• Ines von Ledebur-Beddies
  • Ines von Ledebur-Beddies

Panamericana und etwas mehr Teil 1

Nach einer Vorbereitung von fast einem Jahr wagen wir uns mit unserem Wohnmobil auf einen neuen Kontinent. Immer wieder haben wir davon gesprochen, irgendwann einmal die Panamericana mit dem Womo zu befahren und nun erfüllen wir uns diesen Wunsch. Leer más
  • Valle del Encanto

    19 de abril, Chile ⋅ ⛅ 15 °C

    Seit langem treffen wir wieder mal auf Reisende aus Deutschland, beziehungsweise überhaupt mal wieder auf andere Reisende. Irgendwie dachten wir schon, dass wir ganz allein in Chile als ausländische Touristen gerade herum reisen. Ein junges Pärchen aus Bayern stehen mit ihrem Pickup auf dem Übernachtungsplatz an der Küste. Aber die beiden scheinen nicht so ganz glücklich mit ihrer Reise zu sein. Ziemlich ungeplant und unvorbereitet erscheinen sie uns und sie finden es alles unerwartet teuer, so dass sie auf viele Sehenswürdigkeiten verzichtet haben. Das zeigt uns doch mal wieder, dass gute Vorbereitung auf so eine Reise sehr wichtig ist.
    Wir machen uns bald auf den Weg, denn wir gehen wieder einer unserer Lieblingsbeschäftigungen nach: prähistorische Kunstwerke:) Dieses Mal geht es zu Petroglyphen, also Steingravuren. Diese finden sich im Valle del Encanto. Dieses kleine Tal sieht ein bisschen wie eine Oase in einer ansonsten sehr trockenen Umgebung aus. Es war das Siedlungsgebiet der Molle, die hier etwa 500 Jahre seit dem 2. Jahrhundert lebten. Leider ist der Nationalpark absolut chaotisch gestaltet. Die Beschilderung für die Petroglyphen fehlt manchmal völlig, ist kaum noch lesbar oder führt inmitten eines Gestrüpps oder zwischen Kakteen. Wir klettern ab und zu auf Felsen herum, verlaufen uns und finden nicht so leicht wieder von Felsen herunter. Manchmal kann man nichts mehr von den Gravuren erkennen. Aber einige sind schon der Wahnsinn. Sie stellen Figuren dar, die wie Außerirdische aussehen. Warum diese Figuren so aussehen, weiß man nicht. Eine tolle Atmosphäre herrscht hier auch im Tal, ein kleiner Bach fließt zwischen den Felsen und uralten, aber abgestorbenen Bäumen. Man kann erahnen, wie grün und fruchtbar dieses Tal vor hunderten von Jahren war.
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  • Seelöwen und schöne Strände

    21 de abril, Chile ⋅ ☀️ 18 °C

    Beim Valle del Encanto finden wir keinen Übernachtungsplatz und die einzige Möglichkeit ist, wieder zur Küste zurück zu fahren und sich dort an ein Flussdelta zu stellen. Es sind nur etwa 50km und so müssten wir es problemlos schaffen, noch im Hellen den Ort zu erreichen. Womit wir nicht rechnen, ist, dass die letzten 20km wieder Schotterpiste ist. Hatten wir schon lange nicht mehr! Hier in Chile sind im Gegensatz zu Argentinien die allermeisten Straßen asphaltiert. Micha kämpft mit einer Geschwindigkeit von über 80km/h auf der schmalen Rüttelpiste gegen die hereinbrechende Dunkelheit. Als wir endlich den angezeigten Platz erreichen, stellen wir fest, dass dieser im Wasser liegt 🙈. Also fahren wir weiter und finden endlich einen Platz an einem Leuchtturm, an dem sich nur ein paar Fischer aufhalten, die uns neugierig begutachten. Auch am nächsten Morgen, als wir gemütlich draußen frühstücken, fahren Einheimische mehrmals an uns vorbei und starren uns an, als wären wir Außerirdische. Die Gegend scheint hier so abgelegen (ist ja klar, mit dieser ewigen Schotterpiste kommt ja auch niemand Fremdes her😅), dass sie es gar nicht fassen können, was wir da Komisches machen.
    Dann geht es weiter an der Küste entlang, wobei wir Halt an einem "Karibikstrand" ( in Totoralillo) machen. Also gut, sieht schon so aus, aber die Wassertemperaturen zeigen schnell, dass das dann doch der Pazifik ist.
    Und einen Stopp machen wir noch in Tongoy, einem Ferienort mit vielen Fischrestaurants (momentan, außerhalb der Saison ist hier nichts los) und in Guanaqueros. Und das ist echt mal ein Highlight. Am kleinen Fischerhafen tummelt sich ein Seelöwen - Rudel. Behäbig klettern sie auf das Pier und robben sich zu den Fischverkäufern, von denen sie ab und zu die Reste der filetierten Fische bekommen. Einmal watschelt ein Seelöwen -Männchen so nah an den Fischstand, dass der Fischer ihm einen Klaps auf den Hintern gibt, worauf sich der dicke Seelöwe grunzend ins Wasser stürzt.
    Wenn ich mir überlege, was wir bisher für einen Aufstand gemacht haben, um in großen Entfernungen Seelöwen zu beobachten und hier muss man schnell weg springen, dass sie einen mit ihren scharfen Zähnen nicht zu nah kommen😂.
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  • La Serena und Coquimbo

    22 de abril, Chile ⋅ ☀️ 17 °C

    Einen kurzen Abstecher machen wir ins Ballungszentrum Coquimbo und La Serena. Für uns ist es immer anstrengend, durch größere Städte zu fahren. Wir haben bisher immer noch nicht die hiesigen Vorfahrtsregeln verstanden 😅und die Verkehrsführungen mit den oftmals sehr schmalen Einbahnstraßen sind eine große Herausforderung. In Coquimbo gibt es einen tollen Fischmarkt, an dem es riesige Pez Sol geben soll (Sonnenfisch), aber wir kommen zu spät, die Händler räumen schon alles weg. So bleibt uns nur noch übrig Empanada zu essen. Micha wagt sich an eine Empanada gefüllt mit den hier überall verkauften Loco heran. Wir wissen nicht, was es ist, aber man soll ja immer alles ausprobieren. Es schmeckt komisch, ziemlich hart, findet also keinen Gefallen bei uns. Später stellen wir fest, dass es sich um Meeresschnecken handelt. 😝
    Nach unserer Kostprobe fahren wir zum höchsten Punkt der Stadt, dem unübersehbaren Cruz del Tercer. Das ist ein riesiges Beton-Kreuz mit einer Plattform oben drauf. Einen schönen Rundblick über die Umgebung hat man von hier oben.
    Von Coquimbo fahren wir nach La Serena, wobei man nicht weiß, wann die eine Stadt aufhört und die andere beginnt. Dort finden wir einen Übernachtungsplatz am Strand in einer Wohnsiedlung, der Micha richtig gut gefällt, weil direkt davor ein Fitnessplatz ist. Am nächsten Tag fahren wir noch ins alte Zentrum der Stadt. Hier stehen einige hübsche Gebäude im Kolonialstil und eine alte Markthalle, in der sich die Marktstände um einen Innenhof gruppieren. Überall wird hier kandierte Papaya verkauft. Der Papaya-Saft, den wir probieren, schmeckt ganz fürchterlich süß. Also in Sachen kulinarische Erlebnisse müssen wir sagen, hat uns Chile bisher noch nicht begeistern können.😅
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  • Pisco und Sterne im Valle del Elqui

