Los geht's
23. heinäkuuta, Saksa ⋅ ☁️ 14 °C
Die letzten Vorbereitungen sind erledigt, Findus ist voll bepackt und ich startete Richtung Norden. Es ist schon ungewohnt, ohne perfekte Planung einfach aufzubrechen. Aber eigentlich ist ein Norwegen-Urlaub ja fast wie nach Hause zu fahren...
Ich bin sehr gespannt, was die nächsten fast drei Wochen bringen werden!
Das Ziel für heute war, noch mit möglichst wenig Verkehr durch den Elbtunnel zu kommen. Kurz davor wäre ich fast gescheitert - schon in Sichtweite wurden plötzlich alle Anzeigen für die Fahrspuren rot. Die Höhenkontrolle hatte mal wieder ausgelöst...
Nach kurzer Wartezeit ging es dann aber weiter und ich fuhr für die Nacht auf einen Rastplatz 😴Lue lisää
Durch Dänemark
24. heinäkuuta, Tanska ⋅ ☁️ 20 °C
Nachdem ich erst einmal lange ausgeschlafen habe, ging es heute weiter nach Dänemark.
Ein nerviger Stau vor der Grenze verzögerte meine Ausreise etwas, aber nach 30 Minuten langsamen Rollens - blöde Grenzkontrollen - war ich dann endlich in Dänemark.
Den nächsten Stopp machte ich am Fuße der Storebelt-Brücke. Endlich wieder Meer sehen! Ich spazierte etwas in der Sonne und bewunderte dieses riesige Bauwerk.
Dann wechselte ich die Perspektive und fuhr über die Brücke. Mein Mautchip funktionierte wunderbar und wie von Zauberhand öffnete sich die Schranke der Expressspur vor mir.
Bislang war Dänemark ja immer nur ein Transitland für mich. Diesmal entschied ich mich aber dafür, wenigstens einen Zwischenstop einzulegen. Also fuhr ich in die Randgebiete von Kopenhagen (in die Stadt selbst darf ich wegen der Umweltzone nicht) und suchte mir einen Platz direkt an einer Bahnstation.Lue lisää
Ein Tag in Kopenhagen
25. heinäkuuta, Tanska ⋅ ☁️ 19 °C
Eigentlich war ich schon sehr oft in Kopenhagen... Nur während ich von der Stadt leider noch nichts gesehen habe, kenne ich den Flughafen wie meine Westentasche - Zeit, das zu ändern!
Findus blieb außerhalb auf dem Parkplatz stehen und ich fuhr mit der Bahn in die Stadt. Erster Stopp: die Marmorkirche, die eigentlich Frederikskirche heißt. Leider nur von außen, Baugerüste und Bauzäune hinderten mich an einem Blick ins Innere. Fast schon passend, denn die Kirche kennt Baustellen aus langer Erfahrung: 1749 legte Frederik V. den Grundstein, geplant komplett aus norwegischem Marmor – daher der Name. Der war dem Staat dann aber viel zu teuer, 1770 stoppte Struensee den Bau komplett, und die Kirche stand über 100 Jahre als Ruine mitten in der Stadt, bis sie 1874 ein Industrieller kaufte und aus dänischem Sandstein fertigbauen ließ. Erst 1894 wurde sie geweiht – mit einer der größten Kirchenkuppeln Europas, 31 Meter im Durchmesser. Nur leider auch heute wieder eine Baustelle. Weiter zu Schloss Amalienborg, ebenfalls nur von außen: benannt nach Sophie Amalie, deren erstes Lustschloss 1689 komplett abbrannte, bevor reiche Adlige in den 1750ern die vier heutigen Rokoko-Palais rund um den achteckigen Platz finanzierten – bis heute Königsresidenz. Allerdings ist der König heute gar nicht anwesend.
Am Wasser hatte ich dann freien Blick auf die Oper, bevor es für mich weiter nach Nyhavn ging - dem Postkartenmotiv Kopenhagens überhaupt. Der Kanal wurde 1670–73 unter Christian V. ausgehoben, damit Handelsschiffe bis ins Zentrum kamen – Haus Nr. 9 von 1681 ist das älteste, und H. C. Andersen wohnte gleich an drei verschiedenen Adressen am Kai. Ich holte mir hier in der nähe einen Hotdog, aber bei dem Gedränge wollte ich nicht lange bleiben. Also weiter zum Rundetaarn: 1637 von Christian IV. als Sternwarte gebaut, mit einer 209 Meter langen Spiralrampe statt Treppe, damit Pferdefuhrwerke Bücher und Instrumente nach oben bringen konnten. Zar Peter der Große ritt da 1716 tatsächlich zu Pferd hoch – ich sparte mir den Aufstieg...
Durch die Fußgängerzone spazierte ich zum Parlament, und warf dort einen kurzen Blick in die Kapelle. Im Garten der Königlichen Bibliothek habe ich eine kleine Pause gemacht. Die Bibliothek wurde übrigens schon 1648 von Frederik III. gegründet und umfasst heute über 75 Kilometer Regalmeter. Drinnen durfte ich dank meines internationalen Studierendenausweises sogar in den für Besucher eigentlich gesperrten alten Lesesaal (ich hatte mir online vorab schnell die Signatur eines Psychologiebuches rausgesucht, dass wirklich interessant war) – dort saß angeblich schon Lenin während seines Kopenhagener Exils. Irre, an so einem Tisch zu sitzen, für Kopenhagener Studis aber jederzeit möglich! Da hier drinnen das Fotografieren absolut verboten war und ich mein Glück nicht überstrapazieren wollte, habe ich aus dem Inneren leider nur ein Bild aus dem Internet.
Zum Schluss ging ich noch an die Rückseite des Parlaments, wo regelmäßig die Interviews zur dänischen Politik gedreht werden, dann fuhr ich zurück mit der Bahn zum Auto.Lue lisää
Nach Schweden an einen Traumplatz
26. heinäkuuta, Ruotsi ⋅ ☀️ 17 °C
Nach dem Besuch in Kopenhagen fuhr ich weiter über die Öresundbrücke nach Schweden. In Schweden nutzte ich die unglaublich günstigen Dieselpreise und tankte für 1,84 €/L erstmal wieder voll.
Dann fuhr ich weiter - ich hatte einen angeblich sehr schönen Stellplatz in einem stillgelegten Windpark direkt am Wasser gefunden. Vor Ort stellte ich fest, dass der Platz wirklich alles andere als ein Geheimtipp war - es hatte ein bisschen was von einem Campingplatz. Aber der Ort lohnte sich wirklich! Ich stand direkt am Meer, hörte das Wellenrauschen und konnte aus dem Camper aufs Wasser schauen.
Abends wurde es dann aber leider ungemütlich mit starkem Regen und ordentlichem Wind.
Ein riesiges Wohnmobil verließ nachts noch den Platz - die Idee, sich um 90 in den Wind zu drehen, kam ihnen wohl nicht... Ich nutzte das Schaukeln einfach, um schneller einzuschlafen und wachte am nächsten Morgen bei herrlichem Sonnenschein und Wellenrauschen auf.
Es gefiel mir hier so gut, dass ich noch bis Mittags blieb und das Meer und die Sonne genoss.Lue lisää
Felsritzungen in Schweden
26. heinäkuuta, Ruotsi ⋅ ⛅ 17 °C
Auf dem Weg in Richtung Norwegen legte ich noch einen Zwischenstopp bei den Felszeichnungen von Aspeberget ein. Hier war kaum jemand unterwegs, nur der Wind in den Bäumen und ich, die ich mir mal wieder die Beine vertreten konnte.
