• Gerhild Artelsmair
Şimdiki
  • Gerhild Artelsmair

Unbound & Rolling

Abfahrt in Porto mit dem alten Tretesel und 2 Packtaschen. Okumaya devam et
  • 🇵🇹
    Son görülme yeri
    Vila Real de Santo António

    Erster Tag Spanien, Richtung Sevilla

    Bugün, Ispanya ☀️ 9 °C

    Recht entspannt, vor 9.30 gibt es keine Fähre... Zeitverschiebung! Recht frisch ist es in der Früh am Wasser.
    Nach ca 20 Minuten bin ich in Spanien. Strahlend blau und kühl. Verheißungsvoll startet der Tag 18 Kilometer auf einem Single trail entlang einer wunderschönen Flusslandschaft. Bald wird das Vergnügen zwischen den Plastikfolienhäusern wo unsere Beeren und Früchte für den Winter gedeihen unfahrbar. Tiefer Sand. Unsere superbilligen Früchte von Hofer, Lidl und Co wachsen, wie alles andere im Sand. Es ist total anstrengend und ich muss in die harte Nuss beißen.

    Als sich die Gelegenheit ergibt, wechsel ich vom Eurovelo 1 auf die Straße. Einmal angelegt, Förderungen kassiert, nie mehr gewartet! So empfinde ich das hier. Lieber den breiten- wie in Portugal- autobreiten Seitenstreifen nutzen und den Glassplittern gekonnt ausweichen. Das beherrschen vermutlich alle Radreisenden in den Ländern wo Entsorgung noch immer übers Autofenster passiert. Meine Erfahrung ist, dass Flaschen am Liebsten auf echten Radwegen entsorgt werden und ich daher immer eher die Straßen benutze. Was für Idioten die Welt gebiert! Ich denke es ist die totale abgefuckte Ignoranz!

    So neben den Autos- heute ist es ja ruhig- es ist Samstag- dahinzukurbeln, entlastet auch ungemein. Augen und Ohren zu und einfach treten. Das hat was. Ein bisschen was von Meditation. Musik. Meine geliebten Bands oder Hörbücher kürzen meine Kilometer auf Weniges zusammen. Wie schnell 20 und 30 km vergehen, wenn die Orientierung und Verantwortung für den Weg auf das Straßennetz abgegeben ist. Gefühlt nach wenigen Kilometern erreiche ich Huelva. Auf den Plätzen und vor den Lokalen sitzen überall Menschen die das gemeinsame Mittagessen genießen und das Wochenende.

    Ich verweile ein wenig vor einer wunderschönen Kirche, ich habe nur mehr 15 Kilometer vor mir. Leider sind sowohl Kathedrale als auch diese geschlossen.

    Auf maps versuche ich einen Weg zum berühmten Rio Tinto zu finden. Knallrot, Orange, oft lila ist der Fluss durch extensiven Bergbau. Leider ist das praktisch nicht möglich, ausser mit Megaumweg und dafür ist es zu heiß.

    Also radle ich weiter an mein Tagesziel. San Juan de Puerto. Ein Dorf am Ende der Welt.
    Am Weg entlang der eintönigen Straße entscheide ich, wenn es einen Zug nach Sevilla gibt, mache ich das. Ich habe keine Lust auf 100 Kilometer Bundesstraße. Das hebe ich mir für später auf.

    Wieder voll staubig und schwitzig erreiche ich mein Ziel. Schnell ist es klar. Der Zug nimmt mir morgen einen Teil meiner Reise ab. Fahrräder sind kostenlos! Yeahhh...
    Dann dreh ich eine Runde und jetzt sitze ich beim 2. Bier. Heute ist Feiertag. Morgen muss ich nicht arbeiten 🤣🤣🤣...
    Prost!
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  • Weil ich nur knapp 70 km vor mir habe, letztlich sind es eh wieder 76, lass ich mir heute viel Zeit.

    Vorneweg: Es ist eine grandiose Strecke durch den Nationalpark Ria Formosa. Ich fahre viel über Holzstege, sehe unglaublich viele unterschiedliche Wasservögel, alles dreht sich hier um Fisch und Salz. Meine Haut bekommt heute Wellnessprogramm, da so viel Salz in der Luft ist, dass es fast grieselt. Ich bin so was von salzig.

    Lange Zeit, bis Tavira habe ich "Matcherln" mit 5 Burschen auf Gravelbikes, die es gar nicht packen, dass ich sie am Berg überhole... mit meinem alten Esel. Aber der ist ja neu geschniert und frisch gewartet und es geht dahin... 🤣🤣🤣.

    Auf einer Holzbrücke hält mich eine superfitte, liebenswürdige 92-jährige Engländerin mit fettem Retriever gefangen und will mich gar nicht gehen lassen. So ein dynamisches fittes Dämchen! Und sie darf noch Auto fahren. Das wird in Portugal geprüft. Ich würde mich auch gerne noch lange mit ihr unterhalten, aber ich muss ja weiter.

    Wieder erlebe ich Elend, Ruinen und ganz anderes Leben als an der Küste. Aber hier ist noch viel Land frei. An der Lagune zu bauen, ohne große Strände ist vermutlich nicht so lukrativ.

    Nach einheimischem Mittagessen und später einem Kaffee erreiche ich meinen letzten Ort in Portugal, Vial Real de Santo Antonio. Der Fluss Guadiana ist die natürliche Grenze zu Spanien und sobald ich morgen mit der Fähre drüben ankomme, ist auch meine Zeit wieder gleich wie in Österreich.

    Den Abend verbringe ich mit einem Jauserl auf der Dachterrasse. Es ist schon recht herrlich, wenn man gemütlich ohne zu frieren draußen sitzen kann. Wie werde ich das vermissen!

    Aber ein bisschen Gnadenfrist habe ich ja noch... jetzt geht's einmal nach Sevilla!
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  • Durch das Reich der Millionäre Alvor nach Faro

    22 Ekim, Portekiz ☀️ 17 °C

    Ich habe eine große Strecke vor mir. Leider macht das Rad jetzt hinten Faxen. Ich nehme es mitten auf der Straße in Alvor noch einmal auseinander und konsultiere meinen Franzi. Er entdeckt, dass die Kassette zu viel Spiel hat. Das bedeutet ich muss in eine Werkstatt. Aber das erledigen ich in Faro. Immerhin sind es letztendlich 96 km und 808 Höhenmeter gewesen.

    Immer wieder springt mir die Kette raus beim.szeilen Bergauf fahren. 😡😡😡😡

    Die Strecke ist an sich unglaublich schön, aber völlig unmoralisch. Ich fahre nur durch und rund um sog. Quintas, riesige Anwesen, riesige Baustellen für Luxusbehausungen, - Advertising "schön ab 1690 €/Monat... der Durchschnittslohn der Portugiesen ist bei 1400 Euro!!!
    Die Landschaft ist geprägt von Golfplätzen und wunderschönen Parks. Es wirkt sehr idyllisch in den kleinen, von warmen Steinmauern gesäumten Strässchen zu fahren. Wuchernde Bougenville, Steineichen, Palmen, sehr viel grüner Rasen. Überall arbeiten Farbige auf Rasen und in der Maintenance.
    Emsig sind Bauarbeiter hinter langen Werbeplakten auf mega Baustellen am Werken. 1000ende Unterkünfte in allen Wertlagen gibt es schon, Aber1000ende werden zusätzlich in die Landschaft geknallt.

    Vom Meer nicht viel über, wie an der Costa Brava oder der Cote Azur.
    In den Satellitenorten am Meer reiht sich ein Hochhaus ans andere. Ein Restaurant ans andere. Ein Ramschgeschäft ans andere. Reine Retortenstädte. Und Geisterstädte. Weil kein Mensch hier wohnt.
    Es ist erschreckend! Besonders weil ich mit dem Rad auch immer wieder in die 2. und 3. Reihe geschickt werde. Dort herrscht das komplette Elend. So Zwischendinge zwischen Landwirtschaft und Tourismus. Die Sklaven der Gäste hausen hier. Es ist viel vergammelter als z.B. nördlich von Nazare.
    Oder Sagres.

    Die berühmte Algarve. Nein danke! Wieviel schöner war die Westküste!

    Und dann kommt man nach Faro. Aussen hui, innen arm. Die erste Reihe sauber, weiß, gepflegt... dahinter. Mangel. Armut.