    24 de abril, Chile ⋅ ☀️ 23 °C

    Auf das Elqui -Tal habe ich mich schon sehr gefreut und werde auch nicht enttäuscht. Es gefällt uns so gut, dass wir fast eine Woche da bleiben. Die ersten beiden Tage bleiben wir in Vicuña, einer kleinen niedlichen Stadt, die am Anfang des Elqui -Tals liegt. Die Stadt hat einen sehr schönen, mit vielen Bäumen gestalteten zentralen Platz, auf dem von einer Bühne, die wohl oft für Veranstaltungen genutzt wird, den ganzen Tag beruhigende Musik gespielt wird, während die Bewohner am Nachmittag unter den Bäumen herum schlendern oder auf den Bänken sitzen. Um den Platz sind viele Restaurants und Cafés und alles strahlt eine so gemütliche und freundliche Atmosphäre aus, dass es zum längeren Verweilen einlädt.
    Für den zweiten Abend haben wir Tickets für eines der Observatorien gekauft, von denen sich hier mehrere im Tal angesiedelt haben, weil es hier einen der klarsten Sternenhimmel weltweit gibt mit 350(!) sternenklaren Nächten. Die Tour ist auf Spanisch und wir müssen beide feststellen, dass wir mit unseren Spanisch-Kenntnissen komplett überfordert sind. Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich das Vokabular auf Deutsch verstehen würde 😅. Ach und vom Sternenhimmel sehen wir auch nicht so viel, denn wie sollte es anders sein: wir haben einen der 15 bewölkten Nächte erwischt 🤣.
    Die nächsten Tage fahren wir tiefer in das subtropische Tal hinein und bleiben in dem Ort Pisco Elqui auf einem wundervoll gelegenen Campingplatz (auch hier sind wir wieder mal die einzigen Gäste). Der nette Besitzer lädt gleich ein Bündel Holz ab, mit dem wir jeden Abend grillen können und dabei den glasklaren Sternenhimmel mit Blick auf die Milchstraße genießen können.
    Wie der Name des Ortes sagt, wird hier Pisco hergestellt, der aus den Weintrauben, die hier wegen des besonderen Klimas sehr süß sind, gewonnen wird. Da uns der Pisco gut schmeckt, besuchen wir gleich zwei Destillerien.
    Außer Pisco probieren, das traumhafte Wetter genießen und abends Sternenhimmel anschauen, machen wir nichts und lassen einfach nur diese besondere Atmosphäre auf uns wirken.
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  • Mystik im Valle de Elqui

    28 de abril, Chile ⋅ ☀️ 18 °C

    Wir können uns gar nicht von der wundervollen Atmosphäre des Tals lösen, aber irgendwann müssen wir Abschied nehmen und fahren aus dem Tal hinaus. Aber nicht ohne vorher die mysteriösen Plätze hier aufzusuchen. Hier im Tal haben sich seit einigen Jahrzehnten viele Esoteriker, Hippies und Buddhisten niedergelassen. So reiht sich hier auch eine esoterische Kommune mit Meditationen, Aura-Reinigungen und Energiezentren an die andere. Angeblich hat sich das energetische Zentrum der Welt von Tibet hierher verschoben. So machen wir noch einen Abstecher zur "magnetischen Zone". Und ob man daran glaubt oder nicht, wir erleben wirklich ein sehr seltsames Phänomen. Obwohl die Straße auf eine kleine Anhöhe führt und Micha den Leerlauf einlegt, rollt das Wohnmobil die Anhöhe hinauf. Ist das schräg!😀 Wir sind so fasziniert, dass wir mehrere Male diesen Versuch mit Erfolg durchführen. Unglaublich!!
    Dann fahren wir zurück nach Vicuña und statten vorher noch der Alienfigur an der Hauptstraße einen Besuch ab. Hier soll nämlich -klar bei so viel positivem Energiefluss - 😅 ein UFO abgestürzt sein. Die Bewohner der Gegend haben mit eigene Augen gesehen, wie ein merkwürdig aussehendes, fliegendes Objekt an der Felswand zerschellte und kurz darauf seien schwarze Hubschrauber angeflogen gekommen, die dann alles beseitigt haben. Wie auch immer, die Alienfigur ist schon echt cool und dass die Gemeinde ein Schild mit der Geschichte aufstellt, ist herrlich 😅.
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  • Isla de Chañaral

    29 de abril, Chile ⋅ ☁️ 13 °C

    Der kleine Ort Chañaral der Aceitunas hat sich in den letzten Jahren von einem kleinen Fischerdorf zu einem beliebten Touristenort entwickelt. Die Fischer haben nämlich erkannt, dass man anstatt Fische zu fangen, viel Geld mit Touristen verdienen kann, indem man sie zur Isla de Chañaral fährt, um denen die hier zahlreich vorkommenden Wale, vor allem Finnwale, Seelöwen und Pinguine zu zeigen. Und ein entscheidender Vorteil ist hier, dass Wal-Touren im Vergleich zu anderen Orten mit etwa 25 € sehr günstig ist. Im Ort wird überall gebaut. Kleine Ferienunterkünfte werden gebaut, aber auch die Einheimischen verschönern sich ihre Heime. Ein sehr interessantes, niedliches rundes Hobbithäuschen sticht hervor und wir treffen auf Alexander, dem stolzen Besitzer, der gleich mit uns eine Hausbesichtigung macht.
    Im Ort treffen wir endlich auch mal wieder auf andere Overlander. Wir lernen eine sehr nette Familie mit zwei kleinen Kindern kennen, die mit uns am nächsten Tag eine Wal-Tour machen.
    Schade, dass es zu dieser Zeit hier den berüchtigten Küstennebel gibt. So ist der Himmel sehr bewölkt, was die Beobachtung der Tiere etwas trübt. Dafür haben wir kaum Wellengang und dann erscheint auch der erste Finnwal direkt neben unserem Boot. In etwas größerer Entfernung sehen wir noch einen anderen. Die Finnwale sind die zweit größten Wale der Welt. Schon sehr beeindruckend. Auf der Insel sind auch viele Seelöwen, aber von den hier lebenden Humboldt -Pinguinen sehen wir gerade mal zwei. Ist aber nicht schlimm, die haben wir ja zur Genüge gesehen😅.
    Nach der Tour gehen wir mit der netten Familie im Ort essen und Micha bestellt sich ein Fischfilet mit Pommes, von dem eine achtköpfige Familie satt werden könnte. 😂
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  • Bahia Inglesa

    2 de mayo, Chile ⋅ ⛅ 17 °C

    Weiter geht's zu einem der schönsten Strände Chiles, zur Bahia Inglesa. Naja, da Chile jetzt nicht unbedingt für seine traumhaften Strände bekannt ist, ist die Messlatte auch nicht hoch. Ich sag mal so: bei herrlichem Wetter in der Hochsaison ist es hier bestimmt sehr nett, aber jetzt in der Nebensaison, wo die Wassertemperaturen auch nicht mehr zum Baden einladen, muss man nicht mehr als einen Tag hier verbringen. Zumindest stehen wir hier sehr ruhig, was nach der vorherigen schlaflosen Nacht (wir hatten vergessen,dass 1.Mai ist und die Jugend des Ortes in Partystimmung war) und in der Nähe von Huasco eine wahre Erholung ist.
    Nach einem Strandtag (also ohne Baden) besuchen wir noch den nahegelegenen paläontologischen Park Los Dedos. Hier in einem riesigen Freilichtmuseum wurden 8 Mio.Jahre alte Fossilien von Urtieren gefunden.
    Ein paar Kilometer weiter schauen wir uns noch die sehr selten vorkommenden Kugelgranit-Felsen an. Das ist magmatisches Gestein, in dem sich bei Vulkanausbrüchen kugelförmige Einschlüsse durch Wasserkristalle gebildet haben. Das erklärt uns der dort lebende Touristenführer Gabriel. Er gehört zum Indigenen Volk der Daiguita und ist sehr spirituell unterwegs. Für ihn ist es ein magischer Ort, an dem die Ureinwohner Zeremonien abgehalten haben. Und mit größter Begeisterung sitzt er mit uns unter einem Felsüberhang und erzählt, dass genau, wie wir in diesem Moment, seine Vorfahren hier gesessen haben und das Meer, die Sterne und den magischen Ort in sich aufgenommen haben.
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  • Wüste und Antofagasta