Diese unscheinbaren grauen Felswände hier gehören seit 1994 zum UNESCO-Welterbe und sind Teil eines 41 Quadratkilometer großen Gebiets mit über 600 erschlossenen Felswänden voller Bilder aus der Bronzezeit. Kein Meißel, kein Pinsel – die Menschen haben die Motive vor über 3000 Jahren mit Hammersteinen regelrecht in den Bohusgranit eingeschlagen, Stück für Stück, Schlag für Schlag. Und dieser Granit selbst wurde schon vor 920 Millionen Jahren tief unter der Erde geformt, glattgeschliffen von der letzten Eiszeit und ist erst vor rund 5000 Jahren wieder aus dem Meer aufgetaucht.
Überall sind Boote in den Felsen – kein Zufall, denn über Wasserwege kam damals das Bronze-Metall aus halb Europa nach Skandinavien, und mit jedem Handelsboom wuchs offenbar auch die Lust, neue Bilder in den Stein zu hämmern. Und nun stehen hier Besucher wie Forscher und versuchen, sich aus den Bildern einen Reim zu machen. Ist die Menschengruppe auf dem Weg zu einer rituellen Zeremonie? Oder wurde hier dargestellt, wie viele Sklaven und Kriegsgefangene verschifft wurden? Über solche Fragen diskutieren die Wissenschaftler wohl bis heute... Manche guten Geschichten brauchen eben keine Worte, nur einen sehr geduldigen Hammerstein. 😉
Anschließend erreichte ich dann (endlich) Norwegen und fand einen sehr schönen Stellplatz im Grünen an einer Nebenstraße.Lue lisää
Mortensrud Kirche - verschlossene Türen
27. heinäkuuta, Norja ⋅ ⛅ 18 °C
Heute machte ich mich auf den Weg zur Kirche in Mortensrud - südlich von Oslo. Ich hatte die Kirche bei Instagram entdeckt und wollte sie danach unbedingt selbst sehen!
Das Besondere ist ihre ungewöhnliche Architektur: Sie ist eine moderne Naturkirche aus Schiefer, Glas und Stahl und ist so gebaut, dass Felsen und Umgebung bewusst Teil des Raums werden. Im Inneren sorgt das viele Tageslicht für eine helle, offene Atmosphäre; dazu kommt die symbolische Altargestaltung mit Steinen von der Berliner Mauer, von Robben Island (hier saß N. Mandela im Gefängnis) und aus Jerusalem.
Leider konnte ich mir dieses Bauwerk dann aber nur von außen ansehen - an der Tür hing ein Zettel "Leider diese Woche geschlossen".Lue lisää
Mørkgonga - versperrte Wege
27. heinäkuuta, Norja ⋅ ☁️ 18 °C
Anschließend fuhr ich weiter. Ich durchquerte Oslo in dem Tunnelsystem, das mich jedes Mal wieder beeindruckt. Die halbe Stadt ist hier "unterkellert" mit Autobahnen und sogar Autobahnkreuzen. Einzelne Abfahrten führen dann an die Oberfläche, aber so bleibt der meiste Verkehr natürlich aus der Stadt raus.
Ich parkte dann zur ersten richtigen Wanderung - ich wollte die Mørkgonga sehen. Ich las vorab: Mørkgonga ist eine der eindrucksvollsten Felsformationen in der Region Oslo. Ein schmaler, steinerner Spalt am Bergkamm, der nach einer kurzen Wanderung mit einem weiten Blick über das Ringerike-Tal belohnt. Der Ort wirkt rau, still und fast ein wenig geheimnisvoll – genau das macht seinen Reiz aus.
Also nichts wie los! Nur 3,5km bis zur Schlucht ist ja fast nichts... Wären da nicht die 460 Höhenmeter zusätzlich gewesen. Der Weg war aber ganz nach meinem Geschmack: ein felsiger Trampelpfad durch den Wald. Allerdings wurde es immer steiler und steiler. Ich hatte in Norwegen ja schon mal festgestellt - wenn nach einer Wanderung die Arme mehr schmerzen als die Beine, dann war es eigentlich ein Klettersteig! Das hier wird wohl Letzteres werden...
Ich kämpfte mich weiter bergauf, bis mich dann zweierlei bremste. Zum einen warnte ein Schild vor frischen Erdrutschen und empfahl dringend, nicht weiter zu gehen. Und zum anderen kam mir auf dem eigentlichen Weg ein Bach wasserfallartig entgegen!
Also drehte ich um und genoss wenigstens den Ausblick durch die Bäume... Als es dann auch noch ziemlich stark zu regnen begann, war ich doch überzeugt, dass Umdrehen die richtige Entscheidung war!Lue lisää
Utøya - Ort der Erinnerung
27. heinäkuuta, Norja ⋅ ⛅ 19 °C
Norwegen gibt es natürlich nicht ohne seine jüngere Vergangenheit. In vielen Städten habe ich schon Gedenk-Orte anlässlich des Anschlags am 22. Juli 2011 gesehen - jetzt fuhr ich ganz nah am Ort des Geschehens vorbei und besuchte die Gedenkstätte hier.
Ein Monument aus 69 Säulen erinnert hier an die Opfer - in jede ist ein Name und das Alter eingraviert. Die Insel ist in Sichtweite und man kann sehr gut das Kantinengebäude sehen, das auch damals in jedem Nachrichtenbild erkennbar war.
Obwohl der Ort etwas abseits der Straße liegt, kamen und gingen hier viele Menschen - ausländische Touristen und Norweger.
Eine Informationstafel beschreibt:
Seit 1950 ist Utøya ein wichtiger Ort in der Geschichte der norwegischen Arbeiterbewegung. Über die Jahre kamen hier Zehntausende junger Menschen zusammen, um für Demokratie, Gleichheit und Solidarität zu kämpfen. Politische Ideen aus Utøya flossen in die nationale Politik ein und veränderten das Leben vieler. Dieser Pier war ein zentraler Ort, als Norwegen am 22. Juli 2011 von einem Terroranschlag erschüttert wurde. Von hier aus setzten die Teilnehmer des Camps mit der Fähre zur Insel über. Auch die ehemalige Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland reiste von hier aus zur Insel und kehrte noch am selben Tag zurück. Eine der größten Rettungsaktionen, die jemals auf norwegischem Boden stattfanden, wurde von hier aus koordiniert. Campteilnehmer, die den Terroranschlag vom Festland aus miterlebt hatten, standen hier. Jugendliche, die von der Insel geschwommen waren oder von mutigen Einheimischen mit Booten gerettet worden waren, erreichten hier das Ufer. Nach dem Anschlag musste die AUF (die Jugendorganisation der norwegischen Arbeiterpartei) einen Weg finden, Utøya zurückzuerobern. Das Andenken an die Opfer musste bewahrt und die Insel neu belebt werden. Extremismus durfte nicht siegen. Das politische Engagement junger Menschen durfte nicht durch Gewalt unterdrückt werden. Die AUF, die Überlebenden und die Hinterbliebenen schlossen sich zusammen, um für die Insel eine sinnvolle Zukunft zu gestalten. Vier Jahre nach dem Anschlag begannen die Wiederaufbau- und Erneuerungsarbeiten. Heute umfasst das Gedenk- und Lernzentrum auf Utøya Teile der ehemaligen Kantine. Es gilt international als eines der bedeutendsten Gebäude der Welt. An einem wunderschönen und friedlichen Ort im Norden der Insel wurde eine Gedenkstätte für die Opfer der Tragödie errichtet. Utøya ist nach wie vor das Herzstück der AUF, doch die Bedeutung der Insel reicht heute weit über die Arbeiterbewegung hinaus. Sie ist zu einem Treffpunkt für engagierte junge Menschen aus Norwegen und dem Ausland geworden, zu einem Ort des Austauschs, der Toleranz, der Freundschaft und der Liebe. Die nationale Gedenkstätte am Utøya-Pier wurde im Frühjahr 2022 eröffnet. Sie ist ein Ort, der Verlust, aber auch Rettung, Mut und Widerstandsfähigkeit symbolisiert.
