• Sandra Derfler
  • Philipp Kuhn
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Abenteuer südliches Afrika

Et 331-dags eventyr af Sandra & Philipp Læs mere
  • De Riet?!?

    3.–4. jun. 2025, Namibia ⋅ ☀️ 34 °C

    Nach einer ersten kleinen Erkundungstour durch das trockene Flussbett des Ugab Rivers landen wir eher zufällig in De Riet. Ein winziger Ort mitten im Nichts, welcher nicht in einem Reiseführer steht. Am schlichten Shack der Tourist Information werden wir freundlich empfangen. Uns wird ein Blatt Papier gereicht. Eine Art Spendenliste, auf der wir selbst eintragen dürfen, wie viel wir denn gerne „geben“ möchten. 600 oder 800 Namibia Dollar wären „völlig in Ordnung“, sagt man uns mit einem Lächeln.
    Wir schlucken kurz und sind wegen der Direktheit etwas überrascht. Wir entscheiden uns zu einem ortsüblicheren Preis im Ort zu übernachten und dafür etwas bezahlen.

    Was als einfache Nachfrage beginnt, wird zu einem eindrücklichen Stück Geschichte. Denn De Riet ist mehr als nur ein abgelegener Weiler. Die wenigen Familien, die hier leben, gehören zur Riemvasmaker Gemeinschaft. Einer Gruppe der Nama, die 1974 im Zuge der Apartheid-Politik aus ihrer Heimat im heutigen Südafrika zwangsumgesiedelt wurden. Sie lebten einst nahe den Augrabies Wasserfällen im Northern Cape, wurden aber als „nicht zuordnungsbar“ eingestuft. Zu weiss für Schwarzafrika, zu schwarz für das weisse Südafrika und darauf aus ihrem Homeland vertrieben. Heute leben sechs dieser Familien hier, unter der Führung von Häuptling Johannes Mangani.

    Wir dürfen direkt neben der kleinen Schule unser Lager aufschlagen. Als Gäste sind wir willkommen. WC und Dusche der Schule stehen uns offen, es wird gescherzt und gelächelt. Herzlich, unkompliziert und direkt. Für einen Moment fühlen wir uns nicht wie Touristen, sondern wie Besucher auf einer Reise zu einem Ort, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf stille Weise in sich trägt.
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  • Auf der Suche nach Wüstenelefanten

    3. juni 2025, Namibia ⋅ ☀️ 34 °C

    Der Ugab River ist einer jener typischen Trockenflüsse Namibias – breit, sandig, eindrucksvoll leer. Die meiste Zeit des Jahres führt er kein sichtbares Wasser, doch unter der Oberfläche schlummert oft noch genug Feuchtigkeit, um das Überleben von Pflanzen und Tieren zu sichern.

    Wenn der Fluss völlig austrocknet, verwandelt sich sein sandiges Bett in eine natürliche Piste, perfekt befahrbar mit Allradfahrzeugen. So werden die ausgetrockneten Flussläufe zu Wegen durch eine Landschaft, die sich so weit und zeitlos anfühlt, als hätte sie die Welt vergessen.

    In dieser rauen Umgebung, im Damaraland und Kaokoveld, leben Namibias legendäre Wüstenelefanten. Eine kleine, faszinierende Population, die sich perfekt an das Leben unter extremen Bedingungen angepasst hat. Sie legen weite Strecken auf der Suche nach Wasser und Nahrung zurück.

    Heute existieren, je nach Quelle, nur noch etwa 150 dieser Elefanten. Sie unterscheiden sich durch schmalere, längere Beine, breitere Füße und ein vorsichtigeres Verhalten. Alles Eigenschaften, die ihnen helfen, in dieser lebensfeindlichen Region zu überleben. Ihr Lebensraum ist riesig. Er ist fast dreimal so groß wie die Schweiz. Kein Wunder also, dass Begegnungen mit ihnen selten und umso kostbarer sind.

    Eine dieser Begegnungen erleben wir unverhofft noch am Abend in De Riet, während wir den Abend unter einem goldenen Himmel ausklingen lassen. Plötzlich ruft jemand: „Elefants are coming!“ Und tatsächlich, lautlos, gemächlich, fast wie aus einer anderen Welt tauchen sie auf. Eine kleine Herde, direkt auf dem Weg zum Wasserloch.

    Ein Moment, der sich nicht planen lässt. Ein Moment, den wir nicht vergessen werden.
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  • noch mehr von den sanften Riesen

    4. juni 2025, Namibia ⋅ ☀️ 33 °C

    Kaum verlassen wir die kleine Siedlung De Riet, begegnen wir den seltenen Wüstenelefanten schon wieder. Ein Anblick, den wir uns erhofft, auf keinen Fall aber erwartet hätten. In der weiten, stillen Landschaft wirken sie fast unwirklich, als gehörten sie mehr zur Legende als zur Gegenwart. Wir geniessen die Zeit mit der kleinen Gruppe und erkunden zusammen ein kleines Stückchen Ihres Reviers…Læs mere

  • Abtauchen im Kaokoveld

    4. juni 2025, Namibia ⋅ ☀️ 30 °C

    Über Palmwag, Sesfontein und Puros cruisen wir immer weiter Richtung Norden. Hinein ins Herz des Kaokoveld. In Sesfontein tanken wir ein letztes Mal bis zur Oberkante unseres Tanks auf, 120 Liter Diesel. Ab hier wird es keine Tankstelle mehr geben, und wir rechnen mit rund 1.000 Kilometern Offroad, die wir auch mit tiefem Sand und rauem Gelände bewältigen können. Zurück müssen wir auf jeden Fall. Im Norden endet die Region abrupt am Kunene-Fluss. Wer weiter will, müsste nach Angola schwimmen oder ein Floss bauen, was wir uns allerdings definitiv sparen möchten. Die Krokodile dort gelten als besonders wenig gastfreundlich.

    Auch beim Wasser sind wir vorsichtig optimistisch. Die Regenfälle waren dieses Jahr ergiebig, einige Bohrlöcher führen noch Wasser. Trotzdem füllen wir all unsere Speicher auf. Insgesamt 90 Liter finden Platz. Im Koakoveld ist Wasser haben besser als suchen.

