Augenkrebs dagegen gehalten und gewonnen. Bei 45 Grad! ist es jedoch zulässig, das zu überdenken 😂

Thomas WimmersDefinitiv; das Ganze wird ja dann durch so ein darüberhängendes Fliegennetz gekrönt….
East with Rose - unentspannt im Dachze…
23 januari 2025, Australië ⋅ ☀️ 33 °C
Noch ein bisschen Entspannen in Perth, australisches Konto eröffnet und die beste Sonnencreme der Welt gekauft und noch mal richtig die Klimaanlage genossen – und dann ging’s ab mit Mrs Rose. Sie ist mein Zuhause für die nächsten fünf Wochen.
Alle Wagen des Vermieters haben Namen von Familienangehörigen des Teams – sehr charmant; so auch das Team selbst. Einführung in den Camper von Vivien, einer Deutschen, die mit ihrem australischen Freund schon lange dort lebt und nicht mehr nach Bielefeld zurück will. Kann ich verstehen…😁
Und dann erst mal ein bisschen Umziehen in den Camper, dann ein bisschen Zubehör im Outdoor – Shop kaufen und das Schlimmste von allem: den Start einer deftigen 4x4-Outback-Tour (natürlich) in einem Supermarkt beginnen, den man nicht kennt.
Naja – der eine oder andere Flat White hat’s wettgemacht und die Klimaanlage im Supermarkt war auch ganz schön…🥵
Und dann aber mal ab on the road mit Rose, – ein Rush Hour – Kampf durch die Suburbs von Perth (2,200.000 Einwohner), noch eine kleine Umleitung wegen Bauarbeiten umschiffen und dann straight to the East.
Irgendwann finde ich einen halbwegs schönen Campingplatz im Nichts in den unendlichen Weizenweiten des australischen „Wheat Belt“ und versuche mal das ins Leben zu bringen, was Vivien mir erklärt hat.
Und merke, dass ich die Hälfte vergessen habe. Also rauf aufs Auto, runter vom Auto, Dachzelt hoch und Dachzelt runter und irgendwann war’s dann dunkel um 20:00 Uhr. Noch einen letzter Fertigsalat aus dem Woolworth und ich steige ins Bett und habe eine friedliche Nacht. Dachte ich…
1 Stunde später zieht ein Auto mit lauter Musik neben mir auf – wohl gemerkt im absolut Nichts und ohne Mobilfunkempfang. Laute Männerstimmen, jedes dritte Wort ist F*ck.
Ein bisschen autistische Camperkollegen, dachte ich zunächst. Bis ich realisiert, dass es ein normaler, einheimischer Truck mit nur noch einem funktionierenden Rücklicht war.
Selten hat mein Puls so beschleunigt und ich saß oben in der Falle. Dann randaliert die Truppe im Kompostklo des Campingplatzes, um dann 100 m weiter zu fahren und die Lichter zu löschen – das fand ich richtig spooky. Mein Puls kam nicht wirklich runter. Finsterste Finsternis um mich. Shice!😝
Und irgendwann sind sie dann gefahren. Vielleicht die ein oder andere Substanz genossen oder was – weiß – ich. Das muss ich nicht noch mal haben…
Am Morgen habe ich dann den Campingkocher in Brand gesetzt – auch wenn’s wahrscheinlich die defekte Leitung war – jetzt ist erst mal Mission „looking for a new Campingkocher“angesagt…
Die Bevölkerungsdichte hier dürfte der von Kasachstan oder allenfalls Mecklenburg-Vorpommern gleichen – auf jeden Fall gibt es hier gefühlt Nüschte. Und wenigstens mal Kaffee kochen zu können, snatche ich mir einen Gaskocher im Hardware Store zwischen Katzenstreu, Gewehren, Munitionund allem, was der echte Australier sonst noch braucht - und dann geht’s zum Wave Rock.
Leider wurde an diesem wirklich spannenden Granit – Gestein (eine wellenartige Formation, die vor circa 2700 Millionen Jahren entstand) gerade ein Bus mit Japanern ausgegekippt.
Wie schön, dass es in der App Fotos die Funktion „Bereinigen“ gibt… Habe dann erst mal alle Japaner wegbereinigt. Wäre auch alles ganz schön, wenn es nicht schon wieder 45° wäre.
Na denn – werde mir jetzt meinen Campingplatz suchen und hoffen, dass der Gott der Temperaturen sich gnädig erweist. Was war die Klimaanlage in Perth ist doch schön…😇Meer informatie

Reiziger
Das bleibt einfach stehen. Ist ja fast schon wieder Weihnachten- so schnell wie das im Seniorenalter geht😂
Go further East - es brennt der Busch…
24 januari 2025, Australië ⋅ 🌬 43 °C
Auch bei deutlich über 40 °C gibt es kein Erbarmen – die Straße von Hyden am Wave Rock in Richtung Norseman will genommen werden – am liebsten, um dann auf den historischen und nur 4x4-Fahrzeugen vorbehaltenen Holland Track abzubiegen. Dieser wurde mittlerweile vom Land Cruiser Club in Perth adoptiert und wiederhergestellt – im Zuge des Goldrausches von 1893 (dazu später mehr) von John Holland mal eben durch den Busch gehackt – das wird nicht lustig gewesen sein. Lustige Videos von steckengebliebenen Fahrzeugen gibt es genug auf YouTube.
Also wird Rose, der Toyota Hilux, vom Asphalt auf den Gravel gelenkt und ich schaue immer wieder begeistert auf den Kängurufänger und denke noch, wie sicher sich das anfühlt. Mit dem Riesending da vorne hat man das Gefühl, eine panzerbrechende Waffe zu fahren.
Nicht lustig ist auch die schwarze Wand, die sich vor mir auftut. Mal abgesehen von dem geschredderten Jeep, der da so malerisch an der Seite der Straße liegt – ein echtes Mahnmal… Die Straße besteht aus losen roten Steinen und tückisch ist die weiche Schulter (der Straße; meine Schultern sind unweich😁) – da will man nicht so weit (Achtung; Wortspiel!) abweichen, sonst sieht man aus wie der hoffentlich mit dem Schrecken davon gekommene Jeepfahrer.
Die Wand wird schwarzer und mein inneres Kind denkt: „das kann ja eigentlich nur Regen sein“….Schon zuckt der erste Blitz und es fängt an zu tröpfeln. Als ich anfange zu husten, weil es draußen riecht wie nach dem Grillbrand in der Sommerfrische, da denke auch ich: hier stimmt was nicht…
Richtig: der Busch brennt. Mein inneres Kind ist inzwischen zum inneren Bedenkenträger mutiert und will zurück. Der engstirnige, alte weiße Mann will nach vorne und gewinnt. Das geht gut und ich erreiche den Lake Johnston: ein wunderschöner Salzsee, der von einem rost –rosa– gefärbten Ufer gesäumt wird, welches seine Tönung durch die Salzkristalle erhält.
Der Sonnenuntergang wird hier zu einem tatsächlich bezaubernden Farbspiel und ich versuche, mich selbst zu bezaubern und auf diesem komplett im Nichts befindlichen Campingplatz die kommende Nacht ebenso komplett alleine zu verbringen. Um mein pulsbeschleunigendes Trauma vom vorigen Campingplatz zu überwinden, stranguliere ich kurz die Memme in mir und klappe das Zelt auf und steige hinein.
Totenstille um mich herum. Und dann fängt es wieder an, nach Rauch zu riechen. Mein inneres Kind ist nicht unaktiv, der alte weiße Mann läuft zur Hochform auf und dann gewinnt der Schlaf. Bis 5:30 Uhr – denn dann geht mindestens ebenso bezaubernd die Sonne wieder über dem See auf.
Und falls es jemanden interessierte: ja, ohne dieses bescheuerte Netz über diesen bescheuerten Hut geht es nicht. Ich weiß nicht, was die ganzen Fliegen vorhaben – vielleicht liegt es auch daran, dass ich der einzige Mensch auf diesem Platz an diesem See bin. Aber gefühlt fangen die an, mein Gesicht zu essen. Vielleicht liegt‘s auch am typischen Camper-Odeur nach zwei Tagen ohne Dusche…🙈
Das hätte ich ja noch verarbeitet – als sich allerdings kleine Summbrummer dazugesellen, die wie Wespen aussehen, setzt das innere Kind zu einem dieser: „habe-ich-doch-gesagt“-Attacken an.
Ich expressverwerfe den Plan, mit dem Versuch einer Außendusche am Camper einem Minimum an Körperhygiene zu huldigen und realisiere, dass ich das Dachzelt noch zuklappen muss. Da hamse leider gespart und das dauert deswegen ein bisschen länger und ich stehe umsummt von hunderten von diesen Wespenartigen auf einer Trittleiter und Versuche, widerspenstige Verschlussbügel eben auch zu verschließen. Gedanken an einen qualvollen Wespengift – Tod– gepaart mit Blödheit – durchfluteten mein vom Schlafentzug vernebeltes Outback – Gehirn.
Das sind ja so Situationen im Leben, wo es alternativlos wird. Wahrscheinlich war der Geist von John Holland mit mir und es geht gut. Pffff.
Am Ende fahre ich von rückwärts durch eine Straßensperrung und muss realisieren, dass die von mir befahrene Route wegen der Buschfeuer inzwischen gesperrt wurde. Da hatte das innere Kind wohl doch eine gewisse Kompetenz… 🙈 Der Rest ist entspanntes Fahren und ich beschließe, in Kargoolie mal zu schauen, was eine der größten Goldmine der Welt macht – und vielleicht in den nächsten Tagen den Holland Track von Norden her in Angriff zu nehmen, falls das Wetter passt. I doubt it. Aber ein Zimmer mit Klimaanlage und eine D.U.S.C.H.E sind zu verführerisch. Es reicht noch zu einem wunderbaren Thai-Dinner und einem letzten Beitrag zu diesem Blog - juuute N8!💫Meer informatie

Thomas WimmersJa, fantastisch - und in jede Richtung hundert Kilometer niemand…💫

ReizigerDas klingt ziemlich genial…. Ich überlege mir das vielleicht doch noch mal mit diesem Australien😜

