• Ingrid Glatz
  • christian bachmann
Jun – Jul 2025

Norddeutschland und Polen 25

Pengembaraan 32hari oleh Ingrid & christian Baca lagi
  • Permulaan perjalanan
    26 Jun 2025

    DIE REISE BEGINNT

    26 Jun, Jerman ⋅ ☁️ 27 °C

    Nun geht also unsere Reise los. Nach einer mühsamen Autofahrt von Bern nach Lörach mit viel Stau freuen wir uns auf eine ruhige Zugfahrt nach Hamburg.

  • MOIN, MOIN LÜBECK

    27 Jun, Jerman ⋅ ☁️ 17 °C

    Der uralte, holprige Nachtzug fährt pünktlich in Hamburg ein. Lübeck empfängt uns mit Regen. Aber die Stadt trägt dann doch das sonnige Kleid. Altbekannte Ecken, wie Niederberger (Marzipan), die Marienkirche und Hugendubel, erinnern an die wunderbaren Weiterbildungskurse und laden zum "Gänggele" ein. Nur die Gewissheit, dass wir noch einen Monat unterwegs sind, hält uns ein wenig zurück. Und nun freuen wir uns auf das konfortable Bett in unserem Bus.Baca lagi

  • MIT DEM WIND RICHTUNG POLEN

    28 Jun, Jerman ⋅ 🌬 22 °C

    Durch Wälder und immense Felder, "verziert" mit unendlichen graziösen Windrädern fahren wir Richtung Polen. Rostock als Zwischenhalt bietet eine kulinarische aber auch eine historisch interessante Abwechslung.
    Und nun rasten wir und erholen uns von den Reisestrapazen auf dem idyllisch gelegenen Campingplatz in Stahlbode. Morgen ist Autopause und wir geniessen sicher vor Ort einen frisch gefangenen Fisch ( nicht von uns gefischt 😅).
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  • RUHETAG AN DER OSTSEE

    29 Jun, Jerman ⋅ 🌬 19 °C

    Ausschlafen, lesen, velofahren durch riesige Kornfelder und einen frischen Fisch zum Znacht, das ist doch wirklich eine gute Sache zum Ausruhen. Der Campingplatz direkt am Wasser scheint mir idyllisch. Aber an den starken Wind hier an der Ostsee muss man sich gewöhnen: Wehe man stellt schnell das Velo ab, um die Fähre von Rügen zu fotografieren. Da ist nachträglich der Velomech Christian gefragt. 😅Baca lagi

  • IN POLEN ANGEKOMMEN

    30 Jun, Jerman ⋅ ☀️ 19 °C

    Entlang von eindrücklich langen Baumalleen, durch immense Rapsfelder gelangen wir nach Greifswald: eine ruhige, schmucke Hanse- und Universitätsstadt. Den berühmten Maler dieses Ortes kennt Christian von einer Biografie, die er kürzlich gelesen hat: Kapar David Friedrich.
    Und weiter geht die Fahrt. Dass man die Grenze zu Polen passiert hat, bemerkt man nur an den Straßen-und Ortsnamen. Kaum haben wir die touristischen Ostseebäder-Orte hinter uns gelassen, folgen wiederum grosse lichte Waldstücke. Hinter ihnen liegen Seen, Flüsse und das Meer. Und nun haben wir genau da unseren neuen Erholungsplatz im Grünen gefunden, Miedzywodzie, (7 Min. zu Fuss zum Meer). Mit uns teilt eine Brieftaubenfamilie das Campingareal. Sie haben soeben den Heimflug von Brüssel hierhin in ca. 7 Stunden geschafft. Dieses Navigationssystem lässt uns wiederum erkennen, was Tiere besitzen, und was uns fehlt.

