• Claudia
  • Claudia

Kurs Südost

April 2016 - open end Læs mere
  • Erste Zeltnacht in der Türkei

    12. september 2021, Tyrkiet ⋅ ⛅ 25 °C

    Zeitig stehen wir heute auf und packen unsere Taschen, es soll schließlich weitergehen gen Südosten. Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von den Gastgebern unseres netten Hotels und von dem Ort Edirne. Nach einem letzten Blick zurück auf die Stadt lotst unsere Wegführung uns recht bald auf eine sandige Schotterpiste. Da diese wegen einer großen Baustelle nicht wie auf der Karte angegeben nach einigen Kilometern auf die Straße trifft, müssen wir einen eher beschwerlichen Umweg über unbefestigtes Terrain in Kauf nehmen. Als wir dann doch noch die Straße erreichen, wird es auf andere Art ungemütlich. Auf der Hauptstraße herrscht sehr reger Verkehr, besonders die vielen LKW empfinden wir als sehr lästig und anstrengend. Wir fahren durch bis zum Ort Havsa, wo wir uns eine Verschnaufpause von Autolärm und Abgasen gönnen und Proviant einkaufen wollen. Einen ersten Einkauf erledigen wir in einem Supermarkt, später verleitet uns noch die Auslage einer Bäckerei zum Anhalten. Wir blicken noch durch das Schaufenster, als der Inhaber hinauskommt und quasi darauf besteht, dass wir auf einen Kaffee hineinkommen. Er serviert uns mit Käse bzw. Oliven gefüllte Brötchen, Baklava und Kaffee, erzählt von seinen Reisen durch Europa, seinen beiden Töchtern und von seiner etwas wirren Überzeugung zu Corona. Geld möchte er vehement keines von uns, Reisende ließe man nicht ohne gastfreundlich Bewirtung vorbeiziehen, so sage es der Prophet. Nun gut, wir bedanken uns herzlich für die Einladung und radeln weiter, und zwar leider zurück an die lästige Hauptstraße. Stumpf spulen wir unsere Kilometer ab, sind dabei zusehends genervt von dem dauerhaft an uns vorbeirauschenden Verkehr. An einer Tankstelle füllen wir unsere Wasservorräte auf, als es irgendwann langsam Zeit wird, Ausschau nach einem Schlafplatz zu halten. Die Suche gestaltet sich schwieriger als erwartet, rechts und links der Straße sind entweder Gebäude oder aber weite Felder und Äcker ohne auch nur einen einzigen Baum. Die Bedingungen, um sich mit einem kleinen Zelt "unsichtbar" zu machen, sind entsprechend denkbar schlecht. Wir biegen schlussendlich in einen Schotterweg ein und schwenken nach wenigen Metern auf ein Feld, an dessen Rand wir uns postieren. Da selbst auf dem Schotterweg noch regelmäßig Autos und LKW verkehren, widmen wir und erst dem Abendessen und stellen unser Zelt erst bei Anbruch der Dunkelheit auf. Um halb neun ist draußen bereits zappenduster und wir liegen in unseren Schlafsäcken.Læs mere

  • Shilla-Hotel Çorlu

    13. september 2021, Tyrkiet ⋅ ☁️ 19 °C

    Vergleichsweise früh sind wir wach, frühstücken etwas Obst mit Müsli und fangen dann auch recht bald an, unsere sieben Sachen zu packen und den Feldrand zu räumen. Uns erwartet in Ermangelung von Alternativen ein Tag an der Hauptstraße, positiv abgewinnen kann man dem Umstand einzig die Tatsache, dass der vorhandene breite Seitenstreifen zumindest ungefährliches Radeln ermöglicht. Dennoch macht uns der Verkehrslärm mit der Zeit ziemlich mürbe. Nach etwa 30km ist es Zeit für eine Mittagspause, für die wir kurzfristig in ein kleines Dorf abschwenken. Wir stellen unsere kleinen Campingstühle auf, die in diesem Jahr als neuer Luxus erstmals im Gepäck sind, und stärken uns mit Obstsalat und Joghurt sowie einem Milchreis-Dessert. Um uns herum herrscht reges Hühner- und Gänsetreiben. Den Ort Lüleburgaz, dessen Name uns spontan an Lüneburg erinnert, nutzen wir später wie gestern schon Havsa für eine weitere temporäre Flucht von der Hauptstraße. Andere Eindrücke, andere Geräusche, andere Reize - wenigstens für ein paar Kilometer. Als wir bereits wieder im Begriff sind, aus der Stadt herauszurollen, drosselt neben uns ein Auto das Tempo und der Fahrer spricht uns durch die offene Scheibe an. Wo wir herkommen fragt er, und ob er uns zu sich einladen darf, er würde so gerne englisch mit uns sprechen. Nach einigen Versuchen des höflichen Ablehnens ergeben wir uns seiner Hartnäckigkeit, kehren um und folgen ihm ca. 2km die Straße zurück zu seinem kleinen Imbiss. Da unsere Mittagspause noch nicht lange her ist, verzichten wir auf die Einladung zum Essen, nehmen aber gerne den Tee, der uns serviert wird. Bilal heißt unser Gastgeber, der sich seit einiger Zeit von einem Freund die englische Sprache beibringen lässt. Der Erfolg ist noch recht dürftig und die Konversation entsprechend erschwert. Auf jeden Fall ist Bilal aber ein sehr netter Zeitgenosse. Irgendwann signalisiert Heiko, dass wir uns angesichts der fortgeschritten Zeit und des noch vor uns liegenden Weges langsam verabschieden müssen. Noch schnell ein Abschiedsfoto geknipst, dann starten wir den nächsten Versuch, den Ort zu verlassen. Laut Karte soll auch bald unsere Fahrt auf der Hauptstraße enden, diesen Moment sehnen wir sehr herbei. Leider wird unsere Hoffnung auf auf ruhigeres Fahren durch idyllische Landschaft jäh zerstört. Mit dem Ende der Hauptstraße endet auch der für uns gut befahrbare Seitenstreifen, gleichzeitig nimmt der Verkehr jedoch noch zu. Fast Stoßstange an Stoßstange fahren vor allem unzählige weiße Lieferwagen an uns vorbei. Heikos Vermutung liegt nahe, dass die Angestellten der riesigen Industrieanlagen und Fabriken in der Umgebung an ihre Wohnorte gebracht werden. Die Tageszeit würde zum Feierabendverkehr passen und Heiko war zuvor bereits aufgefallen, dass trotz der vielen großen Gebäude keine Parkplätze zu sehen sind. Reichlich genervt von dieser Straße müssen wir auch erneut zur Kenntnis nehmen, dass die Chance auf einen geeigneten Platz zum Wildzelten äußerst gering ist. Als wir durch einen kleinen Ort kommen und Wasser kaufen, nutzen wir ein offenes W-LAN, um zu recherchieren, ob es als Plan B auch Zimmer in der Umgebung gibt. Dies ist in etwa 10km Entfernung der Fall und scheint uns recht bald die beste Lösung zu sein. Ohne Probleme finden wir das Shila-Hotel und freuen uns sehr, diese Entscheidung getroffen zu haben. Die Fahrräder dürfen wir direkt im Eingangsbereich parken, dann beziehen wir unser extrem großzügiges Zimmer mit Balkon und Blick ins Grüne, für welches wir inklusive Frühstück gerade einmal 25 Euro bezahlen sollen. Heiko brutzelt noch das Gemüse aus unseren Packtaschen und nach Verzehr desselben beschließen wir den heutigen Tag.Læs mere

