• Aaron Winkler
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Zwei Jahre Lateinamerika

Un’avventura di 695 giorni di Aaron Leggi altro
  • Boliviens Südwesten Teil 1

    27 marzo 2024, Bolivia ⋅ ☁️ 4 °C

    Ich entschließe mich spontan dazu, von San Pedro de Atacama direkt nach Bolivien zu reisen. Also buche ich eine dreitägige Tour im Geländewagen, um auch die entlegenen Regionen im bolivianischen Südwesten kennenzulernen. Dafür gilt es noch einmal einige Höhenmeter zu überwinden und die Hochebene namens Altiplano zu erreichen. Diese liegt zwischen den Hochgebirgsketten der West- und der Ost-Anden.
    Allerdings stellt sich der starke Niederschlag am nächsten Morgen als Problem heraus, denn weiter oben in den Bergen ist dieser in Form von Schnee gefallen. Und für das anstehende Abenteuer gilt es zuerst einmal die Grenze nach Bolivien zu überqueren, jedoch liegt diese auf 4.500 Metern Höhe und die einzige Straße dorthin würde von der chilenischen Polizei vorsichtshalber gesperrt. So heißt es erst einmal lange zu Warten, aber glücklicherweise wird vom Veranstalter in der Zwischenzeit ein leckeres Frühstück serviert. Zudem lässt sich noch ein toller Sonnenaufgang über dem imposanten Volcán Licancabur (5.916 Meter) beobachten.

    Als wir schließlich, mit sechs Stunden Verspätung, die beiden Grenzkontrollen hinter uns gebracht haben, steigen wir zu unserem bolivianischen Fahrer Abel in den Toyota Landcruiser und können die Tour starten.
    Begleitet werde ich von Maddie und Robbie aus Australien, Stuart aus England sowie Helen und Fran aus Chile. Wir sind alle im selben Alter und verstehen uns auf Anhieb hervorragend. Das ist keine Selbstverständlichkeit und bei 72 Stunden auf engstem Raum schon ausschlaggebend für den Erfolg der Reise.

    Zu Beginn ist die Stimmung etwas gedrückt, denn wir befürchten durch die erhebliche Verspätung kaum noch etwas von den geplanten Orten sehen zu können. Am Ende erweist sich die Sorge aber als unberechtigt, denn Abel schafft es irgendwie doch noch, alles unter einen Hut zu bringen.
    So erleben wir einen Nachmittag voller Faszination in einer einzigartigen Umgebung. In der extrem kargen Landschaft gibt es kaum Lebenszeichen und so gebührt unsere Aufmerksamkeit dem von verschiedenen Mineralien buntgefärbte Schotter und den weißen Gipfeln im Hintergrund.
    Wir halten an mehreren wunderschönen Lagunen, die sich genau wie das Gestein in verschiedenen Farben zeigen. Das rosafarbene Exemplar beherbergt passenderweise eine große Kolonie Flamingos, die sich vom salzhaltigen und sauren Wasser nichts anhaben lassen.
    Trotz der Kälte in dieser Höhe, haben auch wir noch die Gelegenheit mit Wasser in Kontakt zu kommen, denn unterwegs laden die etwa 30 °C warmen Quellen zum Entspannen ein. Dabei lassen sich sogar vorbei ziehende Flamingos und wilde Vicuñas beobachten.
    Am höchsten Punkt der Tour, auf etwa 4.900 Metern, beeindrucken uns die Geysire namens Sol de Mañana. Schwefelhaltiger Rauch steigt aus zahllosen Löchern im bunten Erdboden und an ihrem Grund brodelt der Schlamm. Es fühlt sich an, als wären wir auf einem anderen Planeten, was durch den wolkenverhangene Himmel noch verstärkt wird.
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  • Boliviens Südwesten Teil 2

    28 marzo 2024, Bolivia ⋅ ⛅ 12 °C

    Von der Höhenkrankheit bleibe ich zum Glück weitestgehend verschont und habe nach der Übernachtung auf etwa 4.300 Metern Höhe lediglich leichte Kopfschmerzen am Morgen. Diese sind jedoch schnell wieder vergessen, denn draußen erwartet uns eine Überraschung. In der Nacht hat es wieder stark geschneit und so sind nun nicht mehr nur die Gipfel, sondern die gesamte Umgebung komplett weiß.
    Die ersten beiden Stunden fahren wir quer durch diese magische Landschaft, ohne Straßen, Bäume und Spuren von Menschen. Lediglich ein paar einsame Vicuñas stapfen auf der Suche nach Futter durch die eisige Kälte.

    Nur wenige hundert Meter tiefer zeigt sich ein komplett neues Bild. Vom Schnee ist hier keine Spur zu sehen und dafür wachsen Gräser, kleine Büsche und sogar Weideflächen für Llamas. An der Laguna Negra können wir einigen von ihnen aus nächster Nähe beobachten und bekommen zudem noch Wasservögel und Chinchillas zu Gesicht.
    Der Hauptdarsteller des heutigen Tages ist der rote Sandstein, den wir in zahlreichen, skurillen Formen bewundern können. Vom Kamel, über Bäume und einem Herz, bis hin zu Fenstern in Felswänden, gibt es jede Menge zu entdecken. Sehr beeindruckend ist auch die malerische Schlucht von Alota in ihren zarten Beige- und Grüntönen.
    Die zweite Nacht verbringen wir in unmittelbarer Nähe zum Salar de Uyuni in einer schönen und interessanten Unterkunft, die zum Großteil aus lokalem Salz errichtet wurde. Übereinander gestapelte Blocke aus natürlich gepresstem Salz bilden die Wände und aus dem selben Material wurden Tische, Bänke und Betten zugeschnitten.
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  • Boliviens Südwesten Teil 3

    29 marzo 2024, Bolivia ⋅ ⛅ 16 °C

    Der dritte und letzte Tag der Tour steht ganz im Zeichen des Salar de Uyuni. Mit über 10.500 km² handelt es sich um den weltweit größten Salzsee, dessen schier endlosem Ausmaße weder mit dem Auge, noch auf Fotos erfassbar sind.
    Wir verlassen das schöne Salzhotel bereits 5:30 Uhr, um den Sonnenaufgang auf dem See erleben zu können. Der Himmel ist zwar wolkenverhangen, aber trotzdem können wir ein wunderschönes Schauspiel der Natur bewundern und währenddessen an diesem einzigartigen Ort frühstücken.
    Durch die aktuell anhaltende Regenzeit, wird der sonst ausgetrocknete See von einer dünnen Wasserschicht bedeckt und verwandelt sich so in einen gigantischen Spiegel. Die Reflexion lässt den optischen Übergang von Erde zu Himmel verschwimmen und bietet uns viele Möglichkeiten zu spannenden Fotos und Videos. Auch die extreme Weite nutzen wir für witzige Fotos, die mit der Perspektive spielen.
    Als später wieder die Sonne zum Vorschein kommt, wird es angenehm warm, denn wir befinden uns ein ganz Stück tiefer als die letzten Tage, auf etwa 3.650 Metern.
    Wir haben einen unterhaltsamen letzten Tag in unserer harmonischen Truppe, aber sind auch erschöpft von der intensiven Zeit. So wird die letzte Station, der Friedhof für ausrangierte Züge, allseits nur noch mit weniger Interesse wahrgenommen. Danach geht es nur noch zum abschließenden Mittagessen, bei dem Llamafleisch serviert wird und es folgt auch schon die Verabschiedung.