    Lebensmittel sind ab hier nur noch in vereinzelten „Mini Markets“ zu finden. Meist ein paar Dosen, mit Glück etwas Reis oder Pap. Die Alternative wäre einen eigenen „Livestock“ zu haben, um im Notfall selbst eine Ziege zu schlachten. Wir verzichten darauf eine Ziege in den Landy zu packen, stattdessen füllen wir ordentlich haltbare Vorräte in unsere Kisten: Reis, Pasta, Mehl für das Brot, Linsen und Konservendosen.

    Auch Bargeld heben wir noch einmal ab. Geldautomaten sind hier genau so rar wie geteerte Straßen.

    So machen wir uns auf den Weg. Vollgetankt, gut ausgerüstet, gespannt auf das, was kommt. Und das Kaokoveld enttäuscht nicht. Einsamkeit, unberührte Landschaften, goldschimmerndes Gras, ab und zu wie aus dem Nichts Giraffen oder Vögel und bizarre Felsformationen begleiten uns. Wir staunen, dass in dieser kargen Schönheit überhaupt Leben möglich ist und bewundern die Himba, die hier seit Jahrhunderten als Halbnomaden überleben.
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  • Lone stone men

    10. juni 2025, Namibia ⋅ ☀️ 26 °C

    Tief im Kaokoveld im Nordwesten Namibias, begegnen wir einer ganz besonderen Form von Kunst. Zwischen den kargen Hügeln und den endlosen Schotterebenen tauchen sie plötzlich auf. Die sogenannten „Lone Men“ oder „Stone Men“. Steinskulpturen, die mitten im Nichts stehen, sitzen, liegen oder hängen, als wären sie auf einer langen Wanderung durch die Einsamkeit einfach stehen geblieben.

    Gefertigt aus Natursteinen und rostigem Metall wirken die Figuren überraschend lebendig. Jede einzelne scheint eine Geschichte zu erzählen. Einer kniened um etwas bittend, der andere zielstrebig auf Wanderung oder etwas verloren an einem Felsvorsprung hängend. Es ist, als seien sie stille Gefährten in einer Landschaft, die nur Wind und Zeit kennt.

    Jede Figur trägt eine kleine Aluminiumplakette mit einer eingravierten Nummer und manchmal einem kurzen, rätselhaften Text. Vielleicht ein Hinweis auf ein Ziel, ein Gedanke oder eine Andeutung ihres Zwecks. Wie viele dieser Figuren es insgesamt gibt, wissen wir nicht. Die höchste bislang entdeckte Nummer ist 37, aber ob das die letzte ist…?

    Was die Skulpturen für mich so faszinierend macht, ist nicht nur ihre Platzierung in dieser unberührten Landschaft, sondern auch das Mysterium um ihren Ursprung. Es gibt keine offiziellen Hinweise, keine Karte, keine Signatur, nur diese Figuren, die man zufällig findet, wenn man mit offenen Augen durch das Land reist.

    Auch wir entdecken auf unserer Route einige dieser Steinmänner. Jedes Mal ist es ein kleiner Moment des Staunens. Unvermittelt stehen sie einsam, verlassen, beobachtend da, mitten im Nichts. Ruhig, geheimnisvoll und irgendwie vertraut. Ich hätte gerne noch ein paar weitere gesucht, unsere Tanknadel bewegt sich jedoch nur in eine Richtung und die Region ist doch ca 1.5x so gross wie die Schweiz…🙄
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  • Wer schafft es hier zu (über) - leben…

    12. juni 2025, Namibia ⋅ ☀️ 24 °C

    Im Nordwesten Namibias leben die Himba, das wohl bekannteste und zugleich faszinierendste Volk Namibias. Die Himba leben als Halbnomaden, tief verwurzelt mit ihren Traditionen und eng verbunden mit ihren Herden aus Rindern und Ziegen. „Livestock“ bei den Himba umfasst vor allem Ziegen und Rinder, die eine zentrale Rolle im täglichen Leben und der Kultur spielen. Das Vieh dient nicht nur als Nahrungsquelle (Milch, manchmal Fleisch), sondern auch als Zahlungsmittel, Statussymbol und Teil von Mitgift oder Brautpreis. Rinder gelten als Zeichen von Reichtum und sozialem Ansehen.

    Was sofort auffällt, ist die rötlich glänzende Haut der Himba-Frauen. Diese besondere Farbe kommt von einer Paste namens Otjize, die aus Butterfett und Ockerpulver besteht. Die Mischung schützt vor der Sonne, vor Staub, Insekten und Trockenheit. Rot steht bei den Himba für Leben, Kraft, Blut und Erde und ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Himba Kultur.

    Geduscht wird hier übrigens nicht. Wasser ist zu kostbar. Stattdessen „baden“ sich die Frauen im Rauch aromatischer Kräuter. Danach wird wieder Otjize aufgetragen, was teilweise ziemlich viel Zeit in Anspruch nehmen kann.

    Auch Frisuren und Schmuck sind bei den Himba weit mehr als nur Deko: Jede Zopfform, jedes Kettchen erzählt etwas – ob jemand ledig ist, verheiratet, Mutter, jung oder schon erfahren.

    Die Dörfer der Himba bestehen aus runden Hütten aus Holz, Lehm und Kuhdung – immer kreisförmig angeordnet um das heilige Feuer. Dieses brennt oft über Generationen hinweg und symbolisiert die Verbindung zu den Ahnen. Es wird niemals einfach so gelöscht.

    Der Alltag ist klar geregelt: Die Frauen und Mädchen haben alle Hände voll zu tun. Wasser holen, Häuser verputzen, Feuerholz sammeln, kochen, Kinder hüten – sie sind das Rückgrat des Dorflebens. Die Männer dagegen kümmern sich um die Viehzucht. Oft sind sie tagelang unterwegs, immer auf der Suche nach Wasserstellen oder besseren Weidegründen.
    Es ist ein Leben im Rhythmus der Natur. Und gerade das macht die Begegnung mit den Himbas so besonders.

    Die Himbas berühren uns. Das war schon 2018 so, als wir durch Namibia und Botswana reisten. Es ist schwer zu beschreiben, aber sie haben etwas, das fasziniert. Vielleicht ist es die Würde, mit der sie durchs Leben gehen, oder ihre tiefe Verbundenheit zu ihren Traditionen.