Thomas WimmersAbsolut genial - da musst Du keinen Stellplatz mehr verteidigen….😁
Bucket List vs Reality - und ich friere🥶
26 januari 2025, Australië ⋅ ☀️ 33 °C
Der Holland Track ist leider abgehakt – die Straße ist wegen der Buschfeuer weiter gesperrt. Der muss wohl von der Bucket List. Und das innere Kind hat formidabel auf mich aufgepasst. Aber besser so als das, was Turia Pitt durchlitt - sie wurde 2011 bei einem Ultralauf im australischen Outback von einem Buschfeuer eingeschlossen und 65 % ihrer Körperoberfläche verbrannte – eine erstaunliche Frau. Es lohnt sich, sie zu googeln.
In Ermangelung einer Bedienung von Männerspielzeug im Busch habe ich mir dann das angeschaut, was die Männer im Bergbau – ausgelöst durch den Goldrausch ab 1893 – geleistet haben. Und wie sie gelebt haben; siehe das Foto von einem Original-„Zelt“ eines sogenannten Prospector. Das mag man sich nicht vorstellen. Aber deren Spielzeuge sind heute richtig groß – man beachte den LKW, vor dem ich stehe. Wenn man kleiner als der Reifen dieses Fahrzeugs ist, dann fühlt sich das schon komisch an. So hat man schnell 2,5 Stunden im Bergbaumuseum verbracht und den Holland Track zum Ausgleich auf YouTube angeschaut. Ist ja auch was…😝
Berührend, dass die Chinesen in diesem Bergbaumuseum einen sehr schönen Garten angelegt haben – mit einer bemerkenswerten Tafel am Eingang (siehe Foto) – und hiermit nicht nur all den chinesischen Bergleuten gedenken, die Unglaubliches auf sich nahmen, als sie ihre Heimat verließen und ihr Leben in einem sicher nicht immer freundlichen Ambiente gemeistert haben.
Morgens beim Frühstück frage ich mich wieder, warum es irgendeine Verschwörungsgruppierung auf dieser Welt gibt, welche das Obst auf dem Frühstücksbuffet grundsätzlich so groß schneidet, dass regelmäßig eine Kieferdehnung notwendig ist, will man das Obst auch essen. Das scheint ein transkontinentales Phänomen zu sein.
Rose hat Durst und ich finde mit Leichtigkeit einen Platz, an dem Wohnmobile völlig kostenfrei Wasser tanken können oder sich ihres gebrauchten Wassers entledigen können. Diese Plätze gibt es hier sehr häufig – auch einfach zum kostenlosen Übernachten für 24 oder 48 Stunden. Sehr vorbildlich! Menschenfreundlich kann er, der Australier.
Und ganz zufällig stoße ich auf das Blue Tree Project – was mich sehr berührt hat. Nachdem Freitod eines jungen Westaustraliers ist daraus eine Bewegung entstanden, die mittlerweile über das ganze Land verteilt mit dem blauen Anstrich von Bäumen daran erinnert, wie wichtig dieses Thema ist. Und aus eigener Erfahrung mit Freund:innen und Verwandten aus den letzten Jahren kann ich sagen, wie viel mir das bedeutet.
Umso dankbarer genieße ich einen letzten Abend mit wärmstem Sommerwind um die Beine, während ich australisch diniere.
Am nächsten Morgen stehen 400 km Rose-Ritt Richtung Meer – nach Esperance – auf dem Programm. Die unendliche Weite der Weizenfelder beeindruckt mich dabei wiederum – zeitweise bis zum Horizont ausgedehnt und mich kurz überlegen lassend, was es für eine Arbeit war, diese Felder urbar zu machen… Und dann sehe ich das Meer und freue mich auf die viel beworbene Küstenstadt Esperance - und assoziiere sofort schöne Boulevards mit gut gekleideten Menschen, die durch stimmungsvolle Architektur am Meer entlangwandeln – irgend sowas zwischen Nizza und Domburg. Dachte ich. Und friere bei 22 Grad fast schon. Ehrlich!😝
Esperance heißt Hoffnung – wahrscheinlich hoffen die hier, dass dieser Ort irgendwann wirklich zu einer Schönheit wird. Ästhetik ist nicht so die primäre Tugend der hiesigen Stadtplaner - und war es schon in Kargoolie nicht. Es gibt so unendlich viel brachliegende Flächen, lieblos gestaltete Straßen und Kreuzungen – bin morgens bei einem Sight Running an einigen historischen Gebäuden vorbeigekommen, die an sich wirklich schön sind – und wegen ihrer Umgebung dennoch ästhetisch kaum noch punkten können. Ich blicke deswegen streng auf das Meer und sehe dort das vorgelagerte Archipel. DAS sieht spannend aus – vielleicht werde ich mir morgen einen Bootsrip dorthin gönnen. Falls der Kapitän steil geht, wäre es bis zum Südpol gar nicht mehr weit. 👨✈️ 🚢Meer informatie

ReizigerDas klingt alles sehr schön, auch fürs Auge, man möchte fast rüber beamen. 😁
Rose will an den Strand…🏖️🌊🐚☀️
28 januari 2025, Australië ⋅ ☀️ 23 °C
Rose will am Strand spielen und was soll ich sagen: ich auch. Versöhnung mit dem kruden Charme des Ortes Esperance an sich und meinem „Back-to-the-Eighties“- Motel war bitter nötig und so fuhren wir beide Richtung Wylie Beach. Das es so schön werden würde, wie es wurde, wurde mir erst später klar – long Story short: was für geile Strände!!! 🌊☀️🐚🏖️
Doch davor muss Reifenluft aus Reifen raus - denn nur der Offroad-Plödi fährt mit Normaldruck im Sand. Weil er da steckenbleibt. Aber weil ich ein Offroad – Füxchen bin und Rose einen unfassbar komfortablen Kompressor unter der Motorhaube hat, mit dem man jederzeit alle Reifen be- und entfüllen kann, ist die Aktion schnell vollzogen. Geländewagen kann er, der Australier.
Und dann komme ich aus vielen Ahs und Ohs nicht mehr raus: ein ewiger, weißer Sandstrand, türkisfarbene Wellen und stahlblauer Himmel – was für ein Erlebnis! Unterwegs musste ich einfach anhalten und immer wieder nach links und rechts gucken: da ist nämlich keiner! In Europa wäre das alles längst zugebaut. Hier ist man einfach an einem solchen Strand und es ist nichts da außer der Natur und einem selbst: fantastisch.
Vorausgesetzt, man kommt gut mit sich aus. Was bei einer solchen Reise besonders wichtig ist – ich stelle fest, dass ich ein relativ gutes Reiseteam bin. Alle meine multiplen Persönlichkeiten sind so begeistert, dass der Reiseleiter kein Problem hat, seine Persönlichkeitsschäfchen zusammenzuhalten. Fast schon therapeutisch.
Der Frenchman Peak, ein bizarr geformter Felsen mit Premiumaussicht, muss als nächste Herausforderung herhalten. Geisteswillig, aber fleischlich eher schwach, breche ich die Besteigung ab, schiebe den Trekkingsandalen die (Achtung, Wortspiel No 2) Schuld in die Schuhe und suche das Glück in der benachbarten Lucky Bay. Die heißt so, weil Matthew Flinders hier 1802 vor dem Schiffbruch bewahrt wurde – bei einer königlich angeordneten Australienumrundung. Und bin vorher noch begeistert von der poetischen Erzählung der indigenen Bevölkerungaka Aborigines, die mit dem Felsen eine besondere Geschichte verbinden. Siehe bitte Foto der am Weg zum Felsen aufestellten Tafel.
Gestern war übrigens Australia Day – da feiert man die Inbesitznahme Australiens durch die Engländer mittels der Anlandung der ersten Fregatte mit Sträflingen 1788. Wozu es mittlerweile eine ausgeprägte Gegenbewegung gibt, die das Ganze als Invasion bezeichnet.
Ich wandere in diesem Traum von einer Bucht bis zum absoluten Ende und genieße dort ein Eintauchen in eine grandiose Natur – gestört allenfalls von Teilen meiner inneren Reisegruppe. Kaffee wollen sie immer alle und der Schizoide streitet mit dem Depressiven darüber, ob man jetzt wieder weitergeht oder doch lieber darüber stöhnt, wie lange der Weg zum Ende der Bucht ist, wie heiß die Sonne brennt und wie laut die Welle angischten.
Ich locke sie mit einem Sushi und schaue auf die 15000 Schritte auf meiner Uhr und denke: schön war‘s heute!👍🏻☀️🌊🐚Meer informatie

ReizigerIch könnte schreien bei der Zusammensetzung deiner Reisegruppe und finde die meine durchweg wieder. Nur dass ich noch den Telefonierenden auf dem Beifahrersitz mit mir führe, der den meinen den Kaffee weg trinkt😂😂😂 und ich will auch so einen Automatik-Kompressor, ich muss immer mein Köfferchen rum tragen und den Sitz ausbauen, um an die Batterie zu kommen, während alle anderen Kaffee trinken 🤦🏽♀️