    Der Wind lässt uns in Ruhe und wir geniessen die Sonne. Etwas Wärme könntet ihr Schweizer/innen uns schon noch senden. Ohne Jäckli hält man es hier nicht aus. Ob ich morgen ins Meer tauche oder doch eher durch den Nationalpark wandere?
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  • ZWISCHEN MEER- UND SEESTIMMUNG

    1 Julai, Poland ⋅ ☀️ 22 °C

    Sowohl der Strand am Meer wie auch das Ufer des Sees - beides ca. 10 Minuten vom Campingplstz entfernt - laden zum Verweilen ein. Wir studieren die Reiseführer und entdecken Interessantes zur Gegend. So erfahren wir, dass der Tunnel, den wir gestern kennen gelernt haben, erst seit 2023 unter dem Wasser durch führt und den Weg von der Insel Usedom nach Swinemünde wesentlich erleichtert.
    Von unserem idyllischen Campingplatz schauen wir den Trainingsflügen der Tauben zu und lassen uns vom Züchter die Eigenheiten dieser erstaunlich begabten Vögel erklären. Das Wetter wird langsam sommerlich. Morgen soll auch hier das Barometer auf 30 Grad steigen.
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  • HANSESTADT KOLBERG UND USTKA

    2 Julai, Poland ⋅ ☀️ 28 °C

    Was man so alles sammeln kann: In der Hansestadt Kolberg (den polnischen Namen kann ich mit meinen Schriftzeichen nicht notieren und mit meinen Mundmöglichkeiten nicht aussprechen 😂) sind es Kriegsgegenstände und alte Kirchenschätze. Die Stadt bietet nicht allzu viel. Das ist anders in Ustka. Da lädt das sonnig warme Wetter endlich zum Bad in der ruhigen, glasklaren Ostsee ein. Am Hafen spielen Kinder unter 10 Jahren auf ihrer Handorgel und beteln um Geld. Einer von ihnen beherrscht die Kunst schon recht gut. Das imposante alte Schiff scheint etwas umweltverträglicher als der Dampfer, der einfährt.
    Und Christian ist zum letzten Mal ein Jahr jünger als ich. Auch dies wollen wir doch schon Mal feiern.😃
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  • POLNISCHE SAHARA

    3 Julai, Poland ⋅ 🌬 17 °C

    Unter diesem Namen stellt man sich etwas anderes vor, nämlich das, was ihr armen Schweizer/innen momentan erlebt: Hitze. Diese Gegend empfing uns mit Wind, Regen und 17 Grad. Am Nachmittag wollte sich aber doch die weisse Sandstrandgegend im sonnigen Licht präsentieren. Imponiert hat uns hier besonders die wunderbare moderne Kirche in diesem geschichtsträchtigen Ort Leba.

    Wir feiern hier Christians Geburtstag und freuen uns natürlich immer über eure mündlichen und schriftlichen Zeichen aus der Schweiz. Morgen erkunden wir diese Ostseegegend noch mit einer speziellen Wanderung, bevor wir dann langsam Abschied vom Meer nehmen.
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  • WEISSER SAND SOWEIT DAS AUGE SCHAUT

    4 Julai, Poland ⋅ 🌬 17 °C

    Nein, es sind nicht weisse Skipisten, welche die vielen Leute hier erklimmen. Es ist feiner, weisser Sand, Sand und nochmals Sand. Von der riesigen Sanddüne herunter sehen wir auf der einen Seite das Meer und auf der andern einen grossen See. Mittendrin unendliche weisse Flächen. Unter dem Sand liegt ein Dorf, verschüttet wie etwa Blatten. Die bis zu 50 Meter hohen Dünen ziehen landeinwärts und begraben dabei alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Die Sandfüchse stört das nicht. Dieses Biosphäresreservat der UNESCO erreicht man von unseren Campingplatz aus mit einer ausgiebigen Velofahrt und/oder Wanderung durch weite naturbelassene Wälder. Und mittendrin stehen wieder einmal Waffen aus dem 2. Weltkrieg sowie eine alte Raketenabschussrampe. Diese liessen die Dünen im Moment noch stehen. Das ist also die polnische Sahara.Baca lagi

  • LETZTE TAGE AM MEER

    5 Julai, Poland ⋅ ☁️ 23 °C

    In Danzig, wo wir nun angelangt sind, liegen der Strand und der Hafen beieinander. Das Meerwasser ist erstaunlich sauber und ruhig. Der Campingplatz ist ein stiller, gut ausgestatteter Ort, der viele Gäste anlockt und zum Verweilen einlädt.Baca lagi