  • Durusu-Club-Hotel

    14. september 2021, Tyrkiet ⋅ 🌙 20 °C

    Nach einem guten Frühstück lassen wir es heute ruhig angehen, erst um halb elf schieben wir unsere Fahrräder aus dem Hotel, bekommen vom freundlichen Herrn an der Rezeption noch einen Apfel mit auf den Weg. Nach den Erfahrungen der letzten Tage hat Heiko das W-LAN des Hotels genutzt, um eine feste Unterkunft als heutiges Ziel ausfindig zu machen. Auch an diesem Tag beginnt unsere Etappe an der ungeliebten Hauptstraße, heute verlassen wir diese aber immerhin nach etwa 10 Kilometern. Wir zweigen in einen Ort ab, wo wir direkt etwas Verpflegung in Form von reichlich Obst und Joghurt in einem Supermarkt und an einem Stand an der Straße erwerben. Auf einer deutlich ruhigeren Straße geht es weiter, laut ist nun nur noch der Gegenwind. An einem Waldweg lassen wir uns schließlich unser Proviant schmecken, während ein Hirte mit seiner Kuhherde und seinen Hunden vorbeizieht. Weiter geht es durch eine waldige Region, die zum Teil auch Militärgebiet zu sein scheint. Wir sind bereits wieder gute 20km geradelt, als wir am Straßenrand auf einen sehr herzlichen Melonenverkäufer treffen. Heikos Türkischkenntnisse ermöglichen so etwas wie eine kleine Unterhaltung und reichen vor allem aus, um den Verkäufer davon zu überzeugen, dass wir wirklich nur eine und nicht fünf Melonen haben möchten. Lange fährt die gelbe Frucht nicht im Gepäck mit, bei nächstbester Gelegenheit lassen wir uns etwas abseits der Straße nieder und genießen den seeehr köstlichen Pausen-Snack. Unser angepeiltes Ziel erreichen wir schließlich nach 65 Kilometern gegen 18 Uhr, leider bietet sich uns ein trauriger Anblick. Nur das teilweise zerstörte Schild mit der Aufschrift "Kleopatra" und eine Ruine erinnern daran dass hier mal ein Hotel gestanden haben könnte. "Hotel finished" ruft uns ein Anwohner zu und gibt uns zudem gestikulierend zu verstehen, dass in diesem Ort auch keine alternative Option existiert. Die folgende Recherche ergibt, dass nach weiteren 19km auf unserer eigentlich für morgen geplanten Route ein Hotel sein soll, was Heiko durch einen Anruf sicherheitshalber verifiziert. Kurz vor Anbruch der Dunkelheit erreichen wir nach 85 Kilometern und immerhin knapp 900 Höhenmetern unsere Zielgebiet, durften aber immerhin während des letztem fiesen Anstieges in der Ferne die Skyline von Istanbul, einen traumhaften Sonnenuntergang sowie den ersten Blick auf das Sc1hwarze Meer am Horizont bestaunen. Erst vor ein paar Tagen haben wir uns an den Moment erinnert, als wir in Bosnien-Herzegowina auf dem Gipfel des letzten Passes kurz vor der kroatischen Grenze angekommen sind und zum ersten Mal das Mittelmeer vor Augen hatten. Zu wissen, dass man tatsächlich von der Ostsee bis ans Mittelmeer geradelt ist, das war schon ein tolles Gefühl. Und hier und heute schauen wir nun auf das Schwarze Meer - verrückt!
    Schon beim Einbiegen in die Straße zu unserem Hotel müssen wir eine Schranke zum sogenannten "Durusu-Park" passieren und dem Pförtner erklären, wo wir hin wollen. Wir fragen uns, wo wir hier gelandet sind, während wir über weitere knapp 2 Kilometer diverse ziemlich nobel aussehende Privatanwesen passieren. Schließlich erreichen wir die Hotelanlage und werden auch gleich von einem sehr freundlichen, aber auch wahrlich skurrilen Rezeptionisten empfangen. Der Prozess des Eincheckens hat Comedy-Charakter, man hätte fast auf die Idee kommen können, Opfer einer Sendung mit versteckter Kamera zu sein. Dies ist glücklicherweise nicht der Fall und wir beziehen unser riesiges Zimmer mit Terasse in Sichtweite zum beleuchteten Pool. Manchmal wundern wir uns selbst drüber, an was für Orte es uns so verschlägt. Vergleichsweise "underdressed", aber wenigstens frisch geduscht, suchen wir noch das Restaurant des Anwesens auf und gönnen uns ein sehr üppiges und leckeres Abendessen inklusive Baklava zum Nachtisch.
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  • Havalimanı

    15. september 2021, Tyrkiet ⋅ ☁️ 24 °C

    Nach dem Frühstück flanieren wir noch etwas über das Gelände der Club-Anlage, um uns auch bei Tageslicht einen Eindruck von unserem Aufenthaltsort zu verschaffen. Es handelt sich um ein sehr großes auf einem Hügel gelegenes Anwesen mit Blick auf den Durusu-See mitten im Grünen trotz der Nähe zu Istanbul. Nachdem wir ein weiteres Mal all unser Hab und Gut in den Packtaschen verstaut haben, checken wir gegen 11 Uhr aus.
    Zu radeln haben wir heute lediglich eine kurze unspektakuläre Etappe. Entlang der Hauptstraße geht es in Richtung Havalamanı, dem Flughafen von Istanbul, den wir nach 18km erreichen. In drei Tagen, also am kommenden Samstag, haben wir hier in einem Hotel ein Zimmer für die Nacht vor unserem Heimflug reserviert. Die Idee, unsere Fahrräder und einen Großteil des Gepäcks schon an Ort und Stelle zu lassen, um mit leichtem Gepäck per Bus zu unserem abschließend geplanten Städte-Trip nach Istanbul zu starten, müssen wir leider verwerfen. Eine Gepäckaufbewahrung ist nicht möglich, nun muss ein Plan B her...
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  • Istanbul I - Erster Eindruck

    15. september 2021, Tyrkiet ⋅ ☁️ 23 °C

    Ohne Ziel machen wir uns auf den Weg, wollen uns einfach von den ersten Eindrücken treiben lassen. Es zieht uns zunächst ans Wasser, wo wir an der Uferpromenade entlangschlendern, die Aussicht im Abendlicht genießen und den zahlreichen Anglern und mindestens genauso zahlreichen Katzen bei ihrem Treiben zuschauen - ein erstes Eintauchen in das Lebensgefühl am Bosporus. Es wird bereits dunkel, als wir vom Wasser aus in Richtung Altstadt weiterziehen, das schmälert aber die Begeisterung des ersten Rundumblicks im Sultanahmet Parkı in keiner Weise. Schwer beeindruckt sind wir beim Anblick des Wahrzeichens der Stadt, der Ayasofya Camii oder auch Hagia Sophia. Bei abendlich milden Temperaturen saugen wir die Atmosphäre auf, während wir auf einer Bank an dem in wechselnden Farben beleuchten Brunnen zwischen einem mit der Hagia Sophia wichtigsten Kulturdenkmäler der Welt der mit der Blauen Moschee (Sultan Ahmet Camii), der größten und bekanntesten Sultansmoschee, sitzen. Auf unserem weiteren Streifzug durch die Straßen und Gassen stellen wir fest, dass wir im Schlaraffenland angekommen sind. Speziell die Auslagen der vielen Läden mit türkischen Süßwaren lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen, dazu die unterschiedlichen Gerüche von gegrillten Maronen, Dönerspießen, Tee etc., die einem aus allen Richtungen in die Nase strömen. Um auch einen geschmacklichen Eindruck zu bekommen, kehren wir in bzw. vor einem Restaurant ein und schlagen und den Bauch mit Iskender Kebab, Künüfe, Baklava und natürlich türkischem Tee voll. Parallel läuft passend der Fernseher und es wird das Champions League Spiel zwischen Beşiktaş JK und Borussia Dortmund gezeigt. Es ist schon spät, als wir irgendwann zurück ins Hotel gehen und uns schon jetzt auf die kommenden Tage freuen.Læs mere

  • Istanbul II - Rund um das Hippodrom

    16. september 2021, Tyrkiet ⋅ ⛅ 25 °C

    Während des Frühstücks im Hotel schmieden wir Pläne für den heutigen Tag, die Wahl fällt auf eine im Reiseführer vorgeschlagene Spaziertour namens "Kult(o)ur und Shopping", die wir uns in umgekehrter Richtung vornehmen. Das erste Ziel ist die Zisterne Yerebatan Sarayı, die zu den am besten erhaltenen "versunkenen Palästen" von Istanbul zählt. Leider bleibt uns die mystische Atmosphäre der Unterwelt verwehrt, da die Zisterne aktuell restauriert wird und entsprechend für Besucher geschlossen hat. Also ziehen wir weiter zum historischen Hippodrom, wo in byzantinischer Zeit Wagenrennen und Gladiatorenkämpfe abgehalten wurden. Wir erkunden den großzügigen Platz sowie einige Zeugnisse der Vergangenheit wie z.B. den 32m hohen ägyptischen Obelisken aus Kalkquadern, die kläglichen Reste der ursprünglich in Delphi beheimateten Schlangensäule und den von Kaiser Wilhelm II. im Jahr 1898 gestifteten Deutschen Brunnen. Unsere Route führt uns auf dem weiteren Weg in den Kapalı Çarçı, den Bedeckten oder Großen Basar. Dieser erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 200 000qm, in mehr als 60 überdachten Gassen herrscht buntes Treiben vor und in den rund 4500 Verkaufsstellen. In diesem Trubel und Gewirr stellt bei uns nach nicht allzu langer Zeit so etwas wie Reizüberflutung ein und es zieht uns an einen ruhigeren Ort. Ein richtig ruhiges Fleckchen sucht man in dieser quirligen Umgebung vergeblich und so machen wir es uns mit einem Sesamkringel vom Straßenstand auf der nächstbesten freien Bank in einer Seitengasse bequem. Pause!Læs mere

