Zuckerschock
24 september 2019, Ierland ⋅ 🌧 15 °C
Der Tag des Abschieds war gekommen...also nicht unser Abschied, nein, der Ophelies. Nach zwei Monaten in Roundstone würde sie zurück nach Froonkreisch fliegön. Für uns bedeutet das, eine Wohnung ganz für uns! Und das musste natürlich genutzt werden!
Aber zunächst gingen wir Gassi, denn mit Ophelies Heimkehr ging auch das Übernehmen ihrer Aufgaben einher - ab jetzt also dreimal am Tag Gassi, Fische und Katzen füttern und womöglich noch die Esel, und all das neben unseren anderen Aufgaben.
Um 10 Uhr waren wir nämlich schon wieder in Dagwoods putzen und diesmal schafften wir den ersten Stock. Blieben nur noch Vorzimmer und ne Menge Teppiche zu putzen!
Das würden wir allerdings erst übermorgen erledigen, denn den restlichen Tag und morgen hatte uns Margaret frei gegeben - also frei von Putzen (nach dem Mittagessen liefen wir natürlich trotzdem mit Daisy, um ihrem bescheuerten Ball hinterher zu rennen...so geht Hundeerziehung...)
Also...Frei vom Dauerputzen!
Und das wurde natürlich ausgekostet,...indem wir putzten...
Jap, genau das haben wir getan, geputzt. Aber diesmal ganz für uns und nur für uns. Unsere momentane Wohnung bekam nämlich eine Grundreinigung (zumindest in Küche und Wohnzimmer). Unser Schlafzimmer wechselten wir komplett - also das ganze Zimmer, sodass wir Ophelies Zimmer bezogen.
Es hat schon seine Vorzüge alleine zu wohnen (oder nur zu zweit), man kann sich überall aufhalten und aus dem nichts laut anfangen einen Queensong zu trällern, ohne mit verstörten Blicken gestraft zu werden.
Außerdem kann man durchgehend den Kühlschrank und den Wohnzimmertisch in Beschlag nehmen. Und das taten wir dann auch - bzw. Ich. Tons pflanzte sich für geraume Zeit auf die Couch, und als sie dann einen Spaziergang machte, schrieb ich etwas oder kritzelte irgendwelche Konstrukte in mein Büchlein.
Mir fällt leider gerade überhaupt kein Übergang ein, wie ich den wohl wirklich interessanten Teil dieses Tages beginnen könnte, deshalb kommt hier eine fantastische Überleitung.
WUSCH.
Ja, denn nicht nur die Tür hatte diesen Ton von sich gegeben als Tons wieder von ihrem Meilengang zurückkam, sondern auch der Zucker, den sie kurz darauf aus dem Schrank pfefferte (in dem Fall eher zuckerte, aber gut) und der sich über die ganzen Arbeitsfläche verteilte.
Ein Schock für den Zucker und für uns!
Warum genau sie das machte, weiß ich nicht, aber anscheinend verspürt Antonia eine starke Abneigung gegen Zucker, die sie auf eine recht komische Art und Weise zum Ausdruck bringen muss (das hatte sie ja bereits bei Dani zur Schau gestellt). Vielleicht muss man ihre Tat auch mit ihrer künstlerischen Ader rechtfertigen, die sie dazu bringt, sich einfach mal auszutoben.
Trotzdem, was es genau es mit dem Zucker auf sich hat, bleibt uns wohl weiterhin ein Rätsel...
Doch auch diese Sauerei konnte nicht verhindern, dass wir einen erneuten Spaziergang mit Daisy zu den Eseln machten.
Wer aufgepasst hat, weiß, dass das Prinzesschen nen kleiner Schisser ist und alles was größer ist als sie aus reinem Prinzip anbellt.
Da werden die Zähne gefletscht und die Stimmbänder strapaziert, dass man sich denken könnte, die drei Esel vor ihr hätten ihr das Mittagessen gestohlen (dabei waren das doch sicher die Katzen!). Aber dennoch ließen wir es uns nicht nehmen einen Abstecher zu Benjamin (Blümchen), Leonardo DiCaprio und George Lukas zu machen (jap, wir waren mal wieder ganz kreativ!).
Sollte Daisy sich ruhig mal ordentlich ausbellen!
Viel zu spät begannen wir dann mit kochen - Pilzsoße mit Nudeln (Ja! Wir leben von Kohlenhydraten. Wo wir gerade dabei sind, das Toast hat auch wieder gelitten. Wenn es so weitergeht müssen wir bald eine weitere Packung kaufen! Oder drei!).
Nach dem Abwasch entschieden wir uns Sherlock Holmes zu schauen- natürlich im Wohnzimmer, wenn man schon mal das Privileg hat. Leider verpassten sowohl Tons als auch ich die letzten 40 Minuten durch einen Anfall von Müdigkeit. Vielleicht hat mein Großvater ja recht und wir sollten wirklich früher ins Bett. Als wir wieder aufwachten, war der Film auf jeden Fall schon um. Nicht schlimm, wir kennen ihn ja bereits in und auswendig und morgen ist schließlich auch noch ein Tag.
Deshalb verließen wir auch die gemütliche Couch und verkrochen uns ins frisch bezogene Bett...Meer informatie
Der Nebeltrip
25 september 2019, Ierland ⋅ ☁️ 15 °C
Heute war unser freier Tag. Naja, also nicht ganz frei. Bereits morgens um 9 Uhr liefen wir mit Daisy zum Meer. Dabei ließen wir uns weder von den freilaufenden Schafen noch von den Pferden abhalten, auch wenn Daisy die erstmal gar nicht cool fand.
Der Ausblick war einfach ein Traum! Die frische Luft, der Blick auf die See, die Steinmauern und die Schafsköttel überall um uns herum - alles war so friedlich und meditativ… - und dann kam Daisy und begann den gnadenlosen Kampf gegen einen Stein. Nach einigen Stein- und Stocksparring später und einem Abstecher im Park, fanden wir uns in unserem Wohnzimmer ein...beim Toast essen - ganz ehrlich... wir achten echt auf unsere Ernährung! Also zumindest fällt es uns immer wieder auf, dass wir ab und zu recht einseitig leben! Unter anderem auch, dass unser Toastkonsum zu hoch ist. Abgesehen davon ist es ja quasi schon Weihnachtszeit und da schaut eh niemand auf seine Ernährung und achtet eher auf seine Gelüste (während ich diese Zeilen schreibe habe ich besonders Lust auf Radler und was richtiges zu Essen...also kein Toast, aber gut).
Wir verweilten aber nicht lange dort, stattdessen ging es erneut mit Daisy raus, aber diesmal richtig. Diesmal ging es wandern.
'Oho' wird der ein oder andere nun sagen, 'die Jugend will wandern gehen? Da hat sich wohl jemand ganz schön viel vorgenommen...wandern in Irland, dem Auenland Europas, da gibt es ja nicht mal Berge...' Tja, damit liegt ihr falsch. Zumindest zum Teil.
Denn wandern waren wir tatsächlich auf einem echten Berg- okay der Mount Everest war es jetzt nicht und der Berg glich eher einem zu großgewachsene Hügel, aber dennoch zählt es! Außerdem gab es da Pferdeäpfel, einen Bachlauf, Steine, Abhänge und Schafe- wenn das nicht mal für einen wahren Berg spricht!
Wir packten also Daisy ein und liefen los, immer weiter den Berg hinauf. Ab und zu wurde sich natürlich vergewissert, dass man auch wieder zurück, durch das aufgeweichte Gras und die rutschigen Steine findet. Daisy schien das alles nicht zu interessieren, denn sie zog und zerrte an der Leine (diese blöden Ausfahrdinger), ohne auch nur etwas darauf zu achten, ob wir nun hinter her kamen oder kurz vorm Fall waren.
Dennoch, die Landschaft war der Wahnsinn und lud uns quasi ein immer höher und höher zu laufen. Der Weg (durch Geäst und andere Gewächse) verlief immer steiler und der Nebel wurde immer dichter. Irgendwann konnten wir im Radius nur noch 100 Meter sehen- doch wir liefen(oder rutschten) weiter, bis wir an unserem Ziel ankamen. In meinem Fall einem großen Stein, den ich mir spontan als erreichbares Ziel setzte, Antonia lief noch ein Stückchen höher.
Nach kurzer Verschnaufpause kehrten wir um und das war vermutlich der wirklich schwere Teil.
Denn einen nassen Berg hochzuklettern ist machbar, aber wieder runter zu kommen, um einiges komplizierter. Vor allem, wenn es keine vorgegeben Wege gibt und man einen gewissenlosen Hund führen muss. Antonia nahm sich glücklicherweise beim Abstieg dieser Aufgabe an. Und so bahnten wir uns unseren Weg ins "Tal", wobei wir von Stein zu Stein sprangen, von Blumen aufgespießt wurden und an Abhängen entlang balancierten (womöglich überdramatisiere ich ein wenig).
Am Ende kamen wir auf alle Fälle alle wieder heile nach Hause.
Dort entschieden wir uns nach dem Essen Wonder Woman zu schauen - wobei Antonia eigentlich den halben Film verschlief. Abends ging es dann nochmals mit Daisy zum Park und auch sie schien ein wenig langsamer als sonst zu sein (yeees! Ziel erreicht! Zwei von drei waren müde).
Um 12 Uhr ging es dann ist Bett, obwohl um 10 schon teilweise auf der Couch geschnarcht wurde...Meer informatie
Und dann...kam Gemüse!
