• Anny G 861
  • HL-G860
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Baltikum

Mit dem Wohnmobil durch das Baltikum Leggi altro
  • Haapsalu

    2–3 giu, Estonia ⋅ ☁️ 18 °C

    Heute Morgen haben wir bei Seenebel gefrühstückt und sind dann über Pärnu und Lihula nach Haapsalu gefahren. Es gab außer viel Gegend nichts Besonderes zu sehen. Lediglich zwei Störche, die in Lihula meinten , im Tiefflug über die Straße zum frisch gemähten Grünstreifen Segeln zu müssen. Unter Einsatz ihres Lebens…
    In Haapsalu stehen wir auf dem Camping Pikseke, einfach aber alles vorhanden. Der Betreiber ist sehr freundlich und spricht auch ein wenig Deutsch. „Ah, Lübeck!“ 😉
    Anschließend ging es mit dem Fahrrad in den Ort. Wir waren an der Bischofsburg, haben die Promenade mit dem Kursaal und die vielen schönen Holzhäuser gesehen. Viele schöne Spielplätze, sogar innerhalb der Burgmauern gibt es einen schönen Spielplatz im Burggraben. Schließlich sind wir am alten orthodoxen Friedhof mit der Aleksander-Nevski-Kirche vorbei gekommen. Wir waren auch noch an der Väike viik und am Paralepa Strand.
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  • Pirita Hafen Camping

    3–5 giu, Estonia ⋅ ⛅ 19 °C

    Heute ging es weiter nach Tallinn. Nach einer unspektakulären Fahrt sind wir gegen Mittag beim Pirita Hafen Camping angekommen. Wie beschrieben: der Hafenmeister ist die Unfreundlichkeit in Person. Aber egal, wir haben einen Platz für zwei Nächte bekommen und er hat uns alles erklärt, was wir wissen müssen.
    Die Anlage war 1980 Schauplatz der Segelwettbewerbe der Olympischen Spiele, die ja in Moskau stattfanden. Hier gibt es also noch reichlich sozialistisches Flair.
    Wir sind dann mit dem Fahrrad rund 7 km in die Altstadt gefahren und haben uns die Unterstadt angeschaut. Hier ist viel hanseatisches Flair zu sehen. Die Unterstadt war die Stadt der Händler und Kaufleute und als Reval Teil der Hanse.
    Leider ist es auch extrem voll. Vor der russischen Botschaft gibt es einen langen Zaun, an dem an die Opfer von Putins Krieg gegen die Ukraine erinnert wird. Die Botschaft wird zudem von der Polizei gesichert. In der gleichen Straße befindet sich auch die schwedische Botschaft, die neben der schwedischen auch die ukrainische Flagge gehisst hat. Und es gibt hier ein ukrainisches Lokal, das damit wirbt, dass man die ukrainische Sache beim Speisen unterstützt.
    Das Wetter heute ist mega, es ist richtig warm - Sommer. Und dann zog von Süden eine Front auf, die auch Gewitter im Gepäck haben sollte. Eigentlich sollte es sich laut Regenradar kurz vor Tallinn auflösen, aber aktuell regnet es. Gut so, dann verschwindet endlich der ganze Blütenstaub, der sich über zwei Wochen auf dem WoMo angesammelt hat. Danach war wieder eitel Sonnenschein.
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  • Tallinn

    4 giugno, Estonia ⋅ ⛅ 24 °C

    Heute ist bestes Sommerwetter, laues Lüftchen und Sonne satt, es ist schön warm. Heute wollen wir uns die Oberstadt in Tallinn anschauen. Dabei dürfen wir uns die Stadt mit 4000 Gästen der Mein Schiff Relax teilen, eines der größten Schiffe der Flotte…
    Es war gruselig. Auf dem Weg kamen uns bereits drei Fahrradtouren entgegen. In der Stadt war es dann unfassbar voll. Überall die Lollipop-Gruppen, dichtes Gedränge, kaum Möglichkeiten vernünftige Fotos zu machen.
    Die Oberstadt Tallinns beherbergte früher die Ritter und Adligen. Hier befindet sich das Schloss, der Dom und die Aleksander-Newski-Kathedrale. Es gibt zwei Aussichtspunkte, von denen man einen tollen Blick auf die Unterstadt, die Wehrtürme und bis hin zur Ostsee hat.
    Wir haben dann schnell das Weite gesucht und stattdessen auf dem Platz am Yachthafen in Pirita Kaffee getrunken. Es gibt hier übrigens auch einen riesigen Supermarkt an der Hauptstraße in Pirita, in dem man ALLES bekommt, auch mit einer riesigen Auswahl an Biersorten.
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  • Jägala Wasserfall

    5 giugno, Estonia ⋅ ☁️ 20 °C

    Heute geht es weiter Richtung Lahemaa Nationalpark. Das Wetter ist heute nicht mehr so gut. Es ist bedeckt und windig und es ist kühler geworden. Später soll es auch Regen geben. Da die Duschen hier 2,50€ (!) kosten sollen, haben im WoMo geduscht. Entsorgung ist ja im Stellplatzpreis mit drin…
    Auf dem Weg nach Võise haben wir zunächst den Jägala Wasserfall angeschaut. Der Jägala stürzt hier auf rund 50 Metern Breite zwischen 7 und 8 Metern in die Tiefe. Zurzeit führt der Fluss aber nicht so viel Wasser, sodass er nur eine geringe Breite hat. Im Frühjahr führt er mehr Wasser und im Winter friert er ein, was dann ein schönes Bild ergibt.
    Wir fahren weiter in den Nationalpark, dem Regen entgegen.
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  • Lepispea Caravan & Camping

    5–7 giu, Estonia ⋅ ☁️ 22 °C

    Wir haben den nördlichsten Punkt unserer Baltikumreise erreicht. Pünktlich zur Einfahrt in den Lahemaa Nationalpark setzte der Regen ein. Jetzt stehen wir auf dem Lepispea Campingplatz, gefühlt irgendwo im Nirgendwo. Es ist ziemlich ruhig hier und es sind nicht viele andere Camper hier. Aber Menschen hatten wir jetzt reichlich…
    Der Platz liegt in der Nähe des Ortes Võsu und liegt direkt am Ostseestrand. Gerade ist es trocken und wir haben mal die Infrastruktur geprüft. Es ist alles da, was man braucht, und im Ort scheint es auch einiges an Lokalen zu geben. Wieviele davon geöffnet haben, werden wir sehen. Võsu liegt ungefähr 1 km weiter östlich an der Ostsee.
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  • Lahemaa Nationalpark