Thomas WimmersDankedankedanke, alle Mitglieder verbeugen sich gerade artig. 🙇♂️ Apropos vieltelefonierende Beifahrer: Auch da wiederum empfehle ich Australien, denn hier kannst du stundenlang unterwegs nicht telefonieren. Es sei denn, du hättest ein Satellitentelefon. Und das wird seeehr teuer…
No Internet - No Story…😁
29 januari 2025, Australië ⋅ ☀️ 24 °C
Dieses Internetz will ja nicht immer so, wie ich will und ich muss feststellen, dass die Netzabdeckung in Australien von oblatendünner Geringfügigkeit ist. Wofür man bei den Distanzen und der Zahl von Einwohnern mildes Verständnis zeigt, keine Frage.
Was machen zwei junge Deutsche – Karsten und Karin aus Hamburg – wenn sie von einem zahnlosen und whiskyaffinen Kängurujäger vor über 20 Jahren gefragt werden, ob sie im Süden Australiens mitten im Busch ein altes Gehöft kaufen wollen? Natürlich begeistert „Ja“ sagen - und das ist auch gut so!
Deswegen kann ich nämlich zwei traumhafte Nächte im Wilderness Retreat von den beiden verbringen, das sie inmitten des Fitzgerald National Park über 20 Jahre hinweg liebevoll restauriert haben – mit Lodges drumherum und einigen Plätzen für Reisegefährten wie Rose. Und ohne Internetz…
www.whalesandwildflowers.com.au
Liebevoll mit einem Wildnis – Wanderpfad ergänzt und einer noch weiteren Wanderung in ein einsames Tal – ich bin ganz betrunken von soviel purer Natur und schockverliebt in die Kängurus, die immer mal wieder auf meinen Pfad hüpfen. Sonst ist hier auch keiner. Absolute Stille. Ein wunderbares Gefühl, so Teil dieser Schöpfung zu sein.
Die mich zudem in ihrer Ganzheit begleitet: am Rande des Pfades und in wilder Einsamkeit ist das Grab einer der Töchter des ursprünglichen Erbauers des Homestead, die mit 18 Jahren hier starb und auch beerdigt wurde. Sehr berührend.
Der Amateur – Marco Polo in mir beschließt am nächsten Tag, die Gegend zu erkunden und Rose artgerecht auszuführen. Und jetzt weiß ich, warum am Anfang des Nationalpark eine solarbetriebene, digitale Anzeige sagt: „Corrugated Roads“. In Rot, wohl gemerkt. Hätte mir zu denken geben können.
Denken konnte ich nachher nicht mehr, denn die Übersetzung bedeutet „Wellblechpiste“ und diese führt zu einer absoluten Hirnerweichung, wenn man mit maximal 10 km/h im Dauer – Vibrationsmodus das Ende der Straße herbeisehnt. Das besteht leider aus tiefem Dünensand und ich bekomme tatsächlich angesichts der sich nur mühsam durch den Sand quälenden Rose (und für die Checker: ja, ich hatte den Reifen Luftdruck massiv erniedrigt) den ersten Schweißausbruch meiner Offroad – Aktivitäten. Bei 35 °C im gefühlten Nichts ein Auto alleine freizuschaufeln, gehört nicht zu meinen bevorzugt fantasierten Aktivitäten.
Es geht noch mal gut und ich fahre auf das Gordon Inlet – ein Süßwasserfluss, welcher den Nationalpark mit dem offenen Meer verbindet. Grandios! Irgendwie ein Salzsee – Feeling – eine gefühlt unendliche, gleißende weiße Weite, welche die ebenso unendliche grüne Weite des Nationalparks ergänzt und sich verbindet mit der türkisblauen Unendlichkeit des Pazifischen Ozeans: was für eine Komposition! Oder ist es schon der indische? Egal; das Beste ist: es ist keiner hier außer Rose und mir.😝
Eine Pause am tiefgrünen Gordon Inlet ein bisschen weiter landeinwärts, eine kurze Kanutour und das Gefühl, hier genau richtig zu sein, runden diesen Tag ab.
Die Sonne geht um 20:00 Uhr unter, der Busch um mich herum füllt sich mit rätselhaften Geräuschen und ich ziehe mich in die kuschelige Gemütlichkeit des Dachzeltes zurück: gute Nacht!🌙😴Meer informatie

ReizigerWellblech immer schneller als das Blech wellt! Ab 80 fliegt man und es schüttelt fast gar nicht mehr 😬

Thomas WimmersRichdich - in einer engeren Kurve kann das aber fatal enden…
Weniger (Mensch) wäre mehr…😝
30 januari 2025, Australië ⋅ ☀️ 25 °C
Das mit dem Allenseinsgefühl hat sich heute dann leider geändert, denn ich bin mangels andere Möglichkeiten (sind leider immer noch Schulferien hier) auf einen amtlichen Campingplatz gefahren. Und weiß jetzt ziemlich genau, was ich in Zukunft möglichst noch mehr vermeiden werde. Doch ich bin so spät, dass sich sehr bald gnädig Dunkelheit über die dicht an dicht wohlgeordneten, auf betonierten Stellplätzen befindlichen Campermobile legt. Aber jedem das seine. Ich weiß auch nicht, ob ich abwechselnd das Fernsehprogramm des einen Nachbarn oder die Kinderbelustigung des anderen Nachbarn verfolgen soll. Privacy ist hier nicht.
Der Campingplatz ist in Albany – ein geschichtsträchtiger Ort, denn hier legten 1914 die gemeinsamen Flotten von Australien, Neuseeland und Tonga ab, um in Europa am ersten Weltkrieg teilzunehmen. Was in mir auch heute wiederum den „Was-für-ein- Wahnsinn“– Gedanken auslöst. Die halbe Welt auf einem Schiff zu umrunden, um dann elend im fürchterlichen Stellungsgemetzel des ersten Weltkrieges zu Geschichte zu werden…
2025 ist Albany eine sympathische Stadt mit maritimen Lebensgefühl, für mich einem Iced Coffee im einem wunderschönen Kaffee am Strand des „Emu Point“und einem spontanen Shoppingerlebnis, denn ich musste mir die echten australischen Boots gönnen.
Natürlich habe ich sofort für Instant – Patina gesorgt, damit ich nicht aussehe wie ein germanischer Tourist, der versucht auszusehen wie ein Australier. Was selbstredend durch meinen total authentischen australischen Hut unterstrichen wird. Tourist kann ich!Meer informatie

ReizigerMensch Wimmers, wie soll ich nach deinen mitreißenden Schilderungen meinem Plan folgen, ins McFit zu gehen? Von wegen weniger wäre mehr ...

Thomas WimmersIch glaube, sehr geehrter Herr Schütten, dass dies einer sehr fokussierten und strukturierten Betrachtung bedarf – das sollten wir bei 48 Kölsch so lange besprechen, bis „weniger“ und „mehr“ gut definiert sind… Dann passiert Letzteres auch mit den Muskeln…😁
Von viel Mensch zu wenig Mensch…🤩
1 februari 2025, Australië ⋅ ☁️ 21 °C
Einer der wenigen Vorteile, die so ein Stadt-Campingplatz bietet, ist ja das Vorhandensein von joggingfähigen Strecken, die den alten weißen Mann ob ihrer Steigungen nicht überfordern. Wie glücklich ich bin, dass ich nach fast zwei Jahren wieder joggen kann, muss ich nicht sagen. Ein fantastisches Gefühl! Was für ein Glück, wenn dann am Joggingpfad auch noch eine gut gelaunte Australierin in einer türkisfarbenen Café-Murmel einen wunderbaren Flat White zubereitet – ich muss sofort Glückshormone ausschütten. Das mag auch am Joggen am Strand liegen – mit der Bucht auf die Hafeneinfahrt von Albany, wo riesige Frachter und Tankschiffe auf ihre Lotsenhelferlein warten.
Ein wunderbar entspanntes Bild – Samstagmorgen am Strand in Albany: Hunde werden ausgeführt, Kaffee wird getrunken, Dachzelte werden hochgeklappt– es könnte schlimmer sein… So entspannt hier🙏🏼.
Noch die eine oder andere notwendige Besorgung erledigt und dann ab auf die Nationalstraße 1 – go West again.
Die Vegetation ändert sich deutlich, die Bäume werden größer und dichter und logischerweise wird mein Ziel der Tree Top Walk sein – in 40 m Höhe und quasi Augenhöhe mit den alten Karri – Bäumen dieses beeindruckenden Habitats – die ältesten werden über 100 Jahre alt. Erinnert ein bisschen an die Seqoias in Amerika.
So schwanke ich dann mit den mit Höhenangst kämpfenden Touristen über die Drahtseilbrücke, ignoriere die meinige und hoffe, dass das Handy beim Fotografieren nicht fällt… Tatsächlich spüre ich einzelne Regentropfen – das erste Mal seit Wochen.
Ein Schlafplatz muss her und ich stelle fest, dass immer noch Schulferien sind. A bissi aufwendiger, die Suche. Ein nur als mit 4 × 4 Auto erreichbarer Campingplatz am Meer lockt – und wieder muss die Luft aus den Reifen. Und dann geht’s abenteuerlich runter zum Meer. Deutlich mehr Schweißausbrüche befeuchten mich ob meines Solo – Trips. Mir ist klar, dass die Schwerkraft mich gen Strand ziehen wird – ob ich dann wieder hochkomme, werde ich am nächsten Morgen erfahren.
Und es hat sich gelohnt: Banksia Campground ist eine fantastische Location in unberührter Natur mit einer wilden Bucht, die von großen Felsen umsäumt wird. Dort die Sonne untergehen zu sehen, ist ein Geschenk! Und die Nacht wird gut 😇 – mit dem Tosen der Wellen sinke ich in Morpheus Arme.💫Meer informatie