Eine Infotafel zum Hintergrund:
Am Freitag, dem 22. Juli 2011, um 15:25 Uhr explodierte eine Bombe im Regierungsgebäude in Oslo. Die Bombe bestand aus Düngemittel und wog 950 kg. Sie detonierte vor dem Hochhausblock (H-Block), in dem sich das Büro des Ministerpräsidenten und das Justiz- und Polizeiministerium befanden. 3.100 Menschen arbeiteten im Regierungsgebäude. Am Nachmittag des 22. Juli hielten sich 300 Menschen in den Gebäuden und den umliegenden Straßen auf. Nach der Explosion lagen die Toten inmitten von Glasscherben, Papier und Trümmern. Rettungskräfte und Freiwillige trafen ein und leisteten Hilfe, so gut sie konnten. Acht Menschen starben. Die Zerstörung war enorm. Später am selben Tag begann der zweite Teil des Anschlags: ein Massenmord an Teilnehmern des Sommerlagers der AUF auf Utøya. 564 Menschen befanden sich auf der Insel, die meisten von ihnen Mitglieder der AUF. Der Terrorist war bewaffnet und trug Polizeiuniform, als er um 17:15 Uhr mit der M/S Thorbjørn nach Utøya übersetzte. Kurz bevor der Terrorist seine ersten Opfer auf Utøya tötete, hatten die Campteilnehmer von der Explosion in Oslo erfahren. Die Schüsse auf der Insel lösten Panik aus. Die Teilnehmenden suchten Schutz im Haus und im Freien. Sie rannten oder schwammen um ihr Leben und versuchten, sich gegenseitig zu helfen und zu trösten. Es hatte geregnet, sie stolperten und rutschten im Wald aus und stürzten steile Hänge hinab ins Wasser. Sie telefonierten mit Familie und Freunden und wechselten Worte – manche, um um Hilfe zu bitten, manche, um sie zu beruhigen, manche, um sich zu verabschieden. Einwohner der Gemeinde Hole und Urlauber, sowohl an Land als auch auf Booten, reagierten schnell und heldenhaft. Sie retteten Leben und trugen dazu bei, die Tragödie einzudämmen. Die Polizei nahm den Terroristen um 18:34 Uhr auf Utøya fest. Er hatte 69 Menschen getötet. Viele weitere Personen erlitten lebenslange körperliche und psychische Verletzungen. Die Terroranschläge wurden von einem rechtsextremen Norweger verübt. Im August 2012 stellte das Bezirksgericht Oslo fest, dass die Angriffe auf den Regierungsgebäudekomplex und die AUF auf Utøya politisch motiviert waren und sich gegen die norwegische Demokratie richteten. Heute ist die AUF wieder auf Utøya vertreten, und die M/S Thorbjørn transportiert weiterhin junge Menschen zur Insel.Lue lisää
Gaustabanen
28. heinäkuuta, Norja ⋅ ☁️ 12 °C
Heute morgen brach ich früh auf, um das gute Wetter zu nutzen. Ich fuhr über kleine enge Bergstraßen hoch zum Gaustatoppen. Mit dem Camper kam ich nicht ganz bis auf den eigentlichen Parkplatz meines heutigen Abenteuers, daher lief ich den letzten Kilometer zu Fuß.
Hier war ich bereits gut 1000m über dem Meeresspiegel und damit weit über der Baumgrenze. Geröll, Fels, Flechten Moose und flache Büsche prägen hier die Landschaft.
Nach kurzem Fußmarsch kam ich dann an der Basisstation der Gaustabahn auf 1150 m.ü.NN an. Diese ist eine Bergbahn, die vollständig im Inneren des Gaustatoppen, des 1883 Meter hohen „Telemark-Juwels“ verläuft.
Schon Anfang der 1950er-Jahre entstand die zivile Vision, eine Bahn zu bauen, die mehr Menschen komfortabel auf diesen exponierten Aussichtsgipfel bringen sollte.
1953 wurde das Projekt als touristische Bergbahn geplant, doch mit Beginn des Kalten Krieges übernahmen Militär und Geheimdienste die Idee. Zwischen 1954 und 1959 trieb man dann Tunnel und Kavernen in den Berg, um eine hermetisch abgeschottete NATO-Radar- und Funkstation samt Versorgungsbahn auf dem Gipfel zu errichten. Die Bahn diente über Jahrzehnte fast ausschließlich militärischen Zwecken: Sie brachte Personal und Material wetterunabhängig zur Gipfelstation, geschützt im Berg und damit weitgehend bombensicher im Ernstfall.
Bis Mitte der 1990er-Jahre blieb die militärische Nutzung und der gesamte Anlagenkomplex im Berg geheim, erst danach wurde über eine zivile Umnutzung ernsthaft nachgedacht. Ab etwa 2004 wurde die Strecke umfassend saniert, mit modernen Sicherheits- und Bahnsystemen ausgestattet und auf eine touristische Nutzung vorbereitet.
2010 war es dann endlich soweit: Die einst geheime NATO-Bahn wurde offiziell für Besucher eröffnet, heute fahren jährlich über 75.000 Menschen mit ihr auf den Gipfel – besonders im Sommer und zur Skisaison.
Die Gaustabahn besteht aus zwei Abschnitten im Felsinneren: Zunächst betrete ich die Station durch eine sehr militärisch wirkende Stahltür. Dahinter stieg ich in die "Trambahn", die mich auf einer rund 850 Meter langen, horizontalen Tunnelbahn tief in den Berg brachte. Hier im Inneren ist es das ganze Jahr über konstant etwa 5-8°C kühl. Dort angekommen, stieg ich aus und wechselte in die Standseilbahn. Auf dieser Strecke verkehren zwei Waggons im Pendelverkehr. Schon die Form der Bahn ist genau auf die 39°-Steigung (das sind etwa 80%) ausgelegt... Über eine 1050m lange Strecke, überwindet die Bahn knapp 700 Höhenmeter in wenigen Minuten. Dabei schaukelte und schepperte es ganz schön...
Schließlich gelangte ich durch einen langen Tunnel wieder aus dem Berg heraus und stand plötzlich auf 1800 m.ü.NN - nur knapp unterhalb des Gipfels.
Übrigens kostete der Bau der Bahn zur damaligen Zeit rund 14 Millionen Norwegische Kronen – für eine Bahn, von der zunächst kaum jemand etwas wissen sollte. Zum Glück finanzierte die NATO diesen Bau...
Im Winter funktioniert die Gaustabane praktisch wie ein „Untergrund-Sessellift“ und erschließt spektakuläre Off-Piste-Abfahrten im Skigebiet Gausta/Gaustablikk.Lue lisää
Gaustatoppen
28. heinäkuuta, Norja ⋅ ☁️ 14 °C
Oben am Gaustatoppen war ich von dem Ausblick überwältigt!