    6 giugno, Estonia ⋅ 🌧 18 °C

    Für heute war eigentlich den ganzen Tag über Regen angesagt, zum Teil auch kräftig. In der Nacht hatte es auch immer wieder mal geregnet. Heute Morgen kam aber zwischen vereinzelten Regentropfen auch immer wieder die Sonne durch. Deshalb haben wir uns doch entschlossen, mit dem Fahrrad auf die Spitze der Käsmu Halbinsel zu fahren. Dort soll es einen Aussichtsrurm geben.
    Auf dem Radweg kommt man schnell und bequem nach Käsmu, das als eines der schönsten Dörfer Estlands gilt. Hier gibt es viele schöne Holzhäuschen und eine ehemalige Seemannsschule, in der sich ein kleines Meeresmuseum befindet. Weil in Käsmu ab Ende des 19. Jahrhunderts über 50 Segelschiffe gebaut wurden und wegen der Seemannsschule wird es seither auch Kapitänsdorf genannt.
    Wir sind dann in den Wald gefahren. Die Eiszeit hat dort jede Menge Steine und Felsen hinterlassen, wie den Metsamuk (Foto) und den Meremuk direkt an der Küste. Lichte Kiefernwälder wechseln sich mit dichtem Laubwald ab, der Boden bedeckt mit tausenden von Blaubeerpflanzen. Die Luft ist voll von Insekten wie Schmetterlingen oder Libellen, auch andere kleinere Insekten sind zuhauf unterwegs.
    Oben an der Spitze der Halbinsel, Palganeem, dann die Enttäuschung: Der Turm aus Sowjetzeiten ist verschwunden. Ist dann aber auch kein Verlust…
    Auf dem Rückweg haben wir noch ein paar schöne Buchten mit herrlichen Sandstränden gefunden. Der einsetzende Nieselregen hat uns schließlich wieder zurückgetrieben.
    Nun ist es wieder so, dass sich Sonne und Niesel abwechseln.
    Der Lahemaa Nationalpark wurde 1971 schon zu Sowjetzeiten als erster Nationalpark in der UDSSR gegründet. Da hier niemand her durfte, konnte sich die Natur prächtig entwickeln Auch heute noch sind einige Bereiche des Nationalparks komplett vor menschlichen Einflüssen geschützt.
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  • Palmse - Rakvere - Valaste

    7 giugno, Estonia ⋅ ⛅ 20 °C

    Gestern Nachmittag hat es viel geregnet, am späten Nachmittag kam dann tatsächlich wieder die Sonne heraus und abends waberte dann der Nebel über der Campingwiese. Heute Morgen scheint wieder die Sonne, nun geht es nach Rakvere.
    Auf dem Weg dorthin sind wir durch Palmse gekommen, kurzer Fotostopp am Herrenhaus eingelegt. Es soll eines der bekanntesten und besterhaltenen Gutshöfe des Landes sein. Dazu gehören auch eine Orangerie, Schnapsbrennerei, Stallungen und Scheunen, Badehaus, Pavillons und Waschhaus sowie eine große Parklandschaft.
    Weiter ging es nach Rakvere, wo wir rund um die alte Ordensburg auf einem Wallberg marschiert sind. Da es Sonntag und Ort sehr voll ist, haben wir auf den Besuch verzichtet . Auf dem Weg dorthin haben wir die Dreifaltigkeitskirche gesehen und eine Skulptur der 8-jährigen Edith. Sie zeigt Edith Kotka-Nyman, estnische Kulturbotschafterin. Edith verbrachte ihre Kindheit in Rakvere, bis ihre Familie nach Schweden flüchten musste.
    Nächster Stopp ist am Wasserfall Valaste. Auf dem Weg dorthin haben wir zwei Kraniche und einen Storch im Sturzflug gesehen. Zum Leidwesen von Herbert zeigen sich keine Elche, obwohl immer wieder auf Elchwechsel hingewiesen wird. Und dann: der erste Windpark, den wir im Baltikum gesehen haben. Solaranlagen, auch große Flächen, findet man dagegen überall.
    Weil wir auf der Hauptstraße Richtung Narva bleiben, erhalten wir auch einen Einblick in die Ölschieferindustrie mit riesigen Abraumhalden und Industrieanlagen. Hier gibt es auch ein Bergbaumuseum, das schenken wir uns aber.
    Der Wasserfall ist eine große Touristenattraktion. Dementsprechend war der Ort gut besucht. Es war jedoch enttäuschend, da nur ein schmales Rinnsal über die 30 m in die Tiefe fiel, man kann nicht mal von Stürzen sprechen. Einzig die verschiedenen Gesteinssichten und verschiedenen Farben sind interessant, aber viel sehen kann man durch den starken Bewuchs leider auch nicht. Wir sind trotzdem die vielen Stufen hinunter- und auch wieder hochgestiegen. Am Strand unten angekommen konnte man einen guten Blick auf die stark bewachsene Steilküste werfen. Weil der Strand sehr steinig ist, gibt es auch viele Steinmännchen zu bewundern.
    Nun heißt es Abschied nehmen von der Ostsee. Es geht für uns in den Süden ins Landesinnere zum Peipus See. Auf der Strecke sind wir dann noch in eine Polizeikontrolle geraten und Herbert durfte einmal pusten. In Estland besteht 0,00-Grenze.
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  • Peipus See

    7–8 giu, Estonia ⋅ ☀️ 20 °C

    Unser heutiger Übernachtungsplatz ist ein RMK-Platz im Wald direkt am Strand des Peipus Sees. Hier kann man umsonst stehen, im Sommer kostet es 5€. Überall im Wald stehen überdachte Sitzgruppen mit großem Grill dabei. Da Sonntag ist, sind viele Ausflügler hier, die aber nach und nach verschwinden.
    Der Strand ist herrlich und das Wasser reicht weiter als das Auge sehen kann.
    Der Peipus See ist der größte See des Baltikums mit über 3550 Quadratkilometern Fläche. Er ist 143 km lang und bis zu 48 km breit. Durch den See verläuft die russische Grenze, festgelegt bereits im 13. Jahrhundert.
    Das Wasser ist wunderbar warm und eigentlich könnte man direkt baden gehen (ja, auch ich!). Leider schwimmen viele tote Fische hier herum und wurden teils auch an den Strand gespült. Nicht so toll…
    Nördlich des großen Sees befindet sich der Alutaguse Nationalpark, der 2018 gegründet wurde. Er umfasst mehrere frühere Schutzgebiete, hier soll es auch Braunbären und Auerhähne geben. Spannend…
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  • Tartu