    Warum läßt eine Regierung das zu, dass alles verkauft wird und das Land, das den Einheimischen zustehen würde, einfach verramscht wird.
    Wenn ich an die Gespräche mit den jungen Portugiesen und Portugiesinen denke, die mich ausgelacht haben, als ich sie fragte, ob sie in einem dieser schönen Altstadthäuser wohnt. Unleistbar!

    Nun, wie auf meinen anderen Reisen muss ich es einfach hinnehmen und mir "das Beste" herauspicken.

    Meine Unterkunft ist wieder ein hübsches Hostel. Wir sind nur zu 3. Und es ist sehr gemütlich. Der Besitzer ermöglicht mir ganz unkompliziert ein Rendezvous mit einer Fachwerkstätte und für 15 Euro wird mein Kassetten/Schaltdilemma hochprofessionel, freundlich und unmittelbar erledigt.

    Abends schaue ich mir noch ein bisschen Faro an, das ja nicht direkt am Meer liegt, sondern am Ria Formosa und somit direkt im Nationalpark.

    Bevor ich morgen Portugal verlasse, fällt mir noch der Porto Tonic ein, den mir die junge Frau im Dourotal empfohlen hat. Am Hafen, bei den Klängen eines sehr guten Musikers und einer Wärmelampe erledige ich diesen Punkt also auch noch. Er ist sehr köstlich und vielleicht mache ich so etwas einmal daheim. Ich bin übrigens auch Sangriafan, so wie er hier gemacht wird. Mit vielen Früchten.
    Okumaya devam et

  • Alvor, ein herrlicher Ort zum Rasten

    21 Ekim, Portekiz ☀️ 22 °C

    Es ist herrliches Wetter. Ich packe meine Wäsche und will die Wäschelocation suchen. Gleich bei meinem unglaublich feinen Hostel ist eine Reinigung. Ich frage den Herrn wo ich hingehen könne. Er meinte das mache er. Pro Kilo. Wahnsinn, ich brauche nix arbeiten! 7 Euro und morgen bekomme ich alles wieder frisch

    Also sause ich gleich zum wunderschönen Strand, schnapp mir eine Liege. Es ist ganz ruhig und noch windstill. Der Sand ist recht kalt und wunderbar seidig, weil er nicht so trocken ist wie im Sommer.

    Bis 14 Uhr ist meine Liege gemietet, aber ich geh schon ein bisschen früher zurück zu meiner Unterkunft. Das lässt mir keine Ruhe.

    Schön ordentlich, Franzi hat mir ein Youtube Video geschickt, damit ich die Teile der Bremse kennen lerne, nehme ich es auseinander. Alles ist total verklebt und beim Hinterreifen ist der 2. Kolben gar nicht sichtbar.

    Mit der Versicherung, dass ich nichts kaputt machen kann, öle und reinige ich beide Bremsen so lange bis fie "Kolben" silber glänzen. Dann noch Kette und Kassette geschmiert.

    Ich lasse alles einwirken und mache eine Probefahrt. Alle störenden Quitsch- und Kratzgeräusche sind weg.

    Beim Fahren morgen muss ich die Schaltung noch besser justieren, da bin ich noch keine Meisterin. Das ist echt schwierig.

    Langsam lasse ich den Tag mit nichts tun ausklingen. Morgen geht's weiter nach Faro.
    Okumaya devam et

  • In Sagres war ich in einem kleinen Hostel mit 2 polnischen Surfermädels, die nicht am Meer wohnen 🙈.
    Mein Radl macht irgendwie Faxen und Franzi meint, es braucht Öl. Beim Chinashop bekomme ich so was, aber solange das Rad so unglaublich dreckig ist, will ich das nicht machen.
    Mit starkem Gegenwind starte ich in bewölktem Wetter die Reise. Es ist sehr mühsam, da meine Vorderbremse schabt. Also doppelte Arbeit! Brrrr. Ich kann nicht einmal ohne treten bergab fahren.
    Voller Verzweiflung radle ich sogar ein paar Kilometer zurück, weil ein Radgeschäft so gute reviews hat.
    Natürlich ist der hochnäsige Schnösel nicht in der Lage was zu tun und auch nicht bereit. Er verleiht nur E-bikes... was soll ich sagen... rundherum Golfplätze und so...

    Auf maps entdecke ich im nächsten und wohl fast berühmtesten Dorf der Algarve, Lagos, eine Werkstatt.

    Er wechselt die Backen vorne, obwohl Franzi nachher meint, dass es der Kolben und nicht die Beläge wären. Na ja, mir ist leichter und ich bin 20 Euro los.

    Am Weg zu meinem Ziel, ohnehin nur mehr gute 10km weg, entdecke ich endlich eine Waschanlage und ich kann den Dreck mit dem Hochdruckreiniger abspülen.
    Für morgen, an meinem Rasttag werde ich das Rad dann einmal gut warten. Mein armer Mann muss mir alles 100x erklären, aber ich denke ich schaffe es.

    Recht viel Spaß habe ich am Weg nicht und irgendwie ist es heute recht schwer. Das ewige Schaben im Ohr macht es noch härter!

    In Lagos schlängle ich mich durch Menschenmassen. Schon wieder. Die Gasserl eng und voller Souvenirshops. Irgendwie sind das alles Amis oder so.

    Ich entdecke eine große Austernfarm. So was habe ich noch nie gesehen. Was arg ist, ist, dass bei Ebbe alles über Wasser in der Lagune ist. Das muss ja eine Qual sein für die armen Viecher.
    Fleißig sammeln Muschelsammler Venusmuscheln. Sie sind kultureller Bestandteil dieser Gegend.

    Recht erleichtert und ziemlich kaputt checke ich im wohl schönsten Hostel der Welt ein. Alles ist riesig und weiß. Das Zimmer- in Lissabon wären hier 20 Betten drin- hier 4 hat ein eigenes Bad für uns. Ich wohne mit einer Brasilianerin, die in Faro im Krankenhaus arbeitet und hier Kurzurlaub macht. Es ist wie ein Privatzimmer! Alles ist so sauber und edel!

    Es gibt sogar einen Swimmingpool!
    Beim Nachbarn trinke ich zwei Feiertagsbiere und freu mich aufs Bett.

    70 km und starke 808 Höhenmeter
    Okumaya devam et

  • Schöner, fast nicht möglich Oceceixe - Sagres

    19 Ekim, Portekiz ☀️ 18 °C

    Und zwar nicht die Landschaft, oder sonst etwas. Der Trail. Kaum Straße, viel Naturwege- befestigt. Jede Menge duftender Eukalyptuswald. Kaum Menschen. Rolling and flowing. Zwar auf 72 km 823 Höhenmeter, aber das ist meinen Beinen inzwischen egal.

    So ein feines Dahinradln heute.

    Eine Stunde später als sonst starte ich den Tag. Es ist komplett klar und ausgeputzt nach dem Gewitter gestern.

    Blitzblau und warm ist es schon um 10 Uhr. Und, es geht gleich ordentlich bergauf in diesem unaussprechlichen Ort.
    Auf der Straße sitzen treffe ich eine junge Bayerin die ihre Füße verbindet. Wir wandern ein Stückchen gemeinsam, bis sie ihren Pfad und ich meine Route erreiche. Sie wird 35 km latschen mit Blasen. Aber sie ist motiviert und meint, das gehöre dazu. Ihr Rucksack ist klein und vernünftig.

    Dann sause ich weiter. Ich sehe das Meer immer nur weit entfernt- ohne Nebelbank heute- weil ich auf einer "Hochebene" bin.
    Auch hier Landwirtschaft, aber das Hässliche der letzten Tage fehlt. Dafür begegnen mir viele Cappuccinokühe. Es ist unglaublich friedlich, weil ich mich fast ausschließlich auf Nebenstraßen und Forstwegen befinde.

    Hin und wieder durchquere ich ein Dorf. Es ist schon recht anders hier wo der Tourismus so stark ist. Ganze Dörfer bestehen nur mehr aus umgebauten, renovierten ALs. Das ist super, weil die Struktur erhalten bleibt, allerdings fehlt Infrastruktur weitgehend. Die Einheimischen wohnen nicht mehr in den schmucken Bergedorfern, sondern eher in den umgebenden Tälern an den Bundesstraßen.

    Mitten im Nichts treffe ich Raphaelo aus Kalabrien. Er will sich gar nicht mehr von mir trennen. Er ist gerade gestartet mit dem Gravelbike in Lissabon und dürfte sich ziemlich plagen. Er hat das Zelt mit und bei seinem Rad "steht nichts weg", alles ist perfekt befestigt und fancy. Er erzählt mir so viel und ich möchte eigentlich nur ein paar Nüsse essen und die Ruhe genießen. Aber egal. Er ist lieb und lebt in Dubai.