    3 de mayo, Chile ⋅ ⛅ 19 °C

    Nun fahren wir viele Hunderte Kilometer durch die Wüstenlandschaft Atacama. Ein staubige, extrem trockene Region. Nähert man sich Ortsansammlungen, ist alles voll gemüllt. Ein großes Stück fahren wir nicht die Panamericana sondern die etwas hübschere Küstenroute 1. Hier gibt es nur aller paar Kilometer kleine Ortschaften der Indigenen. Auch alles schmutzig mit Müllbergen am Ende der Orte. Ganz besonders dreckig ist es bei der Zufahrt nach Antofagasta, eine Hafenstadt, die ich vom Namen her noch aus meiner Speditionsausbildung kenne. Irgendwie hört sich der Name schon hässlich an😅. Aber als wir in die Stadt hinein fahren, ändert sich das Bild etwas. Die Stadt liegt direkt am Meer und scheint in die Wüste, die sich dahinter auftürmt, hinein gebaut worden zu sein. In einem Shoppingcenter gehe ich schnell noch in den Supermarkt und da sehe ich das erste Mal schick gekleidete Menschen hier in Chile. Bisher hatten wir immer den Eindruck, dass die Chilenen null Wert auf Kleidung legen (was mir ja sehr sympathisch ist😅) und es überall Secondhand Läden gibt, aber hier scheinen die Menschen sehr wohlhabend zu sein und der Supermarkt stellt sich als der teuerste von ganz Chile heraus. Später erfahren wir, dass die Gegend durch die umliegenden Kupferminen so reich ist und deren Angestellten und Arbeiter neben einem ausgezeichneten Gehalt viele verschiedene soziale Privilegien genießen.
    Die Stadt selbst schauen wir uns jedoch nicht an, da es nichts Sehenswertes gibt und eigentlich suchen wir nur einen Schlafplatz am Stadtstrand auf, wo wir schnell fündig werden. Viele der Städter sind am Abend mit Campingausrüstung da, grillen und genießen ihren Feierabend.
    Und wir finden es schon sehr lustig, hier vor der Großstadt-Kulisse direkt am Strand übernachten zu können.
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  • Lost Place: Chacabuco

    4 de mayo, Chile ⋅ ☀️ 28 °C

    Bevor es weiter in den Norden geht, möchte einer von uns beiden (ich bin es nicht🙈😅) unbedingt die Geisterstadt Chacabuco ansehen. Bis in die 1940er Jahre war das eine florierende Stadt, die von der Salpeter-Förderung lebte. Der Salpeter-Abbau führte zu einem großen Reichtum des Landes. Dann entwickelten die Deutschen die Herstellung des synthetischen Salpeters, was dazu führte, dass fast die gesamte Salpeter-Industrie in Chile einbrach. Übrig blieben mitten in der Wüste einige dieser Geisterstädte. Chacabuco war später, während der Militärdiktatur, ein Gefängnis für politische Häftlinge.
    Heute kann man noch in einige Gebäude hinein gehen. Wobei das ehemalige Theater am besten erhalten ist. Allerdings knirscht der Holzboden ziemlich und die Treppe, auf der noch der 100Jahre alte Teppich liegt, hat auch schon viele eingebrochene Stufen. Die Häuser der damaligen Arbeiter und Angestellten sind alle ziemlich einsturzgefährdet. Interessiert hier aber keinen, solange es noch ein paar Touristen gibt, die sich das anschauen 😅
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  • Einsame Strände

    5 de mayo, Chile ⋅ ☁️ 20 °C

    Bevor wir in die nächst größere Stadt (nach Iquique) fahren, geht es an der Küste entlang, weil die Landschaft nicht ganz so eintönig ist, wie die Panamericana, die mitten durch die Atacama-Wüste führt. Allerdings kommen wir in eine Straßensperrung, weil ein paar Kilometer weiter etwas gesprengt werden soll. Fast zwei Stunden müssen wir warten. Die Chilenen nehmen das ziemlich gelassen hin. Und die Zeit vergeht wie im Flug, weil wir mit einem Chilenen interessante Gespräche über die Weltlage führen.
    Bis Iquique schaffen wir es aber dadurch nicht mehr und suchen deshalb ein kleines Plätzchen für die Nacht aus. Schnell finden wir eins an einem Strand. Es gefällt uns so gut, dass wir gleich zwei Tage da bleiben. Bis auf ein Pärchen, das für ein paar Stunden dort angeln geht und zwei Autos, die vorbei fahren, sind wir völlig allein. Wahnsinn, was man hier so oft an völlig einsamen Plätzen steht. Wo gibt es das in Europa noch?!
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  • Überraschungsstadt Iquique

    7 de mayo, Chile ⋅ ☁️ 20 °C

    Schweren Herzens verlassen wir unseren romantischen Strand und fahren nach Iquique. Hier steuern wir einen Stellplatz an, vor dem ich eigentlich sofort wieder umkehren will, weil er mitten in der Stadt liegt und es sich nur um einen asphaltierten Parkplatz handelt, der von einem zwei Meter hohen Holzzaun umgeben ist. Es gibt allerdings nicht viele tolle Alternativen und so bleiben wir da. Im Nachhinein stellt sich der Platz als richtig gut gelegen und ruhig heraus. Und es gibt sogar eine Waschmaschine, die man kostenlos nutzen kann. Nicht nur der Platz gefällt uns, sondern auch von der Stadt sind wir völlig angetan. (Micha ist schon dabei, die Immobilienpreise zu inspizieren.) Dabei hat wahrscheinlich keine Sau bisher irgendetwas von Iquique gehört. 🤣
    Die Stadt läuft am Strand entlang, hat eine kilometerlange Promenade, an der der Bevölkerung so viel Bespaßung geboten wird, dass man den Eindruck gewinnt, die Einheimischen müssten nicht arbeiten, sondern sind durchgehend mit Freizeitgestaltung beschäftigt. Spiel-, Fitness-, Skateboard-Plätze, ein Kasino (in dem auch Konzerte stattfinden und der Eintritt für Veranstaltungen kostet etwa 1 Euro!!), bewachte Strände, ein Surf-Wettbewerb findet gerade statt und und und. Und das I-Tüpfelchen: Alles, aber auch wirklich alles ist picobello sauber! Im Zentrum gibt es das Regionalmuseum, das wir besuchen. Eine wirklich interessante Sammlung über prähistorische Knochenfunde von der Megafauna, Mumien von Indigenen, die Hunderte von Jahren alt sind und sogar ein nachgebautes Dorf der Aymara.
    Das Museum liegt an der Fußgängerzone Baquedano. Diese ist von Holzhäusern im Kolonialstil gesäumt ist, die etwa 150 Jahre alt sind. Gerade ist man damit beschäftigt, diese Gebäude, die wohl lange unbewohnt waren, nun wieder aufzuhübschen und in Hotels, Cafés und Restaurants umzubauen. Beeindruckend sind auch die Bürgersteige, die aus Holz bestehen und damit der Straße ein Aussehen wie aus einer Westernstadt verleihen.
    Am Fischmarkt gibt es auch nochmal ein Highlight. Hier findet sich nämlich wieder mal eine sehr große Seelöwen - Kolonie ein, die mit den Fischresten gefüttert wird. Ein herrliches Schauspiel, wie die ganzen Seelöwen sich übereinander auf das hinein geworfenene Mahl stürzen!!😀 Ich möchte nicht wissen, was passiert, wenn man aus Versehen hineinfällt.🙈
    Drei ganze Tage bleiben wir in dieser Stadt, die uns in völlig begeistert.
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  • Von Iquique nach Arica