  • Istanbul III - Süleymaniye Moschee

    16. september 2021, Tyrkiet ⋅ ⛅ 23 °C

    Die Hoffnung auf ein wirklich ruhiges Plätzchen geben wir aber noch nicht auf, vielversprechend klingt die Ankündigung von gemütlichen Teegärten, die sich laut Reiseführer direkt nach Durchschreiten unseres nächsten angepeilten Ziels, dem Serasker-Tor zur Universität, im Schatten einiger Bäume befinden sollen. Im Reiseführer wurde allerdings nicht berücksichtigt, dass nur Studierende Zugang zum Gelände haben, wir hingegen müssen am imposanten Tor unverrichteter Dinge wieder umkehren. Außerhalb der Mauern zur Universität, auf denen sich mal wieder viele Katzen tummeln, spazieren wir weiter. Und tatsächlich ergibt sich nun doch noch die Möglichkeit einer schönen Rast. Im nicht stark frequentierten Lokal "Tiffany's Burger" sitzen wir im Schatten, schreiben Postkarten und genießen Getränke sowie einen exzellent schmeckenden San Sebastian Cheesecake. Gestärkt und etwas ausgeruht wartet der nächste Punkt auf unserer Runde, der sich unerwartet, aber eindeutig und einstimmig als Höhepunkt herausstellen wird. Die Rede ist von der Süleymaniye Moschee, dem "Gesellenstück" des berühmten Architekten Mimar Sinan. Sultan Süleyman I. hatte ihn Mitte des 16. Jahrhunderts mit dem Bau einer Moschee beauftragt, die "so lange aufrecht stehen bleibt wie die Welt besteht". Wir gehen zwar nicht in die Moschee hinein, sondern beschränken uns auf die Außenansicht dieses prächtigen Gebäudes und der umgebenen Anlagen, das tut unserer Begeisterung aber keinen Abbruch. Uns imponiert beiden gleichermaßen dieses bauliche Meisterwerk sowie die einzigartige Lage. Majestätisch thront die Moschee auf einem Hügel der Istanbuler Altstadt inmitten eines riesigen Gartens und umgeben von mehreren Säulengängen. Beim Rundgang eröffnet sich hinter der Moschee ein traumhafter Ausblick auf das Goldene Horn (Haliç), den elf Kilometer langen Seitenarm des Bosporus, der die historische Altstadt Istanbuls in einen nördlichen und einen südlichen Teil trennt. Eine ganze Weile halten wir uns hier auf und machen Bilder, bevor wir abschließend den Friedhof entlang der Säulengänge auf uns wirken lassen. Auf diesem befindet sich neben den Mausoleen des Sultans und seiner Familie auch die unscheinbare Grabstätte (Türbe) des Baumeisters Sinan selbst. In dem festen Vorhaben, noch einmal an diesen Ort zurückzukehren, setzen wir schließlich unseren Spaziergang fort. Es geht abwärts in Richtung des quirligen Stadtteils Eminönü, wo dann auch die "Reiseführer-Route" endet. Unabhängig vom Sightseeing haben wir in diesem Bezirk aber noch ein Ziel von für uns persönlich wichtigem Interesse ausgemacht: Mehrere Fahrradgeschäfte sind hier ansässig, die wir in der Hoffnung ansteuern, zwei große Kartons zum Verpacken unserer Räder für den Rückflug ergattern zu können. Die Läden sind schnell gefunden und tatsächlich sind wir auch schnell erfolgreich. Händler Ali sagt uns zwei Kartons zu, wir verabreden eine Abholung am Samstag. Guter Dinge spazieren wir durch die Altstadt zurück zu unserem Hotel, wo wir zum Ausklang des Tages eine große Portion Obst mit Joghurt auf der Terrasse genießen.Læs mere

  • Istanbul IV- Galata Turm

    17. september 2021, Tyrkiet ⋅ ☀️ 24 °C

    Auch am heutigen Tag begeben wir uns nach dem Frühstück auf einen vorgeschlagenen Spaziergang aus dem Reiseführer namentlich "Kunst und Kultur im Herzen der Stadt", der durch den Stadtteil Beyoğlu nördlich des Goldenen Horns führt. Zum Ausgangspunkt fahren wir mit der Tramvay, erstes Ziel für heute ist der Galata-Turm auf dem gleichnamigen Hügel. Im Jahr 1348 als Wachturm erbaut diente er in osmanischer Zeit u.a. als Feuerwehrturm und als Gefängnis. Heute freuen wir uns darüber, dass der Turm eine weitere Umnutzung erfahren hat: Wir kaufen ein Ticket und fahren mit dem Fahrstuhl auf den Aussichtsumgang des 62m hohen Turms, der einen phänomenalen Panoramablick eröffnet. Während Claudia auf dem schmalen Balkon etwas mulmig zumute ist und sich eher wandnah um den Turm bewegt, kann Heiko vor lauter Faszination kaum den Finger vom Auslöser der Kamera fernhalten. Wieder unten führt unsere Route bergab durch das ehemalige Bankenviertel bis zum Eingang einer historischen unterirdischen Standseilbahn. Mit dieser im Jahr 1875 in Betrieb genommenen "Tünel"-Bahn, die zu den weltweit ältesten ihrer Art gehört, fahren wir wieder hinauf und schlendern weiter unseres Weges durch die Straßen und Gassen. Wir passieren verschiedene Museen und Kunstgalerien, während unsere Augen jedoch vorrangig Ausschau nach einem netten Café oder Restaurant zur Pauseneinkehr halten. Fündig werden wir im sogenannten französischen Viertel, wo sich in der steilen Cesayir-Gasse in schrillen Farben ein Lokal an bzw. über das nächste reiht. In sehr angenehmer Atmosphäre und mal wieder in Gesellschaft diverser Katzen lassen wir uns Tee und Kuchen schmecken, bevor das nächste Highlight des Tages auf uns wartet.Læs mere

  • Istanbul V- Zwischen den Kontinenten

    17. september 2021, Tyrkiet ⋅ ☀️ 25 °C

    Wir verlassen das französische Viertel und durchqueren auf unserem Weg zur Hauptstraße am Bosporus die alte und gebrauchte Welt auf der Antiquitätenmeile. Im Stadtteil Tophane angekommen passieren wir die ehemalige Kanonengießerei des Sultans, die heute Ausstellungen der Istanbuler Kunstakademie beherbergt. Ohne Zwischenstop ziehen wir aber weiter in Richtung des Istanbul Modern, dem Museum mit der größten Sammlung türkischer Malerei. Uns Banausen lockt jedoch weniger die Kunst, sondern vielmehr das im Reiseführer beschriebene Café auf der Terrasse des Museums mit einem der angeblich schönsten Blicke auf den Bosporus und die Silhouette der Stadt. Leider müssen wir feststellen, dass das Museum an dieser Stelle nicht mehr existiert und uns entsprechend auch der Terrassenbesuch verwehrt bleibt. Der Ausblick wäre aber ohnehin durch die vielen umliegenden Baustellen getrübt worden. Entlang des Uferstreifens entsteht das sogenannte Galataport-Projekt, das dem historischen Hafengebiet neuen Glanz verleihen und ein neues Kreuzfahrtterminal umfassen soll. In dennoch freudiger Erwartung anderer Ausblicke aus ganz neuer Perspektive steuern wir also nun direkt unser nächstes Ziel an. Quer durch die staubige Baustellenlandschaft bahnen wir uns den Weg zum Schiffsanleger, um eine bereits am gestrigen Tag gebuchte Bosporusfahrt zwischen den Kontinenten Europa und Asien auf einer Yacht anzutreten. Nach der primären Annahme, dass wir früh dran sind und noch einen Kaffee trinken können, merken wir Trottel aber bald, dass wir dummerweise am falschen Anleger stehen...! Die zwei Kilometer zum korrekten Treffpunkt müssen wir nun ziemlich flott marschieren, um rechtzeitig vor Ort zu sein. Gemeinsam mit den weiteren Gästen gehen wir schließlich um 17 Uhr an Bord der Yacht, die uns zunächst entlang des europäischen Ufers von Istanbul in Richtung Schwarzes Meer schippert. Wir sitzen in einer gepolsterten Sitzgruppe der Yacht, der Kellner uns bei seiner ersten Runde mit Knabbereien in Form von Nüssen versorgt. Im Verlauf der Fahrt folgen Baklava, Limonade, Obst, Tee..., etwas dekadent, was wir uns hier und heute gönnen, vor allem aber auch sehr schön! Es geht vorbei an diversen Luxus-Hotels sowie dem Stadtteil Beşiktaş mit seinem bekannten Fußballstadion und dann dauert es auch nicht mehr lange bis wir die Erste Bosporusbrücke (Boğazıçi Köprüsü) erreichen. Während der ganzen Fahrt bekommen wir in äußerst angenehmer und fachkundiger Art und Weise gezeigt und erläutert, was es am vorbeigleitenden Ufer zu sehen und bestaunen gibt. Kurz vor der Zweiten Bosporus-Brücke (Fatih Sultan Mehmet Köprüsü) bietet sich ein toller Blick auf die Mauern und Türme der "Europäischen Burg" (Rumeli Hisarı), der noch eindrucksvoll verstärkt wird durch einen großen, um die Burg kreisenden Vogelschwarm. Wir lassen die Brücke noch hinter uns, kehren aber bald darauf um und fahren nun im Abendlicht entlang des asiatischen Ufers zurück in Richtung Süden. Es geht vorbei an sündhaft teuren Residenzen und Palästen, während wir in entgegengesetzter Richtung unter den Bosporusbrücken entlanggleiten. In der Ferne thront gut sichtbar auf einer Hügelkuppe die 2019 eröffnete gigantische Çamlıca-Moschee, die mit einer Kapazität für 63000 Gläubige als die größte Moschee des Landes und zudem als Prestigeprojekt des Präsidenten Erdogan gilt. Zum Abschluss der Tour wird es dann schließlich noch wunderschön kitschig: In Fahrtrichtung haben wir einen herrlichen Blick auf die Silhouette der Stadt im Sonnenuntergang, das perfekte Motiv für eine Fototapete...! Der Kapitän fährt noch ein gutes Stück stadteinwärts mit uns, so dass wir noch einige bereits landseitig besuchte Sehenswürdigkeiten von der Wasserperspektive aus entdecken können. Es ist bereits dunkel, als wir den Anleger erreichen und sehr zufrieden und mit vielen neuen Eindrücken in Kopf und Kamera "unsere" Yacht verlassen. In einem Fischrestaurant unterhalb der Galata-Brücke am Goldene Horn lassen wir den Abend lecker (und teuer...) ausklingen.Læs mere