    In einem der schickimicki Dörfer gibt es dann doch ein schickimicki Bistro. Und ich schmause eine Thunfisch Lasagne. Ich bin schon so hungrig! Rund um mich stylische Surfermenschen und Surfernerds. Mit meinem Schweiß und Staub und schirchem Radl bin ich total Alien. 🤣🤣🤣

    Dann geht's schon in den Endspurt. Ans Kap Sao Vincente. Scheinbar der südwestlichste Punkt des europäischen Festlandes. Es ist egal ob es stimmt. Die Fahrt hin und der Blick von dort ist es absolut wert.

    Dann vollende ich noch meinen Weg nach Sagres. Hier im Youth Hostel geht es auch nur ums Surfen. Irgendwie Ischgl....

    Ein Bierchen und Salat runden meinen Tag fein ab. Er gehört sicher zu den schönsten bisher.
    Okumaya devam et

  • Wilder Atlantik- von Sines nach Odeceixe

    18 Ekim, Portekiz ☁️ 16 °C

    Ein bisschen Nebel. Ganz wenig. Aber kühl. So geht's los heute. Gut erholt.

    Ich folge lange brav der Route am EV1. Bis mir die Hutschnur reißt. Ich grabe mich schon seit gefühlt Stunden durch Sand. Die Riute,unglaublich malerisch und nicht zu überbieten von den Ausblicken her ist für mich reifentechnisch nicht zu fahren. Ich weiß nicht, ob dicke Stollenreifen knöcheltiefen Sand schaffen. Ich tu es nicht und es reicht mir.
    Flucht auf Asphalt. Nur. Dazwischen immer wieder schieben, einmal- ich will es einfach wissen- schwimme ich bis zum Umfallen. Jetzt bin ich von oben bis unten dreckig. Na gut. Dann habe ich es irgendwie doch geschafft. Ich bin auf einer Straße, die maps mir als Zentimeter 1.0 irgendwas ansagt! 🤣🤣🤣 Die Straßen ha en hier Abkürzungen z.b. NR oder ER und eben CM...

    Aber. Ich kann wieder weiter. Mangels Frühstück und meine Kartoffeln aus dem Sack sind auch schon verbrannt, freue ich mich ein einheimisches Gasthaus mit Prato de dia zu sehen. Flugs kehre ich ein und genieße mein Mittagessen.

    Dann sause ich weiter. Natürlich sticht mich wieder der Hafer und ich hab schon den größten Teil des Abschnitts geschafft und ich fahre wieder an die Klippen. Diesmal ist es herrlich fester Untergrund und ich freue mich so über die Ausblicke!

    Ich fahre heute durch große, aber schöne Landwirtschaften. Sie werden von vielen, vielen Migranten bearbeitet. Indigene, Asiaten, Farbige tummeln sich in harter Arbeit auf den Feldern.
    In Gewächshäusern wachsen Beeren- ich vermute Himbeeren von den Blättern und Blüten her. Die Felder sind allesamt im Sand angelegt. Mir kommt es wie ein Wunder vor, dass das wachsen kann. Unglaublich!
    Natürlich gibt es sehr viele Hecken um den Wind aufzuhalten, das wird auch in Bezug zur Bewässerung etwas ausmachen. Da könnten sich die Burgenlandler und Megaoptimierer bei uns in OÖ was abschauen, die aus Profitgewinn alles aus dem Traktorweg geräumt haben!

    Kurz vorm Ziel ereilt mich ein ordentlicher Regenguss, den ich glücklicherweise in einem warmen, trockenen, sauberen Unterstand- eigentlich ein Minigastgarten bzw. quasi Wintergarten eines geschlossenen Restaurants abwarte. Sobald es fast nicht mehr regnet lasse ich mir von Google die schnellste Route suchen- natürlich wieder durch Sand und Elend, aber tatsächlich nach gut 20 Minuten komme ich völlig verdreckt in meinen Zielort an.
    So wie ich bin kaufe ich ein paar Kleinigkeiten zum Naschen und viel zu trinken. Mich bringt gestern keiner mehr hinaus.

    Die dreckigen Taschen dusche ich ab und mit meinem Wunderhandschuh- 2 für 1 Euro in Peniche- bekomme ich meinen Dreck auch schnell herunter. Also es ist einfach nasser Sand. Brrrrr.

    86 wunderschöne Kilometer und 645 leichte Höhenmeter... Inzwischen merke ich deutlich, dass mir kein Hügel mehr etwas ausmacht. Subjektiv. Und objektiv zeigt meine Uhr, dass als ich gestartet bin, die Leistungsspitzen immer rot und Orange waren. Jetzt sind sie max. gelb und vorwiegend blau.
    Und technisch bin ich grad Vollprofi. Sogar schwimmen kann mit dem Rad schon... 🤣🤣🤣

    Die Einfahrt in Odeceixe (keine Ahnung wie man das ausspricht) ist übrigens super hübsch. Ein urlanges Wandgemälde empfängt einen mit bunten Bildern...
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  • Und weiter geht's Lissabon bis Sines

    16 Ekim, Portekiz ☀️ 26 °C

    Gestern habe ich noch ein paar schöne Fotos eingefangen in Lissabon. Abendstimmung. Und heute bin ich um 8 schon am Weg zur Fähre. Da geht gerade die Somme auf. Wunderbar! Über dem Tejo! Wegkommen tut man Richtung Süden nur mir der Fähre und über die Brücke 25. April, aber das ist Autobahn. 2,50 Euro, wie eine Einzelfahrt im Öffi kostet die Uberfahrt, Rad frei.
    Während an der Uferpromenade noch fleißig gefeiert wird in den Beisln kommen bereits viele Pendler von der anderen Seite mit der Fähre an.

    Früher Wurm ist auf jeden Fall erstrebenswert wenn man eine Stadt verlässt. Um 8, 9 ist noch nichts los.

    Dann geht's los. 127 km und >1000 hm werden es heute werden. Komischerweise geht es ganz schnell und ich habe meine ersten >40 bis Setubal. Meine erste Pause. Kaffee, selber mitgebrachtes Sandwich und eine Kleinigkeit zum Naschen.
    Von hier brauche ich noch eine Fähre. Auch hier ist alles super organisiert. Allerdings sprengt mein 10er den Automaten und er fällt aus. 🤣🤣🤣

    Aber es gibt ja noch jemanden der vor Ort ist! Ja, ja, liebe Öbb... Unsere Touris würden sich auch freuen!

    Und dann geht es ewig und 1 Tag einer ganz langen Zunge entlang. Vom Wasser sieht man nichts. Gar nichts. Trist. Ausser Störche, Flamingos, Reis und Kiefern tut sich nichts. An solchen Strecken höre ich immer Horbücher. Heute ein sehr spannendes! Raus aus dem Egoismus, rein im die Anarchie oder so. Extrem genial!
    Ich nehme mir noch einmal 40 vor für eine nächste Pause. Aber so richtig gibt es nichts.
    Als ich endlich ein Straßen Café finde habe ich nur mehr 50 km vor mir. Das pflutscht heute!
    Die Orte liegen alle rechts von mir am Meer. Da gibt es keine Straßen. Darum nix auf der Hauptstraße. Nur Sand und Bäume.

    Früher als erwartet komme ich in Sines an. Schnell geduscht und meine typische Routinen... dann auf etwas zu futtern suchen. Ich habe so einen Hunger!

    Nur. Ich finde nichts. Der kleine, entzückende Ort verfügt nur über ein paar kleine Restaurants und da es der letzte Tag irgendwelcher Enduromeisterschaften ist, ist alles bummvoll. Also, ich hätte was bekommen, aber ich musste ja vorher meinen Spaziergang machen. Was übrigens sehr fein ist, wenn man den ganzen Tag strampelt.
    In einem Supermarkt bekomme ich kein Brot mehr, also kaufe ich Kartoffeln im Sackerl und mein Feierabendbier.

    Glücklicherweise habe ich das Salzgebäck gemampft. Bevor es meinen Organismus trifft, habe ich arge Krämpfe. Als das Salz endlich in meinem Blut ankommt, hören sie auf.

    Wieder was gelernt! Und ich wollte ohnehin schon Gurkerl kaufen. Aber Chips und Co geht auch!