    10 de mayo, Chile ⋅ ☀️ 26 °C

    Obwohl es nur etwa 300km von Iquique nach Arica sind, brauchen wir zwei Tage für die Strecke. Wir haben ja Zeit und es ist so schön warm, wozu also beeilen?! Gleich hinter Iquique gibt es die Weltkulturerbe Stadt Humberstone, auch wie so viel Orte hier, ehemalige Salpeterstädte. Micha möchte der Stadt einen Besuch abstatten, aber am Eingang teilt uns die Angestellte mit, dass man etwa zwei bis drei Stunden für den Besuch braucht und nun wäre bis Schließung nur noch eine Stunde Zeit. Also verschieben wir den Besuch auf die Rückfahrt, wenn wir vom Norden wieder runter fahren. So suchen wir uns ein schönes Plätzchen in der nahe gelegenen Reserva Natural de Tamarugal. Hier ist mitten in der Atacama-Wüste ein "Wald". Nicht so ein richtiger Wald, aber hier sind viele viele Tamarugo Bäume. Diese sind an den salzigen und trockenen Boden angepasst und haben Wurzeln, die bis 8 m in die Tiefe reichen. Beim Salpeterboom wurden so gut wie alle Bäume gerodet, aber vor einigen Jahren hat man einen großen Teil des Gebietes wieder aufgeforstet und zur Naturreserve erklärt. Eine merkwürdig schön aussehende Landschaft.
    Am nächsten Tag fahren wir bis kurz vor Arica und lassen uns dort in der Caleta Vitor nieder. Das ist eine kleine Palmenoase an einem Strand, an dem es manchmal Wale gibt, aber auf jeden Fall See-Robben, die wir die ganze Zeit vor unserem Womo sitzend beobachten können. Bis auf ein paar Angler sind wir ganz allein. Nur ins Wasser trauen wir uns nicht, weil die hohen Wellen zu nah am Strand brechen.
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  • Arica, die nördlichste Stadt Chiles

    12 de mayo, Chile ⋅ ⛅ 22 °C

    Was wir von Iquique positiv überrascht waren, sind wir von Arica herb enttäuscht. Gut, im Reiseführer steht, dass man mit einem Stadtspaziergang schnell fertig ist, aber dass wir so schnell fertig sind, hätten wir nicht gedacht 😅. Dummerweise haben wir uns auf einen Campingplatz für zwei Nächte einquartiert. Hier in Arica ist es nämlich nicht ganz so sicher, frei zu stehen, denn die Stadt ist eine typische Grenz-Stadt mit manchmal nicht ganz so geheuer erscheinenden Leuten. Der Cp ist auch noch 6 km vom Zentrum entfernt, so dass wir für die Fahrten in die Stadt jedesmal ein Uber nehmen müssen. Und nicht nur, dass der Cp so weit entfernt ist, nein, er ist auch der grottigste Campingplatz, den wir auf der gesamten Reise bisher hatten. Micha meint, im Herren - Sanitärbereich begrüßt ihn jeden Abend ein fette Kakerlake auf dem Waschbecken 🙈😅. Und es gibt drei Hunde, die die gesamten zwei Nächte durch bellen.
    Als wir in die Stadt hinein fahren, besuchen wir das hochgelobte Museo de Sitio Colon 10. Da gibt es nämlich Mumien der Chinchorro-Kultur, die viele tausend Jahre alt sind und die beim Bau eines Hotel gefunden wurden. Erst dachte man, dass es sich nur um wenige Mumien handelt, bis man feststellte, dass es weitere Schichten mit weiteren Mumien darunter gibt, die zu unterschiedlichen Zeiten übereinander gelegt wurden. Die Mumien haben unterschiedliche Mumifizierungen (künstlich und natürlich), je nach der Mumifizierungsart der jeweiligen Kultur. Da die obere Schicht der Mumien sehr fragil war, konnten die unteren Schichten nicht frei gelegt werden. Leider kann man heute die Mumien nur durch eine Glasboden sehen und dadurch sind die Lichtverhältnisse schlecht.
    Das Zentrum von Arica selbst hat bis auf eine hübsche Plaza, einer Kirche und dem Zollgebäude, die beide von Gustav Eiffel entworfen wurden, nichts anderes zu bieten als Hunderte von sich aneinanderreihenden Geschäften mit chinesischem Plunder.
    Wir sind froh, als wir die Stadt verlassen können. Zumindest können wir sagen: Wir waren in der nördlichsten Stadt Chiles.😅
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  • Azapa Museum und Weg zum Altiplano

    14 de mayo, Chile ⋅ ☀️ 22 °C

    Wir wollen uns auf den Weg in das chilenische Hochland machen. Es soll sehr schön sein, aber der höchste Punkt, den wir besuchen wollen, liegt auf 4.600m Höhe. Und wir haben keine Ahnung, wie wir das gesundheitlich verkraften und vor allem, wie unser Womochen das mitmacht. In Arica decken wir uns noch mit Vorräten ein, tauschen die Reifen durch, wobei wir in ein stundenlanges Gespräch mit dem Geschäftsführer der Reifenfirma verwickelt werden. Natürlich über Politik. Die Chilenen lieben es, über die politischen Zustände des eigenen Landes und der Welt zu diskutieren. Deshalb gelingt es uns erst am Nachmittag, loszufahren.
    Aber frohen Mutes und insbesondere froh, Arica zu verlassen, fahren wir zunächst zum Archäologischen Museum Azapa, was nur ein paar Kilometer von Arica entfernt liegt. Auch hier gibt es viele Mumien der Chinchorro-Kultur und Jahrtausende alte Fundstücke, ist aber im Gegensatz zum Museum in Arica viel umfangreicher. Vielleicht fragt man sich, warum es hier in der Gegend so viele Mumien gibt. Das liegt daran, dass zum einen die Gegend so trocken ist, dass die Toten schon allein vertrocknen und zum anderen war es hier bei den früheren Kulturen über viele Jahrtausende Brauch, ihre Verstorbenen in einem unglaublich aufwendigen Verfahren zu mumifizieren. Es wurden sogar Embryonen mumifiziert. Hier gab es eine sehr hohe Kindersterblichkeit und besonders viele schwangere Frauen und ihre ungeborenen Kinder sind aufgrund des im Wasser natürlich vorkommenden Arsen-Gehaltes gestorben. Man vermutet , dass sich deshalb auch diese aufwendige Mumifizierung etabliert hat, um besser mit der hohen Sterblichkeit der Angehörigen zurecht zu kommen. Übrigens ist hier in einigen Gebieten der Arsen-Gehalt immer noch so hoch, doch über die Jahrtausende hat sich die Bevölkerung daran angepasst. Ob wir, da wir ja nicht angepasst sind, nun eine Arsen-Vergiftung bekommen??🤔
    Wir übernachten noch direkt vor dem Museum und am nächsten Tag geht es aufs Hochland. Bei 2500m machen wir eine Pause, um uns ganz langsam an die Höhe zu gewöhnen und bei 3000m legen wir den ersten Übernachtungsstop ein. Mitten im nichts. Es ist tagsüber noch sehr warm, aber sobald die Sonne untergeht, fallen die Temperaturen um 20 Grad. Der Sternenhimmel ist fantastisch, aber bei mittlerweile 5 Grad hat man keine Lust, diesen zu bewundern.😅
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  • Putre und Höhe bekommt mir nicht