  • Istanbul VII - Letzter Tag

    18. september 2021, Tyrkiet ⋅ ⛅ 26 °C

    Der heutige Tag beginnt getreu dem Motto "Erst die Pflicht und dann die Kür". Nach dem Frühstück steht als erstes die Abholung der Fahrradkartons für die Rückreise auf dem Programm. Einen kurzen Halt legen wir bei der Hagia Sophia ein, damit Heiko noch die gewünschte Besichtigung der Innenräume vornehmen kann. Claudia wartet indes im Schatten eines Baumes vor dem Gebäude und beobachtet das bunte Treiben auf dem Vorplatz. Am Fahrradladen angekommen treffen wir auf Ali, der uns auch direkt erkennt und zwei Kartons präsentiert. Er lädt uns noch zum Tee ein, den er telefonisch bei seinem Bruder ordert. Nur kurze Zeit später erscheint Alis Bruder mit einem Tablett, auf dem er drei Gläser Tee balanciert. Nach einer Plauderei in Tee-Länge schnappen wir unsere Kartons und freuen uns darüber, dass wir sie problemlos in der Bahn transportieren können. Am Hotel angekommen widmet Heiko sich umgehend dem Verpacken der Fahrräder, im Anschluss kaufen wir noch etwas Tee, Gewürze und reichlich köstliche Süßwaren ein. Die letzten Stunden des letzten Tages unserer diesjährigen Reise sollen nun wieder so gestaltet werden, dass sie eines schönen und runden Abschlusses des Istanbul-Besuchs würdig sind. Es zieht uns zunächst hinunter ans Wasser, wo wir an der Uferpromenade des Bosporus entlangschlendern und die entspannte Atmosphäre auf uns wirken lassen. Familien picknicken auf den Wiesenstreifen, Angler stehen dicht an dicht am Ufer, Düfte von Tee und Gegrilltem ziehen vorbei, Katzen toben durch das emsige Treiben, kleine Boote und große Schiffe schaukeln im Abendlicht auf dem Wasser. Wir verlassen schließlich das Ufer und schwenken Richtung Stadt, um unser Vorhaben in die Tat umzusetzen, ein weiteres Mal die Süleymaniye Moschee zu besuchen und hier bei Sonnenuntergang und der einen oder anderen Leckerei den letzten Abend zu genießen. Bereits auf dem Weg zum angepeilten Ziel lässt sich erahnen, dass unser Plan nicht ganz aufgehen wird. Dunkle Wolken ziehen auf, die unsere Vorfreude zunächst etwas trüben. An der Moschee angekommen müssen wir zwar tatsächlich auf kitschiges Abendlicht verzichten, bekommen aber stattdessen ein anderes spektakuläres und extrem stimmungsvolles Naturschauspiel geboten. Eine mächtige, fast bedrohlich wirkende schwarze Wolkenwand schiebt sich über das Goldene Horn, der gleichzeitig auffrischende Wind bei ansonsten milden Temperaturen ist ein weiterer Vorbote des nahenden Sommergewitters. Fasziniert stehen wir auf dem Vorplatz der Moschee und werden Zeugen der dramatischen Szenerie. Grelle Blitze zucken am Himmel, krachend ist der Donnerschlag zu hören, die dunklen Wolkentürme wälzen sich eindrucksvoll vorbei. Während dieses Spektakels ist es die meiste Zeit trocken, nur wenige Minuten ist es erforderlich, unter dem Dach der Moschee Schutz vor dem Regen zu suchen. Euphorisiert von diesem Erlebnis und mit unfassbar vielen Bildern und Videos im Gepäck sowie einem inzwischen ausgewachsenen Hunger steuern wir wie schon bei unseren letzten Besuch das Lokal "Tiffany's Burger" an. Der deutsch sprechende Inhaber kann uns zwar nicht den erhofften Burger anbieten, aber auch das Kuru Fasulye, ein türkischer Bohneneintopf, schmeckt uns hervorragend. Abgerundet wird der Abend mit köstlichem Tiramisu für Heiko und dem bereits getesteten und als ausgesprochen lecker befundenen San Sebastian Cheesecake für Claudia. Zu Fuß geht es schließlich zurück zum Hotel, unterwegs wird noch reichlich Baklava als Wegzehrung für den morgigen Abreisetag erworben. Wir packen noch unsere sieben Sachen, bevor für uns die letzte Nacht in der Türkei anbricht.Læs mere

  • Abschied

    19. september 2021, Tyrkiet ⋅ ☀️ 24 °C

    Am heutigen Morgen stehen alle Zeichen auf Abschied. Nach dem Früchstück werden die letzten Sachen gepackt und noch ein Abschiedsfoto mit unseren Gastgeberinnen vor dem Eingang des Hotels gemacht. Das vorab bestellte Taxi ist pünktlich vor Ort, deutlich schneller als auf dem Hinweg bringt es uns aus dem Zentrum Istanbuls in Richtung Flughafen. Diese Stadt, die wir nun hinter uns lassen, hat uns nachhaltig in ihren Bann gezogen, uns begeistert und auf eine ganz besondere Art und Weise gefesselt. Die warme Atmosphäre in dieser Metropole am Bosporos, die Einzigartigkeit der Verbindung zweier Kontinente, das bunte Treiben an den Uferpromenaden und auf den Basaren, die monumentale Architektur, die mannigfaltigen Düfte und kulinarischen Köstlichkeiten - all das und noch viel mehr haben wir in den letzten Tagen sehr genossen. Ganz besonders begeistert hat uns das große Herz der Istanbuler für Tiere. Im Reiseführer steht geschrieben: "Tausende herrenlose Hunde und hunderttausende selbstbestimmte Katzen leben in einer einzigartigen Symbiose mit den Meschen Istanbuls." Und tatsächlich haben wir es genauso erlebt. Vor der Hoteltür stehende Katzen werden nicht verscheucht, sondern der eigene Kühlschrank wird geöffnet und das Essen mit ihnen geteilt. An der Uferpromenade wird lachend toleriert, wie die Fellnasen um die Beine der Angler streichen und den einen oder anderen Fisch stiebitzen. Überall scheinen die Vierbeiner willkommen zu sein, wie selbstverständlich dazuzugehören. Vor vielen Häusern steht Wasser und Futter für die Tiere bereit, am Abend treffen wir auf Menschen, die frisches Futter in den Straßen verteilen. Dieses Zusammenleben von Mensch und Tier wirkt so selbstverständlich und dadurch so besonders und gleichzeitig wunderbar. Wir sind uns bereits jetzt sicher, dass wir nicht das letzte Mal in Istanbul waren. Auch unabhängig von unserer Radreise nehmen wir uns vor, wiederzukommen und erneut in das Flair dieses "magischen" Ortes einzutauchen. Für den Moment entfernen wir uns jedoch auf vielspurigen, stark befahrenen Staßen immer weiter vom Puls der Stadt. Am Flughafen angekommen gönnen wir uns ein letztes Mal Baklava und Tee, bevor wir einchecken und unsere Reise beenden bzw. für ein paar Monate unterbrechen...Læs mere

  • Merhaba İstanbul

    10. september 2022, Tyrkiet ⋅ 🌧 18 °C

    Sechs Tage später als ursprünglich geplant machen wir uns auf den Weg nach İstanbul, um unsere Reise fortzusetzen. Früh am Morgen steht unser Flughafen-Shuttle (#DankePapa) vor dem Haus, über die leere A7 erreichen wir entspannt den Flughafen in Hamburg. Wie eigentlich immer gestaltet sich der Eincheck-Marathon etwas nervig, aber irgendwann sind alle Gepäckstücke sowie Fahrräder aufgegeben und wir erfolgreich durchleuchtet. Mit etwas Verspätung startet unser Flug, gegen halb fünf Ortszeit erreichen wir schließlich unser Ziel. Es geht wieder los...Læs mere

  • Hotel Selini

    10. september 2022, Tyrkiet ⋅ 🌙 23 °C

    Zu unserer Freude ist unser Gepäck vollständig in İstanbul angekommen und auch die Fahrräder haben den Flug schadlos überstanden. Ein Stündchen dauert es, bis im Schatten vor dem Flughafengebäude die Räder fahrtauglich hergerichtet und die Packtaschen sortiert sind, aber gegen halb sieben ist es dann endlich soweit: Wir sitzen im Radsattel und rollen los! Für den heutigen Abend stehen 24km auf dem Programm, um unsere vorab gebuchte Unterkunft für die erste Nacht zu erreichen. Es ist bereits dunkel, als wir an dem kleinen Hotel Selini in Kemerburgaz, einem Vorort İstanbuls, ankommen. Sehr freundlich werden wir empfangen, man trägt uns die Taschen ins Zimmer und die Räder erhalten einen sicheren Schlafplatz in einer "Garage". Für heute passiert nicht mehr viel: Dusche, Abendessen, Gepäck sortieren..., freuen auf den morgigen "echten" Urlaubsbeginn!Læs mere

  • "Kontinent-Hopping"