    Viele Familien haben mehrere Kinder, und es sind die Eltern, die entscheiden, welches Kind zur Schule geht und welches traditionell aufwächst. So begegnet man immer wieder jungen Himbas, die ganz selbstverständlich zwischen den zwei Welten leben. Mal in Jeans und T-Shirt, mal in rotem Ocker und traditionellem Schmuck. Sie sprechen Englisch, lachen viel, erzählen mit Stolz von ihrer Kultur und beantworten neugierig unsere Fragen. Diese Begegnungen sind besonders, direkt, ehrlich und voller Wärme.
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  • Shopping in Opuwo mit Zeitmaschine

    14. juni 2025, Namibia ⋅ ☀️ 26 °C

    Im SPAR von Opuwo prallen Welten, Zeiten und Kulturen aufeinander und verschmelzen doch zu einem faszinierenden Schauspiel. Zwischen Regalen voller Dosengemüse, Kühltruhen mit Tiefkühlfleisch und Regalen mit aus Deutschland importierten Spezialitäten, stehen barbusige Himba Frauen mit rot glänzender Haut, ihr Haar kunstvoll in Lehmmatten geformt vor weissem Toastbrot. Neben ihnen prüft eine Herero Dame in farbenfroher viktorianischer Robe mit weitem Reifrock konzentriert die Etiketten auf einer Packung Milli.
    Ein Tourist komplett in technischer Jack Wolfskin Safari Ausrüstung zückt sein Handy, zögert, und steckt es dann doch respektvoll wieder ein. Am Gemüsestand diskutieren zwei weisse Farmer in staubigen Shorts und hohen Schuhen über das Namibia, welches gerade wieder den Bach runter geht. Ein südafrikanischer Traditionalist in Khakihemd und Flip Flops sucht Biltong oder wenigstens etwas Droëwors für den Weg zum Camp. Jugendliche Locals in coolen Markenkleidern streifen durch die Gänge, eine Himbamutter ruft Ihnen mit einem scharfen Klicklaut etwas zu.
    Die Kassiererin, scheinbar unbeeindruckt, scannt Chips, Körpercreme und Ziegenfutter mit stoischer Ruhe. Eine junge Herero hilft einer alten Himba-Frau beim Einpacken der Einkäufe.

    Auf dem Parkplatz warten zerbeulte Bakkies neben weissen Touristen 4x4s mit Dachzelten und knatternden Mopeds. Der Duft von Sonnencreme, Motorenöl, Rauch, Ziegen und Körperfett hängt in der Luft. Staub überall. Gespräche mischen sich in Otjiherero, Englisch, Afrikaans und Deutsch. Ein Strassenhändler verkauft kunstvoll verzierte Makalani Nüsse und Himba Frauen Armreifen aus Beads.

    Die Szene wirkt chaotisch. Doch sie ist typisch für namibischen Alltag in kleinen Städtchen wie Opuwo. Ein kleiner Supermarkt, der mehr über die Kultur und die Herausforderungen des Landes erzählt als so mancher Reiseführer.

    Die Südafrikaner haben uns einen Platz für die Übernachtung ein kleines bisschen ausserhalb empfohlen. Hierhin düsen wir nach einem langen Tag auf den staubigen Pisten in Namibias Nordwesten.

    Ich bin übrigens einer der Touris (immerhin ohne technische Safari Ausrüstung von Jack Wolfskin), der seine Kamera gar nicht erst gezückt hat… daher ein paar Beispielbilder… Die restlichen Eindrücke findet man in meinem Kopf…😉
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  • Safari unter weissen Toyotas; Etosha

    17. juni 2025, Namibia ⋅ ☀️ 25 °C

    Nach den intensiven Tagen voller unendlicher Weite und ungezähmter Wildnis im Kaokoveld sehnen wir uns nach einem Hauch von „Zivilisation“ zumindest im afrikanischen Sinne und entscheiden uns, einen Tag im berühmten Etosha-Nationalpark zu verbringen. Die riesige Salzpfanne zählt zu den bekanntesten Naturwundern Namibias und steht ganz oben auf der To-do Liste vieler Reisender. Das spürt man bereits am Eingangstor.

    Dort erwartet uns ein ausführliches Briefing: Löwen sind keine Streicheltiere und gefährlich, das Aussteigen ist nur an markierten Stellen erlaubt, Plastiktüten gehören nicht aus dem Fenster geworfen und Souvenirs in Form von Steinen oder Knochen sind strengstens tabu. Wir nicken, unterschreiben und fühlen uns bestens vorbereitet. Kurz darauf rollen wir voller Vorfreude in den Park.

    Die Strassen sind in schlechtem Zustand, aber dafür breit wie Autobahnen. Um uns herum zieht eine scheinbar endlose Karawane weißer Toyota Hilux mit Dachzelten vorbei. Der Hilux ist in Namibia ungefähr so häufig wie die Zebras im Etosha. Ein echter Klassiker unter Selbstfahrern. Man erkennt ihn an der dicken Staubschicht, dem leisen Brummen der Kühlbox beim Öffnen der Hecktür und der variantenreichen mehr oder weniger ausgereiften Kunst, das Dachzelt in Rekordzeit auf oder zusammenzuklappen. Wer so ein Gefährt fährt, fühlt sich automatisch ein bisschen wie ein Busch Experte, auch wenn die Reise vielleicht nur von Campsite zu Campsite geht. Und zwischen diesen lange im vorab reservierten Stellplätzen liegt nicht selten ein halbes Land. Kein Wunder also, dass die meisten Reisenden im Park mit erlaubter Höchstgeschwindigkeit unterwegs sind, oder ein kleines bisschen darüber. Der Blick geht dabei regelmässig zur Uhr.

    Wir hingegen lassen es gemütlicher angehen, steuern eine der zahlreichen Wasserstellen an und geniessen dort ein ausgedehntes Picknick mit bester Aussicht. Vor uns entfaltet sich ein tierisches Schauspiel: Zebras, Gnus, Giraffen, Elefanten und verschiedenste Antilopen kommen und gehen, trinken, zanken und verweilen. Sogar Löwen bekommen wir zu Gesicht, zumindest kurz. Sie zeigen sich nur kurz und verschwinden bald träge im hohen Gras.

