• Sandra Derfler
  • Philipp Kuhn
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Abenteuer südliches Afrika

Sandra & Philipp tarafından 331 günlük bir macera Okumaya devam et
  • Garten Eden @ Lunji Coffee

    7 Ekim 2025, Tanzanya ⋅ ☁️ 26 °C

    Wir checken wieder auf einer Kaffeefarm ein und ahnen noch nicht, dass wir im Paradies landen. Die Farm entpuppt sich als Schlaraffenland für uns. Zitronen, Bananen, Passionsfrüchte, Tamarillos, Avocados, Äpfel, Birnen, Mangos und ein üppiger Gemüsegarten, der jedes Gärtnerherz höher schlagen lässt. Alles dürfen wir ernten, direkt vom Baum, frisch vom Beet.

    Rundherum, soweit das Auge reicht, wachsen Kaffeepflanzen. Clemens, der Besitzer, pflanzt nicht nur Kaffee an, sondern er röstet seinen eigenen Kaffee unregelmässig nach Bedarf. Da gibt es natürlich Bedarf. Wir sind mit dabei vom schälen der trockenen Bohnenhäutchen bis zum ersten aromatischen Duft aus dem Röster und schliesslich dem abkühlen der gerösteten Bohnen erleben wir den ganzen Prozess für unseren ganz persönlichen Kaffee.

    Die Szenerie wirkt wie aus einem Bilderbuch. Alte Eukalyptusbäume, Bananenpalmen, ein kolonial anmutendes Farmhaus und Stille, die nur vom Rascheln der Blätter und dem Zwitschern der unzähligen unterschiedlichen Vögel unterbrochen wird.

    Nach dem wuseligen, lauten Mbeya geniessen wir hier ein paar ruhige Tage. Mit einer Tasse Kaffee, ausgedehnten Spaziergängen über die riesige Farm und herrlich frischem Gemüse und Früchten, lässt es sich hier gut leben.
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  • in afrikanischer Art nach Lake Nyasa

    10 Ekim 2025, Tanzanya ⋅ ☁️ 25 °C

    Ende Oktober sind in Tansania Wahlen und das merken wir seit unserer Einreise. Schon mehrmals sind wir auf Konvois gestossen. Elegante Limousinen, flankiert von gepanzerten Fahrzeugen und schwer bewaffneten Soldaten mit oft sehr hoher Geschwindigkeit. Heute, mitten in Mbeya, führt einer dieser Auftritte zum völligen Verkehrs Chaos.

    Ein Panzerwagen fährt im Schritttempo quer über die Hauptstrasse, davor Soldaten mit Maschinengewehren und hinterher ein paar Limousinen und Zack herrscht Stillstand. Ein Schauspiel der besonderen Art entfaltet sich vor unserem Fenster. Wenn wir Popcorn gehabt hätten, wäre jetzt der Moment.

    Ein Huhn flieht aus einem Käfig, kommt zwischen den ganzen Fahrzeugen aber nicht weit, bevor es mit einiger Aufregung wieder eingefangen wird. Ein Bus mit der Aufschrift God’s Willing bleibt trotzdem wie alle anderen auch stecken. Ein alter Landy steht etwas abseits, das Ganze scheint ihm doch sichtlich egal. Auch ein Sarg, der offenbar dringend zur Beerdigung muss, steckt fest. Selbst der direkte Draht nach oben hilft hier und heute nicht weiter.

    Und zwischen all dem lächelt Justin Bieber von einem Bajaji.

    Zwei Stunden später rollt der Verkehr wieder, als ob nichts passiert wäre. Wir düsen weiter Richtung Süden, mit einem breiten Grinsen im Gesicht und der Erkenntnis. Wahlkampf auf Tansanisch kann ganz schön unterhaltsam sein.
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  • Lake Nyasa

    10 Ekim 2025, Tanzanya ⋅ ☀️ 28 °C

    Die Fahrt Richtung Süden ist ein Fest für die Sinne. Die Landschaft wird üppig grün, überall spriessen Cacaopflanzen, Bananenstauden und Papayas. Am Strassenrand wird Cacao auf Planen getrocknet, Kinder winken, Mopeds kurven vorbei, das Leben pulsiert und strahlt in allen Farben.

    Und dann, hinter einer letzten Kurve, öffnet sich uns der Blick, das grosse Blau!

    Vor uns liegt der Lake Nyasa, so riesig, dass er aussieht wie ein Ozean. Eingebettet zwischen Malawi, Mosambik und Tansania zieht er sich fast 580 Kilometer in die Länge. Der drittgrösste See Afrikas nach dem Tanganjika- und Victoriasee. An seiner tiefsten Stelle fällt er über 700 Meter ab und speichert fast ein Fünftel des weltweiten Süsswassers, das in Seen vorkommt.

    Das Wasser schimmert türkisblau, Wellen rollen an den sandigen Strand, Palmen wiegen sich im Wind. In den kleinen Dörfern am Ufer herrscht eine entspannte Stimmung – fast wie in der Karibik, nur eben mitten in Afrika. Über 1.000 verschiedene Fischarten leben hier, viele davon gibt es nirgends sonst auf der Welt.