    8–9 giu, Estonia ⋅ ☁️ 22 °C

    Wir wollten das gute Wetter nutzen und sind heute nach Tartu gefahren, der zweitgrößten Stadt Estlands. Die Stadt hat eine alte Universität, gegründet 1632 vom schwedischen König Gustav Adolf II, und gilt als das geistige Zentrum Estlands.
    Wir stehen am Karlova Sadam, einem kleinen Yachthafen direkt am Emajõgi. Mit den Bike sind wir die kurze Strecke in die Altstadt gefahren. Anlaufpunkt war der Rathausplatz, wo wir die Fahrräder abstellen und alles fußläufig erreichen konnten. Zu unserem Programm gehörte das Rathaus mit der Skulptur der küssenden Studenten, der Rathausplatz mit den vielen schönen klassizistischen Häusern, dem „schiefen Haus“ mit dem Kunstmuseum, bunten Straßenrestaurants und -cafés, der Domberg mit der Ruine des Doms und die Universität. Auf dem Rückweg habe ich dann noch den „Schneckenturm“ (Tigutorn) eingefangen, ein 23-stöckiges Wohngebäude von 2008. Das Innere des Turmes schraubt sich verjüngend wie ein Schneckengehäuse nach oben. Von oben soll es einen schönen Blick auf die Stadt geben.
    Jetzt zieht es sich langsam zu und in der Nacht könnte es den ersten Regen geben. Morgen soll es den ganzen Tag regnen. Mal schauen, wohin es uns dann treibt…
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  • Ähijärv

    9–10 giu, Estonia ⋅ 🌧 14 °C

    Nach einer verregneten Nacht und Frühstück sowie Ver- und Entsorgung im Trockenen ging es bei leichtem Nieselregen weiter in den Süden. Ziel ist der Karula Nationalpark. Unterwegs immer wieder Regen, aber auch mal Sonne, und es ist deutlich kühler geworden. Während der Fahrt haben wir unzählige Störche und einen Fuchs in Lauerstellung gesehen.
    Im Karula Nationalpark stehen wir am Ähijärv. An diesem See befindet sich das RMK-Infozentrum des Nationalparks. Es gibt die Möglichkeit zu zelten, aber wir können hier auch mit dem WoMo stehen.
    Die freundliche Angestellte hat uns gleich eine Infobroschüre mit Karte gegeben und die kleine Ausstellung über das frühere Leben der Landbevölkerung im 20. Jahrhundert gezeigt.
    Der Karula Nationalpark ist der kleinste der estnischen Nationalparks mit 123 Quadratkilometern und gleichzeitig der hügeligste. Er wurde 1993 gegründet. Hier findet man unter anderem die größte Schwarzstorchpopulation Estlands. Es gibt 40 Seen im Naturschutzpark, der größte ist mit 176 ha der Ähijärv. Barsche, Plötze und Rotaugen, Hechte, Karpfen und Schleie kommen in den Seen vor. Auch europäische Schaufelkröten und Kammmolche, Biber und Otter sowie verschiedene Ochideenarten gibt es hier.
    Wir sind vom Platz aus losgewandert. Eigentlich sollte es zu einem Aussichtsturm gehen. Den haben wir aber nicht gefunden. Unterwegs begann es wieder zu regnen, wir hätten also wahrscheinlich nicht viel gesehen. Herbert glaubt, einen Schwarzstorch entdeckt zu haben. Triefend nass kamen wir nach 7 km zurück und jetzt chillen wir einfach mal.
    Und dann: Nach Regen folgt Sonne. So haben wir noch einen versöhnlichen Abendspaziergang am See gemacht man. Dabei gab es einiges zu beobachten, vom Haubentaucherpärchen mit Nachwuchs bis zum Libellenmassaker durch eine Bachstelze. Am späten Abend kroch dann der Nebel aus den Wiesen.
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  • Aluksne

    10 giugno, Lettonia ⋅ ☁️ 18 °C

    Heute heißt es Abschied nehmen von Estland mit seinen freundlichen Menschen und den vielen schönen Naturparks. Wir fahren weiter Richtung Süden, nach Lettland.
    Wir haben Station in Aluksne gemacht, das wenige Kilometer hinter der Grenze zu Estland liegt. Dort gibt es ein neugotisches Schloss, das gern bisschen neue Farbe bekommen dürfte. Es wurde 1863 erbaut und erinnert an britische Landhäuser. Vom prachtvollen Inneren soll nicht mehr viel erhalten geblieben sein, heute beherbergt es zwei Museen und die Touristinformation.
    Außerdem ist die evangelische Kirche erwähnenswert. Die Kirche wurde 1781 bis 1788 im klassizistischen Stil mit einem 55 m hohen Turm errichtet. Eine freundliche Dame (Küsterin?) hat uns sogar die Treppe zum Turm aufgemacht, von dem wir einen Blick über den Ort erhaschen konnten. Die Kirche bedarf umfangreicher Sanierung, die Arbeiten dazu sind im Gange. Aber der Altar lässt sich sehen.
    Es gäbe noch den Tempelberg und den Schlossgarten sowie die Ruine einer alten Ordensritterburg. Die Schmalspurbahn wäre ebenfalls eine Sehenswürdigkeit. Sie befördert heute noch Passagiere bis ins 30 km entfernte Gulbene.
    Wir haben genug gesehen und fahren weiter. Die Schienen der Schmalspurbahn haben wir auf dem weiteren Weg zweimal gequert.
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  • Freilichtmuseum Viktora Kirpa