    Es gibt unglaublich viel Wild zu sehen, und die Stunden verfliegen. Wir bleiben bis zur letzten Minute und verlassen den Park mit den letzten Sonnenstrahlen…
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  • Grün

    26. juni 2025, Namibia ⋅ ☀️ 29 °C

    Wieder einmal machen wir uns auf den Weg nach Norden.

    Der Caprivi-Streifen, dieses schmale, langgezogene Stück Land ganz im Nordosten Namibias, wirkt auf der Landkarte fast wie mit dem Lineal gezogen. Als hätte jemand versehentlich das Land verlängert. Und tatsächlich: Der Caprivi fällt völlig aus der Form. Nicht nur geografisch, sondern auch historisch.

    Ende des 19. Jahrhunderts tauschte das Deutsche Kaiserreich mit Grossbritannien ein paar Kolonialgebiete, um sich Zugang zum Sambesi-Fluss zu sichern. Die Idee: eine schiffbare Verbindung zur damaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika, dem Gebiet des heutigen Tansania, Ruanda und Burundi. Dumm nur, dass man dabei scheinbar ein doch entscheidendes Hindernis übersah. Die Viktoriafälle. Gewaltige Wassermassen, die jedes Schifffahrtsvorhaben abrupt beendeten.

    So blieb der Caprivi eine geopolitische Kuriosität, strategisch völlig nutzlos, aber landschaftlich mindestens für uns ein echter Glücksgriff. Denn nach Wochen in trockener Steppe, über staubige Pisten und durch ausgetrocknete Flussbetten erleben wir hier einen völligen Szenenwechsel.

    Plötzlich wird alles grün. Üppige Vegetation, dichte Uferwälder, Wasserlilien, Palmen, sattes Gras. Statt flirrender Hitze liegt feuchte, tropische Luft über dem Land. Das Pfeifen des Wüstenwinds wird abgelöst vom Plätschern der Flüsse. Der Okavango, Kwando und Zambezi durchziehen die Landschaft wie Lebensadern.

    Auch die Tierwelt passt sich dem Wandel an. Aus dem Gebüsch grunzen Flusspferde, Krokodile dösen am Ufer, und die Luft ist erfüllt vom Rufen bunter Vögel. Alles wirkt lebendiger, dichter, wilder.

    Der Caprivi fühlt sich an wie eine tropische Oase, eingespannt zwischen Botswana, Angola und Sambia. Ein Namibia, das mit dem Bild der endlosen, kargen Weite kaum noch etwas gemein hat. Überraschend anders.
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  • Kafi

    28. juni 2025, Namibia ⋅ ☀️ 22 °C

    Wer uns kennt, oder fleissig mitverfolgt, was wir auf dieser Reise so treiben, weiss: Kaffee ist für uns nicht einfach nur ein Getränk, sondern ein heiliger Bestandteil der Morgenroutine. Ohne ihn? Nope 🤷🏼‍♂️

    Deshalb musste auch ein ausgeklügeltes Set an Kaffee Gadgets mit ins Gepäck. Von der Kaffee Mühle bis zur AeroPress ist alles in der Kaffeekiste mit dabei. Selbst wenn der letzte Specialty Coffee Spot längst hinter uns liegt, guter Stoff geht immer.

    Und so geht‘s on the Road

    1. Gefiltertes Wasser gut aufkochen (am liebsten von Sandra aus dem Kettle zubereitet). Heiss, aber nicht mehr kochend.
    2. 20 g Kaffee mahlen, am besten frisch und dabei erst mal tief einatmen. In die umgedrehte AeroPress leeren. Stoppuhr starten.
    3. In den ersten 15 Sekunden 150 g Wasser (ca. 88 °C) langsam eingiessen.
    4. 7 Mal umrühren. Mit Gefühl, nicht wie beim Eiweissschlagen.
    5. 30 Sekunden entspannen, am besten mit Blick auf die Landschaft. Der Kaffee unbedingt genau so.
    6. Filterdeckel mit einem Papierfilter aufsetzen, AeroPress umdrehen und für 30 Sekunden gleichmässig pressen. Ohne Gewalt. Gleichzeitig zur Koffeina Göttin beten.
    7. Einen Gutsch heisses (aber nicht kochendes) Wasser oder, noch lieber, etwas aufgeschäumte Milch dazugeben.
    8. Hinsetzen. Geniessen. Augen schliessen.
    9. freak out – hoffentlich vor Freude.

    Pro Tipp für Menschen ohne Brot - und Kaffeewaage, so wie wir

    • 1 Messlöffel Bohnen ≈ 20 g
    • 150 g Wasser ≈ 2/3 AeroPress bis zum Rand
    • 100 g Wasser ≈ ein kleiner Gutsch mit Gefühl
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  • Achtung Namibia

    30. juni 2025, Namibia ⋅ ☀️ 26 °C

    Die endlos langen Strassen in Namibia, wirken sehr oft verlassen. Doch der Schein trügt. Wer hier unterwegs ist, sollte die Augen nicht nur auf der umwerfenden Landschaft, sondern auch auf den unterschiedlichsten Warntafeln entlang der Strassen haben.

    In Namibia begegnen wir Verkehrstafeln, die wir so noch nirgends gesehen haben. Achtung Elefanten, Achtung Kudus, Achtung Wildhunde… Doch nicht nur die exotische Tierwelt kann für unangenehme Überraschungen sorgen. Auch Kurven, die scheinbar aus dem Nichts kommen, spielende Kinder am Strassenrand oder Rinder und Ziegen, die gemütlich die Fahrbahn überqueren, oder einfach da liegen, fordern volle Aufmerksamkeit.
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  • As wild as it gets

    1. juli 2025, Namibia ⋅ ⛅ 25 °C

    Im Mudumu Nationalpark im Nordosten Namibias ist es möglich wild und doch ganz legal zu campieren, ohne Zäune, ohne Nachbarn, nur wir und die Wildnis. Wir nutzen die Chance und schlagen unser Lager an einem idyllischen Platz direkt am Fluss auf.

    Noch während wir das Camp aufbauen, merken wir, dass wir nicht alleine sind. Aus dem Wasser heraus beobachten uns neugierige Augen. Eine Gruppe Hippos, die mit gemütlichem Grunzen unsere Ankunft kommentiert. Es ist, als würden sie uns willkommen heissen.