    Der Malawisee liegt im mächtigen Great Rift Valley, jener gigantischen Erdspalte, die sich quer durch Ostafrika zieht und man munkelt, dass man sich die Billharziose holt, wenn man den See nur schon auf der Landkarte anschaut 😬
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  • Grenzübergang für Fortgeschrittene

    13 Ekim 2025, Tanzanya ⋅ ☀️ 32 °C

    Korruption auf allen Ebenen, wohin man schaut, ein undurchschaubares, chaotisches Durcheinander. Wir entscheiden uns ohne „Fixer“ auszukommen.

    Das Visum für Sandra kostet offiziell 50 US$, plus 10 US$ „Servicegebühr“. Diese wandert dann, ganz offiziell inoffiziell, direkt in die Schreibtischschublade.

    Warten.

    Unzählige freundliche Menschen wollen helfen. Wirklich alle. Das kostet dann jeweils nur „ein bisschen extra“.

    Warten.

    Es braucht Fotokopien, Pass, Führerausweis, Carnet, Fahrzeugausweis.

    Warten.

    Jetzt brauche es nur noch die CO₂-Abgabe Gebühr. 35 000 Kwacha, sagt man. Ob es dafür eine Quittung gibt? „Äähhhmmm… nein?“

    Warten.

    Das Carnet ist plötzlich verschwunden. Natürlich.

    Warten.

    Die CO₂-Abgabe ist jetzt 10 500 Kwacha, es gibt im Büro ganz hinten ein Formular.

    Warten

    Der Betrag muss dann auf der anderen Seite bei der Bank einbezahlt werden. Dafür gibt es eine Quittung.

    Warten

    Für die Quittung gibt es beim Vorgesetzten jetzt einen Beleg. Aber da darf ich nicht hin. Aber man könnte mir helfen, kostet halt „ein bisschen extra“

    Warten

    Ich lasse mir nicht helfen und setz mich vors Büro vom Chef.

    Warten

    Ich darf jetzt doch ins Büro zum Chef.

    Warten, immerhin jetzt edel mit Klimaanlage.

    Das Netzwerk ist überlastet und der Druckauftrag daher irgendwo verloren gegangen.

    Warten

    Den Stempel ins Carnet krieg ich von der Dame nebenan. Die ist aber gerade sehr beschäftigt.

    Warten

    Nach zwei gescheiterten Versuchen doch schon loszufahren, kehren wir bei der Barriere brav wieder um und holen das noch fehlende Dokument

    …und Warten

    Doch dann, irgendwann nach gefühlten Tagen, Stunden und mehreren grossen Portionen Geduld, passiert das Unglaubliche.
    Die Barriere öffnet sich!

    Willkommen in Malawi!
    Wir sind drin und gespannt, was dieses Land alles mit uns vor hat.
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  • Mushroom

    15 Ekim 2025, Malawi ⋅ ⛅ 27 °C

    Der Tag zieht sich. Sehr viel länger, als gedacht. Es ist schon stockdunkel, als wir auf das letzte Stück abenteuerliche „Strasse“ zum Mushroom Camp abbiegen.

    Nach dem spannenden Grenzübertritt warten auf den nächsten 120 Kilometern noch zehn Roadblocks auf uns. Versicherung? Pass? Führerschein? Wir sind freundlich, geduldig und einfach froh in Malawi zu sein…😉

    Das letzte Stück „Strasse“ ist eher ein Wanderweg, der sich in unzähligen Haarnadelkurven 600 Höhenmeter nach oben windet und wir fragen uns jetzt schon zum vierten Mal auf dieser Reise, warum wir eigentlich immer dann nachts fahren, wenn’s besonders spannend wird.

    Aber irgendwann erreichen wir unser Ziel. Wir kriegen eine Campsite.
    Müde, aber glücklich freuen wir uns auf morgen. Auf die hart erkämpfte Aussicht auf den See.
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  • Garten Eden II

    18 Ekim 2025, Malawi ⋅ ☀️ 29 °C

    Direkt am Ufer des Malawi Sees, entdecken wir etwas weiter südlich eine kleine Oase. Ein Ort, an dem wir sofort ankommen und uns zu Hause fühlen.

    Aus dem Garten duftet es nach exotischen Gewürzen, frischem Gemüse und Früchten. Alles wächst hier direkt vor der Küche. Aus den Schätzen zaubert das Küchenteam richtige Geschmacksexplosionen, von denen wir uns das eine und andere Mal zu gern verwöhnen lassen.

    Der See, welcher eher ein Meer sein möchte, lädt zur Abkühlung ein. Selbst ich wage mehr als einmal einen Sprung ins kühle nass. Wir Paddeln zur kleinen Insel, beobachten Fish Eagles und unter der Wasseroberfläche glitzert eine bunte Welt aus 1000 verschiedenen Fischarten.
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  • Talkremit, Airtel Money - GO

    25 Ekim 2025, Malawi ⋅ ☀️ 30 °C

    Malawi – ein Land voller Widersprüche. Wunderschön, freundlich, herzlich und gleichzeitig wirtschaftlich am Boden. Exportgüter machen gerade einmal rund acht Prozent des BIP aus. Hunger, schlechte medizinische Versorgung und mangelhafte Bildung sind allgegenwärtig. In den letzten zwanzig Jahren hat sich die Bevölkerung mehr als verdoppelt, und Malawi zählt heute zu den ärmsten Ländern der Welt.