    11. september 2022, Tyrkiet ⋅ ⛅ 28 °C

    Der heutige Morgen beginnt mit einem üppigen Frühstück im Hotel in Gesellschaft einer Katze, die danach aussieht, als wäre nicht selten etwas vom üppigen Frühstück für sie abgefallen. Wir räumen unser Zimmer, Heiko nimmt noch letzte Einstellungen an den Fahrrädern vor und gegen halb elf sitzen wir im Sattel und rollen ostwärts. Unser Weg führt uns durch ein hügeliges Waldgebiet, am heutigen Sonntag gehen viele Familien einer scheinbar äußerst beliebten Beschäftigung nach, dem Picknick. Es sieht oft nach erheblicher logistischer Organisation aus, was die Menschen auf die Beine stellen. Ganze Großfamilien versammeln sich um die mitgebrachten Picknickmöbel und prall gefüllten Kühlboxen.
    Die Straße, die wir entlangradeln ist gesäumt von riesigen Picknickanlagen, laute Musik tönt aus den Lautsprechern und auch für ein Kinderanimationsprogramm ist gesorgt. Gute Plätze für ein reichhaltiges Picknick scheinen sehr gefragt zu sein. Teppiche werden ausgerollt, der Grill angezündet und die Tische mit liebevoll zubereiteten Köstlichkeiten gefüllt. Überall herrscht fröhliche, unbeschwerte Stimmung, wir freuen uns über diesen Anblick gelebter Alltagskultur. Nach einigem Auf und Ab erreichen wir schließlich den Bosporus. An dessen Ufer radeln wir in Richtung des Zentrums von Istanbul. Schön ist es, Abschnitte wiederzuerkennen, die wir im letzten Jahr im Rahmen unseres Yacht-Ausfluges vom Wasser aus gesehen haben. Auch hier herrscht überall buntes Treiben, Angler stehen dicht an dicht und wie sollte es anders sein: Eine Picknickgesellschaft reiht sich an die nächste...! Am letztjährigen Yachtfahrt-Startpunkt begeben wir uns schließlich auch heute wieder an Bord eines Wasserfahrzeuges. Mit der öffentlichen Fähre fahren wir von Beşiktaş nach Üsküdar, was gleichzeitig bedeutet: Wir verlassen Europa und unsere Reise geht fortan in Asien weiter!
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  • Hotel Beksiti in Yalova

    11. september 2022, Tyrkiet ⋅ 🌙 25 °C

    Auf asiatischer Seite radeln wir weiter entlang des Bosporus in südliche Richtung. Einen erfreulich kurzen Abschnitt müssen wir uns in den quirligen Stadtverkehr begeben. Der größte Teil der Strecke lässt sich aber gut radeln, wie ein blaues Band zieht sich ein Radweg am Ufer des Marmara-Meeres entlang. Um kurz vor fünf erreichen wir Pendik, von wo aus wir die Metropole İstanbul verlassen und mit der Fähre nach Yalova übersetzen wollen. Zufällig ist die Uhrzeit unserer Ankunft hier perfekt, nach dem Erwerb der Tickets können wir uns direkt auf die Fähre begeben, die dann auch pünktlich um 17 Uhr ablegt. Nach 45 Minuten Fahrt über das Marmara-Meer kommen wir am Zielort Yalova an, von hier aus radeln wir noch 4km bis zur heutigen Endstation. Zu sehr günstigen Konditionen checken wir im Hotel Beksiti ein, da für das Aufschlagen unseres Zeltes die Gegend nach wie vor deutlich zu städtisch ist. In einem nahegelegenen Lokal essen wir eine Kleinigkeit, dann ist Feierabend...Læs mere

  • Die erste Zeltnacht am İznik Gölü

    12. september 2022, Tyrkiet ⋅ ⛅ 19 °C

    Am heutigen Morgen erwartet uns zum Frühstück ein Buffet, was seit Beginn der Corona-Pandemie eher Seltenheitswert hat. Als wir anschließend einkaufen gehen bereitet uns die Tatsache etwas Sorge, dass in sämtlichen Läden vor Ort keine Gaskartuschen für unseren Campingkocher erhältlich sind. Es bleibt also unklar, wie wir am heutigen Abend Gemüse, Nudeln und Teebeutel in einen verzehrfähigen Zustand bekommen. Zu dumm, dass wir uns nicht mit den notwendigen Dingen eingedeckt haben, als wir noch in İstanbul waren. Nun bleibt zu hoffen, dass wir unterwegs noch fündig werden. Als wir zurück im Hotelzimmer unseren Hausstand wieder in den Packtaschen verstaut haben, müssen wir leider feststellen, dass es inzwischen zu regnen angefangen hat. Da es sich auch nicht nur um Nieselregen handelt, vertreiben wir uns noch eine Weile die Zeit auf der Terrasse vor dem Hotel. Tatsächlich reißt am (sehr) späten Vormittag der Himmel auf und wir verlassen den Ort Yalova bei Sonnenschein. An jedem Geschäft halten wir in der Hoffnung an, noch Gaskartuschen zu bekommen, haben jedoch keinen Erfolg. Schon bald lassen wir den Ort hinter uns und es wird ruhiger und landschaftlich schöner. Gleichzeitig wird es aber auch schweißtreibender: Auf den ersten 20km der heutigen Etappe sind 600 Höhenmeter zu bewältigen und die Anstiege sind teilweise biestig steil. In einem kleinen Ort pausieren wir zwischendurch vor einer Moschee und genießen kalte Cola und Sigara Börek. Nach einer steilen Abfahrt erreichen wir schließlich den Ort Orhangazi, der größer und quirliger ist als vermutet. Es keimt direkt wieder die Hoffnung in uns auf, hier vielleicht doch noch die ersehnten Kartuschen zu bekommen. Wir fragen in diversen Geschäften, werden von einem Laden in den nächsten geschickt, ohne Erfolg. Schließlich wird Claudia von einem jungen Mann zu einem kleinen Geschäft geführt, wo zwar keine einzelnen Kartuschen erhältlich sind, wir aber einen kompletten Kocher kaufen können. Juhuuu, wir werden unser Gemüse nicht als Rohkost verzehren müssen und einen Tee wird es auch geben. Nach Verlassen der Stadt führt unser Weg zum İznik Gölü ("İznik-See"), dem fünftgrößten See der Türkei und dem größten in der Marmararegion. Die Dunkelheit naht und so fragt Heiko einen älteren Herrn, der an einem Gebäude, dass vielleicht einmal eine Gaststätte werden möchte, den Rasen mäht, ob wir auf dem Grundstück unser Zelt aufschlagen dürfen. Er und zwei weitere Herren heißen uns willkommen, machen uns vor ihrer Abfahrt noch das Licht am Gebäude an und stellen uns Tisch und Stühle für unser Abendessen zur Verfügung. Um acht Uhr ist es bereits stockfinster, so dass wir uns recht bald im Zelt auf unsere Isomatten begeben.Læs mere

  • Acker-Camping

    13. september 2022, Tyrkiet ⋅ ⛅ 20 °C

    Der erste morgendliche Blick aus dem Zelt offenbart einen ziemlich großen Hund, der auf der Zufahrt zu unserem "Camping-Spot" in der Sonne liegt. Er ist glücklicherweise völlig harmlos und beobachtet uns nur aus der Ferne. Später stellen wir fest, dass der Hund zu einem der älteren Herren gehört, die uns gestern das Übernachten auf diesem Grundstück erlaubt haben. Er begrüßt uns freundlich und schenkt uns einige Walnüsse, danach widmet er sich seiner kleinen Ziegenherde (+ 1 Schaf). Wir genießen derweil unser Frühstück und räumen anschließend unseren Lagerplatz. Ein paar Kilometer radeln wir noch am İznik Gölü entlang, bevor wir uns von diesem abwenden und den ersten Anstieg des Tages in Angriff nehmen. Auf 400m geht es hinauf, unterwegs passieren wir das eine oder andere kleine Dorf. Die Einkaufsmöglichkeiten sind allerdings eher dürftig, in den kleinen Läden gibt es weder Obst noch Gemüse (dafür Chips und Kekse...). Schön ist es, abseits der Stadt auf kleinen Straßen mit kaum Verkehr zu radeln. Je höher wir kommen, desto schöner präsentiert sich die schluchartige Landschaft mit ihren Felsformationen. Am höchsten Punkt angekommen gönnen wir uns eine Pause: Heiko lässt die Drohne für eine Flugrunde aus dem Koffer, Claudia liest, dazu gibt's Tee und Kekse. Die ganze Zeit werden wir dabei neugierig beäugt und umrundet von einem sehr ängstlich und schreckhaft wirkenden Hund. Ein paar Tropfen Regen bekommen wir ab, als wir unsere Pause beenden und die Abfahrt in Angriff nehmen wollen, glücklicherweise hat sich aber das Anziehen der Regenjacken kaum gelohnt, so schnell war es wieder trocken und sonnig. Wir finden im Verlauf des Tages tatsächlich noch einen kleinen Laden, der zumindest Dosenbohnen in Tomatensauce im Regal hat, so dass wir unsere Nudeln heute Abend nicht mit Salz und Olivenöl essen müssen. Weiterhin sieht es aber so aus, dass auf den Feldern unglaublich viel Paprika angebaut wird, käuflich zu erwerben ist sie aber nirgends. Eine kalte Cola und etwas dröges Gebäck können wir noch ergattern, so dass wir für die nächste Pause verpflegt sind. Als würde unser Wunsch nach Obst und Gemüse uns auf der Stirn geschrieben stehen, hält plötzlich ein Auto vor uns an und der Fahrer überreicht uns aus dem Fenster zwei köstlich aussehende Äpfel. Wie nett! Morgen soll es hinauf auf 1000m gehen, mit dem ersten Teil des Anstieges beginnen wir am heutigen späten Nachmittag. Da es stets früh und auch schnell dunkel wird, beginnen wir ab halb sechs damit, nach einem Schlafplatz Ausschau zu halten. Auf einer Höhe von etwa 430m finden wir schließlich nach 52 Radelkilometern und knapp 700 erklommenen Höhenmetern am Rande eines Ackers ein Plätzchen für die Nacht. Noch vor dem Zeltaufbau gibt es ein 3-Gänge-Menü im Abendlicht: Geschenkte Walnüsse zur Vorspeise, Nudeln mit Dosenbohnen als Hauptgang und Kekse mit Tee zum Nachtisch. Es könnte uns schlechter gehen!Læs mere