    17 de mayo, Chile ⋅ ☀️ 9 °C

    Am nächsten Tag fahren wir langsam zum hübschen Andenort Putre. Der liegt auf auf 3500 Metern und ist somit wieder ein Übernachtungsort für uns, um uns langsam an die Höhe zu akklimatisieren. Uns geht es auch noch so gut, dass wir sogar unseren Morgensport machen können. Wir gehen ein bisschen im Ort spazieren, der ziemlich auf Touristen eingestellt, aber in der Nebensaison sehr verlassen ist. Mitten durch den Ort fließt ein kleines Flüsschen, was hübsch eingerahmt wurde und es gibt viele Restaurants und kleine Geschäfte. In einem davon kaufen wir Koka-Blätter, aus denen wir am Abend einen Tee machen. Soll ja bekanntlich bei Höhenproblemen helfen. Auch am nächsten Morgen trinken wir zum Frühstück Koka-Tee. Im Ort treffen wir eine französische Familie mit Wohnmobil, die gerade von Bolivien kommen und überaus glücklich sind, da raus zu sein, weil es dort gerade politischen Unruhen mit Demonstrationen gibt und man an Tankstellen wegen Treibstoff-Mangel schon mal zwei Tage anstehen kann.
    Dann fahren wir auf 4200m hoch zu einer Therme. Da können wir auch über Nacht bleiben und uns wird gesagt, dass es hier Pumas gibt, die abends vorbeikommen. In der Therme gibt es verschiedene Becken mit unterschiedlichen Temperaturen und Schlammbecken. Wir bleiben eine Weile drin. In der Sonne ist es jedoch zu warm, so dass wir nach Sonnenuntergang zurückkommen wollen. Aber als wir zum Womo zurück gehen, wird es mir plötzlich übel. Ich bekomme Kopfschmerzen, mir ist schwindelig und es geht mir sehr schlecht. Nun hat es mich wohl doch mit der Höhekrankheit erwischt?? Wir packen alles zusammen und fahren wieder nach Putre zurück. Dort geht es mir nach einer halben Stunde auch etwas besser. Heißt das nun, dass wir die Weiterfahrt auf dem Hochland abbrechen müssen? Das wäre sehr schade. Schon schade genug, dass wir nicht an der Therme übernachten können. Entgeht uns wieder der Puma😔
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  • Zweiter Höhen-Versuch: Chungara See

    18 de mayo, Chile ⋅ ☀️ 7 °C

    Am nächsten Morgen geht es mir deutlich besser. Wir haben auch aufgehört, Koka-Tee zu trinken, weil mir eine Freundin erzählt, dass es ihr damals auf ihrer Reise durch Bolivien mit dem Tee viel schlechter ging. Man muss ja auch sagen, dass es eine Droge ist und meine Reaktion auf Drogen ist immer dieselbe: Übergeben.😅
    Wir starten nun also einen zweiten Versuch. Denn unser eigentliches Ziel ist der Parque Nacional Lauca und der Chungara-See, kurz vor der bolivianischen Grenze. Der liegt auf 4600m. Wir kommen an einer Landschaft vorbei, die ein wahrer Traum ist. Im Nationalpark gibt es einen kleinen Rundweg. Dort sind überall Vicuñas. Diese gehören zur selben Familie wie Lamas und Guanakos. Allerdings sind sie etwas zarter und kleiner als die anderen beiden und ihre Wolle wird mit Preisen um die 10.000 $ pro Kilo gehandelt, weil diese extrem weich und fein sein soll. Im Gegensatz zu den Lamas lassen sie sich aber nicht züchten.
    Und was es hier auch gibt, sind die niedlichen kleinen Viscachas. Das sind Verwandte der Chinchillas. Aber für uns sehen sie aus wie eine Mischung aus Hase und Känguru. Und beeindruckend ist, dass man sich ihnen auf etwa einen Meter nähern kann und sie davon völlig unbeeindruckt sitzen bleiben.
    Hier gibt es auch eine Höhle, bei der man anhand primitiver Werkzeug-Funde festgestellt hat, dass sie vor vielen tausend Jahren bewohnt war.
    Dann kommen wir zu einem Aussichtspunkt, wo man mit dem Fahrzeug ein kleines Stück den Berg hinab fahren muss. Wir fahren hinab und stellen plötzlich fest, dass dass der Weg völlig ausgewaschen, mit tiefen Furchen ist. Wir können nicht mehr rückwärts fahren und müssen weiter runter. Es ist eine völlige Katastrophe.🙈🙈 Ich steige schnell aus und versuche, Micha, so gut wie möglich, an den Furchen vorbei zu lotsen. Das Vorderrad hängt schon einen halben Meter in der Luft. Ich fange schon an zu schreien, weil es jeden Moment umkippen könnte. Aber mein bester Fahrer aller Zeiten 😀schafft es, das Womochen wohlbehalten auf stabilen Untergrund zu bringen! Das Herz ist uns in die Hose gerutscht und Micha ist ganz blass um die Nase! 😅
    Mit noch weichen Knien geht's jedoch weiter zum Chungara See. Wir sind von der gesamten Landschaft überwältigt. Ich muss sagen, für mich ist es die schönste Landschaft, die wir auf unser bisherigen Reise gesehen haben. Der See liegt am Vulkan Parinacota, dessen Silhouette sich im See widerspiegelt. Es sind überall Vicuñas, Flamingos, viele Vögel zu sehen und einer blauer Himmel krönt das Ganze. Welch Schönheit!
    Wir bleiben am See stehen und übernachten dort. Neben uns steht ein Paar mit ihrem Van aus Mexiko. So sind wir seit langer Zeit mal nicht die Einzigen an einem Übernachtungsplatz.
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  • Abenteuerliche Fahrt auf dem Altiplano