    Umso erstaunlicher, dass es für uns das mit Abstand teuerste Land unserer Reise ist. Wo kaum Geld im Umlauf ist, scheint alles doppelt und dreifach so viel zu kosten. Fremdwährungen „Forex“ sind praktisch nicht zu bekommen, vor allem nicht für Einheimische. Und genau deshalb wird hier am liebsten alles in Dollar bepreist. Die eigene Währung, der Kwacha, ist zwar offiziell gültig, funktioniert aber nur bedingt. Der Wechselkurs wird künstlich festgelegt, während die Inflation bei rund 30 % liegt. Alles, was aus dem Ausland kommt (Diesel, Medikamente, Ersatzteile…) wird fast wöchentlich teurer. Der Schwarzmarkt blüht, Dollarpreise und Tauschgeschäfte sind allgegenwärtig. Bargeld verliert täglich an Wert. Wer einen Dollar hat, hält einen Joker in der Hand.

    Also jonglieren auch wir mit Dollars, Apps, Forex Kursen, digitalen Wallets und absurden Kwatcha Bargeldhaufen, um irgendwie an Diesel oder Milch zu kommen. Legal, halb-legal, oft fühlt es sich für uns einfach überhaupt nicht richtig an. Ein Balanceakt zwischen Idealismus und Realität, zwischen Prinzipien und dem simplen Wunsch, am Ende des Tages einfach Dinge zu erschwinglichen Preisen bezahlen zu können.
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  • Mango Jam

    26 Ekim 2025, Malawi ⋅ ☀️ 29 °C

    Es ist wieder Mango Saison. Unsere zweite auf dieser Reise. Kaum zu glauben, dass wir erst vor ein paar Monaten in Südafrika mitten in der Ernte standen… und jetzt ein paar tausend Kilometer in Malawi schon wieder im süssen, orangenen Überfluss stecken.

    Entlang der Strasse türmen sich die Mangos pyramidenartig wie kleine Kunstwerke. Natürlich können wir nicht widerstehen und kaufen ein kleines bisschen zu viel. Also… vielleicht eher viel zu viel. Nach den ersten paar Kilos intus haben wir die erste Glust gestillt und suchen nach anderen Verarbeitungsmöglichkeiten der tropischen Dinger.

    Sandra zaubert aus dem Mango Überfluss kurzerhand eine herrlich duftende Konfi.

    Rezept (für Mango Fans und Mango Überforderte):
    – gut reife sonnengereifte Mangos aus Malawi
    – Eine schwache Portion Zucker
    – Ein Häufchen Kardamom, stilecht mitgebracht von Atlas in Cape Town

    - Alles zusammen einkochen, die Hälfte der Masse im Turbo Chef pürieren (wir lieben dieses Ding!). Anschliessend in leere ausgekochte Honiggläser aus Jenins abfüllen.

    - Deckel drauf
    - abkühlen
    - fertig

    Mit einem Stück frisch gebackenem Sauerteig Brot geniessen!
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  • Cape Maclear

    27 Ekim 2025, Malawi ⋅ ☀️ 29 °C

    Cape Maclear zeigt uns zwei Gesichter. Die atemberaubende Schönheit Malawis und die erdrückende Armut, die nicht nur hier auf engstem Raum sichtbar wird.

    Nach einem langen, anstrengenden Fahrtag erreichen wir das Dorf, das längst kein kleines Nest mehr ist. In den letzten zwanzig Jahren ist die Bevölkerung Malawis förmlich explodiert, und man spürt es in jeder Gasse. Unglaublich viele Menschen, dicht gedrängt, und für die aller meisten von ihnen fehlen jegliche ökonomischen Perspektiven.

    Wir schlängeln uns mit unserem 4x4 durch die engen Gassen. Es fühlt sich an, als ob wir Aliens aus einer fremden Welt wären. Kinder spielen zwischen improvisierten Verkaufsständen, Fischer liegen im Schatten auf dem Boden und schlafen den Rausch der letzten Nacht aus, Teenager machen sich mit scharfem Blick einen Spass Mzungus zu erschrecken und über all dem der starke Geruch von Usipa, kleine sardinenähnliche Fische aus dem Malawi See, die in grossen Mengen während der Nacht gefangen und in der Sonne getrocknet werden. Der Fisch ist sehr verbreitet, riecht super streng und ist neben Mais ein wichtiges Nahrungsmittel.

    Doch am Ende des Örtchens steht plötzlich ein Gate. Ein Wachmann öffnet das Tor und wir rollen in eine völlig andere Welt. Gepflegter, weisser Sandstrand, ein sauberer Pool glitzert in der Sonne und eine Bar wartet mit cold Drinks.

    Dieser Kontrast ist so abrupt, so surreal, dass er uns kurz den Atem nimmt. Cape Maclear zeigt uns hier auch sein anderes Gesicht und genau das macht das Nachdenken über all die Ungleichheiten, die hier aufeinandertreffen, umso intensiver.

    —-
    mzungu: den Ruf kennen wir mittlerweile von weitem. Der Begriff meint ursprünglich „jemand, der umherläuft“ oder „herumreisender Mensch“ und bezieht sich heute generell auf weisse Ausländer – nicht nur auf Hautfarbe, sondern oft auch auf Herkunft bzw. Fremdsein.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Mzungu
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  • Liwonde

    30 Ekim 2025, Malawi ⋅ ⛅ 35 °C

    Malawi ist für uns mit Armut, Hunger, Wilderei und Überfischung verbunden. Ein Land, in dem Überbevölkerung die Natur Stück für Stück zurückdrängt. Es ist ein Land, an dem völlig unterschiedliche Welten aufeinandertreffen. Unglaublich harte Lebensrealitäten und unvergleichliche Schönheit.