    10–11 giu, Lettonia ⋅ ☁️ 19 °C

    Der nächste Stopp ist ein kleines Freilichtmuseum. Das Viktora Kirpa Museum wurde 1985 in der Mühle Otte und dem dazugehörigen Landgut gegründet. Es handelt sich dabei um ein Architekturdenkmal von lokaler Bedeutung und wurde nach seinem Gründer und Schöpfer benannt.
    Das liebevoll gestaltete Museum zeigt das typische Gehöft in Vidzeme und besteht aus elf Gebäuden. Dazu gehören die alte Wassermühle, die jedoch nicht besichtigt werden kann. Der Zustand des Gebäudes ist sehr schlecht. Eine Scheune zeigt das Zubehör für die von Pferden gezogenen landwirtschaftlichen Geräte sowie von Pferden angetriebene Maschinen zum Kornmahlen oder Sägen.
    Dann gibt es eine Schmiede, eine Scheune mit alten Traktoren und Maschinen, eine Getreidedarre und eine Getreidescheune.
    Es wird Handwerkszeug gezeigt wie Spinnräder, Imkergerätschaften oder Mahlsteine. In einer Scheune wird auch die Verarbeitung von Flachs zu Leinen gezeigt. Das alte Badehaus, sprich die Sauna, ist noch original vom Landgut erhalten und wurde 1880 errichtet.
    Einige Gebäude wurden aus dem Umkreis in den 1990er Jahren hierher gebracht und wieder aufgebaut. Das Familienwohnhaus wurde 1990 neu errichtet, aber vielen alten Gerätschaften wie Webstühle etc. ausgestattet.
    Das Museum wird mit viel Liebe und Engagement betrieben, ein Besuch lohnt sich.
    Nach Rücksprache dürfen wir heute Nacht hier stehen bleiben. Es ist sehr ruhig außer dem Froschkonzert aus dem Teich und jede Menge Vogelstimmen. Und heute Abend hatten wir hier großes Kino: Afterglow vom feinsten in einem 360 Grad Winkel! Man wusste nicht, wohin man zuerst schauen sollte…
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  • Siveri Camping

    11–13 giu, Lettonia ⋅ ⛅ 25 °C

    Heute Morgen ist es bewölkt, aber trocken, und kühl. Zum Frühstück haben wir eine Broadcastwarnung der örtlichen Behörden vor Gewitter mit Starkregen, grobem Hagel und Sturmböen zwischen 20 und 24 m/s bekommen! Wir hoffen darauf, dass an unserem nächsten Ziel das Wetter nicht so arg ausfällt. Es geht weiter Richtung Süden.
    Nach einer Fahrt über eine anstrengende Baustellenstrecke haben wir im Ort Balvi eine schöne orthodoxe Kirche gesehen. In Dricani fiel uns im Vorbeifahren eine katholische Kirche auf, für die wir noch einmal umgedreht sind.
    Natürlich gab es wieder jede Menge Störche und wir hatten auch wieder zwei Kraniche. Fahrt durch landwirtschaftlich geprägte Gegenden, gefolgt von Misch- oder reinen Kiefernwäldern. Die Dörfer sind teils ärmlich, viele verlassene Höfe und Häuser. In einem Dorf wurde im Garten gepflügt mit einem Handpflug, gezogen von einem Mann. Vielleicht Altgläubige? Die lehnen ja modernes Leben ab.
    Weiter ging es rund um Rezekne und dann in den Nationalpark Razna. In Dagda haben wir schnell eingekauft und um 14.30 Uhr waren wir auf dem Campingplatz, der direkt an einem See liegt. Sehr idyllisch mit Sauna (natürlich) und einem Hotpot, Strand, einem Steg mit Sesseln - einfach nett! Hier bleiben wir für zwei Nächte.
    Wir sind die einzigen Gäste. Es ist schwül-warm und es droht nach wie vor Gewitter, wie der sehr freundliche Platzbetreiber erklärte: Obacht bei der Platzwahl wegen möglicherweise umstürzender Bäume! Wir werden sehen. Erst mal heben wir die Annehmlichkeiten genossen und uns auf dem Steg in die Sonne gesetzt. Hier sind viele Fische und unzählige Libellen, die uns hoffentlich die Mücken wegfangen!
    Es kam, zumindest der Wind und dunkle Wolken. Eine schöne Shelfcloud hatte sich ausgeprägt und von jetzt auf gleich zeigte der zuvor glatte See Wellen mit Schaumkronen. Schließlich begann es auch zu regnen, aber das war alles meilenweit entfernt vom Unwetter. Und am Abend zeigte sich der Himmel dann noch einmal in goldenen Farben.
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  • Sivers See

    12 giugno, Lettonia ⋅ ☁️ 13 °C

    Heute Morgen während des Frühstücks stolzierte Adebar zwischen den Bäumen am Seeufer entlang und hat in aller Seelenruhe Beute gemacht. Später, als die Luft rein war, schaute auch noch ein Laubfrosch vorbei.
    Das Wetter ist heute nicht so toll, immer wieder Niesel zwischendurch. Wir haben uns für eine kleine Rundtour entschieden. Unterwegs hat uns dann der Regen doch noch erwischt, sodass wir den Rückweg ohne Stopps angetreten haben. Aber wir haben immerhin zwei Kraniche gesehen, einen Storch am Wegesrand aufgeschreckt und einen anderen auf dem Nest bei den Küken gesehen.
    Nach der Rückkehr mussten die Bikes gereinigt und die Akkus geladen werden. Der Rest des Tages verlief unspektakulär mit der Suche nach dem nächsten Ziel, das dann in Litauen liegen wird.
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  • Palūšė