26 september 2019, Ierland ⋅ ⛅ 15 °C
Der Tag heute begann wie der gestern: mit einem Morgen. Einem Morgen mit Kaffee (oder Tee), Daisy und Meer. Klingt gar nicht mal so schlecht oder? Aber irgendwie war die Motivation heute trotzdem etwas nachlässiger. So richtig arbeiten wollten wir heute nicht. Das änderte sich allerdings als ich den Teppichreiniger sah, denn plötzlich kam die Freude und menschliche Neugierde neue Geräte auszuprobieren wieder hervor- jedoch nur bei mir. Und während ich meine ganze neue Energie an den Teppichen ausließ, putzte Tons die Fenster oder saugte den Vorraum. Nach zwei Stunden Arbeit war es dann endlich vollbracht! Dagwoods war fertig!
Und deshalb sollten wir auch in Margarets Haus weitermachen. Sollten, aber zunächst ging es was Essen - diesmal in der Bar (leider gab es dennoch nur Suppe und Sandwiches).
Und dann? Gassi. Und dann?
Dann ging es wieder zu Margaret, aber anstatt uns in die Wohnstube ihrer Tante zu führen, wurden wir in die Küche kommandiert, um den Köchen etwas unter die Arme zu greifen.
Und da wir die allerbesten Meisterköche der Welt und dazu noch die absolut spektakulakulärsten Workawayer überhaupt sind, halfen wir natürlich äußerst radikal mit. Indem wir Seegras schnitten.
Jap, ihr habt richtig gehört, Seegras! Das dunkle, glitschige Zeug, indem die Fische gerne schwimmen, das die Muscheln als Grund nehmen oder die Meerjungfrauen als Delikatesse schlürfen (den Anschein nach auch halb Irland), nur das es in unserem Fall bereits trocken war.
Also wurde losgelegt und Seegras von Muscheln befreit. Derweil häutete Antonia Fischstücke (stellte sich heraus, dass die für die Katzen waren...) oder schnitt das Seegras in kleine Stücke. Gegen 3 Uhr waren wir auch damit fertig und begannen unsere Wohnung klar Schiff zu machen, indem wir sie verwüsteten. Überall lag (und liegt) Wäsche, die entweder aufgehängt, auf den Boden geworfen oder in die Waschmaschine gestopft wurde.
Während jene lief, hörten wir Hörbücher und stickten oder kritzelten irgendwas, und dann gab es wieder Essen. Margaret hatte uns freundlicherweise etwas gedünstetes Gemüse angeboten (yeeeeees!), welches wir mit Eierreis verkosteten. Gemüse... unser Lebensretter, der uns vorm Cholesterintod bewahrt hat!
Irgendwie haben wir es dazwischen auch noch geschafft zwei Kekspackungen zu verputzen und Wonder Woman zu Ende zu schauen. Und dann? Gassi, schon wieder. Und dann? Na was wohl? Schlafen....Meer informatie
Scheißtag 2.0
27 september 2019, Ierland ⋅ ⛅ 14 °C
'Nanu? Wie geht denn das? Hier sind doch überhaupt keine Pferde!' wird sich der ein oder andere jetzt denken. Aber nein, so ist das diesmal nicht gemeint.
Die Wahrheit ist: irgendwann hat jeder einmal einen schlechten Tag (davon werden auch Workawayer nicht verschont) und heute war unserer.
Das fing schon am Morgen mit einem Motivationstiefpunkt beiderseits an und endete am Abend mit schmollenden Gesichtern und Magenkrämpfen. Und dazwischen? Das erzählen wir euch jetzt.
Schon morgens nieselte es leicht auf unsere Häupter. Das war auch überhaupt nicht schlimm, inzwischen sind wir es beinahe gewöhnt. Viel schlimmer war dagegen, dass unsere gewohnte Strecke zum Meer versperrt wurde. Und zwar von den beiden Pferden, die wir schon zuvor so oft auf der Wiese grasen hatten sehen.
Also mussten wir auf diese Route verzichten und Wohl oder Übel eine andere nehmen. Nachdem wir das Sitzzimmer der Tante gesaugt, geputzt und mit dem Teppichreiniger den Teppich...gereinigt hatten, kauften wir zwei Pakete und anderen Kram im Laden nebenan, um einige Kleidungsstücke zurück nach Hause zu schicken. Recht schnell wurde uns klar, dass diese Aktion unsere Rucksäcke um wenige Kilo erleichtern würde- unsere Geldbeutel aber auch, und alles worauf wir jetzt hoffen ist, dass die Päckchen voller Tesafilm auch wirklich heile und vor allem vollständig Zuhause in die Arme geschlossen werden können - immerhin haben uns die guten Dinger 84€ gekostet.
Danach kam der nächste Schlag, wir sollten aus unserer Wohnung raus. Warum? Weil irgendjemand anderes da einziehen sollte. Deshalb sollten wir in ein Ferienhaus verlagert werden. Soweit so gut, hätten wir nicht nur noch vier Tage vor uns und zudem gar keine Lust, die frisch geputzte Wohnung zu verlassen.
Wie auch immer, auch Scheißtage haben Lichtblicke. Unserer war, als Margaret uns anbot Fahrräder zu besorgen. Wir hopsten alle ins Auto und fuhren zu jener Anlage, die diese anbot. Nur das keiner da war und Fahrräder liehen die auch schon lange nicht mehr. Dafür sahen wir aber das Meer und für einen langen Moment war der Tag ein Stückchen heller und besser geworden. Auch als wir kurze Zeit später durch den Wald liefen und Margaret ein Elektrofahrrad (sowie ihr eigenes normales) für uns organisiert hatte, hob sich unsere Stimmung. Der Tag wurde also immer besser und wir setzten uns ins frisch gesaugte Zimmer Margarets und plauderten etwas mit ihr. Der Abendspaziergang fiel ins Wasser- im wahrsten Sinne, es schüttet in Strömen. Nichts desto trotz liefen wir noch eine Weile mit Daisy umher (so wie wir es mittags schon getan hatten) - inzwischen war der Regen auch deutlich besser geworden! Und dann redeten wir mit Heeeleeena (der Freundin von Margaret, welche lustigerweise Deutsch unterrichtet hatte und deshalb immer wieder mal auf Deutsch mit uns sprach) und Margaret (obwohl diese eher in ihr Buch vertieft war), bis wir uns um 10 Uhr verabschieden mussten- immerhin mussten wir noch packen.
Etwas gefrustet, aber auch froh, dass wir das Bad nicht noch geputzt hatten, machten wir alles startklar und schliefen gegen 12 Uhr ein...
STOPP! Bevor ihr jetzt alle total enttäuscht, über diesen recht gediegenen Tag, die Köpfe hängen lasst, lasst mich noch eine recht unterhaltsame Story von heute erzählen.
Ich nenne sie: die Fußstory (klingt irgendwie komisch, aber das passt ja auch irgendwie).
Wie bereits beschrieben, saßen wir abends, nachdem wir im Café Nudeln mit Pesto von Margaret gegessen hatten, zusammen mit eben dieser und Heeeeleeeena und unterhielten uns über Gott und die Welt - und das gleich zweisprachig. Da wurde auf Deutsch geplaudert und dann auf Englisch weitergesprochen, was teilweise echt lustig und verwirrend war. Derweil wurde dauerhaft die Katze (nennen wir sie mal Felix 2.0) und Daisy gekrault. Irgendwann, zwischen meinen Fluchtversuchen wegen diesen blöden Riesensschnarkenviechern, Heeeleenas (der anderen) Versuchen mich von denen zu befreien und der Flüchtlingskriese, tapste Daisy zu Margaret, die gerade ihr Buch auf so einem mega coolen Hochfahrsessel las, und begann ihr die Füße zu lecken.
Wir können euch sagen, dieser Anblick wird uns noch eine lange Zeit in Erinnerung bleiben, nur selten gab es so ein ulkig ekliges Bild und allein die Beschreibung hier, wie ihre Füße voller Hornhaut mit Hundesabber aufgeweicht wurden, wird die meisten vermutlich zum Aufstoßen oder zumindest zum Gesichtverziehen verleiten.
Das Thema wurde seitdem mehrfach von uns aufgegriffen und Daisys Zunge mehr denn je vermieden.
Also, es war nicht alles schlecht heute und unsere Laune nicht immer bedrückt, und dennoch geh ich davon aus, dass die Mehrheit doch verstehen wird, dass es ein Scheißtag war…Meer informatie
Der Fall der Falle oder auch...
28 september 2019, Ierland ⋅ ☁️ 15 °C
Katzenzähmen leicht gemacht.
"Es ist wohl einer meiner Grundsätze, dass die kleinsten Dinge bei Weitem die wichtigsten(/schönsten) sind" - so oder so ähnlich hatte Sir Arthur Conan Doyle eine der vielen Ausführungen des berühmten Sherlock Holmes beschrieben und so (oder so ähnlich) steht es mitunter auch als Zitat in unserer Abizeitung.
Aber was genau meinte er damit? Nun in Anbetracht der Tatsache, dass es sich in seinen Romanen um den berühmten Detektiv handelt, bezieht sich der Satz wohl eher auf Indizien, die Aufschluss über die Lösung des Falls geben. Irgendjemand wird dann wohl auf die Idee gekommen sein, dieses Zitat der eigentlichen Bedeutung zu entreißen und seine eigene Interpretation als die Doyles aufleben zu lassen.