ReizigerWenn dir bei so viel traumhaften Eindrücken de tumbe Landsleut fehlen, schau einfach im Dschungelcamp vorbei. Die sin grad da unne
Zurück Richtung Perth - so langsam….
2 februari 2025, Australië ⋅ ☁️ 19 °C
Nach einem zünftigen kleinen „Brekkie“ (= Breakfast) in der Außenküche geht’s auf dem Sandtrail zurück – diesmal mit nur mäßiger Pulserhöhung😝. Netter Plausch am Eingang zum Track mit Rangerin Maggie, die ihre Luft ablässt, während ich meine wieder auffülle.
Die südwestlichste Spitze von Australien will in‘s Programm, wird mit der inneren Reisegruppe abgestimmt (der Depressive ist seltsam gut gelaunt; der Schizoide denkt laut über „Leucht“ und „Turm“ nach und der Angstgestörte meldet eine Panikattacke an, die allerdings vom narzisstischen Sozialelfmeter als Befindlichkeitsvariable abgetan wird).
Also flugs an den Punkt gefahren, an dem sich der indische mit dem pazifischen Ozean trifft. Das sah heute relativ friedlich aus – kann aber wohl auch anders sein. Da dann hier noch der eine oder andere schiffszerfratzelnde Felsbrocken aus dem Wasser ragt, hat man 1895 hier einen Leuchtturm errichtet, der ob seiner Wichtigkeit von drei (!) dort lebenden Familien 24/7 in Betrieb gehalten wurde.
Damals mit einer Art Kerosin–Docht, der von einem Tank an der Basis des Leuchtturms gespeist wurde; die Genauigkeit der Drehung des Strahles wurde über ein Gewicht sichergestellt, dass in regelmäßigen Abständen von den Leuchtturmwörtern nach oben gekurbelt werden musste, um dann beim Absinken– ähnlich wie eine Uhr – die Rotation sicherzustellen. Faszinierendes Stück Geschichte. Und eine amüsante Führung durch Peter, den amtlichen Führer.
Als Back up ist der Leuchtturm immer noch in Betrieb!
Noch ein kleiner Ausflug zu einer besonders schönen Fahrt durch die Karri-Wälder, die mit ihren riesigen Bäumen und ihre den Boden durch ein intensives Grün überwuchernden Vegetationsteppich eine sehr besondere Atmosphäre schaffen. Es ist fantastisch, hindurchzuwandeln und sich sehr, sehr klein zu fühlen – angesichts der Höhe dieser Bäume. Waldbaden, wie es schöner nicht sein könnte.
Dann endet dieser Tag in Margaret River in einem kleinen Resort und ich freue mich schon auf die Außenbadewanne – siehe Foto. 😛🥂🙋🏻♂️Meer informatie
Kurzweilige Langpier….
3 februari 2025, Australië ⋅ 🌬 24 °C
Die malerisch drapierte Außenbadewanne in meinem kleinem Privatgarten in einem Ambiente mit exotischen Vogelstimmen wird leider garniert von asiatischen Apartment – Nachbarn, die mit maximaler Lautstärke Videos abspielen, die mich an eine Bestellung in einem vietnamesischen Restaurant erinnern, die dialogisch und menschlich schiefgeht.
Ich schlage zurück und spiele den Soundtrack von „Apocalypse now“. Der Nachbar eskaliert und spielt irgendetwas, dass an die Explosion eines Hochspannung – Kraftwerkes erinnert. Ich gebe auf.
Es bleibt also semi – idyllisch und trotzdem ist diese Badewanne einfach wunderbar. Denn Dinner-Canceling ist heute angesagt, um das zulässige Gesamtgewicht von Rose nicht zu überschreiten. Ich freue mich schon auf das Frühstück…😛
Und das gibt’s am Meer im White Elephant Café und das ist wunderbar! Die können ja richtige leckere Sachen machen, die Australier. Ich muss aufpassen, dass es nicht eskaliert nach dem Dinner-Canceling gestern. Aber ein richtiger Foodie lässt es immer dann eskalieren, wenn es richtig gut ist. Yummy!
Und beschließe, die Küstenlinie Richtung Norden in Augenschein zu nehmen, was nur halbwegs gelingt, weil es leider keinen Scenic Coastal Drive gibt. Der Australier schlägt eher pragmatisch Strecken durch den Wald und zwischendurch habe ich das Gefühl, in diese Strecken so einzutauchen, dass die überall in Australien sein könnten.
Aber dafür gibt’s – in Busselton angekommen – einen unfassbar blauen Himmel und wieder dieses unfassbar türkisfarbene Meer – durchschnitten vom längsten Pier (oder Jetty, wie man hier sagt) der südlichen Hemisphäre – wenn man den Infotafel Glauben schenken darf. Fast zwei Kilometer reicht die Jetty ins Meer und diente früher zum Anlanden und Löschen/Beladen von Holz – und natürlich auch Passagieren.
Kurz die Schritte – Bilanz für heute ins Visier genommen und beschlossen, die Pier bis zum Ende zu laufen. Zur Belohnung kann man dort 10 m in die Tiefe steigen und die maritime Fauna bestaunen, was durchaus kurzweilig ist.
Fun fact: ein Berufsbild auf der Jetty war der Feuerlöscher, der mit einem Eimer in der Hand hinter den Pferdefuhrwerken herlief, weil durch die Dampfschiffe und den All-in-wood Set up die Brandgefahr so groß war, dass dies 24/7 überwacht wurde.
Die Rückfahrt in der schon frühabendlichen Sonne erinnert mich irgendwie an die Provence, zumal ich rechts und links über viele Kilometer hinweg Weingüter sehe, deren Einfahrten und und Schilder besten Genuss versprechen. Ich widerstehe der Verlockung einer Weinprobe und lasse den Tag am Surfer‘s Point mit einem Sushi ausklingen und bewundere die Skills der Wind –, Kite – und Wing Surfer, die mit einem wahnsinnigen Tempo umeinander segeln – was für ein betörend schönes Abschlussbild für diesen Tag!🤩🥂💫Meer informatie

ReizigerVon Zeit zu Zeit sehe ich nun nach was mein 'Nachbar' am anderen Ende der Welt so treibt. Refrath und Rösrath - die gemeinsame Entfernung zum momentanen Standort des Weltenbummlers rückt es zusammen. Es tut gut wenn einer der Bilder macht auch fotografieren kann. Das kann er. Und er schreibt auch - ja wie eigentlich? Unterhaltsam, witzig, modern ..? Da will ich noch hinter kommen. Ein lieber Gruß aus Refrath.

Thomas WimmersDanke, lieber Christoph! Dann schreibe ich mal weiter, damit du vielleicht dahinter kommst. 😃 Wie sich das liest, weiß man als Schreiber selber ja gar nicht. Freue mich, aber dass du mitreist und ab und zu etwas schreibst – einen ebenso lieben Gruß Richtung Norden…🙋🏻♂️

Thomas WimmersDieses blaue ist so absolut hypnotisch und ständig da – ich finde es auch wunderbar!
Unspektakuläres Reisen….
5 februari 2025, Australië ⋅ 🌬 27 °C
….von Margret River aus Richtung Norden ist auch mal ganz schön. Natürlich musste ich mir noch einen Smashed Avo – Toast gönnen und unbedingt finden, dass es sich lohnt, hier hin zurückzukommen. Nicht nur wegen des Toasts-with-a-View…😇
Flugs noch ein bisschen fossilen Brennstoff getankt (was bei dem 140 l Tank von Rose und den hiesigen Dieselpreisen gefühlt einem Sekunden – Bankrott entspricht…) and then it’s Time to hit the road again. Zwischendurch gehen mir die vielen Kilometer wirklich sehr auf den Unaussprechlichen. 😝
Und dann darf ich in Perth auch noch den Berufsverkehr auf fünf Spuren nebeneinander erleben/erleiden, was nach vielen Tagen außerhalb so einer großen Stadt wirklich einem relativen Kulturschock entspricht– bevor ich bei Rossalina in einem der nördlichen Vororte in einem wirklich schnuckelig bis zauberhaften Airbnb unterkomme und abends die Gelegenheit habe, das normale Feierabendleben der Australier beobachten: man geht mit den Kindern an den Strand, haut ein Burgerpatty auf die immer bereitstehendenGrills, die von der Stadt gepflegt und gewartet werden und genießt dabei den Sonnenuntergang bei 🍷&🍻
Wie wunderbar. Und das kann man natürlich auch hier besser machen, weil immer gutes Wetter ist. Ich bin ein bisschen neidisch…😝
Und am nächsten Morgen wird es dann auf jeden Fall gefühlsspektakulär. Ich hole Luca als Early Bird vom Flughafen ab – sie ist aus Melbourne eingeflogen und das Vaterherz trommelt emotionale Dauerbegeisterung.😍🥰
Luca eingesackt und dann auf eine kleine Rememberance Tour zu den Orten, wo sie als Au-Pair gearbeitet hat vor acht Jahren. As Time goes by… Und auch hier wieder so ein entspanntes Strandleben – gekrönt von einem Frühstück mit dem dritten Smashed Avo-Toast in Folge… Scheint das neue Standard – Reise – Food zu werden.😛
Kurze Pause bei dem Vermieter von Rose – wir bekommen einen neuen Gaskocher, nachdem ich mit dem alten fast den australischen Busch in Brand gesetzt habe. Noch mal kurz den Wassertank durchgespült und ein bisschen mit Vivien, der sympathischen Mitarbeiterin von RedSands geschnackt und weiter geht‘s….
Und was macht man dann - natürlich wieder auf die Straße 🛣️ und ab ins 400 km nördlich gelegene Geraldton. Auch wenn das Thermometer zwischendurch wieder die 43° Grenze überschreitet, ist es dort am Meer kühle 30°. What a Relief!
Wir haben Glück, eine wunderbare Airbnb – Unterkunft zu finden – im Backyard einer wirklich sehr sympathischen Familie, die uns heute Morgen sogar mit einem Flat White verwöhnt. Es könnte schlimmer sein…😁💫☕️Meer informatie

ReizigerHi,du Weltenbummler! Freu mich morgens immer auf deine bunten Berichte.... jetzt mal zu zweit unterwegs... Liebe Grüße
Netzloser Norden & Dolphin Dream
8 februari 2025, Australië ⋅ ☁️ 27 °C
Luca hatte Hummeln im Arsch und wir hummelten dann tatsächlich noch einige 100 km in den Norden – langsam setzt bei mir eine Highway – Paralyse ein; der ganze rote Sand und das endlose, bis zum Horizont reichende Band der Straße hypnotisieren mich immer wieder. Erneute 44° tun dass ihrige – ich kniee stündlich vor der Klimaanlage von Rose nieder.
Aber jetzt habe ich eine Co-Pilotin und das ist wunderbar! Sitze das erste Mal auf der Beifahrerseite von Rose und das ist im Linksverkehr schon gewöhnungsbedürftig.
Die Netzabdeckung im Norden ist noch dünner als eine Oblate übrigens - weshalb es jetzt erst ein Update gibt…..
Geraldton heißt die Location für die kommenden zwei Nächte – eine Stadt, so groß wie Rösrath – doch hier natürlich ein überregionaler Hotspot. Kann man sehen, wie man will…
Wir machen’s uns schön, denn wir haben in Vallie und Jason ein unglaubliches Gastgeberpaar und werden mit morgendlichen Kaffee im lauschigen Hinterhofgarten verwöhnt - und bekommen zum Abschied noch ein selbstgebackenes Sauerteigbrot geschenkt. Eine wirklich sympathische Familie! Bissi Wäsche gewaschen, am Strand abgehangen, ein kurzer Jog – ein sehr entspannter Tag! Besser geht’s nicht….🤩
Und dann geht es nach Norden und nach Norden und nach Norden und nach Norden – die hiesige Weite fasziniert mich immer wieder.
Zwischendurch machen wir einen Abstecher zum Kalbarri National Park und insbesondere zum dortigen Skywalk – eine gewagt in den Kalbarri River Canyon hineingebaute Stahlkonstruktion, die es den Höhenangstfreien erlaubt, die faszinierende Weite des Canyons zu genießen.
Unten im Fluss baden Emus - ich beneide sie: das Thermometer ist bei 45° und wir werden per Schild gewarnt, hier auf unsere Gesundheit zu achten. Tatsächlich erreichen wir vor einer Busladung von den üblich (drücken wir’s mal vornehm aus) lebhaften asiatischen Touristen das Nature Window – eine runde Formation aus rotem Schiefer, die wie ein natürlicher Fotorahmen oder - sucher über dem Canyon thront.
Der drohende Sonnenuntergang (hier echt früh um 20:00 Uhr) erzwingt einen Schlafplatz. Whale Bone Bay – außer uns nur noch ein Camper an einem einsamen Strand – ein Platz ohne irgendwelche Einrichtungen. Schneller Camp Setup und dann ein Sonnenuntergangsgenuss – umgeben von unberührter Natur. Was für ein Geschenk!🙏🏼
Allerdings erbarmt sich der Wind unserer nicht wirklich und wir haben das Gefühl, im Dachzelt eher irgendwo auf hoher See zu sein. Das legt sich gen Morgen und wir bekommen die ein oder andere Stunde Schlaf. Und können früh in Monkey Mia sein.
Wie irreführend dieser Name doch ist – kaum haben wir geparkt, stehen wir schon knietief im Wasser und bewundern eine Familie von Delfinen, die zu einer Fütterung am Strand erscheinen. Laut der Rangerin ist dies das zweitgrößte Delfin – Forschungsprojekt der Welt nach Florida – hier werden schon seit vier Jahrzehnten Delfine beobachtet .
Weswegen sie auch jeder nur einen Mini Snack bekommen, damit sie das selber – Fischejagen nicht verlernen. Und das ist nur der Auftakt zu unserem Tag mit den Delfinen: wir lungern am Strand und im Wasser herum und ständig kommen Delfine und schwimmen in minimalem Abstand an uns vorbei – wirklich faszinierend!
Und wie entspannt: die Schulferien sind vorbei, die Campingplätze leer – und während ich dies schreibe, sitze ich vielleicht 15 m von einementspannten dümpelnden indischen Ozean, lasse Lounge Musik in mich infiltrieren und genieße, dass ich nicht nur eine Copiloten habe, sondern auch eine ambitionierte Köchin und freue mich auf das Dinner. Aufräumen wird dann Männersache. Sei’s drum…😍🥂Meer informatie