    Die Nacht im Busch wird laut und lebendig. Die Rufe der Tiere, das Rauschen des Windes und das grunzen von Hippos verschmelzen zum Busch Soundtrack. Irgendwann in der Dunkelheit tritt plötzlich ein riesiger Schatten aus dem Dickicht. Ein einzelner Elefant. Lautlos patrouilliert er nur wenige Meter an unserem Zelt vorbei, als wolle er sicherstellen, dass wir uns benehmen.

    Wir schlafen in solchen Nächten nicht wahnsinnig viel. Zu spannend ist die Geräusch Kulisse.
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  • Als Abschluss auf den Chobe

    6. juli 2025, Namibia ⋅ ☀️ 28 °C

    Zum krönenden Abschluss unserer Zeit in Namibia gönnen wir uns eine Bootstour auf dem Chobe und das Land verabschiedet sich von uns auf seine ganz eigene, eindrucksvolle Art.

    Der Fluss scheint zu vibrieren vor Leben. Über, neben und im Wasser tummelt sich alles, was Flügel, Fell oder Schuppen hat. Vögel kreisen über unseren Köpfen oder waten im Wasser, Zebras und Antilopen grasen, Elefanten trinken am Ufer, Krokodile dösen im Schatten und zwischen all dem entdecken wir ein paar Rinder. Sogar mutige Fischer, die in kleinen Mokoros ihr Glück versuchen können wir beobachten 😏

    Gerade als wir denken, dass dieser Moment kaum schöner werden kann, taucht die Sonne den Fluss und die weite Landschaft in ein warmes, goldenes Licht. Die Farben wechseln von Orange über Purpur zu tiefem Blau. Ein Abschied der aller besten Klasse.

    Wir kommen wieder…!
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  • Shortcut durch Botswana

    7. juli 2025, Botswana ⋅ ☀️ 29 °C

    Unser nächstes Reiseziel ist Sambia. Doch anstatt die direkte Route von Shesheke nach Livingstone zu nehmen, von der uns andere Reisende wegen ihres so richtig schlechten Zustands abraten, entscheiden wir uns für einen kleinen Umweg, einmal kurz durch Botswana (es gibt auch einen weiteren Stempel im Pass…😉) und dann über die Grenze nach Sambia.

    So bekommen wir noch einmal eine entspannte Generalprobe in Sachen Grenzübertritte. Afrikanisches Grenzüben für Sissies, könnte man sagen. Denn die Übergänge in Südafrika, Lesotho, Namibia und Botswana entsprachen doch eher europäischen Verhältnissen. Freundliche Beamte, relativ effizient, transparent und ohne grosses Drama. Doch wir wissen bereits, dass sich das bald nachhaltig ändern wird…

    Nach einer kurzen Fahrt über die schnurgerade Transit „Autobahn“ durch den Chobe Nationalpark erreichen wir Kasane, ein quirliges Städtchen, das im Vergleich zu den abgelegenen Ecken Namibias fast wie eine Touristen Hochburg wirkt. Es gibt einen Internationalen Flughafen. Von hier aus starten die meisten Besucher ihre Safariabenteuer durch den Chobe oder ins Okavango Delta.

    Wir gönnen uns eine wohlverdiente Pause. Mit einer Tasse lekker Kaffee und einem traumhaften Blick über den Sambesi.

    Kaffee ausgetrunken, der Blick nach Nordosten, ein neues Land, ein neues Abenteuer, wir freuen uns auf Sambia!
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  • Zambia here we come

    8. juli 2025, Zambia ⋅ ☀️ 25 °C

    Es ist so weit. Nach unserem kurzen Abstecher durch Botswana wagen wir heute den Sprung über die Grenze nach Sambia. Und kaum haben wir den Grenzposten hinter uns gelassen, spüren wir, hier beginnt eine neue Etappe unserer Reise.

    Der Grenzübertritt dauert diesmal deutlich länger als gewohnt. Obwohl der Übergang erst vor wenigen Jahren modernisiert wurde, ist vieles noch immer nicht ganz durchschaubar. Es herrscht ein anderes Tempo, ein anderes System, welches wir nicht direkt durchschauen...🤔.

    Kaum sind wir über die Grenze fallen sofort Unterschiede auf. Die vertrauten weissen Toyota Hilux mit Dachzelt, beklebt mit Logos wie Bushlore, Safari Car Hire oder Oryx Rental, verschwinden schlagartig. Stattdessen gibt es jetzt weisse 4x4 mit Aufschriften wie UNHCR, World Food Programme oder World Vision.

    Auch die Strasse verändert ihren Charakter. Sie ist plötzlich nicht mehr nur Verkehrsweg, sondern Bühne des Alltags. Hier wird getragen, geschoben, balanciert. Waren auf dem Kopf, auf selbstgebauten Schubkarren oder klapprigen Fahrrädern transportiert. Die Strasse wird zum Markt, zum Treffpunkt, zur Lebensader.

    Und immer wieder dieser Moment, der uns so richtig willkommen fühlen lässt. Wenn uns Menschen begegnen (…und das sind nicht wenige), folgt auf das erste Winken ein strahlendes Lachen, das grosse weisse Zähne gefühlt über das ganze Gesicht blitzen lässt. Offen, herzlich und voller Lebensfreude.

    Wir fühlen uns sofort willkommen. Und freuen uns riesig auf alles, was dieses spannende neue Land für uns bereithält.
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  • Mit „Twicherers“ on Tour

    9. juli 2025, Zambia ⋅ 🌬 22 °C

    In Livingstone schliessen wir uns kurzerhand mit Barry und Tracey zusammen, die ebenfalls mit einem Land Rover und ähnlich planlos unterwegs sind wie wir. Gemeinsam schmieden wir einen einigermassen überschaubaren Plan, welcher uns in einem Loop durch den Westen von Sambia wieder nach Livingstone zurück bringen sollte.

    Barry muss nämlich zurück. Er hat dort ein Ersatzteil für seinen Landy bestellt. Und wer schon einmal mit einem Defender unterwegs war, weiss, Ersatzteile sind keine Nebensache, sondern fester Bestandteil jeder Etappe.