Wie auch immer, in unserem Fall spielt diese Aussage mehr oder weniger eine nicht ganz so unbedeutende Rolle, aber überzeugt euch selbst…
Es war schon nach sieben als meine Freundin* Antonia aufstand und sich zu mir (und dem Frühstück) in die Küche gesellte. Draußen dämmerte es inzwischen und die kühle Luft, die durch das offene Fenster wehte, kündigte erneuten Regen an. Ohne viel Gerede wurde gefrühstückt und dann ließen wir uns von unseren Füßen zu Margarets Wohnung tragen wo Daisy bereits auf uns wartete.
Der Spaziergang verlief ohne Zwischenfälle, wir liefen den Weg zum Meer, wie wir es schon so oft zuvor getan hatten und genossen die Ruhe.
Als wir zurückkamen war Margaret bereits auf und bat uns ihr Auto zu putzen. "Ganz schnell durchsaugen", sagte sie und bedankte sich bei uns als wir einwilligten. So kurz war das allerdings nicht. Schon gar nicht mit dem Elektrosauger, den uns die gute Frau mitgegeben hatte.
Nach wenigen Minuten war dieser bereits leer und ladenötig.
Antonia und ich entschieden uns das gesamte Auto auszuräumen, um an alle Stellen zu kommen, in die sich Sand und Hundehaare gesetzt hatten. Darum dauerte es auch seine Zeit bis wir fertig waren.
Margaret beschloss derweil mit dem Auto zu Gable Cottage (eines ihrer Ferienhäuser) zu fahren (200 Meter weiter) und Antonia mit sich zu nehmen, um die wilden Katzen im Schuppen zu füttern.
"In 5 Minuten sind wir wieder da", beteuerte sie und ließ mich in unserer neuen Unterkunft alleine zurück.
Ich entschied mich mein Schmollen, da der Kofferraum noch nicht fertig gesaugt worden war, allerdings bereits alles wieder eingeräumt werden musste, zu verschieben und das restliche Gepäck die Straße entlang, in das geräumige Haus zu tragen. Zudem hielt ich es für sinnvoll bereits die Betten, der Gäste vom Vortag, abzuziehen und die Bezüge mit ins Erdgeschoss zu nehmen.
Währenddessen verzögerte sich der Aufenthalt in Gable Cottage ein wenig, da Margaret ihren Konversationsbedarf auf die halbe Stadt ausdehnte (kurz: sie redete zu lang mit zu vielen Leuten). Außerdem beschloss sie die wilden Katzenjungen in jenem Schuppen in ihr Glashäuschen zu den anderen Katzen zu bringen.
"Roundstone ist eine kleine Stadt mit knapp 300 Leuten. Vor einiger Zeit hatten wir eine Katzenepidemie. Um zu verhindern, dass die Katzen wild bleiben und Unruhe stiften, werde ich sie zu mir nehmen..." (so in der Art könnte Margaret es uns erklärt haben...)
Nach einer Dreiviertelstunde kehrten Margaret und meine Freundin zurück. Margaret hatte ihr den Auftrag gegeben die Katzenfalle zu säubern, bevor wir diese aufstellen sollten. Doch zuvor ließen wir uns im kleinen Café nieder, um etwas Suppe und einige Sandwiches (2) zu essen.
Auch wenn wir beide durchaus als Katzenliebhaber bezeichnet werden könnten, ist unser Wissen über diese vierbeinigen Gefährten doch um einiges kleiner als über Hunde. Keiner von uns beiden hatte je eine Katze besessen.
Darum war es auch keine große Überraschung, dass wir noch nie eine Katzenfalle gestellt hatten. Zu Margarets Bedauern legten wir den gesamten Käfig mit Zeitung aus, anstatt einen Teil (da, wo der Mechanismus ausgelöst wird) lediglich mit Futter zu bedecken.
Dennoch korrigierte sie dies nicht und so probierten wir unsere eigene Methodik aus. Mit Erfolg. Keine 2 Stunden später saßen zwei kleine Katzen in dem verrosteten Käfig und fauchten uns kräftig an. Besonders Eddie, der hellrote Kater, schien mit der Gesamtsituation äußerst unzufrieden zu sein. Seine Schwester, eine schildpattfarbene Kätzin, nannte ich Charlie (Charlotte) und alle verliebten sich ein bisschen in sie.
Nachdem meine Freundin und ich einen weiteren, aber weitaus größeren Käfig geputzt hatten, die Katzen in eine Box verfrachtet und ihnen zu fressen gegeben hatten, machten wir uns erneut auf nach Gable Cottage, um die Falle zu stellen - denn es schienen 5 Katzenjunge zu sein.
Den weiteren Tag verbrachten wir mit Käfig katzensicher machen, spazieren gehen und nach der Falle schauen.
Doch wann immer wir Gable Cottage aussuchten, die Falle war leer. Das größere Mysterium war jedoch, das Futter war weg. Anscheinend hatten die Katzen es sich durch die Käfiggitter geholt.
Zu unserer Enttäuschung hielt das bis abends an. Margaret war jedoch sehr zufrieden mit dem Ergebnis und lud uns ein etwas für uns mit zu kochen.
Kurz bevor wir zu ihr in die Stube traten, liefen wir nochmal hoch, um nach der Falle zu sehen. Und siehe da, ein rotes Katzenjunges hatte sich in die Falle verlaufen und versuchte mit Anlauf aus dem Käfig zu entkommen. Wir nannten ihn Rambo.
Mehr als zufrieden aßen wir Margarets Humos, sowie ihre Gemüsereispfanne. Abschließend wurden wir noch mit veganem Eis verwöhnt.
Da sowohl Antonia als auch Margaret müde waren, gab es nur einen schnellen Besuch nach dem Essen bei ihr, bevor wir uns in unsere neue, saubere (!) Unterkunft zurückzogen.
Und da Antonia dabei war Justice League zu verschlafen, entschieden wir uns um 11 Uhr schlafen zu gehen...
Ein aufregender und befriedigender Tag, der zunächst langweilig anfing, jedoch kurzweilig endete.
Na, da ging aber der Sherlock Holmes Fan in mir durch. Ja, heute eine etwas merkwürdige Art von Beitrag, was wohl daran liegt, dass ich vorhin ein Sherlock Holmes Hörbuch gehört habe und mich dann irgendwie die Lust überkam, den gestrigen Tag auch so zu beschreiben. Ich hoffe, es war dennoch verständlich.
*(m)eine Freundin: bei den Sherlock Holmes Abenteuern schreibt Doyle (der Autor) aus der Perspektive des Arztes John Watson, der ein guter Freund Holmes' ist und seine Fälle in einem Buch niederschreibt. Dort bezeichnet er diesen oftmals als "meinen Freund", weshalb ich mir herausgenommen habe das zu kopieren. Inzwischen sagt man das meistens ja nur noch bei Partnern, um Missverständnisse zu vermeiden.Meer informatie
Jäger des verlorenen Handys oder
29 september 2019, Ierland ⋅ ⛅ 14 °C
eine Katze kommt selten allein.
Der Tag begann anders als die restlichen, und zwar ohne Toast. Zu allem Übel hatten wir das nämlich in der alten Wohnung gelassen. Und deshalb gab es Pfannkuchen mit einem Hauch von Marmelade. Aber wirklich nur einem Hauch, denn mehr hatten wir nicht.
Doch zuvor gab es erstmal einen gesunden Adrenalinstoß am Morgen. Denn Antonia ist nicht nur Meisterin in Türstreichen, nein, sie ist auch verdammt gut darin Dinge zu verlegen- insbesondere ihr Handy.
Und dieses Talent wollte sie natürlich mit mir teilen! Deshalb suchten wir den Morgen lang ihr Handy, nur um es im Rucksack vorzufinden (wie gesagt, das brachte den Kick am Morgen!). Freudig wurde es in die Arme geschlossen, während wir mit Daisy spazieren waren. Und dann ging es auch schon wieder auf nach Gable Cottage die Katzenfalle aufstellen.
Da die restlichen Kitties ein riesen Chaos in ihrem Käfig veranstaltet hatten, hieß das für uns säubern und verbessern. So wurde ein Katzenklo eingerichtet und Karton ausgelegt.
Charlie und auch Eddie(der jetzt Ron heißt) versuchte ich, ohne bleibende Schäden, aus der Hand zu füttern, was mir auch gelang - nur Rambo schien diese noch nicht so geheuer.
Und dann kam schon die Nr. 4. Livi. Die Einzige der vier mit schwarzer Schnauze (von der Fellfarbe ähnelt sie aber Charlie) und wir verliebten uns natürlich sofort in sie.
Bereits am Vortag hatte Margaret uns erklärt, dass die Leute aus Gable Cottage heute abreisen würden, weshalb wir es säubern sollten und das hatten wir auch vor. Allerdings meinte Margaret, dass es zu stark regnete und wir lieber mit Daisy Gassi sollten...im Regen?! Aber wir widersprachen dieser sinnfreien Aussage nicht, sondern liefen brav im Regen umher bis es uns dreien zu nass wurde.
Tons und ich entschieden uns dafür, die Hosen trocknen und die Seele beim Film schauen oder Hörspiel hören (bzw. In meinem Fall dabei schlafen) baumeln zu lassen.
Ganz nach dem Motto Resteverwertung wurde dann gekocht und dabei gesaugt (wir sind halt einfach Multitaskingtalente!), der Regen war jedoch immer noch nicht besser geworden.