ReizigerSchöoon lässig geschrieben....schon ohne die Bilder gesehen zu haben beeindruckt!!!!

Thomas WimmersMerci, liebe Birgitta - freut mich sehr, wenn Du es gerrrrne liest….☺️
Coral Bay - lange Stachel; beste Sunsets
10 februari 2025, Australië ⋅ 🌬 29 °C
Das Emu will unser Essen (oder ist es der Emu? - ich bin verwirrt). Zum Glück verwechselt das Emu unsere Köstlichkeiten mit dem WC-Papier und rupft triumphierend ein paar Cellulose-Schnipsel aus dem Vorratsbauch von Rose. Ich nehme allen Mut zusammen, demonstriere äußere Stärke und mache dem Emu klar, wer hier das Sagen hat. So beginnt unser Tag in Monkey Mia und dann nimmt er den wunderbaren Verlauf, den der vorige Footprint beschrieb. Das Emu war unbedingt noch zu ergänzen, denn die schiere Größe von diesem High-Heel-Geflügel ist respekteinflößend. Und frech können die.... Und natürlich muss ein Sonnenuntergang am Delphinstrand ergänzt werden - ohne zu wissen, wie grandios der nächste wird...😍
Und der wird uns in Coral Bay erwarten - und der "Trade Off" (vulgo: der Kuhhandel) hierfür sind erneute hunderte Kilometer geradeaus. Manchmal fühle ich mich wie ein Terranaut, der in einer nicht wirklich menschenfreundlichen Umgebung sein vierradangetriebenes Raumschiff auf der Suche nach neuen terrestrischen Galaxien mit Dieselschub durch das Buschiversum lenkt. Zum Glück mit einer virtuosen Pilotin, so dass ich lässig den Senior Captain mimen kann. Ab und zu kommt einem menschliches Leben entgegen, welches man verzweifelt grüßt. Immer. Remark to myself: was bin ich froh, dass ich mir vor Abfahrt bei Kleinanzeigen noch ein gebrauchtes Satellitentelefon geschossen habe...🙈
Ich verzichte übrigens darauf, Fotos von meinem Sonnenbrand hochzuladen. So doof kann man nicht sein. War ich aber. Delfin-paralysiert den kühlenden Ozean genießend, pigmentieren mich Sonnenstrahlen in schweinchenrosa. Das war ein Fehler. Remark to everybody: Nivea Body-Lotion vor Anwendung in den Kühlschrank - das ist geil!
Vor weiterer Sonne erstmal geschützt, dürfen wir am Nachmittag in Coral Bay vor unserem gemieteten Häuschen parken. Klimaanlage! Ein Bett, dass nicht vom Sturm geschüttelt wird! Ein richtiges Klo! Meerblick! Definitiv 10 von 10. Und post-Schulferien so wunderbar menschenarm.... Auto abgestellt, Strand abgecheckt. Zum Glück vorm Betreten des seeeehr einladenden Wassers auch die Fauna gecheckt und nicht auf den allgegenwärtigen Stachelrochen getreten. Will man auch nicht, wenn man Dr. Google fragt. Es sei denn, man macht den "Stingray Shuffle" - will sagen, man sagt den Tierchen durch schlurfiges Gehen, dass gleich ein Grobian von oben auf sie treten könnte.
Der Sonnenuntergang hier am Anfang des Ningaloo-Riffs (Welterbe der UNESCO übrigens) ist überirdisch. Eine Symphonie aus Blau, Gelb, Rosa, Pink. Die weltbeste Busch-Copilotin ist ja auch gastronomisch weit überdurchschnittlich talentiert und ich darf wieder nur genießen - und räume dankbar auf. Schlafbilanz laut Apple Watch am nächsten Morgen: 9,5 Stunden. Wunderbar! Nachts das Hirn entmüllt und morgens wieder frisch an den Strand - das passt! Und da die Bucht nebenan ein "Shark Sanctuary" ist, in dem Riffhaie sich paaren und dann ihre Jung:innen (war das jetzt korrekt gegendert...?) so lange großziehen, bis sie stark genug sind, gehen wir zu Fuß am Strand entlang (Mpf, das war jetzt ein langer Satz🙈😃). Ausgeharrt, Hai gesichtet. Mit Kleinhai. Ist aber nicht so fotogen wie der allgemeine Delfin, denn er kann ja als "richtiger" Fisch einfach unter Wasser bleiben. Tut er auch und ein Dutzend Touris harrt geduldig aus, hält Kameras unter Wasser und wartet. Bis der kleine Hai abdreht. Schön war er aber, der Strandspaziergang und wird beendet mit Intensivchilling in der Dümpelbrandung. Wie herrlich!😃🌅😍Meer informatie

ReizigerWas für tolle Erlebnisse ihr gemeinsam habt!! Einfach unvergesslich👍🏻👍🏻🙌☀️

ReizigerIch fahre die Kurven für euch mit und gleiche die Bilanz im Universum aus😂. Sonnenbrand kriege ich hier keinen, hier hüllt man seinen weißen Speck fürnehm in langes Gewand…

Reiziger
Ein so besonderes Erlebnis mit seinem Kind macht die Reise absolut magisch 🧙♂️! Ich freue mich sehr für Euch ! Das geht in eure Akashachachronik eurer Familie ein ! Habt eine tolle Zeit und genießt diese Zweisamkeit! Einmalig !!🙏🙌🫶
Wer nicht bleibt, der nicht schreibt....
12 februari 2025, Australië ⋅ 🌬 29 °C
... und bleiben tun wir nicht, weswegen ich auch jetzt erst schreiben kann. Und die Kombination aus Nicht-WLAN/Netzabdeckung und Nicht-Bleiben beendet zwei schöne Nächte und einen Premium-Tag mit türkisblauem Wasser an Traumstrand.
Exmouth steht auf dem Kompass. Nördliches Ende des Ningaloo-Riffs, Militärstützpunkt und Fliegenmetropole des Kontinents. Also: innerer Autopilot auf "Ein" und stumpf Kilometer gekillt. Ich habe aufgehört, die zu zählen. Dem Australier käme das Gebiet zwischen Bonn und Oberhausen wahrscheinlich vor wie die dystopische Kakophonie eines Ameisenhaufens, der außer Kontrolle ist. Hier gibt es nichts zu kontrollieren. Der Busch ist das Gesetz. Und erstreckt sich in Ausmaßen, die ich immer wieder schlicht unfassbar finde. Und irgendwie auch beruhigend.
Damit es nicht zu ruhig wird, gibt es richtig leckeren Kaffee in Exmouth, bevor wir an gefühlt 300 Militärantennen und - abhöranlagen vorbeifahren und versuchen, ein Schiffswrack zu sichten. Das machen hier alle Influencer, die ihre erlebnisfunkelnden Insta-Bildchen hochladen. Die waren aber nicht zur Fliegensaison hier. Wir schon. Mal abgesehen davon, dass wir nichts influencen. Ich versuche, mit halb zugekniffenen Augen und Händen über Mund und Nase ein Wrack zu erkennen. Oder was davon übrig ist. Nicht viel, um ehrlich zu sein.
Dafür entschädigt eine Abfolge von Traumbuchten im Nationalpark und wir dürfen sogar in einer Campen. Oder dieses zu versuchen. Campen geht noch, Schlafen eher nicht. Richtig amtliche Sturmböen rupfen an dem Zelthäubchen von Rose und ich denke wieder: Dachzelt ist irgendwie cool, oft aber auch nicht. Luca gibt zerrupft auf und schläft im Auto. Ich versche, meine Gräten von den umherschlagenden Zeltwänden fernzuhalten. Irgendwann erbarmt sich a bissi Schlaf. Auch wenn 50 Meter weiter eine tiefergelegte japanischer Mittelklassezwiebel nebst Zelt aufgeschlagen ist, in der ein psychisch Gestörter mit seiner Boombox das Meeresrauschen - leider erfolgreich - übertönt. Schöne neue digitale Welt im Naturschutzgebiet. Tiefe Technobässe sind genaus das, wofür man 14.000 Km um den Globus fliegt, um ungestörte Natur zu erleben. Das ich das in einem akuten Anfall von Flugscham schreibe, versteht sich.
Vorher aber wurde der Sternenhimmel bestaunt und der ist hier episch. Beeindruckend. Berührend. Mir macht das Gänsehaut.💫🔭Meer informatie