    Hinter mir liegen drei sehr bewegte Tage voller besonderer Erlebnisse, Faszination, Staunen, Lachen und toller Gespräche, die ich so schnell nicht wieder vergessen werde.
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  • Sucre

    31 mar–4 apr 2024, Bolivia ⋅ ⛅ 23 °C

    Als ich am Karfreitag in Uyuni ankomme, kann ich aus dem Fenster des Hostels einen traditionellen Umzug in den Straßen beobachten. Ansonsten hat die Stadt wenig zu bieten und erscheint mir eher trostlos.
    Also steige ich schon am nächsten Abend in einen Bus und fahre acht Stunden über Nacht bis nach Sucre. Leider ist der Bus diesmal nicht so bequem und viel zu warm, sodass die Fahrt eher unangenehm ist und ich kaum zum Schlafen komme. Hinzu kommen die Anstrengungen der letzten Tage und so erreiche ich mein neues Ziel ziemlich erschöpft. Es liegt zwar ein Stück tiefer als der Salar de Uyuni, aber immer noch auf 2.800 Metern.
    Nachdem ich mich etwas erholt habe, mache ich mich auf, um die bolivianische Hauptstadt zu erkunden. Der Regierungssitz des Landes liegt inzwischen in La Paz, aber die wunderschönen Altstadt versprüht nach wie vor ein erhabenes Flair. Am Ostersonntag stoße ich zufällig auf ein klassisches Konzert auf dem zentralen Platz und genieße die lebendige Atmosphäre. Die meisten Gebäude zeigen weiße Fassaden und die typisch spanische Kolonialarchitektur. Das lässt sich am besten vom Dach der Kirche San Felipe de Neri bewundern, die einen tollen Rundumblick über das Zentrum bietet. Auch am ehemaligen Kloster La Recoleta erwartet mich ein schöner Ausblick auf die gesamte Stadt, da es etwas außerhalb auf einem Hügel liegt. Gleich nebenan finde ich im Garten des Palacete del Guereo ein hübsches Kaffee mit leckerem Kuchen und bolivianischem Kaffee. Die Stadt bietet auch einige weitere, sehr gut gepflegte Parks und Plätze, die zum verweilen einladen. Der Zentralmarkt lockt mich vor allem mit seinen geschmackvollen Säften aus frisch gepressten, tropischen Früchten an, die ich hier jeden Tag genieße.
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  • Samaipata

    5–8 apr 2024, Bolivia ⋅ ⛅ 28 °C

    Eigentlich soll mich der Bus nach acht Stunden in Samaipata absetzen, aber da es noch mitten in der Nacht ist und der Fahrer nicht anhält, verschlafe ich meine Station und muss bis nach Santa Cruz de la Sierra weiter fahren. Von dort aus nehme ich eines der günstigen Sammeltaxis, die hier Trufi genannt werden und fahre einen Teil der Strecke zurück zu meinem eigentlichen Ziel.

    Endlich angekommen, bin ich auf Anhieb vom Charme der kleinen Stadt begeistert und befinde mich auch wieder in einer gemäßigten Höhe von nur noch 1.700 Metern. Hübsche, bunte Häuser, kleine Gassen und eine Mischung aus tropische und mediterraner Vegetation bilden eine einzigartige Flair. Auch meine Unterkunft ist etwas Besonderes, denn ich wohne für einige Tage neben zahlreichen Tieren verschiedenster Arten in einer kleinen Auffangstation names Refugio Jacha Inti. Von meinem Zimmer aus kann ich die Papageien hören und in den Gehegen kann ich einigen heimischen Tierarten ganz nahe kommen.

    Auf den Rücksitzen der knatternden Motorradtaxis lasse ich mich bis zu den einige Kilometer entfernten Sehenswürdigkeiten in der Umgebung fahren. Anfangs ist mir dabei noch etwas mulmig zumute, aber ich finde schnell Gefallen an der ungewohnten Transportmethode, die etwas mehr Adrenalin mit sich bringt.
    Mein erster Ausflug führt mich zum Codo de los Andes, dessen Name mit Ellenbogen der Anden übersetzt wird. Die Bezeichnung kommt daher, dass der Ort am östlichen Rand der Gebirgskette liegt und diese hier ihre Richtung um fast 90°, von Nord-Süd nach Ost-West, ändern. Ich wandere durch diese wunderschöne Landschaft aus grünen Bergen, die mit Gräsern überzogen sind und in deren Täler sich dichte Tropenwälder befinden. Entlang eines schmalen Gratweges und auf den Gipfeln bietet sich mir eine atemberaubende Aussicht und dabei werde ich von zahllosen Schmetterling begleitet. Nach dem Abstieg in eines der Täler, folge ich einem kleinen Fluss und gelange schließlich zu drei idyllischen Wasserfällen. Der Zugang von der Straßenseite ist seit einigen Monaten gesperrt und so kann ich mich hier ganz allein und in aller Ruhe unter der natürlichen Dusche abkühlen.
    Außerdem besuche ich die archäologische Stätte El Fuerte, die über 1.100 Jahre alt ist und bereits von verschiedenen Ureinwohnern genutzt wurde, bevor sie schließlich von den Spaniern übernommen wurde. Sie diente astrologischen Zwecken, für Zeremonien, als Festung und auch als Wohnort.
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  • Buena Vista

    8–21 apr 2024, Bolivia ⋅ ⛅ 29 °C

    Ich fahre mit Hilfe von zwei Trufis und Umstieg in Santa Cruz de la Sierra bis nach Buena Vista, das auf der anderen Seite des Parque Nacional Amboró liegt. Hier, im tropischen Tiefland Boliviens, wollte ich eigentlich ein Volontariat bei einer kleinen Imkerei machen. Aber da die Eigentümerin gerade selbst auf Reisen ist, wird daraus leider nichts. Freundlicherweise vermittelt sie mir den Kontakt zu ihrem Onkel und Tante, die ebenfalls ein Haus in Buena Vista besitzen.
    Dabei handelt es sich um den Deutschen Jürgen, der vor über 30 Jahren ausgewandert ist und mit seiner bolivianischen Ehefrau Gaby hier lebt. Die beiden Anfang 60er empfangen mich mit offenen Armen und schon nach kurzem fühle ich mich wie ein Teil der Familie. Ihre beiden Söhne, die etwa in meinem Alter sind, leben inzwischen in Deutschland und so habe ich das Gefühl, dass vor allem Gaby froh ist, sich um jemanden kümmern zu können. Ich werde mit reichlich leckerem, hausgemachtem Essen, schmackhaften Tropenfrüchten, lokalem Kaffee und verschiedenen Sorten Honig aus Familienproduktion versorgt.