  • KÖNIGIN DES BALTIKUMS

    6 Julai, Poland ⋅ ⛅ 24 °C

    ... so nennt der Reiseführer die Stadt Danzig. Und er übertreibt nicht. Die Altstadt wirkt so malerisch, dass man sie für eine Filmkulisse halten könnte: Die farbenfrohen Häuserreihen, die intetressanten eingefügten modernen Bauten, Schiffe und Flüsse.
    Schon ab dem 11. Jh. ist Danzig Sitz slawischer Fürsten und entwickelt sich zu einem wichtigen Handelsort. Beim Bummel durch die Stadt lernt man die vielfältigen Einflüsse kennen.
    Im Hier und Heute: In den sehr unterschiedlich ausgestalteten Kirchen feiern unzählige Menschen zu verschiedenen Zeiten Gottesdienst. Davon träumen wohl die meisten Schweizer Reformierten nur so. Von den Glockentürmen ertönen helle Melodien, die die vielen Touristen zum Innehalten anregen. Hochbegabte Musiker spielen im Torbogen und ernten grossen Applaus. Es lohnt sich, sich zu setzen und auch noch den kulinarischen Teil zu geniessen.
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  • MARIENBURG (MALBORK), UNESCO-KULTURERBE

    7 Julai, Poland ⋅ ☁️ 19 °C

    Der Deutsche Ritterorden hatte eine bedeutende Präsenz in Polen, insbesondere im mittelalterlichen Preußen. Der Orden, ursprünglich eine karitative Gemeinschaft, wurde 1198 als geistlicher Ritterorden anerkannt und spielte eine wichtige Rolle bei der Christianisierung und Eroberung des ostpreussischen Gebiets. Die Marienburg diente als Zentrum des Ordensstaates. Heute ist diese die grösste Backsteinburg der Welt. Die Grösse der Mauern, Wassergräben, Sicherheitstore und mehr imponieren uns. Und auch die Gewinnung von Wasserreserven und Abwassersystemen sind erstsunlich für diese Zeit. Aber das Bauwerk positioniert sich auch wunderbar in die Landschaft am Ufer der Nogat, einem Seitenarm der Weichsel.
    Das ist unser Einstieg in die Gegend der Masuren. Und nun sind wir in Elblag, bei den Oberländischen Kanälen angekommen.
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  • MIT DEM SCHIFF ÜBER DIE BERGE ...

    8 Julai, Poland ⋅ ☁️ 20 °C

    Nein, nicht Sience-Fiction sondern unser Tagesausflug von Elblag nach Buczyniec mit dem Schiff drahtseilbahnmässig über die fünf Rollberge. Der Oberländische Kanal gilt als technisches Meisterwerk. Da die Schiffe auf einer 10 km langen Strecke einen Höhenunterschied von 104 m ausgleichen müssen, werden sie fünfmal auf fahrende Untersätze gehievt und über saftiggrüne Hügel bis zum nächsten Wasserteil gezogen. Mennoniten, die bereits im 16. Jh. wegen ihrer Kenntisse des Wasserbaus und Entsumpfungen aus Holland hierher geholt wurden, trugen zum Bau dieses Kanals wesentlich bei. Er wurde 1844 vom königlich preussischen Baurat Georg Steenke realisiert.
    Bevor man auf der Fahrt von Elblang zu diesen archaischen Zahnrädern und Zugseilen stösst, durchquert das Schiff eine traumhafte Masurengegend: dem Druzno-See. Hier bilden mehrere Kilometer lange Teppiche von Seerosen und gelben Sumpfblumen die Grundlage u.a. für 150 seltene Vogelarten. Rund um den See und vielen Kanalstücken entlang schützen immense Schilffelder die idyllische Wasserlandschaft. Wirklich ein Highlight.
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  • STÖRCHE UND EIN "WOLF"

    9 Julai, Poland ⋅ 🌧 18 °C

    Die vielen Störche in den masurischen Dörfern lieben den Ausblick von den Strassenlampen herab. Hätten die Polen die Elektro- und Telefonleitungen in die Erde versenkt, gäbe es bei diesen Vögeln wohl Bauknappheit. Die Maste scheinen optimal zu sein, um das Storchennest zu etablieren. Den vielen Jungen scheint es zu gefallen.