    13–15 giu, Lituania ⋅ 🌧 13 °C

    Heute Nacht nur Dauerregen! Die Wiese auf dem Campingplatz war ziemlich nass und Herbert hatte Angst, dass wir nicht vom Platz kommen. Aber es ging dann doch einfacher als gedacht. Dafür war die 2,5 km lange Schotterstraße so weich wie Schmierseife und am Straßenrand tiefe Pfützen. Aber wir haben es geschafft! Die Wolken hingen so tief, dass sie sich in den Bäumen links und rechts der Straße verfangen haben. Hinter Kraslava hörte der Dauerregen dann auf.
    Wir haben dann bei trübem Nieselwetter eine Stadtrundfahrt durch Daugavpils gemacht, weil das für unser Navi die kürzeste Strecke war. Die russische Prägung und der sozialistische Einfluss ist in dieser zweitgrößten Stadt Lettlands überall zu spüren. Einige alte Gebäude aus der Zarenzeit sind renoviert, aber insgesamt macht Daugavpils einen heruntergekommenen Eindruck. Mich hätte die Zarenfestung gereizt, aber wir sind weitergefahren.
    Kurz vor Zarasai haben wir die Grenze nach Litauen erreicht. Zarasai scheint touristisch recht attraktiv zu sein, jedenfalls liefen einige offensichtliche Touris dort herum. Auf dem See gibt es eine riesige Wasserfontäne, außerdem hat der Ort eine schöne Kirche und das Gebäude mit Bibliothek und Museum kann sich auch sehen lassen.
    Unser Ziel ist der Campingplatz in Paluše im Nationalpark Aukštaitija. Der Nationalpark gilt als der schönste in Litauen. Wir mieten uns hier für zwei Nächte ein und hoffen, dass wir morgen bei einigermaßen trockenem Wetter eine Radtour machen können.
    Nachdem wir den Platz bezogen hatten, sind wir in das kleine Dorf hinuntergegangen. Hier gibt es eine Holzkirche, die in Litauen einzigartig ist. Die St. Joseph Kirche wurde um 1750 aus Kiefernholz und nur mit der Axt ohne einen einzigen Nagel errichtet. Der achteckige Glockenturm steht separat und erinnert an die Wehrtürme alter litauischer Schlösser. Das ganze Ensemble ist einzigartig und als Architekturdenkmal geschützt. Auch von innen ist sie beeindruckend mit ihren drei Rokoko-Altären. Bei Renovierungsarbeiten hat man 2022 historische Malereien entdeckt und in Teilen freigelegt.
    Anschließend haben wir bei Sonnenschein den Lušiai See erkundet. Das Wetter hat sich tatsächlich gebessert, zumindest so lange, bis der nächste Schauer kommt.
    Der Nationalpark wird auch als das Land der Berge, Seen und Wälder bezeichnet. Das werden wir morgen mit dem Rad bei einer Tour um den See austesten.
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  • Aukštaitija Nationalpark

    14 giugno, Lituania ⋅ 🌧 13 °C

    Das Wetter ist sehr durchwachsen: Auf Regen folgt Sonne folgt Regen. Egal, wir haben uns trotzdem auf unsere E-MTBs geschwungen und sind 25 km durch den Nationalpark geradelt. Wir hatten zwar Regenzeug mit, aber ganz so schlimm wurde es dann doch nicht.
    Der Naturpark wird beschrieben als Land der Berge, Seen und Wälder. Da können wir bestätigen. Immerhin 309 Höhenmeter haben wir heute auf sandigen, schlammigen und steinigen Wegen bewältigt. Mehrere Seen waren links und rechts des Weges zu sehen. Und wir haben das Dorf Salos II besucht. Es ist eines von mehreren historischen Dörfern, die zu architektonischen Denkmälern ernannt wurden. Salos II wurde sogar als Kulturreservat unter besonderen Schutz gestellt. Noch heute leben hier Nachfahren der ersten Siedler. Es wirkt wie ein Museumsdorf, bestehend aus zwei Wohnhäusern und weiteren Gebäuden wie Scheunen.
    Der Nationalpark ist fast 41.000 ha groß und damit der zweitgrößte Litauens. Er wurde bereits 1974 gegründet und ist damit der älteste Nationalpark. Bereits 1960 gab es hier ein botanisch-zoologisches Schutzgebiet. Im Park gibt es auch einen Urwald mit über 200 Jahre alten Kiefern und Eichen. Über 200 Vogelarten und 60 verschiedene Säugetierarten, darunter Elche (Herbert hat immer noch keinen gesehen!), Wölfe und Luchse. Es gibt 126 Seen, die alle miteinander durch Flüsse oder Kanäle verbunden sind. Ein Paradies für Wassersportler!
    Kaum zurück von unserer Tour kam ein heftiger Schauer herunter - Glück gehabt! Nachdem die Räder vom Schmutz befreit und sicher verstaut waren, sind wir runter an den See und haben dort eine griechische Pita gegessen. Sehr lecker! Das Bier auch 😇 Es ist einfach eine coole Location am See und ab und zu gibt es wohl auch Live Musik. Rechtzeitig vor dem nächsten kräftigen Regenschauer waren wir zurück am Platz.
    Morgen geht es weiter Richtung Süden.
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  • Mittelpunkt Europas

    15 giugno, Lituania ⋅ 🌧 13 °C

    Heute war der Tag der Irrwege. Nach dem Frühstück haben wir bei sehr wechselhaftem Wetter den Naturpark verlassen und sind Richtung Vilnius gefahren. Erstes Ziel war der Europa Park. Hier wollten wir den geographischen Mittelpunkt Europas besichtigen. Der Europa Park ist jedoch ein Kunstmuseum unter freiem Himmel und kostet Eintritt. Das war aber nicht unser Ziel.
    Auch der nächste Versuch scheiterte, bis wir dann endlich den richtigen Ort gefunden hatten. Er liegt an einem Golfplatz im Dorf Bernotai, 26 km nördlich von Vilnius. Der Ort wurde 1989 von Wissenschaftlern des französischen Nationalinstituts für Geografie bestimmt. Die Daten wurden erst nach neuerlicher Abgrenzung des Kontinents Europa ermittelt.: im Norden Spitzbergen, im Süden die Kanarischen Inseln, im Osten das Uralgebirge und im Westen die Azoren.
    1992 hat das litauische Parlament das Gebiet um das geographische Zentrum Europas zur kartografischen Schutzzone erklärt.
    Als Litauen am 1. Mai 2004 offiziell in der EU aufgenommen wurde, erfolgte die feierliche Neugestaltung des geografischen Zentrums von Europa. Hier steht inmitten einer Windrose eine Säule aus weißem Granit, auf dem eine goldene Sternenkrone thront.
    Zum Glück (oder weil wir so lange gesucht haben, bis der Regen vorbei war) ist hier die Sonne herausgekommen. Auf der Weiterfahrt änderte sich das leider. Bei der Anfahrt auf Vilnius drohten bereits dunkle Wolken. Mit Erreichen des Stadtgebietes ging dann ein Wolkenbruch nieder. Das war einer der Gründe, warum wir die Hauptstadt nicht angelaufen haben.
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  • Trakai