    Zusätzlich zum hübschen Haus mit Garten, besitzen sie eine nahegelegene Quinta, die aus etwa 50 Hektar Regenwald besteht. Dieser statten wir mehrere Besuche ab und dabei lerne ich viel über die lokale Flora und Fauna. Außerdem besuchen wir hier Gaby's Brüder, die sich am Waldrand kleine Häuser gebaut haben. Gemeinsam mit dem älteren Bruder Erwin unternehmen wir einige weitere schöne Ausflüge in benachbarte Dörfer und zum Río Surutú.
    Ich bin gerührt davon, dass sich alle so viel Mühe geben und die Zeit nehmen, um mir möglichst viel von ihrer Heimat zu zeigen. In langen und intersannten Gesprächen lerne ich auch jede Menge über die Geschichte Boliviens und die Probleme zwischen der Kolla genannten Hochlandbewohner und den Kambas aus dem Tiefland.

    Meine Arbeit besteht hauptsächlich darin, die rund ums Haus verlegten Natursteinplatten auszubessern sowie Bäume und Sträucher zu verschneiden. Im feucht-heisen Wetter komme ich dabei ganz schön ins Schwitzen und bin froh, dass es an einigen Tagen kräftig regnet und dadurch lediglich angenehm warm wird. Die beiden zeigen sich sehr dankbar und zwischendurch werde ich immer wieder mit frischen Säften und Kaffee versorgt.

    Am Ende der zwei Wochen fahren wir gemeinsam zurück nach Santa Cruz de la Sierra, denn auch hier haben sie ein kleines Haus am Stadtrand. Ich bekomme von ihnen eine kleine Führung durchs Zentrum und kann schließlich auch noch die Eigentümer der Imkerei kennen lernen, die inzwischen aus dem Urlaub zurück sind.
    Da ich ihre Gastfreundschaft nicht weiter strapazieren möchte, entschließe ich mich noch am selben Abend in einen weiteren Nachtbus zu steigen und wieder Richtung Westen zu fahren.
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  • Cochabamba

    22–25 apr 2024, Bolivia ⋅ ⛅ 28 °C

    Ich lasse das Tiefland wieder hinter mir und kehre zurück in die Anden. Auf knapp 2.600 Metern Höhe liegt die Großstadt Cochabamba in einem riesigen und fruchtbaren Tal und genießt die Vorzüge eines gemäßigten Kilmas. Deshalb ist hier die Landwirtschaft besonders ertragreich und das Zentrum wird von zahlreichen Parks und grünen Plätzen mit aufwändigen Pflanzungen geschmückt.
    Ansonsten bietet die Stadt nur einige wenige hübsche Orte, die vor allem durch ihre Kolonialarchitektur aufgewertet werden. Im Kontrast dazu stehen die eher weniger sehenswerten Bauten der Moderne, zu denen auch einige Hochhäuser zählen.
    In einem davon finde ich eine gehobene aber dennoch preiswerte Unterkunft im wohlhabenden Viertel Queru Queru. Hier begrüßt mich der freundliche Gustavo, der einige Jahre in Deutschland studiert und gelebt hat. Als Bauingenieur im Bereich erneuerbarer Energien kann ich von ihm spannende Einblicke in die bolivianische Planungswelt erhalten.
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  • La Paz

    25 apr–2 mag 2024, Bolivia ⋅ ☀️ 20 °C

    Weitere acht Stunden Busfahrt, diesmal tagsüber, bringen mich zurück aufs Altiplano und in den höchstgelegenen Regierungssitz der Welt, nach La Paz. Zusammen mit der inzwischen eigenständigen Nachbarstadt El Alto leben hier über zwei Millionen Menschen in einer Höhe zwischen 3.500 und 4.100 Metern.
    Im angesagten Viertel Sopocachi finde ich ein nettes Airbnb im 13. Stock eines der vielen Hochhäuser und kann von hier einen tollen Blick über die Stadt und bis zum etwa 6.400 Meter hohen Illimani genießen. Ich verbringe eine Woche in der Stadt und auch wenn sie laut, chaotisch und dreckig ist, fasziniert sie mich sehr.
    Mein Highlight ist die Gondelbahn, die vor 10 Jahren von der österreichischen Firma Doppelmayr hier errichtet wurde. Auf jeder der insgesamt 10 Linien schweben die Gondeln im 12 Sekundentakt über der Stadt und verbinden dabei auch La Paz und El Alto. Ich lasse keine Gelegenheit ungenutzt, um das preiswerte und entspannte Transportmittel zu nutzen und dabei ganz neue Einblicke in die Stadt zu erhalten. Aus der Vogelperspektive lassen sich interessante Szenen in den Hinterhöfen sowie auf den Dächern beobachten und gleichzeitig verschafft sie einen guten Überblick über das riesige Häusermeer.
    Im historischen Zentrum finden sich ein paar schöne Gassen und Plätze im Kolonialstil, die jedoch mit den im Hintergrund aufragenden Hochhäusern konkurrieren müssen. Im größten Teil der Stadt mangelt es allerdings sowohl an Grünflächen, als auch an Ästhetik.
    Auf dem Mercado de las Brujas (Hexenmarkt) werden verschiedenste Tränke, Heilpflanzen, Glücksbringer und Bestandteile von Ritualen, wie beispielsweise Lamaföten, angeboten. Das lockt zahlreiche Schaulustige an und sorgt dafür, dass die Umgebung stark touristisch geprägt wird, was im Rest der Stadt kaum der Fall ist.
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  • Camino de la Muerte

    28 aprile 2024, Bolivia ⋅ ⛅ 20 °C

    Im Nordwesten von La Paz liegt die Region Yungas, die den Übergang vom andinen Hochland zum tropischen Tiefland darstellt. Noch bis 2007 gab es nur eine einzige Verbindungsstraße, die noch immer den Beinamen Camino de la Muerte (Straße des Todes) trägt. Sie ist schlecht befestigt, sehr schmal, hat kaum Leitplanken und verläuft unmittelbar an einem mehrere hundert Meter tiefen Abgrund. Aus diesen Gründen verloren hier jährlich bis zu 300 Menschen ihr Leben und sie wurde deswegen auch als die weltweit gefährlichste Straße bezeichnet.
    Nach dem Bau der sicheren Alternativroute beschränkt sich der Verkehr hier fast ausschließlich auf abenteuerlustige Radfahrer, zu denen auch ich mich zählen möchte.