    19 de mayo, Chile ⋅ 🌬 9 °C

    Am Chungara See zu übernachten, bedeutet zwar herrliche Ruhe, doch bei dieser Höhe lässt es sich sehr schlecht schlafen. Immer wieder wacht man auf, wahrscheinlich, weil die Sauerstoffversorgung so schlecht ist. Deshalb sind wir auch schon früh wach und überlegen, wie es nun weitergeht. Option 1: wir fahren Richtung Putre zurück und zur Küste. Langweilig, aber dafür keine großen Höhen mehr. Option 2: die abenteuerliche Strecke über den Salar de Surire. Ganz klar: Wir entscheiden uns für die Abenteuerstrecke! Was uns bis dahin nicht klar ist, was für eine Strecke da auf uns zukommt!
    Zunächst sind wir noch ganz glücklich über unsere Wahl, denn die kleine Straße ist schön asphaltiert. Allerdings nur die ersten Kilometer. Dann Schotterpiste. Geht aber auch noch alles gut. Wir fahren an mit bunten Schleifchen geschmückten Lamas vorbei und vielen Vicuñas. Die Landschaft ist beeindruckend. Auf den etwa 100km begnen wir nur sehr wenigen anderen Fahrzeugen. Kurz vor dem Salzsee ist ein Auto liegen geblieben. Wir versuchen dem armen Kerl mit unserer Starter-Hilfe zu helfen. Liegt aber nicht an der Batterie. Kurz darauf kommen aber noch zwei seiner Kollegen, die ihn schließlich abschleppen.
    Wir fahren weiter zum Salar. Dort sind wir enttäuscht. Der Salzsee liegt auf 4250m Höhe und ist über 17.000ha groß. Allerdings so schön blendend weiß mit Flamingos, wie er im Reiseführer beschrieben wird, sieht er gar nicht aus. Außerdem wird in großen Mengen Borax abgebaut und viele LKWs fahren herum. Wir könnten hier übernachten (am Ufer steht auch ein Womo aus der Schweiz), aber wir haben keine Lust auf noch eine Nacht in über 4000m. Laut IO-App gibt es in 90km eine Schlafplatz, der 3.900 m hoch liegt. Eindeutig besser, denken wir uns und fahren weiter. Nun werfen wir einen Blick auf den DPF und oh Schreck: 98% und jetzt wird uns bewusst, dass die Strecke mehrere Kilometer über einen Berg führt, der 4.750m hoch liegt. Voller DPF und höchster Punkt unserer bisherigen Reise im Doppelpack 😱😱! Ich schreie Micha an, dass er zurück runter zum See fahren soll, denn falls wir stehen bleiben, sind dort zumindest Leute, die uns helfen könnten. Aber Micha meint, dass es besser ist, weiterzufahren und unter 4000m zu kommen. Noch dazu kommt, dass der Weg immer schlechter wird. Tiefe Furchen, immer wieder trennt sich der Weg und wir fahren die falsche Strecke, die wegen ausgewaschener Rinnen ins Leere führt und wir zurück müssen. Wenn wir jetzt hier liegen bleiben und eine Nacht in dieser Höhe verweilen müssen... Es ist die völlige Katastrophe. Unsere Nerven liegen brach. Der DPF zeigt nun 106%!!! Wir wussten gar nicht, dass das möglich ist. Dann erreichen wir 4300m und was soll ich sagen: der DPF regeneriert wieder!🤩👏👏
    Uns fällt ein Stein vom Herzen!
    Nun kämpfen wir gegen die zunehmende Dunkelheit und wollen noch unseren Übernachtungsplatz vor Sonnenuntergang erreichen. Wir müssen einen Fluss durchfahren, bei dem in IO steht, dass man ihn nicht an dieser Stelle überqueren soll, sondern nach links auf den Weg abbiegen soll. Als wir die beschriebenen Koordinaten anfahren, kommen wir zu einer Hütte, aus der mehrere Hunde auf uns zu stürmen. Hinterher rennen die zwei Bewohner der Hütte. Zwei hutzelige, völlig verschmutzte Indigene, deren Gesichter von der Sonne vertrocknet sind. Es ist wie in einem Horrorfilm! 😱 In meiner Fantasie sehe ich das Ehepaar schon mit Gewehren auf uns zu rennen. Tatsächlich hat die Oma Angst, dass wir ihren Dackel überfahren und sie so schnell rennt, um ihn schützend in die Arme zu nehmen😅. Die beiden erklären uns, dass dieser Weg über den Fluss noch viel schlimmer ist und wir lieber wieder auf den anderen Weg fahren sollen. Also wieder zurück und zweiter Anlauf. Ich teste die Tiefe. Das eiskalte Wasser geht mir nur bis zu den Knien. Also Auto passt durch! Alles gut! Die nächsten 10km gestalten sich noch einmal sehr herausfordernd. Es geht bergab und auch hier teilen sich die Wege. Immer wieder haben wir den falschen Weg gewählt, der zu unüberwindbaren Rinnen führt und Micha im Rückwärtsgang bergauf fahren muss. Gerade, als die Dunkelheit herein bricht, haben wir den schlimmsten Teil der Strecke überstanden. Nun geht es durch verlassene Ortschaften, in denen die Fensterläden unheimlich im Wind schwingen und die Häuser gespenstische Schatten in der Dunkelheit werfen. Plötzlich kommen wir zu einem Militärposten. Diese Strecke ist, weil sie parallel zur bolivianischen Grenze führt, eine Schmugglerroute. Unsere Pässe werden kontrolliert und wir können weiter fahren. Endlich erreichen wir den Parkplatz an einer Therme. Allerdings parken wir 500m davor, denn wir sehen im Dunkeln den Weg nicht mehr und die Therme scheint, wie der Ort davor schon seit langem verlassen. Völlig erschöpft gehen wir früh ins Bett und sind wahnsinnig dankbar, dass alles nochmal gut gegangen ist.
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  • Lagerfeuer am Riese von Atacama

    20 de mayo, Chile ⋅ ☀️ 15 °C

    Nicht nur die Höhe und die Aufregung des letzten Tages lässt uns nur wenige Stunden schlafen. Plötzlich, mitten in in der Nacht leuchtet uns mit vollem Scheinwerfer für mehrere Minuten ein Auto an (Panik entsteht, wir sind ja auf der Schmugglerroute! Als das Auto wegfährt, leuchtet es immer noch so hell. Die Ursache lässt sich schnell feststellen: Micha hat vergessen, die Außenbeleuchtung auszuschalten🙈😅. Wahrscheinlich hat der vorbei fahrende Autofahrer gemeint, da braucht jemand Hilfe.
    Am nächsten Morgen sehen wir erstmal, wie wunderschön unser Landeplatz ist.
    Das Frühstück in der herrlichen Umgebung . entschädigt schnell für die letzten aufregenden Stunden. Im Hintergrund raucht ein Vulkan leise vor sich hin, der Himmel ist strahlend blau, von jeder Seite ziehen Lama-Herden an uns vorbei und schauen neugierig auf den für sie ungewohnten Anblick.
    Schweren Herzens verlassen wir diesen Traum, aber wir wollen zur Küste und wissen noch nicht, wie lange wir für die fehlenden Kilometer bis zur Hauptstraße brauchen. Doch der Weg bis dahin ist nun schnell bewältigt. Allerdings, gerade, als wir ein paar Kilometer auf der asphaltierten Straße gen Küste fahren, geraten wir in eine Straßensperrung, die bis 18 Uhr (vier Stunden) anhalten soll. Es soll aber eine Umleitung für kleinere Fahrzeuge über die Berge geben. Da stellt sich die Frage: Ist unser Womochen ein kleineres Fahrzeug?🤔
    Ein Minibus-Fahrer ermutigt uns zu diesem Weg, da er ebenfalls da lang fahren wird. So wagen wir die Umgehungsstraße. Und was für eine tolle Entscheidung das war! Die Schotterpiste führt an Ausblicke auf eine traumhafte Landschaft an Berghängen entlang. Überall kreuzen Lamas und Vicuñas den Weg. Die einzige Schwierigkeit besteht darin, auf der einspurigen Piste den entgegen kommenden Fahrzeugen Platz zu lassen. Das bedeutet immer für einen der Fahrzeuge ein Stück zurück zu fahren und sich in eine hoffentlich vorhandene Verbreiterung zu stellen. Nicht immer gelingt das so einfach und oft muss der Rückspiegel eingeklappt werden. Etwas Panik entsteht auch, als wir mit der Windung der Straße plötzlich nicht mehr an der Bergseite sondern an der Abgrundseite fahren. Hunderte Meter steil abwärts geht es ohne Begrenzung.
    Nach etwa 50 Kilometer kommen wir wieder auf die Hauptstraße, sind allerdings glücklich darüber, dass die Sperrung der Straße uns so ein Erlebnis ermöglicht hat.
    Nun fahren wir zum Riesen von Atacama. Das ist ein riesiger, über 1000 Jahre alter Geoglyph. Geoglyphen sind riesige Scharrbilder, die die früheren Völker an den Berghängen gekratzt haben. Warum sie das gemacht haben, lässt sich nicht so ganz feststellen. Vielleicht, um sich zu verewigen oder Wege, Wasser oder vorbeiziehende Tierherden zu markieren.
    Der Riese von Atacama ist etwa 80 Meter groß und ist von Weitem am Berghang zu sehen. Als wir dort ankommen, steht da ein Ehepaar (Jutta und Joachim) aus Schwaben mit ihrem Wohnmobil. Schön ist es, mal wieder andere Deutsche zu treffen. Schnell freundet man sich an und die beiden schlagen vor, nach dem Abendessen ein Lagerfeuerchen zu machen.
    Und so sitzen wir noch lange mit ihnen an diesem Abend zusammen, erzählen uns von unseren Reiseerlebnissen, während der Schein des Feuers Schatten auf den Atacama-Riesen wirft und die Milchstraße über uns in ihrer ganzen Pracht leuchtet.
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  • Salpeterstadt Humberston und Iquique

    21 de mayo, Chile ⋅ ☀️ 23 °C

    Nach der ganzen Anstrengung wollen wir nochmals in unsere Lieblingsstadt Iquique. Das letzte Mal in Chile den Strand genießen und bevor es wieder in die Höhe geht, nochmal richtig auf Meeresspiegel-Niveau entspannen. Vorher fahren wir noch nach Himbeerstone, der ehemaligen Salpeter-Stadt. Bis in die 1960er Jahre war dies eine florierende Stadt mit riesigen Industrieanlagen für den Salpeter-Abbau, Wohnhäusern, Geschäften, Theater, einen Schwimmbad aus einem Schiffswrack usw.. Im Gegensatz zur Salpeter-Stadt Chacabuco, die wir weiter im Süden besichtigt hatten, handelt es sich hier um eine viel besser erhaltene und mit Museen ausgestattete verlassene Stadt. In vielen Gebäuden ist das damalige Leben mit lebensgroßen Puppen und Dingen des alltäglichen Bedarfs nachgestellt. Sogar die damalige Markthalle wurde so eingerichtet, wie sie vor 100 Jahren aussah. Von den Industrieanlagen ist aber nicht mehr viel erhalten.
    Nach einem dreistündigen Besuch fahren wir wieder nach Iquique zum netten Stellplatz von Daniel, wo wir nochmal zwei Nächte verbringen und außer Stadtbummel, sich an den Strand legen und Sushi essen gehen uns einfach nur entspannen.
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  • Chuquicamata und Erdbeben