ReizigerAls Grünenwähler und Ethnologe muss ich anmerken, dass die Natur nur so lange ungestört ist, bis neugierige Touris in öltropfenden tonnenschweren Blechkisten ankommen. Und sich beschweren, dass diese Idee leider nicht exklusiv ist. Aber als rücksichtsvoller, liebevoller und reflektierter Mensch gibt es dennoch eine 3 Minus für dich.🤣👍

Thomas WimmersDer Tourismus zerstört, was er sucht…. Wie immer – wir schauen beide Seiten an. Aber Danke, dass ich nicht nachsitzen muss…😁
Zelia zwingt zwei zurück....
13 februari 2025, Australië ⋅ ☁️ 25 °C
Zelia klingt nett - entspricht aber einem Zyklon, der sich auf die Nordwestküste zubewegt. Und da wir nach der rupfigen Windnacht im Dachzelt gerne über den Norden zum größten Monolithen der Welt wollen (nein, das ist nicht der Uluru...), bewegen Zelia und wir uns aufeinander zu. Was wir dann bemerken, als uns die behördliche App warnt. Und wir vor einer gesperrten Gravelroad stehen, die uns eigentlich zum Mount Augustus bringen sollte. Und jetzt wissen, was da des nächtens bereits am Zelt rupfte... Zelia fordert so also schon ihren Tribut, während sie über der See bereits mit 160 km/h wütet. Wegen ihr ist die Straße schon gesperrt und wir müssen Plan B in Anschlag bringen: Richtung Süden zum Lake Ballard. Das der 1742 km weit weg ist, kann uns nicht mehr schocken.
Noch flugs einen von diesen leckeren Kaffees in Exmouth vertilgt, unterwegs die Synapsen mit einem Cornetto runtergekühlt und irgendwann am Meer einfach hingestellt, Dachzelt in Erwartung einer weiteren Rupfnacht aufgeklappt und was passiert: Nüschte. Säuselnd lauwarmer Wind, der Vollmond spiegelt sich im ruhigen Meer, alles gut. Wie wunderbar. Luca war wieder die Gastro-Fee und so geht ein klassischer Roadtrip-Tag entspannt zuende.
Das morgendliche Einklappen des Dachzeltes gleicht einer Choreographie, die ich inzwischen halbwegs beherrsche. Eingeklappt, zugemacht, losgefahren. Der zweite Teil der 1742 Km werden in Angriff genommen. Der "Flat White" am Roadhouse ist obligatorisch. Die Hypnose des Outback-Fahrens nimmt Formen an, die wahrscheinlich therapeutisch sind. Und ich mir immer wieder mal vorstelle, ich müsste hier als Busfahrer oder Kapitän der so genannten "Road Trains" jahrelang durch den Busch fahren. Road Trains meint hier VIER Anhänger (!!!!), die von einem Truck gezogen werden. Unvorstellbar.
Laut des Campingplatzbetreibers (auf dessen Campingplatz in Sandstone ich dies gerade schreibe), der selber mal so einen fuhr, sind das vollbeladen über 200.000 Kg, die sich da auf einer engen Landstraße auf dich zubewegen. Da fährst Du vorsichtig. Don´t drive tired....
Am Straßenrand im Nichts unfassbar viele Kreuze. Ich will gar nicht wissen, was da passierte. Gut, dass wir jetzt sicher hier sind. Auf dem Campingplatz, auf dem wir die einzigen Gäste sind, bekomme ich schon wieder ungefragt eine Seniorenermäßigung. Grmpf... Ich bin gespannt auf Morgen, wenn wir zum Lake Ballard fahren und die dortige Kunstinstallation bestaunen: Gute N8!🌝Meer informatie

Reizigerfreu dich auf cape arid und bay of orleans😃wir sind nun in Tassie nach viel Wind und Nebel mit unserem riesen Wackelmobil an einem wundervollen Ort gelandet. Gratis Campsite im NP. Wahnsinnig schön.

Thomas WimmersDas freut mich sehr – und macht mich umso neugieriger. Jetzt wieder zurück hier im Süden fühlt sich das alles richtig kühl an; heute sogar bedeckt. Ungewohnt…
Holland Track reloaded... 😝
14 februari 2025, Australië ⋅ ☀️ 25 °C
Aufwachen in Sandstone fühlt sich an wie Aufwachen im Traum - ohne zu wissen, ob man da wirklich sein will. Sandstone: 60 Einwohner, Schlangensaison, Road Trains, die hinter dem Campingplatz vorbeibremsen (was richtig Geräusch macht...) und irgendwelche Gestalten, die über den nächtlichen Campingplatz geistern. Middle of Nowhere. Und irgendwie doch ganz nett, als morgens die Sonne ins Zelt scheint und wir uns im alten Post Office einen Kaffee holen. Und ich mir auch hier vorstelle, wie es wäre, hier zu leben. Gänsehaut. Die Leute hier sind nett, nichtsdestotrotz lässt das Ausatmen des Camplingplatzbetreibers relativ viele Alkoholmoleküle vermuten und die Zähne der Kaffeefee sind nicht so, wie sie sein sollten. Falls die Leute hier überhaupt noch alle Zähne haben. Out im Back halt. Das ist definitiv anders hier. Aber der Weg zu nächsten professionellen Zahnreinigung eben auch 600 km weit.
Heute steht Kultur auf dem Programm: Lake Ballard ist 200 km Gravel-Piste entfernt und grandios. Auf geht´s... Und es lohnt sich: die Installation von 51 Skulpturen auf dem "Salz"see sind beeindruckend - ebenso wie das Gefühl, durch die rutschige Salzsutsche zu gleiten. Die Geschichte hinter der Installation von Antony Gormley ist großartig: er überredete die 51 Einwohner von Menzies (welches das südliche Äquivalent von Sandstone ist), sich digital scannen zu lassen und kreierte hieraus Formen für stählerne Abgüsse der Bewohner, die jetzt in der "Inside Australia" genannten Installation in der gleißenden Sonne auf dem See im Salz ausharren. Man könnte hier bleiben, aber die allgemeine Fliege will das nicht. Wir fahren weiter.
Kalgoorlie umarmt mich ein zweites Mal - diesmal allerdings bei 20 Grad Celsius weniger. Träumchen! Wir verzichten auf eine Besichtigung der Minenstadt und lassen uns in klimatisierte Hotelbetten fallen: herrlich! KEIN Wind. Beim Joggen in der Stadt genieße ich gekühlten Wasser"dampf", den die Stadt ihren Bewohnern auf dem zentralen Platz einfach so spendiert. Auch das ist Australien. Und das ist Australien, auch wenn hier wieder das Elend der Aborigines sichtbar wird: alkohoisliert, zerlumpt, psychisch krank, sozial abgehängt. Wie so oft in den Städten sichtbar. Gruselig.
Valentine Day an einem Freitag: diese Stadt erwacht nun abends richtig zum Leben und wir haben tatsächlich Schwierigkeiten, einen Platz in einem Restaurant zu ergattern. Schaffen wir aber, genießen fresh Thai Food und ratzen unglaublich lang. Und werden jetzt mal einkaufen, alle wichtigen Vorräte aufpeppen (Wasser und Diesel...), denn gleich startet der zweite Versuch, den Holland Track zu bezwingen, damit Rose mal richtig artgerecht ausgeführt wird....😛Meer informatie

ReizigerWenn du mangelnde Zahnpflege sehen willst, bring einen Marokkaner zum Lachen👀