Mir öffnete sich eine 360-Grad-Aussicht in die Ferne. Bei klarem Wetter (und das hatten wir heute) sind angeblich bis zu 16 Prozent der Fläche Norwegens sichtbar – ein wahrer Logenplatz über Südnorwegen!
Ich schaute mich kurz um und stieg dann über die Sherpatreppe zur bewirtschafteten Hütte und der alten Militärstation (zumindest dem, was davon aus dem Berg herausschaut) auf.
Nachdem ich mich auch hier ausgiebig in alle Richtungen umgeschaut hatte, wagte ich dann die - im wahrsten Sinne des Wortes - Gratwanderung zum eigentlichen Gipfel. Links wie rechts fiel der Berg steil ab und ich hatte immer noch schönere Ausblicke. Allerdings hatte ich leider keine Hand frei zum Fotografieren, da ich auch die Hände meistens an den Felsen hatte...
Was für eine herrliche Natur!
Zurück an der Hütte, gönnte ich mir eine schöne Waffel mit Erdbeermarmelade und dazu einen Kaffee. Beides genoss ich dann in der wohlig warmen Sonne mit Ausblick auf die Hardangervidda - ein Hochplateau, das ich auch irgendwann noch einmal durchwandern möchte...
Auch wenn der Aufbruch mir nicht leicht fiel, riss ich mich irgendwann los und machte mich auf den Rückweg.
Unten stellte ich dann fest, wie gut es war, dass ich so früh am Morgen angekommen war. Neben dem Parkplatz war auch die Straße über mehrere Kilometer vollständig zugeparkt. Und kurz vor dem Ende der wartenden Schlange an Menschen stand ein Schild, dass es ab hier noch etwa 180 Minuten Wartezeit seien...Lue lisää
Die Hochebene bei Gausta
28. heinäkuuta, Norja ⋅ ⛅ 16 °C
Nach dem Besuch des Gipfels fuhr ich gar nicht mehr weit, sondern suchte mir einen wunderschönen Parkplatz entlang der Straße auf der Hochebene.
Hier genoss ich den Ausblick, die Sonne und den Abend - als die Umgebung immer ruhiger wurde.
Allerdings wurde es mit dem Verschwinden der Sonne auch etwas kühl hier oben... Es ist eben doch eine Hochgebirgslandschaft.
Also machte ich mir noch einen Tee und kuschelte mich unter die warme Decke.
Für alle, die vielleicht zu Hause schon wieder schwitzen: ich biete hier am Abend 9°C Außentemperatur 😉Lue lisää
Mjonøy Camping
29. heinäkuuta, Norja ⋅ 🌧 17 °C
Nachdem es in der Nacht doch sehr kalt geworden war (bis auf 6°C Außentemperatur), fuhr ich am Vormittag wieder vom Hochplateau runter und machte eine kleine Pause am Hjartsjå - einem kleinen Bergsee. Hier genoss ich die Sonne, tankte etwas Wärme und spazierte etwas am Strand entlang - mit den Füßen im klaren Wasser.
Dann fuhr ich weiter zur kleinen Insel Mjonøy. Es ist durchaus selten, dass es eine Bäckerei auf meine Bucket-Liste schafft, aber das hier ist eben keine normale Bäckerei...
Zusammen mit kleinen Häusern und Hütten, die aussehen, wie in einem Museumsdorf, steht hier auch eine kleine holzbefeuerte Bäckerei, die angeblich die besten Zimtschnecken in ganz Norwegen herstellen soll. Der Ofen steht direkt im kleinen Verkaufsraum. Man nimmt sich in Selbstbedienung, was man haben möchte - es gibt Süßes, Brötchen und Brot - und bezahlt dann einfach digital. Der wunderbare Duft des Holzfeuers zieht über das ganze Gelände...
Zwischen den Gebäuden gibt es Sitzgelegenheiten, die Leute treffen sich und nutzen Imbiss, Café und Bäckerei oder picknicken. Sogar eine bequeme Hängematte habe ich gefunden! Ich entschied mich heute gegen die Zimtschnecken und aß stattdessen ein "Skolebrød" (wörtlich übersetzt: Schulbrot). Das ist ein flacher Hefeteigfladen, der mit Vanillepudding gefüllt ist und nach dem Backen mit einer Zuckerglasur bestrichen und mit Kokosraspeln bestreut wird. Der Name stammt aus den 1950er-Jahren, als das Gebäck häufig Schülern mitgegeben wurde, wei es sich leicht aus der Hand essen lässt.
Neben den Hütten gibt es auch einen kleinen Campingplatz, auf dem ich mir einen wunderschönen Platz suchte. So blieb ich also auf der kleinen Insel zwischen den Flüssen Klevastøylåi und Smørkleppåi und lauschte abends dem Rauschen des Wassers.
Bevor es ins Bett ging, musste ich allerdings noch ein bisschen Erste-Hilfe bei Findus leisten. Das Abblendlicht war kaputt, was in Norwegen keine gute Sache ist.
Welcher Idiot baut eigentlich Autos, bei denen man zum einfachen Lampentausch die Außenverkleidung abnehmen muss?!?Lue lisää
Kursänderung und Wasserfall
30. heinäkuuta, Norja ⋅ 🌧 13 °C
Ich verbrachte eine wunderbare Nacht! Das Heckfenster war die ganze Zeit offen und so genoss ich das Rauschen des Flusses. Am Morgen holte ich mir frisches Frühstück aus der Bäckerei und fuhr dann gemütlich weiter.
Da es im Westen Norwegens die nächsten Wochen nur regnen sollte, änderte ich meinen Kurs und orientierte mich weiter in Richtung Süden.
Auf dem Weg kam ich plötzlich an einem wunderschönen Wasserfall vorbei und bekam sogar einen freien Platz auf dem nahegelegenen Parkplatz. Mit Kamera und Stativ bewaffnet, zog ich los und kam aus dem Staunen kaum noch heraus - was für ein toller Wasserfall!
Über eine kleine Infotafel erfuhr ich, dass der Langfoss der fünfthöchste Wasserfall in Norwegen ist und von CNN 2011 unter die 10 schönsten Wasserfälle der Welt gewählt wurde. 612m stürzt das Wasser hier in die Tiefe und macht dabei einen Krach, dass mir noch danach ein wenig die Ohren klingelten. Ich versuchte, die Wassermassen aus allen möglichen Perspektiven einzufangen und genoss das kraftvolle Naturschauspiel.Lue lisää
Haugesund
30. heinäkuuta, Norja ⋅ 🌧 16 °C
Als nächstes führte mich mein Weg in die kleine Stadt Haugesund, eine Stadt, die dreimal neu erfunden wurde – als Königsland der Wikingerzeit, als Heringsboomtown des 19. Jahrhunderts und als Öl- und Schiffbaustandort der Gegenwart. Heute leben hier rund 38.700 Menschen.
Ich begann meinen Rundgang an der Hafenpromenade. Der Sund zwischen Festland und den Inseln Risøy und Hasseløy ist das Herz der Stadt: In den 1840ern liefen hier die Heringsboote ein, heute ist Indre Kai die Flaniermeile mit Restaurantterrassen.
Hier sitzt auch seit 1994 Marilyn Monroe in Bronze auf Granit. Ihr leiblicher Vater soll angeblich aus der Gegend um Haugesund stammen – sie selbst war nie hier, gehört aber zum Stadtbild.