    So buche ich eine geführte Tour, inklusive Ausrüstung, Verpflegung und Transport. Zu Beginn wird unsere Gruppe, bestehend aus sieben Touristen und drei Begleitern, zum Startpunkt auf etwa 4.500 Metern Höhe gebracht. Da wir eine Stunde früher als die meisten Touren gestartet sind, können wir die Strecke ungestört genießen.
    Der erste Teil besteht aus einer kurvenreichen Straße aus Asphalt mit sehr wenig Verkehr und dient zur Eingewöhnung. Wir können uns relativ entspannt den Berg hinab rollen lassen und dabei kann jeder ganz individuell sein Verlangen nach Geschwindigkeit erfüllen. Hier oben ist es noch ziemlich kalt und die Landschaft sehr karg und von Felsen geprägt.
    Nach etwa 30 Kilometern erreichen wir den Beginn des eigentlichen Camino de la Muerte auf 3.000 Metern Höhe. Die Natur hat sich während der Abfahrt schon stark verändert und ist nun deutlich grüner. Da es auch wärmer geworden ist, können wir ein paar Kleidungsstücke ablegen und uns nach einer kleinen Stärkung und Sicherheitseinweisung sowie ein paar historischen Fakten über den Ort ins Abenteuer stürzen.
    Von nun an geht es auf der schmalen Schotterpiste immer weiter hinab Richtung Dschungel. Wir legen viele Pausen ein, um die spektakulären Aussichten zu genießen und wieder zu Kräften zu kommen. Die Abfahrt erfordert dauerhaft hohe Konzentration und die starke Vibration ist durchaus anstrengend. Deswegen bleibt während des Fahrens kaum Zeit um Angst vor dem steilen und tiefen Abgrund zu haben.
    Der schönste Teil der Strecke verläuft entlang zahlreicher Wasserfälle, von denen einige direkt auf die Straße und unsere Köpfe prasseln und uns somit eine willkommene Erfrischung bieten. Zudem passieren wir mehrere, teils gewaltige Erdrutsche und können auch zahllose Kreuze am Straßenrand sehen.
    Insgesamt weitere 30 Kilometer später, erreichen wir den den Endpunkt auf nur noch 1.200 Metern Höhe. Wortwörtlich in der letzten Kurve, das Ziel schon vor Augen, bin ich nur einen winzigen Moment lang unachstam, aber das genügt schon, um einen leichten Sturz zu verursachen. Ich komme glimpflich davon, denn die Straße ist inzwischen breiter und verläuft fast flach und ohne Abgründe. Ich trage lediglich einen Schrecken, ein paar Abschürfungen und eine leichte Prellung des Brustbeins davon.
    Zum Abschluss werden wir in ein Hotel im Dschungel gefahren, wo uns Duschen, Pools und ein Buffet erwarten. Anschließend folgt die lange Fahrt zurück nach La Paz, allerdings auf der neuen und sicheren Straße.

    Hinter mir liegt ein aufregender Tag voller Adrenalin, an dem ich auf rund 60 Kilometern Strecke etwa 3.300 Meter Höhenunterschied mit dem Fahrrad zurückgelegt haben. Dabei durchquerte ich verschiedenste Klima- und Ökozonen und machte eine unvergessliche Erfahrung.
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  • Tiwanaku & Valle de la Luna

    30 aprile 2024, Bolivia ⋅ ☀️ 19 °C

    In der Umgebung von La Paz liegen zwei weitere interessante Orte, die ich besuchen möchte. Zum einen die geologische Formation Valle de la Luna (Tal des Mondes) direkt am Stadtrand und zum anderen die archäologische Stätte von Tiwanaku, die etwa 75 Kilometer entfernt liegt.

    Auch wenn das bolivianische Valle de la Luna mit seinem Namensvetter in Chile, nahe San Pedro de Atacama, bei weitem nicht mithalten kann, ist es trotzdem ein sehenswerter Ort. Auch hier hat die Erosion eine eigentümliche Landschaft erschaffen, deren Elemente an Stalagmiten erinnert. Sie sind in ihrer Form sowie in der hellbeigen Farbe relativ homogen und werden ab und zu von schönen Sukkulenten begleitet. Ein kurzer Rundweg führt durch das Areal, über Brücken und zu kleinen Aussichtspunkten.

    Die über 3.500 Jahre alte Kultur der Tiwanaku errichtete sich nahe der heutigen Ortschaft Tiawanacu einen Komplex architektonischen Monumente, die zwischen 1.500 bis 2.000 Jahre alt sind. Es handelt sich dabei um verschiedene Stein- und Erdstrukturen, die bis heute teilweise etwas fragwürdig rekonstruiert wurden.
    Nichts desto trotz sind die Dimensionen und technischen Leistungen der Bauwerke wahrlich beeindruckend. Es ist ungeklärt, wie die feine Bearbeitung und der Transport der tonnenschweren Steine realisiert wurden. Einige der Konstruktionsweisen sind echte Erfindungen, denn es sind keine vergleichbaren Vorgänger bekannt.
    Aus dem roten Sandstein wurden teils riesige Monolithe in Menschenform und mit reicher Verzierung gefertigt. Aber auch große Portale, exakt gearbeitetes Mauerwerk und standardisierte Bauelemente sind hier zu finden.
    Neben dem sehr weitläufigen Außenbereich mit den Ruinen, bieten mehrere Museen weitere Einblicke in die spannende Geschichte und zeigen unter anderem Alltagsgegenstände der verschiedenen Epochen.
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  • Isla del Sol

    2–4 mag 2024, Bolivia ⋅ ☁️ 12 °C

    Nach einer relativ kurzen Busfahrt erreiche ich die Stadt Copacabana, die auf einer Halbinsel im Westen des Titicacasees liegt. Dieser gilt als der größte Süßwassersee Südamerikas und ist fast so groß wie Korsika. Nach einer Mittagspause in der nichtssagenden Stadt steige ich auf eine Fähre und komme nach anderthalb Stunden auf der Isla del Sol an.
    Die Insel galt sowohl für die Tiwanaku als auch später für die Inka als heilig und beherbergte einst zahlreiche Heiligtümer, von denen einige noch erhalten haben sind. Der Mythologie zufolge erschienen hier der Schöpfer- und Sonnengott und erschufen die ersten Inka und damit Gründer des Reiches.

    Auf einer über 20 Kilometer langen Wanderung rund um die Insel versuche ich dem Mythos näher zu kommen und nach der lauten Metropole genieße ich die absolute Ruhe hier sehr. Ein Großteil der grünen Hänge der Insel ist durch flache Trockenmauern terrassiert und wurde somit landwirtschaftlich nutzbar gemacht. Zudem treffe ich auf zahlreiche Nutztiere, die von den insgesamt etwa 2.000 Inselbewohnern gehalten werden.
    Am nördlichen Ende der Insel entdecke ich schließlich die religiösen Stätten, zu denen der heilige Felsen, ein Opfertisch sowie ein gemauertes Labyrinth zählen.
    Auf dem Rundweg kann ich mehrere wunderschöne Buchten und Strände sehen und durchquere auch die drei Ortschaften der Insel. Sie sind vor allem von kleinen, einfachen Häusern und viel Landwirtschaft geprägt und das Leben hier erscheint mir beschwerlich. Nur langsam etabliert sich der Tourismus an einigen Stellen und so bin ich froh, mir ein ziemlich authentisches Bild machen zu können.
    Die gesamte Wanderung verläuft auf etwa 4.000 Metern Höhe und so macht sich vor allem zu Beginn jeder Anstieg durch starke Kurzatmigkeit bemerkbar. In dieser Höhe fehlt immerhin ein gutes Drittel des auf Meeresspiegel verfügbaren Sauerstoffs.