Thomas WimmersWahrscheinlich mit dem folgenden Witz: „Kannst du dir eine Frau am Steuer eines Autos vorstellen?“ 😁😁😁
Einfach kann jeder….oder:
15 februari 2025, Australië ⋅ 🌬 23 °C
Track: Check!✅, Reifen: Weg!🛞 - landschaftlich ist der Holland Track der Hammer – reifentechnisch eher der Killer.
Ich habe schon seit Wochen manifestiert, dass ich in Australien perfekte Reifen und nie eine Panne haben werde. Das Karma war mir nicht hold und wahrscheinlich hat sich der liebe Gott oder jemand anders, der für die terrestrische Regie zuständig ist, sich die Dramaturgie so ausgedacht: man wiegt den Silberrückentourist in trügerischer Sicherheit, um den Spannungsbogen dann nach einiger Latenz so richtig zu entladen:
Zunächst Anfahrt zum Holland Track, noch ein feines Luca – Granola genossen und dann auf den Track: Luftdruck gesenkt, Funkgerät auf die richtige Frequenz (in der irrigen Annahme, dass wir irgendwelche Menschen um uns herum haben würden) eingestellt und dann geht der wilde Ritt über diesen historischen Track los.
Ich hatte es in einem Footprint schon erwähnt: John Holland baute diesen Track, um Goldtransporte zu erleichtern. Wenn man heute durch diesen Busch fährt und sich vorstellt, dass die Kollegen damals mit Eseln von Wasserloch zu Wasserloch und nur mit Kompass ausgerüstet diesen Track geschaffen haben – nein, das kann ich mir tatsächlich nicht vorstellen…
Fünf Stunden später: der eigentliche Plan war, im Busch zu übernachten. Wir fahren jedoch durch unendliche Weiten von völlig verbrannter, dystopischer Buschkulisse und der Geruch von Verbrennung ist so stark, dass wir hier ganz sicher nicht übernachten wollen.
Also geht es im Dunkeln weiter. Jeder Blödmann weiß, dass man unter diesen Bedingungen besser nicht durch tiefe Löcher und über spitze Steine fährt… Es gibt aber halt auch eben Blödmänner (ich saß am Steuer)….
Im Stockfinstern (ja, wir sind natürlich zu spät losgefahren…) durch den tiefsten Busch – immer noch auf dem Holland Track. Dann dieses Geräusch. Und dann dieses Gesicht meine Tochter, die aussteigt und sagt: „schlechte Nachrichten…“
Aber getreu des Lebensmottos „es könnte schlimmer sein“ habe ich mich damit getröstet, was die Alternative zum zerfetzten Reifen gewesen wäre. Motorschaden. Busch – Kobold, Buschfeuer, in Australien noch unentdeckte Raubtiere, you name it.
Zunächst steht also „Read the fucking Manual“ auf dem Plan, um die Aufnahmepunkte für den Wagenheber zu suchen und dann mal flugs reingetaucht in die rote Pampe. Was habe ich terrestrischen Regie gedankt, dass das Auto erstens flach stand und zweitens nicht in einer dieser verdammt engen, palisadenartigen Begrenzungen des Tracks, wo ich keine Chance gehabt hätte, meinen süßen Arsch weit genug nach hinten zu strecken, um den Reifen von der Achse zu wuchten. Gestoppte Zeit: 45 Minuten inklusive Read the fucking Manual. Not bad.
Da wir schon fast vom Track runter waren, sind wir dann tatsächlich bis zum Wave Rock gefahren, wo ich vor einigen Wochen schon einmal war – auch hier bei 20° mehr. Campingplatz natürlich schon geschlossen. Schneller Emergency Snack und dann ab ins Dachzelt auf dem Parkplatz des Visitor Center. Duschen wird ja im Allgemeinen überschätzt.
Natürlich geistert auch hier wieder irgendein Typ rum, der auch auf dem Parkplatz übernachtet und minutenlang à la Walking Dead vor dem Klohaus steht. Entspanntes Schlafen wäre auch mal schön…
Nichtsdestotrotz war das Eintauchen in den Busch fantastisch. Offensichtlich ist das letzte Fahrzeug vor uns vor zwei Tagen gefahren – dies konnten wir an der Goodie Box sehen, die irgendwo auf dem Track aufgestellt ist und in der Track–Fahrer-Kolleg:innen nützliche Dinge wie Bierdosen, Klopapier oder Abschleppschäkel hinterlassen.
Das Gefühl, mitten in diesen Busch eingetaucht und völlig alleine zu sein, ist besonders. Die Währung dafür ist stundenlanges gerüttelt und geschüttelt werden und die Bewältigung von Hindernissen, die Rose bravourös gemeistert hat, die einem aber teilweise schon den Schweiß auf die dehydriert Stirn treiben konnten. Ich möchte nicht wissen, wie das während der Wet Season ist, wenn die jetzt ausgetrockneten, teils sicher 1,50 m tiefen Löcher mit Wasser gefüllt sind und man dadurch muss.
Oder das Buschfeuer kommt. Wie auch immer: ein durchaus aufregender Tag geht friedlich zu Ende, der völlig zerfetzte Reifen hängt wie eine Trophäe hinten auf Rose und wir freuen uns auf die Fahrt zum Strand am nächsten Tag… 🌊🐚🏖️Meer informatie
Das haben wir uns verdient…
17 februari 2025, Australië ⋅ 🌬 22 °C
….intensives Chilling nach intensivem Holland Track… Das war mal nötig. Und weil alle begehrten Campingplätze am Meer schon ausgebucht waren, entscheiden wir uns für ein Öko – Campingplatz etwas weiter im Landesinneren.
Die freundliche Gastgeberin eines der Campingplätze am Meer unten sagte, dass die Leute sechs Monate vor der Buchung um Mitternacht vor den Rechnern sitzen, wenn das Buchungfenster anfängt und dann 100.000 von potentiellen Campern auf die Tasten hämmern, um einen dieser Plätze zu bekommen. Für uns also: keine Chance!
Was für eine glückliche Wahl der Dunn’s Eco Park ist: duftende Nadelbäume, ein gut ausgestatteter Platz ohne Kuschelcamper und angenehme Camperkolleg:innen rundherum.
Das auch hier vor den bis zu 2m großen Schlangen der aktuellen Snake Season gewarnt wird und gefühlte Millionen andere Tiere mit 6-8 Beinen mitcampen, lassen wir mal außen vor.😝
Wir verbringen den 17. Februar mit ausgedehntem Abhängen in der wunderschönen Hellfire Bay und lassen es uns einfach gut gehen. Eher unspektakulär, aber sehr entspannend. Dort gibt es so genannte Rock Fisher – die sich mit Bergsteigerseilen an Haken auf den Felsen einhängen, damit sie nicht ins Meer stürzen. Bemerkenswert.
Luca macht ihr Sandfahr–Diplom am Wylie Beach und surft mit Rose durch den weißer als weißen Sand – wirklich sehr cool! In der Ferne riesige Dünen, die vom Wind gepeitscht weiße Schleier über die Landschaft legen. Das Türkisblau des Wassers ist immer wieder hypnotisierend und faszinierend. Auch wenn ich mich hier wiederhole.😍
Dass wir wiederum den Kompressor unter der Motorhaube von Rose schätzen, versteht sich; ohne verminderten Reifendruck geht hier nichts. Zwei Nächte werden wir dort bleiben und heute geht es weiter Richtung Westen – das Orca – Watching in Bremer Bay ruft immer lauter…😃Meer informatie

ReizigerWas für wunderbare Stimmungen du das eingefangen ! Und wohl wahr ,an dem türkisfarbenen Wasser kann man sich nicht satt sehen! Magisch ! 🙌🙌Bremer’s Bay wartet und hoffentlich bekommt ihr viele Orcas zu sehen! 🙏🙏🙏
Elon ist auch im Busch…
18 februari 2025, Australië ⋅ 🌬 21 °C
… - zum Glück nicht in Form eines Cybertrucks, aber mit seinem satellitenvermittelten Internet System Starlink, was schon ein bisschen abstrus ist, so wie es hier ist.
Man fährt stundenlang über Wellblechpisten ans Meer und ist wieder mal gefühlt im Nirgendwo. Und dann steht dort eine extraterrestrisch anmutende, solarbetriebene Starlink Antenne – mit Kameraüberwachung – wobei ich mich frage, wen das interessiert, was man hier so macht.
Tatsächlich macht das aber extrem schnelles Internet und Luca kann Gigabytes in den Äther pumpen, die sich dann in Form dieser wunderbaren Reels und Posts auf Insta wiederfinden:
www.instagram.com/lucaleandra_
Und wir müssen das ertragen, was wir jetzt wochenlang nicht kannten: Regen! Irgendeine innere Stimme versucht mich davon zu überzeugen, dass dieser Platz bei Sonne eigentlich ganz schön wäre. Uneigentlich ist es 18°, der Regen kommt horizontal und wer mit Rose unterwegs ist, hat halt kein Dach über dem Kopf.
Zur Kompensation gibt’s extrem leckere und süße Schweinereien, die wir zum Glück in Esperance noch kaufen konnten.
Irgendwann lachten wir beide, als wir das Wort „Sekte“ in den Mund nahm – fast zeitgleich. Dieser Campingplatz mutete komisch an. Überall alte weiße Männer (außer mir natürlich), die sich scheinbar alle kannten und schmerbäuchig und mit teils etwas aus der Zeit gefallenen Klamotten über diesen Campingplatz huschten. Wir haben das Beste draus gemacht, ein 2,5 Sterne Menü auf den Vordersitzen von Rose eingenommen (was mich dezent an Essen in der Economy Class erinnerte…) und sind früh ins Dachzelt geklettert und noch viel früher morgens wieder weggefahren.
Noch ein bisschen Wellblechpiste und dann Ankunft in Hopetoun. Ja, die Stadt schreibt sich so. Vielleicht, weil jemand hofft, dass das „u“ doch noch durch ein „w“ersetzt wird oder dass diese Stadt irgendeine Form von Attraktivität erlangt. Selbst der Kaffee war der schlechteste, den wir auf der ganzen Reise ergattert haben. Ergo: Flucht!
Und die haben wir nach Bremer Bay angetreten, wo wir morgen einen ganzen Tag auf einem Schiff verbringen werden, dass uns mit einigen Orca – Familien bekannt machen soll. Wir sind gespannt. Wenigstens ist der Campingplatz hier halbwegs freundlich und wir hängen den ganzen Nachmittag an einer wunderschönen Bucht ab, an der dann ab 16:00 Uhr mal eben ein bisschen Feierabend – Surfen betrieben wird. Wie schön, wenn man das mal so zum Ausgang des Tages machen kann. Das Licht ist fantastisch, die Surfer echte Könner und so klingt ein dann doch irgendwie entspannter Tag aus und wir freuen uns auf morgen!👍🏻🏄🌊🤙Meer informatie

Reiziger
Das bräuchte ich jetzt auch. Falls mich jetzt jemand mit Wasser besprenkeln würde, würde Fleckvieh aus mir werden🤦🏽♀️

Reiziger
Viel Spaß bei euren Vater-Tochter Trip, sieht nach sehr viel Spaß aus

ReizigerErfahrungen , die kaum Einer in good old Germany jemals machen wird! 🙌Amazing 🤩 Guter Kaffee war dir schon in der Studentenzeit so so wichtig!😉Es kommen wieder bessere Kaffees für Euch , da bin ich ganz sicher! Jetzt freut Euch auf die Orcas !!!! Und ich freue mich auf tolle Fotos davon ! Manifestieren ist jetzt angesagt 🤩🤩🤩🤩
Orcas & Sick Bags😝
20 februari 2025, Australië ⋅ ☀️ 22 °C
Geträumt hatten wir von einem topfebenen Meer, einem säuseligen Wind und angenehmen 25°. Kurz nach der Hafenausfahrt packte uns die Realität und eines der Videos zeigt, welch wilden Wellenritt wir die nächsten 7 Stunden durchgestanden haben. Nichtsdestotrotz. Es hat sich gelohnt – fanden wir beide.
Am liebsten würde ich 480 Orca – Fotos posten. Vielleicht nicht ganz so spannend für die geneigten Leser:innen. Tatsache ist, dass die schwerelose Eleganz dieser größten Delfin–Art faszinierend ist. Und wenn dann einer die Dünung ausnutzt und springend komplett aus dem Wasser schießt, ringen auch seekranke Mitreisenden sich noch Aaahs und Ooohs aus ihren verkrampften Kehlen.
Kurz nach der Hafenausfahrt war kollektives Göbeln angesagt. Luca und ich gehörten zu den Glücklichen, die ihre Sick Bags einfach nur in die Tasche steckten – just in Case…
Ein bisschen Häme konnte ich mir nicht verkneifen, weil zwei der sich als Pseudo – Influencer gerierenden Blingbling-VIP-Gäste, die Priority Boarding und Captains Cabin gebucht hatten und sich bräsig neben den Kapitän pflanzten, den Rest der Reise liegend im unteren Teil des Schiffs verbringen durften. Nur ein bisschen Häme…😁😝
Die Artistik der Crew Mitglieder, die bei dem Seegang versuchten, kleine Häppchen unter die kränkelnden Meute zu verteilen, war bemerkenswert. Und nie habe ich so viele mit krampfigen Händen festgehalten Handys gesehen…
Ich zitiere Wikipedia und gebe zu beachten, dass die Orca – Familien als Matriarchat organisiert sind…:
„Schwertwale (Orcas) sind soziale Tiere mit einer komplexen Populationsstruktur. Die kleinste Einheit ist die Mutterlinie, ein sehr enger Verband von mütterlicherseits verwandten Walen. Sowohl auf der Ebene der Mutterlinie als auch auf höheren Populationsebenen werden bestimmte Jagdtaktiken und Lautäußerungen an Jungtiere weitergegeben, was zuweilen als Kultur bewertet wird.“
Es gäbe so viel über diese faszinierend Tiere zu erzählen – wir durften uns viele spannende Informationen von Bord mitnehmen, weil wir im Sinne eines Learning Entertainment ständig mit Wissen versorgt wurden.
Aber das würde den Rahmen dieser Aufzeichnungen sprengen. Den abschließenden Landgang wandelten wir in eine Stunde wunderbares Abhängen am Lieblings – Beach und werden uns nun gastronomisch verlustieren. Wahrlich eine gute Wa(h)l, der Tag mit den Walen… 🐳🐋🍀Meer informatie