Ein paar Schritte landeinwärts stehen zwei Fischer, die mit ausgestrecktem Arm aufs Meer zeigen – heute jedoch eher auf ein Kreuzfahrtschiff.
Insgesamt wirkte die Stadt auf mich wie ausgestorben. In der Haraldsgata, der Fußgängerzone, schlossen die meisten Läden bereits um 16 Uhr, der Rest um 17 Uhr. Immerhin kam ich mit einer Ladenbesitzerin noch sehr nett ins Gespräch.
Am Ende der Fußgängerzone fand ich eine Statue des Wikingers Harald Schönhaar.
Die Stadt wurde nach seinem Grab benannt: Im Altnordischen bedeutet "haugr" Grabhügel und "sund" Meerenge – gemeint sind die Hügel bei Haraldshaugen, wo Harald Schönhaar der Überlieferung nach bestattet wurde. Er hat hier auch gelebt und geherrscht und ist der Gründervater des heutigen Norwegens. Nach der Schlacht im Hafrsfjord um 872 galt er als erster König eines geeinten Norwegens. Um 933 starb er in Avaldsnes und wurde laut Snorre Sturlason auf Gard, nördlich des heutigen Stadtzentrums, im Hügel beigesetzt – archäologisch belegt ist das bis heute nicht.
Sichtbar ist seine Relevanz bis heute im Stadtplan: Haraldsgata, Haraldshallen, Haraldsvang, Haraldstunet – und eben diese Statue des Königs, der übers Wasser blickt.
Nach diesem kurzen Besuch der Stadt machte ich mich wieder auf den Weg in Richtung Süden - westlicher geht es nun nicht mehr.Lue lisää
Stavanger I
31. heinäkuuta, Norja ⋅ ⛅ 14 °C
Um den horrenden Parkgebühren in Stavanger zu entgehen - "günstige" Plätze gibt es hier ab rund 8€/Stunde - parkte ich in Randaberg und nahm von hier den Bus ins Stadtzentrum.
So kam ich direkt am Breiavatnet, einem kleinen See im Stadtzentrum, an und startete meinen Rundgang durch die Stadt mit dem Dom. Bei dem Eintrittspreis hätte ich im Inneren jedoch etwas mehr erwartet...
Also zog ich weiter durch die Fußgängerzone zum norwegischen Ölmuseum. Mit fast dem gleichen Eintrittspreis wie am Dom überzeugte mich das jedoch deutlich mehr: Wieder mal ein tolles, interaktives Museum!
Die Ausstellung begann mit dem Kurzfilm "Oljeunge" - über den Konflikt eines inzwischen erwachsenen, klimabewussten Mannes mit seinem Vater, einem Ölarbeiter der ersten Stunde.
Anschließend wurde erklärt, wie Erdöl entstanden ist und wo es entstehen konnte. Auch die Anfänge des norwegischen Öls und die Folgen für das Land wurden erklärt - immer wieder beeindruckend ist der "Live-Kontostand" des norwegischen Ölfonds... auch Modelle von Schiffen und Plattformen waren ausgestellt: Besonders beeindruckend dass der Troll-A-Plattform. Das ist eine der größten norwegischen Ingenieurleistungen aller Zeiten.
Mit einer Höhe von 472 Metern von der Basis ihrer Schürzen bis zur Spitze des Fackelauslegers zählt die Plattform zu den höchsten Bauwerken der Welt und ist das höchste von Menschenhand geschaffene Bauwerk, das jemals über die Erdoberfläche bewegt wurde. Sie wiegt mehr als eine Million Tonnen.
Das ausgestellte Modell hat einen Maßstab von 1:100 und passt gerade so in den Raum...
Im zweiten Teil der Ausstellung wurde es richtig interaktiv. Es begann mit dem Sicherheitsfilm für den Helikoptertransport und man konnte auch Survival-Suits anprobieren - das sparte ich mir dann mal. 😉 In einem Helikopternachbau sah man den Landeanflug auf eine Ölplattform aus den simulierten Fenstern. Dann erfuhr man etwas über das Leben, die Berufe und die Menschen an Bord, konnte die Technik, aus der so eine Plattform besteht, erkunden und die Sicherheitsvorkehrungen am eigenen Leib testen - nicht nur die Kinder hatten Spaß an der Evakuierungsrutsche... Auch der Klimawandel wurde in einem Ausstellungsbereich betrachtet.
Dieses Museum war ein rundum tolles Erlebnis!Lue lisää
Stavanger II
31. heinäkuuta, Norja ⋅ ⛅ 15 °C
Ich setzte meinen Rundgang fort durch die Fargegata - eine schöne kleine Gasse mit bunten Häusern und vielen Cafés und Restaurants. Dann kam ich an einen Turm - hinauf konnte ich leider nicht, weil der Aufstieg von den Kreuzfahrtschiffen völlig ausgebucht war, aber auch vom Fuß des Turms hatte ich eine schöne Aussicht.
Ich ging wieder zum Hafen runter und am Kai entlang, bis ich in das "alte Stavanger" einbog. Ein kleines Viertel mit engen Straßen aus Kopfsteinpflaster und weißen Holzhäusern, die oft wunderschön mit Blumen verziert waren. Von hier führte mich der Weg zurück zum See und dann mit dem Bus zurück zum Camper.Lue lisää
Die Schwerter im Berg
31. heinäkuuta, Norja ⋅ ☁️ 15 °C
Bevor ich Stavanger wirklich verließ, fuhr ich noch zu den Schwertern im Berg. Die "Sverd i Fjell" sind ein eindrucksvolles Denkmal am Hafrsfjord. Die drei riesigen Bronzeschwerter erinnern an die Schlacht von 872, die als Grundstein für die Vereinigung Norwegens gilt, und stehen zugleich für Frieden, Einheit und Freiheit
Vor Ort war meine Geduld gefragt... Ein Reisebus nach dem anderen entlud seine Passagiere hier, die mir dann alle das Fotomotiv zustellten. Also setzte ich mich an den Strand, genoss Sonne und Wellen und wartete...
Es dauerte fast eine Stunde, bis ich die Schwerter fast für mich alleine hatte und endlich schöne Bilder machen konnte. Das Warten hat sich aber gelohnt, zumal es am Strand auch recht gemütlich war.
Den Abend verbrachte ich dann im Hafen von Tananger in absoluter Industrieromantik. Während ich einen wunderbaren Ausblick auf das Wasser hatte, konnte ich doch auch stets die brennende Fackel der Raffinerie sehen.
Ich spazierte auch noch einmal los, um die MS Stavangerfjord zu sehen - das Schiff der Fjordline, mit dem ich auch schon häufiger zwischen Dänemark und Norwegen gefahren bin, holte hier um 20:30 Uhr die Passagiere nach Hirtshals ab.
Ich wollte auch gerne noch den Sonnenuntergang fotografieren, aber da regnete es so stark, dass ich den Camper nicht verlassen wollte. Also nutzte ich meinen wunderschönen Parkplatz und fotografierte aus dem Heckfenster.Lue lisää
Hestholmen
1. elokuuta, Norja ⋅ ☁️ 15 °C
Heute morgen nutzte ich die kurze Zeit zwischen zwei Schauern, um die kleine, mit einer Brücke erreichbare Insel Hestholmen zu erkunden. Über unwegsames Gelände lief ich hier durch herrliche Natur und freute mich an dem klaren Wasser der Nordsee.Lue lisää
Strandtag
1. elokuuta, Norja ⋅ ☁️ 15 °C
Den restlichen Nachmittag verbrachte ich am Solastranden.