    Es ist genau dieses Spannungsfeld, das uns bisher davon abgehalten hat, einen der verschiedenen Nationalparks zu besuchen. Aber über Liwonde hören wir nur Gutes. Und wenn sich dann auch noch Freunde dort herumtreiben, fällt die Entscheidung um so leichter. Für sie gehört der Park zu den schönsten der ganzen Region. Und wir sollten schnell verstehen, warum.

    Der Liwonde Nationalpark ist eine kleine Naturperle. Wir finden ein lauschiges Plätzchen im Busch, und kaum sind wir installiert, beginnt die Natur selbst die Regie zu übernehmen. Am Tag machen es sich die Büffel im Schatten bequem und aus der Ferne ist das Grunzen der Hippos zu hören. In der Nacht tauchen Elefanten im Camp auf, während irgendwo ganz in der Nähe Löwen einen Büffel reissen.

    Und dann gibt es da noch die Holländer, die meinen, dass man sich einem Büffel unbedingt zu Fuss nähern sollte. Für das perfekte Foto, versteht sich. Sie überleben es glücklicherweise dank einer grossen Portion Glück oder einer sehr geduldigen Tierwelt.
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  • China überall

    1 Kasım 2025, Malawi ⋅ ☀️ 29 °C

    Während wir durch Malawi cruisen, fällt uns immer wieder auf, wie viele grosse Baustellen das Land durchziehen. Überall stehen Schilder von Baufirmen, oft mit chinesischen Schriftzeichen, hohe Zäune, abgeschirmte Areale. Doch chinesische Arbeiter sehen wir so gut wie nie. Die Projekte wirken enorm und gleichzeitig erstaunlich geheimnisvoll. Chinesische Unternehmen bauen Strassenabschnitte neu und erweitern bestehende, teilweise an den abenteuerlichsten Orten.

    Noch beeindruckender und zugleich für uns beunruhigender sind die Projekte im Bergbau. Diese Baustellen sind „unsichtbar“. Malawi hat chinesische Investitionen von rund 12 Milliarden Dollar zugesagt, vor allem für Minen, Infrastruktur und Grossprojekte rund um Titan und Seltene Erden.

    Bei uns hinterlassen diese Projekte, welche wie grosse Wunden in der Landschaft wuchern, gemischte Gefühle. Malawi mit seinem riesigen Potenzial und den noch viel grösseren Problemen, braucht dringend Investitionen. Auf der anderen Seite werfen diese Projekte, die so abgeschottet und undurchsichtig erscheinen, einen Haufen Fragen auf. Während wir über holprige Strassen rumpeln, fragen wir uns, ob diese Milliarden je bei den Menschen ankommen oder ob hier eine neue Art von Einfluss entsteht, welche nur für eine kleine Elite grosse Profite abwirft. Nicht der offene Kolonialismus, wie ihn Europa einst betrieb, sondern ein leiser, wirtschaftlicher, verborgen hinter Zäunen und Absperrungen. Und während die Rohstoffe tief im Boden auf ihren Abtransport warten, scheint die lokale Bevölkerung Zuschauer in einem Spiel zu sein, dessen Regeln ganz anderswo geschrieben werden.
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  • Zwei Welten in Lilongwe

    3 Kasım 2025, Malawi ⋅ ☀️ 31 °C

    In Makuzi lernen wir eine irisch-deutsche Familie aus Lilongwe kennen. Als wir unsere Route anpassen und einen Abstecher in die Hauptstadt einplanen, laden sie uns kurzerhand zu sich nach Hause ein. So verbringen wir einige Tage in Lilongwe und tauchen in eine Welt ein, die für uns vollkommen neu und gleichzeitig schwer zu greifen ist.
    Im krassen Gegensatz zum unglaublich armen und vielerorts unterentwickelten Malawi erleben wir hier eine glänzende Parallelwelt. Im Food Lovers Market staunen wir wie kleine Kids, als wir durch den Eingang in ein Paradies voller frischer Produkte und internationaler Leckereien treten. Ein Überfluss, der kaum zu der Realität passt, die wir zuvor auf den Strassen und in den Dörfern gesehen haben.

    Wir verbringen Nachmittage bei Kaffee und Kuchen in schönen Villen, mit sauberem Pool, hinter hohen Mauern. Wir besuchen Anwesen mit unzähligen Angestellten, gehegt und gepflegt und rund um die Uhr bewacht und verbringen Zeit mit Menschen aus aller Welt, die hier in Projekten arbeiten, beraten und unterstützen. Wir besuchen Malls, Barista-Cafés, Bäckereien und feine Restaurants und fühlen uns fast wie in einem kleinen, gläsernen Paradies. Ich begleite den Junior zum Fussballtraining, wo internationale Kids auf perfektem Rasen die Feinheiten von Angriff und Verteidigung und Sieg und Niederlage üben.

    Überall begegnen uns engagierte Leute mit guten Absichten und aussergewöhnlichen Projekten. Gleichzeitig bleibt bei all der Herzlichkeit und Vielfalt ein leiser Beigeschmack. Eine Blase, geschützt und glänzend, mitten in einem Land, das ausserhalb dieser Mauern mit Herausforderungen kämpft, die wir hier teilweise sehen aber kaum spüren.