    15–16 giu, Lituania ⋅ 🌧 14 °C

    Unser Übernachtungsziel ist der Ort Trakai mit seiner Inselburg. Auch hier gab es Probleme bei der Anreise, weil wir von „Uschi“ fehlgeleitet wurden. Aber wir sind dann schließlich doch noch am Ziel angekommen. Wir stehen hier auf einem kleinen privaten Platz ganz dicht am Ortszentrum. Vom freundlichen Besitzer, der uns mit ein paar deutschen Worten begrüßt hat, wurden wir mit Stadtplan und Infobroschüre auf deutsch versorgt! Auf geht’s also in den Ort.
    Die Inselburg ist das Wahrzeichen der früheren Hauptstadt Litauens und Residenz der Fürsten. Sie wurde Anfang des 15. Jahrhunderts als gotische Ziegelburg erbaut. Hier residierte Vytautas der Große.
    Neben der Inselburg gibt es noch die Halbinselburg. Wie der Name sagt wurde sie auf einer Halbinsel errichtet. Sie wurde von den Ordensrittern weitgehend zerstört und später von Dominikanermönchen zu einem Kloster umgebaut. Ende des 19. Jahrhunderts wurde es geschlossen und diente als Gefängnis zur Zarenzeit, im Dritten Reich der Gestapo als Gefängnis und später auch dem KGB.
    Erwähnenswert sind die unter Denkmalschutz stehenden Holzhäuser der Karäer, eine Volksgruppe, die Vytautas von der Krim zusammen mit Tataren als Palastwachen nach Trakai holte. In Trakai leben heute noch rund 60 Karäer mit eigener Sprache, Sitten und Gebräuchen.
    Die Basilika Mariä Heimsuchung wurde von Vytautas gestiftet und 1409 mit Steinen der Halbinselburg im gotischen Stil mit Wehrbau-Charakter errichtet.
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  • Birštonas

    16–18 giu, Lituania ⋅ 🌧 17 °C

    Heute Morgen sind wir bei Sonnenschein in Trakai weiter Richtung Westen gestartet. Ziel ist der Kurort Birštonas im Nemunas-Schleifen-Naturpark. Das sollte der südlichste Punkt unserer Rundreise sein.
    Auf dem Weg dorthin haben wir noch in Aukštadvaris einen Blick auf eine schöne Holzkirche geworfen. Die katholische Kirche der Verklärung Christi wurde 1910 bis 1913 gebaut.
    In Birštonas angekommen fing es wie vorhergesagt an zu regnen. Auf dem Natur Camping Birštonas sind wir sehr freundlich empfangen worden und haben auch Infomaterial auf deutsch bekommen.
    Der Naturpark südlich von Kaunas wurde zum Schutz der Natur der drei Nemunas-Schleifen eingerichtet. Hier macht der Fluss, früher als Memel bekannt, auf 59 km drei riesige Bögen. Vom 55 m hohen Aussichtsturm, dem höchsten Litauens, soll man einen guten Ausblick auf die Schleifen haben.
    Der Kurort liegt 38 km südlich von Kaunas, inmitten des Regionalparks. Wir haben uns, nachdem es aufgehört hatte zu regnen, zur Erkundung des Ortes aufgemacht. Man kann sehr schön am Fluss entlang auf der Promenade gehen. Am Südende befindet sich ein großes Reiterdenkmal von Vytautas. Dahinter liegt der 40 m hohe Hügel, auf dem einmal eine Burg stand. Heute kann man hier die Aussicht auf den Fluss genießen, wenn man die 170 Stufen erklommen hat 🥵
    Kurort ist Birštonas, weil es hier eine Mineralwasserquelle gibt. Diese war schon zu Vytautas Zeiten bekannt. Mitte des 19. Jahrhunderts begann der eigentliche Kurbetrieb. Unter der Marke Vytautas wird seit 1924 das Mineralwasser abgefüllt, das älteste in Litauen. Es gibt Sanatorien und Kurkliniken sowie viele Hotels und Spa-Einrichtungen.
    Als neueste Errungenschaft gilt die Mineralwassereindampfanlage „Druskupis“. Hier wird innen und außen das Mineralwasser verrieselt und dadurch verdunstet. So gelangen die wertvollen Mineralstoffe direkt in die Luft und können inhaliert werden.
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  • Nemunas-Schleifen-Nationalpark

    17 giugno, Lituania ⋅ ☁️ 18 °C

    Heute sollte es trocken bleiben, so hat es jedenfalls der Norweger prophezeit. Deshalb hat Herbert gestern schon eine Tour bei Komoot herausgesucht, die wir heute fahren wollten. Also alles gepackt, Regenjacke dazu. Herbert wollte sich kaputt lachen, als ich auch die Regenhose eingepackt habe. Soll ja trocken bleiben…
    Auf geht’s, es wird eine anstrengende Tour, wie Komoot schreibt. An einem Feld sind wir kurz mal runter Richtung Fluss. Herbert hat noch Fotos gemacht - und dann kam der erste Schauer. Zum Glück standen wir unter Bäumen und sind so trocken geblieben.
    Weiter geht’s die Straße entlang. Das war schon ein bisschen doof nur Straße zu fahren, aber egal. Dann ab in den Wald und die nächste Stelle am Fluss gefunden. Hier war Weinbergschnecken-Thing.
    Dann der nächste Regen. Und kein Baum zum Schutz, aber etwas weiter hinter kam ein Wald in Sicht. Es schüttet! Geschafft! Ein Reh aufgescheucht, das sich ebenfalls dort unterstellen wollte - mein Platz, sorry!
    Weiter geht’s, die Straße entlang. Dann wieder in den Wald. Der Weg wurde enger. „Das ist gleich vorbei!“ Wiese mit hohem Gras. Vertiefungen - nicht zu sehen. Steine im Weg - nicht zu sehen. Mitten auf dem Weg ein Stumpf von einem Busch, der da herausragt - nicht gesehen, fast auf die Sch… gelegt.
    Rein in den Wald. Plötzlich ein Bächlein, drumherum alles nass und schlammig. Dahinter geht es steil bergauf, ebenfalls schlammig. Aber wir haben es geschafft!
    Irgendwann hatten wir dann wieder die Zivilisation erreicht. Eine schöne Kirche in Nemajunai gefunden - und zack der nächste Wolkenbruch! Unter den Bäumen auf dem Kirchhof blieben wir einigermaßen trocken. Weiter geht’s, jetzt ist es nicht mehr weit - der nächste Wolkenbruch. Jetzt aber Regenjacken an und weiter.
    Schließlich waren wir zurück auf dem Campingplatz, nach 45 km, 400 Höhenmetern und reichlich Regen.
    Herbert hat die Fahrräder abgespült und anschließend die Radlerhosen grob gewaschen. Jetzt trocknet alles hoffentlich und wir genießen unser verdientes Feierabendbier.
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  • Klaipėda