  • Yılmaz und Çiğdem

    14. september 2022, Tyrkiet ⋅ 🌙 13 °C

    Wir lassen uns heute ausnahmsweise mal recht zeitig vom Wecker aus dem Schlaf holen, da wir direkt neben der Zufahrt der Landfahrzeuge zu den Feldern campieren. Mähdrescher, die gestern noch bis weit nach Einbruch der Dunkelheit im Einsatz waren, kommen am heutigen Morgen zwar nicht vorbei, dafür passieren zwei bewaffnete Männer unser Zelt. Da sie aber freundlich grüßen, gehen wir mal davon aus, dass sie eher Enten (oder so...) als zeltende Touristen jagen. Nach dem üblichen Frühstück übernimmt Heiko das Saugen unseres Zeltes, man könnte es auch "Ausschütteln" nennen. Als wir auf den Rädern sitzen, machen wir dort weiter, wo wir gestern aufgehört haben: Wir fahren bergauf! Auf kaum bis gar nicht befahrenen Straßen arbeiten wir uns höher und höher, mal mehr und mal weniger steile Anschnitte sind zu bewältigen. Das Wetter ist herrlich, kaum eine Wolke ist am Himmel zu sehen und die Temperatur lässt sich gut aushalten. Einzig nervig ist unser je ganz privater Fliegenschwarm, der uns um die Köpfe surrt, sobald unsere Fahrgeschwindigkeit einstellig wird (was bergauf quasi immer der Fall ist...). Schneller als erwartet haben wir die Höhe von etwa 1000m erreicht, wo wir uns als Ausgleich zum Schwitzen salzige Chips gönnen. Nach ausgiebiger Pause geht es zunächst auf welligem Terrain weiter, bevor es auf einer Schotterpiste an die Abfahrt geht. Unser Weg führt an einem See vorbei und bietet auch ansonsten eine herrliche Kulisse. Im ersten Ort, den wir durchqueren, besorgen wir uns Proviant für eine weitere Pause, nachdem kurz zuvor der Entschluss gefallen ist, weitere 20km bis nach Bozüyük zu radeln und dort ein Zimmer zu nehmen. Den Ort kaum hinter uns gelassen, bauen wir unsere Campingstühle auf (ja, etwas Luxus muss sein...) und genießen das just gekaufte frische Obst mit Yoghurt. Wir sitzen nach der Pause kaum wieder auf dem Rad, da werden wir von einem Ehepaar angehalten, das mit seinem Motorroller am Straßenrand steht. Mit einem Mix aus Sprache und Gestik machen sie uns verständlich, dass sie uns zum Essen und zum Übernachten einladen möchten. Da Yılmaz und Çiğdem, wie die beiden heißen, zufällig in unserem geplanten Zielort wohnen, nehmen wir das Angebot an. Wir lassen uns die Adresse aufschreiben und sichern zu, dass wir in ca. zwei Stunden da sein werden. Die meisten der noch ausstehenden 20km sind nicht mehr so idyllisch wie wir es heute schon hatten. Auf einer recht stark befahrenen Hauptstraße radeln wir auf dem Seitenstreifen in Richtung Bozüyük, während unzählige LKW links an uns vorbeidonnern. Im Ort angekommen lassen wir uns von Google zur richtigen Adresse lotsen, was auch recht schnell und problemlos klappt. Yılmaz begrüßt uns freundlich, auch sein Sohn Ayberk kommt gerade von der Arbeit als Postbote nach Hause. Wir bekommen unser Zimmer gezeigt und unterziehen uns dann als erstes einer Grundreinigung unter der Dusche. In der Zwischenzeit hat Çiğdem bereits den Tisch reich gedeckt. Beim gemeinsamen Abendessen werden mit Hilfe von Heikos Türkisch und Ayberks dürftigen Englischkenntnissen sowie der Übersetzer-App Fakten zu unseren Familien, Berufen, Interessen etc. ausgetauscht. Ayberk präsentiert uns seine Haustiere: Ein Kaninchen, das auf dem Balkon lebt und einem explodierten Wattebausch ähnelt, ein Kanarienvogel in Anlehnung an den favorisierten Fußballclub Fenerbahçe İstanbul sowie bunte Fische in einem kleinen, schrill leuchtenden Aquarium. Auch Çiğdem führt uns durch die Wohnung und zeigt uns all die Dinge, die sie selbst gemacht hat. An den Wänden hängen verschiedene von ihr gefertigte Reliefbilder und überall verteilt dekorieren selbst gehäkelte Figuren (Puppen, Kakteen, Schmetterlinge, ein Frosch...) die Wohnung. Besonders stolz präsentiert sie ihren kleinen Wintergarten, der tatsächlich mit den vielen Pflanzen wie eine kleine Oase mit toller Aussicht über die Stadt wirkt. Im riesigen Wohnzimmer trinken wir noch einige Gläser Tee, bevor wir die Nachtruhe einläuten.Læs mere

  • Erst die Arbeit, dann der Zeltplatz...

    15. september 2022, Tyrkiet ⋅ ☀️ 25 °C

    Als wir um viertel vor acht aufstehen, herrscht bereits reges Treiben in der Wohnung. Yılmaz, Çiğdem und Ayberk erwarten uns bereits in der Küche mit einem Frühstück bestehend aus Sımıt (Sesamkringeln), Pogaca Teigtaschen) mit zweierlei Füllungen, Käse, Wurst, Oliven und natürlich reichlich Çay. Von Çiğdem und Ayberk müssen wir uns bald verabschieden, die beiden müssen zur Arbeit. Schnell noch ein gemeinsames Foto gemacht und schon sind wir mit Yılmaz, der aufgrund einer Herzerkrankung bereits berentet ist, allein. Zwei bis drei Tee später fangen wir an, unsere Sachen für die Abreise zu packen, Yılmaz verstaut uns noch die Reste vom Frühstück als Proviant in einer Tüte. Anschließend begleitet er uns noch nach unten und wartet, bis wir unsere Räder beladen haben, um zum Abschied zu winken. Wir erledigen noch schnell unseren üblichen Einkauf, dann verlassen wir den Ort Bozüyük. Erneut warten heute wieder viele Höhenmeter darauf, von uns bezwungen zu werden. Bei sonnigem Wetter arbeiten wir uns nach oben, eine Wasserquelle am Wegesrand bietet eine willkommene Abkühlung während der ansonsten recht schweißtreibenden Fahrt. Nach gut 25km haben wir den ersten Gipfel des Tages auf etwa 1200m erreicht, 5 weitere Kilometer später lassen wir uns im Schatten eines Baumes neben einer Wasserquelle zur Pause nieder. Inzwischen ist es fast so etwas wie Routine geworden: Nach erklommenem Gipfel belohnen wir uns mit salzigen Chips. Ein älteres Ehepaar hält mit dem Auto an und bedient sich an der Wasserquelle, der Fahrer des Autos begrüßt uns und zaubert sechs Tomaten aus seinem Kofferraum und schenkt sie uns. Zu dem Frühstücksresten, die Yılmaz uns eingepackt hat, passen sie hervorragend, werden also direkt vertilgt. Während unserer Pause entdeckt Heiko ein scheinbar vergessenes Handy an der Wasserquelle, nicht viel später fährt erneut das Auto mit dem älteren Ehepaar vor und der Fahrer freut sich sehr darüber, sein Telefon zu sehen. Die beiden setzen sich kurzerhand zu uns auf den Boden, nehmen unser Keksangebot an und plaudern, so gut es eben geht, mit uns. Wir beschließen, dass wir auch die kommenden beiden Steigungen heute noch in unser Radelprogramm aufnehmen und uns dann einen Schlafplatz suchen. Das bedeutet zwar noch etwas Anstrengung, hat aber den charmanten Nebeneffekt, dass wir morgen fast nur bergab fahren müssen. So strampeln wir also in der immer karger werdenden Landschaft Meter um Meter nach oben. Gegen 18 Uhr haben wir es nach knapp 1000 erradelten Höhenmetern für heute geschafft. Wie geplant erklären wir die nächste geeignete Stelle zu unserem Nachlager. Im letzten Tageslicht gibt es Tee und gekochtes Gemüse mit Nudeln, dann zwingt uns auch bereits die wie immer sehr schnell hereinbrechende Dunkelheit ins Zelt. Gute Nacht!Læs mere