    Diesen Spagat kennen wir aus Süd Afrika und doch bleibt es hier in Malawi schwer fassbar – faszinierend, bereichernd, aber auch nachdenklich stimmend.
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  • Kein Sprit in Malawi

    4 Kasım 2025, Malawi ⋅ ⛅ 30 °C

    In Malawi gibt es oft kein Diesel oder Benzin. Es ist dann wie eine Schatzsuche mit sehr schlechter Karte und vielen anderen Schatzsuchern. Dazu mit einem tickenden Kilometerzähler, welcher immer lauter schreit.

    Malawi muss praktisch jegliche Güter importieren, inklusive Benzin und Diesel. Dafür braucht es Forex, also Fremdwährungen wie Dollar oder Euro. Davon hat das Land allerdings oft viel zu wenig. Die Exportstars wie Kaffee und Tabak geben sich zwar Mühe, aber sie schaffen es nicht, die riesige Importrechnung zu bezahlen. Gleichzeitig reguliert der Staat die Spritpreise künstlich nach unten, so weit nach unten, dass die Tankstellenbetreiber beim Verkauf von Diesel quasi draufzahlen.

    Das führt dann zu kilometerlangen Schlangen vor Tankstellen. Autos werden einfach abgestellt und die Besitzer gehen nach Hause, um den Platz in der Schlange nicht zu verlieren. Manche Fahrzeuge stehen dort tagelang und warten auf einen Tankwagen, der vielleicht, eventuell, mit etwas Glück, irgendwann mal vorbeikommt.

    Und dann gibt es die berühmten WhatsApp-Gruppen, in denen sich alles um die Sichtung von Tank Laster dreht. „Diesel spotted! Heading north!“ und sofort setzt sich ein ganzer Autokonvoi in Bewegung. Manchmal stimmt die Info, manchmal ist es nur ein Gerücht, und manchmal fährt ein ganzer Stadtteil zur falschen Tankstelle, während der Tankwagen woanders landet. Wenn das schiefgeht, beginnt gezwungenermassen Phase zwei. Kanisterwanderungen und Schwarzmarkt. Männer und Frauen schleppen 20l Kanister kreuz und quer durch die Stadt auf der Suche nach dem nächsten Tropfen Treibstoff.

    Wir selbst sind entspannt, wir brauchen noch keinen Diesel. Aber irgendwann wird es auch für uns ernst. Und dann, so viel ist sicher, werden auch wir kreativ werden müssen oder viel besser, ganz entspannt schon wieder zurück in Sambia sein.
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  • Endlich wieder Diesel, obwohl…

    5 Kasım 2025, Zambiya ⋅ ☁️ 31 °C

    Nach dem völlig unkomplizierten Grenzübergang zurück nach Sambia steht für uns erst nur eines auf dem Programm, Diesel finden. Der Tankzeiger bewegt sich in den Bereich „schieben“.

    Diesmal sind nicht Malawi oder lokale Lieferengpässe schuld, sondern die Wahlen in Tansania und die anschliessenden Unruhen. Der Effekt ist bis nach Sambia spürbar, denn ein Grossteil der Treibstoffversorgung kommt per Tanklaster aus Tansania. Mit der zeitweisen Schliessung des Hafens von Dar es Salaam und unterbrochenen Lieferketten Richtung Sambia wird Diesel entgegen unseren Infos auch hier plötzlich zum begehrten Gut.

    Umso mehr Glück haben wir, dass genau heute ein Tanklaster in Chipata an einer Tankstelle entlädt. Wir stellen uns in die Warteschlange, die eigentlich keine Schlange ist, sondern eher ein lebendiges, sich ständig neu formierendes Kunstwerk. Autos stehen kreuz und quer, Verkäufer von jeglichen Dingen mischen sich ein, ein Minibus versucht, sich rückwärts nach vorne zu mogeln, ein chinesischer Lieferwagen drängelt von der Seite und der Tankwart hat alle Hände voll zu Tun das Geschehen einigermassen zu orchestrieren.

    Während zwei Stunden erleben wir von unseren Sitzen aus, wie in einem Kino mit kaltem Sprite und Dorito Chips, aus nächster Nähe kreatives Warteschlangen-Chaos in seiner schönsten Form.

    Am Ende brummt unser Landy wieder mit vollem Tank und wir sind voller Vorfreude auf unser nächstes neues, altes Ziel.
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  • Wildlife @ wildlife @ rainy season

    7 Kasım 2025, Zambiya ⋅ ⛅ 34 °C

    Unsere Route hat einen eher ungewöhnlichen Schlenker nach Westen gemacht. Ursprünglich gab es dafür zwei Gründe, auch wenn für uns am Ende eigentlich nur noch einer wirklich zählte. Erstens ist der Norden Mosambiks weiterhin unruhig, eine Durchfahrt wird nach wie vor nicht empfohlen. Und zweitens bot uns dieser Umweg die perfekte Gelegenheit, noch einmal, wenn auch nur kurz, in die Region des South Luangwa zurückzukehren. Wir steuern das Wildlife Camp in Mfue als neues altes Ziel an.

    Gesagt, getan.