    Nachdem ich die Insel mittels Fähre wieder verlassen habe, erwartet mich in Copacabana eine Überraschung. Die ganze Stadt ist in Aufruhr und zahlreiche Besucher sind angereist, um die alljährliche Fiesta de la Cruz zu zelebrieren. Ein traditioneller Umzug durch die Straßen, bei dem Frauen in farbenfrohen Kleidern und Männer mit aufwendigen Kostümen und großen Masken ihre Tänze aufführen. Begleitet wird das ganze von Musikanten und Gesängen. Es erinnert mich sehr an die Llamadas in Montevideo, die ich vor etwa vier Monaten gesehen habe und lässt viele schöne Erinnerungen hochkommen.
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  • Puno

    4–6 mag 2024, Perù ⋅ ☀️ 16 °C

    Nach dem ich mich am bunten Spektakel in Copacabana satt gesehen habe, fahre ich mit dem Bus etwa drei Stunden entlang des Südwestufers des Titicacasees bis nach Puno in Perú. Nach der unkomplizierten Grenzüberquerung verändert sich erst einmal kaum etwas, aber als ich schließlich in der Großstadt ankomme, kann ich ein paar Veränderungen feststellen. Hier wirkt vieles weiter entwickelt und etwas geordneter als noch in Bolivien. Die Gebäude zeugen von ein wenig mehr Wohlstand, es gibt meistens vernünftige Gehwege und sogar einige breite Radwege. Gleichzeitig fallen mir auch etwas gestiegene Preise auf, was nach den sehr günstigen Verhältnissen in Bolivien aber auch zu erwarten war.

    Noch mit den Bildern und Klängen des fröhlichen und farbenfrohen Umzuges auf der bolivianischen Seite im Kopf, stoße ich hier auf die, für mich etwas verstörende, sonntägliche Militärparade auf dem Hauptplatz.
    Hergekommen bin ich aber aus einem ganz anderen Grund. Ich möchte das indigene Volk der Uros auf ihren, im Titicacasees schwimmenden, Inseln besuchen.
    Diese werden in langer Tradition aus dem lokalen Totora-Schilf konstruiert. Als Basis dienen Blöcke der Schilfwurzeln, auf die viele Lagen von geflochtenem Schilfrohr gelegt werden. Diese oberen Schichten müssen permanent mit frischem Schilf erneuert werden. Das Material wird ebenfalls genutzt, um Häuser und Boote zu bauen. Auf jeder Insel gibt es einen eigenen Präsident und hier leben zwei bis zehn Familien auf sehr kleinem Raum zusammen.
    Mit modernen Booten holen die Uros die Touristen im Hafen von Puno ab und chauffieren sie zu einer der insgesamt etwa 80 Inseln. Dort erhalten wir eine Erklärung über ihre Historie, die Bauprinzipien und ihre Lebensweise. Anschließend geht es im traditionellen Boot weiter zu einer größeren Insel, auf der sie ein Restaurant betreiben und vor allem die eingeschleppte Forelle in frittierter Form anbieten.
    Neben dem Fischfang ist mittlerweile der Tourismus die wichtigste Einnahmequelle der Uros und so wirkt der Ausflug teilweise wie eine Verkaufsveranstaltung. Trotzdem sind sie gastfreundlich und es ist sehr spannend diese einzigartige Lebensweise kennenlernen zu dürfen.
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  • Arequipa Teil 1

    6–13 mag 2024, Perù ⋅ ☀️ 23 °C

    Ich kehre dem Titicacasee den Rücken und erreiche Arequipa, die zweitgrößte Stadt in Perú, nach etwa sechs Stunden Busfahrt. Als Überbrückung bis zum Beginn meines nächsten Volontariats verbringe ich hier eine ganze Woche und habe somit viel Zeit die Stadt ausgiebig zu erkunden.
    Das historische Zentrum liegt nur wenige Minuten Fußweg von meiner Unterkunft entfernt und fasziniert mich seiner architektonischen Schönheit. Aus dem lokalen Vulkangestein Sillar wurden zahlreiche sehenswerte Bauten errichtet, deren Fassaden von vielfältigen Symbolen der indigenen als auch spanischen Kultur geschmückt werden.
    Am eindrucksvollsten ist für mich die zentrale Plaza de Armas. Unter den Palmen und zwischen den Grünflächen mischen sich viele Touristen mit den Einheimischen, um das tolle Flair zu genießen.
    Die gesamte Nordseite des Platzes wird von der beeindruckenden Kathedrale eingenommen. Auf einer interesanten Führung erfahre ich viel über die Geschichte, die vor allem von Zerstörung und Wiederaufbau in Folge von mehreren Erdbeben geprägt wird. Vom Dach aus kann ich die schöne Plaza noch einmal von oben betrachten und auch einen tollen Ausblick auf die beiden bis zu 6.000 Meter hohen Vulkane werfen, die die Stadt umgeben.
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  • Arequipa Teil 2

    6–13 mag 2024, Perù ⋅ ☀️ 23 °C

    Auch abseits der Plaza gibt es viele schöne Orte zu entdecken. So zum Beispiel der Aussichtspunkt Yanahuara, mit einem hübschen Platz und einem tollen Blick auf den nahezu symmetrischen und noch aktiven Volcán Misti.
    Eine Mischung aus Zoo, Museum und Modegeschäft bildet die Mundo Alpaca. Hier kann ich verschiedenen Arten von Alpakas und Lamas ganz nahe kommen, sie streicheln und sogar füttern. Im anschließenden Museum lerne ich etwas über die Geschichte und Techniken der Textilherstellung.
    Im Mercado San Camilo, der für südamerikanische Verhältnisse sauber und ordentlich ist, kann ich gut und günstig zu Mittag essen und mich mit frischem, leckerem Obst versorgen.
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  • Monasterio de Santa Catalina

    8 maggio 2024, Perù ⋅ ☀️ 24 °C

    Im Zentrum Arequipas, versteckt hinter hohen Mauern, erwartet mich eine echte Überraschung. Das über 20.000 Quadratmeter große Kloster Santa Catalina aus dem 16. Jahrhundert bildet eine Stadt in der Stadt. Von ehemals bis zu 150 Nonnen, leben heute noch etwa 20 in einem Teil des riesigen Komplexes. Der Rest ist für die Öffentlichkeit zugänglich und begeistert viele Besucher mit seiner einzigartigen Architektur.
    Das markanteste Merkmal sind die in intensiven Farben getünchten Wände. Zudem gibt es mehrere große Kreuzgänge mit ganz unterschiedlichen Gestaltungen, enge Gassen zwischen den Wohnhäusern und sogar kleinen Gärten und Plätze zu bewundern. Die ehemaligen Unterkünfte der Bewohnerinnen vermitteln einen guten Eindruck vom Klosterleben und zeigen durch ihre vergleichsweise üppige Ausstattung auch, dass vor allem Töchter wohlhabender Familien hier untergebracht wurden.
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  • Yanque - Tradición Colca