    Ja, und mitten in diesem idyllischen leicht hügeligen Naturparadies finden wir im Wald die Wolfsschanze (Görlitz). Für mich ist es einerseits äusserst befremdlich, dass Hunderte von Touristen Hitler die Ehre erweisen, sein Hauptquartier der letzten drei Jahre zu bestaunen. Anderseits ist diese geheime Bunker-Ruinen-Stadt mit entsprechenden historischen Erklärungen auch ein interessantes Bild für die irrwitzigen Kriegsgepflogenheiten. Ab Juni 1941, also unmittelbar nach den Überfall auf die Sowietunion, lebte Hitler mit seinem Beraterstab in dieser Waldstadt. Die Holzbauten wurden mehr und mehr mit Zement zugepanzert, bis 5 Meter dicke Mauern jeden Bunker schützten. Es fehlte an nichts : Zentralheizung, Wasser, Abwasser, aber auch Freizeitorte wie ein Kaffee und ein Casino. Als Hiltler 1944 nach Berlin floh, weil er der vorrückenden Roten Armee nicht in die Hände fallen wollte, liess er die Festungsstadt mit ca. 10t Dynamit pro Bunker in die Luft sprengen. Die Erschütterungen sollen so stark gewesen sein, dass das Eis in den umliegenden Seen zersprungen sein soll. Heute dienen die alten Ruinen ausser den schaulustigen Touristen seltenen Fledermäusen 😀.
    Etwas geruhsamer geht es in unserem Übernachtungsort zu: Mikolajiki. Hier liegt das Herz der Masuren, die grosse Seenplatte. Ein Paradies für Segler und Motorbootsfahrer. Schade, habe ich meinen Führerschein noch nicht. Und schade, lässt die Sonne uns gerade in Stich. Beides lässt auf sich warten. Aber immerhin zeigt sich hier Herr Chopin zum ersten Mal: als Verkörperung einer Segeljacht. 😅
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  • WASSER...

    10 Julai, Poland ⋅ 🌧 16 °C

    Oh, liebe Schweizer/innen, wie wir euch beneiden. Worum? Um das warme, schöne Wetter. Bei uns gibt es viel Wasser, unten: Seen und Flüsse. Und oben: Der Wettergott bescherte uns heute auch ununterbrochen Wasser von oben. Nun sitzen wir im Nationalpark Bialowieza und sind dankbar, dass wir ein so gemütliches, gut ausgerüstetes, heizbares Auto besitzen. Der Weg hierhin führte in die Stadt Bialystok. Diese ist der Hauptort der Woiwodlandschaft Podlachien. Im Laufe der Geschichte war Bialystok eine vielsprachige Stadt. Kein Wunder kam um 1887 der Augenarzt Ludwig Lejzer Zamenhof auf die Idee, eine Sprache zu erfinden, die alle Menschen miteinander verbinden würde: Esperanto. Die Idee war gut, aber Englisch hat sich durchgesetzt.
    Zu den Sehenswürdigkeiten in der Stadt gehört der Braniki-Palast, genannt "kleines Versaille". Gegründet wurde der Sitz um 1440. Danach hatte er, wie alles hier, eine bewegte Geschichte durch die polnisch, litauischen, preussischen und russischen Revolutionen. Heute dient das stattliche Gebäude mitten in der Stadt als medizinische Fakultät.
    Und zu guter Letzt: Ich halte täglich Ausschau nach den wilden Tieren (bis jetzt warens "nur" Vögel), die hier im masurischen Gebiet leben. Immerhin habe ich heute eine Herde grauer Wildpferde entdeckt. Vielleicht wird ja morgen noch eine geführte Tour in den Urwald möglich, die noch etwas mehr zur Fauna bietet.
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  • LETZTER URWALD EUROPAS

    11 Julai, Poland ⋅ ☁️ 17 °C

    Majestätische, bis zu 50m hohe Bäume, von denen einige älter sind als 500 Jahre, machen den Bialowieski-Nationalpark zu einem wilden Paradies. Wir staunen nicht schlecht, dass meine Uhr und mein Handy plötzlich melden, dass wir uns nun mitten im Wald in Weissrussland (Belarus) befinden und die Zeit um eine Stunde vorgerrückt idt. Umgestürzte Bäume versinken im Morast, oder sie sind mit Moos bedeckt und bilden die Grundlage für unzählige kleine Keimlinge von den umliegenden Bäumen. Es freut mich, von der Führerin zu hören, dass meine Theorie von der Notwendigkeit von fremden Pflanzen stimmen kann. Gerade wegen der Klimaerwärmung brauchen wir nicht nur einheimische Gewächse. So überleben in diesem Nationalpark, einer der letzten Urwälder Europas, die Fichten nicht mehr. Dafür wachsen immense importierte Linden. Sie sind nun die Stützen für das Öko-System.
    Die Bisons, Wölfe, Luchse und Dachse haben sich vor uns versteckt und liessen sich durch Attrappen vertreten. Aber ein Reh schaute mir ganz nahe ins Gesicht und sprang mit hohen Sprüngen davon. Hoffentlich sehe ich nicht so schrecklich aus, dass man sich vor mir so fürchten muss. Wenigstens die Störche auf Wiesen und Feldern halten stand.
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  • WARSCHAU IM VISIER