    Unsere erste Station heisst Lochinvar. Ein kleiner, sehr wenig besuchter Nationalpark, der unter Vogelliebhabern scheinbar einen guten Ruf geniesst. Ab sofort sind wir nämlich mit zwei waschechten „Twitchers“ unterwegs. So nennt man jene passionierten Vogelbeobachter, die es sich zur Aufgabe machen, möglichst viele verschiedene Vogelarten aufzuspüren, zu fotografieren und eindeutig zu bestimmen. Klingt einfach? Ist es, wie wir jedoch schnell lernen, definitiv nicht. Mal ist das Licht nicht optimal, mal sitzt das gefiederte Ziel ganz oben in einem Baum oder es huscht blitzschnell davon, bevor der Autofokus überhaupt Zeit hatte, zu reagieren.

    Im südlichen Afrika trifft man sie früher oder später fast überall, die Birders. Ausgerüstet mit Feldstecher, Tarnhut und Bestimmungsbuch schleichen sie durchs Dickicht oder starren stundenlang in Baumwipfel. Stets auf der Suche nach dem nächsten gefiederten Checklistenhäkchen. Sie erkennen einen African Pitta am Ruf, unterscheiden Nonnetta von Turako von weitem und drehen sich schon beim leisesten Flügelschlag instinktiv in die richtige Richtung.
    Während andere auf Löwen und Elefanten hoffen, freuen sich Birders über einen unscheinbaren Lark, der irgendwo im Dornbusch zwitschert.
    Je nach Quelle gibt es hier im südlichen Afrika bis zu 1.000 verschiedene Vogelarten. Und die Vielfalt an Formen, Farben und Lauten ist schlicht überwältigend. Selbst wer bisher nicht viel mit Vögeln am Hut hatte, wird bei dieser Auswahl und Farbenpracht bald angesteckt. So sind auch wir schon bald mit Feldstecher, Kamera und Buch im Busch unterwegs auf der Suche nach möglichst exotischen Exemplaren…🤷🏼‍♂️

    Mit zwei Landys, Ferngläsern und Kameras an Bord düsen wir in Richtung Nordosten. Bereit für neue Wege, neue Begegnungen und neue gefiederte Freunde.

    So gibt es passend ein paar Bilder von Landy‘s und Vögeln und natürlich auch in Kombination…😉
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  • Pontoon Zambian Style

    11. juli 2025, Zambia ⋅ ☀️ 25 °C

    Heute steht ein kleines Abenteuer auf unserem Programm. In der Nähe von Namwala steht uns eine Querung des Kafue River bevor. An dieser Stelle des Flusses verbindet eine kleine, schon etwas in die Jahre gekommene Pontonfähre die beiden Ufer. Es ist die einzige Verbindung weit und breit.

    Was auf den ersten Blick aus der Distanz eher nach einem rostigen Flickwerk aussieht, entpuppt sich als Bindeglied des täglichen Lebens. Alles, was irgendwie transportiert werden kann, findet hier Platz. Autos, Lastwagen, Motorräder, Fahrräder, Kühe, Hühner, lebendig oder bereits geschlachtet und ganze Familien, samt Sack und Pack.

    Das Gefährt selbst wirkt zwar nicht mehr ganz taufrisch, schwimmt aber doch erstaunlich stabil. Zwei knatternde Aussenbordmotoren sorgen für den Antrieb, müssen jedoch ständig mit frischem Flusswasser gekühlt werden. Der Fährmann scheint ein wahrer Künstler in Multi Tasking zu sein. Er kühlt die Motoren, dirigiert und platziert seine Ladung, steuert Geschwindigkeit und Richtung, und zieht gleichzeitig auch noch das Geld für die Überfahrt ein. Zack und schon sind wir unterwegs. Mit viel Geschick steuert er das schwankende Etwas zielsicher an die improvisierte An- und Abfahrtsstelle.

    Es ist eine Überfahrt, die nicht nur den Fluss, sondern auch Kulturen, Alltag und Improvisationskunst miteinander verbindet. Unsere Gefährte kommen sicher auf der anderen Seite an und wir sind bereit für weitere Abenteuer.
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  • Busanga Plains

    16. juli 2025, Zambia ⋅ ☀️ 26 °C

    Heute gönnen wir uns einen Tag, wie er in jedem Tagebuch einer klassischen Afrikareise steht.
    Noch vor Sonnenaufgang holt uns Oscar ab. Unser Guide, der den Busch kennt wie seine Westentasche. In dicke Decken gewickelt und mit Wärmflaschen ausgerüstet, ruckeln wir auf dem offenen Safari Gefährt in Richtung Busanga Plains. Es ist so richtig, richtig kalt.

    Doch der Tag belohnt uns reich, mit allem, was das Safariherz höherschlagen lässt.

    Wir begegnen einem Löwen, der gelassen durchs hohe Gras stolziert und für uns posiert, wir beobachten Hippos, entdecken verschiedenste Antilopenarten und unzählige Vögel. Geier fallen über einen frischen Kill her.

    Und als wäre das nicht schon spektakulär genug, endet der Tag mit einem absoluten Highlight. Drei Cheethas liegen satt und zufrieden im Schatten eines Buschs, recken die Pfoten in die Luft und vertreiben sich die Zeit mit Chillen.
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  • Hoher Besuch im Camp

    18. juli 2025, Zambia ⋅ ☀️ 27 °C

    Heute schlagen wir unser Lager offiziell ausserhalb des Kafue Nationalparks auf. Wobei „ausserhalb“ in Sambia ein dehnbarer Begriff ist. Denn hier gibt es keine Zäune, keine Grenzen zwischen Schutzgebieten, Farmland und traditionell genutztem Land.

    Während einer kurzen Ausfahrt auf der Suche nach einem idyllischen Wildcamp entlang des Kafue Rivers, stossen wir auf unzählige Spuren von Elefanten und anderen mehr oder weniger unangenehmen Wildtieren. Wir beschliessen, dass wir doch lieber auf dem „offiziellen“ Camp übernachten. Besuch kriegen wir trotzdem nicht zu knapp 😬

    Für die tierischen Bewohner dieser Region macht es keinen Unterschied, ob wir innerhalb oder ausserhalb des Parks stehen. Für sie ist alles ihr Zuhause und unser Zelt nicht einmal ein kleiner Aufreger auf Ihren gewohnten Routen.
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  • Liuwa Plains

    20. juli 2025, Zambia ⋅ ☀️ 26 °C

    Um zu den abgelegenen Liuwa Plains zu gelangen, wagen wir uns immer tiefer in das Herz des „schwarzen Sambias“ vor. So nennen die Einheimischen diese wenig erschlossene, ursprüngliche Region im Nordwesten des Landes. Die Dörfer am Wegesrand werden kleiner, ärmlicher, oft kaum mehr als ein paar strohgedeckte Hütten. Gleichzeitig scheint das Leben auf den staubigen Straßen geschäftiger denn je. Fahrräder, vollbepackt mit Feuerholz, Wasser oder Gemüse, Ziegenherden, Kinder, alles bewegt sich in einem lebendigen Rhythmus, der scheinbar so typisch für ländliches Sambia ist.