    13 mag–4 giu 2024, Perù ⋅ ☀️ 20 °C

    Etwa 150 Kilometer nördlich von Arequipa liegt das Dorf Yanque, in dem ich im Hotel Tradición Colca ein weiteres Volontariat gefunden habe.
    Der Franzose Emmanuel betreibt hier seit etwa 30 Jahren ein Hotel mit gehobenem Standard und empfängt regelmäßig Freiwillige, die ihn und sein Team unterstützen. Dieses besteht ausschließlich aus Frauen, die aus Yanque stammen und allesamt sehr freundlich sind. Meine Unterkunft ist eines kleines, aber gemütliches Privatzimmer mit eigenem Bad.
    Gemeinsam mit dem gleichaltrigen Brasilianer Gabriel bleibe ich drei Wochen hier und lerne zahlreiche Dinge über die Hotellerie. Wir arbeiten in versetzten Schichten und die meiste Zeit allein, so dass wir nicht allzu viel Kontakt haben, aber uns trotzdem gut verstehen. Überwiegend bin ich für die Rezeption zuständig und finde schnell Gefallen am Umgang mit den meist freundlichen Gästen. Reinigung und Gartenarbeit gehören ebenso zu meinen Aufgaben, wie die gelegentliche Unterstützung beim Frühstücksbuffet, wenn besonders viele Gäste anwesend sind.
    Zum ersten Mal bin ich als Volontär ein vollwertiges Mitglied eines professionellen Teams in einem Unternehmen. Die Atmosphäre und auch die Beziehungen zu den Angestellten sowie zu Emmanuel und seiner Frau Carelia sind dadurch leider etwas distanzierter und überwiegend auf die Arbeit bezogen. Hinzu kommt, dass die beiden Geschäftsführer die meiste Zeit in ihrem Haus in Arequipa sind und nur gelegentlich vorbei kommen.
    Zu Beginn leiste ich einige Überstunden, die jedoch mit einem Stundenlohn von lediglich 1,50 € sehr schlecht bezahlt werden. Dies entspricht zwar dem peruanischen Mindestlohn, ist für mich aber schlichtweg zu wenig, um meine Freizeit zu opfern. Ich lehne ebenfalls dankend ab, als Emmanuel mir anbietet längerfristig zu bleiben und für ihn als Hoteldirektor zu arbeiten.

    Yanque ist ein ruhiges Dorf, das einige Touristen anlockt, die das Colca-Tal, an dessen Eingang es liegt, besuchen wollen. Kurz nach meiner Ankunft kann ich hier die Feierlichkeiten zu Ehren des heiligen Isidro miterleben. Dabei werden unter anderem geschmückte und zu Paaren verbundene Rinder durch die Stadt getrieben und gemeinsam mit ihren Besitzern gesegnet.

    Auf einer Wanderung durch die eher karge Umgebung kann ich einige interessante Orte und Landschaften entdecken. Über den Fluss Colca spannen sich mehrere Hängebrücken, die teilweise tiefe Schluchten überbrücken und an seinen Ufer treffe ich auf heiße Quellen und Thermalbäder.
    Nachdem ich die terrassierten Hänge hinauf gestiegen bin, erreiche die Ruinen von Uyo Uyo, die im 13. und 14. Jahrhundert von den Inka und ihren lokalen Vorgängern, den Collagua, bewohnt wurden. Anschließend wurde es von den Spaniern erobert und verfällt seitdem.
    Noch ein Stück weiter bergauf entdecke ich schließlich einen hübschen Wasserfall.
    Von hier oben habe ich einen tollen Ausblick auf das Tal sowie bis zum aktiven Vulkan Sabancaya. Diesen kann ich auch vom Hotel aus sehen und werde stets von seinen permanent aufsteigenden und riesigen Rauchsäulen fasziniert.

    Nach den drei Wochen bin ich zum Teil erleichtert weiter ziehen zu können, denn auch wenn es eine angenehme Zeit war, hatte sie doch zu viele Gemeinsamkeiten mit einem klassischen Arbeitsalltag. Der kulturelle Austausch und die privaten Beziehungen kamen dabei etwas zu kurz. Trotzdem konnte ich sehr viel lernen und bin dankbar für diese neue Erfahrung.
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  • Cusco Teil 1

    5–9 giu 2024, Perù ⋅ ☀️ 20 °C

    Um mein nächstes Ziel zu erreichen, muss ich nach Arequipa zurückkehren und steige hier in einen Nachtbus. Nach etwa 10 Stunden Fahrt in Richtung Norden komme ich am Morgen in Cusco an und finde bei der freundlichen Imelda eine schöne Unterkunft.
    Cusco ist vor allem als ehemalige Hauptstadt des Inkareiches bekannt und beherbergt zahlreiche historische Stätten aus dieser Zeit, aber auch viele Spuren der späteren Kolonialisierung. Diese spezielle Mischung sorgt für einen sehr interessanten Charme, der sich auf den großen Plätzen und auch in den vielen kleinen Gassen widerspiegelt.
    Der Juni ist für Cusco ein besonderer Monat mit zahlreichen Festlichkeiten und so kann ich beinahe jeden Tag ein neues Spektakel mit Musik und Tanz erleben.
    Auf den üppigen Märkten kann ich mich mit frischen Lebensmitteln versorgen und verschiedene Spezialitäten wie zum Beispiel Ceviche verkosten.
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  • Laguna Humantay

    7 giugno 2024, Perù ⋅ ☀️ 14 °C

    Auch im Umland von Cusco gibt es zahlreiche sehenswerte Orte und so beschließe ich, an einer geführten Tour zur etwa 120 Kilometer entfernten Laguna Humantay teilzunehmen.
    Nach etwa drei Stunden Fahrt im Van und einem guten Frühstücksbuffet erreichen wir Soraypampa, von wo aus wir die Wanderung beginnen. Sie ist insgesamt lediglich 6 Kilometer lang, aber trotzdem ziemlich anstrengend, denn sie führt von 3.800 bis auf über 4.200 Meter Höhe.
    Gemeinsam mit vielen anderen Wanderern geht es zu Beginn durch ein Tal mit Blick auf den komplett schneebedeckten Nevado Salkantay (6.271 Meter). Anschließend folgt ein steiler Anstieg, der mich zu zahlreichen Verschnaufpausen zwingt, um den fehlenden Sauerstoff auszugleichen.
    Endlich angekommen, liegt vor mir die traumhaft schöne Lagune vor der steil aufragenden Felswand des Nevado Humantay (5.473 Meter) und erinnert mich stark an meine Wanderungen in Patagonien. Im strahlenden Sonnenschein schimmert sie türkisblau und ändert je nach Blickwinkel ihre Farbe.
    Da ich als recht zügig und als einer der ersten unserer Gruppe das Ziel erreiche, habe ich viel Zeit, um den Ort und den Ausblick zu genießen.
    Bevor es auf dem selben Weg zurück in Richtung Cusco geht, können wir uns an einem leckeren Mittagsbuffet stärken.
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  • Cusco Teil 2