    12 Julai, Poland ⋅ ☀️ 18 °C

    Das massurische Gebiet, das geprägt ist von weissrussischen Bewohnern und den orthodoxen Kirchenbauten, haben wir nun verlassen. Wiederum auf löcherreichen Strassen durch Gegenden mit riesigen Weizen-, Mais-, Sonnenblumen- und wildbelassenen Feldern fahren wir Warschau entgegen. Die Störche in ihren Nestern auf den Elektroholzpfeilern begleiten uns immer noch. Aber immer noch konnte ich kein Bild machen, weil Christian so schnell durch die Gegend flitzt. 😅 Irgendwie muss man ja die Kilometer hinter sich bringen (sagt er). Das Codewort für sofortigen Stopp heisst nun Stoooorch.
    Jetzt sind wir da: ein paar Kilometer vor Warschau. Und wir staunen: Seit wir in Polen sind, haben wir noch keine einzige Person aus der Schweiz getroffen. Polen, Deutsche und Holländer teilen mit uns die Campingplätze. Heute vor allem Besuchende des Konzerts von Guns N' Roses. Wir geniessen den Sonnenuntergang unter den Bäumen von Camping Wok nahe an der Weichsel.
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  • WARSCHAU CITY I

    13 Julai, Poland ⋅ ⛅ 23 °C

    Unser Rundgang beginnt bei den rund um den Zentralbahnhof entstandenen Wolkenkratzern. Einer von ihnen ist der 234m hohe Kulturpalast: ein Geschenk Stalins an das "slawische Brudervolk" aus dem Jahr 1956. Der nächte Halt ist das Nationalmuseum: eine riesige Sammlung von Werken von der Zeit der Aegypter bis zu den Künstlern der frühen 1900er Jahre. Mir wird ganz "sturm" von den vielen Bildern. Hauptthema ist das Portrait. Und eine temporäre Ausstellung zeigt moderne Selbstporträts: originell aber auch gewöhnungsbedürftig.
    Die Altstadt von Warschau entpuppt sich als richtige Flaniermeile mit Musikanten und netten Maskottchen für die Kinder. Den Palast mittendrin halte ich für das vielbeschriebene Schloss. Es ist aber der Präsidentenpalast. Hingegen mutet das Schloss oder die Fürstenburg eher als bescheidene Residenz an. Majestätisch dominiert davor die Sigismundsäule zur Erinnerung an König Sigismund lll., der die Hauptstadt 1596 von Krakau nach Warschau verlegte. Den Abschluss des Tages macht ein Konzert eines heimischen Komponisten: Frederic Chopin. In einem kleinen romantischen Raum lässt ein Pianist seine Finger über den Flügel flitzen und lockt die bekanntesten Weke Chopins aus dem Tasteninstrument. Zwischendurch brennt sein Temperament durch, so dass bei der feurigen Etüde in c-moll vor der Pause eine Saite des Flügels reisst. 😂 Nach einem einheimischen Pausendrink, einem süssen Likör, kann das Konzert aber doch beendet werden und die Musik von Chopin wie auch die Strassenmusik begleiten uns auf dem Heimweg.
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  • WARSCHAU II

    14 Julai, Poland ⋅ ☁️ 25 °C

    Als die Israeliten vor 2000 Jahren aus ihrem Land vertrieben wurden, wanderten sie über Vorderasien dem heutigen Europa entgegen. Irgendwann kamen einige in einem schönen, grossen Wald an. Ein Engel empfahl ihnen: Lasst euch hier nieder ( hebr. offenbar "polin"). Und so wurden sie hier in dieser Gegend sesshaft. So erzählt die Legende im unglaublich intressanten Polin Museum mitten im früheren Warschauer Getto. Mit neusten museumspädagogischen und technischen Methoden wird die 1000 jährige Geschichte der polnischen Juden erklärt. Sie ist da und dort erbaulich, aber über grosse Strecken erschütternd. 90%der polnischen jüdischen Bevölkerung wurde im 2. Weltkrieg ausgelöscht.