    Es ist ja so heiß untertags, dass ich sehr viel Elekrolyte verliere.
    Ich bin dann gar nicht traurig, dass ich mein Sackerl im Bett verspeise, denn ich bin ohnehin ziemlich müde!
    Okumaya devam et

  • Palacio de Pena. Märchen Teil 3

    16 Ekim, Portekiz ☀️ 25 °C

    Mit einem Uber, einem weißen Tesla und einer Fahrerin- das kann man jetzt bei Uber extra bestellen fahre ich kreuz und quer durch die Gegend. Ich will zum Pena Palast. Sie trägt das nagelneue Auto in jeder Kurve auf Händen hinüber. Bei Gegenverkehr bleibt sie STEHEN!!! WAS HAB ICH MIR DA ANGETAN. 20-25 Minuten sollte die Fahrt dauern, wir brauchen das Doppelte! Warum ich es so eilig habe? Mein 2. Timeslot Ticket. Und da sind sie nicht lustig, die Wärter! 15 Minuten nach Einlass springe ich praktisch aus dem fahrenden Auto und rase zum Einlass. Oben beim Palast bekomme ich ein bisschen geschimpft. Depp bleda! Was will er denn machen? Auf die Bemerkung "you are late", sage ich "and....?"
    Na ja. Dafür habe ich wirklich den ganzen Berg gesehen und muss sagen. Wahnsinn! Den zu erkunden. Aber mit eBike. Sausteil! Kopfsteinig. Und super eng. Aber was für Anwesen und Gässchen! Und alles im Wald. Sehr genial!
    Zum Palast habe ich den Bus gebucht. Übrigens ist Portugal extrem elektrifiziert. So ziemlich der gesamte Öffiverkehr ist E und sehr, sehr viele private Autos auch. Krass wenn hinter mir als Radlerin so ein Teil nachschleicht. Sind echt schwer zu hören. Und, die Portis fahren einfach nicht vorbei. Es ist zum aus der Haut fahren. Und am meisten ärgert es mich, wenn so ein Lulli ewig hinter mir herumschleicht und er schon angehupt wird!
    Aber anderes Thema. Der E-Bus bringt uns zum Schloss.
    Früher stand hier nur eine Kapelle und Ferdinand 2, ein in Wien geborener Sachsen Coburg Sprössling ließ diesen wunderschönen Palast Mitte des 19. Jhd bauen. Auch jeglicher Stilverbundenheit entbunden verwirklichte sich der Architekt Baron von Eschwede hier. Wild auf riesige Felsen gebaut, mit Blick auf die Maurenburg, weit hinaus an die Bezirsränder von Sintra- der Atlanikküste, in der Ferne Lissabon ahnend errichtete er ein archtektonisches Wunderwerk.
    Ferdinands Frau begann den wunderschönen Park zu pflanzen.

    Trotz der vielen anderen Bewunderer habe ich einen eindrücklichen schönen Tag erlebt und Sintra hat sich tief in meinen Kopf gegraben. Wie gut, dass ich hier war!

    Den Weg zum Bahnhof bewältige ich durch die Parkanlagen, teilweise extrem Stein, immer das schlimme Kopfsteinpflaster- also eigentlich sind es "cobble stones", das ist noch viel Schlimmer, weil rund! Gerade rechtzeitig komme ich beim Zug an und 5 Minuten später rattern wir schon zurück nach Lissabon. Jetzt kann ich auch gut hinausschauen, weil ich keinen Gesprächspartner habe.
    Endlos lange durchqueren wir Satellitenstädte, die ban lieu von Lissabon. Diese sind viel, viel größer als das was wir an Lissabon sehen. Aberhundertausende Menschen wohnen eng auf eng, weit weg von Stränden und Stadt, hier in diesen Wohntürmen.

    Für mich ist der Aufenthalt in Lissabon, einen Tag früher als geplant, zu Ende. Die schönsten Teile, Cascais, Belem, Sintra habe ich gesehen. Und. Das Radl fehlt mir. Ich freu mich auf einen frühen Aufbruch. Es gibt viel zu radeln...
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  • Sintra- Ort der Mystik Quinta de Regaleira

    16 Ekim, Portekiz ☀️ 23 °C

    Also mein erstes Timeslot Ticket ist im Anwesen Regaleira. Schon von Weitem fällt dieses ungewöhnliche Bauwerk auf. So wie der Rest von Sintra ist es UNESCO Weltkulturerbe. Erst 1910 erbaut, ist es einfach der Wahnsinn und Spielerei eines sehr reichen Menschen. Aber es ist wirklich sehr, sehr cool und sehenswert! Allein das Durchwandern des Parks ist ein totaler Lustgewinn. Man erinnere sich. Der war, bevor die Könige den Berg für sich im Mittelalter zur Sommerfrische entdeckt haben, kahl.
    Jetzt hat man jede Pflanze die da nur wachsen und wuchern kann! Ein Traum! Und wie herrlich das Klima dadurch ist.

    Obwohl 10000de von Besuchern sind, schaffe ich es bei den ersten meines Slots zu sein. Mit Michele, einer super netten Amerikanerin aus San Diego erkunde ich die geheime Unterwelt der Anlage.
    António Augusto de Carvalho Monteiro, in Rio de Janeiro geboren, Kaffeebaron, Exzentriker, Freimaurer und Künstler hat er sich seine Traumwelt hier geplant und geschaffen und an uns weiter gegeben.

    Es ist unglaublich beeindruckend obwohl ich vermute, dass er selber hier nie gewohnt hat.
    Seine Lebensgeschichte nachzulesen ist es jedenfalls wert. Er war einer der reichsten Portugiesen je! Und ein sehr interessierter Mensch an Allem!
    Meine Verehrung hat er!
    Das Anwesen ist wirklich absolut unglaublich! Und erinnert mich sehr an die Schlösser Ludwigs von Bayern. Komischerweise haben beide Richard Wagner verehrt!
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  • Ein Tag im Märchenbuch - Sintra

    16 Ekim, Portekiz ☀️ 19 °C

    Mit dem Zug fahre ich nach Sintra. Ich lerne Irena kennen weil sie mich anspricht, als wir gemeinsam den Bahnhof Rossio suchen.

    Sie ist eine in Sydney lebende Russin und Lehrerin. Plaudernd und abgleichend was wir uns ansehen wollen landen wir mit 100ten anderen am hübschen Bahnhof in Sintra.

    Beim Gang ins Zentrum wird sehr schnell klar, das ist etwas ganz Besonderes! Jedes Gebäude ist voll mit Ornamenten. Alle möglichen Stile erzeugen einen großartigen, märchenhaften Eindruck. Manuelisisches trifft auf Renaissance, Neugotik, barocke Elemente... alles miteinander verquer und verspielt. Einfach genial!

    Und erst die Geschichte dieses besonderen Orts wo kein Gebäude "normal" ist.

    Die Römer waren die ersten, die nachvollziehbare Spuren hinterlassen haben. Sie verehrten den Mondgott Cynthia- Sintra.

    Die Mauren haben im 9. Jhd. eine riesige Burganlage auf den "Monte Lua" - Mondberg gebaut. Weil man sieht von da oben einfach 360 Grad und ist fast nicht einzunehmen weil es so steil ist. Diese Burg könnte man auch besichtigen, tat ich aber nicht.

    Der Berg war damals komplett kahl. Daher und vermutlich von den Römern als der Name. Im 10 Jhd wurde ein maurischer Palast zur Verwaltung und Sitz des Herrschers in Sintra (quasi im Dorf) gebaut. Die zwei strahlend weißen Türme des Palacio National de Sintra sind ein Wahrzeichen. Es war bis 1910 Sommerfrische Residenz der Könige Portugals.
    Den kann man auch besichtigen. Tat ich aber nicht.

    Das Rathaus reiht sich dazu und ganz besonders zwei Paläste oder Quintas, die das Ziel der meisten Touris sind, obwohl es so viel Anderes auch zu sehen gäbe.

    Alleine die ganzen Gassen, Parks und Anwesen. Unglaublich!
    Ich teile meine Footprints auf, weil ich mich nicht entscheiden kann welche Fotos ich nicht posten soll! 8🙈🙈🙈🙈

    Die folgenden Fotos sind nur ein paar Eindrücke aus Sintra Ort.
    Okumaya devam et

  • Lissabon

    15 Ekim, Portekiz ☀️ 28 °C

    Ich schlafe einmal so richtig aus. Ich fühle mich ein bisschen ausgelaugt durch die gestrige Hitze und ich denke, dass ich mich verkühlt habe. Vormittags Wäsche ich alles ganz ordentlich in einer Wäscherei und hau mich wieder ein wenig ins Bett zum Dösen und Lesen.