    Der Region empfängt uns dieses Mal in einem völlig anderen Gewand als noch vor ein paar Wochen. Die Regenzeit hat begonnen, und plötzlich wird sichtbar, was Wasser in Afrika bedeutet, pures Leben!

    Alles ist in ein sattes Grün getaucht, Blüten spriessen und das Futter ist plötzlich im Überfluss vorhanden. Wir erleben hautnah, wie sich die Landschaft in kürzester Zeit verwandelt und wie sehr sich Menschen und Tiere über jeden Tropfen Regen freuen.

    Der Luangwa Pegel steigt jeden Tag etwas an, die Hippo Pools füllen sich und dann, beim morgendlichen Blick aus dem Zelt, das stehende Rinnsal fliesst plötzlich wieder.
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  • Kacke zu Kacke

    9 Kasım 2025, Zambiya ⋅ ☁️ 32 °C

    Auf einer unserer morgendlichen Pirschfahrten nach einer regenreichen Nacht, entdecke ich auf dem Track etwas, das sofort meine Aufmerksamkeit weckt, ein frischer 💩. Für mich sieht das ganz klar nach einer Raubkatze aus. Ein Leopard vielleicht? Ist er noch in der Nähe? Gibt es Spuren? Ich bremse ab und studiere das „Fundstück“.

    Damit auch Sandra das gute Stück in all seiner Pracht begutachten kann, lege ich den Rückwärtsgang ein und setze elegant neben den Haufen zurück. So zumindest der Plan. Was ich dabei völlig ignoriere, auf meiner Seite des Tracks zieht sich eine lange, tiefe Schlammpfütze dahin. Kaum realisiert, stecken wir schon fest. Zwei, drei weitere gut gemeinte Vor- und Rückwärtsversuche später liegt unser Landy bedrohlich schräg mit der Achse auf, wie ein gestrandeter Wal.

    Sandra bleibt vorerst im Auto und überwacht die Umgebung. Der Haufen ist noch frisch und feucht und beim Gate um die Ecke begrüsste uns morgens Lucy, die Leopardin höchstpersönlich.

    Mir bleibt irgendwie keine andere Wahl, raus, Schaufel vom Dachträger und ran an die Arbeit. Der Matsch ist so tief und glitschig, dass ich mich kaum ohne festhalten bewegen kann, während ich grabe, schaufele und schwitze, sucht Sandra Wurzeln, Holzstücke und alles halbwegs Feste für unter die Reifen. Es hilft kaum. Der Matsch gewinnt.

    Nach einer Reihe verzweifelter Versuche taucht zum Glück Chisha auf. Mit einem eher kreativ zusammengeknoteten Stück Stofffetzen (wir haben nämlich kein eigenes Equipment dabei, aber das ist eine andere Geschichte 🦂 ) zieht er uns ruck zuck zurück auf festen Boden.

    Wir verabschieden uns und es bleibt nur noch eine Frage: Wo ist eigentlich der Leopard?
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  • Leopard day

    9 Kasım 2025, Zambiya ⋅ ☁️ 32 °C

    Was nach unserem kleinen Missgeschick noch auf uns wartet, hat unsere Erwartungen dann doch ziemlich übertroffen. Kaum wieder halbwegs entmatscht, zwar noch durchgeschwitzt, aber glücklich, dass wir ohne Umkippen davongekommen sind, stellt sich der erste Leopard ins perfekte Licht, als hätte er auf uns gewartet.

    Elegant und vorsichtig, darauf bedacht, dass seine Pfoten ja nicht zu sehr nass werden, pirscht er direkt auf uns zu, bevor er lautlos im dichten Busch verschwindet.

    Als ob das noch nicht genug wäre, nur wenige Minuten später entdecken wir einen weiteren Leopard, noch etwas träge von der Nacht, tiefenentspannt und in absoluter Döslaune. Wir sind allein, haben alle Zeit der Welt und geniessen jeden Moment.

    Und dann, als wäre das alles noch nicht verrückt genug, läuft uns tatsächlich noch ein dritter Leopard über den Weg.

    Aber schaut selbst…
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  • Boarder crossing nach Zimbabwe

    16 Kasım 2025, Zimbabve ⋅ ☁️ 28 °C

    Lange haben wir über unseren „Rückweg“ nach Südafrika diskutiert, Optionen abgewogen und schliesslich entschieden. Wir düsen durch Zimbabwe Richtung Mozambique. Uns zieht es nämlich ans Meer. Kaum ausgereist, rollen wir über den kurzen Damm des Kariba Sees und direkt in eine Überraschung.

    Schon an der Grenze werden wir völlig überrumpelt von einer Freundlichkeit, die so gar nicht zu dem passt, was wir bisher über das Land und seine Geschichte gehört hatten. Beim Anstehen am Immigration Schalter lassen uns gleich mehrere Locals vor, mit der Begründung, dass Gäste sich willkommen fühlen sollen.

    Entgegen doch einigen unserer bisherigen Erfahrungen an afrikanischen Grenzen fühlen wir uns hier sofort herzlich aufgenommen. Die Dame am Schalter schiebt kurzerhand ihre Hühnerhaxen unter den Tisch und stempelt unsere Pässe während ihrer Mittagspause, mit Güggeli in der einen Hand und einem riesigen Lachen im Gesicht.