    Am Eingang des sächsischen Stadtparks stehen zwei stramme Soldaten. Sie bewachen das Mahnmal für die vielen gefallenen Menschen in den zwei Weltkriegen.
    Der Park gilt als erster öffentlicher Garten in Polen. Er wurde 1727 von König August ll. zur Benutzung der Bevölkerung freigegeben. Ein Labsal für die Seele nach den fürchterlichen Geschichtseinblicken.
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  • THEO, WIR FAHR'N NACH LODZ ...

    15 Julai, Poland ⋅ ☀️ 24 °C

    Wer kennt ihn noch, den Nummer-eins-Hit von Vicky Leandros aus dem Jahr 1974 (mein Hochzeitsjahr 😀)? Nach einigen Quellen ist die Grundlage des Songs ein jiddisches Lied, das bereits im 19. Jh. von jiddischen Bewohnern der Stadt Lodz gesungen wurde. Damit wurde die arme jüdische Bevölkerung aufgefordert, das Dorf zu verlassen und in die aufsteigende Textilindustrie-Metropole zu kommen. Die Worte, die schon in historischen Aufzeichnungen im Warschauer Museum zu sehen sind, sollen ironisch Aufstiegssehnsüchte und -wünsche der deutschsprachigen Bevölkerung reflektiert haben. Also sehen wir Mal, ob es stimmt, dass in Lodz alles möglich ist.

    Auf dem Weg nach Lotz fahren wir zum Geburtsort von Frederic Chopin: Zelazowa Wola. Da kam der berühmte Komponist als Sohn einer verarmten adligen Bediensteten und eines Hauslehrers der Aristrokatenfamile Skarbek zur Welt. Aber schon bald zog die Familie Chopin nach Warschau. Das Gelände um Chopins Geburtshaus ist ein riesiger idyllischer Park, in dem überall Klavierklänge mit Chopinmelodien erklingen. Das Ganze ist aber eher eine schlecht arrangierte, aufgeblasene Erinnerungsstätte. Ich hätte wesentlich mehr museumspädagogisches Feeling erwartet. Und zu guter Letzt gibt es nach der Erschütterung über die völlig überrissenen Parkgebühren einen Parkschaden. Geschehe nichts Schlimmeres. Der Alpha Romeo Besitzer hat Verständnis und unser Licht des Veloträgers kann man ersetzen.
    Nun erholen wir uns von der Enttäuschung und vom Schreck auf dem nicht so idyllischen aber sympathisch geführten Campingplatz vor Lodz und sind gespannt, was uns die Stadt morgen bietet. Ja, und wisst ihr was? Ich konnte endlich ein Storchennest fotografieren. 😀
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  • IN LODZ IST ALLES MÖGLICH

    16 Julai, Poland ⋅ ☀️ 21 °C

    Was Sholem Aleichem seinen Leuten schrieb (Tafel im Warschauer Museum), bewahrheitet sich auch für uns: In Lodz ist alles möglich. Gerade sind wir von unserem Ausflug in die Stadt auf den bescheidenen, kleinen Campingplatz zurückgekehrt, sehen wir, dass der Platzverantwortliche, der kein Wort Deutsch oder Englisch spricht, unser zerbrochenes Licht (das ganze Element) am Veloständer ausgewechselt hat. Er hätte dies getan aus Sorge um unser Leben. Dies ist ja unglaublich berührend. Er strahlt, als er sieht, dass es perfekt funktioniert.

    Die Stadt Lodz hinterlässt bei uns verschiedene Eindrücke. In ein paar Worte gefasst: sehr weitläufig, schön Renoviertes neben Baufälligem, interesante Geschichtseinblicke.
    Nach einem Spaziergang durch den UNESCO geschützten, 4 km langen, verkehrsfreien Boulvard gelangt man zur Manufactura. Dies ist der Palast des zweitreichsten Unternehmers Polens des 19. Jhs: der Jude Israel Poznanski (1833-1900). Er ist in Lodz als Sohn eines Tuchhändlers aufgewachsen und träumte davon, einmal ein grosses Unternehmen zu besitzen. Mit einem kleinen Baumwollverarbeitungsbetrieb begann er. Später besass er eine riesige Fabrikanlage, eine Hochleistungsweberei, nicht zuletzt auch mit Maschinen aus der Schweiz. Durch gezielte Grundstückkäufe und Investitionen baute er ein großes Textilimperium auf, das zu den bedeutesten seiner Zeit gehörte. Über seinen Umgang mit den vielen Angestellten ist nicht viel Erfreuliches zu lesen. Heute hausen in den alten, neu renovierten Bachsteinhäusern Cafes, Restaurants, Läden, Ausstellungen und Spielgeräte für Kinder.