    Doch irgendwann endet auch das letzte bisschen Asphalt, der Weg verwandelt sich in tiefen, weichen Sand, der uns mit jedem Kilometer weiter in den wilden Busch bringt. Der Weg wird zur Herausforderung, aber auch zur Einstimmung auf das, was uns erwartet: Die unendliche Weite der Liuwa Plains.

    Die Liuwa Plains sind berühmt für ein ganz besonderes Naturspektakel. Die jährliche Gnu-Migration, bei der Tausende Tiere durch die Savanne ziehen. Ein Anblick, der sonst fast nur aus der Serengeti bekannt ist. Doch jetzt, mitten in der Trockenzeit, ist davon fast nichts zu sehen. Nur ein paar vereinzelte, einsame Gestalten sind noch, oder schon wieder hier. Die Gnus haben sich weit in den Norden zurückgezogen, an die Grenze zu Angola, wo es noch Wasser und frisches Gras gibt.

    Trotzdem geniessen wir wunderschöne, unberührte Natur und eine superreiche Vogelwelt.
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  • Fussball verbindet Kulturen

    22. juli 2025, Zambia ⋅ ☀️ 25 °C

    Heute starten wir gemeinsam mit unseren englischen Freunden in den Tag, zumindest theoretisch. Sie möchten ihre neue Navigations-App ausprobieren und schlagen vor, auch einmal vorauszufahren. Wir nehmen die Rolle der entspannten Nachzügler ein und folgen mit etwas Abstand.

    Schon bald wundern wir uns allerdings über die seltsamen Richtungen, die sie einschlagen. Mal geht’s links, dann wieder überraschend rechts. Nicht gerade der logischste Weg. Nach einem weiteren abenteuerlichen Schlenker über einen hohen Sandwall, beschliessen wir schliesslich, unsere eigene Route zu nehmen. Ganz klassisch mit Kompass und Bauchgefühl. Verlieren kann man sich hier ohnehin kaum. Es gibt nur eine Brücke über den Kafue, die zurück nach Süden, Richtung Kalabo, führt. Früher oder später treffen wir uns dort wieder. Da sind wir uns sicher.

    An der Brücke angekommen, nutzen wir die Gelegenheit, um unsere Reifen wieder auf Asphaltdruck zu bringen. Noch bevor der Kompressor richtig brummt, werden wir von einer munteren Kinderschar umringt. Die kleinen Energiebündel sind neugierig, fröhlich und wir sofort mitten im Geschehen.

    Mit grossen Augen fragen sie nach einem Fussball. Leider haben wir „noch“ keinen im Gepäck. Doch Sandra ist kreativ. Kurzerhand verwandelt sie die Brücke in ein improvisiertes Fussballfeld und startet ein Trockentraining. Zuerst ein Sprint über die Brücke, dann folgen Garettenstafette, Hüpfen auf einem Bein, Hampelmänner und jede Menge Gelächter. Die Kids machen begeistert mit, und auch wir haben riesigen Spass. Die Zeit vergeht wie im Flug.

    Wir nehmen uns fest vor, bei nächster Gelegenheit einen Fussball zu organisieren, man weiss ja nie, wann das nächste Brücken Workout ansteht.

    Erst deutlich über eine Stunde später fällt uns auf. Unsere britischen Mitreisenden Freunde sind noch immer nicht an der Brücke aufgetaucht. Ob die App sie wohl auf einen besonders abenteuerlichen Umweg geschickt hat…?
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  • Leopard finally 😳

    29. juli 2025, Botswana ⋅ ☀️ 24 °C

    Die Entscheidung ist gefallen. Auch dieses Mal nehmen wir den kleinen Umweg über Namibia in Kauf, um die miserablen Pisten zurück nach Livingstone zu vermeiden. Stattdessen lockt uns die deutlich angenehmere Route entlang der Chobe River Front, durch den gleichnamigen Nationalpark, direkt hinein in eines der tierreichsten Gebiete des südlichen Afrikas.

    Und was für ein Tag uns hier erwartet!

    Schon kurz nach dem Parkeingang geraten wir mitten hinein ins afrikanische Wildlife-Kino. Elefanten queren gemächlich den Fluss, ihre Silhouetten spiegeln sich im glitzernden Wasser. Giraffen posen anmutig, als würden sie über einen Laufsteg stolzieren. Antilopen in allen Größen und Farben, während eine verspielte Affenbande am Ufer herumtollt, bis ein übermütiger Jugendlicher aus der Reihe tanzt und prompt ins Wasser platscht. Ziemlich nass und sehr gekränkt sitzt er schliesslich abseits und versucht, sich möglichst unauffällig wieder trocken zu bekommen.

    Wir lachen und staunen kurz darauf umso mehr. Als wäre dieser Tag nicht schon spektakulär genug, zeigt sich uns die absolute Krönung aller Sichtungen, ein Leopard! Wenn auch nur für einen kurzen Moment, steht er stolz und wunderschön im goldenen Licht, bevor er lautlos im Busch verschwindet.

    Und zwischen all dem wilden Treiben begegnen wir immer wieder Menschen, die hier in dieser scheinbar unberührten Natur ihrem Alltag nachgehen. Auf dem Fluss gleiten Fischer in ihren Mokoros fast lautlos übers Wasser, am Ufer beaufsichtigen Hirten ihre Ziegen und Rinder.
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  • Elefanten bis zur Überdosis

    2. august 2025, Botswana ⋅ ☀️ 25 °C

    Entlang der Grenze zwischen Botswana und Simbabwe verläuft eine fast vergessene Route. Die Hunters Road war einst eine bedeutende Verbindung für Entdecker, Missionare, Händler und vor allem Grosswildjäger. In den späten 1800er Jahren zog es viele von ihnen tief ins südliche Afrika, auf der Suche nach Elfenbein, Trophäen und Abenteuern. Der Name der Route stammt von diesen Jägern, die sich hier ihren Weg durch die Wildnis bahnten.