Glücklicherweise entschied sich Catherine... Caitlin oder ist es Catarina(?) dazu Gable Cottage alleine zu reinigen, weshalb wir mehr Zeit für andere Dinge hatten. Zum Beispiel Margarets blutigen Finger zu begutachten. Eddie/Ron und Charlie hatten sie gebissen als sie diese gestreichelt hat - die Kleinen sind halt einfach noch sehr ängstlich und wild!
Zurück vorm Haus löste der Teppichvorleger erstmal eine Kurzzeitpanik aus, da die Tür nicht mehr aufging, aber auch dieses Problem meisterten wir wieder einmal famos (mit viel Gewalt und vollem Körpereinsatz...).
Und nach weiteren Checken der Falle, die leer bleib, statteten wir auch wieder mal den kleinen Knäulen einen Besuch ab. Während Livi einen auf Ohnezahn (Drachenzähmen leicht gemacht) machte wurde Sammy von uns verwöhnt.
Ja, die vier (+ Sammy) gaben wirklich ein drolliges Bild ab, da wollten wir gar nicht mehr weg.
Doch wir mussten. Denn es gab Arbeit zu tun. Und zwar, wer hätte es gedacht, putzen...
Diesmal das Haus in dem wir lebten. Also wurden Toiletten geschrubbt und Fliesen zum Glänzen gebracht. Nach weiterem Fallengucken, lief Tons spazieren, bevor wir dann erneutes Recycling betrieben und uns eine Zwiebelsuppe gönnten (denn Reste verwerten können wir!). Kurz zogen wir nochmal mit Daisy um die Häuser und sprachen mit Margaret über den morgigen Tag und die Katzenbabys, die sie dringend loswerden wollte.
Zum Abschluss dieses Tages suchten wir erneut Tons Handy, welches schon wieder geflohen war. Eine große Jagd begann, die mit der Entdeckung des Smartphones auf der Fensterbank endete... mal sehen, wann es wieder verloren geht...Meer informatie
Sammy, Shamy und der Suppenmann
30 september 2019, Ierland ⋅ 🌧 11 °C
Nun war es wirklich soweit. Heute würden wir zurück nach Galway fahren und Roundstone Lebe wohl sagen.
Deshalb gab es morgens auch nur noch Ei (#Resteverwertung), bevor es dann das letzte Mal mit Daisy Gassi ging (irgendwie komisch, man merkt richtig, wie sehr wir sie beeinflusst haben und jetzt gehen wir...). Danach wurde nach der Falle geschaut, die wir aufgestellt hatten. Und tatsächlich! Eine weitere Katze hatte sich in jene verirrt. Dummerweise jedoch die Mutter, die der Nachbarin gehörte. Also wurde das Türchen geöffnet und die Ärmste in die Freiheit entlassen. Für uns ging es danach erstmal zu den kleinen Rackern- streicheln und füttern. Draußen stürmte es bereits heftig, weshalb die Kätzchen eng aneinander gekuschelt da lagen und uns mit großen ängstlichen Augen ansahen. Doch das hielt uns nicht davon ab, dass Katzenklo zu leeren und uns einige Zeit bei ihnen aufzuhalten, sodass sie sich mehr und mehr an Menschen gewöhnen. Derweil ließ sich Sammy von uns verwöhnen.
Kurz darauf saßen wir bei Margaret oben im Zimmer (eigentlich wollten wir ja nur zum Café und endlich Kuchen kaufen!), die völlig aufgelöst war, da die gesamte Situation sie überforderte. Mehr Katzen könne sie nicht nehmen, aber keiner wollte die Vier. Im Notfall müsste sie diese einschläfern...
Nach einigen erfolglosen Telefongesprächen Margarets liefen wir dann in die Küche, um uns Sandwiches zu machen und vom lustigen portugiesischen Suppenmann Suppe zu bekommen und dann ging es (endlich! Halleluja!) ins Café und ich bekam meinen Schokokuchen mit dem ich schon 10 Tage geliebäugelt hatte (also nicht mit demselben Stück versteht sich)- er war lecker!
Für diesen ließen wir uns auch etwas mehr Zeit, sodass es bereits nach zwölf war, als wir den Staubsauger in Dagwoods verfrachteten und dann zurück in Margarets Wohnung traten, um dort einige Bilder der Katzen auszudrucken (diese sollten dann im Café ausgehängt werden). Doch Margaret meinte, dass es nicht gut für diese aussähe und sie vermutlich eingeschläfert werden müssten, sodass eine weitere Epidemie verhindert werden könne.
Das stürmische Wetter beschrieb eigentlich am besten wie wir uns in diesem Moment gefühlt haben und nachdem wir uns durch den Regen ins Haus gekämpft hatten, putzten wir die restlichen Zimmer noch fertig.
Dann sagten wir Lebe wohl, und das ziemlich schnell, denn wir waren spät dran. Von Clifden aus ging es nach Galway und von dort aus wieder zu Martin und Carmel, wo wir von Shamy heiter begrüßt wurden (Funfact: Shamy, der Cockerduddel, war am Vortag in Roundstone mit Martins und Carmels Tochter gewesen, wir hatten ihn sogar gesehen, Antonia sogar erkannt, aber ich hatte abgewunken...).
Nach einer langen und unterhaltsamen Konversation mit Martin, verkrochen wir uns hoch in unser Zimmer, um etwas zu entspannen und Mulan zu schauen. Natürlich machte Antonia ihrem Namen als Topeinschläfer alle Ehren und schlief noch vor der Hälfte ein, vielleicht lag es aber auch einfach daran, dass wir uns in Galway und besonders hier sehr Wohlfühlen- es ist einfach eine tolle Stadt mit tollen Menschen! Natürlich werden wir die Kitties dennoch vermissen (und drücken weiter die Daumen, dass das Ganze gut ausgeht. Auf dem Weg nach Clifden hatte uns Margaret erzählt, dass Laura aus dem Café womöglich Ron nehmen würde)! Besonders Sammy werden nicht so schnell vergessen...Meer informatie
Noch mehr Sammy, Katzis, Tonis und
30 september 2019, Ierland ⋅ 🌧 12 °C
Daisy und Shamy...
Von dummen Verkäufern und tapferen
1 oktober 2019, Ierland ⋅ ⛅ 12 °C
...Schals
Seit einem Monat sind wir nun im irigen/urigen Irland, haben Sitten und Bräuche kennengelernt (zumindest zum Teil) und die Mentalität der Iren analysiert. Es gibt wohl kaum einen Fleck an dem wir waren, an dem wir unhöflich oder gar dreiste Iren kennengelernt haben (mal abgesehen von der Verkäuferin heute, die war echt uncool, aber dazu später mehr). Irgendwie kommt es uns vor, als hätten wir ein Stück Heimat kennengelernt, wo wir uns einfach wohlfühlen können. Und dieses Stück Heimat nennt sich Galway.
Es gibt keine Stadt auf dieser Reise, die man mit Galway und dessen Charme vergleichen kann und bislang auch keine, die ihr nur ansatzweise das Wasser reichen könnte. Galway ist und bleibt einzigartig für uns und das sicherlich auch durch die Herzlichkeit Martins und Carmels (und natürlich Shamys) und ihren ausgiebigen Frühstück. Jenes mussten wir natürlich ausnutzen und schlugen uns die Bäuche voll. Das und die gemütlichen Betten waren weitere Gründe bis 12 Uhr noch im Zimmer zu sitzen. Aber nachdem wir Mulan beendet und für Limerick gebucht hatten, ging es dann auch in die Stadt - zu Fuß.
Zunächst die Lage abchecken. Die letzten Tage hatte es durchgehend geregnet, aber anscheinend mag Galway uns genauso sehr wie wir es, denn heute schien die Sonne. Das dauernde Rumlaufen regte unsere Mägen (also alle beide) dazu an, sich einzumischen, weshalb wir uns gegenüber des Fat Freddy's (kein Mensch, sondern ein Pub) setzten, um unsere Pizza bzw. Nudeln zu schnabulieren. Danach gab's noch im selben Restaurant Dessert. Also Kaffee und unglaublich guten Kuchen (Beeren-Käsekuchen für Tons und für mich Baileys-Käsekuchen). Und jetzt kommt etwas total unerwartetes, das man nicht erraten könnte, wenn wir in Galway sind. Richtig, wir waren shoppen...
Diesmal wurden wir sogar fündig. Allerdings hielt ich die halbe Schlange beim Bezahlen auf, da meine Karte sich weigerte zu funktionieren und ich noch nicht wirklich ein gutes Verhältnis zu ihr aufgebaut hatte, sodass ich vollkommen auf die Kassiererin vor mir angewiesen war (kurz: ich hab noch keinerlei Erfahrung so zu bezahlen, weshalb ich ziemlich unsicher war und die Verkäuferin vor mir gefragt habe, was ich nun machen muss). Die hatte aber so gar keinen Bock auf den Tag, ihren Job oder mich und erklärte mir unverständlich, was genau sie und das Kartenlesegerät vor mir von mir verlangten. Doch selbst meine 5000 Entschuldigungen brachten es nicht dazu zu funktionieren (genauso wenig wie sie mir irgendwie half) - im Endeffekt bezahlte ich dann aus Panik und Peinlichkeit doch Bar...was will man machen?). Aufgewühlt verließ ich den Laden und rettete mich erstmal in eine Art Elbenwaldshop, um mich zu beruhigen. Hat geklappt!