    25 de mayo, Chile ⋅ ☀️ 20 °C

    Die größte Kupfermine der Welt. Die besuchen wir, als wir auf dem Weg nach San Pedro de Atacama sind. Etwas umständlich ist es, Tickets zu reservieren. Auf unsere Mail bekommen wir keine Antwort mehr, weil Feiertag und Wochenende ist. Wir versuchen es trotzdem und dort treffen wir Jutta und Joachim wieder. Unsere Reservierungen hat das Besucherzentrum erhalten. Ansonsten ist der Besuch kostenlos. Mit Helmen und Warnwesten werden wir mit einem Bus zur Mine gebracht. Da seit einigen Jahren Kupfer nur noch unterirdisch gefördert wird, sieht man nicht viel mehr als ein gigantisches Loch von etwa 6km Länge, 3 km breit und einem Kilometer tief!! Die LKWs , die an den Abhängen aus der Mine hoch fahren, sehen aus wie Spielzeuge. Wir besuchen auch noch die ehemalige Minenarbeiter -Stadt, die aber schon 2011 wegen Kontamination des Bodens und des Grundwassers aufgegeben wurde. Da kann man sich vorstellen, wie der Abbau des Kupfers die gesamte Umgebung mit Giften verseucht. Die junge Frau, die uns durch die Mine führt hat als Kind hier gelebt und erzählt, wie traurig ihre Familie und die anderen Minenarbeiter waren, als sie ihre Häuser, die ihnen kostenlos zur Verfügung gestellt wurden, auf einmal aufgegeben mussten und da sie alle nie Geld sparen mussten, auch plötzlich mit der Situation konfrontiert waren, ein Haus oder Wohnung in der nahegelegenen Stadt Calama zu kaufen bzw.zu mieten.
    Nach dem Besuch der Mine fahren wir mit den Schwaben gemeinsam nach San Pedro de Atacama. Dort gehen wir auf einen Campingplatz. In San Pedro könnte man zwar auch frei stehen, allerdings ist es problematisch, an Trinkwasser zu gelangen und da wir mehrere Tage hier bleiben wollen, quartieren wir uns lieber auf einen Stellplatz ein, wo wir das Wasserproblem vermeiden können. Maria, sie Besitzerin des Stellplatzes ist sehr freundlich und gibt uns viele Ausflugstipps. Gerade als wir draußen stehen, fängt der Boden plötzlich an zu vibrieren. Alle denken wir, dass der vorbeifahrende LKW daran Schuld ist, aber nun beginnen die Bäume und die Wohnmobile heftig zu wackeln. Maria ruft: "Herzlich Willkommen in Chile - ihr seid inmitten eines der häufigen Erdbeben hier".
    Wie aufregend!! Danach herrscht in der ganzen Stadt Stromausfall. Immer wenn es ein Erdbeben gibt, wird der Strom abgestellt, damit keine Unfälle damit passieren.
    Als wir uns alle wieder beruhigen, machen wir mit den Schwaben ein kleines Lagerfeuer und genießen den schönen Abend. Später lesen wir, dass das Erdbeben eine Stärke von 6,9 hatte und das Epizentrum 30km von uns entfernt war. Die Mine Chuquicamata, in der wir vor wenigen Stunden waren, wurde evakuiert.
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  • San Pedro de Atacama und Pukará de Quitor

    26 de mayo, Chile ⋅ ☀️ 20 °C

    Den Tag lassen wir gemütlich angehen. Wir laufen in die Stadt. Hier geht es sehr touristisch zu. Das sind wir gar nicht mehr gewohnt.😅 Vor allem viele junge Traveler aus Europa und viele brasilianische Touristen sind hier unterwegs. Somit ist die Stadt auf die Wünsche der Touristen eingestellt und an jeder Ecke gibt es dementsprechende Geschäfte und viele, viele Restaurants und Cafés. Wir gehen weiter zur prãkolumbianischen Ruine der Festungsanlage Pukará de Quitor. Der Weg, 9km vom Stellplatz aus, ist ziemlich anstrengend. Die Sonne scheint hier sehr stark, wir sind auf über 2400m Höhe und das macht sich an meiner mangelnden Puste schnell bemerkbar.
    Die Ruine schlängelt sich den Berg hoch und Micha meint, dass es ein bisschen wie Machu Picchu für Arme aussieht😄. Die Festungsanlage wurde im 12. Jahrhundert erbaut und 1540 von den Spaniern blutig erobert.
    Ein kleiner Wanderweg führt auf einen lohnenswerten Aussichtspunkt hinauf. Dort oben hat man einen sehr schönen Blick auf die gesamte Umgebung.
    Auf dem Rückweg schlendern wir noch ein bisschen durch das touristische Treiben von San Pedro. Wirklich gut gefällt es uns hier.
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  • Piedras Rojas und Lagunen

    27 de mayo, Chile ⋅ 🌬 6 °C

    Nach der gestrigen Wanderung machen wir heute einen Ausflug mit dem Womo zu den Piedras Rojas (rote Steine) und zu den Lagunen Meñiques und Miscanti . María kauft uns Tickets dafür im Internet, weil sich das als sehr schwierig gestaltet. Weil heute angeblich Tag des Denkmals ist, sind die kostenlos. Wir machen uns auf den Weg. Die Straße ist durchweg asphaltiert, zieht sich aber trotzdem ziemlich in die Länge. Als wir bei der Ticket-Kontrolle ankommen und die Tickets zeigen, stellen sie fest, dass sie auf ihrer Internetseite einen Fehler gemacht haben. Heute ist kein Tag des Denkmals.😕
    Nun müssen wir die Tickets nochmal neu kaufen - wieder ein sehr komplizierter Prozess - und bezahlen.
    Endlich können wir weiter fahren und steuern zunächst die Piedras Rojas an. Wir sind wieder mal auf einer Höhe von 4.300m. Der kleine Spazierweg zur Lagune strengt mich enorm an. Micha hat überhaupt keine Probleme damit. Wie ein junges Reh rennt er von Aussicht zu Aussicht. Die Landschaft ist so etwas von Schön!! An der Laguna Aguas Calientes liegen die roten Gesteinsformationen, die dem Ort den Namen geben. Die Lagune selbst leuchtet türkisfarben und deren Ränder sehen aus wie Schnee, ist aber Salz. Dahinter ragt der Vulkan Caichinque auf und der Boden ist mit gelb leuchtenden Grasbüscheln besprenkelt. Die ganze Landschaft sieht so surreal aus. Es ist unbeschreiblich und wir wähnen uns auf einem anderen Planeten.
    Auf dem Rückweg halten wir noch an den Lagunen Meñiques und Miscanti, die leuchtend blaues Wasser haben und in denen ein paar Flamingos stehen.
    Die Höhenstrapazen haben sich allemal gelohnt, um so eine Wahnsinns Landschaft zu sehen.
    Als es dunkel wird, kommen wir zum Stellplatz zurück. Dort warten die anderen Overlander auf uns. Die Südafrikaner, die die letzten beiden Tage auch schon da waren, wollen sich mit einem gemeinsamen Grillen von allen und von Chile verabschieden. Ein lustiger internationaler Abend wird das, bei dem reichlich viel Alkohol fließt😅!
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  • Valle Arcoiris und letzter Tag in Chile