    Schon damals war die Hunters Road keine echte Strasse, sondern eher ein Pfad, den Ochsenkarren und Reiter nutzten. Und auch heute ist nicht viel hier, was man „Strasse“ nennen könnte. Es ist ein schmaler, zugewucherter Track, der nur mit einem geländegängigen Fahrzeug befahrbar ist. Also eben Landy Terrain ;-)

    Wir verbringen zwei Tage auf diesem abgelegenen Stück Geschichte und arbeiten uns langsam Richtung Süden vor. Die Strecke führt durch mehrere private Konzessionen, aber durch keinen offiziellen Nationalpark. Trotzdem fühlt sich hier alles nach Wildnis pur an. Die dichte Vegetation, die Stille und die Tiere. Elefanten, Büffel, Raubtiere und unzählige Vogelarten sind hier in Ihrem Territorium anzutreffen.

    Immer wieder zwingen uns Elefanten zum Anhalten. Nicht, dass wir scharf bremsen müssten, der Track ist sowieso in einem Zustand, der kaum mehr als Schritttempo zulässt. Doch wenn plötzlich ein grauer Riese mitten auf dem Weg steht, halten wir automatisch den Atem an. Trotz der Gemächlichkeit bleibt unser Puls nicht immer ruhig. Ein paar Mal erschrecken wir ordentlich, als sich direkt vor uns ein dicker Brummer aus dem Gebüsch schiebt oder bei einer kurzen Pause plötzlich der ganze Rückspiegel grau ist…
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  • Auf Tuchfühlung mit den sanften Riesen

    3. august 2025, Botswana ⋅ ☀️ 24 °C

    Mitten in der kargen, staubigen Weite Botswanas hatte eines Tages jemand eine ziemlich verrückte Idee: Warum nicht ein Wasserloch mitten ins Nichts graben, ein paar Unterkünfte drum herum bauen, eine Aussichtsterrasse dazusetzen und einfach warten, bis die Elefanten kommen?

    Was etwas verrückt klingt, wurde hier tatsächlich Realität. Wenn auch nicht ganz so einfach wie gedacht.

    Elephant Sands liegt nördlich von Nata, weit weg von jeder Infrastruktur, in einer Region, die von Dürre und Hitze geprägt ist. Hier wurde gebohrt, gepumpt, geflickt und geflucht. Denn Wasser zu finden ist in dieser trockenen Gegend ein hartes Stück Arbeit. Mehrere Brunnenversuche scheiterten, und selbst als das Wasser endlich floss, machten die Elefanten nicht unbedingt das, was man sich vorgestellt hatte. Sie tranken nicht nur brav aus dem angelegten Wasserloch. Sondern sie zertrampelten Tanks, rissen Leitungen aus der Erde und verwüsteten kurzerhand, was ihnen im Weg stand.

    Aber: Die Idee hat funktioniert.

    Heute ist Elephant Sands ein Kultort unter Botswana Reisenden. Es gibt einfache, aber gemütliche Chalets, eine Bar mit grosser Aussichtsplattform und einen Camp, der wirklich einzigartig ist. Denn hier geschieht das, was sonst in Nationalparks kilometerweite Fahrten und Glück erfordert. Die Elefanten kommen zu dir.

    Mehrmals am Tag tauchen die Dickhäuter alleine, in kleineren oder grösseren Gruppen am Wasserloch auf. Oft nur wenige Meter von unserem Zelt entfernt. Sie trinken, planschen, schieben sich gegenseitig zur Seite, und manchmal stehen sie minutenlang einfach nur still, während ihre Schatten in der roten Abendsonne lang werden.

    Wir entscheiden uns trotz des kommerziell ziemlich ausgepressten Touristen Hotspots, auch dieses Mal nicht nur für eine Übernachtung, sondern bleiben etwas länger. Der Camp direkt am Wasserloch bietet die perfekte Kulisse für ein einmaliges Erlebnis, Tag und Nacht.
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  • Stuck in der Sua Pan I & II

    4. august 2025, Botswana ⋅ ☀️ 25 °C

    Kaum haben wir in Nata unsere Vorräte aufgefüllt und biegen frisch motiviert von der Hauptstrasse auf die Sandpiste ab, steht da scheinbar hoffnungslos eingebuddelt ein Auto mitten auf dem Track. Wir halten an, steigen aus und packen an.

    Unser Abschlepp Equipment ist griffbereit. Für den Landy ist der kleine PW wie ein kleiner Snack. Das Grasschneide Team entscheidet sich dann doch besser den Weg zurück nach Nata zu nehmen. Wir fahren weiter Richtung Kubu Island.

    Der nächste Zwischenstopp lässt nicht lange auf sich warten. Diesmal versperrt uns ein LKW samt Anhänger den Weg. Das Gespann steckt im feuchten Matsch fest. Sie sind noch im dunkeln von der Spur abgekommen und durch die noch nicht genügend dicke Salzkruste eingebrochen. Seit den frühen Morgenstunden versuchen die fünf Jungs mit einem Plastikdeckel (!) die Reifen freizuschaufeln. Ohne Trinkwasser und Essen schuften sie und sind schon komplett erschöpft.

    Diesmal scheint es richtig ernst zu werden. Ein echter Kampf gegen bodenlosen schmierigen Lehm beginnt. Zwar haben wir jetzt immerhin eine Schaufel, Wasser und ein Abschleppseil, aber die zwei Gewichtsklassen sind ziemlich ungleich. Nach vier schweisstreibenden Stunden müssen wir schliesslich kapitulieren. Mittlerweile ist der Truck bis zu den Achsen im Schlamassel und schon ziemlich in Schieflage.

    Wir bringen dem gestrandeten Team noch Essen, mehr Wasser, ein Feuerzeug und jede Menge Holz an die Unglücksstelle. Immerhin konnten wir über ein Satelliten Telefon Kontakt für eine baldige Rettung herstellen. Ob die dann mehr Erfolg haben werden?

    Wir fahren mit einem einigermassen mulmigen Gefühl weiter und lassen die Jungs ungern in dieser unwirtlichen Gegend zurück.
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