    Ich bin derart überfordert mit den vielen Leuten die da überall herum rennen.
    Am Nachmittag wage ich mich hinaus und schlendere gemütlich durch die Stadt. Ganz gegen meine Gewohnheit erstehe ich eine ganze Ananas mit frischem, kalten überhaupt nicht süßem Pina Colada. Sehr köstlich!
    Am Se vorbei- hineingehen tu ich in die Kathedrale nicht- erklimme ich durch Alfama die Burg. Auch den Eintritt spare ich mir. Lieber schnüffle ich in den Gassen des ältesten Teils herum. Ein gewaltiges Amphitheater krönte einst diesen Hügel und jetzt eben eine Maurenburg.
    Lissabon fehlt eindeutig der Charakter von Porto. Was es für mich genau ausmacht kann ich nicht sagen, aber mir hat Porto vom Gefühl her viel besser gefallen. Vielleicht ändern diese Touristenmassen den Charakter einer Stadt? Was auf jeden Fall schöner ist im Norden ist die Buntheit.

    Immer ein bisschen "auf der Flucht " vor den überlaufenen Orten gelange ich zur Endhaktestekke der 28er Bim. Der berühmten Straßenbahn. Es sind nur 10 Minuten zu den Prachtstraßen und trotzdem zeigt sich hier schon gut das Großstadtelend. Unglaublich viele Menschen die auf der Straße wohnen. "Fixe" Kartonbehausungen in allen Ecken und Einbuchtungen.

    Ein ehemaliges Center Comercio ist nun China Großhandel und Einzelhandel für Bangladeshi. Ich unterhalte mich mit einem. In 4, 5 Stockwerken werden riesige Ballen mit Kleidung und Zeug herum geschleppt. Vom Schmuck in großen Chargen bis zu Souvenirs kann der Einzelhandel hier alles kaufen.

    Die typischen bunten Baumwollfetzen, die an jedem Strandkiosk zu bekommen sind, kommen aus Bangladesch. 20 Jahre ist der junge Mann schon in Portugal. Und er mag es weil es wie Bangladesch (????) ist. Ok. Auch interessant. Leider reicht unsere gemeinsame Sprache nicht so weit, dass ich mehr aus ihm herauskitzle.

    Vor dem Gebäude stapeln sich leere Kartons. Eben due Unterlage bzw. Behausung der Obdachlosen. Übrigens aller Couleur und nur Männer...

    Da es eindeutig Chinaland ist freue ich mich auf das Essen. Ich genieße eine hervorragende Suppe und gebratene hauchdünne Reisnudeln.

    Den Rest des Abends brauche ich für Planung des morgigen Tages und der weiteren Tour.
    Ein Entschluss steht fest. Ich spare mir einen weiteren Tag hier. Um mir etwas wirklich anzusehen sind mir zu viele Leute.
    Man kommt überall nur mit timeslots hinein und es reicht schon, dass ich in Sintra morgen so eingequetscht bin. Zeitgebundene Tickets! Ein Horror für mich!
    Okumaya devam et

  • Auf nach Lissabon

    14 Ekim, Portekiz ☀️ 20 °C

    Von Petra habe ich mich so verabschiedet, dass wir uns in Lissabon noch einmal treffen wollen.
    Heute geht's bei strahlendem Sonnenschein los. Die ersten 40km sind die mit den Höhenmetern.

    Es ist noch fein kühl. Ich liebe diese feuchte Morgenkühle am Meer!
    Meine Rippe, die ich mir vielleicht angeknackst habe ist heute wieder beruhigt nachdem sie gestern wirklich sehr weh getan hat und ich nur halb einatmen konnte! Danke Schmerzmittel.

    Also steht einem schönen Radltag nichts im Weg. Meine Beine haben sich auch an die täglichen Strampeleinheiten gewöhnt und es fällt mir sehr leicht diese, zum Teil extrem steilen Rampen mit >12% zu erradeln. Immerhin hab ich ja immer 3 Liter Wasser mit und Notproviant. Die Packtaschen merkt man durchaus. Und mein kleines 26 Zoll Rad ist halt auch kein Straßenrenner. Der Unterschied zum Tourenrad von Petra ist deutlich erkennbar.

    Meinen obligatorischen Kaffee trinke ich in einem hübschen Bauerndorf mit einer unglaublichen Kirche! Sao Joao.

    In Cortesia entdecke ich wieder einen dieser hübschen Dorfbrunnen mit angeschlossener Waschanlage. Teilweise sind sie noch jung, aus den 60er Jahren. Ergo dürfte die Wasserversorgung damals noch nicht individuell gewesen sein. In diesem Becken schwimmen zwei riesige Goldfische herum.

    Solange ich "in der Höhe " eher Inland fahre sehe ich eine dicke Nebelwalze entlang der Küste. Als ich dann in Azenhas wieder ans Meer komme, frisst sie mich auch. Gewaltig! Die Stimmung ist mystisch und unheimlich.
    Plötzlich klingelt es hinter mir und Petra ist wieder da.
    Immer wieder verabschieden wir uns voneinander bis Lissabon und treffen uns doch immer wieder 😂😂😂

    Atemberaubend finde ich diese Etappe und genau das was ich mir vom dem Radln in Portugal erwartet- mir vorgestellt habe! Ich liebe den Atlanik und seine Küsten. Egal ob in GB oder Teneriffa, ich bin immer ganz weg geblasen!

    In Cresmina stößt Petra wieder zu mir und nach ein paar philosophischen Minuten über der herrlichen Dünenlandschaft sinierend radeln wir gemeinsam weiter. Höhenmeter haben wir keine mehr, aber noch >40km.

    Der Bocca do Inferno ist die Grenze zur Behaglichkeit. Ab hier in Cascais wird die Radlerei zur Herausforderung. Überall wird für ein Sportivent aufgebaut. Millionen von Touris versperren Radweg und die einfache schnelle Durchfahrt zum Hindernisparcour.
    Wir trennen uns wieder. Einzeln ist es doch einfacher.

    Viel Kopfsteinpflaster, rumpelnde Gehsteigkanten machen es nicht leicht.
    Und es ist verdammt heiß.

    Endlich dann der erste Blich auf die grandiose Brücke des 25.April.
    Weiter geht der Slalom. In Belem muss ich trotzdem fotografieren. So viel Zeit ist immer 🤣🤣🤣
    Dort werde ich kurz zum Fotomodel indem mich ein Fotograf bittet dekorativ und gaaaaanz langsam am Kriegerdenkmal vorbei zu radeln.

    Kurz bevor ich in die Gassen einbiegen muss, am Praca do Comercio taucht Petra wieder auf. Sie hat noch eine Pause eingelegt. Wir wohnen ganz in der Nähe in der "Unteren Altstadt".

    Nach einer kleinen Rast schlendern wir ein Stückchen und essen hervorragend gut in einem der 100000 Restaurants. Ich bekomme endlich meinen Bacelhau. Und. Ja. Es schmeckt mir unheimlich gut.
    Ab morgen sind 3 Tage Stadt mit einem Besuch in Sintra angesagt. Wäsche waschen. Erholen. Genießen.
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  • Von Peniche nach Ericeira

    13 Ekim, Portekiz ⛅ 17 °C

    Voller Eifer starte ich - im Nebel- um Peniche, das ja auf einer runden Halbinsel liegt zu erkunden.
    Schnell begreife ich, dass der Ort außer Klippen und ein tolles geologisches Phänomen gar nichts hat. Der älteste Teil sind ein paar abgehauste Steinhäuser, die ein bisschen an Bauernsacherl erinnern.
    Zentrum gibt es nicht.
    Der "berühmte" Teil ist in Wahrheit der Strand zwischen Peniche und Baleal fürs Surfen.
    Heute dauert es wirklich nicht sehr lange und ich fahre wieder in der Sonne.
    Vorbei an Sardinenfabriken- OMG- geruchstechnisch sehr spannend und vielen Landwirtschaften.
    Recht unsensibel wird allerdings mit der Ressource Boden und Küste umgegangen und pothässliche und vor Allem unglaublich viele Neubauten in die Landschaft geknallt.

    An so einem Ort mache ich ein Päuschen. Hotelruinen neben, inzwischen schon wieder in die Jahre genommenen Hotels, denen man den Unwillen zur Reinvest und Restaurierung ansieht. Vermutlich werden sie das Schicksal der Ruine erleiden, wenn der Standard weiter sinkt und irgendwann wird in dem Tal keine Wertschopfung mehr stattfinden.