    28 de mayo, Chile ⋅ ☀️ 15 °C

    Nun heißt es Abschied nehmen von Chile. Den letzten Tag hier verbringen wir im Valle Arcoiris (Regenbogen-Tal). Diese Felsformationen heißen so, weil sie wirklich in allen Regenbogenfarben leuchten. Mit dem Auto kann man ins Tal fahren und hält immer wieder an mit Steinen umrahmten Parkplätzen. Von dort kann man zwischen den Felsen entlang spazieren. Aber nach dem Erdbeben traue ich mich nicht mehr ganz so zwischen Felsen herum zu laufen😅.
    Nachdem wir aber wirklich jeden Pfad erkundet haben, fahren wir weiter zu den Petroglifos yerbas buenas. Tolle Felszeichnungen, von denen die ältesten 3400 Jahre alt sind. Neben vielen Lamas, gibt es sogar einen Affen und Zeichnungen, die Schamanen abbilden. Die ganzen Petroglyphen sind rings an einem großen Berg zu bewundern. Wobei es sich eigentlich nicht lohnt, ans andere Ende des Berges zu laufen, weil dort die Felszeichnungen gerade mal 50 Jahre alt sind. Nun sind wir aber einmal bis ans Ende des Berges gelaufen und müssen wieder zurück. Micha will nur mal auf eine kleine Anhöhe gehen, aber schwupps, habe ich ihn aus den Augen verloren. Ich gehe den markierten Pfad weiter entlang, allerdings hört dieser plötzlich auf und ich stehe ziemlich verloren in der Landschaft. So quäle ich mich einen Kilometer mit Klettern über Steine und Ausweichen von Kaktusbüscheln zum Parkplatz zurück, wo Micha schon eine ganze Weile auf mich wartet. Er hatte eine Abkürzung genommen😅.
    Zurück nach San Pedro erledigen wir noch Tanken und Einkaufen, denn morgen geht es über den Paso de Jama nach Argentinien. Und weil es unser wirklich letzter Abend in Chile ist, gehen wir essen. Die Wahl fällt aber auf ein peruanisches Restaurant 😂.
    Beim Essen wird uns bewusst, dass nun ein Abschnitt unserer Reise zu Ende geht. Da schießen mir die Tränen in die Augen. Denn Chile hat uns wirklich sehr sehr viel Freude gemacht.
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  • Paso de Jama-Strecke der Superlative

    30 de mayo, Argentina ⋅ ☀️ 16 °C

    Heute erreichen wir zwei Rekorde auf unserer bisherigen Reise. Einer ist die Höhe und der andere die Temperatur.
    Schweren Herzens verlassen wir Chile und auch San Pedro de Atacama. Man könnte hier problemlos eine Woche bleiben, weil es so viel Sehenswertes gibt. Aber wir haben nun nur noch drei Wochen, bis wir "Urlaub" zu Hause machen und wir wollen noch nach Bolivien, zum Salar de Uyuni. Also fahren wir los. Kurz nachdem wir losgefahren sind, bekomme ich die Nachricht, dass die Straße von der argentinischen Grenze nach Uyuni nun auch im Zuge der Proteste im Land blockiert wurde. Oh, nein! Jetzt können wir nicht nach Bolivien. Da hätten wir doch noch in San Pedro bleiben können.🙈
    Nun, zu spät. Wir sind auf dem Weg. Und was für ein Weg!! Innerhalb 48km führt die Straße von 2440m auf 4825m Höhe! Die nächsten Kilometer bleibt man auf der Höhe und dann erreichen wir 4830m. Das ist unser Höhenrekord auf unserer bisherigen Reise und überhaupt waren wir beide noch nie höher. Kalt ist es hier, aber die Landschaft ist einmalig. Man blickt auf salzhaltige Lagunen, an denen Flamingos stehen, immer wieder kreuzen Lamas oder Vicuñas die Straße und dann kommen wir zu den Monjes de la Pacana. Das sind verwitterte Felsen, die mitten in der Prärie stehen und wie Finger aussehen. Die Landschaft ist spektakulär!
    Langsam geht es wieder runter und dann ist der Paso de Jama erreicht, die Grenze zu Argentinien. Die Grenzformalitäten sind schnell erledigt und es gibt auch keine Lebensmittelkontrollen (ich hatte vorsichtshalber alles Obst, Gemüse und Fisch unter dem Sitz versteckt 😅. Kein Risiko mehr eingehen, wieder alle Lebensmittel konfisziert zu bekommen!!)
    Weiter geht es, nun seit wir auf argentinischer Seite sind, auf deutlich schlechteren Straßen. Ein Schlagloch reiht sich ans nächste und bei dieser kurvenreiche Strecke mit vielen LKWs ist es nicht einfach zu fahren. Weil die Sonne schon hinter den Bergen versinkt, übernachten wir in dem kleinen Ort Susques, leider immer noch auf 3.700m. Dementsprechend schlafe ich auch sehr schlecht. In der Nacht sinkt die Temperatur auf Minus 15 Grad!! Auch das ist unser Rekord auf der Reise. Nicht mal in der Antarktis war es so kalt. Unsere Heizung läuft bei der Höhe auch wieder nur auf max.14 Grad. Na immerhin!
    Am nächsten Tag fahren wir weiter und machen einen Stopp an der Salina Grande, eine riesige Salzlagune, auf der auch Salz abgebaut wird. Hier kann man mit einem Guide, der vor einem fährt, mit dem eigenen Auto auf der Salzlagune fahren. Das machen wir natürlich, denn der Salar de Uyuni ist ja nun ins Wasser gefallen. Der Guide macht von uns lustige Touri-Fotos mit Dino und allen möglichen Gegenständen. Sehr amüsant! Und eine wirklich schöne Farbkombination ist es hier. Das Weiß der Salzlagune ist so grell, dass wir wahrscheinlich ohne Sonnenbrille unsere Augen schädigen könnten.
    Danach fahren wir weiter nach Purmamarca. Die Straße führt in atemberaubenden Serpentinen hinab, innerhalb kürzester Zeit ist man 1000m niedriger. Auch so etwas haben wir noch nie vorher erlebt. Da können die Trollstigen in Norwegen keineswegs mithalten.
    Kurz vor dem Ort ist die Straße durch die Straße Polizei gesperrt. Ein übergroßer Transport soll entgegen kommen. Allerdings müssen wir 1,5h warten. So eine klare Zeitplanung hat die Polizei hier in Südamerika nicht. Im Dunkeln kommen wir im schönen Ort Purmamarca an und fahren zu einem Parkplatz, wo unsere spanisch/peruanische Familie (Dennis und Celeste) stehen (hatten wir im Torres del Paine Parque kennengelernt) und unserer Schwaben stehen auch wieder da😅. Wirklich lustig, wie man sich hier immer wieder trifft.
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  • Purmamarca

    30 de mayo, Argentina ⋅ 🌙 10 °C

    Zwei Tage bleiben wir in dem hübschen Ort Purmamarca. Er ist eingerahmt vom Cerro de los siete colores (der Berg der 7 Farben) und im Ort selbst findet ein wahres touristisches Treiben statt. An hunderten von Ständen werden hauptsächlich Textilien aus Lama/Vicuña oder Guanako-Wolle verkauft und an jeder Ecke kann man Lama-Salami erstehen. Und weil sich die Lamas nicht haben streicheln lassen, werden sie jetzt von uns gegessen😅.
    Wir wandern den 3km langen Rundweg um den bunten Berg, lassen uns dazu verleiten, Lama-Schals zu kaufen, werden von unseren spanischen Freunden zum Tortilla - Essen eingeladen und abends gehen wir Lama-Schnitzel essen. Der Ort selbst hat noch ein paar schöne sehenswerte Kolonialgebäude und ist von der Höhe her ( 2300m) auch angenehm zu ertragen.
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