  • Zelten, wenn wir oben sind - Part II

    16. september 2022, Tyrkiet ⋅ ☀️ 30 °C

    Der Wecker klingelt zwar um sieben, die Schlafsäcke verlassen wir aber dann doch erst gegen acht Uhr. Geschlafen haben wir sehr gut, besonders die Stille an diesem Ort hat dazu beigetragen. Zu Beginn der heutigen Etappe ernten wir die Belohnung dafür, dass wir gestern noch bis auf den Gipfel gefahren sind - es geht bergab! So kommen wir flott voran, teilweise auf kleinen Nebenstraßen, ab und zu auf schotterigem Untergrund und zu unserem Leidwesen lassen sich auch Abschnitte auf einer Schnellstraße nicht vermeiden. Eine Besonderheit erleben wir auf einer Strecke von ca. drei Kilometern. Unglaublich viele Hunde tummeln sich in den Wiesen, Hängen und Sträuchern rechts und links der Straße. An der Straße weist sogar ein Schild auf kreuzende Hunde und Katzen hin. Auffällig ist, dass die Tiere gar nicht so ungepflegt oder gar abgemagert aussehen wie es sonst bei den Straßenhunden oft der Fall ist. Was es aber mit dieser "Hundestraße" auf sich hat, hat sich uns nicht erschlossen. Wir nähern uns bald der Stadt Kütaya, wo wir einerseits einkaufen und andererseits einen neuerlichen Versuch unternehmen wollen, doch noch Gaskartuschen oder einen neuen Kocher zu ergattern. So langsam fährt täglich die Sorge mit, dass unsere Camping-Küche demnächst kalt bleiben muss. Die Suche in einem riesigen Einkaufszentrum, einem empfohlenen Baumarkt sowie einem größeren Supermarkt kostet uns am Ende zwei Stunden Zeit, bleibt aber leider erfolglos. Immerhin konnten wir unseren Einkauf erledigen, so dass wir u.a. auch für unsere Pause, die wir unmittelbar nach Verlassen der Stadt einlegen, gut ausgestattet sind. Bei gefühlt deutlich wärmeren Temperaturen als in den letzten Tagen fahren wir noch weitere 30 Kilometer durch die Sonne, wobei der Weg zum Ende des Tages dann doch nochmal bergauf führt. Es kommt die gleiche Taktik zur Anwendung wie schon am gestrigen Tag. Das heißt, wir fahren bis zum höchsten Punkt, um dort zu campieren und die morgige Etappe mit einer Abfahrt beginnen zu können. Gesagt getan, wir radeln hinauf auf etwa 1200m und lassen uns am erstbesten Ort nieder, der uns für die Nacht geeignet scheint. Einzig lästig sind die Fliegen, die es hier darauf abgesehen haben, uns den letzten Nerv zu rauben. Unser obligatorisches "Abend-Gemüse" genießen wir trotzdem und mit Einbruch der Dunkelheit verschwinden dann irgendwann sogar die Fliegen.Læs mere

  • Das Zelt hat Pause

    17. september 2022, Tyrkiet ⋅ 🌙 23 °C

    Der Wecker klingelt um sieben Uhr und heute ignorieren wir ihn nicht, sondern starten in den Tag. Wie üblich dauert es etwa zwei Stunden, bis wir in Ruhe gefrühstückt, unsere Sachen gepackt, das Zelt abgebaut und alle Vorbereitungen getroffen haben. Es ist folglich 9 Uhr, als mit einer rasanten Abfahrt unsere heutige Etappe beginnt. Wir sind begeistert von der Landschaft und der ausgesprochen ruhigen Straße, alle paar Kilometer passieren wir kleine Dörfer, in denen teilweise die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, manch Ansiedlung mutet gar mittelalterlich an. Hirten sind mit ihren Schaf- und Kuhherden unterwegs, oft begleitet von einem bepackten Esel. Auch die eine oder andere laut gackernde Gänseschar quert unseren Weg. In einem der Dörfer verproviantieren wir uns mit etwas Gebäck und handeln uns eine erneute Absage auf dir Frage nach Gaskartuschen bzw. Kocher ein. Je weiter wir fahren, desto mehr prägen große Felsformationen das Bild. Als wir einen See, den Emre Gölü, erreichen, kehren wir in einer Art Teegarten ein, in welchem man auf kleinen, überdachten und mit Teppich ausgelegten Holzpodesten einen herrlichen Blick auf den See und die Felsen am gegenüberliegenden Ufer genießen kann. Wir freuen uns über diesen Idyllischen Platz, bestellen gefüllte Gözleme sowie den einen oder anderen Tee und lassen die Seele baumeln. Auf unserer weiteren Fahrt präsentiert sich die Landschaft immer spektakulärer, fasziniert halten wir immer wieder an, staunen und machen unzählige Bilder. Heiko fragt sich, ob wir schon in Kappadokien sind und fühlt sich an die Gegend der Meteora-Klöster in Griechenland erinnert. Und es stellt sich heraus, dass diese Gedanken gar nicht so abwegig sind. Wir stellen fest, dass wir zufällig im Phrygischen Tag (Frig Vadisi) gelandet sind, einer zweiten Tuffsteinregion, die vergleichbar zu Kappadokien ist. Die Gegend ist gespickt mit einer Vielzahl von antiken Relikten wie Feenkaminen aus Tuffstein (Peri Bacalari), in die Felsen gehauenen Wohnungen, Felsengräbern und Monumenten der Phryger. Das Radeln ist purer Hochgenuss und die Eindrücke, die wir hier zu sehen bekommen, sind gigantisch. Fast mutet es surreal an, man wähnt sich in einer Filmkulisse oder einer Mondlandschaft. In jedem Fall aber ist es großartig, wir sind schwer begeistert. Nach Verlassen des Phryger-Tals steuern wir geradewegs auf unser heutiges Ziel, die Stadt Afyonkarahisar zu. In jedem Dorf, dass wir durchqueren, halten wir verschiedenen Ladenbesitzern hoffnungsvoll das Foto eines Gaskochers unter die Nase. Wir werden zwar jedes Mal zu einem Getränk eingeladen, einen Kocher haben wir aber weiterhin nicht. Immerhin nennt ein junger Mann uns eine Adresse von einem Geschäft in Afyonkarahisar, das möglicherweise unseren Wunsch endlich erfüllen könnte. Auf einer mäßig befahrenen Hauptstraße radeln wir die letzten Kilometer in die Stadt, schon von weitem kann man den vulkanischen Felsen und die darauf thronende Burg aus dem 14. Jahrhundert ausmachen. Nicht nur, weil wir genau diesen Felsen besuchen möchten, sondern weil es auch an der Zeit ist, etwas Wäsche zu waschen, die elektronischen Geräte aufzuladen und den Radler-Beinen eine Pause zu gönnen, checken wir nicht nur für eine, sondern für zwei Nächte im MCG Marble Hotel ein. Wir gönnen uns noch einen Blick über die Stadt von der Dachterrasse des Hotels, bevor wir frisch geduscht essen gehen und endlich auch das erste Baklava dieser Reise genießen.Læs mere

  • Afyonkarahisar

    18. september 2022, Tyrkiet ⋅ ☀️ 26 °C

    Statt Kaffee und Tee vom Gaskocher gibt es heute mal wieder Hotelfrühstück in Buffetform. Im Anschluss starten wir zu unserem ersten und einzigen festen Programmpunkt für diesen Tag, wir wollen den imposanten Felsen, den wir schon bei der Stadteinfahrt sowie von der Dachterrasse des Hotels bestaunt haben, näher in Augenschein nehmen. Auf dem Weg dorthin gehen wir noch zur empfohlenen Gaskocher-Adresse, am heutigen Sonntag hat die kleine Ladenzeile im Gegensatz zu vielen anderen Geschäften in der Stadt jedoch geschlossen. Wir spazieren etwa einen Kilometer bis zum Fuß des 226m hohen Felsmassivs, bevor es an den steilen Anstieg geht. Über 625 Stufen geht es hinauf bis zur
    Burg von Afyonkarahisar (Afyonkarahisar Kalesi), eine um 1350 vor Chr. erbaute Befestigungsanlage. Wie es der Zufall will, findet an heutigen Tag auch der Phrygian Ultra Marathon statt, an dem auf verschiedenen Strecken ca. 1000 Läufer aus neun Ländern teilnehmen. Wir erleben den Zieleinlauf des 2km langen "Run to the Castle", der zwischen den historischen Häusern der Stadt begonnen hat. Auch Heiko wurde zum Motiv eines Sportfotografen, was wohl an seiner Bekleidung (Laufhose und Schuhe) lag. Der tatsächliche Sieger erreichte jedoch erst wenige Augenblicke nach Heiko den Gipfel. Etwa ein Stündchen halten wir uns auf, bevor es wieder an den Abstieg geht. Zurück in der Stadt versorgen wir uns mit etwas Proviant und steuern das Hotel an. Hier verbringen wir den Nachmittag mit Lesen, Wäsche waschen, Melone essen, Gepäck sortieren und Faulenzen. Am frühen Abend zieht es uns dann erneut an den Fuß des Felsens, allerdings an die andere Seite. Dieses Mal ist auch nicht der Aufstieg das Ziel, sondern die Produktion von schönen Bildern im Abendlicht. Auf unseren Campingstühlen sitzen wir auf einem Kieshügel und beobachten, wie die Sonne untergeht und der Felsen langsam aber sicher in Schatten gehüllt wird. Damit ist dann auch für uns der Zeitpunkt gekommen, ans Abendessen zu denken. Wir kehren in einem kleine Restaurant mit urigem Innenhof ein. Wir werden sofort willkommen geheißen, gerechnet hat man allerdings offensichtlich nicht mit Gästen und schon gar nicht mit Touristen. Alle Anwesenden kümmern sich um uns, mehrmals werden wir verwundert gefragt, was wir ausgerechnet hier wollen. Besonders gesprächig und interessiert zeigen sich die beiden exzellent englisch sprechenden Teenager-Töchter. Wir bestellen das einzig verfügbare und uns wärmstens ans Herz gelegte Gericht und freuen uns über die Wahl dieses netten Lokals. Da die Portion der Hauptspeise unserem Hunger nicht ganz standgehalten hat, gönnen wir uns auf dem Heimweg noch einen leckeren vegetarischen Dürüm auf die Hand und besorgen noch Baklava und Kuchen, was wir beides nebst etwas Melone und Tee zum Abschluss des Tages auf der Dachterasse des Hotels genießen.
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  • Zelten verboten