Ich muss zugeben, einen solchen Strand hätte ich in Norwegen gar nicht erwartet.
Ein Holzweg führte mich durch herrliche Sanddünen zum Meer. Das im Sonnenlicht leicht türkis glänzende Wasser war zwar kalt, aber doch zwischendurch eine gute Abwechslung zu dem warmen weichen Sand. Die Kombination aus Wellenrauschen und Sonne war so entspannend, dass mir möglicherweise auch kurz die Augen zufielen...
Das einzige, was die Idylle gelegentlich störte, waren die auf dem nahen Flughafen startenden und landenden Offshore-Helikopter.
Anschließend fuhr ich an der Küste entlang weiter in den Süden. Die Landschaft veränderte sich wieder und war nun geprägt von Felsen. Anders als im Norden wirkten diese hier jedoch irgendwie runder, fast wie abgeschliffen.Lue lisää
Trollpikken
2. elokuuta, Norja ⋅ ☀️ 15 °C
Heute startete ich eine kleine Wanderung bei Egersund. Wenn die Trolltunga schon nicht auf meinem Weg lag, so besuchte ich dann doch zumindest die kleine Variante: den Trollpikken (welches Troll-Körperteil damit gemeint ist, überlasse ich mal euren eigenen Übersetzern...).
Trollpikken entstand während der letzten Eiszeit, als große Teile Norwegens von dickem Eis bedeckt waren. Als das Eis zu schmelzen begann, sickerte Wasser in Risse im Grundgestein. Dieses Wasser gefror, dehnte sich aus und brach Gesteinsstücke ab – ein Prozess, der als Frostsprengung bekannt ist. Als die schwere Eiskappe schmolz, verschwand der Druck, wodurch sich noch mehr Risse bildeten.
Die Eismassen transportierten auch große Felsblöcke, die Findlinge. Trollpikken ist ein solcher Block aus dem lokalen Gesteinstyp Anorthosit. Er brach ab und verkeilte sich dort, wo er jetzt steht – ein einzigartiges Ergebnis natürlicher Kräfte vor mehr als 10.000 Jahren!
In der Nacht von Samstag, dem 24. Juni 2017, wurde der Trollpikken abgebrochen – ein Akt des Vandalismus, der im ganzen Land Schlagzeilen machte. An diesem Morgen wurde der 12 Tonnen schwere Steinblock direkt unterhalb seines ursprünglichen Standorts auf dem Boden liegend gefunden – völlig unbeschädigt! Schnell wurde eine Spendenkampagne gestartet, um die ikonische Felsformation wiederherzustellen. Im Nu war das Ziel von 200.000 NOK erreicht. Nach sorgfältiger Planung und Vorbereitung begann die Wiederaufstellung am 6. Juli mit Hilfe lokaler Bauunternehmer. Es war eine schwierige und anspruchsvolle Aufgabe, die Flaschenzüge, vier Meter lange Eisenstangen und reine Muskelkraft erforderte.
Gegen 17:00 Uhr am nächsten Tag war der Trollpikken wieder an seinem Platz – nur 14 Tage nach dem Vandalismus!
Trollpikken war vor dem Vorfall kaum bekannt, wurde aber über Nacht weltberühmt.
Nun machte ich mich also auch auf dem Weg zu diesem Felsen. Nach einem kurzen Stück entlang einer (steilen) Schotterstraße, erreichte ich den wunderschönen Wanderweg über die und zwischen den Felsen. Kleinere Holzstege erleichterten das Gehen über moorige Stellen und gelegentlich führten auch Holztreppen auf die Felsen.
Am Trollpikken angekommen, wollte ich natürlich auch ein bisschen klettern. Dafür zwängte ich mich in eine kleine Felsspalte, in der man sich hochdrücken und durch eine kleine Öffnung auf den Trollpikken selbst klettern konnte.
Auf dem Rückweg, der erstaunlicherweise viel schneller ging, genoss ich noch den Ausblick auf diese eigenartige Landschaft.Lue lisää
Nachtplatz am Meer
2. elokuuta, Norja ⋅ ⛅ 14 °C
Nach der Wanderung wollte ich doch meine Füße etwas schonen. Ich habe mir gestern einen fiesen Sonnenbrand auf den Schienbeinen und den Fußrücken geholt, gerade letzteres ist in den Wanderschuhen doch unangenehm.
Expertentipp am Rande: Sonnencreme schützt nicht, wenn man sie zum Strand mitnimmt, sondern nur, wenn man sie auch benutzt...
Also fuhr ich nur noch auf einen nahegelegenen Rastplatz mit Blick auf das Meer und verbrachte hier den Nachmittag und die Nacht. Über eine Infotafel erfuhr ich noch, dass es sich hier um einen amphidromischen Punkt handelt. Das ist ein Ort im Meer, an dem die Gezeiten fast oder gar keine Höheunterschiede erzeugen: Es gibt dort praktisch kein spürbares Hoch- und Niedrigwasser, weil sich die Gezeitenwellen dort ausgleichen. Um diesen Punkt herum „dreht“ sich die Tide wie in einem Kreis, und weiter weg wird der Tidenhub wieder größer.
Für die Stadt Egersund bedeutet das in der Praxis für Hafen, Boote und Küste, dass der Wasserstand viel gleichmäßiger bleibt als an vielen anderen Orten an der Nordsee. Das ist nicht nur ein interessantes Naturphänomen, sondern auch ein Grund, warum die Gegend historisch als Hafen- und Bootsstandort beliebt und gut geeignet war. In der Nordsee gibt es drei solcher Punkte, hier ist jedoch der einzige in Küstennähe.
Es gibt auch Orte mit dem gegenteiligen Effekt. Die höchsten Gezeiten der Welt treten in Mace in Kanada in der Bay of Fundy auf. Zu bestimmten Jahreszeiten beträgt der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser in dieser Bucht 16,3 Meter - höher als ein dreistöckiges Gebäude.Lue lisää
Kolbolten
3. elokuuta, Norja ⋅ ☁️ 16 °C
Heute stand für mich eine weitere Wanderung auf dem Plan. Bislang ist den großen Reiseführern wohl entgangen, dass sich neben dem kleinem Dorf Helleren ein Stein in einer Felsspalte verkeilt hat und so sind hier auch nur sehr wenige Touristen unterwegs. Noch einmal schwieriger wurde es dadurch, dass der eigentlich Parkplatz, der als Startpunkt der Wanderung dient, durch Bauarbeiten belegt war. Zum Glück erhielt ich erst gestern bei Instagram einen Tipp, dass man hinter einem Tunnel gut parken könne.
Zur Wanderung selbst hatte ich recht wenige Infos: Komoot bezeichnete sie als "leicht", einige Norweger fanden sie doch nicht ganz so leicht und für Kinder wurde sie nicht empfohlen...
Ich versuchte also mein Glück und startete durch den Tunnel. Interessanterweise ist hier der ehemalige Tunnel zum Fußweg und Rastplatz ausgebaut. Es gibt eine Feuerstelle und man kann vor Ort Holz kaufen oder Hängematten mieten.
Schließlich erreichte ich den Wanderweg und es ging direkt gut los. Auf den nächsten gut 3km bis zum Ziel hatte ich ausgesetzte Felspassagen, Wurzelwege, starke Steigungen und Gefälle, kurze Kletterpassagen, an denen ich bis zu 2m hoch irgendwie den Felsen hinaufklettern musste, morastig sumpfige Passagen, und und und...