    18–19 giu, Lituania ⋅ ☁️ 16 °C

    Heute Morgen Frühstück bei bestem Wetter. Eigentlich müsste ich ja noch auf den Aussichtsturm, aber wir wollen heute Strecke machen. Und so geht es Richtung Nordwesten nach Klaipėda.
    Unser Navi führte uns nicht wie erwartet Richtung Kaunas und auf die A1, sondern auf der A16 weiter nach Westen durch Marijampole. Die Industriestadt hat noch viel sozialistisches Flair…
    Weiter ging es über die Dörfer bis nach Jurbarkas, wo wir den Nemudas wiedertrafen. Ab Smalininkai bildet der Nemudas die Grenze zur Exklave Russlands mit Kaliningrad. So dicht waren wir bislang noch nicht an Russland dran…
    Schließlich verließen wir diese wenig ansprechende Gegend mit seinen Dörfern und fuhren über die 141 durch das „Memelland“ oder auch „Klein-Litauen“. Hier findet man statt der typischen Holzhäuser eher Steinhäuser mit teils deutlichem preußischen Baustil.
    In Klaipėda haben wir einen Platz an einem Stadionparkplatz. Keine Infrastruktur (außer einem ToiToi), dafür zahlen wir aber für das Tagesticket für 10 Stunden nur 3 Euro. Weil das Parken ab 20 Uhr umsonst ist, können wir bis morgen 15.40 Uhr hier stehen…
    Klaipėda ist die drittgrößte Stadt Litauens und Hafenstadt. Sie liegt an der Mündung des Flusses Danėu und ist das Tor zur Kurischen Nehrung. Als Memel gehörte die Stadt auch zum Kaiserreich. Die 700 Jahre deutscher Besiedlung lassen sich an einigen Stellen heute noch erkennen. Alte Speicher mit deutscher Beschriftung, die für Litauen untypischen Fachwerkhäuser oder das Ännchen von Tharau vor dem Theater. Im zweiten Weltkrieg wurde rund 2/3 der Stadt in Schutt und Asche gelegt, von ehemals 40.000 Einwohnern flüchteten die meisten in den Westen. Lediglich 28 Überlebende fanden die Sowjets bei der Eroberung 1945.
    Die gesamte Altstadt wurde 1969 unter Denkmalschutz gestellt. Seitdem wird an allen Ecken versucht, das traditionelle Bild der Stadt zu bewahren. Einiges wurde restauriert, anderes versucht wiederherzustellen.
    Wir haben uns zu Fuß auf den Weg in die Altstadt gemacht. Es gab ein paar nette Orte und beim Italiener in einem schönen Innenhof mit mehreren Lokalen haben wir gut gegessen.
    Als wir dann zurückkamen, war der Parkplatz sehr gut gefüllt. Im Stadion ist wohl heute eine Sportveranstaltung.
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  • Nidos Kempingas

    19–22 giu, Lituania ⋅ ☀️ 17 °C

    Nach einer erstaunlich ruhigen Nacht am Stadion und dicht am Hafen sind wir heute mit der Fähre auf die Kurische Nehrung gefahren. Die Überfahrt ist wie mit der Autofähre zum Priwall, nur ein bisschen teurer. Dann haben wir an der Mautstation den Eintritt für das UNESCO-Weltnaturerbe und Naturschutzgebiet bezahlt. Schließlich ganz im Süden des Litauischen Teils bei Nida sind wir auf dem einzigen Campingplatz angekommen. Auch nicht ganz billig, aber man hat ja keine Wahl…
    Die Fahrt runter nach Nida war landschaftlich sehr schön, nur die Straße lässt oftmals sehr zu wünschen übrig. Die Platzsuche gestaltete etwas schwierig. Hier stehen jede Menge Bäume, es ist teils recht uneben und die markierten Buchten sind zum Teil recht kurz. Aber wir sind fündig geworden.
    Dann erst mal einkaufen. In Klaipėda sind wir nicht mehr an einem
    Supermarkt vorbeigekommen. Aber in Nida gibt es (selbstverständlich 😉) einen Supermarkt. Und wir haben auch noch schnell das Sommerhaus von Thomas Mann besucht - muss sein. Ist schick gelegen mit schöner Aussicht auf das Haff. Heute beherbergt es ein Museum.
    Am Nachmittag haben wir dann die zweithöchste Düne aufgesucht. Sie soll 52 m hoch sein und ermöglicht einen Blick gleichzeitig auf das Haff und auf die Ostsee - und natürlich nach Russland. Ganz schön dicht! Aber der beste Blick, besser als Narva oder die Fahrt gestern entlang der Grenze. Das war doch recht trostlos.
    Nida ist in jeder Hinsicht ein touristischer Ort. Aber es sieht schon schick aus mit den Holzhäusern in Braun, Blau und Weiß (für Erde, Himmel und Meer) und teilweise mit Reet gedeckt.
    Auch die Natur ist ein Traum. Große Wälder, riesige Dünen, das weite Haff und auf der anderen Seite die Ostsee - das hat was. Unterhalb der Parnidis-Düne liegt das „Death Valley“, ein sandiges Dünental mit Sand ohne Ende ohne jeden Bewuchs und absolut still. Das ist schon ein Erlebnis.
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  • Kurische Nehrung

    20 giugno, Lituania ⋅ ☀️ 23 °C

    Gestern ist es noch richtig voll geworden auf dem Campingplatz. Trotzdem war es in der Nacht und auch tagsüber erstaunlich ruhig. Dafür herrscht in Nida Trubel ohne Ende. Wie mag das wohl zur Hauptsaison sein?
    Heute haben wir die Nehrung per Rad erkundet. Es ging von Nida aus an der Promenade entlang auf den Radweg Richtung Juodkrantė. Ziel war eigentlich die mit 67 m höchste Vecekrug-Düne der Nehrung bei Preila. Aber irgendwie haben wir den Abzweig verpasst. Wir sind dann auf die nächste Düne hoch, die bedrohlich nah an den ersten Häusern des kleinen Ortes heranreicht.
    Die Preila-Düne ist auch stolze 53 m hoch. Den Ausblick zum Haff und zur Ostsee konnte ich leider nicht wirklich genießen. Überall krabbelten Ameisen, die dann auch noch freundlich zugebissen haben. Aua!
    Wir sind dann weitergefahren in den nächsten Ort. In Pervalka gibt es einen kleinen süßen Leuchtturm, der auf einem künstlichen Inselchen im Haff am Zirgai-Horn (Pferdehorn) steht.
    Von dort sind wir einmal quer über die Nehrung zur Ostsee gefahren und haben uns den Strand angeschaut. Sand und Dünenkante so weit das Auge reicht.
    Der Rückweg führte uns die gleiche Strecke zurück, man hat ja keine Wahl. Der Wald zwischen Preila und Nida ist Elchbruch genannt. Hier sollen auch heute noch einige Elche leben. Herbert hat leider immer noch keinen zu Gesicht bekommen. Dafür haben wir neben dem Radweg die Spuren der Wildschweine gesehen. Und: Mund zu beim Fahren, es waren jede Menge Mücken unterwegs…
    In Nida Verkehrschaos dank haltender Busse, die Pkw konnten nicht vom Parkplatz runter und andere nicht rauf - Gehupe ohne Ende, hilft aber auch nicht…
    Schnell noch für den Getränkevorrat eingekauft und zum Platz zurück.
    Zum Tagesabschluss sind wir zum Hafen in Nida und haben in schönem Ambiente Fish and Chips genossen.
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  • Ostsee - Nida