Kurz darauf fanden wir uns am Eyre Square wieder und eine Stunde später liefen wir wieder zurück, um mit Shamy zu kuscheln und zu spielen. Dabei musste Tons neuer Schal auch einiges wegstecken...aber er hat sich dennoch tapfer geschlagen!
Abends wurden dann Videos oder Filme geschaut und gepackt, denn Morgen sollte die Reise richtig starten...Meer informatie

(Tanti, Oma und Großvater) Wir grüßen euch und wünschen euch weiterhin eine tolle Reise. Freuen uns jetzt schon auf eure Berichte. Die sind am Abend nach dem Abendessen immer unser Dessert.... 👍 Passt gut auf euch auf und seid behütet auf euren weiteren Wegen... 😍
Die relativ gute Zeit in Limerick
2 oktober 2019, Ierland ⋅ ⛅ 8 °C
Heute haben wir uns viel Zeit zum Aufstehen und Frühstücken gelassen (genauso wie ich mit diesem Eintrag...aber Einstein meinte ja, Zeit ist relativ - also nicht schlimm!) - immerhin hatten wir heute keinen Zeitdruck, lediglich den Bus um 3 Uhr mussten wir kriegen. Darum wurde auch ausführlich mit Martin über Gott und die Welt gequatscht - mal wieder, es macht aber halt auch einfach Laune! Shamy war währenddessen wieder mal richtig in Bewegungslaune (ja, das Wort gibt es!). Und so entschieden wir uns (wir, die an Hundeentzug leiden- Grüße gehen raus an mein Flöckchen!) einen Spaziergang mit dem kleinen Ir(r)en zu machen und dabei die Gegend etwas genauer zu erkunden (haben dabei Esel gefunden!).
Nach einer guten Stunde Gassigang und einer Konversation über Golf & Co ging es dann auch schon rein in die Stadt.
Am Eyre Square verbrachten wir weitere 60 Minuten, bis der Bus kam und uns mit nach Limerick nahm, denn da ging die Reise hin (für 3 Tage), nach Limerick.
Bei der Ankunft hatten wir noch gemischte Gefühle, was diese Stadt anging. Die kahlen Häuser und der Umgang der Leute, erinnerte eher an ein irisches, also höfliches, Mannheim (irgendwie aber auch nicht...Großstadt eben...). Vielleicht war es auch das typisch irische Wetter, dass seinen Namen alle Ehre machte und auf uns einnieselte, was uns diese Stadt mit Skepsis betrachten ließ. Oder einfach die Tatsache, dass wir gerade von Galway kamen...
Wie auch immer, so nach und nach wurde uns Limerick auch relativ sympathisch. Vor allem dann, als wir - nach dem Einchecken im Hotel- endlich Essen gegangen sind (war zwar etwas teuer, aber egal! Endlich was zu futtern!) und auch, als wir ab 9 Uhr Live Musik von unserem Hotelzimmer aus hören konnten. Ganz klar! Einmal müssten wir mal in ein Pub, um der Musik von ganz nah zu lauschen! Das ist in Irland nämlich ein absolutes Muss…Meer informatie
Der irische John
3 oktober 2019, Ierland ⋅ 🌧 13 °C
Der Tag begann sehr irisch und wurde auch nicht minder irischer. Was das zu bedeuten hat?
Nun zum zweiten Mal auf unserer Reise gab es irisches Frühstück am Morgen, also Ei, Speck, (da ich nicht weiß, wie man es anders beschreiben kann) nennen wir es mal labbrige kleine Würstchen (typisch irisch!) und (das vermutlich interessanteste daran) black und white Pudding, was stark an gebratene Blutwurst und Frikadelle erinnert. Also super irre/isch.
Danach liefen wir rum - keine Ahnung, ob das typisch für Irren ist, aber typisch für eine Großstadt ist es auf jeden Fall. Unsere Reise führte uns zur St. Mary's Cathedral, die ist sehr irisch (steht ja auch in Irland...) und das schon seit 900 Jahren! Leider war der Eintrittspreis für unseren Geschmack ein wenig überteuert, weshalb wir unseren Weg fortsetzen, zu King John's Castle (irgendwie heißt jeder zweite hier John und jede zweite Mary...). Ihr kennt ihn vermutlich alle! King John ist nämlich der Kerl, der schon tausende Male auf verschiedenste Weise gegen Robin Hood kämpfen und verlieren musste. Und der hat ne Burg. Und da waren wir drin (doppelt so teuer wie die Kathedrale, aber gut) und haben eine Meeeeenge geschichtlichen Irlandinput (also Irput) bekommen. So viel, dass unsere Kapazitäten ausgelastet waren und wir die Hälfte wieder vergessen mussten...
Mittags, nachdem wir allerhand interessantes über Limerick und Umgebung sowie Henry VIII, Elizabeth I. und so manch anderen krassen Adligen gelernt hatten, liefen wir zurück zum Hotel. Antonia entschied sich eine weitere Runde raus zu gehen (bestimmt nur, um ihr Schrittziel zu erreichen ;p) und ich nutzte die Zeit um zu lesen.
Am Abend ging es dann zum Asiaten und dann wurde nen Kitschfilm geschaut, weil ich davon überzeugt war, dass "Verliebt in die Braut" zum Teil auch in Irland spielt (war aber Schottland...).
Gegen 12 Uhr ging es dann brav zu Bett, immerhin ging es morgen weiter...weiter nach Tralee...Meer informatie
Wir, John und Limerick
3 oktober 2019, Ierland ⋅ 🌧 13 °C
Bilder, Bilder, Bilder
Von Hurricane Lorenzo weggeweht
4 oktober 2019, Ierland ⋅ ⛅ 13 °C
(Keine Angst, so schlimm war es nicht!)
Heute ging es weiter - nach Tralee. Davor wurde allerdings feinstes irisches Frühstück verkostet und ein Abstecher zum Milk Market gemacht (der war leider noch geschlossen). Deshalb liefen wir noch etwas umher - oder flogen besser gesagt, denn der Wind schubste uns durch ganz Limerick. Es war wie ein ungewollter Antrieb - ab und zu fühlte man sich wie ein Blatt im milden Herbstwind, was einfach umhergeblasen wurde...
Dann ging es aber wirklich los. Während der zweistündigen Busfahrt wurden lebensrettende Ratgeber und allerhand andere hilfreichen Hörbücher gehört. In meinem Fall war es die Säulen der Erde.
Nach etwas Dösen waren wir dann auch schon in Tralee angekommen und bereit uns den Wind und Regen zu stellen. Aber der Wind kam nicht. Stattdessen nieselte es sanft auf unsere Häupter und eine gewisse Wärme umgab uns.
Nach wenigen Minuten hatten wir bereits unser Hostel gefunden und bezogen unser Doppelzimmer für diese Nacht. Gegen fünf gingen wir dann Essen...kaufen im Aldi (ja, auch so was machen wir mal). Nach dem Kochen wurde dann entweder ein Film geschaut (Antonia) oder geschlafen (...schuldig!) und gegen 11 Uhr liefen wir noch etwas in der Stadt umher, bevor wir unser Eis vernaschten und schlafen gingen. Kein besonderer Tag? Joar, aber das war auch kein Wunder, denn schließlich würde es Morgen schon weiter gehen und da würden wir genug Energie brauchen...Meer informatie
Von Crêpmeistern und irischen Weisheiten
5 oktober 2019, Ierland ⋅ 🌧 15 °C
Heute ging die Reise weiter - oder sollte es zumindest, denn erstmal wurde gefrühstückt und ausgecheckt, sodass wie um 11 Uhr an der Bus Station waren. Der Regen prasselte auf unsere Jacken und (zu unserem Übel) auch auf unsere Taschen. Schnellstmöglich wurde alles im Bauch des Buses verstaut und dann fuhren wir auch schon los. Auf nach Dingle!
Dingle überraschte uns (- irgendwie auch nicht). Wir hatten schon zuvor gehört, dass es wirklich schön sein sollte, aber so hatten wir es uns nicht vorgestellt. Es regnete in Strömen und das mittlerweile - teilweise - durchnässte Gepäck schien eine Tonne mehr zu wiegen als zuvor. Nach 7 nassen Minuten kamen wir im Hotel/Hostel/Hotel? an.
Wir teilten uns ein 10-Betten-Zimmer mit lediglich drei Personen. Die erste war bereits da, und ein gar nicht mal so fremdes Gesicht, denn Nikola (so heißt sie) war im gleichen Bus gewesen wie wir.
Es stellte sich heraus, dass Nikola ebenfalls aus Deutschland (Rostock um genau zu sein) kommt und wegen des Food Festivals da war.
`Wat denn jetzt für nen Foot Festival?´ werdet ihr euch jetzt sicher fragen. In Dingle gibt es das Food Festival schon ziemlich lange. Dabei kann man allerhand Essen aus den umlaufenden Läden für einen oftmals verhältnismäßig günstigen Preis genießen. Alles was man dafür braucht, ist ein Ticketbuch
(9 Tickets für 20€; 1 Ticket = 2€), je nach Stand und Menge kostet das Essen mal mehr oder weniger Tickets - im Endeffekt kommt man auf jeden Fall günstiger und drei Kilo schwerer als im Normalfall raus. Das findet so jedes Jahr im Oktober statt und alle Welt (zumindest Irland) reist dafür dann für ein Wochenende nach Dingle.
Und genau dieses Wochenende war nun. Zufall? Definitiv und was für ein erfreulicher!