    Keine 30 Minuten später flutschen wir über die Grenze nach Zimbabwe. Weiter geht’s ins Warthogs und dort treffen wir sogar altbekannte Freunde wieder. Was für ein perfekter Start in ein neues Kapitel unserer Reise!
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  • Lake Kariba

    17 Kasım 2025, Zimbabve ⋅ ☁️ 29 °C

    Kaum im Warthog’s angekommen, laufen uns Tracy und Barry in die Arme, unsere altbekannten Landyfreunde. Die Zwei sind auf ihrer Checklisten Jagd gerade aus Mana Pools Richtung Hwange und dann Botswana unterwegs. Wie oft wir uns auf dieser Reise inzwischen schon zufällig begegnet sind? Wir haben längst aufgehört zu zählen. Vielleicht verfolgt uns das Schicksal… oder einfach die unbändige Anziehungskraft alter Land Rover.

    Wir geniessen ein paar gemeinsame Tage, zumindest so gut es das Wetter zulässt. Jeden Tag grollen neue Gewitter heran, jeden Morgen hängen die Wolken schwer und dunkel über dem Kariba See. Der Boden verwandelt sich in eine matschige Rutschbahn, die Farbe des Himmels pendelt zwischen Grau, Dunkelgrau und Schwarz. Die Regenzeit ist auch in Zimbabwe angekommen.

    Als wäre das nicht genug, machen uns die Hippos den Pool streitig. Sie beanspruchen ihn für sich, und wir ziehen lieber den Kürzeren.

    Zwischen Regenschauern und Hippo Action schrauben wir an verschiedenen Technik Baustellen. Es klappert hier, tropft da, und irgendwo quietscht immer etwas. Diese Mischung aus Afrika, Schlamm und Schrauberei macht die Tage mit Tracy und Barry wieder einmal irgendwie perfekt.
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  • Foodlovers in Harare 🤩

    20 Kasım 2025, Zimbabve ⋅ ☁️ 20 °C

    Nach Lilongwe in Malawi finden wir wieder einen Food Lovers Market, diesmal mitten in Harare. Unsere Vorräte sind nach ein paar Tagen unterwegs ziemlich am Ende, die Boxen klappern vor sich hin und verlangen nach Nachschub.

    Draussen regnet es in Strömen, und wir sind froh um jedes Dach, das uns trocken hält.

    Der Food Lovers in Harare entpuppt sich dann sogar als ausgewachsenes Mall Paradies. Wir staunen, als wären wir wieder irgendwo aus Versehen im falschen Land abgebogen, und lassen uns treiben. Am Ende sitzen wir im Seattle Coffee mit Barista Kaffee in der Hand, geniessen die Wärme und finden das Ganze irgendwie ähnlich herrlich absurd wie bei unserem Besuch dazumal in Malawi. Gerade noch mit intensivem Regenzeit Feeling inklusive.
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  • Farmleben in Zimbabwe

    21 Kasım 2025, Zimbabve ⋅ ⛅ 25 °C

    Zimbabwe fasziniert uns mit seiner bewegten Geschichte. Einst galt das Land als die Brotkammer Afrikas. Fruchtbare Böden, erfolgreiche Farmen und eine Landwirtschaft, die scheinbar alles hervorbrachte, was man sich nur vorstellen konnte, Mais, Tabak, Obst, Gemüse. Was hier wuchs, wurde in alle Himmelsrichtungen exportiert. Die Farmgeschichte des Landes ist reich, stolz und geprägt von Menschen, die den roten Boden mit Know-how und harter Arbeit zum Blühen brachten.

    Doch ab dem Jahr 2000 änderte sich alles. Die Regierung unter Robert Mugabe startete eine radikale Landreform, bei der viele, meist weissen Besitzern gehörende, Farmen meist gewaltsam enteignet und neu verteilt wurden. Offiziell sollte damit historische Ungleichheit behoben werden. In der Realität ging ein grosser Teil des Landes an politisch gut vernetzte Personen, oft ohne landwirtschaftliche Ausbildung, Maschinen oder finanzielle Mittel.

    Was einst florierende Betriebe waren, geriet in kurzer Zeit ins Straucheln: Bewässerungsanlagen verfielen, Felder lagen brach, und die einst so beeindruckende Produktivität Zimbabwes sank dramatisch. Das Land kämpft bis heute mit den Folgen dieser tiefgreifenden Umwälzungen.

    Zudem geriet Zimbabwe in eine Hyperinflation, wie sie kaum ein anderes Land erlebt hat: Die Preise explodierten im Jahrestakt um Hunderttausende Prozent. Am Ende war der zimbabwische Dollar so wertlos, dass Menschen ganze Taschen und Garetten voller Scheine für einen einfachen Einkauf bewegen mussten.

    Heute stehen wir auf einer dieser ehemaligen Farmen. Zwischen alten Bäumen, stillgelegten Kanälen und den Überresten früherer Betriebsgebäude spürt man die Geschichte förmlich.
    Hier versucht man mit einem Camp und verschiedenen Antilopenarten Gäste anzuziehen.
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  • Camp auf der Goldader

    24 Kasım 2025, Zimbabve ⋅ ⛅ 30 °C

    Zimbabwe erlebt derzeit einen neuen Aufschwung mit dem Abbau von Gold. Sowohl grosse Bergbauunternehmen als auch Klein‑ und Kleinstbergleute tragen erheblich zur Produktion bei. Aber wir landen erstmal auf einer eher unscheinbaren Ecke in den Eastern Highlands. Der Camp ist abgelegen, wir ganz allein… bis auf die Sanitäranlagen, die erstaunlich gut besucht sind. Vor allem von ein paar einheimischen Jungs, die hier munter ein- und ausgehen.