    Zu mir gesellt sich ein lustiger Norweger, der zum ersten Mal wandert. 15 kg hat sein Rucksach für due 4, 5 Tage, die er unterwegs ist. 3 Paar Schuhe hat er mit. Wir haben eine richtige Gaudi miteinander. Dann trennen sich unsere Wege wieder und ich schiebe mein Rad vom Strand zurück auf den Weg. Und wer steht da und lacht mich an? Die taffe Lady aus München! Was für ein unglaublicher Zufall! Den Rest der Strecke radeln wir miteinander. Immer wieder halten wir an diesen großen Aussichten übers Meer weil es einfach erhaben und schön ist!
    Ein erstes Fazit ist sicher, dass das Landesinnere zu dieser Jahreszeit recht langweilig ist und die Küste spektakulär.

    Recht ausgehungert bin ich dann in Ericeira. Mein obligatorisches Minifrühstück liegt Stunden zurück.
    Ich freu mich richtig aufs Essen in diesem wunderschönen, supersauberen Ort. Weiß ist die Hauptfarbe, bunte Elemente schmücken die Häuser, glatt und glänzend- poliert der Marmorbelag.
    Schon die Einfahrt in Sao Sebastiano zeigt die Seele dieses Abschnitts. Hier ist Sport und Spaß angesagt!
    Surf- Kitesurf-Skating Schulen, Marken wie Billabong, Beachvolleyball Felder so groß wie Fußballplätze.
    Im Wasser überall die schwarzen Punkte, auf die nächste Welle wartend.

    Bei köstlichem Schwertfisch und einer gemeinsamen Flasche Wein lassen wir den Abend ausklingen.

    Auch wenn der Name wie eine Hautkrankheit klingt, so ist es doch bisher der 2. schönste Ort für mich.

    63 km und 904 Hm
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  • Etappe Nazairé nach Peniche

    12 Ekim, Portekiz ☁️ 16 °C

    In der Früh der Nebel. Wieder. Aber nicht nass. Ich dreh gleich die Hälfte der Tageshöhenmeter herunter. Leider sieht man nix, obwohl ich hoch über dem Meer radle. Eine ganz andere Gegend wieder. Schon und reich. Und, es wird wie verrückt gebaut. Das ist auch eine komische Politik. Unter meinem Zimmer nur Ruinen, mitten in der Stadt und hier werden Condos, Reihenhäuser usw auf die grüne Wiese gestellt! Ein Wahnsinn ist immer die Logistik mit Wasser und Kanal. Na ja.
    Sehr abwechslungsreich und wirklich wunderschön ist die heutige Etappe. Sao Marthino do Porto... ein bunter, kleiner, freundlicher Ort an einer schönen Lagune. Obidis Lagune mit den vielen Flamingos und Reihern und anderen Wasservögeln. Es macht richtig Spaß!
    Trotz Pausen und viel Schauen- die mega Wellen machen mich ganz fertig! So genial! bin ich schon relativ früh in meinem b&b. Zum ersten Mal mit Küche, sehr gepflegt- es gehört Deutschen- und ich lase es mir zum Abendessen hier gut gehen. Ich bin der einzige Gast.
    Die Runde um die Halbinsel hat mich nicht mehr gefreut. Ich hab heute wieder arg geschwitzt! Es ist trotzdem gleich immer recht heiß, wenn die Sonne da ist.
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  • The foooooog

    11 Ekim, Portekiz ☁️ 18 °C

    In der Nacht,als ich mein putziges Kabäuschen kurz verlassen musste war es schon recht enterisch! Dichter, nasser- alle Geräusche dämpfender Nebel wabert herum. Schemenhaft das Leuchtturmlicht. Unheimlich. Ich denke an die Seeleute die heute noch, aber erst früher!- In diesem unheimlichen Element sein mussten. Brrrr. Ich schlüpf schnell wieder in mein behagliches Bett. Es ist total kuschelig! Ein bisschen kommt mir vor, rieche ich nach nassem Fisch. Vielleicht die Schlapfen die vor der Tür ganz nass sind?

    Ein Blick hinaus lässt mich in der Früh wieder ins Bett sinken. Sicher nicht. Ich hab nur 25km und nutze die check out Zeit aus.
    Dann radle ich Richtung Nazaré. Eigentlich war der Plan, baden, Fotos machen... das Meer anschauen. Statt dessen nass, nass, nass. In Kürze tropft so ziemlich alles an mir. Es regnet nicht, aber es ist so feucht in diesem fetten Nebel. Ausserdem ist es 19 Grad warm und ich schwitze in meiner Jacke.
    In 1,40 Std. erreiche ich Nazaré und zieh mich vor einem Café einfach um. Drinnen kann ich das nicht tun, sonst schwimmt alles.
    Dann trinke ich lange einen Kaffee, unterhalte mich mit einem Brasilianer, der in Barcelona lebt.
    Als ich endlich wieder aufbreche ist es quasi trocken und ich fahr vom Sitio- die Oberstadt mit der Kathedrale hinunter ins eigentliche Nazaré. Ich kann in meine Unterkunft hinein und bleib da bis ich einchecken kann.
    Inzwischen ist es wieder warm und trocken und ich kann meine kleinen Erledigungen machen.
    Ursprünglich ein Fischerdorf, ist Nazaré ein Ferienort mit dem Thema surfen.
    Zu meinem geplanten Sonnenliegen, Meer anschauen komme ich nur bedingt. Aber ich treff wieder coole Leute und das ist auch gut. Am Besten war das Gespräch mit Petra aus München. Sie ist von München weggeradelt, seit drei Monaten am Weg und sie will noch nach Faro oder weiter. Das weiß sie noch nicht. Ihr Mann ist zuhause, der findet das blöd. 🤪🤪🤪

    Leider legt sie noch die Etappe nach Peniche zurück. Wäre für mich auch gscheiter gewesen. Aber gegen das Wetter gibt's ka Kraut.
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  • Alle guten Dinge sind 3!

    10 Ekim, Portekiz ☁️ 11 °C

    Und das gilt für den heutigen Tag besonders. Um 8 schleppe ich mein Rad die 4 Stockwerke hinunter. It's time to say goodbye to Coimbra. Nun werde ich bis Lissabon keine Stadt mehr haben. Darauf freue ich mich sehr!
    Gleich geht's rasant dahin. Es ist noch kühl. Rolling. Unbound. Alles ist leicht. Der Packltrager hält bombastisch.

    Viele arme Dörfer durchquere ich wieder. Viele Ruinen. Geisterförfer.
    Unglaublich beeindruckend sind die Starkstrommasten, die allesamt dem Mondigo Fluss entlang als Storchenbäume dienen. Auf jedem Ast sind ein paar Nester und natürlich sind die Störche auch da. Ich denke sie überwintern hier.

    Eine ganze Weile radle ich durch Reisfelder. Ich bin schon am Eurovelo 1 und es ist wirklich sehr leicht hier zu fahren oder sich zu orientieren! Vorbei mit sinnlosen Abzweigungen. Inzwischen schau ich auch ganz genau 🤣🤣🤣.

    Nach 54km das erste Café. Ich freu mich total weil ich außer meinem Wunderdrink Kefir mit Wasser und meinem Notvorrat Studentenfutter noch nichts gegessen hab. Der Kaffee und das süße Gebäck ist köstlich!
    Es gäbe auch was zu Essen, aber das sehe ich zu spät.
    Nach einer ausgiebigen Pause schwinge ich mich wieder auf das Rad. Halbzeit. Und nicht mehr viel vor mir.
    Der Wind ist mir auch hold und nur wenn ich direkt auf die Küste zuhalte spüre ich es. Aber... die Straßen durch die Dünen sind so angelegt, dass sie den wilden Stürmen standhalten können. Das bedeutet hinter den Dünen/Wäldern ist das Meer, durch die Dünen sind die Straßen und damit ich geschützt.

    Um knapp 16 Uhr lokale Zeit habe ich mein Ziel erreicht. Was für ein Vergnügen dieser Tag heute und erst das Ende! ❣️❣️❣️

    97 Kilometer und 500 Höhenmeter von Coimbra nach Sao Pedro de Moel

    Ich sitze gerade am Strand, der Bauch ist voll, das Herz noch viel mehr! Für mich pures Glück!
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  • Coimbra, die weiße Stadt

    9 Ekim, Portekiz ☀️ 24 °C

    Ich habe einen Besuch in der Universität gebucht. Alle haben gemeint, ich müsse die Bibliothek sehen. Die Universität ist das Herzstück der Stadt. 1290 urkundlich bestätigt, ist es ein Ort starker Traditionen.