Und da der Regen aufgehört hatte ungnädig auf die Erde zu preschen, nutzten wir natürlich die Chance und liefen durch die Stadt. Durch die traumhaft schöne Stadt! Dingle verzauberte mit seinen Klängen, Gerüchen und Menschen - da können unsere Straßenfeste einpacken!
'Pah, unsere haben auch ihren Charme', wird der ein oder andere jetzt sagen. Ja, das mag sein, aber auf einem deutschen Straßenfest hab ich noch nie die, vom Pizzabäcker ausgezeichnete, 'schönste Pizza von heute'- Pizza Funghi bekommen! Und diese auch nie am Hafen mit Tons gemeinsam verschlungen.
Dort trafen wir auch nochmal Nikola (die zwar aussieht wie Anfang 20 aber 27 ist) und verabredeten uns später gemeinsam was zu trinken.
Aber nochmal zurück zu der Debatte, irische oder deutsche Stadtfeste und deren charmante Art. Wenn euch die Pizza nicht überzeugt hat, dann vielleicht der "Crêpe der Perfektion", den wir vernaschen durften.
Denn dieser Crêpe wurde nicht nur auf die perfekte Art zubereitet, nein, in ihn floss auch all die Liebe und Leidenschaft des großen Crêpemeisters, nenne wir ihn mal Pandalf der Fleißige, der uns mit seiner Hingabe und Konzentration auf seine Arbeit völlig umgehauen hat!
Am Nachmittag war dann das Badlicht kaputt. Das wussten wir natürlich nur, weil wir zurück ins Hostel gekehrt waren und dort Musik hörten oder schrieben oder, oder...
Und dann ging es abends mit Nikola raus, um noch in einem Pub oder einem Restaurant etwas zu süffeln. Leider war Dingle noch völlig überfüllt vom Festival, weshalb alles, das Flüssigkeit anbot, überfüllt war. Wir gaben uns mit einem Stehplatz im Hof zufrieden (da lief echt gute Musik!) und machten uns auf, etwas zu trinken zu holen.
In unserem Fall musste das natürlich Guinness sein, immerhin hatten wir noch kein gezapftes getrunken.
Voller Tatendrang griffen wir sogleich nach dem dunkeln schäumenden Gesöff, doch bevor wir uns einen Weg zurück zu Nikola bahnen konnten, wurden wir von einem freundlichen älteren Mann gestoppt (nennen wir ihn mal Irdalf). Und dieser gab uns eine irische Weisheit auf den Weg, welche da besagt:
Warten musst du beim Guinness Bier,
bis der Schaum sich leget hier,
dann erst darfst du voller Lust,
dein Bier verkosten mit Genuss! (Gut der Reim war ausgedacht, aber für uns klang er ungefähr so...also für mich zumindest!).
Für alle denen das jetzt zu viel Deutschunterricht war, nochmal in anderen Worten.
Also man kann es schon davor trinken, aber wenn man wartet, schenkt der Barkeeper nochmal nach, sodass man die volle Ladung Guiness hat.
Weise Worte von einem alten Iren (Irdalf der Weise).
Als wir zurück zum Hostel kamen, entschied ich mich noch kurz umher zu laufen, bevor es ins Bett gehen sollte. Aber selbst nach meinem kurzen Spaziergang war das Badlicht noch immer defekt und so mussten wir uns noch etwas länger im wachen Zustand aufhalten, bevor es dann wirklich schlafen ging...Meer informatie
Die Stände von Dingle
6 oktober 2019, Ierland ⋅ ⛅ 12 °C
Den heutigen Tag begannen wir mit einem üppigen Frühstück aus Joghurt, Obst, Brot und Käse (und nem Muffin). Das Ho(s)tel hatte auch noch mehr auf der Karte stehen, aber das genügte uns. Recht schnell, aber ohne Hast, brachen wir zu einem Spaziergang auf, der sich über den Vormittag ziehen sollte (da es bereits gegen halb elf war, hat das aber nichts zu bedeuten). Wir liefen zum Teil am Wasser entlang, zum Teil neben Häuser oder einer Whiskeybrennerei. Auf dem Weg kamen wir an allerhand Bänken vorbei und natürlich mussten wir diese nutzen, deshalb setzten wir uns immer wieder mal hin und genossen die Landschaft. Zurück gen Hotel machten wir einen kleinen Umweg, der allerdings ohne (!) Sackgasse endete und liefen dann, nach einem kleinen Nickerchen (jaja, das Alter setzt uns ganz schön zu...;)), kurzerhand wieder los, um Essen zu kaufen.
Da das Food Festival immer noch in vollem Gange war, nutzten wir die Gelegenheit und kauften uns an einem Stand Burger, sowie einige Kartoffel Wedges und setzten uns damit an den Hafen. Die Sonne strahlte uns ins Gesicht und der Wind sauste uns im die Ohren.
Aber natürlich waren unsere Mägen (also der Lab-, Blätter- und Netzmagen...) noch nicht zufrieden mit der Ausbeute, weshalb wir uns erneut in das Getümmel stürzten. Das tolle an Dingle (und Irland generell) ist, dass, obwohl es Food Festival heißt, beinahe noch mehr Musiker Vorort waren und sich an allen möglichen Orten aufstellten, um zu singen oder zu spielen (ab und zu auch zu tanzen). Und so blieben wir an einem Wagen stehen, der eben für genau solche Künstler gestellt worden war. Wie gebannt lauschten wir den Klängen der Musik und wenn alles geklappt hat, haben wir sogar eine kleine Kostprobe für euch bereitgestellt. Aber zurück zu unseren Mägen (das klingt einfach als hätten wir ein halbes Dutzend...), die waren überhaupt nicht so angetan wie wir von den beiden Musikern auf der Bühne und, obgleich der Hunger eher dem Appetit gewichen war, schienen sie darauf bedacht zu sein noch einen Happen zu sich zu nehmen.
Gestern hatten wir ja bereits von dem meisterhaften Crêpemacher erzählt und von dessen Hingabe zur Perfektion. Heute wollten wir das ganze erneut begutachten (immerhin hätte es ja auch nur ein Zufall sein können...erst wenn etwas mehrfach unter den gleichen Umständen etc.etc. gleich ist, ist es wissenschaftlich geprüft).
Wir beschlossen also, aus rein wissenschaftlichen und journalistische Gründen (immerhin wollen wir euch ja keine Grütze vermitteln), nochmal den Crêpstand aufzusuchen und das ganze Spektakel für euch festzuhalten (natürlich mit Einverständnis des Crêpemannes).
So könnt ihr euch ein ganz eigenes subjektives Bild machen...
Nachdem der Crêpe wieder viel zu schnell die Bekanntschaft mit all unseren Mägen gemacht hatte, setzten wir zum Heimweg an. Das Wetter hatte sich indes verschlechtert und die ersten Tropfen drohten uns auf unsere Häupter zu fallen. Zuvor wurde aber noch schnell eingekauft, unter anderem Wasser (endlich wieder mal chlorfreies Wasser!).
Am Nachmittag ging dann jeder seiner eigenen Tätigkeit nach, das hieß zumeist Filme schauen oder Hörbuch hören (unschwer erkennbar, dass ich letzteres getan habe...irgendwie hat jener Schreibstil womöglich etwas auf diesen Beitrag abgefärbt...) und das zog sich auch bis in die späten Abendstunden durch. Eigentlich hatten wir noch etwas raus gewollt, um in Dingle umherzulaufen, aber der Regen prasselte so unbarmherzig auf die Erde, dass wir diesen Gedanken trotzend verwerfen mussten und uns mit Film und Hörbuch zufrieden geben mussten. Nikola war schon am Nachmittag abgereist und so teilten wir uns unser Zimmer nur noch mit einem jungen Pärchen.
Recht früh (wir sind halt alt...) ging es dann auch schon schlafen...Meer informatie
Crêpes wissenschaftlich geprüft
6 oktober 2019, Ierland ⋅ ⛅ 14 °C
Macht euch ein eigenes schnelles Bild
Frische Luft macht müde
7 oktober 2019, Ierland ⋅ ⛅ 14 °C
Der heutige Eintrag wird nur sehr kurz. Warum? Ganz einfach, heute haben wir eigentlich nur zwei Tätigkeiten gemacht, die es sich lohnt anzusprechen. Essen und Laufen.
Und das bereits von Anfang an. Zunächst gab es Frühstück, über das wir zufrieden herfielen, und dann entschieden wir uns einen längeren Spaziergang zu machen. Über Weiden, Steine und am Wasser entlang. Der dauerte so seine Zeit, sodass wir erst am Mittag wieder zurückkamen.
Da das Food Festival geendet hatte und viele Läden zu hatten, gingen wir in einem Restaurant essen und ich bekam meinen ersten Irish Lamb Stew(Lammeintopf)...schmeckte irgendwie recht deutsch. ;)
Und da Antonia müde war, trennten wir uns kurzerhand, sodass ich noch etwas umherlief,
während sie... schlief (yay, ein Reim).
Dann ging es nochmal gemeinsam etwas raus und abends wurde gemeinsam ein Film angesehen. Da wir das Zimmer ganz für uns hatten, nutzten wir das natürlich aus und schauten (ganz ohne Kopfhörer) den ersten Sherlock Holmes Teil.