ReizigerSo großartig so etwas miterleben zu dürfen! Habe das mal in Vancouver Island fast genauso erlebt ! Göbeln stand da auch an erster Stelle! 😉Diese Tiere sind einfach großartig! Tolle Bilder ! 🙏🙏🙏

ReizigerDer Nächste Trip unbedingt, ganz anders als Downunder , aber ein Muss ! Gute ganz oben auf der Bucketlist ! 🤩
Meeting the Legend: Trevor!
22 februari 2025, Australië ⋅ ☀️ 23 °C
Nachdem sich abends das Dachzelt immer noch schwankend drehte (nein, es war nicht das alkoholfreie Bier aus unserer riesigen Engel-Kühlbox) und ich das Gefühl hatte, immer noch diesen Seegang von sieben Stunden Orca-Tour zu meistern, wurde die Nacht auf dem amtlichen Campingplatz in Bremer Bay eine ruhige.
Diese bräsige Ordentlichkeit eines richtigen Campingplatzes beruhigt ja irdenwie mein eher instabiles Gemüt. Man schaut sich gegenseitig beim Verrichten von Dingen zu, die man zuhause eher nicht in der Öffentlichkeit zelebrieren würde. Ich kann gar nicht soviel wegschauen, wie ich neugierig bin😁. Das wir genau zwischen den Tennisplätzen, dem Hauptdurchfahrweg und der Camperküche nebst Sanitärschachtel stehen, macht´s nicht besser. Aber wer zu spät bucht, wird auch mehr bestaunt! Schwamm drüber.
Traumfrühstück bei Traumwetter dank Spürfüxchens Supernase - Luca findet immer was für Foodies. Und dann ab zur 150 km entfernten Beach Harbour Road, wo Trevor als Platzwart regiert. Trevor war Roadie, Biker, Model, Verkäufer für Bühnentechnik und lebt gefühlt ausschließlich von hopfenhaltigen Erfrischungsgetränken, welche seine Freundin in einer rundlichen Kühlbox, die entfernt an eine Kettle Bell erinnern, hinter ihm herträgt.
Trevor wird in seinem 67järigen Leben alle Substanzen konsumiert haben, die der liebe Gott verboten hat. Frisur: wächst einfach. Zähne: nicht mehr vorhanden, was das entfernteste Verstehen von Aussie-Slang nicht erleichtert. Tattoos: reichlich! Trevor ist ein Herz von einem Kerl und seeehr witzig.
Wenn man ihn versteht. Ich nicke, reime mir das eine oder andere zusammen und bekommen Bier angeboten. RITTERSCHLAG! Bier von Trevor! Sein Haus oder besser: seine Behausung ist wie er: bunt, witzig, außergewöhnlich. Siehe Fotos. Ein Typ, dem die Sonne trotz beständigem Bierpegel einfach so aus dem Herzen scheint. Für solche Begegnungen liebe ich das Reisen! Der Tipp für den Typen kam übrigens von Claudia:
www.wildjourney.de
Wir genießen den absolut traumhaften Strand, der Südseegefühle aufkommen lässt. Another Day, another Beach - so lässt es sich formidabelst aushalten. Wir dürfen einfach irgendwo stehen, obwohl alle Plätze belegt sind. Ich liebe diese australische Entspanntheit und mein teutonischer Grumpy Old Man wundert sich langsam, dass er kein Futter für die üblichen kleinen Aufregungsattacken bekommt.
Die Entspanntheit auch am Strand lässt sich schwer in Worte fassen, am ehesten ist es vielleicht ein leicht rosafarbenes Gefühl von tüllartigem Schweben auf brandungsrauschender Schwerelosigkeit.....
Was hier nach rauschartigen Substanzen klingt, ist einfach ein Strand in Australien. So weit, so gut. Luca macht Menüvorschläge, ich mime den Meister des Gaskochers und versuche, die Windrichtung so zu checken, dass das Gas das tut, was es soll. Viel zu schnell ist es wieder dunkel und die Nacht gibt einen ungeahnten Blick auf so viele Sterne frei. So schön!
Der Morgen bringt Regen und ich versuche eine Rekordzeitverschließung des Dachzeltes. Chakka! Fourwheeldrive rein, Berg und Wellblechpiste bezwungen und ab nach Albany - Luca möchte zum samstäglichen "Farmer's Market. Schaffen wir. Lohnt sich.
Nach erzwungenem Intervallfasten - denn zwischen Trevor und dem Markt liegen anderthalb Stunden - gibt´s großartiges Gebäck und noch großartigeren Kaffee. Nebenan ist Pride Day Exhibition und nach all´ der Natur schaue ich auf Fotos von zwei Drag Queens, die alle Körperteile zeigen. Es ist also fast wie auf dem Campingplatz. Bunt, anders, schrill, schön. Irgendwie aber auch Kulturschock.
Also: auf zur Banksia Bay, an der ich schon mal alleine am Katzentisch campen musste, weil ich zu spät war und kein Platz mehr frei. Luca und ich schaffen es diesmal auf Platz No 1 - mit ungehemmtem Blick auf den brandenden Ozean. Premium! Wenn Engel reisen...🥰
Engel müssen aber auch vor die Füße schauen, und dort sonnt sich auf dem Weg zum Strand ein schwarzes, zwei Meter langes Schlängeltier, dessen Freundlichkeit wir nicht auf die Probe stellen werden. Also: heute Nacht werden wir das Dachzelt nicht verlassen und was raus will, wird durch die Rippen geschwitzt. Schaumermal..... 👻Meer informatie

Thomas WimmersDanke - es geht doch nichts über ein gutes Frühstück für alte, weiße Männer.... 😁
Farm Life - ich werde beschenkt!
23 februari 2025, Australië ⋅ ☀️ 16 °C
Sea to Land: Luca macht‘s möglich und schenkt mir einen Überraschungs-Farm Stay an einem der schönsten Orte dieser Reise: The Dunmore Farm. Wie wundervoll, wenn man so beschenkt wird! Und was für ein Kontrast zur bisherigen Reise.
Vorher aber genießen wir morgens noch den Blick über die Bucht von Banksia Bay, zu der wir uns mit Rose und definitiv eingeschaltetem Vierradantrieb mit Untersetzung vorgekämpft haben. Dieser Platz ist so unglaublich – ich habe es schon beschrieben. Aber morgens wird es noch besser: zu dem unglaublichen Blick über die Bucht und der tosenden Brandung gibt es eine Schule von Delfinen, die uns zum Frühstück begrüßt und auch diesen Ort so unvergesslich macht. Dann müssen wir (leider) wieder packen und fahren in eine Richtung, die nur Luca kennt…:
5500 ha Land, das sich über 5 km bis zur Küste erstrecken und das Heim der Dunmores ist, die in der dritten Generation Farmer sind. An diesem Ort mit einem unglaublichen Blick vom Haupthaus über die hunderte von Rindern, welche die Basis für das Auskommen dieser Farm bilden.
Wer mich kennt, weiß, dass ich ein ausgewiesener und bingewatchender Fan des Netflix – Epos „Yellowstone“ bin, in dem Kevin Costner als alter weißer Farmermann darum kämpft, dass alles so bleibt wie es ist.
Hier ist Kevin Costner viel jünger, heißt Ian und Beth, die krabitzige Hauptdarstellerin der Serie, wird hier durch Kristy verkörpert – ein unglaublich nettes Paar mit zwei kleinen Jungs, mehreren Hunden und einem faszinierenden Händchen dafür, wie man einen so friedvollen Ort schafft.
Ich merke schon, dass es auch diesmal wieder ein Abschied wird, den man nur ungerne erlebt. Auch das ein Ort, an dem ich gern länger verweilen würde. Friedvoll, meditativ, still, naturbelassen – so viele Worte würden hier passen. Fühlen muss man es selbst.
Neben den zwei Eseln, einem bildschönen Pferd und einer Herde Schafe haben uns zwei Katzen begrüßt, die schnell die besten Freunde auf Zeit werden und morgens ein Plätzchen im Bett ergattern – sonnenbeschienen und friedvoll schnurrend.
Als Gast darf man hier in farmeigenen Garten pflücken, was man will und wir nehmen Wassermelonen, Zucchini, Gurken, Kürbisblüten, Minze, Basilikum und vieles mehr. Luca ist in ihrem Element und zaubert wieder mal. Da wasche ich gerne ab…😃😜😍Meer informatie

Thomas WimmersAlles klar - ich komme als Farm Hand und schlafe auf‘m Bus im Dachzelt; Kälbchen haben wir heute schon gefüttert….👍🏻














































































































































































































































































































































































ReizigerSchurwollene Leibchen?😂
Thomas WimmersDie Vorstellung, jetzt ein wollenes Leibchen anzuhaben, treibt mir auch im Nachhinein noch die Schweiß auf die Stirn….🙈
Thomas WimmersNatürlisch - und für alle Fälle: Klosterfrau Melissengeist…😝