    Der Grund dafür erfahren wir erst etwas später. Gleich hinter unserem Plätzchen wurde Gold entdeckt, und die lokalen Schatzsucher versuchen hier ihr Glück, ganz ohne Infrastruktur. Da kommt eine warme Dusche und ein funktionierendes WC natürlich gerade recht!

    Wir selbst finden zwar kein Gold, dafür aber eine bunte Truppe Vögel und einen traumhaften Aussichtshügel direkt in der Nähe. Manchmal sind die wahren Schätze eben nicht die, die man mit Garetten aus Minen wegkarren muss.
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  • kolonialer Glanz

    25 Kasım 2025, Zimbabve ⋅ ☁️ 24 °C

    Wir fahren die schmale Straße durch die Eastern Highlands entlang, und plötzlich liegt es vor uns: La Rochelle – ein Anwesen, das aussieht wie aus einem Film der 50er Jahre, mitten im Grün Simbabwes. Wie uns Mike erzählt, erzählen die Mauern Geschichten von Sir Stephen und Lady Virginia Courtauld, die hier einst Gäste aus aller Welt empfingen. Manche sollen ihre Namen sogar in Glas graviert haben, praktisch ein Who’s Who der damaligen Zeit.

    Heute wirkt alles friedlich und ein bisschen märchenhaft. Wir stapfen durch die botanischen Gärten, zwischen exotischen Bäumen, bunten Orchideen und kleinen Teichen. Es zwitschern Vögel, Frösche quaken…

    Wir staunen über die Tatsache, dass wir für einen Moment das Gefühl haben, in einer Parallelwelt gelandet zu sein, zwischen kolonialer Eleganz und dem chaotischen Alltag Simbabwes draussen auf der Strasse. Ein Haufen Details wie die restaurierten Wasserläufe und die alten Fenstergriffe machen den Besuch zu einer echten Zeitreise. Mike, ein quirliger junger Mann mit tausend Ideen und grossen Träumen wird nicht müde uns den Ort lebendig zu erzählen.

    Am Abend sitzen wir im Restaurant, blicken in den Garten und staunen. Zimbabwe hat für uns eine ganz eigene Magie. Einmal kein Gold, sondern nur Vögel, Frösche, Pflanzen und die Geschichten, die dieses Haus lebendig gemacht haben.
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  • Crossing into Mozambique 🇲🇿

    26 Kasım 2025, Zimbabve ⋅ 🌧 24 °C

    Wir meistern einen weiteren afrikanischen Grenzübertritt, mittlerweile wie alte Profis. Als einigermassen herausfordernd, lernen wir heute, dass Mozambique ohne Portugiesisch Grundlagen kompliziert werden könnte 😬

    Routiniert klappern wir die einzelnen Stationen ab. Stempel hier, Unterschrift dort, ein „Bitte warten“ irgendwo dazwischen.

    Eine besonders selbstbewusste Grenzbeamtin versucht uns kurz aus dem Konzept zu bringen. Offenbar hat sie gerade eine höhere Position erklommen und möchte deshalb auf keinen Fall zeigen, dass sie eigentlich keine Ahnung hat, wie Sandras Visum auszustellen wäre. Also guckt sie streng, checkt per Anruf unsere Booking confirmation, verschwindet in einem Büro, checkt ein zweites Mal, kommt lange nicht wieder, erscheint dann doch irgendwie wieder, nimmt Sandra mit ins Büro… irgendwann hält Sandra dann doch ihr Visa in der Hand.
    Auch einigermassen abenteuerlich, kreative Gebühren für Versicherungen, Strassenabgaben und was man sonst noch so spontan erfinden kann, bringen uns nicht mehr aus der Ruhe. Wir staunen und schmunzeln, in dieser Reihenfolge.

    Nach zwei Stunden Papierkrieg, Schalter-Hopping und einer guten Portion afrikanischer Improvisationskunst haben wir endlich alle Formulare komplett und der Schlagbaum hebt sich.
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  • Begegnung der speziellen Art

    27 Kasım 2025, Mozambik ⋅ ☁️ 27 °C

    In der Nähe von Chimoio übernachten wir in einem dichten dschungelartigen Waldstück.

    Als wir uns gerade auf zur Bar machen, kommt ein Mzungu Velofahrer samt Anhänger und grüsst uns. Was für eine Autonummer das sei? Schweizer?! Er lebe auch in der Schweiz, seine Frau ist Schweizerin und komme auch gleich…

    Zusammen sind sie seit sechs Jahren, immer mehrere Monate pro Jahr unterwegs. So sind sie komplett mit Surf Equipment ausgerüstet per Velo mittlerweile die ganze Westküste aus der Schweiz bis nach Süd Afrika geradelt und mittlerweile auf dem „Rückweg“ im Osten Richtung Norden unterwegs.

    Was für ein Abenteuer. Unsere Reise scheint wie ein kleines Kindergartenabenteurer dagegen.
    Wir verbringen einen gemütlichen Abend zusammen und schwelgen in all den Geschichten, welche wir uns zu erzählen haben.
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