    Ich hatte Gelegenheit mit zwei Studenten der Humanistischen zu reden. Sie müssen Studiengebühren zahlen. Das, obwohl das Einkommen sehr gering ist in Österreich. Die Wohnungssituation ist schrecklich. Studentenheime, die wenigen die es gibt, sind unzumutbar weil der Staat nichts renoviert.

    Für die beiden ist es die beste Uni in Portugal. Hinein kommen tut man nur mit gutem Schulabschluss und es gibt drei Eingangsprüfungen.

    Jede Fakultät hat ihr eigenes Gebäude und Farbe. Nur die Architekten haben gerade kein Hazs, weil der Sturm Kristin im Jänner 2026 ihres zerstörte.
    Die Farbe der GesamtUni ist grün. Die Mitarbeiter, sogar Türsteher etc. haben daher grüne Polos an.

    Die Studenten sind verpflichtet Talare zu tragen bei bestimmten Angelegenheiten. Manche tun es auch außerhalb, es gibt dazu keine festen Regeln.

    Wegen Kristin sind auch andere Gebäude und Anlagen z.B. im botanischen Garten zu. Coimbra muss extrem betroffen gewesen sein.

    Obwohl noch Einiges mehr anzuschauen ist, besuche ich lieber den botanischen Garten. In Wahrheit eine große Parkanlage wo ich endlich Kaki klauen kann. Herrlich, ganz weich und süß!

    Zurück in der Stadt esse ich ein Prato di dia. Es ist wirklich sehr günstig. Suppe, Hauptspeise, Getränk, Obst, Kaffee um 11 Euro. Es gibt auch eine Menge auszusuchen.

    Dann muss ich mich leider an die Reparatur des Packlträgers machen.

    Morgen geht es weiter am Rad. Zur Küste. Ich freu mich schon sehr.
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  • Die 2. Etappe nach Coimbra

    8 Ekim, Portekiz ☀️ 20 °C

    Welch ein Unterschied zu gestern. Ich brettere gleich der N1 hinunter,mache schnell 19 km. Juhuuu! Das Wetter ist unglaublich! Goldener Herbst. Klarer geht es nicht. Bald begegne ich den ersten Pilgern, due mir entgegen kommen. Ich befinde mich ja auf dem portugiesischen Camino von/nach Fatima.

    Die Dörfer heute sind wesentlich schöner und wie es scheint reicher. Vorbei an Weingärten, vielen Kaki- und Orangenbäumen. Ganze Kiwiplantagen locken zum Klauen...
    In einer großen Bäckerei an der N1 genieße ich ein ausgiebiges Frühstück.

    Es wird schnell sehr warm und ich freue mich über jedes Stück Abfahrt. Furchtbar leid tun mir die vielen Pilger am Weg. So abwechslungsreich und schwer es gestern für mich war, ist es das heute für die Geher. Meilenweit entlang der viel befahrenen N1, in der Sonne am Asphalt. Da büßt man schnell seine Sünden ab. Ein Mann trägt sogar eine Marienstatue nach Fatima. Sie steckt zur Hälfte im Rucksack, dürfte ca 1m hoch sein und der Rest ragt heraus.
    Eine "neongelbe" Gruppe, die mir gestern schon aufgefallen ist sehe ich heute immer wieder. Sie haben Warnwesten an und gehen in Paaren oder Grüppchen ohne Rucksäcke. Hab ich mir gestern noch gedacht es seien Lotsen oder so was, fahre ich heute am Begleitmobil vorbei, das voll ist mit Bananen, Getränken, Riegeln etc... aha. So geht das also. Sie gehen Richtung Fatima.

    Mein Gepäckträger, der ohnehin schon viel Zeit verbraucht hat, weil er so spinnt, bricht endgültig. Natürlich am ärgsten Kreisverkehr.

    Dafür redet mich da Gaston an. Ein junger, liebenswerter Mann aus der USA. Er sucht was zu Essen. Wir unterhalten uns lange und dann improvisiere ich mit Kabelbindern den abgerissenen Holm.

    Es gibt in der Nähe einen Chinesen Shop und ich kaufe alles was ich brauch um eine längere Lösung zu finden.

    Aber die Kabelbinder halten gut und weiter geht esO=&= durch das hübsche Malheda und erreiche kurz vor Coimbra die Rota da Beirrada. Einer schönen Weinstrasse.

    Noch ein kleines Päuschen bei einem Mini Geschäft, dann geht's schon in die Hektik der Coimbranischen Vorstadt.

    Nach 65 km und 659 hm habe ich meine Unterkunft erreicht.

    Das Rad und die Taschen müssen 4 steile Stockwerke geschleppt werden, denn ich wohne mitten am Hauptplatz. Und was ich erblicke, macht Lust auf morgen! So ein wunderschöner Ort!
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  • Oder so??? Mein erster echter Radltag. Beginnt heute. Von Porto nach???? Vorgenommenen habe ich mir schon was. Aber Planung und Realität.... aber guckt selbst.
    Sehr gut ausgeschlafen. Danke liebste Damen im 12er Bunkbed Zimmer. So leise, so gepflegt, so liebenswürdig. Ich bin total positiv überrascht!

    Ich schwing mich um 9 aufs Rad. Für mich eh spät.
    Und ab da gings bergauf- bergab. Nach nur 28km hätte ich den Eindruck ich müsse bald "da" sein. Ich habe mir eine wirklich herausfordernde Strecke vorgenommen. Nach Coimbra auf dem Camino Portugues. Klingt ja nicht so arg. Aber ich habe ein deja vu aus Nordspanien. Die Caminos sind nur bedingt Rad tauglich.
    Nun mein Ehrgeiz lässt es nicht zu, dass ich umplane und nach nicht einmal 40km,die nächste Pause mit Zucker und Kaffee, denk ich, mich beißt ein Pferd. Natürlich wiege ich alles zusammen vermutlich 90 kg oder mehr. Mit dem Wasser. Aber das echt Arge sind die bissigen Steigungen. Kaum ist man oben, muss man noch weiter hinauf. Die elenden Kopfsteinpflaster, gefühlt ganz Portugal ist damit ausgestattet...normale Straßen sind Kopfsteinpflaster!!! Wie schlimm! Und natürlich die uralten Pfade. Voller Panik schau ich da, dass ich ja keinen Brombeerkontakt habe. Mein persönliches Trauma! Das bedeutet Mantelwechsel!

    Also bei km 50 muss ich etwas essen und angeblich habe ich nur mehr 15. Ich hab auch noch kein Zimmer. In einem herzigen Ort verwöhne ich mich. Ich fühle mich super, aber merke, dass ich müde werde.

    Ich knall "den schnellsten Weg" im Google maps und verlass mich drauf.
    3 Eukalyptus Wälder und komplett gatschige Schuhe später, gefühlte 1000hm plus komme ich bei meinem Motel an.
    GsD! What a day! Ich rate das keinem, der nicht ein bisschen gaga ist 🤪🤣🤣🤣....
    Fazit 76 km und 1255hm mit ca 100 kg

    Die Lösung wird sein. Ich muss das abnehmen was mein Gepäck wiegt und das Wasser und ich kann wieder düsen...
    Na ja. Ich bin genau da gelandet wohin ich in erster Linie geplant habe. Keinen Meter weiter.

    Und morgen. Ja, da schauma wie's weiter geht. Die Planung spricht für mich! Aber morgen ist morgen!
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  • Der Douro und sein Wein

    6 Ekim, Portekiz 🌧 17 °C

    Der Zug vom schönen Bahnhof Sao Bento- also eigentlich die Metro- ist der erste Teil meiner Reise nach Pinhao im Douro Tal. Ich möchte mir die Gegend die das Kulturerbe Wein bereits im 18.Jhdt vom portugiesischen König schützen hat lassen anschauen.

    In einem der Vororte Bahnhöfe steige ich in einen uralten, aber sehr gepflegten Zug um. Ich weiß gar nicht, ob die Türen schon alleine schließen. Auf jeden Fall ist er unglaublich laut weil alle Fenster offen sind. Das wiederum ist super zum Fotografieren.

    Vorbei an kleinen Bahnhöfen, alle sehr hübsch mit den blauen Kacheln, kommen wir irgendwann ins Tal des Douro. Dort verläuft der Zug zuerst hoch oben über den Fluss, erreicht dann aber sein Niveau. Teilweise ist das Tal unendlich eng und man wundert sich wie all der Wein auf Schiffen, den typischen Rabelos, nach Porto transportiert werden konnte.