Ich glaube, einen technisch so anspruchsvollen Weg bin ich selbst in Norwegen noch nicht gewandert... Leider ging es auch immer wieder bergauf und bergab - zum Ziel hin dann schließlich steil bergab - und ich wusste ja, dass ich den ganzen Weg auch noch wieder zurück gehen musste. Die Markierungen (kleine blaue Punkte) wurden auch immer seltener, sodass ich häufiger auch mal nach dem weiteren Weg suchen musste.
Die Ausblicke, die ich schon unterwegs hatte, entschädigten mich jedoch für die Anstrengung. Bei einer kleinen Pause lag ich anscheinend so regungslos dar, dass sich plötzlich ein Specht an dem Baum neben mir zu schaffen machte. Leider war ich mit der Kamera so vorsichtig, dass ich erst ein Foto machte, als er gerade weg flog.
Und dann endlich erreichte ich das Ziel: Kolbolten!
Ich traute mich nicht, mich auf diesen Felsen zu stellen. Angeblich solle es recht leicht sein, aber so erschöpft wie ich war, wollte ich trotzdem lieber keine Abkürzung in den Fjord nehmen...
Am Ziel traf ich dann auch das erste Mal auf dieser Wanderung einen anderen Menschen. Mehr waren laut Gipfelbuch auch heute noch nicht hier.
Nach einer kurzen Pause machte ich mich dann wieder auf den Rückweg. Irgendwann erreichte ich auch die Straße wieder - nur leider stand ich auf einem Felsen, etwa 20m darüber. Offensichtlich hatte ich den falschen Pfad als Weg interpretiert und stapfte noch einmal zurück, um den korrekten Abstieg zur Straße zu finden.
Was für ein Abenteuer! Ich bin stolz, diese Wanderung geschafft zu haben, aber nun tut mir dafür auch alles weh...Lue lisää

MatkaajaWahnsinn! Was für ein Erlebnis! Und ich (!) bin vor allem froh und dankbar, dass Du heil zurück bist und Dich nicht hast locken lassen vom "Gipfelerfolg" einer Steinbesteigung.😘
Häuser in Helleren
3. elokuuta, Norja ⋅ ☁️ 16 °C
Nachdem ich mich kurz von der Wanderung erholt hatte, machte ich noch einen kleinen Spaziergang zu dem eigentlichen Highlight hier am Jøssingfjord. Der Hof Helleren wurde in den 1920er Jahren verlassen.
Zwei verbliebene kleine Häuser liegen hier noch geschützt unter einem mächtigen Felsvorsprung. Das blaue Haus stammt aus dem 18. Jahrhundert, das rote aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Kleinbauern lebten hauptsächlich vom Fischfang, bewirtschafteten aber auch einige kleine Felder und hielten Vieh.
Jährlich besuchen etwa 50.000 Menschen Helleren. Die beiden kleinen Häuser können dieser Abnutzung nicht standhalten und verfallen allmählich. Daher war das Betreten leider nicht mehr gestattet.
Das Wort „Helleren“ bezeichnet tatsächlich die Felsformation, die man hier sehen kann, und kommt in mehreren alten Ortsnamen in Norwegen vor, wo ein „Heller“ Menschen und Tieren Schutz bietet. Dieser besondere „Heller“ ist einer der größten in Norwegen.
Helleren ist etwa 60 Meter lang und bis zu 10 Meter tief – gemessen vom äußeren Rand des Felsvorsprungs bis zur nahezu senkrechten Felswand.
Die Häuser besitzen keine richtige Dachdeckung, da die Felsformation die Gebäude heute ebenso schützt wie in der Vergangenheit. In der dunklen, nährstoffreichen Kulturschicht, die den Boden bei Helleren bedeckt, haben Archäologen Siedlungsspuren aus der frühen Steinzeit nachgewiesen.
Früher war der Jøssingfjord über Land nahezu unzugänglich, sodass das Meer die wichtigste Verkehrsroute darstellte. Die Straße mit ihren Tunneln hinunter nach Helleren wurde 1921 fertiggestellt. Davor führte der Landweg über schmale Pfade den steilen Hang hinab.
Ich spazierte also zu den Häusern. Eigentlich waren sie wenig beeindruckend - eben alte, verfallene Holzhäuser -, aber ich kann mir nur schwer das Gefühl vorstellen, abgeschieden von der Welt unter einem so mächtigen Felsen zu leben...Lue lisää
Flekkefjord
4. elokuuta, Norja ⋅ ☁️ 18 °C
Um die müden Muskeln zu entspannen und den Regenschauern zu entgehen, machte ich heute nur einen kleinen Rundgang durch den Ort Flekkefjord. Dabei merkte ich, dass mir das Laufen gar nicht so schwer fiel, wie befürchtet.
Flekkefjord ist ein kleiner, süßer Ort mit schönen weißen Holzhäusern und schmalen Gassen und sehr vielen Wandgemälden.
Besonders schön fand ich das kleine Viertel Hollanderbyen. Im 16. Jahrhundert ragten die Eichenwälder in der Region Sørlandet hoch empor. In vielen Gebieten wuchsen die Bäume bis zur Küste hinunter. Die Seefahrernation Holland hatte einen großen Bedarf an Holz, hauptsächlich aufgrund des Schiffbaus, aber auch für Fundament- und Hauskonstruktionen. 1647 wurden 397 niederländischen Schiffen Handelsrechte für Norwegen erteilt.
Flekkefjord hatte eine perfekte Lage: einen Hafen, große Freiflächen zur Holzlagerung sowie die Möglichkeit, Holz auf dem "Grisefjord" und weiter ins Landesinnere zu lagern und zu transportieren. Bereits in den 1520er Jahren importierten die Niederländer die Kappsäge in den Bezirk Flekkefjord. Verarbeitetes und gesägtes Holz war eine weitaus wertvollere Fracht als Rundholzstämme.
Das Meer war die Verbindung zu Europa und dem Rest der Welt, und Flekkefjord expandierte im Einklang mit dem zunehmenden Handel. Holz, aber auch Steine, Rinde und Moos waren Handelswaren. Allein im Jahr 1738 wurden 300 Schiffsladungen mit Steinen von Flekkefjord aus verschifft. Trotz des Umfangs der Steinexporte wurde das Holz aufgrund der damit erzielten Einnahmen als weitaus wichtiger angesehen. Die teuerste Exportware war Hummer. Der Geschichte zufolge lehrten die Niederländer die Menschen in Flekkefjord, den Hummer mit einer Fischreuse zu fischen, anstatt mit einer Zange.
Im Jahr 1652 gab es in den ersten 8 Monaten tausend Abfahrten von Amsterdam nach Norwegen.
Viele der niederländischen Kapitäne kehrten Jahr für Jahr zurück, einige kamen sogar mehrmals im Jahr nach Norwegen. Oft brachten sie ihre Familie mit. Die Kapitäne bezahlten Holz und Steine mit Geld und Silber, tauschten aber auch Waren mit den Einheimischen.
Salz, Kaffee, Textilien, Hering, Gewürze, Alkohol, Pfeifen und Tabak waren Produkte, die in die Kultur von Flekkefjord eingeführt wurden. Der Schmuggel von Luxusgütern entwickelte sich allmählich, als der Handel reguliert wurde. Besonders Seife, Bleichmittel und Stärke waren bei den Frauen der Stadt äußerst beliebte Produkte.