Tja, und gegen 11 Uhr schliefen wir dann auch schon ein. Frische Luft macht eben müde...Meer informatie
Dingelingeling
7 oktober 2019, Ierland ⋅ ⛅ 15 °C
Hier kommen Bilder an
Das Haus am Arsch der Welt
8 oktober 2019, Ierland ⋅ ⛅ 13 °C
"Ich glaub, ich mach heute gar nichts mehr", das sagte Antonia heute Abend zu mir, als wir nach langen Mühen und Eskapden im B&B ankamen. Dabei schmiss sie sich müde auf's riesige Bett. Ich konnte sie verstehen, wirklich!
Heute Morgen hieß es wieder packen, immerhin würden wir gegen 1 Uhr auchecken. Also wurde schnell alles zusammengesucht und dann frühstücken gegangen. Kurz darauf waren wir auch schon wieder draußen und streunten in der Gegend rum, bevor wir uns dann auf den Weg zur Bus Station machten. Auf der Busfahrt zurück nach Tralee ließ sich ein Magenknurren nicht vermeiden, glücklicherweise hatten wir an der Haltestelle dort aber recht viel Zeit, um uns allerhand zu futtern zu holen. Dabei opferte ich meine Hand für Tons Milchkaffee, dessen Schaum sich (Dank des Winds) über meine gesamten Handfläche verteilte. Der gute Kaffee! T_T
Nach einer Verspätung von 30 Minuten und weiteren 40 Minuten Fahrt kamen wir dann endlich an unserem Ziel an (oder zumindest fast!). Eine kleine Stadt namens Killarney.
Wie auch zuvor schon wurden wir mit heftigem Regen und Wind begrüßt, die uns unbarmherzig ins Gesicht klatschten (anders kann man es nicht beschreiben).
Und da wir geizig sind, begannen wir den einstündigen Marsch zu unserem B&B, denn dieses lag außerhalb Killarneys, auf dem Land (bzw. im Wald, erinnert stark an Balzenbach mit breiteren, besseren Straßen) und es gab keinerlei Verbindung mit Bus oder Bahn, die wir hätten nehmen können. Und so schleppten wir uns und unser Gepäck die steile Straße hoch, während wir triefendnass vom Regen waren (und der nahm kein Ende). Wir hatten noch eine gute halbe Stunde vor uns, als ein Mann sich unserer erbarmte und uns von der Straße holte (das klingt etwas missverständlich, aber es stimmt ja eigentlich). Nile fuhr uns die letzten Kilometer zum B&B, was am Arsch der Welt liegt. Komplett durchnässt und verschwitzt wurden wir empfangen und auf unser Zimmer gebracht, das am Ende des Ganges neben dem Tee-, Kaffee- und Keksservice lag (direkt an der Futterquelle).
Es war also kein Wunder, dass Antonia so reagierte als wir endlich alleine waren. Bevor wir aber schlafen gingen, schauten wir noch Sherlock Holmes zuende und Wicki und die starken Männer. Fix und Foxi schliefen wir gegen 11 Uhr ein...Meer informatie
Nass, durchnässt, wir Part 1
9 oktober 2019, Ierland ⋅ 🌧 10 °C
Unser heutiges Frühstück glich einem wahren Festmahl; selten hatten wir so eine gute und vielseitige Auswahl gehabt. Von Joghurt, Obstsalat, Käse und Wurst über Eier, Pancakes und Müsli. Dementsprechend voll waren wir auch danach.
Gesättigt und guter Dinge beschlossen wir in den Nationalpark Killarneys zu gehen, doch Brigid, die Hausherrin, hatte andere Pläne für uns und überredete uns stattdessen eine Bootstour beim Nationalpark zu machen. Das Wetter wäre dafür ja auch ok, danach liefe man durch den Gap of Tralala (ich hab den Namen vergessen, vielleicht fällt er mit später nochmal ein) - welcher wohl im Park selbst verliefe- und abends könne man mit dem Bus wieder ins Zentrum und von da aus mit dem Taxi zum B&B fahren.
Allerdings müssten wir dafür sofort los, um das Boot um 10.30 Uhr noch zu bekommen, sie habe Dux schon Bescheid gesagt.
Ohne großes Umziehen oder andere Vorbereitungen (zum Beispiel einen Schirm) wurden wir von Brigids Schwester zum Ross Castle gebracht, wo die Tour starten sollte.
Das Boot war recht klein und außer uns lediglich ein Pärchen, drei Amerikanerinnen, Sam (der kleine Hund des Bootsmannes), sowie der Bootsmann und zwei Fahrräder an Board.
Wir befuhren die drei Flüsse, die in einem See mündeten(auf dem waren wir logischerweise auch). Und während der Bootsmann uns einige historische Dinge erzählte und wo man am besten Fischen kann, begann es zu regnen. In Irland nichts ungewöhnliches, aber dennoch verbessert es die Lage nicht unbedingt, bedenkt man, dass wir schon durch die Wellen hin und wieder gut nass wurden.
Nach eineinhalb Stunden kamen wir dann auch auf der anderen Seite an und wanderten los (nachdem wir Tons Hose und meine Jacke unter dem Handtrockner im Damenklo mehr oder weniger geföhnt hatten).
Die Landschaft war ein Traum! Das Grün gepaart mit den grauen Steinen und den Seen hatte einen meditativen Effekt auf uns. Wäre da nicht der Regen gewesen, der gnadenlos auf uns einregnete und zunächst unaufhörlich schien. Doch auch dieser musste mal pausieren und so schaute hin und wieder die Sonne vorbei.
Dreieinhalb Stunden liefen wir zwischen den grünlichen Bergen, bevor wir an dem Treffpunkt ankamen. Von dort aus wollten wir den Bus oder ein Taxi in die Stadt nehmen.
Eine der Amerikanerinnen, hatte zuvor mit uns ausgemacht, sich mit uns ein Taxi in die Stadt zu teilen, sollte kein Bus kommen. Und so warteten wir gemeinsam, in der Hoffnung auf einen Bus, teilten Trauben und Geschichten miteinander und...
Ein Vintage Bus hielt vor dem Restaurant. Heilfroh stiegen wir ein- glücklich kein teures Taxi bezahlen zu müssen. Und das taten wir auch nicht als der Bus uns in der Stadt absetzte.
Stattdessen liefen wir noch 40 Minuten mit schmerzenden Gliedern, die Straße hoch zum B&B.
Sichtlich erschöpft, klatschnass, aber doch sehr zufrieden mit uns selbst kamen wir dort an und nahmen unser Mahl ein ('oho ein Mahl...das klingt ja geradezu vorzüglich!' War's auch).
Die Suppe wärmte uns auf und ich hatte schon lange keinen so guten Salat mehr (was vermutlich an den Avocadostücken lag). Am Essenstisch lernten wir auch Xabi kennen, einen freundlichen Spanier, und unterhielten uns ein wenig mit ihm.
Nach dem Abendessen (ein teurer Spaß), ging es hoch auf unser Zimmer. Müde, aber glücklich ließen wir uns auf unser Bett fallen. Birgid meinte, sie würde am nächsten Tag für uns ein Ticket für die Bus Tour zum Ring of Kerry buchen und da wir das schon lange vorhatten, war unsere Vorfreude natürlich groß (wir jedoch zu erschöpft, die heute noch so ausgiebig zu zeigen).
Dennoch blieben wir noch etwas auf und schliefen dann schließlich gegen 12 Uhr ein...
Anmerkung: Dunloe! Es heißt Gap of Dunloe und ist quasi ein Spalt zwischen zwei Bergchen ...Meer informatie
Nass, durchnässt, wir Part 2
9 oktober 2019, Ierland ⋅ 🌧 14 °C
Gap of Dunloe
Nass,... Part 3
9 oktober 2019, Ierland ⋅ 🌧 12 °C
Sehr viele Bilder!
Die verfluchte Mütze (RoK)
10 oktober 2019, Ierland ⋅ ☁️ 14 °C
Doch noch bevor es dazu kommen konnte, begann unser Tag mit einem ausgewogenen Frühstück und Porridge. Ein traditionelles Frühstück in Irland und Umgebung und für uns absolut unverständlich.
Es schmeckt nach einfach gar nichts und nicht mal der Baileys, der dazu serviert wird, kann die Belanglosigkeit des Haferschleims wieder wettmachen.
Aber gut, man lernt ja bekanntlich aus seinen Fehlern und dieser wird uns sicher nicht noch einmal passieren - eine Erfahrung war es allemal Wert (immerhin gab's nen Gläschen Baileys dazu...).
Kurz vor 10 Uhr gesellte sich auch Xabi, der Spanier vom Tag zuvor, ins Esszimmer und Brigid überredete ihn (quasi) dazu, uns mit nach unten in die Stadt zu fahren, sodass wir von dort aus den von ihr gebuchten Bus zum Ring of Kerry nehmen könnten.
Natürlich willigte Xabi ein (er ist halt einfach zu höflich und Brigid zu überzeugend) und Brigid zeigte ihm noch einige Sehenswürdigkeiten, die er sich anschauen sollte.
Denn Xabi wollte auch den Ring of Kerry begutachten, jedoch mit dem Auto.
Durch Brigids ewige Erklärungen fuhren wir erst ziemlich spät los.
Darum beschlossen wir kurzerhand einfach gemeinsam mit dem Auto zu fahren (gut für uns und unsere Brieftaschen, denn so sparten wir je 30€ Busfahrt; schlecht für Brigid und ihre Provision). Wir stornierten also unsere Busfahrt vor Ort, was glücklicherweise klappte, und tuckerten zusammen mit Xabi los.