    Es hat in der Früh geregnet, aber hier wird es sonnig.
    In Pinhao angekommen habe ich gut Zeit um noch auf so einen Weinberg zu klettern. Ich frage mich wer all den Portwein trinkt? Ich habe beim Fado meinen ersten probiert, und ja ok. Aber mehr als ein Glas? Gläschen... Ich glaub das ist ca. 1/16... nein danke. 19% bis 23%. Das ist bei uns schon Likör! Er ist schon verführerisch, das kann man ihm nicht abstreiten. Zuerst nur ein Nippen. Der GV trainierte Gaumen sagt. Geht goa ned! Und dann, dich die Neugier "wie schmeckt er nach dem ersten Schock?". Ab dann wird es interessant, denn es entfaltet sich die Wärme der Weingärten, die dunklen vollreifen Trauben... und plötzlich schmeckt er.

    Nun, ich wandere also hinauf. Steil. Hin und wieder ergattere ich eine der prallen, schwarzen, reifen Früchte. Lange sitze ich im Schatten, es ist ein herrliches Lüftchen, weit unter mir liegt der Douro. Ein Schifferl nach dem anderen kommt und geht. Das Touri highlight.
    Dann ist es Zeit für meinen Trip.

    Vieles und Interessantes erfahre ich auf dieser unspannenden Reise.

    Die Boote wurden bergauf früher von Männern und/Ochsen gezogen. Von Porto weg!!! Unglaublich!
    Der Portwein wird ausschließlich in Porto ausgebaut. Wir passieren riesige, mondäne Weingüter mit klingenden Namen von denen Sandeman nur einer ist.
    Es wird Portwein und Dourowein hergestellt. Rot und weiß, auch trocken.

    Bis in eine Höhe von 500m reichen die Weingärten und Temperaturen sind im Dourotal völlig verrückt! Im Winter gibt es Frost, damit wird Spätlese (von mir übersetzt) gemacht. Er ist sehr!!! rar und extrem teuer.
    Im Sommer müssen die Pflanzen 50 Grad aushalten und es ist extrem trocken. Darum. Viel Zucker=viel Alk...

    Die junge Maatin am Schiff lebt in einem Bergdorf das für seinen Muskateller berühmt ist.
    Eigentlich schade, dass ich kein Weingut besucht habe...

    Zurück in Porto muss ich noch ein bisschen herumlaufen weil es so genial ist, wenn um 22 Uhr noch alle beim Essen und Trinken sind. Ich entdecke die Time out Markthalle und bedaure es, dass ich keinen Hunger mehr habe. Das Paradies zum Schlemmen!

    Die Damen aus meinem Schlafsaal, Kim und Kate sind noch am Trinken und so endet meine Zeit in Porto in lieber Gesellschaft und mit vollem Herzen!
    So eine wunderschöne Stadt. Für mich!
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  • Ausklang in Porto

    5 Ekim, Portekiz ☁️ 27 °C

    Fado. Eine portugisische Erscheinung. Was Worte nicht sagen können, kann der Fado. Fado aus Lissabon, heller, freundlicher, auch mit Frauenbeteiligung. Die Portugisische Gitarre etwas anders mit längeren Seiten. Fado, eine Überlieferung. Die Musiker kennen sich selten, stellen sich aufeinander ein. Improvisieren, je nach Stimmung des Tages, der Sanger/innen, des Publikums entsteht ständig Neues. Ohne die Sprache zu verstehen, ist einem alles klar. Fado besingt das Leben in seiner Helligkeit und seiner Düsterheit.
    Schafft Sehnsucht und Erleichterung. Welche Gnade so musizieren zu können! Ein herrlicher Abend!
    Okumaya devam et

  • Und weiter geht's in Porto

    5 Ekim, Portekiz ☀️ 26 °C

    In der Hoffnung doch eine offene Kirche zu finden treibt es mich in die unendlich lange Fußgängerzone. Mittags genoss ich zum ersten Mal ein Menue de dia. 12 Euro für Vorspeise, Gebäck, Getränk und Hauptspeise. So wie beim Frühstück in einem Einheimischenbeisl. Völlig unspektakulär und einfach. Köstliches, frisches Essen!
    Überall wird die Nata Pastete gebacken, aber auch viele andere Köstlichkeiten auf die ich mich im.Laufe der Reise freuen darf! Z.B. Gottesbrot... 🤪🤪🤪
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  • Bunt, bunter... Porto

    5 Ekim, Portekiz ⛅ 21 °C

    Herrlich war die Nacht in meiner kleinen Wohnhöhle. Die Damen, ruhig und ordentlich. Ein bisschen schwer ist mein Kopf von gestern. Sangria. Weiß und rot. Welch ein Teufelstrunk. Völlig ausgedörrt kippte ich gleich fünf Gläser gegen den Durst- jede Menge Obst und Eis verkleiden die Wirkung. Aber lustig war es. Australien, Deutschland, Südafrika, USA, Uk, Spanien, Holland, Österreich. So sind wir zusammen gesessen. Fast alle fertig mit dem Camino oder am Starten. Nur ich gehe nach Süden. Der Vorteil von Hostels ist unübersehbar. Erfahrungen, Reisegeschichten, Gemeinsamkeiten ausgetauscht.
    Jetzt, um 9 Uhr stehe ich auf der Eiffelschen Eisenbrücke und sehne mich nach ein bisschen Kohlehydrate für meinen Kopf. 🙈🙈🙈

    Ich wandere und wandere, es zieht mich von einem Eck ins andere, hinunter zum Fluss, hinauf zu den Gärten. Leider- es ist Tag der Republik und alle Kirchen zugesperrt. Im Dom eine zu lange Schlange, für die Börse bekommt man erst in einer Woche wieder ein Ticket. Die Harry Potter Buchhandlung hat zu.

    Jedoch was macht das wenn wirklich jedes Eck pittoresk und wunderschön ist. Lover von lost places, Porto is a place to go!

    Ich kann mich nicht satt sehen an den Straßenszenen, herrlichen Fassaden, den Köstlichkeiten in den Läden.

    1000 Stufen, 1000 Gässchen, 1000 Ecken... und immer wieder etwas Neues.
    Abends besuche ich ein sehr eindrucksvolles Fado Konzert. Welch ein schönes Erlebnis! Ich treffe Astrik. Sie lebt in Wien, ist mit dem selben Flugzeug gekommen. Wir haben gleich einen Draht miteinander und sitzen lange zusammen bei einem Glas Wein. Es ist Mitternacht und es hat 24 Grad. ❤️
    Okumaya devam et

  • Ein urlanger Tag, der wunderbar endet

    4 Ekim, Portekiz ☀️ 25 °C

    Gar nicht schlafen. Dann ÖBB Verspätung. Eh wie immer, also auch um 1 Uhr nachts... Flughafenbus. Es ist aber alles im grünen Bereich.
    Lange, aber schnelle Securityschlange. Dann 2 Stunden kein Checkin. Die Maschine braucht einen Servicetechniker. Ich schlafe tief im Sitzen. So wie alle rund um mich auch. Um 9 Abflug. Ich bekomme nichts mit vom Flug. Einfach zu müde.

    Der Radkarton ist das beste zum Fliegen. Eindeutig. So problemlos!

    In Porto ist alles schnell da. 40 Minuten und nur einen Anruf zuhause brauche ich für das Rad. Yeahhhh!

    Mit der Metro gondle ich Richtung Meer. Sonst ist nichts. Gar nichts. Was ist das für ein geniales Gefühl, dass ich nichts tun MUSS!

    In Mathosinos- einem Vorort von Porto- oder ist Porto der Vorort erreich ich den grandiosen Strand.

    Ich habe mich mit einem Jauserl eingedeckt und dann schlafe ich wieder. Erst der nasse Ball von zwei Buben weckt mich auf.

    Es ist herrlich! Ganz gemütlich mache ich mich entlang der Promenaden auf zur Altstadt. Überall wunderhübsche Cafés und Bars. Hunderte Leute genießen den traumhaften Abend.

    Sattes, herbstliches Sonnenuntergangslicht begleitet mich zu meiner Unterkunft direkt am Dom.

    Und jetzt geh ich Sangria trinken!

    Die ersten Impressionen hänge ich unkommentiert an...
    Okumaya devam et

    Gezinin başlangıcı
    4 Ekim 2026