    9–15 giu 2024, Perù ⋅ ☀️ 21 °C

    Nachdem ich ein paar Tage allein in Cusco verbracht habe, kann ich mich über ein Wiedersehen mit Vívian freuen. Wir haben uns zu Beginn meiner Reise während meines ersten Volontariats in Montevideo kennengelernt, aber danach haben sich unsere Wege vorerst getrennt.
    Gemeinsam erkunden wir die Stadt, schauen Kindern und Jugendlichen dabei zu, wie sie traditionelle Tänze aufführen und besuchen beeindruckende Inka-Ruinen am Stadtrand.
    Dazu zählt unter anderem die gigantische Festungsanlage Saqsaywaman. Sie stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und fasziniert vor allem ihre Mauern, die aus riesigen Steinen bestehen. Es ist kaum vorstellbar, wie diese tonnenschweren Felsbrocken bewegt wurden und gleichzeitig sind sie sehr genau bearbeitet, um perfekt ineinander zu passen.
    Außerdem sehen wir die religiösen und rituellen Anlagen von Tambomachay und Q'enco sowie eine kleinere Festung namens Puca Pucara.
    Sehr interessant für mich ist der Vergleich der Bauwerke mit den zeitgleich in Europa entstandenen Renaissancebauten. Neben zahlreicher offensichtlicher Unterschied gibt es auch einige Gemeinsamkeiten zu entdecken. Beispielsweise finden sich die Fassaden aus massiven Steinen auch an den italienischen Palazzi aus dieser Zeit wieder.
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  • Montaña Vinicunca

    13 giugno 2024, Perù ⋅ ☀️ 8 °C

    Etwa 100 Kilometer südöstlich von Cusco liegt ein weiteres Highlight der Naturlandschaft, dem ich einen Besuch abstatten möchte. Dafür buche ich wieder eine geführte Tour und lasse mich in aller Frühe abholen und
    Mein heutiges Ziel ist der Montaña Vinicunca, der auch als Regenbogenberg bekannt ist. Nach einer mehrstündigen Fahrt im Van über teils sehr holprige Schotterpisten, erreichen wir den Ausgangspunkt der Wanderung auf 4.700 Metern Höhe. Von hier aus beginnt der nur zwei Kilometer lange, aber sehr anstrengende Anstieg bis auf 5.036 Meter.
    Vom höchsten Punkt aus bietet sich ein toller Weitblick bis zum Nevado Ausangate (6.384 Meter) und natürlich auf den vielfarbigen Grat.
    Die Farben entstehen durch mit Mineralien angereicherten Sedimentschichten, die durch Plattentektonik von einer waagerechten in eine fast senkrechte Position gedrückt wurden. Eisenoxid, Mangan, Schwefel und Kupfer erzeugen das Farbspiel von Rot, Rosa, Grün Gelb und Weiß.
    Auch die angrenzenden Berge sind einzigartig und leuchten in intensiven Rottönen.
    Auch dank der Koka-Blätter, die ich kaue, habe ich keine wirklichen Beschwerden in der Höhe und kann den faszinierenden Ort ungestört genießen. Natürlich abgehen von den zahllosen anderen Touristen, die sich hier hinauf gequält haben.
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  • Sillacancha, Valle Sagrado

    15 giu–14 lug 2024, Perù ⋅ ☀️ 22 °C

    Das sogenannte Heilige Tal der Inka liegt unmittelbar nördlich von Cusco und dient bereits seit den Vorinkakulturen als wichtige Versorgungsquelle für Nahrungsmittel. Dank des fruchtbaren Schwemmbodens und dem milderen Klima als in Cusco, gedeiht hier vor allem Mais, aber auch andere Lebensmittel, besonders gut.
    Hier finde ich, gemeinsam mit Vívian, ein Volontariat in einem kleinen Dorf namens Sillacancha, unweit der Stadt Urubamba. Vor etwas mehr als einem Jahr hat der Peruaner Giancarlo hier ein Grundstück gekauft und mit der Hilfe von Freiwilligen mehrere kleine Häuser in Lehmbauweise sowie einen Garten errichtet. Die Lage am Hang, oberhalb des Dorfes, bietet Ruhe und einen herrlichen Ausblick auf das Tal des Flusses Urubamba sowie die umliegenden Berge.

    Dieses Volontariat stellt eine gänzlich neue Erfahrung für uns dar, denn der Eigentümer ist derzeit nicht vor Ort. Die Kommunikation erfolgt lediglich über gelegentliche WhatsApp Nachrichten und ist ab und zu etwas schwerfällig. Auf diesem Weg vermittelt er uns seine groben Vorstellungen der zu erledigenden Arbeiten und wir sind für alles weitere selbst verantwortlich. Von der detaillierten Planung, über die Materialbeschaffung, bis hin zur Umsetzung liegen die kleineren und größeren Projekte ganz in unserer Hand.
    Die damit einhergehende Freiheit und Eigenverantwortung empfinde ich als sehr angenehm und motivierend.

    Gabriel, der Brasilianer, den ich während meines vorhergehenden Volontariats in Yanque kennengelernt habe und der auch ein Freund von Vívian ist, gesellt sich etwa eine Woche nach unserer Anreise zu uns.
    Gemeinsam können wir das größtes Projekt, die aufwendige Wiederherstellung einer Stufenanlagen aus Beton, angehen und erfolgreich fertigstellen. Zudem erledigen wir kleinere Instandhaltungs- und Pflegemaßnahmen rund ums Grundstück.

    In unserer Freizeit unternehmen wir unter anderem eine schöne Wanderung zu den nahegelegenen Wasserfällen von Arin und besuchen die historischen Salzbecken von Maras sowie das hübsche Pisac und Urubamba.
    Außerdem kochen und backen wir gemeinsam, machen Lagerfeuer und bereiten dabei Stockbrot und Pizza zu.

    Die insgesamt vier Wochen hier vergehen wie im Flug und bescheren mir viele neue Erfahrungen, aus denen ich viel lernen kann. Neben meinen handwerklichen Fähigkeiten profitieren auch meine portugiesisch Kenntnisse vom brasilianisch-deutschen Zusammenleben.
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  • Machu Picchu

    8 luglio 2024, Perù ⋅ ⛅ 21 °C

    Anlässlich Vívians Geburtstag am 8. Juli unternehmen wir einen sehr besonderen Ausflug zu einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Perú und Südamerika. Unser Ziel ist die mitten im Dschungel gelegene Ruine der Inka-Stadt Machu Picchu.
    Um dorthin zu gelangen, gibt es eine komfortable, aber teure Variante mit dem Zug, aber wir entscheiden uns für den abenteuerlicheren und längeren Weg. Dafür verlassen wir Sillacancha bereits am Morgen des Vortrages und begeben uns auf die insgesamt neunstündige Reise mit fünf verschiedenen Bussen und einer zweistündigen Wanderung am Ende. Diese führt entlang der Schienen der Zugverbindung und an zwei Stellen müssen wir uns an den Wegesrand drängen, um den lauten Zug passieren zu lassen.
    Am Nachmittag erreichen wir schließlich unsere Unterkunft am Fuß des Berges, auf dem sich auch die Ruinen befinden.