    In einem andern Stadtteil funkeln Hunderte von kleinen Spiegeln als Fassade einer Häuserreihe im Sonnenlicht. Mani Matters Lied vom Coiffeur schwingt in unseren Köpfen, wenn wir in allen Winkeln ein Stück von uns erkennen.

    Zurück im Boulvard fallen uns die vielen Bronzefiguren nach Trickfilmvorbildern und die eingelassenen Sterne mit Namen von Filmemachern auf. Beides soll an die Filmtätigkeit Polens erinnern. Ist doch das Land schon seit Beginn der Filmgeschichte eingebunden in dieses Kunstgeschehen.

    Und in den Räumen des kleinen Kunstmuseums fragen wir uns, aus welchem Bild wohl die Frau gestiegen ist, die uns mit stolzen Schritten entgegen tritt . Wir finden es nicht heraus. Denn die Ausstellung bietet nicht viel Rares.
    Für das Filmmuseum und die Besichtigung von Arthur Rubinsteins Flügel (der Pianist ist hier geboren) reicht es nicht mehr. Schade. Aber bei der Grösse der Stadt kann man in der kurzen Zeit wirklich nicht alles überschauen, auch wenn das Bus- und Tramnetz besten funktioniert.
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  • DIE STADT DER KLEINEN ZWERGE

    17 Julai, Poland ⋅ 🌧 17 °C

    Die kleinen Zwerge, die uns in jeder Strassenecke Breslaus begrüssen, das sind Symbole für die verkleideten Wiederstandskämpfer zur russischen Regierungszeit. Die geschichtlichen Berichte weisen darauf hin, dass Wroclaw (Breslau) früher zu Pommern, später zu Habsburg, Böhmen und Preussen gehörte. Nun gilt Breslau als die Hauptstadt Niederschlesiens (das ist ein Gebiet in Polen 😅). Nach dem 2. Weltkrieg waren 70% der historischen Bauten zerstört. Alle deutschen Einwohner wurden vertrieben. Heute strahlt der Ort herausgeputzt und beherbergt Menschen aus allen umliegenden Ländern. Imposant präsentieren sich das alte gotische Rathaus sowie die Bürgerhäuser und pastellfarbenen Barockpaläste.

    Von unserem idyllisch an der Oder gelegenen Campingplatz führt ein Radweg direkt in die Stadt. Wir haben uns aber für das Tram entschieden. Schliesslich sind die öffentlichen Verhehrsmittel überall in Polen für über 70 jährige gratis. Warum so unsportlich? Es regnet den ganzen Tag in Strömen. Um das Leben zu versüssen, hat man die Möglichkeit, im Stadtzentrum im Laden mit raumhohen Säulen voller Schleckwaren einzukehren oder in der Magdalenenkirche ein wunderbares Konzert bei Kerzenlicht mit Werken von Chopin, Morricone sowie Filmbearbeitungen von Chopinmelodien zu besuchen. Ihr ratet richtig. Wir haben uns für das zweite entschieden. Es hat sich gelohnt. Der Pianist spielte hervorragend. 👏👏👏
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  • BRESLAU, DIE HEIMAT VIELER BERÜHMTHEITEN