    21 giugno, Lituania ⋅ ⛅ 19 °C

    Das Wetter war heute Morgen nicht so gut. Dass es bedeckt sein und auch ein paar Tropfen Regen geben könnte, war allerdings vorhergesagt. Und so kam es dann auch.
    Wir haben uns dann trotzdem auf‘s Fahrrad geschwungen und eine kleine Runde gedreht. Rüber an den Ostseestrand, geschaut, wie weit man bis zur russischen Grenze kommt (wäre auch weiter möglich gewesen) und dann den Radweg entlang des Strandes nach Norden.
    Dann rüber nach Nida, ein paar Touri-Fotos von den Kurischen Wimpeln der Fischer, die gemäß preußischer Verordnung von 1844 jeder Kurenkahn an der Mastspitze befestigen musste. Heute sind sie Kulturerbe.
    Die Gitarre-spielende Skulptur im Zentrum direkt am Haff in einer Grünanlage ist dem Litauischen Sänger und Liederautor Vytautas Kernagis gewidmet.
    Der alte Kurenkahn im Hafen trägt natürlich auch einen Kurenwimpel. Schließlich noch ein paar Schüsse auf den Hafen und die Düne. Dort ist auch Neringas Stuhl zu sehen. Der Sage nach hat die Riesin Neringa die Kurische Nehrung aufgeschüttet.
    Einen kleinen Einkauf getätigt, Kaffepause am Platz und dann ab zum Strand. Mittlerweile hat sich das Wetter ganz gut entwickelt, aber so warm wie gestern ist es heute nicht. Trotzdem finden immer mehr Familien den Weg an den Ostseestrand und einige baden sogar… Ein Eis in der Waffel… Hammerpreis! Zwei Kugeln für jeden plus Waffel 17 Euro! Stolzer Preis! Wenn denn die Qualität passt, hat sie aber nicht.
    Jetzt lassen wir den Tag ausklingen und morgen geht es wieder zurück auf’s Festland.
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  • Berg der Kreuze

    22–23 giu, Lituania ⋅ ☁️ 25 °C

    Wir haben bei herrlichem Sommerwetter den Campingplatz verlassen. Plötzlich tauchte immer wieder Nebel auf. Die schönen Holzhäuser in Juodkrantė und die Bernsteinbucht. Hier wurde im 19. Jahrhundert ein großer Bernsteinschatz gefunden. Man geht davon aus, dass es sich dabei um heidnische Göttergaben handelt, weil auch Knöpfe und Figuren aus Bernstein gefunden wurden. Leider ist ein Großteil des Schatzes im Krieg verloren gegangen.
    Unser Weg führte uns weiter in den Osten, nachdem wir die Fähre nach Klaipėda verlassen hatten. Ziel sollte der Berg der Kreuze bei Šiauliai sein. Schon von der Zufahrtsstraße aus waren die Tausenden von Kreuzen zu sehen. Dort gibt es einen Parkplatz, der uns mit dem WoMo 5 € gekostet hat. Souvenirshop, Toilette, eine Cafeteria und ein Shop für Kreuze aller Art gibt es hier. Durch den Tunnel unter der Straße gelangt man problemlos zum Berg.
    Von der Ferne sieht man einen Hügel, auf dem große und kleine Kreuze stehen. Wenn man dann den Hügel über die Stufen betritt, nimmt einen das sofort gefangen. Diese Vielzahl an Kreuzen, mit Inschriften oder ohne, selbst gestaltet oder gekauft, selbst kleinste Nischen oder sogar Wacholderstäucher werden behängt. Es hängen Rosenkränze daran, kleine Kreuze hängen an großen, einfache Metallrohre oder sogar PVC-Rohre dienen als Material. Aber auch die geschnitzten, teilweise meterhohe Kreuze beeindrucken. Hat man den ersten Hügel erklommen, geht es auf den zweiten und dann auf den dritten. Auch vor der ganzen Anlage links und rechts erstrecken sich die Kreuze.
    Wenn man die Geschichte hinter dieser heutigen Touristenattraktion kennt, sorgt das alles für Gänsehaut. Entstanden ist der Berg der Kreuze im 19. Jahrhundert als Widerstand gegen das zaristische System. Mit dem Aufstellen von Kreuzen wurde der Toten des Widerstands gedacht. 1850 wurde die Stätte erstmals erwähnt. Ende des 19. Jahrhunderts sollen es 150 Kreuze gewesen sein, 1940 etwa 400. Zu stalinistischer Zeit kamen weitere Kreuze hinzu, für die im Gulag Gestorbenen, für politische Gefangene und für Gläubige. Das war des Sowjets ein Dorn im Auge und die Kreuze wurden plattgewalzt. Tags darauf waren wieder welche da und sogar mehr. Der Hügel wurde zum Symbol der Litauer und mit der Unabhängigkeit 1990 waren es bereits zirka 40.000 Kreuze. Heute wird ihre Zahl auf 200.000 geschätzt.
    Der rund 9 m hohe Hügel trug einst eine Burg, die 1348 von Kreuzrittern zerstört wurde. Bereits seit alters her war er als Gebets- und Opferstätte bekannt. Heute ist er Wallfahrtsort und Symbol des Leidens und Gedenkens, aber auch der Hoffnung und der Liebe.
    Nach dem Besuch dieses beeindruckenden Ortes sind wir rund 1 km zurückgefahren und stehen nun beim Restaurant Girele für eine Nacht.
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