    19. september 2022, Tyrkiet ⋅ ☀️ 20 °C

    Angesichts der Tatsache, dass heute eine anstrengende Etappe auf uns wartet, stehen wir um halb sieben auf und packen unsere Taschen. Nach dem Frühstück erledigen wir noch einen Einkauf und können ein Erfolgserlebnis verzeichnen, dass uns gleichermaßen freut wie erleichtert: Das empfohlene Geschäft hat geöffnet und hat Gaskocher im Angebot! Die warmen Mahlzeiten für den Rest der Reise sind endlich gesichert, unser Tipp-Geber erhält noch einen Dank per WhatsApp. In der Tiefgarage checkt Heiko noch einmal die Fahrräder, danach rollen wir los. Die ersten Kilometer sind noch harmlos und unspektakulär, bereits hier freuen wir uns aber schon über den bewölkten Himmel und die heute nicht ganz so heißem Temperaturen, denn es steht noch der Anstieg auf den bislang höchsten Punkt der gesamten Tour an. Als wir einen Ort passieren, um uns für drei Tage mit Proviant einzudecken, lernen wir vor dem Supermarkt Ali kennen, der gemeinsam mit seiner aus Stuttgart stammenden Ehefrau auf Familienbesuch in der Gegend ist. Kurz darauf stößt dann auch seine Frau dazu, die Unterhaltung in deutscher Sprache wirkt fast etwas ungewohnt. Die Einladung zu Ali und seiner Familie nach Hause zum Tee müssen wir leider ausschlagen, da wir zu diesem Zweck einen Umweg in die entgegengesetzte Richtung unserer Route in Kauf nehmen müssten, was uns wiederum in zeitliche Bedrängnis bringen würde. Ali gibt uns noch seine Telefonnummer, unter der wir uns jederzeit bei Hilfebedarf melden dürfen, dann verabschieden wir uns. Damit beginnt nun auch der anstrengende Teil des Tages. Anfangs auf Asphalt, später auf staubiger Schotterpiste arbeiten wir uns mit unseren Rädern bergauf. Auf einer Höhe von knapp 1700m haben wir es schließlich geschafft, der höchste Punkt ist erreicht, was auch einen neuen Höhenrekord auf dem "Kurs Südost" bedeutet. Gehofft hatten wir als Belohnung für die Mühe auf ein schönes Plätzchen für die Nacht in dieser Höhe mit schöner Aussicht, diese Hoffnung erfüllt sich jedoch nicht. In Ermangelung eines geeigneten Fleckchens für unser Zelt fahren wir weiter, diesmal zunächst auf Schotter und später auf frisch gepflasterter Straße bergab. Einen perfekten Ort entdecken wir nicht mehr, so fällt die Wahl am Ende auf ein beschildertes Picknick-Areal. Laut Schild ist hier das Campieren zwar verboten, aber wir beschließen, dass unsere Sprachkenntnisse für das Verstehen dieser Aussage nicht ausreichen. Außer uns tummelt sich noch ein Hund auf dem Gelände, der aber stets reichlich Abstand zu uns wahrt. Bald köchelt frisches Gemüse auf dem Gaskocher und das Zelt ist aufgebaut und eingerichtet.Læs mere

  • Friedhofsruhe

    20. september 2022, Tyrkiet ⋅ ☀️ 22 °C

    Um halb sieben klingelt der Wecker, es ist kalt draußen. Heiko hat schon in der Nacht ordentlich gefroren und mehrmals sein "Setup" den Temperaturen angepasst. Es wird Zeit, dass die Sonne aufgeht und uns wärmt. Da nun endlich unsere Kocher-Sorge behoben ist, gibt es heute nicht nur einen, sondern zwei TassenTee bzw. Kaffee zum Frühstück. Drei Hunde beäugen neugierig unser Zelt, bald darauf zieht etwas oberhalb der Picknickfläche auf einem Waldweg der dazugehörige Hirte mit seiner Ziegenherde vorbei. Es ist ein toller Morgen zum Radeln, die Sonne scheint und es weht ein leichter, frischer Wind. Unsere Route führt weiterhin durch welliges Terrain, nach einer langen Abfahrt zu Beginn folgt direkt wieder ein schweißtreibender Anstieg. Die Landschaft ist wunderschön, während unserer Pause auf einer Anhöhe genießen wir das herrliche Panorama sowie Chips und Kekse, die wir zuvor in einem kleinen Dorf erworben haben. Die Gegend wird immer karger, zudem fühlen wir uns wie von einer Staubschicht überzogen. Meist werden wir von den Menschen ziemlich verwundert angesehen, so auch in der nächsten Ortschaft, die wir durchfahren. Immer wieder werden die gleichen Fragen gestellt: Wo kommt ihr her, wo wollt ihr hin, habt ihr kein Auto? Ein Mann namens Faruk lädt uns zu einer Cola ein und wird nicht müde, den Leuten auf der Straße zuzurufen, dass er Gäste aus Deutschland hat, die mit dem Fahhrad nach Antalya fahren. Um nicht ein weiteres Mal aufgehalten zu werden, verzichten wir auf einen Einkauf und verlassen zügig den Ort. Die Zeit ist bereits recht fortgeschritten und nach unseren bisherigen Erfahrungen ist es sinnvoll, frühzeitig vor Einbruch der Dunkelheit mit der Suche nach einem Schlafplatz zu beginnen. Tatsächlich gestaltet es sich auch heute wieder nicht einfach. Mal wieder haben auf einen Panorama-Platz gehofft, nachdem wir noch einige Höhenmeter bergauf geradelt sind. Wenn es aber auf der einen Seite des Weges steil bergab und an der anderen steil bergauf geht, wird das Aufstellen eines Zeltes schwierig. Und an den Stellen, wo es potentiell möglich wäre, lässt der Untergrund es nicht zu. So radeln wir also weiter und bekommen es noch einmal mit einem biestigen Anstieg zu tun. Kurz danach, hinter einem winzigen Dorf, entdeckt Heiko eine Fläche abseits der Straße neben einem kleinen Friedhof. Reichlich k.o. vom Tag lassen wir uns hier nieder, das Zelt wollen wir wie immer erst mit Einbruch der Dunkelheit aufstellen. Der Ausblick im Licht der untergehenden Sonne ist toll, was Heiko für einen kurzen Drohnenflug nutzt, bevor es für die müden Radler Nudeln mit einer Büchse Bohnen in Tomatensauce gibt. Damit könnte der Tag dann auch beschlossen werden - eigentlich...Læs mere

  • "Rettung" vor Kurt

    20. september 2022, Tyrkiet ⋅ 🌙 19 °C

    Leider hält die Idylle an unserem Platz neben dem kleinen Friedhof nicht lang. Das Zelt ist noch nicht aufgestellt, da kommt ein Mann mit geschultertem Gewehr auf uns zu. Er beginnt ein Gespräch mit uns, dem wir jedoch leider nicht folgen können, auch seinen dazugerufenen Sohn verstehen verstehen wir nicht. Die Botschaft, die er uns vermitteln möchte, scheint ihm aber sehr wichtig zu sein, mit Nachdruck wiedeholt er unermüdlich seine Worte und gestikuliert dabei wild. Irgendwann ist die zentrale Aussage entschlüsselt, es geht um Kurt. Kurt ist das türkische Wort für Wolf und von diesem gäbe es neben weiteren wilden Tieren wohl einige in dieser Gegend. Es sei zu gefährlich, die Nacht draußen zu verbringen, er lädt uns stattdessen in sein Haus ein. Der Mann namens Ahmet zieht weiter, sein Sohn bleibt bei uns, bis wir unsere Sachen wieder verstaut und an den Rädern montiert haben. Gemeinsam mit dem Sohn spazieren wir den kurzen Weg zurück in das Dorf Osmanköy zum Haus der Familie Akbaş. In der kleinen verglasten Veranda wird uns Tee serviert, zudem wird uns das Angebot der Nutzung von WLAN und Fernseher unterbreitet. Im Verlauf stoßen auch der jüngere Sohn und die Mutter zu uns, das erneute Fernsehangebot können wir nicht mehr ausschlagen. Im "Multifunktionsraum" des Hauses bekommt Heiko die Fernbedienung in die Hand gedrückt und zappt durch die Programme, die wir natürlich allesamt nicht verstehen. Ein paar Minuten flimmern die Nachrichten über den Bildschirm, dann schlägt der jüngere Sohn vor, einen Film über unterirdische Monster anzusehen. Wir, die ohnehin nichts verstehen, haben natürlich keine Einwände. Und so sitzen wir kurz darauf auf der Couch einer netten Familie in der türkischen Provinz und sehen "Im Land der Raketenwürmer " in türkischer Sprache..., skurrile Situation. Als schließlich Ahmet zurückkehrt, breitet seine Frau im selben Raum eine Decke auf dem Boden aus und serviert Abendessen. Um die Decke auf dem Boden sitzend werden alle mit dünnem Fladenbrot (Lavaş) versorgt, in der Mitte der Decke stehen Schüsseln mit gebratenen "Kartoffelstiften" sowie Yoghurt und einer Hackfleischsauce, in die das Brot gestippt wird. Im Anschluss gibt es noch eine köstliche Melone aus dem eigenen Garten und schließlich wird ein letztes Mal eine frische Decke ausgebreitet, um eine Schale mit Nüssen und Sonnenblumenkernen, welche die Familie im Gegensatz zu uns sehr schnell und routiniert knackt, zu servieren. Es ist schließlich bereits fast Mitternacht, als ebenfalls im selben Raum für uns zwei Betten hergerichtet werden. Müde, aber dankbar für diesen Abend kriechen wir unter die Decken. İyi geceler!Læs mere