Die Niederländer kamen nach Flekkefjord, aber die Menschen in Flekkefjord blickten auch nach Holland. Die Auswanderung nach Holland dauerte in Agder länger als im Rest des Landes. Norwegische Jungen und Männer heuerten auf niederländischen Segelschiffen an und blieben in niederländischem Dienst als Seeleute oder Handwerker. Norwegische Mädchen reisten nach Amsterdam, wo sie als Hausmädchen arbeiteten. Die niederländischen Häuser waren für ihre Sauberkeit bekannt. Die Mädchen brachten diesen Brauch nach Norwegen Einigen Auswanderern ging es gut: "Nach ein paar Jahren kehrten einige aus Holland zurück und trugen mehrere Hosen gleichzeitig und goldene Knöpfe an ihren Hemden." Die Auswanderer hatten sich bei ihrer Rückkehr verändert: "Von diesem Tag an wurden diese Leute Holländer genannt. Sie fielen unter den weniger gereisten Mädchen auf, mit ihren außergewöhnlich langen Blusen, seltsamen Kopfbedeckungen und winzigen Hüten." Viele heirateten auch über Nationalitätengrenzen hinweg. Von 1626 bis 1800 heirateten mehr als 11.000 norwegische Frauen und Männer in Holland, und mehr als 80 % ließen sich in Amsterdam nieder. Man findet noch heute Familiennamen niederländischen Ursprungs in der Gegend um den Flekkefjord.
Die niederländischen Kapitäne brachten Pflanzen wie Erdbeeren und Gemüse nach Norwegen. Einige wurden als Handelsware eingeführt; andere wurden mit einer großen Menge Saatgut in der Ladung importiert. Um Feldfrüchte anzubauen und den Garten zu pflegen und die Ressourcen optimal zu nutzen, wurden Gewohnheiten von den Auswanderern und Händlern übernommen. Gartenarbeit mit dem Anpflanzen von Beerensträuchern, Obstbäumen und Gemüse wurde im 17. Jahrhundert populär. Die kleinen Gärten in Hollanderbyen wurden nach einem niederländischen Vorbild angelegt.
"Jeg skjønner ikke en døyt" ("Ich verstehe gar nichts"). Manche sagen das auf Norwegisch, ohne sich der Tatsache bewusst zu sein, dass "døyt" die Bezeichnung für die niedrigste Münze in Holland war, sie entsprach 1/100 Gulden. Die niederländische Sprache beeinflusste die Menschen in Flekkefjord (und die Norweger im Allgemeinen), und Wörter und Ausdrücke wurden dauerhaft an die norwegische Sprache angepasst.
Nach meinem Rundgang aß ich noch ein leckeres Pizza-Sandwich und fuhr dann weiter. Ich landete auf dem Campingplatz Lindesnes, wo ich auch noch einmal zum Hafen ging und angelte - nunja, zum Abendessen gibt es dann die Reste vom Mittag...Lue lisää
Lindesnes Fyr
5. elokuuta, Norja ⋅ 🌧 17 °C
Nachdem ich nun schon zwei Mal am nördlichsten Punkt Norwegens (und Europas) war, begab ich mich heute zum südlichsten Punkt Norwegens. Damit habe ich nun wirklich Norwegen der Länge nach bereist.
Im Dunst einer vorüberziehenden Regenwolke treffe ich auf einen rauen Felsvorsprung, an dem Nordsee und Skagerrak sichtbar aneinander rütteln und sich Wind und Wellen um die Vorherrschaft streiten.
Während sich die Touristenmassen oben am Nordkap drängen, steht Lindesnes unten im Süden vergleichsweise still und selbstbewusst in der Brandung. Der rot‑weiße Leuchtturm auf seinem Granitsockel ist Norwegens älteste Leuchtturmstation und markiert den südlichsten Festlandpunkt des Landes – fasst so symbolträchtig wie das rund 2500 Kilometer entfernte Nordkap im hohen Norden.
Hier wurde Mitte des 17. Jahrhunderts Norwegens erstes Leuchtfeuer entzündet, um Schiffen den gefährlichen Übergang in die Ostsee zu markieren. Damals bestand das Licht noch aus 30 Kerzen hinter einem Bleiglasfenster - schnell kamen Beschwerden wegen der schlechten Sichtbarkeit... Später wurde das Leuchtfeuer durch ein offenes Kohlefeuer in einem Feuerkorb ersetzt.
Der heutige gusseiserne Turm stammt von 1915, sein Licht strahlt dank der großen Fresnel‑Linse, die mittlerweile über 160 Jahre alt ist, noch immer weit über die See hinaus und begleitet die Wetter‑ und Strömungsberichte, die seit über 150 Jahren von Lindesnes aus aufgezeichnet werden. Früher wurde der Wetterbericht noch per Funk und Telefon übermittelt, heute wird er täglich online gestellt.
Aus dem ehemaligen Arbeitsplatz der Leuchtturmwärter ist ein lebendiges Leuchtturmmuseum mit Ausstellungen, Felsenhalle und unterirdischen Stollen aus dem Zweiten Weltkrieg geworden.
Ich erkundete zunächst den Leuchtturm und dann die alten Bunkerstollen. Schließlich erholte ich mich ein bisschen im Museumsgebäude, das in den Berg hinein gebaut war. Dort liefen im Kinosaal verschiedene Filme über diesen und andere Leuchttürme, deren Funktionsweise, Seenavigation, die Hanse und weitere interessante Themen.
Wie auch am Nordkap ist dieser "offizielle" Punkt gar nicht wirklich der südlichste Norwegens. Anders als dort musste ich aber nicht 18, sondern nur 2km zum wirklich südlichsten Zipfel laufen. Ich machte mich also auf den Weg dort hin. Auf einem Felsen endete der Weg und ich hatte auch das Gefühl, dass es nun nicht weiter möglich sei, zu laufen. Da kam ein Norweger vorbei und meinte: "Nee nee, der Weg geht immer weiter, du musst nur gehen." Und so folgte ich ihm, kraxelte über die Felsen und stand schließlich wirklich am südlichsten Punkt Norwegens (nagut, etwa 25m Felsen fehlten noch, aber die waren wirklich zu rutschig). Hier beobachtete ich dann, wie sich die Wellen aus der Nordsee und dem Skagerrak trafen und gegen die Felsen schlugen, bevor ich den Rückweg antrat.Lue lisää







































































































































































































































































































































































































MatkaajaGute Reise - sei behütet! 🙌
MatkaajaWir wünschen dir einen schönen Urlaub und freuen uns wieder über tolle Reiseberichte. 🫶