    Im Licht der Dämmerung brechen wir am nächten Morgen auf, um die anderthalb Stunden Aufstieg rechtzeitig zu schaffen und als eine der ersten die Anlage zu betreten.
    Auf einem Bergrücken oberhalb des Río Urubamba, auf über 2.400 Metern, haben die Inka etwa 1450 diesen wahrlich beeindruckenden Ort erschaffen. Er diente als Palast sowie als Heiligtum und funktionierte als autarke Kleinstadt.
    Er besteht aus einfachen und gehobenen Wohnhäusern, Tempeln und rituellen Stätten, Werkstätten, einem zentralen Platz und einem abgetrennten landwirtschaftlichen Bereich auf Terrassen.
    Ein großer Teil davon wurde rekonstruiert, sodass man eine gute Vorstellung vom früheren Aussehen gewinnt. In Verbindung mit den wolkenverhangenen, grünen Bergen im Hintergrund ergibt sich ein atemberaubender Anblick, der eine mystische Atmosphäre mit sich bringt.
    Die Ruinen waren etwa 400 Jahre lang im peruanischen Dschungel verschwunden, bevor sie Anfang des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt wurden und heute als eines der sieben neuen Weltwunder gelten.

    Gegen Mittag machen wir uns auf den Rückweg, der vermeintlich einfacher ist, denn nach der dreistündigen Wanderung finden wir einen Bus, der uns fast bis nach Sillacancha bringt. Jedoch werden wir zweimal aufgehalten. Erst verursacht ein Geröllsturz eine Straßensperrung und kurz darauf hat der Bus einen platten Reifen. Gegen Mitternacht erreichen wir endlich Sillacancha und fallen erschöpft in unsere Betten.
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  • Lima

    14–18 lug 2024, Perù ⋅ ☁️ 18 °C

    Nachdem wir uns von Gabriel verabschiedet haben, geht es für Vívian und mich per Flugzeug von Cusco nach Lima. Nach knapp zwei Stunden landen wir in der peruanischen Hauptstadt an der Pazifikküste.
    Hier leben rund 11 Millionen Menschen, wodurch sie als viertgrößte Stadt in Südamerika gilt. Im Großteil des Zentrums geht es jedoch relativ geordnet zu und lediglich im Bereich rund um den Zentralmarkt und das chinesische Viertel ist es sehr laut und chaotisch.
    Das historische Zentrum bietet einige sehenswerte Plätze und schöne Architektur im Stil des Klassizismus. Unmittelbar südlich liegen mehrere große, hübsche Parkanlage. In einem von diesen wird allabendlich eine interessante Show aus Fontänen, Licht und Musik vorgeführt.
    Das moderne Viertel Miraflores mit zahlreichen Hochhäusern liegt unmittelbar am Meer auf einer etwa 50 Meter hohen Klippe. Beim Spaziergang durch die großzügige, grüne Promenade bieten sich tolle Ausblicke auf die Skyline und den unterhalb gelegenen Strand.
    Mein Highlight ist das angrenzende Viertel Barranco, in dem auch unsere Unterkunft liegt. Es zählt zu den angesagtesten Gegenden Limas mit vielen Ateliers, spannender Streetart sowie zahlreichen Cafés und Restaurants. Auch wenn die Stadt einen schlechten Ruf in Sachen Kriminalität hat, fühlen wir uns die meiste Zeit, vor allem in unserem Viertel, sicher.
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  • Laguna 69

    20 luglio 2024, Perù ⋅ ⛅ 4 °C

    Acht Stunden Busfahrt bringen uns wieder zurück in die Anden im Landesinneren und damit vom Meeresspiegel in Lima auf rund 3.000 Meter Höhe in Huaraz.
    Die kleine Stadt ist abgesehen vom zentralen Platz nicht sonderlich sehenswert, liegt jedoch unweit der imposanten Hochgebirgsregion namens Cordillera Blanca.
    In deren zentralen Bereich befindet sich der Nationalpark Huascarán. Außer dem gleichnamigen Berg, der mit 6.768 Metern als höchster in Perú gilt, gibt es hier mehrere Lagunen zu entdecken.
    Über unser Hostel buchen wir eine geführte Tour, die mit einer sehr zeitigen Abholung beginnt. Auf dem Weg machen wir einen kurzen Fotostopp an der Laguna de Llanganuco, die uns mit ihrem intensiven Türkis einen ersten Vorgeschmack auf das heutige Ziel gibt.
    Nachdem wir die Fahrt auf der der holprigen und schmalen Schotterpiste hinter uns haben, beginnt in 3.900 Metern Höhe der Aufstieg. Der insgesamt 12 Kilometer lange, abwechslungsreiche Weg beginnt entlang eines Flusses, bietet Ausblicke auf Wasserfälle sowie den beeindruckenden Gipfel des Huascarán und führt vorbei an verlassenen Steinhäusern und weidenden Rindern. Nach zwei anstrengenden Stunden erreichen wir schließlich unser Ziel auf knapp über 4.600 Metern Höhe, die Laguna 69. Umgeben von einer tollen Bergkulisse, zeigt sie ein wunderschönes Farbspiel aus Blau und Türkis.
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  • Trujillo

    21–23 lug 2024, Perù ⋅ ⛅ 20 °C

    Da wir noch etwas mehr vom Pazifik sehen wollen, fahren wir weitere neun Stunden mit Bus, um die Küstenstadt Trujillo zu erreichen.
    Ihr Zentrum hat viel sehenswerte Architektur, wie beispielsweise die knallgelbe Kathedrale, zu bieten. Ebenfalls an der hübschen Plaza de Armas liegt das interessante Regionalmuseum, dem wir mehrfach einen Besuch abstatten. Zum einen tagsüber, um eine Ausstellung zu besichtigen, an dessen Ende wir ein nettes Gespräch mit dem Künstler führen können und zum anderen am Abend, um eine Aufführung klassischer Tänze der Region zu bestaunen.
    Außerdem unternehmen wir einen Ausflug zum beliebten Badeort Huanchaco. Dieser zieht Surfer aus aller Welt an und an der belebten Strandpromenade genießen wir frische Fischgerichte wie Ceviche. Eine Besonderheit des Ortes sind die Schilfbooote namens Caballitos de Totora, die eine jahrtausende alte Tradition haben. Sie bestehen aus dem selben Material wie wie die schwimmenden Inseln der Uro im Titicacasee und werden noch heute von Fischern gebaut und genutzt.
    Ein weiteres Stück Geschichte hinterließ die Chimú-Kultur, die etwa 1300 die riesige Stadt Chan Chan errichtet. Mit angeblich bis zu 100.000 Einwohnern galt sie zu ihrer Zeit als größte Stadt in Südamerika. Heute sind nur noch Fragmente erhalten, aber die konservierten und rekonstruierten Teile sowie das zugehörige Museum vermitteln einen guten Eindruck vom damaligen Ausmaß.
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