Unser erster Halt war ein Wasserfall, der bereits nach wenigen Schritten zu sehen war. Allerdings liefen wir noch gefühlt 800 Stufen weiter, bis wir über diesem auf einer kleinen Brücke ankamen. Dummerweise mussten wir die gesamten Stufen auch wieder runter...
Und dann ging es auf zum Ring of Kerry - eine 179 km lange Panoramaküstenstraße bzw. Rundstrecke, die durch verschiedenste Orte verläuft.
Und wir fuhren diese ab. Währenddessen erzählte uns Xabi allerhand lustige Anekdoten oder spannende Fakten über die spanische Geschichte und Sprache (bzw. über Basque, eine sehr komplexe Sprache). Immer wieder mussten wir jedoch das Gespräch unterbrechen, um zu stoppen und so die traumhafte Landschaft besser würdigen zu können.
(Ein besonders schöner Moment war zum Beispiel, als wir die Seeluft schnuppern durften und es zum ersten Mal auf dieser Reise wirklich salzig roch.)
Mittags besuchten wir einen Strand und eineinhalb Stunden später machten wir eine Pause in Waterblabliblupp (hab den Namen leider vergessen...Antonia meint, die Stadt würde Waterville heißen, also auf Deutsch Walter will...Scherz) und ich bekam endlich meine Portion Fish and Chips, die ich mir solange ersehnt hatte. Dort erzählte uns Xabi auch, was man einmal im Leben machen sollte und zwar einen Sinpa.
Wenn man einen Sinpa macht, geht man, ohne zu zahlen (Sin=ohne; pagar=zahlen).
Um das zu verhindern luden wir ihn ein. Nein, kleiner Spaß, deshalb natürlich nicht. Viel eher wollten wir uns so bei ihm bedanken, immerhin hatten wir durch ihn 60€ gespart, welche bei dem Wetter noch mehr wehgetan hätten.
Gegen Nachmittag kamen wir dann bei den Cliffs of Kerry an, bei denen wir fast weggeweht worden wären(ein Glück hatten wir beide Mützen!). Dort sahen wir auch eine der Inseln, auf denen der letzte Star Wars Teil gedreht wurde. Leider war es recht neblig, sodass man die Star Wars Insel (sie heißt sicherlich nicht so, aber gut) kaum sah, aber wir gaben uns dennoch zufrieden.
Und mit dieser Einstellung fuhren wir dann auch nach Killarney zurück (wobei ich die halbe Fahrt verschlief- laut Tons App hatten wir trotz der langen Autofahrt unser Schrittziel erreicht, also war mein Nickerchen mehr als gerechtfertigt!). Dort angekommen ging es aber nicht sofort zum B&B, sondern zunächst in die Stadt etwas trinken.
Ein kleiner Pub an der Ecke lachte uns geradezu an und der Fakt, dass ab 9 Uhr live Musik gespielt werden sollte, machte das Ganze noch sympathischer. Innen war es urig (und unglaublich warm), voller beschriebenen Dollarscheinen und Polizeiabzeichen von überall. Anscheinend war es auch von Einheimischen gut besucht, obwohl gefühlt überall Deutsche oder Amerikaner waren (merkt man ja auch an den Dollarscheinen).
Wir bestellten unsere Getränke und Xabi teilte uns mit, dass er kurz etwas Essen gehen würde. So blieben Tons und ich alleine an der Bar sitzen und schlurften unsere Cola Light bzw. Guinness.
Ein betrunkener Mann neben uns begann plötzlich mit uns zu reden und wir waren uns zunächst nicht sicher, ob er lallte oder irisch sprach, denn wir verstanden erstmal kein Wort. Erst nach einigen wagen Fragen und Wiederholungen verstanden wir, was genau er uns so ungefähr mitteilen wollte. Er meinte, dass meine Mütze auf meinem Kopf aussähe, wie eine Kopfbedeckung, die man früher wohl getragen hätte (da meine Haare recht fettig waren, hielt ich es für sinnvoll meine Mütze auf dem Häuptchen zu lassen).
Zudem sähe ich damit aus wie seine Großmutter, dabei bekreuzigte er sich. Jaja Gott hab sie selig, ich war jedenfalls höchst irritiert (wir mussten uns echt das Lachen verkneifen) und nicht sicher, ob ich die Mütze nicht doch lieber in der Tasche verschwinden lassen sollte.
Allerdings zog ich sie nach kurzem Bedenken wieder auf, zur Freude des Betrunkenen (auf meine Frage, ob seine Großmutter wenigstens ne gute Frau gewesen sei, bekamen wir leider nur unverständliches Gebrabbel zu hören). Irgendwann kam er erneut zu uns gelaufen, sagte irgendwas (Lallisch oder Gälisch) und legte nickend 10€ vor uns.
Tons und ich wussten wirklich nicht genau, was wir tun sollten. Und als Tons mir dann offenbarte auf's Klo zu müssen und mich mit/ten in der bizarren Situation allein zu lassen, war ich hochgradig mit der Situation überfordert.
Tja, da saß ich nun, zur rechten und zur linken einen Stuhl frei, allein an der Bar, mit meinem leeren Cola Glas vor mir, einer Packung Zigaretten (von Xabi) und einem zerknüllte 10€ Schein.
Derweil war der betrunkene Mann erneut aufgestanden, sagte, ich solle es genießen und ging (und ließ mich völlig verwirrt zurück!). Nun denn. Immerhin hatten wir gelernt, dass ich aussehe wie eine Großmutter und sechzigjährige Männer gelbe Mützen toll finden.
Als Tons zurückkam wussten wir zunächst nicht, was genau wir mit dem Geld anstellen sollten. Aber irgendwann legte sich diese Schüchternheit. Die nächste Runde ging dann wohl auf mich. Ich lebte also meine Liebe zu Baileys aus uns Tons fand ihre zu ihm (obwohl sie sich ihr zweites Guinness gönnte).
Und dann kam schon der Nächste, der sich zu uns gesellte (inzwischen hatte die Musik schon angefangen zu spielen- das war echt mega cool!). Kevin, der Wissenschaftler, der "die Welt jeden Tag ein Stückchen rettet" (seine Worte, nicht meine), immerhin um die 40. Er fragte mich, ob mir kalt sei, weil ich eine Mütze trug (zu dem Zeitpunkt saß ich im T-Shirt auf dem Hocker).
Das war's. Die Mütze verschwand in der Tasche und wurde auch nicht wieder rausgeholt. Anscheinend lag ein Fluch auf ihr!
Wir redeten nicht lange mit Kevin (der übrigens findet, dass zu viele Menschen Psychologie studieren und ich deshalb Handwerker werden sollte...), denn Xabi gesellte sich wieder zu uns.
Nach einer weiteren halbe Stunde, machten wir uns bereit zu gehen und das hatten wir auch vor, wären da nicht noch die Getränke gewesen (die Cola und das Guinness von Xabi und Tons), die noch nicht bezahlt waren.
Da kam Xabi auf die Idee den Sinpa zu machen und Antonia stimmte zu...
Ich nicht, auf keinen Fall! Allerdings wusste ich inzwischen gut genug, dass sich Tons nicht von meiner moralischen inneren Stimme abhalten lassen würde- schon gar nicht, wenn Xabi (der uns heute Mittag übriggebliebene Pommes vom anderem Tisch angedreht hatte) mitmachte. Ich entschied mich also einen Deal vorzuschlagen. Ich würde raus gehen, um mich abzukühlen und auf sie zu warten. Nach 20 Sekunden sollten sie mir folgen (hoffentlich bezahlt) und mir keinesfalls sagen, ob sie gezahlt hatten oder nicht.
Die beiden willigten ein. Ich stand also auf und verließ schweren Herzens den Pub. Der Regen prasselte unablässig auf mich ein, genauso wie ein unglaubliches Gefühl der Schuld.
Glücklicherweise sah ich durch das Fenster aber, dass Tons den Geldbeutel rausgeholt hatte und erleichtert betrat ich wieder den Pub. Xabi war bei bester Laune.
Er sagte mir, dass er nie vorgehabt hatte, den Sinpa zu machen- es also lediglich ein Scherz war (ein Glück!)- Tons ihn allerdings durchgezogen hätte. "Okay, 20 Seconds" hatte sie zu ihm gesagt und er sie ganz verdutzt angeschaut.
Lachend verließen wir den Laden (natürlich haben wir uns noch von Kevin, dem Weltenretter, verabschiedet) und fuhren mit bester Laune zum B&B, wo es nach einer kalten Dusche ins Bett ging...
Eins war auf jeden Fall klar, die Mütze durfte nur mit Bedacht getragen werden...
Lieber Xabi;-)
Muchas gracias por un día inolvidable! Auf Wiedersehen, Agur! (Was it basque???)
Aaah and "Entschuldigung", your favorite German word :DMeer informatie
Kevin der Superheld (RoK)
10 oktober 2019, Ierland ⋅ ☁️ 14 °C
Ring of Kerry Teil 2



























































































































































































