    18 Julai, Poland ⋅ ☁️ 19 °C

    Dietrich Bonhoeffer ist hier geboren. An ihn erinnert ein Denkmal vor der Elisabethenkirche. Aber er ist nicht die einzige berühmte Persönlichkeit, die hier zu Hause war: Da sind zum Beispiel der evangelische Theologe Friedrich Schleiermacher (1768-2834), die deutsche Philosophin und Frauenrechtlerin Edith Stein (1891-1942) und Käthe Kruse (1883-1968), die weltbekannte Puppenmacherin. In der Aula, diesem Barocksaal der berühmten Universität, die 1702 von Jesuiten gegründet wurde, empfingen - wie heute unzählige Masterstudierende - auch schon früher einige Menschen ein würdiges Diplom. So überreichte man z.B. Johannes Brahms und Max Bruch hier die Ehrendoktorwürde.
    Breslau ist die intetessanteste und vielfältigste Stadt Polens, die wir bis jetzt erkundet haben. Die sehr alte Tradition von Katholiken, Orthodoxen, Reformierten und Juden ist an den vielen imposanten Kirchenbauten auszumachen, aber auch an den Sammlungen in den Museen (Hieronimus Bibel aus dem 8. Jh., Lutherschriften...).
    Neben diesen intellektuellen Highlights erfreuen uns immer noch die ca. 25 cm grossen Zwerge, die überall in der Stadt die Gassen bereichern. Die alte Metzgergasse sticht mir den bronzenen Tieren hervor. Und nicht zum ersten Mal in Polen fällt uns auf, dass die Einwohner sehr grosse Freude an Schnittblumen haben. Der Marktplatz ist geziert von unzägligen Blumenständen. Und ein Drittel der Markthalle dient der Ausstellung von Grabkränzen. Ob da so viele Menschen sterben??
    Ja, und wo sind wir morgen? Ratet mal. Einen Tipp: Denkt an meinen Namen. Ihr kommt nicht drauf? Schaut mal auf die Polenkarte mit den deutschen Namen... 🫠
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  • GLATZ-KLODZKO, DIE STADT DER AHNEN

    19 Julai, Poland ⋅ ⛅ 22 °C

    Nun sind wir also in der Stadt, in der die Vorfahren meiner Söhne gehaust haben. Wann genau die ins Emmental oder nach Basel ausgewandert sind, das weiss ich nicht. Die Stadt hat eine über 1000 Jahre alte Geschichte. Sie wurde von Ordensleuten gegründet ( Augustiner, Johanniter), war ein erfolgreicher Handeslplatz und bekannt für den Tuchhandel und Webereien. Glatz erlebte ein Seilziehen der verschiedenen Völker und Grafschaften rundherum und wurde nach dem 2. Weltkrieg Polen zugeteilt. Bis vor kurzem hätten die Läden noch Souvenirs mit der deutschen Ortsbezeichnung "Glatz" im Sortiment gehabt. Aber neuerdings ist wieder ausschiesslich polnisch, also Klodzko (mit polnischen l) angesagt. Die Burg ragt imposant über die Stadt hinaus. Dies erinnert uns, dass es nun endgültig vorbei ist mit den unendlichen Ebenen, sondern die "ghögrige" Welt in die Nähe rückt. Der Gang durch die Burg zeigt, dass diese in den verschiedenen Epochen für sehr Unterschiedliches diente: Abwehr der Feinde, Versteck, Lager oder Exerzierfeld und in neuerer Zeit als Kulisse für verschiedene historische Filme. Ein unterirdischer Gang führt bis in die Altstadt hinunter. Dort hängt an jedem Haus eine Tafel, auf der in 6 verschiedenen Sprachen die historischen Gegebenheiten dieses Strassenviertel erklärt wird. Einige Bauten sind wunderbar renoviert und geben von der Stadt ein anmutiges Bild. Aber gleichzeitig ist es schade, wird aus diesem touristischen Interesse nicht mehr gemacht. Einiges muss auch restauriert werden, weil Teile der Stadt 2024 durch einen Dammbruch tief im Wasser stand ( und das nicht zum erstem Mal). Eigentlich wollte ich hier einen speziellen Abend in einem Hotel mit wunderbarem Ambiente und einem tollen Badezimmer offerieren. Das einzige Hotel, das wir in der Altstadt fanden, ist - wie etliche Gebäude hier - heruntergekommen und geschlossen. Es gibt sich wohl selber auf Google viereinhalb von fünf Sternen. So sind wir nun halt nach einem feinen Znacht in einem rustikalen Restaurant im Glatzer Wald auf dem Campingplatz. Auch gut so. Es ist wohl der letzte Abend in Polen. Wir schauen auf eine intetessante Zeit zurück. Und ich freue mich, dass ich nun weiss, wo mein Name herkommt, mit dem ich mich seit 51 Jahren identifiziere.Baca lagi

  • GLATZ...

    19 Julai, Poland ⋅ ☀️ 21 °C

    ... noch ein paar zusätzliche Fotos.